Frohe CorOstern

Wir wünschen allen Lesern von ScienceFiles “Frohe Ostern” , eigentlich Corostern, denn Ostern 2020 steht natürlich unter dem Zeichen des Sternbilds Virius, das, wie die Astrologie ja seit Jahrzehnten vorhersagt, die Geschicke der Menschen leitet. Wir nehmen das zum Anlass, um an die Zeit vergangener Ostern zu erinnern, als Ostern tatsächlich noch begangen wurde:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

 

Für alle, die es nicht kennen, also vor allem für jüngere Leser, das ist Goethes Osterspaziergang, spazieren gehen, das war in Vor-Coronaler Zeit ein beliebter Zeitvertreib für all diejenigen, die noch kein Smartphone hatten und nicht zur Couch-Potatoe degeneriert waren.

Ostern 2020 ist etwas beeinträchtigt, das, was der Zeit vorausgeht, von der der Bundespräsident in seiner Rede gesagt hat, dass sie anders sein wird als bisher, ist selbst schon anders als bisher. Die Steinmeier-Plattitüde hat natürlich hohen Aktualitätswert, denn jeder kann sie mit dem Sinn füllen, der ihm gerade passend erscheint. Derzeit gilt, für alle, die sich daran halten wollen, wie man hört gibt es dabei systematische Ausnahmen, Kontaktverbot, kein Kirchenbesuch, kein Ausflug, kein Spaziergang in Gruppen, keine Auferstehung:

Aber: Menschen sind Anpassungsfähig, das beweisen sie seit Jahrtausenden. Kulturelle Änderungen haben sich eingestellt, um der neuen Situation Rechnung zu tragen:

Überhaupt ist das Ei ein sehr interessantes Oval. So interessant, dass wir diese interessante Dokumentation über das interessante Ei herausgekramt haben, um sie unseren Lesern anzuempfehlen:

Schließlich und in guter Steinmeischer-Plattituden-Tradition: Es wird nichts so heißt gegessen, wie es gekocht wird, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen und in der Ruhe die Kraft liegt, weshalb Hopfen und Malz nicht verloren sind, denn wir sitzen alle im selben Boot und nur Ratten verlassen das sinkende Schiff, und bedenken Sie: alles hat ein Ende (nur die Wurst hat zwei).

FROHE OSTERN

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