Fallacia falsi medii: Anti-Rechtsextremismus-Industrie gutachtet gegen Sicherheitsüberprüfung

Diejenigen, die ihr Auskommen daraus gewinnen, die eigene Ideologie gegen die falschen Ideologien in Stellung zu bringen, die Anti-Rassisten, die Anti-Rechtsextremisten und die Anti-Anti-Semitisten, sie haben derzeit ein Problem: Ihrem Bemühen, das von Ministerien wie dem BMFSFJ als der Demokratie förderlich angesehen wird und das deshalb aus Steuermitteln gefördert wird, wird nicht mehr generell eine Unbedenklichkeitsplakette verliehen, weil die Kämpfer von sich behaupten, sie würden gegen die falschen Ismen unserer Zeit agitieren und „Demokratie leben!“.

Nein, sie werden überprüft.

Gerade hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der LINKEN (der Schutzpatronin aller, die von Links gegen Rechts kämpfen oder dies zumindest vorgeben) erklärt, dass bislang 46 Träger, die sich mit einem Projekt für den Kampf gegen Rassismus, Rechtsextremismus oder Antisemitismus um Steuergelder beworben haben, durch den Verfassungsschutz geprüft wurden.

Geprüft wurde, ob diejenigen, die für die Demokratie und gegen den Extremismus kämpfen wollen, selbst auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass linke Extremisten finanziert werden, um rechte Extremisten zu bekämpfen (da die Bekämpfung von Linksextremismus kaum eine Rolle spielt, kann der umgekehrte Fall hier unberücksichtigt bleiben).

Klingt sinnvoll. Immerhin geht es um Steuergelder, und wenn in Ministerien schon Geld verschwendet wird, um Bürger zum richtigen ideologischen Glauben zu erziehen, dann doch bitte so, dass nicht Extremisten dafür finanziert werden, die Grundlagen demokratischen Zusammenlebens zu zerstören.

Macht also Sinn.
Das ist wie mit der Schufa.
Niemand bekommt einen Kredit, wenn er bei der Schufa als Kreditrisiko geführt wird.

Und dennoch laufen die Vertreter der Anti-Rechtsextremismus-Industrie Sturm. Sie, die sie die Demokratie nicht nur auf Kosten der Steuerzahler leben, sondern auch verteidigen wollen, sie wollen nicht daraufhin geprüft werden, ob sie überhaupt fähig sind, Demokratie zu leben und zu verteidigen.

Und sie haben zu viel Geld. So viel Geld, dass sie, in diesem Fall der Bundesverband Mobile Beratung e.V., der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. und die Bundearbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung, ein angeblich „wissenschaftliches Gutachten“ in Auftrag geben können, das zeigen soll, dass die Überprüfung all der treuen Recken, die die Demokratie auf Kosten von Steuerzahlern leben und verteidigen wollen, nicht rechtens ist.

Wunder über Wunder: Die drei Verbände haben die Rechtsanwältin, Anna Luczak, gefunden. Sie ist bereit, das gewünschte angebliche Gutachten zu erstellen und zu den erhofften Ergebnissen zu kommen. Wie teuer die Bereitschaft, das erhoffte Gutachten zu erstellen, war, ist eine offene Frage. Was Luczak dazu befähig, ein Gutachten zu erstellen, ist noch eine offene Frage. Wodurch Luczak in der Vergangenheit bekannt wurde, ist weniger offen:

„Für bundesweites Aufsehen sorgte der Fall eines ihrer Mandanten, der während einer Personenkontrolle am Rande des G8-Gipfels bei Rostock von einem Polizisten niedergeschlagen worden war. Das Amtsgericht Rostock sprach den Polizisten vor Kurzem frei.“
So schreibt das Neue Deutschland, die SED-Parteizeitung, deren Journalisten noch nicht zu wissen scheinen, dass in einem Rechtsstaat ein Freispruch bedeutet, dass der Polizist, der nach Ansicht des Neuen Deutschlands einen Mandanten von Luczak niedergeschlagen haben soll, diesen Mandaten nach den Tatsachenfeststellungen des Gerichts eben NICHT niedergeschlagen hat.

Doch zurück zum Gutachten von Luczak, das auch tatsächlich zum Ergebnis hat, was sich die Auftraggeber erhofft und auch gewünscht haben müssen: Die Überprüfung, ob Träger von Projekten, in denen Demokratie gelebt und gegen Extremismus verteidigt werden soll, auf Kosten der Steuerzahler versteht sich, mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung konform gehen, ist nach Ansicht von Luczak nicht rechtskonform, denn (1) gebe es keine rechtliche Grundlage für die Überprüfung, (2) sei der Verfassungsschutz als derjenige, der die Überprüfung durchführe, dafür bekannt, dass bereits geringfügige Anlässe zu einer Ablehnung des Trägers führten, (3) sei die Speicherung der Daten von Personen und Gruppen, die im Bereich der Demokratieförderung tätig seinen, ein unverhältnismäßiger Eingriff in deren Grundrechte und (4) davon auszugehen, dass der Verfassungsschutz als speichernde Behörde gegen Datenschutzbestimmungen verstoße und die in einem Zusammenhang gespeicherten Daten auch in einem anderen Zusammenhang benutze.

Bevor Sie sich über diese Form der Rabulistik aufregen: Ruhe bewahren. Es ist nicht notwendig, sich über dieses vermeintliche wissenschaftliche Gutachten zu erregen, denn es ist kein wissenschaftliches Gutachten, es ist nicht einmal ein Gutachten. Es ist ein umfangreicher Fehlschluss der falschen Disjunktion oder auch der falschen Alternativen, ein Fehlschluss der Erschleichung, des falschen Mittelterms „Fallacia falsi medii“, wie ihn Georg Michael Klein bereits im Jahre 1824 in seiner Anschauungs- und Denklehre beschrieben hat, denn:

Niemand muss sich um Förderung durch das Bundesministerium für FSFJ bewerben.
Niemand hat ein Recht auf eine entsprechende Förderung.
Niemand hat einen generellen Anspruch darauf, aus den Taschen der Steuerzahler finanziert zu werden.

Nimmt man diese Prämissen zum Ausgangspunkt der Begutachtung der Frage, ob eine Überprüfung derer, die Demokratie leben wollen, darauf, ob sie denn überhaupt Demokratie leben können, rechtens ist, dann folgt, dass die Überprüfung nicht zwingend ist, da sich niemand, der nicht überprüft werden will, um Mittel aus den Taschen der Steuerzahler bewerben muss, wer sich aber darum bewerben will, nachweisen können muss, dass er Demokratie leben kann.

Und weil dem so ist, sind die Folgerungen, die Luczak in ihrem angeblichen Gutachten zieht, allesamt Fehlschlüsse, und weil die Folgerungen allesamt Fehlschlüsse sind, deshalb ist das Gutachten kein wissenschaftliches, sondern ein fehlerhaftes Gutachten, das man bestenfalls einstampfen kann, so wie man den Versuch, ein Gutachten zu erstellen, bestenfalls belächeln kann.

Das ist bitter, bitter für die Amadeu-Antonio-Stiftung und ihre Satelliten, die sich so heftig über das Ergebnis des wie sie glauben (machen wollen) doch wissenschaftliche Gutachten gefreut haben, ebenso wie es für die erkleckliche Liste derer, die die Beauftragung durch die drei oben genannten, wie auch immer unterstützt haben (siehe Abbildung für die stattliche Liste derer, die einer Prüfung darauf, ob sie die Grundsätze der freiheitlich demokratischen Grundordnung einhalten, nicht standhalten wollen), bitter ist.

Nichts war’s.

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Alltägliche Männerfeindlichkeit: ARD-Flüchtlings-Heuchelei auf Zwischenhoch

Mit logischen Grundkenntnissen verbindet sich ein Problem: Sie machen anfällig, sie machen einem leiden, leiden an der Heuchelei und der Dummheit, die tagtäglich in Deutschland, aber nicht nur in Deutschland, ausgestrahlt wird.

Hat man sich an die Allgegenwart des Fehlschlusses der Bejahung des Konsequens fast schon gewöhnt, ihn zum elaborierten unter den eigentlich leicht zu vermeidenden Fehlschlüssen gemacht (um nicht vollständig den Glauben daran, dass Menschen mit Verstand ausgestattet sind, zu verlieren), da wird man unvermittelt von der Erkenntnis getroffen, dass in diesem Zeitalter der Heuchelei der Widerspruch, der offene, eklatante Widerspruch nicht mehr bemerkt wird, ja fast schon normal geworden ist.

Da kommentiert heute eine Isabel Schayani auf tagesschau.de zum Begriff “Flüchtlinge” und unter dem Titel „Ohne jede menschliche Wärme“, einem Titel, der auf der Prämisse aufbaut, dass im Zusammenhang mit der Diskussion um Flüchtlinge menschliche Wärme, allgemeiner: Gefühle wichtig sind.

Schayani beklagt die „aufgeregte Diskussion“ über eine „verpennte Behörde“ [BAMF] und kommt zu dem Schluss: „Je aufgeregter die Debatte, je mehr Subtext, desto weniger geht es um die Menschen.“

Aufregung, so muss man daraus schließen, ist zwar ein menschliches Gefühl, aber keine menschliche Wärme. Menschliche Wärme muss also ohne Aufregung auskommen, muss nüchtern analysieren, wie Schayani das tun will, muss zu dem Schluss kommen, dass in jeder Bevölkerung, in jeder Gruppe Kriminelle sind, auch bei Flüchtlingen. Doch sogleich wird aus der nüchternen Feststellung, dass nicht einmal Flüchtlinge bessere Menschen sind, eine Feststellung, die die meisten Linken noch zu treffen hätten, ein Problem, denn Schayani befindet, dass der Begriff „kriminelle Flüchtlinge“ eine Form der Sippenhaft darstelle, eine Form der Stereotypisierung: wenn ein Flüchtlinge kriminell ist, dann sind sie es alle.

Einer absurder Fehlschluss, auf den außer Schayani nur die kommen, die aus einer Mücke immer einen Elefanten machen, der zudem straff am Problem vorbeigeht. Denn nicht die Tatsache, dass sich unter Flüchtlingen Kriminelle befinden, macht Angst, wie Schayani meint, sondern die Unsicherheit. Dass man nicht weiß, ob der Flüchtling, mit dem man es gerade zu tun hat, ein Krimineller ist, das ist es, was „Angst macht“ oder zur Vorsicht gemahnt oder dazu führt, dass man mit Flüchtlingen lieber nichts zu tun hat. Die Prozesse dahinter hat die Sozialpsychologie seit Jahrzehnten beschrieben: Prozesse der Vertrauensbildung, die durch kulturelle Distanz, mit der notwendig unterschiedliche Verhaltenserwartungen einhergehen, noch verstärkt werden.

Eine verantwortungsvolle Einwanderungspolitik, eine, um in den Worten von Schayani zu sprechen, Einwanderungspolitik der „menschlichen Wärme“, nicht nur gegenüber den Zuwanderern, sondern auch gegenüber der eigenen Bevölkerung, stellt das in Rechnung, stellt in Rechnung, dass man Vertrauen zwischen Menschen, die sich nicht kennen, nicht einfach verordnen kann. Sie stellt in Rechnung, dass manche Menschen Angst vor Fremdem oder “dem Fremden” haben und geht entsprechend behutsam vor. Die deutsche Brachial-Flüchtlingspolitik der plötzlichen Masseneinwanderung ist insofern ein soziales Experiment, das es in der Geschichte, nicht einmal in der US-Geschichte bislang nicht in der Weise gegeben hat. Zuwanderer in die USA waren dort weitgehend auf sich selbst gestellt (sie waren ja auch meist gekommen, um – wie die Bremer Stadtmusikanten etwas Besseres als den Tod oder ihr Glück zu finden). Sie wurden nicht von Horden sozial Engagierter umsorgt und in finanziell sorgenfreier Umgebung gebettet. They had to scrape for a living, und weil sie ihren Lebensunterhalt verdienen mussten, deshalb hat der US-amerikanische Melting Pot funktioniert. Ob man es schafft gesellschaftliche Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt über die Köpfe der Menschen, um die es geht, und durch sozialarbeiterisches Flügelschlagen und staatlliche Verordnung zu erreichen? Wir haben so unsere Zweifel.

Doch zurück zu Schayani, die beklagt, dass die Menschlichkeit aus der Debatte um Flüchtlinge verschwunden sei oder fast verschwunden sei. Sie, die gerade noch beklagt hat, dass man Flüchtlinge alle über einen Kamm schert, wenn ein paar darunter sind, die kriminell sind, schreibt Folgendes:

„Zweites Beispiel: Gestern hat die Bundeskanzlerin, eher en passant, in ihrer papiertrockenen Gebrauchslyrik etwas Bemerkenswertes gesagt. Natürlich werde man weiterhin nach Afghanistan abschieben. Dann kam der feine Nachsatz: Und zwar ohne Einschränkungen. Ab jetzt also nicht mehr nur Straftäter, junge Männer, sondern auch Frauen, Kinder, Familien? Ich traue keiner befristeten Waffenruhe mit den Taliban. Haben wir die Menschen im Blick?“

Misandrie, Männerfeindlichkeit, ist für Schayani offensichtlich mit Menschlichkeit vereinbar, mit dem, was sie unter Menschlichkeit versteht. Es ist gruselig zu sehen, wie normal Misandrie geworden ist, wie leicht es ist, Männer, junge Männer, gleich hinter Straftätern zu nennen und ihre Abschiebung nicht zu bedauern. Aber – und man kann das Flügelschlagen fast hören -, aber wehe es geht an die Adresse von “Frauen, Kindern, Familien” (Die offensichtlich einzige Art für Männer, um im Menschenbild von Schayani Menschlichkeit zu erlangen, besteht darin, als Teil einer Familie zu verschwinden), dann erregen sich angebliche Menschenfreunde wie Schayani. Dann wird die Menschlichkeit eingefordert, die man vergeblich sucht, wenn es um Männer, junge Männer geht.

Die Normalität der Misandrie in Deutschland ist fast so erschreckend wie die Normalität, mit der diejenigen, die sie pflegen, von Menschlichkeit salbadern ohne den Widerspruch zu bemerken.

Schon Nietzsche hat sich über die Scheinheiligkeit der selbsterklärten guten Menschen seiner Zeit aufgeregt und hat an der Unlogik ihrer Sätze, der Widersprüchlichkeit ihrer Aussagen und der Menschenverachtung, die sie hinter der Maske des Besorgten verstecken, gelitten. Insofern sind wir in guter Gesellschaft.

Frau Schayani sei gesagt, dass Menschlichkeit, deshalb Menschlichkeit heißt, weil sie sich auf Menschen bezieht. Als Menschen gelten nach modernder Auffassung in Philosophie, Ethik und Wissenschaft nicht nur „Frauen, Kinder und Familien“, nicht nur Flüchtlinge, sondern auch die Mitglieder der autochthonen Gesellschaft, also diejenigen, die schon länger hier leben, und – Achtung: MÄNNER. Ja, Männer sind auch Menschen. Tatsächlich sind alle homo sapiens sapiens Menschen, selbst Schayani ist nach allem Anschein ein Mensch.

Und schon fängt das Leiden an der Menschheit wieder an.

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Gegen Hass anhassen mit der Amadeu-Antonio-Stiftung: Irrsinn darf in Deutschland wieder öffentlich geäußert werden

Vor nicht allzu langer Zeit, haben wir in einem Beitrag darauf hingewiesen, dass Sir Karl Raimund Popper missbraucht wird. Personen, die im Normalfall nicht wissen, wer Popper eigentlich war, zitieren Popper damit, dass er angeblich gesagt habe, man dürfe Intoleranz nicht tolerieren. Zu sagen, Intoleranz dürfe nicht toleriert werden, ist natürlich ein Lügner-Paradoxon, denn wenn man Intoleranz nicht toleriert, wird man selbst zum Intoleranten, mit der Konsequenz, dass man nunmehr sich selbst nicht tolerieren darf.

Dass viele derer, die Popper im Mund führen, mit diesem Paradox leben, den Widerspruch ertragen können, spricht für den beklagenswerten Zustand ihrer geistigen Kapazitäten. Dass sie ihre eigenen Defizite aber Popper in die Schuhe schieben wollen, geht zu weit. Liest man die Stelle, die die meisten, die ihn zitieren, nicht kennen, bei Popper weiter, dann erfährt man, dass Popper seine Aussage an zwei Bedingungen knüpft: (1) Verweigerung des rationalen Diskurses und (2) Gewalt. Nur wenn es jemand mit einer schrägen Meinung, die andere Meinungen kategorisch ausschließt, verweigert, über seine Meinung und Kritik an seiner Meinung zu diskutieren und jeden Versuch, darüber zu diskutieren, mit Gewalt unterdrücken will, dann ist Popper der Ansicht, müsse man ihn und seine Meinung nicht tolerieren.

Popper hätte heute wohl wenig Probleme mit den meisten der AfD-Politiker. Aber es ist kaum zu erwarten, dass er Antifa und andere Meinungsdiktatoren, die keine Abweichung von dem zulassen, was sie für richtig halten, und die gewalttätig sind, tolerieren würde.

Der Missbrauch von Popper ist nur eine Facette einer geistigen Minderleistung bei denen, deren Selbstwert vornehmlich über ihren Ärger und ihren Hass, allgemeiner: ihre Befindlichkeit konstituiert wird und nicht über Leistungen, die durch einen unabhängigen Dritten nachvollziehbar wären.

Es gibt eine Geschichte von HP Lovecraft, in der er von einer gelangweilten Gesellschaft erzählt, eine Gesellschaft, deren Mitglieder weitgehend unbeschwert leben könnten, hätten sie nicht jede Motivation und jeden Antrieb, sich selbst zu entwickeln, an sich zu arbeiten, sich einen Lebenssinn zu geben, verloren. Selbst Zuneigung ist ihnen von sich aus nicht mehr möglich. Deshalb treffen sie sich in Zuneigungsgruppen, um sich Zuneigung zu erzählen. Es scheint, heutzutage trifft man sich nicht in Zuneigungs-, sondern in Abneigungsgruppen, um zu hassen, sich gegen andere zu wenden und sich auf diese Weise der eigenen Existenz zu vergewissern.

Dass derartige Abneigungsgruppen staatlich, vornehmlich vom Ministerium für FSFJ finanziert werden, ist vermutlich nicht verwunderlich, denn auch Ministerien werden heute häufig vom Gefühl und nicht vom Verstand geleitet (deshalb sind die Ministerdarsteller zumeist einer Meinung, die sie oft mit „wir dürfen“, „wir müssen“ oder sonstigen Floskeln einleiten, haben in der Regel aber keinerlei nachprüfbare Begründung für ihre Meinung, die lediglich dazu dient, sich affektiv zu verorten und zu vergewissern). Dass derartige organisierte Abneigungsgruppen dem Verstand nicht zuträglich sein, sein können, weil sie das Gefühl zu Lasten der Ratio betonen, konnte man unlängst wieder in Berlin beobachten.

Anlass war eine Demonstration der AfD.

Die, die man in Anlehnung an Harold Garfinkel als affektive Dopes bezeichnen kann, also Personen, die von ihren Gefühlen und nicht von ihrem Verstand geleitet werden, benötigen organisierte Abneigungsgruppen und öffentliche Abneigungshappenings, um sich zum einen zu demonstrieren, dass sie jemand sind, ein Guter und um zum anderen ein Wir-Gefühl zu entwickeln, denn richtig gut kann man sich nur in der Masse fühlen. Die Ursache dafür kann in der Sozialpsychologie gefunden werden: Menschen, die am Versuch gescheitert sind, eine personale Identität zu bilden, müssen sich an Gruppen anlagern, anderer Meinung imitieren, anderer Gefühl zu ihrem eigenen machen, müssen sich durch Abgrenzung von vermeintlich Bösen selbst eine Surrogat-Persönlichkeit verschaffen, und zwar in regelmäßigen und vermutlich immer kürzer werdenden Abständen. Anders formuliert: Die AfD ist lebenswichtig für viele affektive Dopes, weil Letztere ohne die AfD außer Stande wären, das Gefühl, sie hätten eine Persönlichkeit, zu entwickeln und ihre Persönlichkeit zu simulieren.

Doch zurück zur Verdrängung oder Beseitigung des Verstands durch das Gefühl, ein Phänomen, das wir schon öfter beobachtet haben. Im Bereich der institutionalisierten Wissenschaft finden wir es bei der Genderista, deren Vertreter in der Lage sind, eine ganze Vielfalt von Widersprüchen nebeneinander bestehen zu lassen, z.B. den Widerspruch, dass sie es ganz furchtbar finden, dass so wenige Frauen in MINT-Fächern zu finden sind und kein Problem damit haben, selbst eine Entscheidung gegen ein MINT-Fach getroffen zu haben.

Wir finden die fast schon als Anhänglichkeit zu bezeichnende Fähigkeit, sich in wenigen Sätzen zu widersprechen, bei all denen, die Poppers Paradoxon der Toleranz entstellt und zu ihrem Glaubensbekenntnis gemacht haben, ohne dabei zu merken, dass sie sich lächerlich machen.

Schließlich finden wir die affektiven Dopes, die vor lauter Gefühl nicht merken, wenn sie sich widersprechen, vornehmlich unter denen, die sich der Weihe ihrer eigenen Existenz besonders sicher sind. Die keinen Zweifel haben, dass sie die Guten sind und andere die Bösen.

Der folgende – mittlerweile weit bekannte – Tweet fand sich heute einmal mehr in unserer Mailbox. Er ist ein beeindruckendes Zeugnis der geistigen Inkontinenz, des Mangels an kognitiver Kapazität und der Fähigkeit, sich selbst dann, wenn man sich in Widersprüchen wickelt, im vermeintlichen Glanz der eigenen emotionalen Überlegenheit zu suhlen.

Nach diesem Tweet kann man in jedem Fall feststellen, dass die Mitarbeiter der AAS-Stiftung im Portfolio ihrer Fähigkeiten „Hass“ und „hassen“ haben, aber offensichtlich nicht Logik, Verstand und Fähigkeit zum kritischen Denken. Zudem kann man einmal mehr feststellen, dass diejenigen, die ständig „Hass“ im Munde führen, die ständig „Hass“ denken, diejenigen sind, die ständig hassen, die den Hass benötigen, um sich ihrer gewiss zu werden.

Das ist nur konsequent. Sie benötigen Feinde, Gegner, Menschen, die sie zu Bösen stilisieren können, die sie herabwürdigen können, um sich über sie zu stellen und sich zu Guten zu erklären, um sich eine Surrogat-Persönlichkeit zu geben. Sie müssen hassen, denn ohne Hass sind sie niemand, kein Guter, kein Kämpfer für das Gute, einfach nur nichts. Ein leerer Zellhaufen ohne Sinne und Zweck, ein unfertiges Projekt Mensch, gescheiter am Versuch, sich eine autonome Persönlichkeit zu geben.

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Scheinheiligkeit: An die Lehrer der Selbstlosigkeit

Dass Friedrich Nietzsche von Linken und von denen, die ihn nie gelesen haben, als „Rechter“, als Vorbereiter der Nazis, Menschenfeind und was sonst noch alles denunziert wird, hat seinen Grund: Nietzsche war Individualist und ein Gegner von Sozialismen und Ismen aller Art. Nicht nur das, er hat die Scheinheiligkeit derer, die sich als Altruisten gerieren, die anderen in selbstloser Weise die sozialistische Freiheit im Dienst an der Gemeinschaft anerziehen wollen, enttarnt:


„A n d i e L e h r e r d e r S e l b s t l o s i g k e i t – Man nennt die Tugenden eines Menschen g u t, nicht in Hinsicht auf die Wirkungen, welche sie für ihn selber haben, sondern in Hinsicht auf die Wirkungen, welche wir von ihnen für uns und die Gesellschaft voraussetzen: – man ist von jeher im Lobe der Tugenden sehr wenig ‚selbstlos‘, sehr wenig ‚unegoistisch‘ gewesen! Sonst nämlich hätte man sehen müssen, dass die Tugenden (wie Fleiß, Gehorsam, Keuschheit, Pietät, Gerechtigkeit) ihren Inhabern meistens s c h ä d l i c h sind, als Triebe, welche allzu heftig und begehrlich in ihnen walten und von der Vernunft sich durchaus nicht im Gleichgewicht zu den anderen Trieben halten lassen wollen. Wenn du eine Tugend hast, eine wirkliche ganze Tugend (und nicht nur ein Triebchen nach einer Tugend!) – so bist du ihr O p f e r! Aber der Nachbar lobt eben deshalb deine Tugend! Man lobt den Fleißigen, ob er gleich die Sehkraft seiner Augen oder die Ursprünglichkeit und Frische seines Geistes mit diesem Fleiße schädigt; man ehrt und bedauert den Jüngling, welcher sich ‚zu Schanden gearbeitet hat‘, weil man urtheilt: ‚Für das ganze Große der Gesellschaft ist auch der Verlust des besten Einzelnen nur ein kleines Opfer! Schlimm, dass das Opfer Noth thut! Viel schlimmer freilich, wenn der Einzelne anders denken und seine Erhaltung und Entwicklung wichtiger nehmen sollte, als seine Arbeit im Dienste der Gesellschaft!“ Und so bedauert man den Jüngling, nicht um seiner selbst willen, sondern weil ein ergebenes und gegen sich rücksichtloses W e r k z e u g – ein sogenannter ‚braver Mensch‘ – durch diesen Tod der Gesellschaft verloren gegangen ist. Vielleicht erwägt man noch, ob es im Interesse der Gesellschaft nützlicher gewesen sein würde, wenn er minder rücksichtslos gegen sich gearbeitet und sich länger erhalten hätte – ja man gesteht sich wohl einen Vortheil davon zu, schlägt aber jenen anderen Vortheil, dass ein O p f e r gebracht und die Gesinnung des Opferthiers sich wieder einmal a u g e n s c h e i n l i c h bestätigt hat, für höher und nachhaltiger an. Es ist also einmal die Werkzeug-Natur in den Tugenden, die eigentlich gelobt wird, wenn die Tugenden gelobt werden, und sodann der blinde in jeder Tugend waltende Trieb, welcher durch den Gesammt-Vortheil des Individuums sich nicht in Schranken halten lässt, kurz: die Unvernunft der Tugend, vermöge deren das Einzelwesen sich zur Function des Ganzen umwandeln lässt. Das Lob der Tugenden ist das Lob von etwas Privat-Schädlichem, – das Lob von Trieben, welche dem Menschen seine edelste Selbstsucht und die Kraft zur höchsten Obhut über sich selber nehmen. – Freilich: zur Erziehung und zur Einverleibung tugendhafter Gewohnheiten kehrt man eine Reihe von Wirkungen der Tugend heraus, welche Tugend und Privat-Vortheil verschwistert erscheinen lassen, – und es giebt in der That eine solche Geschwisterschaft! Der blindwüthende Fleiß zum Beispiel, diese typische Tugend eines Werkzeuges, wird dargestellt als der Weg zu Reichthum und Ehre und als das heilsamste Gift gegen die Langeweile und die Leidenschaften: aber man verschweigt seine Gefahr, seine höchste Gefährlichkeit. Die Erziehung verfährt durchweg so: sie sucht den Einzelnen durch eine Reihe von Reizen und Vortheilen zu einer Denk- und Handlungsweise zu bestimmen, welche, wenn sie Gewohnheit, Trieb und Leidenschaft geworden ist, w i d e r s e i n e n l e t z t e n V o r t h e i l, aber „zum allgemeinen Besten‘ in ihm und über ihn herrscht. Wie oft sehe ich es, dass der blindwüthige Fleiß zwar Reichthümer und Ehre schafft, aber zugleich den Organen die Freiheit nimmt, vermögen deren es einen Genuss an Reichthum und Ehre geben könnte, ebenso, dass jenes Hauptmittel gegen die Langeweile und die Leidenschaften zugleich die Sinne stumpf und den Geist widerspänstig gegen neue Reize macht. (…) Gelingt die Erziehung, so ist jede Tugend des Einzelnen eine öffentliche Nützlichkeit und ein privater Nachtheil im Sinne des höchsten privaten Zieles, – wahrscheinlich irgend eine geistig-sinnliche Verkümmerung oder gar der frühzeitige Untergang: man erwäge der Reihe nach von diesem Gesichtspuncte aus die Tugend des Gehorsams, der Keuschheit, der Pietät, der Gerechtigkeit: Das Lob des Selbstlosen, Aufopfernden, Tugendhaften – also Desjenigen, der nicht seine ganze Kraft und Vernunft auf s e i n e Erhaltung, Entwicklung, Erhebung, Förderung, Macht-Erweiterung verwendet, sondern in Bezug auf sich bescheiden und gedankenlos, vielleicht sogar gleichgültig oder ironisch lebt – dieses Lob ist jedenfalls nicht aus dem Geiste der Selbstlosigkeit entsprungen! Der ‚Nächste‘ lobt die Selbstlosigkeit, weil e r d u r c h s i e V o r t h e i l e h a t! Dächte der Nächste selber ‚selbstlos‘, so würde er jenen Abbruch an Kraft, jene Schädigung zu s e i n e n Gunsten abzuweisen, der Entstehung solcher Neigungen entgegenarbeiten und vor Allem seine Selbstlosigkeit eben dadurch bekunden, dass er dieselbe n i c h t g u t nennte! – Hiermit ist der Grundwiderspruch jener Moral angedeutet, welche gerade jetzt sehr in Ehren steht: die M o t i v e zu dieser Moral stehen im Gegensatz zu ihrem P r i n c i p e! Das, womit sich diese Moral beweisen will, widerlegt sie aus ihrem Kriterium des Moralischen! Der Satz ‚du sollst dir selber entsagen und dich zum Opfer bringen‘ dürfte, um seiner eigenen Moral nicht zuwiderzugehen, nur von einem Wesen decretiert werden, welches damit selber seinem Vortheil entsagte und vielleicht in der verlangten Aufopferung der Einzelnen seinen eigenen Untergang herbeiführte. Sobald aber der Nächste (oder die Gesellschaft) den Altruismus u m d e s N u t z e n s w i l l e n anempfiehlt, wird der gerade entgegengesetzte Satz ‚du sollst den Vortheil auch auf Unkosten alles Anderen suchen‘ zur Anwendung gebracht, also ein Einem Athem ein ‚Du sollst‘ und ‚Du sollst nicht‘ gepredigt!” (Die Fröhliche Wissenschaft, Erstes Buch, 21.)

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Freiheit ist das Gegenteil des Sozialen

Sozialistische Architektur: Gleichgroße Wohnzellen in gleichen Wohnblöcken entlang gleichgestalteter Straßen, im Quadrat angeordnet, mit einem gemeinsamen Spielplatz in der Mitte, in kaum unterscheidbaren Stadtteilen mit zentralem Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und der Meldung: Ihr seid nichts Besonderes, kein Individuum, einer unter vielen, austauschbar, nicht individuell, Massenware, eingepasst in das Wohnmodell des Planers.

Einige Tage in Snowdonia und man sieht die Welt mit anderen Augen, die Welt der Städte und Wohnanlagen, der Menschentiere, die in Herden leben, die oft zur gleichen Zeit zum gleichen Ort streben, um, nachdem sie dort ihre Zeit abgesessen haben, den Rückweg in der gleichen Herde anzutreten.

Sachzwänge, man muss arbeiten, um zu leben oder zumindest ab und zu zum Sozialamt gehen, um seine Transferexistenz nicht zu gefährden, scheinen das menschliche Leben zu steuern, es zu determinieren. Fast, dass man mit Arthur Holly Compton die Freiheit von Menschen in Frage gestellt sehen könnte:

„Wenn … die Atome in unserem Körper so unveränderlichen physikalischen Gesetzen folgen wie die Bewegungen der Planeten, warum sollte man sich dann anstrengen? Welchen Unterschied kann unser Bemühen machen, wenn unsere Handlungen schon durch mechanische Gesetze vorbestimmt sind …?“

Oft genug hat man den Eindruck, dass es mit der menschlichen Freiheit nicht allzu weit her sein kann, dass das menschliche Leben von Sachzwängen beherrscht wird, denen sich Menschen schlicht fügen. Schon Hobbes hat diese Sachzwänge als Ursache dafür angesehen, dass Menschen ihre Freiheit nicht ausüben:

„Unter Freiheit versteht man nach der eigentlichen Bedeutung des Wortes die Abwesenheit äußerer Hindernisse. Diese Hindernisse können einem Menschen oftmals einen Teil seiner Macht wegnehmen, das zu tun, was er möchte, aber sie können ihn nicht daran hindern, die im verbliebene Macht so anzuwenden, wie es ihm sein Urteil und seine Vernunft gebietet“.

Die Freiheitshemmnisse, die Hobbes im Sinne hat, sind solche, die mit dem natürlichen Recht aller Menschen, die eigene „Macht nach seinem Willen zur Erhaltung … seines eigenen Lebens“ einzusetzen, beschränken. Freiheit endet für Hobbes also da, wo ihre Wahrnehmung das eigene Leben beendet. Für ihn ist somit Vernunft die Grenze von Freiheit. Es macht keinen Sinn, seine Freiheit, von einem Berg zu springen, einzusetzen, nur um der Freiheit willen, wenn man anschließend tot ist und die Früchte der Freiheitshandlung nicht mehr einfahren kann.

Preisgabe von Freiheit ist entsprechend ein Akt der Vernunft für Hobbes, ein Tausch, bei dem Freiheit z.B. gegen Sicherheit vor Übergriffen auf das eigene Leben oder Sicherheit des Eigentums getauscht wird.

Moderne Menschen, die ihre Freiheit nicht nutzen bzw. ihre Freiheit gegen nicht erkennbare Nutzen getauscht haben, könnte Hobbes nicht verstehen.

Hume könnte sie verstehen, denn Freiheit ist für ihn „eine Macht zu handeln oder nicht zu handeln, je nach den Entschließungen des Willens“. Die Humesche Formel lässt sich in das Paradox überführen: Jeder hat die Freiheit, auf seine Freiheit zu verzichten. Das Paradox scheint die Handlungsmaxime moderner Menschen zu sein, deren Freiheit sich z.B. auf die Wahl aus unterschiedlichen Sortimenten in Supermärkten und bei Reiseveranstalter reduziert. Freiheit im Konsum hat die Freiheit im Handeln abgelöst, Panem et circenses: Brot und Spiele. Der moderne Mensch ist zufrieden, wenn er auf dem Smartphone tippt, vorgestaltete Programme ansieht, sich verpartnert und fortpflanzt und die Suche nach dem Sinn des Lebens, wie Generationen vor ihm, als Aufgabe an die nächste Generation weitergibt.

Von Freiheit als Willensfreiheit als Möglichkeit, so zu handeln, wie man will, ist wenig geblieben. Der Alptraum Poppers, der physikalische Determinismus, den Compton oben beschrieben hat, er ist zum sozialen, zum sozialplanerischen Alptraum geworden:

„Wenn … die menschlichen Handlungen durch soziale Normen und Determinanten des täglichen Lebens gesteuert sind, warum sollte man sich dann anstrengen? Welchen Unterschied kann unser Bemühen machen, wenn unsere Handlungen schon durch soziale Gesetze vorbestimmt sind …?“

Im Unterschied zum physikalischen Determinismus ist der soziale Determinismus ein menschengemachter, einer, der von Mitmenschen, Sozialtechnologen und Planern, von denen, die immer genau wissen, was richtig und gut ist (für andere) geschaffen wird, in Gesetzen, Regelungen, in Normen (Du sollst nicht rechts sein), in Werten (Meinungen sind frei, aber nicht so frei, dass man falsche Einstellungen zur Meinung machen darf) und – besonders hinterlistig: in Rechten. Die Vergabe von Rechten ist zum wichtigsten Mittel der Beschneidung von Freiheit geworden. Rechte werden nur an bestimmte soziale Gruppen vergeben, was diese Gruppe zu einer Gruppe der Bedürftigen und Minderwertigen macht, die ohne das Zugeständnis von z.B. Frauenrechten, hilflos und schutzlos wären, eben bedürftig und minderwertig, weil nicht in der Lage, dem eigenen Willen zu folgen. Rechte sind der Vorwand, um die Freiheit derer, die die Rechte nicht innehaben, weiter einzuschränken: Jugendschutz und Kinderrechte dienen der Zensur und der Gleichschaltung von Eltern. Mit jedem Recht geht ein weiteres Stück Freiheit verloren und die Erinnerung an das, was Freiheit ausmacht, sie verblasst. Der individuelle Mensch wird zur kollektiven Massenware.

Zeit, sich zu erinnern und Hayek zu zitieren:

„We are concerned in this book, with that condition of men in which coercion of some by others is reduced as much as possible in society. This state we shall describe throughout as a state of liberty and freedom. […]

The state in which a man is not subject to coercion by the arbitrary will of another or others is often also distinguished as ‘individual’ or ‘personal’ freedom … […]

Even our tentative indication of what we shall mean by ‘freedom’ will have shown that it describes a state which man living among his fellows may hope to approach closely but can hardly expect to realize perfectly. The task of a policy of freedom must therefore be to minimize coercion or its harmful effects, even if it cannot eliminate it completely” (Hayek, 2006, The Constitution of Liberty, pp.11-12).

Menschliches Zusammenleben ist nicht einfach. Es erfordert Rücksicht auf andere zu nehmen, die eigenen Externalitäten für andere zu minimieren, in der Erwartung, dass andere es genauso tun, es erfordert, auf seine Freiheit in Teilen zu verzichten, um ein Zusammenleben zu ermöglichen, denn der Mensch ist kein soziales Wesen. Menschen sind freie Wesen, auch wenn ihnen oftmals das Gegenteil erzählt wird, Wesen, die Einschränkungen, willkürliche Einschränkungen ihrer Freiheit, von denen sie keinerlei Nutzen haben, nicht dulden müssen, die Freiheit nur im Austausch für einen persönlichen Nutzen tauschen sollten.

Wenn man Tage in Snowdonia zugebracht hat, wird einem das wieder sehr klar.

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