37 Millionen Euro für … irgendwas – Bundesregierung ist in Geberlaune, mit dem Geld der Steuerzahler

„Forschungsfragen zu den Kohäsionskräften moderner Gesellschaften“ sind aus „Sicht der Bundesregierung … hochaktuell“. Das steht in Bundestagsdrucksache 18/11663. Weil Fragen nach den Kohäsionskräften moderner Gesellschaften hochaktuell sind, deshalb wurden im Haushalt des BMBF, in Einzelplan 30 unter Kapitel 3003 weitere 37 Millionen Euro eingeplant, um ein „Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ zu gründen.

Rent Seeking SocietzZusammenhalt ist deutsch für Kohäsion, und Kohäsion ist hochaktuell. Deshalb muss man ein Institut gründen, mit 37 Millionen Euro Steuergeldern aus Einzelplan 30, Kapitel 3003, in dem es eigentlich um die „Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationssystems“ geht. Damit die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationssystems gesichert wird, investiert das BMBF 124 Millionen Euro in die Geistes- und Sozialwissenschaften, davon rund 92 Millionen Euro in „sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung“.

Damit die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, also der Kohäsion, der hochaktuellen Kohäsion zu Gute kommt, deshalb wurden noch einmal 37 Millionen Euro draufgesattelt, für das Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt, dass hochaktuelle Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

37 Millionen Euro. Was soll das zu gründende Institut mit den 37 Millionen Euro tun?
Wir beantworten diese Frage in einem Dialog mit einer Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Grünen:

ScienceFiles: Was soll das zu gründende Institut mit den 37 Millionen Euro tun?

Die Bundesregierung: „[D]iese Fragen interdisziplinär“ angehen.

ScienceFiles: Welche Fragen?

Die Bundesregierung: Die „Forschungsfragen zu den Kohäsionskräften moderner Gesellschaften“.

ScienceFiles: Die hochaktuellen Forschungsfragen, also. Aber: Welche Forschungsfragen sind das?

Die Bundesregierung: „Das BMBF plant ein Forschungsgespräch, das u.a. darauf abzielt, … relevante Forschungsfragen zu identifizieren“.

ScienceFiles: Die Bundesregierung hat demnach keine Vorstellung davon, wie die hochaktuellen Forschungsfragen, zu deren Erforschung 37 Millionen Euro ausgegeben werden sollen, lauten?

Die Bundesregierung: „Das BMBF plant ein Forschungsgespräch, das u.a. darauf abzielt, … relevante Forschungsfragen zu identifizieren“.

ScienceFiles: Wie ist das mit vorhandener Forschung, hat die Bundesregierung einen Überblick, ob die hochaktuellen Fragen, eben weil sie hochaktuell sind, vielleicht schon beforscht werden, so dass man die 37 Millionen nicht doppelt ausgeben muss?

Die Bundesregierung: „Das BMBF plant ein Forschungsgespräch, das u.a. darauf abzielt, auf der Grundlage bereits laufender Forschungsaktivitäten in Deutschland relevante Forschungsfragen zu identifizieren“.

ScienceFiles: Die Bundesregierung hat also keine Ahnung, ob es nicht bereits Forschung zu den hochaktuellen Fragen gesellschaftlicher Kohäsion gibt, die das hochaktuelle Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt erforschen soll, auch wenn niemand weiß, wie die Fragen, die hochaktuellen Fragen lauten?

Die Bundesregierung: „Das BMBF plant ein Forschungsgespräch, das u.a. darauf abzielt, auf der Grundlage bereits laufender Forschungsaktivitäten in Deutschland relevante Forschungsfragen zu identifizieren“.

ScienceFiles: Wir danken der Bundesregierung für dieses aufschlussreiche Gespräch, das gezeigt hat, dass die Bundesregierung 37 Millionen für die Gründung eines Institutes ausgibt, von dem sie (1) nicht weiß, was es tun soll und (2) nicht weiß, ob es notwendig ist.

Im Amtseid der Mitglieder der Bundesregierung steht etwas von Schaden abwenden, nicht von Schaden mehren – oder?

Was macht eigentlich der Bundesrechnungshof?


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13 Responses to 37 Millionen Euro für … irgendwas – Bundesregierung ist in Geberlaune, mit dem Geld der Steuerzahler

  1. rote_pille says:

    So sieht “mehr Geld für Bildung” in der etatistischen Praxis aus. Das Geld einer Gruppe zu stehlen um es einer anderen zu geben zerstört übrigens den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

  2. Reiner Steppkes says:

    Das ist doch ein Aprilscherz, oder? Allerdings begegnen mir fast täglich Meldungen, die mir wie Aprilscherze erscheinen…

  3. Uwe W. says:

    Sieht so aus als würde ein Institut für Multikulti-Propaganda aus dem Boden gestampft, das Lobbyarbeit für SchwarzRotGrünRot sowie Hetze gegen AfD und sonstige “NAZIS” betreibt.
    Also wissenschaftlich verbrämte linksideologische Propaganda wie schon beim Gender-Mainstreaming.
    Und in einigen Jahren gibts an jeder Sozialwissenschaftlichen Fakultät an einer deutschen Uni einen Lehrstuhl für “Kohäsionskräfte in modernen Gesellschaften”.
    Die wissenschaftlichen Forschungen werden überall zum gleichen Ergebnis führen:
    arabische und afrikanische Wissenschaftler, Spezialisten und Fachkräfte samt umfassendem Familiennachzug sorgen mit ihren wertvollen Qualifikationen und ihrer überquellenden Lebensfreude für ein erfolgreiches Kohabitieren mit denen, die schon länger hier sind, während die destruktiven und spalterischen “NAZIS” mit allen “demokratischen” Mitteln bekämpft und ausgegrenzt werden müssen.

    Vielleicht wird man sogar an Reservate in Afrika für deportierte “NAZIS” denken.
    Das wäre dann fast zu schön um wahr zu sein:
    Menschen die wertvoller als Gold sind, im Tausch gegen den größten menschlichen Abschaum. Über diesen “Greatest deal” würde Trump bestimmt grün vor Zorn und gelb vor Neid.

  4. Arno says:

    Staat == Mafia.

    Wortwörtlich.

  5. luisman says:

    Das Potential fuer den Ueberschuss an Geistes”wissenschaftlerinnen” mit Uni-Abschluss zum Thema gendergerechte Formulierung von Strafzetteln scheint ausgereitzt zu sein. Die ausbildungsgerechte Einstellung dieser “Wissenschaftlerinnen” bei McDoof und Starbucks duempelt dahin. Logischerweise muss dem kuenstlich geschaffenen Bedarf fuer diese Ausbildungrichtung nun ein echter, steuerfinanzierter Bedarf folgen. Da muessen die Blockparteien schnell handeln, denn was diese Wissenskrueppel gelernt haben ist hauptsaechlich “protestieren”, nicht dass das vor der Wahl noch in die falsche Richtung losgeht.

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  8. Michael D. says:

    Wie sehr wünsche ich mir einen deutschen Trump, der über Nacht einfach mal die “Forschungs”gelder für Gender”forschung” und andere Geschwafelswissenschaften wie die o.g., streicht! Das ist eine Riesenbeleidigung gegenüber allen echten Forschern!

  9. Andreas Kriesmer says:

    Für wen oder was das Geld wirklich gedacht ist, wird man erst nach Bekanntgabe der personellen Besetzung genauer vermuten können 🙂

  10. Hosenmatz says:

    Haben die GRÜNEN etwa irgendwelche Vorbehalte gegenüber Herrn Patzelt, weil dieser explizit Erwähnung findet?

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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