Krieg in Deutschland: Der Kampf um die Definitionsgewalt

Es herrscht Krieg in Deutschland – Krieg in Worten, noch nicht in Taten. Ziel des Wortkriegs ist es, die Gegner mundtot zu machen. Ziel des Wortkrieges ist es auch, die Definitionsgewalt über die Wirklichkeit zu erreichen. Denn: Diskutiert wird in Deutschland schon lange nicht mehr darüber, was ist, sondern darüber, wie es erscheinen soll.

In diesem Sinne wurde mit den Gender Studies ein Projekt, das sich gegensätzlicher von Wissenschaft nicht mehr unterscheiden könnte, zu Wissenschaft erklärt, Vorteile von Frauen werden regelmäßig als Nachteilen gedeutet (z.B. der Vorteil Kinder für Arbeit zu substituieren). Weil das nicht reicht, werden Nachteile erfunden, wie z.B. das Gender Pay Gap, die Gesellschaft wird in Gute und in Böse geteilt, die Bösen finden sich ausschließlich rechts und sind gewalttätig, die Gewalttäter auf der linken Seite werden entsprechend zu Aktivisten erklärt. Politiker, die von einer Mehrheit gewählt werden, werden als Populisten bezeichnet, dann, wenn sie nicht dem Establishment angehören, gehören sie ihm an, dann sind sie strahlende Wahlsieger. Verluste bei Wahlen werden zu Siegen umgedeutet, ehemalige Stasi-Mitarbeiter werden zu Freiheitskämpfern und Streitern für die Toleranz, Gewalt zum legitimen Mittel, die eigene, natürlich richtige Meinung durchzusetzen, erklärt und vieles mehr.

Deutschland 2017 ist eine postfaktische Gesellschaft, in der ein Teil der Medienschaffenden gemeinsam mit einem Teil des politischen Establishments versucht, die Bevölkerung um Wahrnehmung und Verstand zu reden. Die Mittel, die dabei zum Einsatz kommen, sind immer dieselben: Die Realität wird verdreht und fast schon kunstvoll zu einem Gewirr aus Lügen und falschen Behauptungen verwoben.

Die Wahlen in den Niederlanden sind ein Beispiel dafür.
Geert Wilders, der Chef der PVV wurde sorgfältig zur rechtspopulistischen Gefahr, wenn nicht rechtsextremen Gefahr für die Demokratie aufgebaut, dessen Wahlsieg´ den nächsten Untergang des Abendlands einläuten würde, ähnlich dem BREXIT und dem Wahlsieg von Donald Trump.

Dutch_election_results_1918-2012

Die heraufbeschworene Gefahr einer Machtübernahme von Wilders im Vielparteiensystem der Niederlande, ist natürlich eine rhetorische Finte, denn in den Niederlanden hat noch nie eine Partei alleine regiert. Koalitionsregierungen sind Normalität. Ausgerechnet Wilders und seine PVV sollte das ändern, von einem Ausgangsniveau von 10,1% bei den Wahlen 2012. Gelänge ihm das, es wäre ein wahres Husarenstück, eine Verfünfachung des Stimmenanteils, ein Zugewinn von 40% an Wählerstimmen, es wäre ein Ereignis ohne Parallele in der Geschichte politischer Systeme.

Kurz: Die Gefahr, dass Geert Wilders zum Alleinherrscher wird und tun und lassen kann, was er will, sie war nie vorhanden. Sie wurde von Politikern und ihren Helfershelfern in den Medien inszeniert.

Strohmanntechnik, nennt man diese Form der Manipulation, bei der ein Strohmann aufgebaut wird, um ihn anschließend zu verbrennen.

Und Wilders wurde nun feierlich verbrannt. Er hat die Wahl verloren, obwohl die PVV 3% dazu gewonnen hat. Er hat sie verloren, weil er die Ziele, die für ihn gesteckt wurden, die unrealistischen Ziele, die er nie erreichen konnte, auch nicht erreicht hat. So einfach ist es, Wahlergebnisse umzudeuten und dabei zu unterschlagen, dass es in den Niederlanden ein historisches Beben gegeben hat: Das Pendant zur SPD, die Niederländische Arbeitspartei, sie wurde so gut wie ausgelöscht. Der Juniorpartner in der letzten Regierung ist von 24,8% der Stimmen auf 5,7% reduziert worden. Für Sozialdemokraten gibt es in den Niederlanden keinen Bedarf mehr. Auch die Partei von Regierungschef Mark Rutte musste Federn lassen. Ihr Anteil ist von 26,5% auf 21,3% zurückgegangen. Die Regierungsbildung im neuen Parlament der 11 Fraktionen, sie wird nicht einfach.

Und doch ist die Niederlage der beiden Regierungsparteien, die ein Minus von 24,3% zu verzeichnen haben, zu einem Sieg für die Demokratie umgedeutet worden. Es geht eben nicht um die Wirklichkeit, sondern um die Deutung der Wirklichkeit. Einer, der sich um die Missdeutung der Wirklichkeit sehr verdient macht, ist Ralf Stegner, der Vize-Vorsitzende der SPD. Er ist ein Lehrling der Verdrehung: In einem Zugewinn von 3% sieht er Anzeichen dafür, dass den „Rechtspopulisten die Luft ausgeht“. Das Wahlergebnis ist für Stegner, der bewandert ist in der Sprache des Krieges und des Kampfes, den er wohl notfalls auch mit Waffengewalt führen würde, „ein Signal, dass sich die demokratischen Kräfte gegen den Feind von rechts mobilisieren“. Josef Goebbels hätte das vermutlich nicht viel anders formuliert.“

Offensichtlich glaubt Stegner, mit seinen Verdrehungen einen Blumentopf außerhalb der ideologischen Blase zu gewinnen, in der er sich aufhält. So sicher ist er sich seiner Sache, dass er nicht einmal darauf achtet, sich nicht innerhalb von wenigen Sätzen kategorisch zu widersprechen.

So macht er die Wahl in den Niederlanden zum universellen Wahlakt gegen die rechtspopulistische Weltverschwörung, eine Wahl, die zeige, dass Trump der Höhepunkt eines rechtspopulistischen Höhenfluges gewesen sei, der nun durch die Generalmobilmachung der „demokratischen Kräfte“ zurückgeschlagen werden konnte.

Doch universell ist ihm die Holland-Wahl nur da, wo es ihm in den Kampfplan passt. Dass die Sozialdemokraten in den Niederlanden von der politischen Bühne verschwunden sind, das ist kein universelles Phänomen, obwohl es sich in Großbritannien und Frankreich in ähnlicher Weise beobachten lässt. Nein, die Konsequenz aus den eigenen Prämissen verweigert der Verdrehungs-Lehrling dann, wenn es an die eigene Kappe geht. Natürlich ist die SPD in Deutschland nicht vom europaweiten Abwärtstrend der Sozialisten betroffen. Die SPD habe „eine Vitaminspritze“ bekommen, so Stegner.

Er meint damit Martin Schulz, bei dem sich jedoch die Frage stellt, ob er nicht eine Überdosis an Vitamin für die alte SPD ist, die dadurch künstlich am Leben erhalten wird. Ein Zuviel an Vitaminen führt bekanntlich zu Durchfall, Erbrechen und letztlich dem Tod … dass manche SPD-Politiker bereits an sprachlichem Durchfall leiden und sich des Öfteren verbal erbrechen, kann man nicht leugnen.

Die taz zeigt, warum Genderismus an Geisteskrankheit grenzt

Fangen wir unsere heutige Geschichte im 18. Jahrhundert an, genau im Jahr 1748. In diesem Jahr veröffentlicht David Hume beim renommierten Londoner Verlag „A. Millar“ seine Enquiry Concerning Human Understanding, die Untersuchung über den menschlichen Verstand.

Hume Essay human understanding.jpgDas Humesche Werk kann mit Fug und Recht als eines der einflussreichsten Werke der Philosophiegeschichte bezeichnet werden. Nach seiner Veröffentlichung war nichts mehr, wie es vorher war, und es hat bis ins 20. Jahrhundert gedauert, bis Sir Karl Raimund Popper eine Lösung für das bis dahin sattsam bekannte und weiterhin ungelöste Humesche Problem gefunden hat.

Das Humesche Problem ergibt sich aus einer Argumentation, deren Überzeugungskraft man sich nicht entziehen kann und als deren Ergebnis, jede Form induktiv-empirischer Vorgehensweise in Scherben hinterlassen wurde.

Alles beginnt mit der Unterscheidung zwischen Vorstellung und Eindruck. Beide nennt Hume die „Auffassungen des Geistes“. Beide unterscheiden sich erheblich wie folgt voneinander. Ein Eindruck bezeichnet alle „lebhafteren Auffassungen, wenn wir hören, sehen, tasten, lieben, hassen, wünschen oder wollen“. Eindrücke gehen auf Sinneswahrnehmungen zurück. Vorstellungen sind geistige Übungen, die auf Grundlage dieser Eindrücke unternommen wurden: „Ob nun gleich das Denken diese unbegrenzte Freiheit zu besitzen scheint, so werden wir doch bei näherer Untersuchung finden, dass es in Wirklichkeit durch sehr enge Grenzen eingeschlossen ist, und all diese schöpferische Kraft des Geistes auf weiter nichts hinauskommt, als auf die Fähigkeit der Verbindung, Umstellung und Vermehrung oder Verminderung des Stoffes, den uns Sinne und Erfahrung liefern“ (Hume 1984: 19).

Alles, was wir denken können, ist über Sinneseindrücke in unser Gehirn gelangt und dort wird damit gespielt: Verbindungen werden hergestellt, Verallgemeinerungen und Abstraktionen vorgenommen. Keine dieser geistigen Übungen findet sich in der Realität: Die Abstraktion „Rechtsextremismus“ und alle kausalen Verbindungen mit dieser „Auffassung des Geistes „, z.B. „Rechtsextreme sind gewalttätig“ sie sind Vorstellungen des Geistes, Verallgemeinerungen, die es in der Wirklichkeit nicht gibt.

Dazu Hume: „Denken wir uns einen goldenen Berg, so verbinden wir nur zwei widerspruchslose Vorstellungen, Gold und Berg, die uns von früher bekannt sind. Ein tugendhaftes Pferd können wir uns vorstellen, weil wir aus unserem eigenen inneren Empfinden uns die Tugend vorstellen können, und diese lässt sich mit der Gestalt und dem Aussehen eines Pferdes vereinigen, eines Tieres, das uns vertraut ist. Kurz, aller Stoff des Denkens ist entweder von unserem äußeren oder inneren Gefühl abgeleitet. Einzig die Mischung und Zusammensetzung fällt dem Geist und dem Willen zu. Oder, um mich philosophisch auszudrücken: all unsere Vorstellungen oder schwächeren Auffassungen sind Abbilder unserer Eindrücke oder lebhafteren Auffassungen“ (Hume 1984: 19).

Seit Hume gilt es als unbestritten, dass Menschen nichts denken können, was sie nicht durch Eindrücke gewonnen haben. Alle Abstrakta, jede noch so komplexe begriffliche Erfindung geht auf einen Eindruck, die Kombination mehrerer Eindrücke oder deren wilde Vermengung zurück. Menschen sind nicht in der Lage etwas zu denken, was nicht einen Eindruck wiedergibt, den sie aus der Wirklichkeit über ihre Sinne entnommen haben, jedenfalls normale geistig gesunde Menschen nicht. Wer es nicht glaubt, möge versuchen, sich einen Begriff vorzustellen, der nichts beschreibt, was es in der Realität gibt und dann den Versuch unternehmen, den Begriff mit anderen zu teilen.

Heute, 269 Jahre nach der Veröffentlichung der Enquiry Concerning Human Understanding, heute sind Genderisten angetreten, um die Welt auf den Kopf zu stellen und alle Erkenntnis, die die Wissenschaften über Jahrhunderte akkumuliert haben, entweder neu zu etikettieren und als die eigene zu verkaufen oder zu beseitigen. Im Falle von Hume kann man letzteres nur wenn man bereit ist, den eigenen Verstand, sofern vorhanden, gleich mit zu beseitigen. In diesem Sinne schreibt eine Simone Schmollack in der taz (Vielen Dank an die drei Leser von ScienceFiles, die uns diese Niederlage der Aufklärung haben zukommen lassen) Folgendes:

Prof Facepalm„Kognitionsforscher*innen haben herausgefunden, dass das, was in der Sprache nicht vorkommt, auch nicht gedacht und damit auch nicht gelebt wird. Wer als Kind immer nur von Trompetern, Fußballern und Taxifahrern hört, denkt irgendwann, dass nur Männer musizieren, Fußball spielen und Auto fahren können. Die oder der kommt dann nie auf die Idee, dass Frauen und Männer das Gleiche können und dafür gleich bezahlt werden müssen.“

Wenn die Bild-Zeitung früher etwas erfunden hat, dann war der Ort des Geschehens regelmäßig in den USA zu finden. Wenn in der taz etwas erfunden wird, dann sind nicht näher benennbare „Kognitionsforscher*innen“ verantwortlich. Sollte es die entsprechenden Kognitionsforscher*innen, die behaupten, was Schmollack behauptet, dass sie behaupten, tatsächlich geben, dann wäre das ein Widerspruch, denn wer behauptet, was Schmollack behauptet, dass „Kognitionsforscher*innen“ behaupten, der ist weder ein Wissenschaftler noch ein Forscher, sondern wahnsinnig.

Begriffe wie Trompeter, Fussballer, Taxifahrer werden Kindern nicht eingegeben. In der Regel handelt es sich um eine demonstrative Wissensvermittlung. Der Begriff Trompeter wird einem Kind als Bezeichnung für einen Menschen mit Trompete mitgeteilt. Er kommt also von außen in das Gehirn des Kindes. Wenn ein Kind somit denkt, dass nur Männer Fussball spielen, Taxi fahren oder trompeten, dann muss dies zwangsläufig damit zusammenhängen, dass dieses Kind ausschließlich Männer hat Fussball spielen, Taxi fahren oder trompeten sehen. Und damit endet die kindliche Vorstellung.

Aber nicht die von Schmollack aka ungenannte „Kognitionsforscher*innen“. In ihrer Vorstellungswelt ist es möglich, Sätze zu formulieren, wie: „Wer als Kind immer nur von Trompetern, Fußballern und Taxifahrern hört, denkt irgendwann, dass nur Männer musizieren, Fußball spielen und Auto fahren können. Die oder der kommt dann nie auf die Idee, dass Frauen und Männer das Gleiche können und dafür gleich bezahlt werden müssen.“

Sofern dieser jemand irgendwann denkt, dass „nur Männer Fussball spielen“, wird sich dieser jemand sehr wundern, wenn er einen nicht-Mann Fussball spielen sieht und seine entsprechende Erwartung anpassen. Derjenige, der denkt, dass „nur Männer Fussball spielen“ muss auch nicht dem ideologischen Hirngespinst anheimfallen, dass alle alles in gleicher Weise können müssen. Er mag nicht einmal auf die Idee kommen, eine Verbindung zwischen dem Fussballspiel und Geschlecht herzustellen, denn um dies zu tun, muss man bereits denken, dass es wichtiger sei, dem Fussballer zwischen die Beine zu sehen als sich seiner Viruosität am Ball zu erfreuen. Die entsprechende irre Idee setzt einen entsprechenden Geist voraus, in dem sich die Welt um Geschlecht dreht, und zwar, wie Schmollack uns gleich mit verrät, wegen dem Geld, schließlich betet sie den alten sozialistische Glaubensinhalt nach, nachdem alle das gleiche gleichgut können und deshalb gleich bezahlt werden müssen (werden bei der taz eigentlich alle, die sich wie Schmollack für einen Journalisten halten, gleich bezahlt?).

ideology of madnessUm zu dem wirren Gedankengang von Schmollack zu gelangen, muss man also, wenn man einen Fussballspieler sieht, die folgenden Vorstellungen mit der Wahrnehmung, da spielt einer Fussball, verbinden:

  1. Es ist wichtig festzustellen, dass ein Mann Fussball spielt.
  2. Es ist wichtig festzustellen, dass auch Frauen Fussball spielen.
  3. Es ist wichtig festzustellen, dass Frauen genauso gut Fussball spielen wie Männer.
  4. Es ist wichtig festzustellen, dass Frauen genauso gut für ihr Fussballspiel bezahlt werden wie Männer.

Die Realität sieht anders aus, und deshalb scheitern Ideologen wie Schmollack regelmäßig an der Realität und der Tatsache, dass die meisten Menschen wissen, was sie sehen, denken und wollen.

Fussball ist ein Männersport und wird es auch bleiben, jedenfalls dann, wenn es UEFA, FIFA und Do-Gooders aller Art nicht doch gelingt, Fussball zu einem körperlosen Sport zu machen. Frauen spielen Fussball, aber nicht so gut wie Männer. Der Beleg dafür ist leicht zu erbringen, wenn man zwei Übertragungen von Fussball und Frauenfussball in Konkurrenz zueinander ansetzt und die Einschaltzahlen vergleicht (und dann feststellt, dass auch Frauen lieber Fussball als Frauenfussball anschauen). Und weil die Nachfrage nach der Leistung „Frauenfussball“ geringer ist, als die Nachfrage nach der Leistung „Fussball“, deshalb verdienen Männer, die Fussball spielen, auch mehr als Frauen.

So einfach ist das.
Und es ist abermals ein Beleg dafür, dass die Eindrücke, die Menschen aus der Realität entnehmen, bestimmen, was sie denken, fühlen und wollen.
Das wollen Ideologen wie Schmollack, die Menschen gerne vorschreiben würden, was sie denken, fühlen oder wollen sollen, nicht einsehen oder sie können es nicht.

Die Grenze zwischen Ideologie und Wahnsinn, sie ist eben fließend.

Bildungsforschung: Bremer Schüler sind drei Jahre zurück

Manche Pressemeldungen muss man zwischen den Zeilen lesen. Z.B. die lange Pressemeldung, die mit „Bessere Chancen für Schüler, aber Unterschiede zwischen Bundesländern wachsen“ überschrieben ist. In dieser Pressemeldung findet sich der folgende Satz von Nils Berkemeyer von der FSU Jena:

„Nicht hinzunehmen ist, dass beim Kompetenzerwerb in der neunten Klasse ein Unterschied von mehr als drei Lernjahren zwischen Sachsen und Bremen besteht.“

Weiter: Ein öffentliches Schulsystem müsse für vergleichbare Chancen sorgen und ein Mindestmaß an Fähigkeiten vermitteln, im Interesse der Jugendlichen und der Gesellschaft.

Die Apokryphe von Berkemeyer, dem es trotz markiger Formulierung offensichtlich nicht darum geht, zu sagen, was ist, kann man wie folgt entziffern:

chancenspiegelBerkemeyer ist über das Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Jena an der Erstellung des Chancen-Spiegels beteiligt, den die Bertelsmann-Stiftung jährlich herausgibt. Ebenso beteiligt ist Wilfried Bos vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund. Sie sammeln Daten über die Schulsysteme, die die jeweiligen Kultusminister der Länder als eine Form „Bildungsprotektorat“ gegeneinander abschotten, und bewerten die Daten.

Gesammelt wurden z.B. Daten zum Leistungsstand der Schüler der neunten Klassen in den Bundesländern, und zwar für ihre Lesefähigkeit und ihr Leseverständnis und im Hinblick auf ihre Fähigkeiten im Fach Mathematik.

Dabei ist herausgekommen, dass ein durchschnittlicher Schüler der neunten Klasse in Bremen in seiner Lesefähigkeit, seinem Leseverständnis und in seinen Fähigkeiten und seinem Wissen im Fach Mathematik mehr als drei Schuljahre hinter einem durchschnittlichen Schüler aus Sachsen hinterher hinkt. Mit anderen Worten, würde ein Schüler der 9. Klasse aus Bremen nach Sachsen wechseln, dann würde er in Sachsen auf Grundlage seiner Kompetenzen in die 6. Klasse eingeschult.

Aber, wie gesagt, Kultusminister verwalten ihr Bildungsprotektora,t und deshalb erhält ein Schüler in Bremen trotz erheblich geringeren Wissens und trotz weit geringerer Fähigkeiten den gleichen Abschluss, den auch ein Schüler in Sachsen erhält. Dass sich hinter dem gleichen Abschluss riesige Unterschiede in Kompetenz und Fähigkeit verbergen, wäre entsprechend das, was unter Kultusministern als „Bildungsgerechtigkeit“ gehandelt wird. Gerecht ist anscheinend, dass ein schlechterer Schüler aus Bremen z.B. denselben Abschluss erhält, wie ein besserer Schüler aus Sachsen. Gerecht ist, dass in Bremen Schüler mit einem Abitur ausgestattet werden, die in Sachsen Mühe hätten, die Mittlere Reife zu erreichen.

FakeNews: Martin Schulz macht Wahlkampf für quasi-Demente

Dieses Zitat wird derzeit von der ARD-Tagesschau verbreitet.

Dass die ARD das Zitat im Rahmen der Kampagne „Rückgewinnung der Deutungshoheit öffentlich-rechtlicher Medien“ verbreitet, ist kein Wunder. Schließlich haben die öffentlich-rechtlichen Konkurrenz durch das Internet bekommen und die Konkurrenz durch Blogs, Foren und soziale Netzwerke hat dazu geführt, dass die Kritik an der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zugenommen hat.

Deshalb sind Politiker wie Martin Schulz bemüht, das Meinungsmonopol der öffentlich-rechtlichen und der sonstigen Mainstream-Medien wieder herzustellen. Politiker und Parteien haben über Jahrzehnte Geld der Steuerzahler investiert, um Einfluss auf die Medien zu gewinnen. Entsprechend sitzen Politiker in den Programmgremien der öffentlich-rechtlichen Sender. Damit nicht zufrieden, hat sich die SPD ein Medienimperium sonders gleichen aufgebaut. Natürlich nicht, um „die Menschen“, wie es dann gewöhnlich heißt, zu manipulieren, sondern … Ja, warum eigentlich? Vielleicht, weil man neben einer Briefkastenfirma in Hongkong auch mehrere Dutzend Unternehmen in Deutschland SPD-eigen nennen will.

Wie dem auch sei, das Meinungsmonopol der Mainstream-Medien ist verloren gegangen, das, was Generationen von Medienwissenschaftlern unter dem Stichwort „Agenda Setting“ beschrieben haben, also die Macht von Medien, über etwas zu berichten oder auch nicht und die Möglichkeit, dadurch und durch die Art der Berichterstattung, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, ist Vergangenheit. Die Gegenwart sieht das Internet als Ort, an dem die Meldungen, die sich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht finden, verbreitet werden und in dem die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien kontrolliert, kritisiert und nicht selten als falsch und manipulativ entlarvt wird.

Die SPD hat in die falschen Unternehmen investiert und sitzt nun auf ihrem Zugriff auf die öffentlich-rechtlichen Medien und ihrem Pressekonzern, deren Erzeugnisse immer weniger Deutsche lesen wollen und denen noch weniger Deutsche trauen.

Was tun? Das hat schon Genosse Lenin gefragt.
Und Genosse Schulz hat seine eigene Antwort.

Er spielt den Frontmann einer Kampagne, die versucht, mit allerlei Erfundenem einerseits das Internet als Informationsquelle zu diskreditieren und andererseits öffentlich-rechtliche und andere Mainstream-Medien als Informationsmonopolisten wieder zu etablieren.

Und zwar mit Aussagen wie diesen:

Die Kunst Recht zu behalten jpg„Wer für sich reklamiert, dass das kritische Hinterfragen der eigenen Meinung durch Medien Lügenpresse sei, der legt die Axt an die Wurzeln der Demokratie.
Ob er Präsident der Vereinigten Staaten ist oder bei Pegida mitläuft.“

Wir haben uns lange überlegt, welcher logische Fehlschluss oder welches rhetorische Faul hier vorliegt. Wir wollen Martin Schulz ja nicht Unrecht tun. Recht schnell war klar: Sophisterei ist es nicht. Denn Sophisterei beruht auf dem Missbrauch von Argumenten, setzt also Argumente voraus. Entsprechend können wir alle 38 Kunstgriffe, die Arthur Schopenhauer gesammelt hat, streichen. Betrachtet man die Aussagen von Schulz etwas genauer, dann drängt sich die straw man fallacy auf, also das Schaffen eines sprachlichen Strohmanns, den man dann ebenso sprachlich erledigen kann. Das setzt abermals ein Argument voraus, aber Schulz macht kein Argument:

Er bringt den Begriff Lügenpresse mit dem Hinterfragen der eigenen Meinung in Verbindung, eine Verbindung, die niemand außer Schulz bislang hergestellt hat. Schulz kreiert hier also FakeNews, einen Strohmann, denn der Begriff der Lügenpresse bezieht sich darauf, dass die Medien falsch, manipulativ oder unter Auslassung wichtiger Fakten berichten, nicht darauf, dass in Berichten von Medien die eigene Meinung kritisch hinterfragt worden wäre. Soweit passt Schulzens Aussage noch zur straw man fallacy.

Im Anschluss daran stellte Schulz eine konditionale Verbindung her und behauptet das Ende der Demokratie für den Fall, dass das Hinterfragen der eigenen Meinung durch öffentlich-rechtliche Medien mit dem Begriff „Lügenpresse“ bezeichnet werde.

Wenn also das, was niemand tut, getan würde, dann wären die Wurzeln der Demokratie von einer Axt bedroht. Ein Gehalt dieses Satzes ist nicht vorhanden. Es ist ein inhaltsleerer Satz. Er entspricht dem Satz: Wenn Martin Schulz etwas Intelligentes sagen würde, dann wären Intelligenztests in ihrer Validität widerlegt.

Im nächsten Schritt wird eine sprachliche Verbindung zum Präsidenten der USA und zu Pegida hergestellt.

Beide (der US-Präsident und Pegida) haben nichts miteinander zu tun.

Beide haben nichts mit dem zu tun, was niemand tut, nämlich das kritische hinterfragen der eigenen Meinung durch die Medien als Lügenpresse zu bezeichnen.
Lügenpresse-Transparente bei Pegida kritisieren eine falsche oder verzerrte Berichterstattung der Medien. Diejenigen, die die Transparente in die Höhe halten, machen einerseits von ihrem diesbezüglichen demokratischen Recht Gebrauch, andererseits machen sie sich um die Demokratie verdient, denn sie kritisieren eine Fehlentwicklung in den öffentlich-rechtlichen Medien. Wenn Schulz diese Kritik als etwas darstellen will, was nicht geduldet werden darf, dann ist er es, der die Demokratie beseitigen will – niemand sonst.

Schließlich hat Donald Trump, bei dem man sich fragt, wie das Leben deutscher Politiker und Medien überhaupt möglich war, ohne Donald Trump, die Berichterstattung der US-Medien kritisiert, abermals weil die Berichterstattung aus seiner Sicht falsch ist. Ob sie das ist, kann man prüfen. Dass es Politiker wie Schulz nicht prüfen, aber als Grundlage ihrer Rabulistik benutzen, spricht Bände.

martin-schulz-hitlergrussUnd um den infamen Versuch, Menschen mit Erfundenem zu beeindrucken, auf die Spitze zu treiben, will Schulz seinen Claqueuren gleich noch die Prämisse unterschieben, es sei die Aufgabe von Medien, die Meinung der Bürger zu kritisieren. Die Aufgabe von Medien besteht darin, Informationen zu verbreiten, nicht darin, Meinungen zu kritisieren und in politisch-korrekt richtige und falsche zu unterteilen (schon aufgrund mangelnder Fach- oder Sachkompetenz), setzt doch Letzteres ein Wissen nicht nur der richtigen Meinung, sondern der Meinungen der Deutschen voraus Es steht Medien aber nicht zu, sich zum Richter darüber auszuschwingen, wessen Meinung richtig und wessen Meinung falsch ist, jedenfalls Medien, die nicht zum verlängerten Arm totalitärer Politik geworden sind, nicht.

Wir sind nach kurzer Diskussion in der Redaktion zu dem Schluss gekommen, dass keine straw man fallacy vorliegt, schon weil keiner der drei Sätze, die Schulz macht, etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat. Es sind Hirngespinste, die genutzt werden sollen, um die naiven unter den Lesern, diejenigen, die auf Begriff reagieren und nicht auf deren Gehalt, zu beeindrucken und mit Schulzens Wort zu versorgen. Insofern sind die Aussagen aus sprachlicher Sicht als erfundene Aussagen anzusehen, die aufgestellt werden, um zu diffamieren und über die Diffamierung eine affektive Brücke zu denen herzustellen, die sich nur zu gerne sozial mit Inhalten identifizieren, die dazu dienen, Dritte durch Diffamierung auszugrenzen.

Wenn Aussagen einzig zu dem Zweck erfunden werden, Dritte zu diskreditieren, dann liegt zum einen eine moralische Unreife vor, zum anderen muss beim Erfinder die Überzeugung vorhanden sein, dass es ein Leichtes sei, die Deutschen mit affektiven Leerformeln und auf der Grundlage eines gemeinsamen Feindes zu bündeln. Das kann Martin Schulz jedoch nur denken, wenn man den durchschnittlichen Deutschen für jemanden hält, der ihm intellektuell unterlegen ist, was ein Volk der quasi-Dementen voraussetzt.

ARD Meinungsdiktatoren FÄLSCHEN Nachrichten

Wenn man seine Leser an der Nase herumführen will, sie manipulieren will, sie so indoktrinieren will, dass sie ein völlig falschen Bild von der Wirklichkeit haben, dann kann man dies auf viele Weisen tun. Eine der Methoden, die seit jeher von Diktatoren und totalitären Herrschern aller Provenienz angewendet wurde, ist die Informationskontrolle und die selektive Darstellung.

ard-wahlfaelschung-gbMan lässt einfach weg, was nicht in die Weltsicht passt, die man verbreiten will und beschreibt das Verbleibende in den schillerndsten Farben. Auf diese Weise lassen sich Wähler in den Glauben lullen, Martin Schulz, die SPD und linke Parteien generell, seien europaweit im Aufwind, und sie lassen sich dahingehend manipulieren zu denken, die vermeintlich rechtspopulistischen Parteien seien im Niedergang.

Ein hervorragendes Beispiel dieser Art des Fälschens von Nachrichten kann man heute in der ARD betrachten. Unter dem Titel „Herber Rückschlag für UKIP“ [UKIP ist nach der AfD und dem Front National der Lieblingsfeind der ARD] findet sich ein Beitrag über die Wahl in Stoke-on-Trent: Eine typische Nebenwahl, vergleichbar mit einer kleinen Landtagswahl in Deutschland, bei der es allerdings  um einen Sitz im britischen Unterhaus geht.

Stoke-on-Trent ist ein Wahlkreis, der in Britannien als Labour-Hold gehandelt wird, d.h. er ist ein weitgehend sicherer Wahlkreis für Labour. Tatsächlich hat der Kandidat von Labour, Tristram Hunt mit 7.853 Stimmen, den Wahlkreis auch gehalten. Die Kandidaten von UKIP und den Conservatives kommen zusammen auf 10.387 Stimmen.

by-election-stoke-on-trentObwohl das Ergebnis alles andere als ein klarer Sieg ist und nebenbei noch die Tatsache verschwiegen wird, dass nur 36,7% der Wähler wählen gingen, wird in der ARD der Eindruck erweckt, Paul Nutall, der für UKIP angetreten ist, habe die Wahl in Stoke-on-Trent verloren und Labour habe die Wahl gewonnen. Und um den Eindruck, linke Parteien hätten wieder Aufwind, auch wirklich in den Köpfen der Leser festzuschreiben, ergänzt der namentlich nicht genannte Nachrichtenfälscher der ARD noch:

„Was für die UKIP einen herben Rückschlag bedeutete, ließ Labour aufatmen: Schlechte Wahlergebnisse kann die Partei derzeit nämlich nicht gebrauchen. Sie hat genug mit den Führungsstreitereien in den eigenen Reihen zu kämpfen. Dementsprechend feierte Labour-Chef Jeremy Corbyn das Wahlergebnisse als „klaren Sieg“, wie er per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.“

Die UKIP-Hoffnung auf den Sitz im Unterhaus, die im ARD-Beitrag mit dem Verweis auf die hohe Zahl von Wählern, die in Stoke-on-Trent für den Brexit gestimmt haben, als Chimäre aufgebaut wird, sie muss nun, da Nuttall nach Ansicht der ARD verloren hat, begraben werden. Nun hat die Frage, wer für den BREXIT gestimmt hat, herzlich wenig mit der Frage zu tun, welchen Kandidaten welcher Partei man im Unterhaus die eigenen Angelegenheiten vertreten sehen will. Warum also, baut der Schreiber der ARD seinen Strohmann auf Grundlage des BREXIT auf? Die Antwort ist schnell gegeben. Vergleicht man das Wahlergebnis für Stoke-on-Trent nämlich mit der letzten Wahl zum Unterhaus aus dem Jahre 2015, dann ergibt sich ein anderes Bild, dann hat Labour 2,2% der Stimmen verloren, während UKIP 2% und die Conservatives 1,8% hinzugewonnen haben. Entsprechend kann man auf Grundlage dieses Vergleichs die Lüge, UKIP habe die Wahl verloren, nicht aufrechterhalten. Das kann man nur, wenn man illusorische Ziele, wie das, UKIP könne einen Labour-Hold gewinnen, den Lesern als realistische Ziele vorgaukelt, an denen man UKIP dann scheitern lassen kann.

Die ARD ist mit diesem Beitrag vollständig zum Verlautbarungsorgan linker Parteien verkommen. Probleme damit, Nachrichten zu fälschen, hat man bei der ARD auch nicht.

Denn: Was den Lesern der ARD verschwiegen wird, ist folgendes. Es fand nicht nur in Stoke-on-Trent eine Nebenwahl statt, sondern auch in Copeland. Copeland ist auch ein Labour-Hold, ein Wahlkreis, der in der Vergangenheit einen sicheren Platz im Unterhaus für einen Kandidaten von Labour bedeutet hat. Nur in Copeland hat etwas stattgefunden, was die ARD ihren Lesern verschweigt, etwas, was es seit 1982 im Vereinigten Königreich nicht mehr gegeben hat: Eine Regierungspartei hat einen Wahlkreis, der als sicherer Wahlkreis der Opposition galt, gewonnen.

by-election-copelandresultsTories in historic by-election Copeland win as Labour holds Stoke, titelt entsprechend die BBC, im Independent heißt es: Labour suffers historic defeat in hard fought Cambrian contest und beim Telegraph ist man der Ansicht, das Wahlergebnis sei eine Erniedrigung für jenen Jeremy Corbin, den die ARD in ihrem Beitrag protegieren will.

Im Vergleich zur Unterhauswahl von 2015 hat Labour in dem sicher geglaubten Wahlkreis von Copeland 5% der Stimmen verloren, während die Conservatives 8,4% an Wählerstimmen hinzugewonnen haben. Mit 13,4% ist dies einer der größten „Swings“, wie es hier heißt, in der Wahlgeschichte, und es ist – wie schon gesagt – seit 1982 das erste Mal, dass es einer regierenden Partei gelingt, einen sicheren Wahlkreis der Opposition in einer By-Election zu gewinnen.

Die Realität entspricht somit in keiner Weise dem Eindruck, den die ARD erwecken will. Labour hat die Neben-Wahlen in Britannien mit mehr oder weniger lauten Pauken und Trompeten verloren, nicht etwa gewonnen. Es ist ein weiteres schlechtes Ergebnis für Labour, eines der schlechten Ergebnisse, das die Partei nach Ansicht der ARD so wenig gebrauchen kann, dass es schlicht unterschlagen wird. Die Agenda 2017 der ARD ist somit offensichtlich: Linke Parteien werden auf breiter Front hochgejubelt, um den Eindruck zu erwecken, es sei wieder „In“, Sozialisten zu wählen. Dass alle Mittel recht sind, um diesen Eindruck zu erwecken, Fälschung, Unterschlagung und Lüge, macht der Beitrag der ARD mehr als deutlich.

Derartige Versuche, die Öffentlichkeit zu täuschen und zu manipulieren, wären natürlich Erfolg versprechender, wenn es gelänge, diese elendigen neuen Medien entweder zu diskreditieren oder zu kontrollieren. Versuche in beide Richtungen, werden derzeit mit den FakeNews- und Hasskommentar-Kampagnen unternommen. Denn merke: Sind die sozialen Netzwerke erst diskreditieren, dann lügt es sich öffentlich-rechtlich ganz unkontrolliert.


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Wissenschaft oder Ideologie: Hygienemaßnahmen

Warum ist Erich von Däniken eher ein Wissenschaftler als viele, die auf Lehrstühlen für Gender Studies, aber auch für Medienwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft oder Pädagogik an Universitäten und Fachhochschulen sitzen?

Der gesammelte Däniken

Weil man die Ideen von Däniken und seine Aussagen über Besuche von Aliens auf der Erde prüfen kann bzw. Däniken sich bemüht, Belege für seine Behauptungen anzuführen, die man prüfen kann.

Bei vielen derjenigen, die Lehrstühle der genannten Fachbereiche besetzen und bei vielen, deren Fachbereich wir nicht direkt benannt haben, ist das nicht so. Sie verkünden und behaupten vieles, nutzen ihre Lehrstühle als Kanzel und predigen ihren Studenten das Heil.

Sie sind keine Wissenschaftler, sie sind Ideologen.

Die Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie, zwischen Wissenschaftlern und Ideologen, sie sind schnell benannt:

  • Wissenschaftler suchen nach Erkenntnis.
    Ideologen sind der Überzeugung, bereits alle Erkenntnis zu besitzen.
  • Wissenschaftler bringen Studenten Methoden bei, die zur Erkenntnisgewinnung notwendig sind.
    Ideologen erwarten von Studenten, dass sie die Heilslehre, die ihnen im Studium verkündet wird, auswendig lernen und nacherzählen können.
  • Wissenschaftler sind bemüht, Wissenschaft als kumulativen Prozess zu betreiben.
    Ideologen benötigen keinen kumulativen Prozess, da sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen.
  • Wissenschaftler schätzen Kritik, denn durch Kritik werden Schwächen der eigenen Argumentation und Theorie aufgedeckt und können beseitigt werden.
    Ideologen fürchten Kritik, denn Kritik ist Indikator dafür, dass es Menschen gibt, die die Heilslehre der Ideologen nicht auswendig gelernt und internalisiert haben.
  • Wissenschaftler sind an Menschen interessiert, die zu eigenständigen intellektuellen Leistungen in der Lage sind.
    Ideologen sind an Menschen interessiert, die sich anbiedern und einordnen wollen, aus Angst davor, eine eigene Meinung formulieren zu müssen.
  • Wissenschaftler formulieren Aussagen, die an der Wirklichkeit scheitern können.
    Ideologen formulieren metaphysische Behauptungen, die sie als Gewissheit ausgeben.
  • Wissenschaftler sprechen eine deskriptive Sprache, die der Verständigung und dem wissenschaftlichen Streit zuträglich ist.
    Ideologen sprechen eine evaluative Sprache, zu der sie Zustimmung erwarten.
  • Wissenschaftler wollen sich mit anderen verständigen.
    Ideologen wollen andere belehren.
  • Wissenschaftler teilen die Welt in Menschen, die etwas zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen und solche, die das nicht tun.
    Ideologen teilen die Welt in Freunde und Feinde.

Die List der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie, zwischen Wissenschaftlern und Ideologen, sie könnte an dieser Stelle noch fortgesetzt werden. Wir wollen es jedoch bei diesen Unterschieden, die wir für die wichtigsten halten, belassen und uns der Frage widmen: Woran erkennt man, dass man es mit Ideologen, die sich an einer Hochschule eingeschlichen haben, zu tun hat?

damonisierung-der-anderen_coverDie Antwort auf diese Frage werden wir in einer kleinen Miniserie geben, die sich entlang des Beitrags: „Die Dämonisierung der Anderen und die Inszenierung von Kritik als Häresie – Eine Replik auf die Abwertung von wissenschaftlicher Kritik an der so genannten Rassismuskritik durch Rassismuskritiker“ (Band 5 unserer Blauen Reihe) von Dr. habil. Heike Diefenbach entwickelt.

Ziel der Miniserie ist es, die Kriterien herauszuarbeiten, anhand derer man eindeutig feststellen kann, dass derjenige, der sich als Wissenschaftler ausgibt, keiner, sondern ein Ideologe ist.

Der Inhalt in kurzer Zusammenfassung:

Ideologen sind nicht an Themen oder an Erkenntnis interessiert. Sie verwenden den Forschungsbereich, in dem sie sich tummeln, lediglich als Etikett, um Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen. Dass sie nicht an Themen interessiert sind, zeigt sich daran, dass sie keinerlei inhaltliche Aussagen machen. Ihre Einlassungen haben alle einen evaluativen Charakter, weshalb man ihnen glauben kann oder eben nicht. So wie das bei Religionen der Fall ist, und Ideologie ist nichts anderes als eine Spielart von Religion (Thema in Teil 1).

Also weichen Ideologen inhaltlichen Diskussionen aus und versuchen, Kritik als solche zu diskreditieren.

Ideologen benutzen ein Freund-Feind-Schema, um von ihrer Unfähigkeit, inhaltlich zu argumentieren, abzulenken. Anstelle sich mit einer Thematik und mit Kritik auseinanderzusetzen, greifen sie diejenigen an, die Kritik äußern oder ihre Thematik wissenschaftlich und eben nicht ideologisch behandeln (Thema in Teil 2)

Weil Ideologen denken, sie wüssten bereits alles, ein Gedanke, den man nur haben kann, wenn Dummheit in ausreichendem Maße vorhanden ist, deshalb lernen sie nichts hinzu und sind entsprechend unfähig, wissenschaftliche Argumentationen und Diskussionen zu führen. Diese Unfähigkeit wird deutlich in geradezu erschreckenden Missverständnissen und Fehleinschätzungen über Grundbestände wissenschaftlicher Tätigkeit, seien sie inhaltlicher oder methodischer Art (Thema in Teil 3).

Schließlich sind Ideologen so in ihrer eigenen Welt gefangen, dass sie nicht anders können, als alle Informationen, die von außen in ihr Echochamber gelangen, vor dem Hintergrund ihrer Heilsvorstellung zu rahmen. Deshalb ist es möglich, Ideologen anhand ihrer eigenen Vorurteile bloßzustellen (Thema in Teil 4).

Deutsche Steuergerechtigkeit: 10,3 Mrd. € zuviel einbehalten

Die Frage nach der Steuergerechtigkeit wird in Deutschland ausschließlich im Hinblick darauf gestellt, ob auch eine „gerechte Verteilung der Abgabenlast“ vorliegt, wie es Norbert Dautzenberg in Gablers Wirtschaftslexikon formuliert.

Die Betonung liegt auch Abgabenlast, denn: Wenn es darum geht, Bürger zu schröpfen, dann ist Deutschland europäische Spitze. Die Last der Abgaben ist mittlerweile so hoch, dass den meisten Steuerzahlern von jedem Euro, den sie verdienen, weniger als 50 Cent verbleiben.

Diejenigen, die arbeiten, können also nicht einmal die Hälfte der Früchte ihrer Arbeit für sich verbrauchen, schon weil Legionen von Kostgängern am Tropf des Staates hängen, die z.B. von Ministerien dafür gefüttert werden, dass sie sinnlose Studien zu uninteressanten Themen erstellen, die in den Regalen der Verwaltung verschwinden, die sie in Auftrag gegeben hat.

Laffer Curve 2Aber das ändert sich jetzt, denn Martin Schulz hat schon angekündigt, dass er Steuergerechtigkeit zum Wahlkampfthema machen wird. Nun würde jeder, der sich mit Ökonomie ein wenig auskennt, eigentlich erwarten, dass angesichts der Höhe der Steuerlast und der Erkenntnisse, die z.B. in die Laffer-Kurve eingeflossen sind, Steuergerechtigkeit im Hinblick auf die Höhe der Abgaben thematisiert wird – schon weil ein Ergebnis der Überlegungen von Arthur Laffer, die in die Laffer-Kurve eingeflossen sind, darin besteht, dass Steuersysteme, die ihren Bürgern eine zu hohe Abgabenlast auferlegen, zwangsläufig an Legitimation verlieren, was zu Widerstand führt, der sich z.B. darin zeigt, dass die Bereitschaft, Steuern zu entrichten, sinkt.

Derartige Kenntnisse sind es jedoch nicht, die die Thematisierung der Steuergerechtigkeit im Wahlkampf durch die SPD anleiten. Vielmehr soll die alte Neiddebatte aufgewärmt und darüber diskutiert werden, ob auch alle gerecht an der Abgabenlast beteiligt sind, also die Reichen relativ zu den Armen angemessen zur Kasse gebeten werden.

Über diesem Ablenkungsfeuer verglimmt dann jeder Strohhalm, an dem sich eine Diskussion darüber, ob die Haushalte von Bund und Ländern nicht über alle Proportionen aufgeblasen sind und entsprechend reduziert werden müssten, z.B. dadurch, dass man jede Form von Auftragsforschung durch Wissenschaftler und für Ministerien beendet oder dadurch, dass die Parteienfinanzierung abgeschafft wird, festhalten könnte. Statt also über die Höhe der Abgabenlast zu diskutieren und die Frage zu stellen, ob die Höhe der Abgaben rechtfertigbar ist, wird über die Verteilung der Abgabenlast gestritten und im Geschrei der (bezahlten) Aktivisten darüber, dass Reiche relativ zu wenig Steuern bezahlen, geht die Frage nach der Höhe der Abgabenlast verloren.

So wie eine Ungeheuerlichkeit verloren geht, die das Statistische Bundesamt gerade wieder veröffentlicht hat: Im Jahr 2012, für das die aktuellsten Daten vorliegen, haben 13,1 Millionen „unbeschränkt Steuerpflichtige, die ausschließlich Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit … erzielen“, also Vollzeit-Arbeiter und –Angestellte, Steuern entrichtet. Von diesen 13.1 Millionen Arbeitern, denen die Steuern vom Lohn einbehalten wurden, haben 11,4 Millionen eine Steuerrückerstattung erhalten, d.h. 87% der „unbeschränkt Steuerpflichtigen“ werden zu viel Steuern abgequetscht. Gnädiger Weise zahlen deutsche Finanzämter derzeit noch die zuviel einbehaltenen Steuern zurück: 901 Euro waren es im Durchschnitt pro „unbeschränkt Steuerpflichtigem“, dem zuviel abgezogen wurde. Insgesamt haben deutsche Finanzämter im Jahr 2012 10,3 Milliarden Euro zu viel einbehalten.

Dem stehen 1,5 Milliarden Euro gegenüber, die die Finanzämter im Jahr 2012 von 1,5 Millionen „unbeschränkt Steuerpflichtigen“ zu wenig erhalten haben. Im Durchschnitt beliefen sich die Nachforderungen auf 965 Euro pro „unbeschränkt Steuerpflichtigem“.

Der Finanzamtsirrtum zu eigenen Gunsten betrug somit im Jahr 2012: 8,8 Milliarden Euro. 8,8 Milliarden Euro, die ihnen nicht zustehen, haben die Finanzämter im Jahr 2012 einbehalten.

Was vom Euro bleibt

Jedes private Zahlungssystem, bei dem sich der Rechnungssteller in 87% der Fälle zu seinen Gunsten verrechnet, wäre über kurz oder lang ein Fall für die Staatsanwaltschaft, schon weil der Verdacht naheliegt, dass hier systematischer Betrug vorliegt. Denn: das zu viel einbehaltene Steuergeld trägt natürlich Zinsen, zwar nicht viel im Moment, aber genug, um von 8.8 Milliarden Euro noch einen netten Gewinn, der natürlich nicht zurückerstattet wird, zu erwirtschaften (und wenn es durch vermiedene Zinszahlungen für Kredite ist, die man nicht aufnehmen muss).

Rent Seeking SocietzDas deutsche Steuersystem, wie viele andere Regelungen, verdeutlich die obrigkeitsstaatliche Ausrichtung eines Landes, das nie wirklich in einer Demokratie angekommen ist. Zuerst kommen die Interessen des Staates, also die Interessen der Clique von Politikern, die sich und ihre Klientel gerade aus den Steuerkassen bedienen, dann kommen die Interessen derjenigen, die die Veranstaltung bezahlen.

Eine derartige Umkehr der Verhältnisse konnte sich nicht einmal Thomas Hobbes vorstellen, und er konnte sich viel vorstellen, wenn es um Machtmissbrauch geht. Er war jedoch bis zu seinem Tod unbeirrbar der Ansicht, dass der Souverän, also die Bürger für Hobbes, diejenigen seien, auf deren Legitimation der Leviathan angewiesen ist. Ein Leviathan, der seine Untertanten dazu zwingt, ihre Legitimation zum Besitz ihres Eigentums nachzuweisen, wie dies im deutschen Steuerrecht der Fall ist, war Hobbes schlicht nicht vorstellbar. Vermutlich hätte er schallend gelacht.


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„Das Schmollen der Weiber“

Das Schmollen der Weiber, so hat Ludwig Börne im Jahr 1823 die Übernahme einer pauschalen Opferrolle genannt, mit der die Weiber versuchten, ihren Willen auch wider die besseren Argumenten oder die überhaupt vorhandenen Argumente rationaler Zeitgenossen durchzusetzen.

damonisierung-der-anderen_coverDr. habil. Heike Diefenbach hat das Buch von Börne ausgegraben als sie mit dem Text beschäftigt war, den wir heute als neuesten Zugang in der Blauen Reihe von ScienceFiles veröffentlichen: „Die Dämonisierung der Anderen und die Inszenierung von Kritik als Häresie. Eine Replik auf die Abwertung von wissenschaftlicher Kritik an der so genannten Rassismuskritik durch Rassismuskritiker.“

Der neue Text ist einerseits eine Fortschreibung, andererseits eine Reaktion. Er ist eine Fortschreibung des als Band 2 der Blauen Reihe erschienenen Textes „Rassismus und Rassismuskritik. Kritische Anmerkungen zum neuen Rassismusdiskurs in der deutschsprachigen Öffentlichkeit und Sozialwissenschaft“, in dem sich Dr. habil. Heike Diefenbach konstruktiv mit Rassismuskritik auseinandersetzt, um durch Kritik zu einer Verbesserung des derzeitigen Zustands der Rassismuskritik beizutragen. Derzeit ist Rassismuskritik nämlich wenig mehr als eine vor-wissenschaftliche Disziplin im Sinne von Thomas Kuhn, in der es noch keine epistemologische Basis gibt und deren Vertreter sich durch das auszeichnen, was man den methodischen Turm zu Babel nennen könnte, auf dem Wie-kommt-mir-die-Welt-vor-Einfältige, Weltverbesserungsbedürftige, Opportunisten, Spinner und Ideologen einen solchen Lärm veranstalten, dass die wenigen Versuche, Wissenschaft zu betreiben, von den wenigen, die außerhalb der Rassismuskritik eine wissenschaftliche Ausbildung erfahren haben, niedergeschrien werden.

Entsprechend musste man annehmen, dass ein Text wie „Rassismus und Rassismuskritik“, in dem ein Weg in die Normalwissenschaft gewiesen und gezeigt wird, wie man die vielen Scharlatane, die sich in der Rassismuskritik tummeln, nicht nur ausmachen, sondern auch loswerden kann, dazu führt, dass sich die Spreu der Ideologen vom Weizen der Wissenschaftler trennt.

Und so ist es auch gekommen.

Der Text hat eine weite Verbreitung gefunden, und er wird breit diskutiert, von denen, die Wissenschaftler sind und daran interessiert sind, Erkenntnis zu gewinnen und Wissenschaft zu betreiben.

Mit dem Text ist es Dr. habil. Heike Diefenbach auch gelungen, in das Echo-Chamber einzudringen, in dem die gedroschene Spreu versammelt ist. Nun war vorherzusehen, dass der Text für manche, die es bislang nur zur Spreu gebracht haben, die Möglichkeit der Metamorphose eröffnet, um von der Spreu zur Wissenschaft zu gelangen, um Wissenschaftler zu werden, so wie es vorherzusehen war, dass der harte Kern, um mit Imre Lakatos zu sprechen, der harte Kern jener Unbeirrbaren, die sich lieber eine blutige Stirn holen, als dass sie einsehen, dass sie eine Mauer nicht mit dem Kopf einschlagen können, auf den Text so reagieren würde, wie Weiber auf etwas reagieren, das ihre Opferrolle in Zweifel zieht: Mit Gift und Galle.

Und Mangels entsprechender Kompetenzen bleibt den Unintelligenten nur Beleidigung und Diffamierung und das Schmollen der Weiber.

Damit sind wir bei

  • facepalm-GodzillaInci Dirim,
  • Maria do Mar Castro Varela,
  • Alisha M. B. Heinemann,
  • Natascha Khakpour,
  • Doris Pokitsch und
  • Hannes Schweiger

die bis auf eine Ausnahme, Castro Varela hat eine Quotenprofessur an der Alice Solomon Fachhochschule Berlin, an der Universität Wien beschäftigt sind.

Sie haben das verfasst, was wir einen Rudeltext nennen, ein gemeinsames Pamphlet, in dem es vornehmlich darum geht, Dritte zu diffamieren, zu verleumden oder zu beleidigen und gegen alle Regeln und jede Ethik der Wissenschaft zu verstoßen. Der Zweck ihres Rudeltextes „Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskrititscher Arbeitsweisen“ ist es, Kritiker an der Rassismuskritik zu dämonisieren. Dass der Text keinem anderen Zweck dient, das kann man leicht anhand der vielen Fehler und Unzulänglichkeiten darlegen, die Dr. habil. Heike Diefenbach in ihrer Replik aufzeigt und behandelt (im doppelten Sinne gemeint):

Die Rudelautoren, Dirim et al., haben keinerlei Interesse an einer inhaltlichen Auseinandersetzung, wie daran deutlich wird, dass sie auf kein einziges der Argumente eingehen, die Dr. habil. Heike Diefenbach gemacht hat, um Rassismuskritik zu einer Wissenschaft zu machen. Ihr Interesse besteht von der ersten bis zur letzten Seite darin, Kritik an der Rassismuskritik zur Häresie zu erklären. Kritiker werden ausgegrenzt und zu Feinden erklärt, die vom „wir“ derjenigen, die in die Religion der Rassismuskritik wie sie an der Universität Wien als Eucharistie-Feier mit Studenten zelebriert werden soll, abweichen. Die Systematik folgt dabei der Systematik, die die Amadeu-Antonio-Stiftung als Indikator für eine rechtsextreme Orientierung ansieht. Entsprechend haben wir es wohl mit Rechtsextremen zu tun (und wer würde an den Kriterien der Amadeu-Antonio-Stiftung zweifeln?).

Nun haben wir oben geschrieben, dass diejenigen Beleidigung und Diffamierung zum Mittel ihrer Wahl erklären, deren Intelligenz nicht ausreicht, um mit Argumenten auf Kritik zu reagieren. Als weitere Indizien dafür, dass diese Hypothese über die Ursache der Beleidigung und Diffamierung, die Dirim et al. als Mittel der Wahl ansehen, zutrifft, können die folgenden Punkte angeführt werden, die wir im Verlauf der nächsten Wochen mit den jeweiligen Stellen aus dem Text von Dr. habil. Heike Diefenbach unterfüttern werden.

Die Liste der Fehler im Text von Dirim et al., an dem sechs Autoren, zwei Herausgeber und ein Lektor gewurschtelt haben, sind ein herausragender Beleg dafür, dass die Genannten nicht in der Lage sind, eine wissenschaftliche Position zu füllen, denn: Es fehlen ihnen schlicht die dazu notwendigen Kenntnisse, kein Wunder, dass Dr. habil. Heike Diefenbach zu dem Schluss kommt, die Kritikfeindlichkeit der genannten Rassismuskritiker sei Ergebnis des Versuches, sich an Universitäten einzunisten und im „warm glow“ der Wissenschaft zu sonnen, obwohl man keinerlei Ahnung und Fähigkeiten zum Betreiben von Wissenschaft hat.

Die Liste der Mängel im 11 Seiten Text der sechs Autoren des Rudeltextes (Dirim et al.), sie ist beeindruckend:

  • boerne-schmollenEs wimmelt von unbelegten Behauptungen: Wissenschaftler zitieren und belegen Behauptungen, insbesondere dann, wenn sie behaupten, dass die Behauptungen, die sie vorbringen, von anderen vorgebracht worden wären.
  • Im Text finden sich eine Reihe von Beleidigungen und Diffamierungen und somit eine Textart, die in wissenschaftlichen Texten gänzlich unbekannt ist.
  • Die Autoren gefallen sich darin, unzählige Fehlschlüsse zu begehen. Häufig finden sich Fehlschlüsse ad auctoritatem und ad hominem. Ergänzt werden diese Fehlschlüsse durch die im Text allgegenwärtige petitio principi, ebenfalls ein logischer Fehler und abgerundet wird die Fehlerorgie, die als wissenschaftlicher Text verkauft werden soll, durch genetische Fehlschlüsse.
     
  • Dirim et al. sitzen einer Vielzahl von Irrungen und Wirrungen auf, die in der Wissenschaft schon vor Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten ausgeräumt wurden
    • Sie glauben, es gäbe in der Wissenschaft jemanden, der an absolute Objektivität glaube.
    • Sie glauben, es gäbe in der Wissenschaft jemanden, der verifizieren wolle.
    • Sie glauben, es gäbe in der Wissenschaft jemanden, der Werturteile verbieten wolle.
    • Mehr randständig zu dem, was Wissenschaft ist, als die Autoren es sind, kann man wirklich nicht sein.
  • Dirim et al. sind Anhänger einer Verschwörungstheorie, bei der sie sich von Feinden umstellt sehen, die ihre Rassismuskritik und die damit verbundene politische Korrektheit, wie sie schreiben, delegitimieren und in Misskredit bringen wollen. Wer genau die Bösen sind, die versuchen, das nicht legitimierte zu delegitimieren, ist ein Geheimnis, das nur im Kreise der Sektenmitglieder, denn um solche handelt es sich hier, gelüftet werden darf.
  • Schließlich zeichnen sich Dirim et al durch eine unglaubliche Hilflosigkeit und Unbedarftheit aus, die sich nicht nur darin äußert, dass sie das Ergebnis wissenschaftlicher Debatten, die vor mehreren Jahrzehnten beendet wurden, nicht kennen oder darin, dass sie Fehler über Fehler begehen. Nein, am deutlichsten zeigt sich ihre Unbedarftheit und Hilflosigkeit darin, dass es keinerlei positiven Teil gibt. An keiner Stelle kommen die Autoren auf die Idee, der Kritik mit Argumenten zu begegnen. An keiner Stelle kommt ihnen der Gedanke, man müsse, wenn man behauptet, eine Kritik sei unzutreffend, angeben, warum die Kritik nicht zutreffend ist.
  • Die Fähigkeiten von Dirim et al. beschränken sich darauf, zu unterstellen, zu behaupten, zu beleidigen und sich ansonsten als Opfer zu inszenieren.

Deshalb: Das Schmollen der Weiber.

Die oben genannten Facetten des Schmollens werden wir in den nächsten Wochen im Einzelnen beleuchten. Wer nicht so lange warten will, kann hier bereits den gesamten Text von Dr. habil. Heike Diefenbach lesen.

ARD: Sigmar Gabriel hat keine Vernunft, und er kann sie auch in Deutschland nicht finden

Gabriel in den USA. Auf der Suche nach Vernunft.“

ard-gabriel-ohne-vernunftDas schöne an prätentiösen Produzenten von Unsinn ist, dass sie in vielen Fällen gar nicht wissen, was sie da schreiben. Da überschreibt Michael Mair, ARD-Hauptstadtstudio, einen Beitrag mit „Gabriel in den USA. Auf der Suche nach Vernunft“, ganz offensichtlich, weil er auch zum dem isomorphen Haufen deutscher Journalisten gehört, die man wie Pawlows Hund so abgerichtet hat, dass ihnen im Zusammenhang mit Donald Trump nur Derogative einfallen, und stellt dadurch den neuen Außenminister, Sigmar Gabriel, bloß.

Gabriel, „erst seit kurzem im Amt“, wie Mair in seinem Beitrag betont, reist eigens in die USA: „Auf der Suche nach Vernunft“. Wenn ein Mensch an einen bestimmten Ort reist, um dort nach Vernunft zu suchen, dann ergeben daraus zwei logische Schlussfolgerungen:

  1. Da, wo er herkommt, kann er die Vernunft nicht finden.
  2. Er selbst hat keine Vernunft, denn hätte er sie, er müsste sie nicht suchen.

Eigentlich wollte Michael Mair nur Donald Trump beleidigen, implizit, denn zu sagen, dass er Trump für einen Menschen ohne Vernunft hält, das traut er sich nicht. Er suggeriert lieber, lässt andere schlussfolgern, was er nahe legt, wenn er mehrfachbetont, Gabriel brauche Verbündete um mäßigend auf Trump einzuwirken.

Leider führt das Bemühen, Derogation mit Suggestion zu kombinieren, zum sprachlichen Fiasko und Michael Mair attestiert dem deutschen Außenminister nicht nur, dass er keinerlei Vernunft hat, er stellt auch klar, dass Gabriel in Deutschland keine Vernunft finden kann [nur Pack], deshalb muss reist er in die USA.

Hoffen wir, dass Sigmar Gabriel in den USA die Vernunft findet, die ihm fehlt und die er in Deutschland nicht finden kann.

Deutschland ist nur ein imaginiertes „Wir-Phantasma“ – Wissen

Angeblich leben wir in der Moderne. Wenn wir in der Moderne leben, dann teilt die Moderne viele Eigenschaften der vor-sokratischen Phase, in der Philosophie noch als das Forschen nach dem letzten Grund betrieben wurde. Dieser letzte Grund, ob er monistisch oder pluralistisch bestimmt wurde, er galt als das, was die Welt im Innersten zusammenhält, und er war den einen die reine Idee und den anderen die reine Materie.

Heute sind manche nicht viel weiter, gibt es doch Strömungen, die man als Umkehrung der Suche nach dem letzten Grund ansehen kann, Strömungen, die von dessen nicht-Existenz ausgehen, es gibt ihn weder als reine Idee noch als reine Materie. Was es für die Vertreter dieser Ansicht gibt, sind (reine?) Symbole und andere Formen von Einbildungen, aus denen dann doch und irgendwie eine materielle Existenz erwächst.

anderson-imagined-communitiesEine dieser Einbildungen ist die Nation. Die Nation, nennen wir sie Deutschland, ist keine reine Idee und auch keine reine Materie, das kann sie auch nicht sein, denn Deutschland wurde als Begriff nicht im Walhalla der Weltenschöpfung festgelegt und Deutschland als Land kann keine materielle Eigenheit für sich beanspruchen, wie schon die Tatsache sich verändernder Bevölkerung und Außengrenzen zeigt. Daraus müsste man nun eigentlich den Schluss ziehen, dass Deutschland eine mehr oder weniger willkürliche Bezeichnung für eine gegebene Entität ist und dass die Konstitution dieser Entität über eine Vermengung objektiver Fakten und ideeller Zuschreibungen erfolgt. Ersteres wird deutlich, wenn man versucht, von Deutschland in die USA zu reisen, und zwar ohne einen materiellen Beleg für die Existenz Deutschlands, genannt Pass, der dieses Unterfangen erst ermöglicht. Letzteres wird dadurch deutlich, dass die Existenz Deutschlands schnell beendet wäre, wenn die Bewohner des Gebiets, das mit Deutschland umschrieben wird, aufhören, an die Existenz Deutschlands zu glauben und sich statt dessen, anders, vielleicht Bewohner des MilchundHong-Landes nennen, MuHols…

Das, wie gesagt, wäre die normale Reaktion, die man von rationalen Menschen und allen voran von Wissenschaftlern erwarten würde. Und dann gibt es die Reaktion von denen, die sich für besonders kritisch halten, dabei aber das Problem haben, dass Anspruch und Wirklichkeit ihrer intellektuellen Kapazität auseinanderklaffen, so weit, dass die entstehende Lücke durch ein Geflecht aus sprachlichen Lauten, die man am besten als pseudo-intellektuelles Geschwätz bezeichnen kann, überdeckt werden muss, etwa so:

„ (1) Die nationalstaatliche Regulation der migrationsgesellschaftlichen Tatsache ist ganz sicher nicht die einzige bedeutsame Regulationsebene, aber eine relevante. (2) Sie antwortet einem strategischen Bedarf, der dadurch entsteht, dass die imaginierte Einheit ‚Nation‘ durch Prozesse, die nicht allein mit Migrationsphänomenen, aber auch mit diesen einhergehen und aus ihnen resultieren, bei denen Phänomene des faktischen und symbolischen Überschreitens und Infragestellens der nationalen Grenzen eine prominente Rolle spielen, in eine Krise gerät. (3) Es können hier zwei Typen von Krisen unterschieden werden: eine Art Identitätskrise, die zentral darauf verweist, dass die Plausibilität eines Wir-Phantasmas in Bedrängnis gerät, und eine Funktionskrise, in der es um die quantitativ-qualitative Regelung des Nachschubs an Subjekten für den funktionalen Bestand nationalstaatlicher Realität geht.“

Produziert wurde dieser Beleg dafür, dass Sprache eben nicht der Verständigung dient, von Inci Dirim und Paul Mecheril, und zwar unter der Überschrift: Warum nicht jede Sprache in aller Munde sein darf? Formelle und informelle Sprachregelungen als Bewahrung von Zugehörigkeitsordnungen.

Popper hat sich einst den Spaß gemacht, prätentiöses Geschwafel von Habermas auf dessen nichtssagenen Kern zu reduzieren. Wir wollen es Popper hier einmal gleichtun.

Die oben aneinandergereihten Sätze, die wir durchnummeriert haben, können wie folgt übersetzt werden:
(1) Nationalstaaten regeln die Ein- und Ausreise, z.B. durch Gesetze.
(2) Diese Regelung wird notwendig, weil Nationalstaaten eingebildet sind, nicht wirklich existieren. Deshalb geraten Nationalstaaten (also die Einbildung es gäbe Nationalstaaten) dann in eine Krise, wenn eine große Zahl fremder Personen einreist.
(3) Zwei Krisen können unterschieden werden: (a) die Identitätskrise: Die Einbildung vom Nationalstaat wird durch Zuzug gefährdet. (b) die Funktionskrise: Die Frage, sind Geburten oder Migranten wichtiger, um die Phantasie „Nationalstaat“ aufrechtzuerhalten, wird diskutiert.

Was oben so wortreich zusammengeschrieben wurde, klingt doch ziemlich profan, wenn man es auf seinen Bedeutungskern reduziert: Menschen bilden sich ein, dass es ihren Nationalstaat gibt und wenn Menschen zuziehen, die fremd sind, dann geraten die Menschen mit ihrer Einbildung in die Krise, funktional und symbolisch.

Tatsächlich kling das so profan, dass sich drei Fragen aufdrängen: (1) Was hat das mit Wissenschaft zu tun? (2) Ist es wirklich Wissenschaft, wenn man die Existenz von etwas, das sich im täglichen Leben der Menschen niederschlägt, als imaginiert behauptet und Krisen konstruiert, die das, was als imaginiert behauptet wird, faktisch, nämlich durch ganz materiellen Zuzug in die als imaginiert phantasierte nationale Welt in Frage stellen? Oder, logisch gefragt: Kann man eine „ideell gedachte Entität“ (Nationalstaat) durch materielle Entitäten (Flüchtlinge) in Frage stellen? Und (3) ist das noch normal, die real erfahrbare Welt in Frage zu stellen, und zwar auf Grundlage des Missverständnisses, dass Begriffe wie „Deutschland“, die natürlich keine Existenz haben, sondern sprachliche Repräsentationen von etwas sind, deshalb, weil sie willkürlich sind, sich auch auf kein real existierendes Objekt beziehen können? Eigentlich beginnt Wissenschaft damit, dass man die Ontologie und die Erkenntnisfähigkeit zu unterscheiden im Stande ist, also z.B. weiß, dass es einen Unterschied zwischen dem, was bezeichnet wird und dem, was es bezeichnet, gibt. Derzeit sehen wir einen Advent von Spinnern, die der Ansicht sind, das Bezeichnende sei das Bezeichnete. Offensichtlich ist hier in der Sozialisation einiges schief gegangen, was uns zu W. V. Quine bringt, der sich umfassend mit Wort und Gegenstand befasst hat und in seinem gleichnamigen Buch eine hervorragende Beschreibung für das hier aufgezeigte Phänomen bietet:

quine-wort-gegenstand“Eine der Merkwürdigkeiten unserer schwatzhaften Spezies ist die Lallphase im ausgehenden Säuglingsalter. Während dieser Zeit gibt das ziellose Stimmverhalten den Eltern anhaltende Gelegenheit zu Verstärkung von Zufalls-Äußerungen, die ihnen passend erscheinen und so werden die ersten Anfangsgründe der gesprochenen Sprache weitergegeben. Das Lallen fällt unter das von Skinner so bezeichnete operante Veralten, das nicht ausgelöst, sondern vielmehr geäußert wird. Operantes Verhalten läßt sich bei Menschen und anderen Lebewesen durch rasche Belohnung selektiv verstärken. Das Lebewesen neigt dazu, die belohnende Handlung zu wiederholen, wenn Reize, die bei der ersten Ausführung zufällig präsent waren, erneut auftauchen“ (Quine, 1980: 149)

Was, wenn in der Lallphase das Lallen belohnt wird, von Peers oder in Netzwerken, in denen dem Lallen ein hoher Wert zugewiesen wird. Dann ist anzunehmen, dass Lallen zu einem festen konditionierten Verhalten wird, dessen Belohnung darin besteht, dass die Angehörigen im Netzwerke des Lallens, das Lallen, zwar nicht verstehen, aber positiv bewerten. Somit bleibt nur noch eine Frage: Wie konnten es Mitglieder aus Lall-Netzwerken an Universitäten schaffen.