Kamikaze-Meinungsforschung: CSU auf historischen Tiefstand gerechnet

Der öffentlich-rechtliche Krieg gegen die CSU geht weiter.

Manchmal geben Meinungsforscher Informationen preis, die sie eigentlich gar nicht preisgeben wollen. Zum Beispiel beim aktuellen Bayern-Trend der ARD.

Dort finden sich zwei Fragen, die nicht unabhängig von einander sind.

Zum einen die berühmte Sonntagsfrage, also:

Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, welche Partei würden sie dann wählen?

Zum anderen eine Frage, mit der die Sicherheit der Parteipräferenz, die mit der Sonntagsfrage gemessen wurde, erfragt werden soll. Die Befragten haben dabei die Möglichkeit, ihre Antwort auf die Sonntagsfrage zu qualifizieren, entweder als feststehende Entscheidung oder als Angabe, die sich noch ändern kann.

Was ist der Wert der Aussage eines Befragten, er werde bei der nächsten Bundestagswahl die Grünen wählen, wenn er gleichzeitig angibt, dass sich diese derzeitige Wahlentscheidung aber noch ändern kann?

Im Kabinett der gruseligen Erforschung von Meinung hat diese Fragefolge einen Ehrenplatz verdient. Man kann sie unter das Motto stellen, wie man seine eigene Meinungsumfrage ad absurdum führt oder – rustikaler: Infratest dimap schießt sich in den eigenen Fuß.

Um den Irrsinn auf die Spitze zu treiben, geben die Mannen vom Bayern-Trend zunächst an, wie die Wahlentscheidung der 1003 Bayern, die telefonisch befragt wurden und eine Angabe gemacht haben, ausfallen würde, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre und nutzen das so gewonnene Ergebnis, um die CSU auf ein historisches Tief zu rechnen.

Und dann zerstören die Kamikazen der Meinungsforschung ihre eigene Prognose, in dem sie den Lesern von tagesschau.de verraten, dass das gerade präsentierte Ergebnis gar nicht ernstzunehmen ist, da 55% derer, die eine Angabe zur Sonntagsfrage gemacht haben, auf die Nachfrage ein Ätsch anfügen und sagen, was sie gerade gesagt haben, dass sie wählen würden, sei nicht das, was sie mit letzter Sicherheit auch wählen werden.

Wir haben diese Stilblüte der Meinungsforschung zum Anlass genommen, um das Ergebnis der nächsten Landtagswahl, das die Tagesschau bei Infratest Dimap bestellt hat, auf Basis der Angaben derer, die von sich sagen, ihre Wahlentscheidung stehe fest, zu korrigieren. Das Ergebnis ist für die CSU immer noch nicht erfreulich, aber deutlich netter und wie man sieht, ergeben sich deutliche Verschiebungen in der Reihenfolge der anderen Parteien. Auf Platz 2 landet die AfD, gefolgt von der SPD, die Grünen fallen zurück, die Freien Wähler werden reduziert und die Partei der Liberalen, deren Mitglieder selbst nicht mehr wissen, was es mit dem Etikett „liberal“ eigentlich auf sich hat, verschwinden aus dem Landtag und in die parteipolitische Bedeutungslosigkeit.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
Dann unterstüten Sie das private Blog ScienceFiles!
[wpedon id=66988]
ScienceFiles-Spendenkonto

Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Falls Sie unsere Arbeit unterstützen, und dafür sorgen wollen, dass bei ScienceFiles auch weiterhin das Rad rund läuft, dann kaufen Sie uns doch einen Kaffee:



Oder unterstützen Sie uns auf einem der folgenden Wege Unser herzlicher Dank ist Ihnen sicher! DENN: ScienceFiles lebt von Spenden. Helfen Sie uns, ScienceFiles auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, damit Sie uns auch morgen noch lesen können!
Wir haben drei sichere Spendenmöglichkeiten:

Donorbox

Unterstützen Sie ScienceFiles


Unsere eigene ScienceFiles-Spendenfunktion

Zum Spenden einfach klicken

Unser Spendenkonto bei Halifax:

ScienceFiles Spendenkonto: HALIFAX (Bitte angeben: Zahlungsempfänger: Michael Klein, Zahlungszweck: ScienceFiles-Spende / Schenkung):
  • IBAN: GB15 HLFX 1100 3311 0902 67
  • BIC: HLFXGB21B24

Folgen Sie uns auf Telegram.
Anregungen, Hinweise, Kontakt? -> Redaktion @ Sciencefiles.org

6Comments

Add yours
  1. 1
    corvusalbusberlin

    „……..die Grünen fallen zurück,…..“

    obwohl sie noch 14,2% haben. Wer wählt diese Arschgeigen denn noch? Ich zweifle an den 14.2%.

  2. 2
    Hartmut Lau

    Offenkundig ist der Masse der Menschen in dem vereinigten Wirtschaftsgebiet (BRDDR) nicht bewusst, dass:
    alle politischen Parteien im BUND zusammengefasst, und alle von der Haftung gesetzlich befreit, somit alle die Spaltpize in den deutschen Voelkern sind.
    Es ist unfassbar, mit welcher Naivitaet, die vorhandenen Parteien ueberhaupt gewaehlt werden, welche mit Ihrem „Services“ die Deutschen Ureinwohner auspluendern!
    Ist der Reichstag in Berlin zum „Banditenstadl“ verkommen???
    Und die AfD macht auch noch mit, welch eine Heuchelei……

    Seit 1956 gibt es keine gueltigen Wahlgesetze, somit alle „Politrepraesentanten“ illegal im“Amt“ sind.
    Alle verabschiedeten Gesetze seit 1956 illegal sind.
    Es keine gesetzlichen Richter gibt
    Es kein Staatsgebiet seit 1990 gibt
    Illegale Einwanderer geduldet werden.

    Franz Josef Strauss wuerde gesagt haben: Der Saustall muss ausgemistet werden……

    Die Aufloesung ist bereits im Werden.
    https://www.verfassunggebende-versammlung.com/

    Die erste echte Verfassung steht. Von der weltweit groessten Verfassung gebenden Versammlung die je auf deutschen Boden stattgefunden hat, ist erstellt!
    https://www.verfassunggebende-versammlung.com/verfassunggebende-versammlung/verfassung/index.html

    Mit ueber 400 Sach und Fachbeitraegen kann sich der Suchende informieren!
    https://www.youtube.com/channel/UC75UghPKIdDJiXSBhS4DwUQ/videos

  3. 3
    Bernhard Freiling

    Da wurde nur vorgebeugt. Es hätte ja sein können, daß ohne diese Zusatzfrage die AfD auf dem 2. Platz gelegen hätte. Und das kann natürlich nicht sein. Wo sind wir denn?

    Ziemlich verblüfft bin ich über das Abschneiden der Grünen. Bei der letzten Landtagswahl brachten die es gerade mal auf knapp 9%. Und die sollen im grundsätzlich stockkonservativen Bayern 70% dazu gewonnen haben? Zweifel scheinen mir angebracht.

    Das Interview stelle ich mir daher so vor: Nachdem der Interviewer die Eingangsfrage stellte, erhält er zur Antwort: „AfD“. Darauf der Interviewer:“Könnten sie sich vorstellen, unter bestimmten Voraussetzungen auch die Grünen zu wählen?“ Befragter:“Hm, äh, rrrr, ja, lassen sie mich überlegen. Jou, unter bestimmten Voraussetzungen könnte ich mir das vorstellen“.

    Darauf hin macht der Interviewer das Kreuz bei den Grünen und fügt hinzu, daß sich 55% aber nicht ganz sicher wären.

    Problem gelöst 😉 😉

    • 4
      Fugg Censors

      Laptop und Lederhose
      Da Bayern immer mehr top Firmensitze anzieht, kommt es auch zu einer Immigration von „sch…. Preußen“. Einfamilien Haus, low energy, Solardach und Mutti beim Bio Einkauf oder fleißig als Gutmensch tätig. Um Subventionen abzugreifen und sich der Weltrettung zu widmen, wen wähle ich da?

  4. 5
    eht

    Dass 55 Prozent der Menschen (in Bayern) sich ihrer Parteipräferenz nicht sicher sind, ist schon bemerkenswert. Es deutet darauf hin, dass die Parteien(gruppierungen) aus Sicht der Wähler ein unklares Profil haben bzw. die Bindung der Wähler an eine Partei nicht (mehr) so ausgeprägt ist. Das macht das endgültige Wahlergebnis dann irgendwie zum Zufallsprodukt.

    Die Parteien sollten sich überlegen, warum ihr überzeugter Freundeskreis so relativ klein ist. Und warum lernen es Umfrageforscher eigentlich nicht, präzise Fragen zu stellen. Gut, das Interview ist dann etwas länger, dafür weiß man aber auch genau, was Sache ist. „Zudem ist die bayerische Bevölkerung drei Monate vor der Wahl verunsichert: 54 Prozent der Befragten sehen in den aktuellen Verhältnissen im Land Anlass zur Beunruhigung.“ Da wüsste man doch jetzt gern, was genau die Befragten beunruhigt.

  5. 6
    oprantl

    Fachleute kommentieren wie oben.
    Laien kommentieren so :
    Bayern-Trend vergibt Auftrag an Infratest dimap.
    Infratest dimap freut sich und will natürlich Folgeaufträge.
    Was muss herauskommen, damit Folgeaufträge kommen ?
    Wie und an wen und wo muss Infratest dimap die Fragen stellen, damit ein maximal erzielbarer Näherungswert an das Gewünschte erreicht wird.
    Egal, was ordentliche Arbeit erbringen würde, das Gewünschte hat Vorrang.
    ….und jetzt warten wir auf die Folgeaufträge.

Antworte auf den Kommentar von Bernhard FreilingAntwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.