Wenn Fundamentalisten Nachrichten gestalten. Eine Posse aus der ARD

Zugleich ein Nachruf auf Kai Gniffke, der fortan beim SWR Berichterstattung intendieren wird.

Anfand Dezember 2018 hat die ARD passend zum Treffen des Klima-Alarmisten-Wanderzirkusses in Kattowitz von der Insel Ghoramara berichtet. Die Insel Ghoramara ist eine indische Insel. Sie liegt in der Mündung des Ganges und somit außerhalb der Reichweite der Nachrichtenkonsumenten der ARD. Die Gefahr, dass einer, dem von der ARD eine Geschichte über Ghoramara erzählt wurde, nach Ghoramara fährt, um zu prüfen, ob auch stimmt, was ihm erzählt wurde, ist demnach gering.

Wenn in der ARD über Inseln, die Indien vorgelagert sind, berichtet wird, dann kann man fest davon ausgehen, dass es entweder um Umweltverschmutzung oder um die von der ARD so heftig beworbene Klimakatastrophe geht, jene, als deren Folge die „Insel im Meer versinkt“. Sie kennen die Erzählung. Erde wird wärmer. Eis schmilzt. Meeresspiegel steigen. Inseln versinken im Meer. Redakteure freuen sich. Vernehmlich weibliche Klimaaktivisten weinen.

Das narrative Versenken der Insel Ghoramara ist einer der Katastrophenberichte, die die ARD so regelmäßig unter das Volk bringt, damit der Konsument der öffentlich-rechtlichen Kost auch die Geschichte vom menschengemachten Klimawandel frisst.

Der Bericht über die Insel Ghoramara, die wie wir gerade in Google Earth geprüft haben, immer noch nicht untergegangen ist, wohl sehr zum Leidwesen derjenigen, die die Klimakatastrophe so sehnlich herbeiwünschen, hat den Ärger von Dr. habil. Sebastian Lüning, der manchen Lesern vielleicht durch das mit Fritz Vahrenholt publizierte Buch „Die Kalte Sonne“ bekannt ist, erregt.

Lüning ärgert sich nach unserer Beobachtung über Dinge, über die wir uns auch ärgern, zum Beispiel darüber, dass Klimaalarmisten grundsätzlich außer Stande zu sein scheinen oder unwillig zu sein scheinen, mehr als eine Variable zu berücksichtigen, wenn es darum geht, ein Phänomen zu erklären. Gestern hatten wir das Beispiel einer Reihe von Mitgliedern der Charité, die ihren Lesern partout einreden wollen, Wundinfektionen würden WEGEN des Klimawandels zunehmen, ganz so, als hätten die Art der Operation, die Fähigkeit des Operateurs, die Hygiene in Krankenhäusern, das Alter und die Krankheitsgeschichte des Patienten und viele andere Variablen keinerlei Einfluss auf die Frage, ob eine Wundinfektion auftritt oder nicht.

Diese Unfähigkeit oder Unwilligkeit, Ersteres aus Dummheit, Letzteres aus Boshaftigkeit oder Opportunismus ist auch in der ARD-Redaktion vorhanden, in der – wie in vielen Redaktionen – Fundamentalisten sitzen, Fundamentalisten deshalb, weil sie nicht bereit sind in Rechnung zu stellen, dass ein Phänomen eine andere Ursache haben könnte als die, die sie ihren Konsumenten aus ideologischen Gründen vermitteln wollen. Das macht sie zwangsläufig zu Fundamentalisten, denn wären sie bereit, die Existenz alternativer Erklärungen zur Kenntnis zu nehmen, ihr Glaube an die Richtigkeit der eigenen Überzeugung würde in sich zusammenfallen.

Die Tatsache, dass die Insel Ghoramara, die in der ARD als Opfer eines infolge des Klimawandels ansteigenden Meeresspiegels inszeniert werden sollte, kleiner wird, hat eine Vielzahl von Gründen, der ansteigende Meeresspiegel ist keiner davon. Wir stellen einige der Ursachen aus einem Brief zusammen, den Sebastian Lüning an den NDR-Rundfunkrat geschrieben hat:

Ghoramara liegt im Mündungsbereich des Ganges,

Das Mündungsdelta des Ganges ist durch eine starke Strömung ausgezeichnet.

Das Sediment der Insel Ghoramara wird als Folge der starken Strömung ständig umgelagert. Die Insel verschiebt sich.

Wie viele Inseln im Delta eines Flusses, so sinkt auch die Insel Ghoramara ab, sie sinkt schneller als der Meeresspiegel steigt.

Staudämme, die entlang des Ganges gebaut wurden, haben die Sedimentzufuhr zur Insel durch den Ganges reduziert. Die Erosion wird dadurch verschlimmert. Die Erosion, die an der Insel nagt, sie wird auch dadurch verschlimmert, dass die Inselbewohner schützende Mangrovenvegetation beseitigt haben.

Die Grundwasserentnahme durch die Inselbewohner senkt die Insel zudem ab.

Kurz: Es gibt eine Unzahl von Gründen dafür, dass Ghoramara sinkt, keine davon hat etwas mit einem menschengemachten Klimawandel zu tun.





Man sollte denken, eine klare Argumentation, wie die, die sich im Brief Lünings an den NDR-Rundfunkrat findet, sollte selbst bei einem Angestellten öffentlich-rechtlicher Anstalten zumindest einen Aha-Effekt, wenn nicht gar einen Lerneffekt in jedem Fall aber einen „Vorsichts-Effekt“ auslösen, denn die Annahme, man könne seine Konsumenten alles vorsetzen, weil sie alles schlucken, die hat sich gerade als falsch erwiesen.

Indes basieren solche Erwartungen auf der Annahme, man habe es mit einem rationalen Gegenüber zu tun, das Argumente prozessieren kann, ihnen aufgeschlossen gegenübersteht, sie versteht und bewerten kann oder will.

Diese Erwartung ist im Falle der ARD offensichtlich falsch.

In seiner Entgegnung auf das Schreiben von Sebastian Lüning schreibt Kai Gniffke, damals noch Chefredakteur der ARD zunächst, dass man als „Nachrichtenredaktion“ immer eine Auswahl treffen müsse, worüber berichtet werde und sicherstellen müsse, dass die wichtigsten Themen auch ausgewählt würden.

Als Lehrer würde man dem Schüler „Gniffke“ zu seinen Ausführungen sagen müssen, dass sie am Thema vorbeigehen. Denn nicht die Auswahl der Insel Ghoramara als Gegenstand der Berichterstattung, sondern die ART der Berichterstattung über die Insel Ghoramara wird kritisiert.

Zur Art der Berichterstattung hat Gniffke nur zwei Dinge zu sagen. Lüning nenne in seinem Schreiben eine „Vielzahl von Faktoren, die nach seiner Expertise zur Verschlechterung der Lebensbedingungen auf der indischen Insel Ghoramara beitragen … Im Mittelpunkt [des ARD-Beitrags] stand der Klimawandel mit seinen Auswirkungen – dem Anstieg des Meeresspiegels sowie heftigeren und häufigeren Stürmen. Diese Entwicklung trägt wesentlich zur Situation auf Ghoramara bei; und genau darum ging es in dem Bericht aus Anlass der Weltklimakonferenz“.

Der neue Intendant des SWR, Kai Gniffke.

Was macht man mit einer derartigen Weigerung, Argumente zur Kenntnis zu nehmen oder mit einer derartigen Unfähigkeit, Argumente und Fakten zu verarbeiten? Das Problem, das man mit Leuten wie Gniffke hat, ist dasselbe Problem, das man mit religiösen Fundamentalisten hat. Wenn jemand daran glauben will, dass Ungläubige von Gott geschaffen wurden, um die Entschlossenheit seiner Anhänger zu prüfen, einer Entschlossenheit, die sich anhand der Zahl getöteter Ungläubiger belegen lässt, dann wird man diesen jemand nicht davon überzeugen können, dass sein Gott Ungläubige gar nicht zum Abschuss freigegeben hat und, ja man muss es so hart sagen, dass es seinen Gott gar nicht außerhalb dessen, was er sich einbildet, gibt. Ein Appell an die Vernunft scheidet bei Fundamentalisten, bei extrem Gläubigen aus. Sie werden alles tun, um ihren Glauben aufrecht erhalten zu können, ihn gegen jedes Faktum, das ihm widerspricht, verteidigen. Sie werden jede kognitive Dissonanz, die ihnen durch widerstreitende Informationen entsteht, im Keim ersticken und ihr Glaubensgebäude um so vehementer verteidigen, je weniger es mit den Fakten vereinbar ist. Wir sehen eine solche Entwicklung derzeit in der Intensivierung der Versuche, weite Teile der Bevölkerung in Klimapanik zu versetzen.

Nun wären wir vor sechs Jahren als wir ScienceFiles gestartet haben, noch darüber erschrocken gewesen, lernresistente, ja vollkommen lernunwillige (und -unfähige) Glaubensfundamentalisten in den Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Sender zu finden. Heute, nach unzähligen Beiträgen, in denen wir die Manipulationsversuche und Fake News öffentlich-rechtlicher Sende-Anstalten dargestellt haben, sind wir etwas abgestumpft. Wir halten die Klumpung fundamental Gläubiger in Redaktionen nach wie vor für erschreckend, erwarten aber nichts anderes mehr. Die Echozimmer, in denen sich öffentlich-rechtliche Fundamentalisten bewegen, sind mit gepolsterten Wänden versehen und schalldicht. Schreiben, wie das von Sebastian Lüning, die ab und zu die wattierte Welt der Insassen penetrieren, werden regelmäßig zurückgewiesen und hinterlassen keinerlei (Lern-)Effekt bei den öffentlich-rechtlich Internierten.





Und so verwundert es auch nicht, dass Kai Gniffke, in der Art und Weise, wie sie nur Kinder und Fundamentalisten haben, auch auf Nachfrage darauf beharrt, dass „die Lage von Ghoramara in dem kritisierten Bericht zutreffen dargestellt“ worden sei. Das tut er nach dem Hinweis von Sebastian Lüning, dass die von ihm behauptete Zunahmen der Stürme in Menge und Intensität faktisch falsch ist.

Fakten und Glauben passen eben nicht zusammen. Gniffke ist nun zum SWR gewechselt und wird diese Unvereinbarkeit den dort Beschäftigten wohl eindringlich klarmachen. Falls der SWR bislang faktisch berichtet hat, dürfte dies der Vergangenheit angehören.

Der gesamte Schriftwechsel zwischen Sebastian Lüning, dem NDR Rundfunkrat und Kai Gniffke findet sich hier im Blog der „Kalten Sonne“.


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