Frauenförderung lohnt sich nicht: Gesellschaftlicher Nutzen tertiärer Bildung für Männer dreimal so hoch

Frauen erreichen häufiger ein Abitur als Männer. Frauen studieren mittlerweile häufiger als Männer. Frauen werden an Hochschulen gefördert. Es gibt Mentorenprogramme, (weitgehend erfolglose) Programme, um Frauen in MINT-Fächer zu kanalisieren, das Professorinnenprogramm, um den Anteil von Frauen unter Hochschullehrern zu erhöhen und unzählige Landesprogramme, die der Förderung von Frauen gewidmet sind. Milliarden von Steuergeldern gehen in die Frauenförderung, die weitgehend auf tertiärer Bildung basiert und Frauen aus der Mittelschicht zugute kommt.

Das Verhältnis der Kosten dieser Frauenförderung zum gesellschaftlichen Nutzen hat bislang noch niemand untersucht. Anders formuliert: Die Frage, ob sich der ganze Aufwand lohnt oder ob die vielen Fördergelder aus dem Fenster geworfen werden, hat noch kaum jemand gestellt.

Hadmut Danisch hat sie gestellt. Er hat einen Beitrag von HR Today ausgegraben, in dem wiederum auf eine Studie der OECD verwiesen wird, die für die Schweiz gezeigt hat, dass die öffentlichen Kosten der tertiären Ausbildung von Frauen in der Schweiz höher sind als der Nutzen, den die ausgebildeten Frauen ihrer Gesellschaft im Anschluss an die Ausbildung bereitstellen.

Vor diesem Hintergrund stellt Hadmut die Frage, ob es nicht volkswirtschaftlich geboten wäre, Männer anstelle von Frauen zu fördern.

Leider benennt der Beitrag in HR Today weder die Quelle der Information noch entsprechende Daten für Deutschland. Also haben wir uns auf die Suche nach der Quelle gemacht und sie in „Education at a Glance 2017“, also bei der OECD gefunden. Dort gibt es zwei sehr aufschlussreiche Tabellen, in denen die öffentlichen Kosten und Nutzen tertiärer Bildung für Männer und Frauen berechnet werden sowie die privaten Kosten und Nutzen tertiärer Bildung.

Wir haben die Daten für Deutschland, in die keinerlei Kosten für Förderprogramme, wie die oben benannten, eingeflossen sind, aus den Tabellen entnommen und die Informationen hinzugefügt, die in der OECD Tabelle fehlen.

Hier zunächst als Abbildung:

Wie man sieht, sind der private und der öffentliche Nutzen, die langfristig aus einer tertiären Bildung zu gewinnen sind, für Männer deutlich höher als für Frauen. Da sich die Kosten tertiärer Bildung für Männer und Frauen (z.B. Kosten für die Bereitsstellung von Studienplätzen) kaum unterscheiden, bedeutet dies, dass ein Euro, der in die tertiäre Bildung von Männern investiert wird, sich dreimal mehr gesellschaftlich lohnt als ein Euro, der in die tertiäre Bildung von Frauen investiert wird. Tatsächlich wird derzeit mehr Geld in die tertiäre Bildung von Frauen investiert und die Anzahl der Frauen in tertiärer Ausbildung übersteigt die der Männer. Ökonomisch betrachtet ist dies Unsinn, da die gesellschaftliche Rendite einer öffentlichen Investition in die tertiäre Bildung von Frauen nur 1/3 der Rendite ist, die die entsprechende Investition in die tertiäre Ausbildung von Männern erbringen würde. Stellt man nun noch die vielen Milliarden Euro in Rechnung, die aufgewendet werden, um Frauen in tertiärer Bildung besser zu stellen als Männer, dann kann man nur feststellen, dass hier viel Geld aus dem Fenster geworfen wird, um ideologische Träume zu träumen, die nicht einmal in den Daten der OECD, die bekanntermaßen „geschlechtersensibel“ aufbereitet werden, nachzuweisen sind.

Die Frage, die Hadmut Danisch gestellt hat, kann entsprechend mit einem klaren Ja beantwortet werden. Gesellschaftlich wäre es viel sinnvoller, in die tertiäre Bildung von Männern zu investieren, denn der durchschnittliche gesellschaftliche Nutzen, der aus tertiärer Bildung eines Mannes erwächst, beträgt 265.300 US-Dollar (ca. 226.000 Euro), während der entsprechende Nutzen aus der tertiären Bildung einer Frau mit 98.400 US-Dollar (ca. 84.000 Euro) deutlich dahinter zurückbleibt.

Aber Gender-Mainstreaming hat natürlich nichts mit dem zu tun, was gesellschaftlich sinnvoll wäre, geht es doch einzig und allein darum, Mittelschichtsfrauen besser als alle anderen zu stellen.

Mit Blick auf die Handlungsfreiheit von Individuen und die Grundsätze einer liberalen Gesellschaft wäre es sinnvoll, jede Form der Förderung, die sich an eingebildeten Nachteilen, ideologischen Träumen und nicht an dem Nutzen, der durch die Förderung erreicht werden kann, orientiert, einzustellen bzw. zu unterlassen, aber damit gehen natürlich auch Möglichkeiten der Nutznießung verloren, also die Möglichkeit, bestimmte gesellschaftliche Gruppen auf Kosten der Allgemeinheit besser zu stellen bzw. zu bereichern.


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