Nun sollte es auch beim Letzten angekommen sein: Wir leben in einem Zeitalter der Diversität, der Vielfalt, in einem Zeitalter, in dem alles plural und polygesellschaftlich ist und in dem es keine Deutungshoheiten mehr gibt. Entsprechend stehen vielfältige Deutungen desselben Ereignisses mit relativistisch-konstruktiver Ambiguität in einem wahrheitstheoretisch ungeklärten Verhältnis zueinandern und werben um Gefolgschaft.
Wir haben das diesjährige vielfältige, poly-plural diverse Weihnachts-Winter-Solstice-Fest zum Anlass genommen, um die wichtigsten Deutungen dessen, was sich vor nunmehr 2017 Jahren in einer Notunterkunft im Nahen Osten ereignet hat, zusammenzustellen.
Zunächst die Fakten, wie sie sich uns darstellen, anhand der Hauptdarsteller:
Herodes: Bevölkerungsaktivist und feministisch beeinflusster Hobby-Demograph. Hat die Bevölkerungsentwicklung bis ins Jahr 2060 hochgerechnet und panische Schritte der Geburtenkontrolle eingeleitet. Aufgrund seiner feministischen Beeinflussung richten sich seine Versuche, dem Bevölkerungswachstum Einhalt zu gebieten, ausschließlich gegen männliche Personen.
Josef: Blue-Collar Arbeiter, Gründer einer Ich-AG, Zimmermann. Lebt in einer Partnerschaft mit Maria (s.u.). Vermutlich Steuerflüchtiger, vielleicht auch Wirtschaftsflüchtling, in jedem Fall nomadisch. Will dem Versuch entgehen, sich erkennungsdienstlich behandeln zu lassen.
Maria: Leihmutter und Hausfrau ohne weitere Tätigkeit. Hat sich bereiterklärt, anderer Leute Kind auszutragen, um sich einen Lebensunterhalt zu verschaffen.
Caspar: Inder und Handelsreisender in Parfüm, der auf einer fact finding mission nach authentischen Gerüchen ist;
Melchior: Perser und Homöopath, der auf die heilende Wirkung von Weihrauch schwört und das erste Retortenkind zum Gegenstand seines monumentalen Opus Homöopathus in Vitro Veritas machen will.
Balthasar: Araber und Werbefachmann, versucht sich mit Gold die Rechte an der Vermarktung der, wie er sagt, Jahrtausendgeschichte zu sichern.
Engel: Sozialarbeiter, die dem liberalen Paternalismus verpflichtet sind und Hirten schubsen, damit sie kapieren, was vor sich geht.
Hirten: Teile der tumben Bevölkerung, die nicht kapieren, was um sie herum vorgeht.
Hale Bopp: Himmlischer Trabant, der sich gerade in der Gegend aufhält.
Jesus: Angehender Sektengründer, charismatischer Führer und Populist, der sich gegen die herrschende Ordnung wendet und sich gerne auf Bergen aufhält.
Auf Basis dieses vielfältigen Casts, haben eine Reihe von Ideologien ihre (deutsche) Deutung dessen gewebt, was im Jahre 0 geschehen ist.
Feministen:
Die ganze Geschichte ist ein Beleg für die Existenz des Patriarchats und die Unterdrückung von Frauen. So wird die wichtige Caring-Arbeit, die Maria den Stall putzen und die gesamten Arbeiten rund um Jesus übernehmen sieht, nicht nur nicht gewürdigt, sondern und vor allem: nicht bezahlt. Vielmehr erhält ein männliches Kind Gold! Dies ist der beste Beleg dafür, dass bereits im Jahre 0 ein Gender Pay Gap bestanden hat und alle Frauen der Erde von weisen Männern unterdrückt wurden.
Staatsfeministen:
Die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass es darum geht, Kinder in die Welt zu setzen. Wie, wer und wo ist egal, denn die Globalisierung sorgt dafür, dass Reiche aus aller Herren Länder nach Deutschland migrieren, um dafür zu sorgen, dass es deutschen Kindern an nichts fehlt.
Sozialisten:
Die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass die Globalisierung und der ungehinderte und unkontrollierte Fluss von Waren über Grenzen dazu führt, dass Kinder und ihre Eltern korrumpiert werden. Sie lassen sich zum Konsum verführen, verleugnen ihre Herkunft aus armen Verhältnissen, werden zu Weihrauch-Junkies und Myrrhe-Abhängigen und, am schlimmsten von allem: Das internationale Finanzkapital schafft es mit Hilfe reicher Araber, die heilige Familie in die Zinsknechtschaft zu zwingen.
Konservative:
Die Weihnachtsgeschichte zeigt, wie wichtig eine geregelte Geburtenpolitik dafür ist, den Zuzug von Migranten dahingehend zu steuern, dass nur Migranten zuziehen, die es sich leisten können.
Liberale Paternalisten:
Die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass das tumbe Hirtenvolk, das sich in direkter Nähe zum Stall findet, nicht in der Lage ist, rational einzuschätzen, was im Stall vorgeht und entsprechend staatlicher Deutung bedarf, die ihm durch Engel(s) eingeschubst werden muss.
Anti-Rassisten:
Dass mit Caspar ein Mensch dunkler Hautfarbe gezwungen wird, sich in ein Unterwerfungsritual zu begeben und einem weißen CIS-hetero-Macho Jungen zu huldigen, zeigt, dass Rassissmus von der Stunde 0 des Universums an, Bestandteil der Kultur der weißen Menschheit war.
Gutmenschen:
Kein Mensch sollte in einem Stall geboren werden. Die Existenz von Geburten in Ställen zeigt, dass wir noch weit davon entfernt sind, in einer Gesellschaft ohne Armut zu leben. Helfen Sie mit, dies zu ändern! Die Nummer des Spendenkontos lautet: Commerzbank Aachen …
Gewerkschafts-Linke:
Mitten in der Nacht werden Hirten, die sich nach einem anstrengenden Tag, zum sozialen Austausch um ein Feuer versammelt haben, von ihren Arbeitgebern gezwungen, sich auf den Weg in einen Stall zu machen. Wir brauchen ein Tarifsystem, das den entsprechenden Übergriffen der Arbeitgeber auf die Ruhezeit der Arbeitnehmer ein Ende setzt.
Ganz Rechte:
Schluss mit dem Feiern der Geburt eines semitischen Kindes und dem Brimborium um dessen Leben und gewaltsamen Tod. Deutschland ist kein Land für semitische Martyrer und kein Land, in dem Zwistigkeiten aus dem arabischen Raum ausgetragen werden!
LSTBusw:
Josef war schwul und Maria lesbisch. Die Geschichte um die erste Leihmutterschaft verdeutlicht, dass auch Schwule und Lesben ein Recht auf ein Kind haben.
Attac und andere Globalisierungsgegner:
Die Einfuhr von Myrrhe aus Indien, Weihrauch aus Persien und Gold aus Arabien führt zu Arbeitslosigkeit unter den heimischen Hirten und bringt die Schafzucht zum Erliegen. Wehret den Anfängen: Besetzt Ställe!
Warner:
Konsum von Weihrauch und Myrrhe in der Kindheit wirkt sich schädlich auf die Gesundheit aus und führt häufig zu einem gewaltsamen Tod.
Psychotherapeuten:
Das Aufwachsen in Patchworkfamilien und eine ungeklärte Herkunft haben psychische Folgen, die nur mit einer Tiefentherapie behandelt werden können. Werden sie nicht behandelt, leiden die Betroffenen häufig an Realitätsverlust. Sie funktionieren in den Routinen ihres Alltags nicht mehr und hängen erfolgreich begonnene Lehren an den Nagel, um einer fixen Idee, die sie denken lässt, sie seien im Auftrag Gottes unterwegs, zu folgen. In besonders krassen Fällen enden entsprechende Leidensgeschichten in geschlossenen Institutionen oder gar mit dem Ableben des Erkrankten.
Und zu guter Letzt:
Nihilisten:
Alles Leben ist Tod.
Politiker:
Get yourself born, we do the rest!
Narzissten:
Wo bleibt mein Gold?
Wir wünschen allen Lesern von ScienceFiles, welcher Deutung sie auch immer anhängen,
ein frohes Weihnachtsfest!
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Jesus: ….und sich gerne auf Bergen aufhält.
Diejenigen, denen sein Wort offenbart wurde, waren immer allein, an abgelegenen Orten, wie Moses. Auch als Mohammed das Wort empfing, war niemand sonst dabei. Der Mormone Joseph Smith und die Christian Scientist Mary Baker Eddy hatten exklusive Audienzen mit Gott. Wir müssen ihnen vertrauen, als Berichterstatter, als Reporter – und Sie wissen, wie Reporter sind: sie tun alles für eine Story….
Andy Rooney, amerikanischer Radio- und TV- Journalist und Autor
1919- 2004
Ja, die natürliche (oder heidnische) Wintersonnenwende war und ist ein gutes Werbestrategem für Möchtegern-Machthaber wie den Vatikan.
Freuen wir uns.
Die Tage werden wieder länger und Erde (zumindest nördliche Halbkugel) erwärmt sich .
Tatsächlich und hoffentlich schnell.
In 110 Tagen ist das Frühlingsfest, – was ebenso mißbraucht wird.
Ich weiß nicht, wer das komisch findet. Mein kleiner Vorschlag: den Bericht im Evangelium nach Lukas lesen. Da klärt sich doch sehr vieles. Gott sandte seinen Sohn zu uns, um uns seine Liebe zu zeigen. Da klärt sich auch manches: Jesus wurde in eine Futterkrippe gelegt, Das muss aber kein Stall gewesen sein. Einfach mal historisch nachforschen, wie das mit den Herbergen damals war. Und von diesen Melchior usw. steht auch nichts in der Bibel. Im Matthäusevangelium kann man lesen: es waren Wissenschaftler, welche die Sterne beobachteten. Heute vielleicht Astronomen. Josef war Zimmermann. Er flüchtete nicht, um sich um die Steuern zu drücken, sondern reiste nach der Anweisung nach Bethlehem. Er flüchtete dann mit Maria und Jesus nach Ägypten. Bis der König Herodes gestorben war, dann kehrte die Familie in die Heimat zurück. Könnte ein gutes Vorbild sein für Menschen, die zu uns kommen. Und wenn wir Weihnachten dann feiern als es früher Wintersonnenwende war: warum nicht? Es hat auch nichts mit dem Vatican zu tun. Jesus wird als „Licht“ der Welt bezeichnet. Also: ehe man über den Glauen von Menschen spottet oder hetzt, genau nachdenken, lesen, sich informieren. Allen ein gutes gesegnetes Jahr 2018
Eine kurze Geschichte der industriell betriebenen Konsumentenvergiftung: „1866: Baumwollsamen sind landwirtschaftliche Abfälle. Nach der Gewinnung der Baumwollfasern bleiben den Landwirten Millionen Tonnen Samen zurück, die für den Menschen giftiges Öl enthalten. Gossypol, ein natürliches Pestizid in Baumwolle, macht das Öl ungenießbar. Die […]
Lust auf einen kleinen Krimi, eine neue konzertierte Aktion, eine Kampagne, mit der die Pharmafia, nachdem sie den Markt medizinischer Produkte durch Produkte, die mehr Nebenwirkungen als Wirkungen haben, von Leuten bereinigt hat, die gesund und nicht krank werden bzw. besser noch: […]
Mit Crisco nimmt die Gesundheitskatastrophe ihren Anfang… Crisco, Crystallized Cottenseed-Oil wurde von Procter und Gamble im Jahre 1911 als erstes gehärtetes Pflanzenfett und als angeblich gesunde Alternative zu tierischen Bratfetten auf den Markt gebracht. Als „Shortening“, im Deutschen ein ungehärtetes Pflanzenfett, war […]
Wer am Thema „Gesundheit“ interessiert ist und immer einmal wieder im Internet diesbezüglich recherchiert, dem dürfte der Hinweis auf Omega-3-Fettsäuren mehr oder weniger regelmäßig begegnet sein. Manchmal genügt ein Hinweis der Art, dass Omega-3-Fettsäuren „essenziell“ sind, d.h. dem Körper zugeführt werden müssen, […]
Wenn man das Tohuwabohu, das die halbwgs-Legalisierung von Cannabis umrankt, auf sich wirken lässt, dann muss man den Schluss ziehen, Grüne und SPD sind der Ansicht, damit nach der Vernichtung der deutschen Wirtschaft durch Kohleausstieg und Ausstieg aus der Kernenergie und nach […]
Ringelblume (Calendula officinalis), Mariendistel (Silybum marianum), Ginseng – asiatischer Ginseng (Panax ginseng oder panax notoginseng), amerikanischer (Panax quinquefollius), Eleuthero (Eleutherococcus senticosus; eine Pflanze, die oft sibirischer Ginseng genannt wird, obwohl es sich nicht um einen Ginseng handelt, sondern die Pflanze lediglich wie […]
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Einfach kösltlich der Artikel !
Hoffentlich bekommen Sie keinen Ärger mit irgendwelchen „religiösen “ Organisationen.
[…] https://sciencefiles.org/2017/12/23/merry-christmas-die-konstruktion-der-weihnachtsgeschichten-warhe… […]
Jesus: ….und sich gerne auf Bergen aufhält.
Diejenigen, denen sein Wort offenbart wurde, waren immer allein, an abgelegenen Orten, wie Moses. Auch als Mohammed das Wort empfing, war niemand sonst dabei. Der Mormone Joseph Smith und die Christian Scientist Mary Baker Eddy hatten exklusive Audienzen mit Gott. Wir müssen ihnen vertrauen, als Berichterstatter, als Reporter – und Sie wissen, wie Reporter sind: sie tun alles für eine Story….
Andy Rooney, amerikanischer Radio- und TV- Journalist und Autor
1919- 2004
Köstlich.
Ja, die natürliche (oder heidnische) Wintersonnenwende war und ist ein gutes Werbestrategem für Möchtegern-Machthaber wie den Vatikan.
Freuen wir uns.
Die Tage werden wieder länger und Erde (zumindest nördliche Halbkugel) erwärmt sich .
Tatsächlich und hoffentlich schnell.
In 110 Tagen ist das Frühlingsfest, – was ebenso mißbraucht wird.
Ich weiß nicht, wer das komisch findet. Mein kleiner Vorschlag: den Bericht im Evangelium nach Lukas lesen. Da klärt sich doch sehr vieles. Gott sandte seinen Sohn zu uns, um uns seine Liebe zu zeigen. Da klärt sich auch manches: Jesus wurde in eine Futterkrippe gelegt, Das muss aber kein Stall gewesen sein. Einfach mal historisch nachforschen, wie das mit den Herbergen damals war. Und von diesen Melchior usw. steht auch nichts in der Bibel. Im Matthäusevangelium kann man lesen: es waren Wissenschaftler, welche die Sterne beobachteten. Heute vielleicht Astronomen. Josef war Zimmermann. Er flüchtete nicht, um sich um die Steuern zu drücken, sondern reiste nach der Anweisung nach Bethlehem. Er flüchtete dann mit Maria und Jesus nach Ägypten. Bis der König Herodes gestorben war, dann kehrte die Familie in die Heimat zurück. Könnte ein gutes Vorbild sein für Menschen, die zu uns kommen. Und wenn wir Weihnachten dann feiern als es früher Wintersonnenwende war: warum nicht? Es hat auch nichts mit dem Vatican zu tun. Jesus wird als „Licht“ der Welt bezeichnet. Also: ehe man über den Glauen von Menschen spottet oder hetzt, genau nachdenken, lesen, sich informieren. Allen ein gutes gesegnetes Jahr 2018
Guter Artikel. Ich freue mich schon auf die verschiedenen Versionen zum Osterfest.