Chinesische Kaderschmieden direkt an deutschen Hochschulen – Konfuzius Institute

Haben Sie schon einmal etwas von “Konfuzius Instituten” gehört?
Wenn nein. Hier ein paar Grundlagen:

Konfuzius Institute, sind Institute, die von der chinesischen Regierung finanziert werden. Derzeit gibt es rund 500 solcher Institute weltweit.
19 davon befinden sich an deutschen Universitäten, denn im Gegensatz zu z.B. Goethe Instituten werden Konfuzius Institute direkt auf einem Hochschulcampus installiert. Dozenten, Lernmaterialien, Ausstattung und Finanzmittel stellt China, die kooperierende Universität stellt die Räumlichkeiten. Die 19 Konfuzius-Institute in Deutschland finden sich an den folgenden Hochschulen:

Quelle: Bundestags-Drucksache 19/15560

Konfuzius-Institute sind finanziell und personell direkt von China abhängig, unterstehen dem sogenannten Hanban, dem “Staatlichen Führungsgruppenbüro für die internationale Verbreitung der chinesischen Sprache”. Hanban wiederum ist dem “Zentralen Propaganda-Department der Kommunistischen Partei Chinas unterstellt”, das schreibt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Brandenburg (Bundestags-Drucksache 19/15560).



Der Kooperationsvertrag zwischen Hanban und der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf wurde 2016 gekündigt. Die Vertragsdauer beträgt fünf Jahre, d.h. Ende 2020 ist für die Zusammenarbeit zwischen der Heinrich-Heine-Universität und dem dort ansässigen Konfuzius-Institut die deadline. Grund der Kündigung: Der Verdacht auf chinesische Staatspropaganda vertrieben über das Konfuzius-Institut.

Offiziell wollen die Konfuzius-Institute die Kenntnis über chinesische Sprache und Kultur verbreiten. Inoffiziell gibt es eine ganze andere Agenda. Die Bundesregierung schreibt dazu:

“Im Januar 2018 hat die sogenannte „Kleine Führungsgruppe zur Vertiefung umfassender Reformen“, ein zentrales Führungsgremium der Kommunistischen Partei Chinas unter Vorsitz von Staats- und Parteichef Xi Jinping, eine Reform der Konfuzius-Institute angestoßen. Künftig sollen die Konfuzius-Institute einen Fokus auf den „Aufbau einer sozialistischen Kultur“ und Unterstützung einer „Diplomatie chinesischer Prägung“ legen. Dies soll durch eine stärkere ideologische Vorbereitung des ins Ausland entsandten chinesischen Lehrpersonals erfolgen.”

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das heutige Regime der KPCh, sich von dem in 1989 (Deng Xiaoping) auch nur geringfügig unterscheidet.

Mit anderen Worten, die Kommunistische Partei von China (KPCh) betreibt mit den Konfuzius-Instituten ganz offen Kaderschmieden, in denen Studenten im Sinne einer sozialistischen Kultur manipuliert werden sollen, was man darunter zu verstehen hat, dazu genügt ein Blick nach China oder ein Blick in die Tagesschau, in der man heute entdeckt hat, was wir schon vor Monaten geschrieben haben: China geht rigoros gegen jeden Regimekritiker vor, unterdrückt die Meinungsfreiheit, ignoriert basale Grundrechte von Menschen und hat eine totalitäre Herrschaft über die eigene Bevölkerung gestülpt, die letztere zum Leben in einem großen Gefängnis verdammt – wie im Kommunismus so üblich. Die Konfuzius-Institute sollen international dazu eingesetzt werden, dieses Gefängnis in einem anderen Licht erscheinen zu lassen, Diskussionen über Menschenrechtsverletzungen in Tibet, gegenüber den Mitgliedern von Falun Gong, gegenüber Uiguren zu unterdrücken und Kritik am Versuch, Taiwan zu okkupieren, Hongkong den autonomen Status zu entziehen, der bei Übergabe der britischen Kolonie an China 1997 festgeschrieben wurde und vielem mehr mit der sozialistischen Sprechweise zu begegnen, die aus einem Massenmord eine Kulturrevolution macht. Es ist vermutlich kein Zufall, dass China versucht, über “Kultur” Einfluss auf den akademischen Nachwuchs anderer Länder zu gewinnen.



Und während die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Anfrage von Jens Brandenburg erklärt, man werde die Freiheit von Wissenschaft und Lehre “verteidigen” und die Bestrebungen Chinas entsprechend beobachten, sei aber, aufgrund der Kulturhoheit der Länder nicht zuständig, regt sich in den USA erheblicher Widerstand. Dort haben Studenten, also diejenigen, die es angeht, die in Deutschland aber ideologisch kaum von der KPCh verschieden sind, weshalb sich hier kein Widerstand regt, das Athenai Institut gegründet, dessen Ziel es ist, Konfuzius-Institute und damit den chinesischen Einfluss von US-amerikanischen Universitäts-Campussen zu entfernen. Am 13 Mai, also vor wenigen Tagen, hat das Athenai Institut den Washington Appeal veröffentlicht, der sich explizit gegen die Konfuzius-Institute und den Versuch der Chinesischen Regierung richtet, Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit auch an US-amerikanischen Universitäten zu unterdrücken.

Der zentrale Teil des Appeal, der insofern eine Besonderheit ist, als jede Behauptung, die darin aufgestellt wird, belegt wird, umfasst die folgende Zusammenstellung:

Studenten bringen einen angeschossenen Kommilitonen ins Krankenhaus (1989 – Tiananmen Square Massaker)
  • Mit den Konfuzius Instituten hat die Kommunistische Partei Chinas Außenstellen geschaffen, die dazu dienen, Einfluss auf die politische Willensbildung an den Hochschulen der Zielländer zu nehmen, die einem strikten autoritären Regime unterworfen sind. An Konfuzius Instituten werden ureigene chinesische Themen, die die KPCh als feindliche Themen ansieht, unterdrückt und es werden Desinformationen und Propaganda, z.B. über die Annexion von Tibet oder die Behandlung der Uiguren verbreitet.
  • Es wird versucht, Studenten daran zu hindern, Vereinigungen wie “Students for Free Tibet” beizutreten, also versucht, die Vereinigungsfreiheit zu beseitigen;
  • Studenten, die chinesische Praktiken gegenüber Regimekritikern kritisieren, wird mit Konsequenzen gedroht;
  • Es wird versucht zu verhindern, dass Regimekritiker oder chinesische Bürgerrechtler an Universitäten der USA Vorträge halten können;
  • Generell zielen die Einflussnahmen darauf, eine eigene Urteilsbildung durch Studenten zu behindern oder zu verunmöglichen;
  • Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit werden unterdrückt, sofern sie mit den Interessen der KPCh kollidieren;
  • Mit anderen Worten: Die KPCh versucht, über ihre Konfuzius Institute das, wofür Wissenschaft steht: Offenheit, keine Tabus, keine ideologische Einflussnahme, keine Denkverbote, Wettbewerb der Ideen, zu zerstören und durch ein Parteiregime zu ersetzen;
Kommunistische Kulturform zur Behandlung kritischer Studenten (1989 – Tiananmen Square Massaker)

Wenn man diese Liste liest, dann drängen sich die Gemeinsamkeiten zwischen der Art und Weise, in der die KPCh über Konfuzius Institute versucht, auf Hochschulen Einfluss zu nehmen, dort Denk- und Redeverbote durchzusetzen und nur die eigenen Aussagen als einzig autorisierte Aussagen, als Wahrheit zuzulassen, und dem, was linke ASten oder Genderisten an deutschen Hochschulen veranstalten, auf. Man ist offensichtlich eines gemeinsamen Geistes und nutzt dieselben Methoden, um Kritik oder Informationen, die dem, was als offizielle Wahrheit durchgesetzt werden soll, widersprechen, zu unterdrücken. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass es bislang von deutschen Hochschulen keine Initiative, die der aus den USA vergleichbar wäre, zu vermelden gibt. Die ideologische Nähe zwischen KPCh, Genderista und ASten ist einfach zu groß…

Wir haben zum Ende dieses Posts noch ein Interview mit Rory O’Connor, dem Präsidenten des Athenai Instituts angefügt, in dem einige der Punkte, die wir hier nur angerissen haben, vertieft werden.


Bildernachweis: Bilder des Tiananmen Square Massakers; China News Digest International, Inc. (CND)

Von April bis Anfang Juni 1989 haben auf dem Tiananmen Square in Peking vorwiegend Studenten gegen das Regime der KPCh und für mehr Freiheit und Demokratie demonstriert. Bis zu einer Million Menschen sollen sich an unterschiedlichen Tagen auf dem Tiananmen Square aufgehalten haben. Anfang Juni (3.-4. Juni) hat die KPCh Militäreinheiten mit der Aufgabe betraut, den Platz zu räumen. Dabei kamen Panzer und Infantrieeinheiten zum Einsatz. Es wurde wahllos auf die Menschen auf dem Platz geschossen. Die Zahl der Opfer bewegt sich zwischen mehreren Hundert und mehreren Tausend Toten in Peking alleine. Wie immer, zählt der einzelne Mensch in Kommunistischen Regimen nichts, weshalb bis heute kein besonderer Wert auf die akkurate Erfassung der Opfer des Regimes gelegt wurde.


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