Normalisierung von Wahnsinn: In Deutschland werden logische Fehler zum Standard

Dass es mit einer Gesellschaft bergab geht, das merkt man auch daran, dass der öffentliche Diskurs zunehmend von den Ideologen übernommen wird, also von Dummen, die kein Interesse daran haben, Argumente zu tauschen und über die richtige Interpretation von Fakten zu streiten, sondern daran, das, was sie sich als ihre Wahrheit einbilden, allgemeinverbindlich zu machen. Einschüchterung von Kritikern, der Versuch, Kritik zu unterdrücken oder zu verunmöglichen, sie zum Sakrileg zu stigmatisieren, sind die Mittel, die die entsprechenden Ideologen in der Regel dann wählen, wenn sie noch nicht zu offener Gewalt übergegangen sind oder noch nicht zu offener Gewalt übergehen können.

Deutschland befindet sich noch im Vorstadium zur offenen Gewalt. Die Unterdrückung von Meinungen, die Hexenjagd auf Kritiker und diejenigen, die Kritik aufnehmen, die Verfolgung von ideologischen Gegnern, sie stehen derzeit hoch im Kurs.

Dabei zeigt sich die Dummheit der Ideologen daran, dass sie sich ohne mit der Wimper zu zucken, als denkunfähig ausweisen. In diesem Zusammenhang wird der Fehlschluss ad hominem, der Angriff auf die Person immer bedeutsamer.

Die ihn begehen, sind der irrigen Ansicht, die Richtigkeit einer Aussage hänge davon ab, wer sie macht. Dieser Fehlschluss kommt in zwei Varianten, jede davon ist auf ihre Weise Ausdruck geistiger Behinderung.

Variante 1 liegt vor, wenn nicht die Aussage, sondern der Aussagende abgelehnt wird. Wenn z.B. ein Mitglied der AfD sagt, dass die Sonne im Osten aufgeht, dann wird diese Aussage diskreditert, weil sie von einem AfD-Mitglied gesagt wurde.

In Variante 1 wird immerhin noch der Inhalt der Aussage berücksichtigt. Aber zwangsläufig machen sich diejenigen, die korrekte Aussagen nur deshalb ablehnen, weil sie von den aus ihrer Sicht Falschen gemacht wurden, über kurz oder lang lächerlich, da sie inhaltlich nichts zu sagen haben.

Deshalb wird in Variante 2 der Inhalt gleich ganz gestrichen.
Nun wird nur die Quelle betrachtet und deren Nutzung bekämpft. Variante 2 ist ein Mittel totalitärer Systeme, das sich Zensur nennt und heute ausgerechnet von denen, die sich für tolerant halten, angewendet wird, was sie wiederum als autoritäre Persönlichkeiten identifiziert.

So hat sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) einem Shitstorm durch autoritäre Persönlichkeiten ausgesetzt gesehen, weil er es gewagt hat, die Epoch Times zu verlinken bzw. einen Tweet der Epoch Times zu teilen. Der Inhalt dessen, was Haseloff geteilt hat, spielte dabei zu keinem Zeitpunkt eine Rolle. Der Mob der mental Retardierten und der Logik Unkundigen ist über Haseloff wegen Epoch Times, nicht wegen dem, was Epoch Times geschrieben haben, hergefallen. Haseloff hat sich schnell entschuldigt und Abstinenz von der Epoch Times für alle Zeiten gelobt.

 

Offensichtlich fehlt Herrn Haseloff die Courage, sich gegen den Ansturm der Dummen zu stellen und offensichtlich fehlt ihm das Rückgrat, um zu seiner Meinung und seinen Prinzipien zu stehen.

Zurück ins Jahr 1819: Es Metternicht an deutschen Universitäten.

1819 ist das Jahr der Karlsbader Beschlüsse. Die Herrscher von Österreich, Preußen, Hannover, Sachsen, Bayern, Württemberg, Baden, Nassau und beiden Mecklenburgs nahmen die Ermordung von August von Kotzebue zum Anlass, um u.a. die Presse- und Meinungsfreiheit zu beseitigen. Von Kotzebue so etwas wie das Symbol einer reaktionären Politik, die von einer nationalen Einheit Deutschlands und dem damit verbundenen Traum der Weltgeltung nichts wissen und statt dessen in der kleinstaatlichen Willkür verharren wollte. Ermordet wurde von Kotzebue in Mannheim von dem Burschenschaftler Karl Ludwig Sand, der in von Kotzenbue einen „Landesverräter“ und „Volksverführer“ [O-Ton aus dem Tagebuch von Sand] sah.

Die Ermordung von Kotzebues wurde von manchen Studenten geradezu frenetisch gefeiert, was wiederum die Vertreter der genannten Staaten des Deutschen Bundes zum Anlass nahmen, um die Pressefreiheit zu beseitigen, Rufe nach staatlicher Einheit zu unterdrücken und Burschenschaften zu verbieten. Zudem wurde mit den Karlsbader Beschlüssen an Universitäten ein Kontrollsystem installiert, das man in Form von Frauenbeauftragten und denen, die über die Einhaltung von allem, was im Kontext des Genderismus als Wahrheit gefeiert wird, vom Binnen-I bis zum ewigen weißen Rassisten, heute wieder findet. Der Hass gegen Burschenschaftler, den deutsche Fürsten, Könige und ihre Vasallen 1819 ausgezeichnet hat, er findet sich heute bei denen, die sich für progressiv halten (warum auch immer), und die kaum weniger fürstlich und herrschaftlich sein könnten, bei Antifa, AStA und bei all den Studenten, die denken, sie seien nicht nur links, sondern auch gut.

Wir geben im Folgenden einen Teil der Karlsbader Beschlüsse vom 20. September 1819 wieder, wie sie sich im Bundesarchiv in Koblenz finden lassen. Die Karlsbader Beschlüsse sind nicht nur ein Stück Geschichte, sie sind auch ein Stück Geschichte, aus dem offensichtlich niemand gelernt hat, schon gar nicht diejenigen, die eigentlich an Universitäten sind, um zu lernen.

Die Beseitigung von Wissenschaftsfreiheit und die Einsetzung politischer Kommissare:

§. 1. Es soll bei jeder Universität ein mit zweckmäßigen Instructionen und ausgedehnten Befugnissen versehener, am Orte der Universität residirender, außerordentlicher landesherrlicher Bevollmächtigter, entweder in der Person des bisherigen Curators oder eines andern, von der Regierung dazu tüchtig befundenen Mannes angestellt werden.
Das Amt dieses Bevollmächtigten soll sein, über die strengste Vollziehung der bestehenden Gesetze und Disciplinar-Vorschriften zu wachen, den Geist, in welchem die akademischen Lehrer bei ihren öffentlichen und Privatvorträgen verfahren, sorgfältig zu beobachten, und demselben, jedoch ohne unmittelbare Einmischung in das Wissenschaftliche und die Lehrmethoden eine heilsame, auf die künftige Bestimmung der studierenden Jugend berechnete Richtung zu geben, endlich Allem, was zur Beförderung der Sittlichkeit, der guten Ordnung und des äußern Anstandes unter den Studierenden dienen kann, seine unausgesetzte Aufmerksamkeit zu widmen.
[…]

Die Beseitigung der Meinungsfreiheit an Universitäten:

§. 2. Die Bundesregierungen verpflichten sich gegeneinander, Universitäts- und andere öffentliche Lehrer, die durch erweisliche Abweichung von ihrer Pflicht oder Ueberschreitung der Grenzen ihres Berufes, durch Mißbrauch ihres rechtmäßigen Einflusses auf die Gemüther der Jugend, durch Verbreitung verderblicher, der öffentlichen Ordnung und Ruhe feindseliger oder die Grundlagen der bestehenden Staatseinrichtungen untergrabender Lehren, ihre Unfähigkeit zu Verwaltung des ihnen anvertrauten wichtigen Amtes unverkennbar an den Tag gelegt haben, von den Universitäten und sonstigen Lehranstalten zu entfernen, ohne daß ihnen hierbei, so lange der gegenwärtige Beschluß in Wirksamkeit bleibt, und bis über diesen Punkt definitive Anordnungen ausgesprochen sein werden, irgend ein Hinderniß im Wege stehen könne.
[…]

Das Verbot von Burschenschaften und Radikalenerlass:

§. 3. Die seit langer Zeit bestehenden Gesetze gegen geheime oder nicht autorisirte Verbindungen auf den Universitäten sollen in ihrer ganzen Kraft und Strenge aufrechterhalten, und insbesondere auf den seit einigen Jahren gestifteten, unter dem Namen der allgemeinen Burschenschaft bekannten Verein um so bestimmter ausgedehnt werden, als diesem Verein die schlechterdings unzulässige Voraussetzung einer fortdauernden Gemeinschaft und Correspondenz zwischen den verschiedenen Universitäten zum Grunde liegt. Den Regierungs-Bevollmächtigten soll in Ansehung dieses Punktes eine vorzügliche Wachsamkeit zur Pflicht gemacht werden.
Die Regierungen vereinigen sich darüber, daß Individuen, die nach Bekanntmachung des gegenwärtigen Beschlusses erweislich in geheimen oder nicht autorisirten Verbindungen geblieben oder in solche getreten sind, bei keinem öffentlichen Amte zugelassen werden sollen.

Wer behauptet eigentlich, dass sich Geschichte nicht wiederholt?

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1849 war mehr Meinungsfreiheit garantiert als heute

Wie frei ein Land, das sich als frei bezeichnet, wirklich ist, zeigt sich oft erst, wenn man einen Vergleich anstellt, z.B. einen Vergleich zwischen dem modernen Grundgesetz und der Verfassung, auf die sich die Nationalversammlung in der Paulskirche im Jahre 1849 geeinigt hat.

Artikel 5 des Grundgesetzes lautet:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

Damit sind Meinungsfreiheit und Pressefreiheit zwar generell gegeben, aber zugleich ist die Möglichkeit formuliert, beide einzuschränken, und zwar durch allgemeine Gesetze. Es ist staatlichen Instanzen somit die Möglichkeit eingeräumt, die Meinungsfreiheit ihrer Bürger und die Freiheit der Presse einzuschränken. Die Menge der einschränkenden Gesetze ist umfangreich, der Jugendschutz der derzeit beliebteste Vorwand, um Meinungsfreiheit faktisch außer Kraft zu setzen.

Im Vergleich dazu steht in Artikel IV § 143 der Verfassung von 1849 zu lesen:

§ 143. Jeder Deutsche hat das Recht, durch Wort, Schrift, Druck und bildliche Darstellung seine Meinung frei zu äußern.

Die Preßfreiheit darf unter keinen Umständen und in keiner Weise durch vorbeugende Maaßregeln, namentlich Censur, Concessionen, Sicherheitsbestellungen, Staatsauflagen. Beschränkungen der Druckereien oder des Buchhandels, Postverbote oder andere Hemmungen des freien Verkehrs beschränkt, suspendirt oder aufgehoben werden.

Über Preßvergehen, welche von Amts wegen verfolgt werden, wird durch Schwurgerichte geurtheilt.

Die Freiheit der Meinung wird somit unbedingt garantiert. Egal, welche Meinung man vertritt, es gibt dafür keine Grenzen, die z.B. von Jugendschutz oder anderen allgemeinen Gesetzen bestimmt werden. Während also die Paulskirchenverfassung jedem Deutschen die Fähigkeit zugesteht, seine Meinung nicht nur zu äußern (und zu begründen), sondern auch die eventuellen Folgen seiner Meinung zu tragen, geht das Grundgesetz davon aus, dass man bestimmte Meinungen unterdrücken bzw. als nicht durch das Recht auf Meinungsfreiheit gedeckte Meinungen ächten müsse. Das Grundgesetz gibt somit dem Gesetzgeber die Möglichkeit, den Meinungsmarkt nach eigenem Gutdünken einzuschränken, die Paulskirchenverfassung gibt dem Gesetzgeber keine derartige Freiheit in die individuelle Freiheit, eine Meinung zu äußern, einzugreifen.

Einschränkungen werden nur mit Blick auf Presseerzeugnisse formuliert. Es gibt Preßvergehen, über die Schwurgerichte urteilen sollen. Preßvergehen sind im 19. Jahrhundert u.a. der Hochverrat, die Beleidigung oder die Gotteslästerung gewesen. Die Presse wird somit auf den moralischen Kodex verpflichtet, der zur damaligen Zeit galt. Gleichzeitig wird die Möglichkeit staatlicher Zensur ausgeschlossen und auch nicht über die Hintertür wieder erlaubt, wie das im Grundgesetz der Fall ist. Gewährleistet ist damit ein uneingeschränkter, freier Verkehr und damit Wettbewerb der Meinungen.

Mit anderen Worten: Die Paulskirchenverfassung aus dem Jahre 1849 garantiert Bürgern und Presse mehr Freiheit als es das Grundgesetz tut. Einschränkungen des Rechts auf Meinungsfreiheit durch z.B. ein Netzwerkdurchsetzungsgesetz wären auf Grundlage der Paulskirchenverfassung nicht möglich gewesen.

Der Unterschied zwischen beiden Verfassungen besteht natürlich darin, dass die Paulskirchenverfassung eine von unten nach oben diktierte Verfassung ist, deren Ziel darin besteht, die Rechte von Regierenden zu beschränken, während das Grundgesetz eine von oben nach unten diktierte Verfassung ist, deren Ziel darin besteht, den Regierten Rechte zuzugestehen.

Nicht jeder Fortschritt, ist ein Fortschritt zum Besseren.

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Deppendiskurs: Pluralismus ist nicht per se gut

Pluralismus ist gut. So wie Vielfalt gut ist. Wer an diesen ewigen Wahrheiten zweifelt, ist ein rechter Populist, Radikaler oder Extremist, in jedem Fall kein guter. So kann man den Diskurs, der in Mainstream-Medien geführt, von Politikern und anderen ideologischen Funktionären und von denen, die sich schon im Jugendalter nichts anderes vorstellen können, als sich beim Mainstream anzudienen, zusammenfassen.

Wir werfen den Handschuh in den Ring.

Pluralismus und Vielfalt sind nicht per se gut.

Damit Pluralismus wirken kann, bedarf es der Kriterien, der Regeln und eines evolutionären Prinzips, das dafür sorgt, dass idiotische Ideen, dumme Lebensentwürfe und schädliche Theorien als solche identifiziert und ausgeschieden werden. Josef Schumpeter hat ein solches Prinzip in seinem Schriften mit denen er die evolutionäre Ökonomik begründet hat, ebenso entworfen, wie Friedrich August von Hayek oder Karl Raimund Popper. Für Schumpeter wie für Hayek ist der Erfolg am Markt das Prinzip, das dafür sorgt, dass Dummes, Falsches und Schädliches sich bestenfalls kurz halten kann. Popper hat den Wettbewerb der Ideen und Theorien darüber, welche die Wirklichkeit am besten vorherzusagen in der Lage ist, als Prinzip eingeführt, um pluralistischen Wildwuchs und Vielfalt der Idiotie einzudämmen bzw. auszuscheiden.

Und genau hier beginnt das Problem mit dem, was derzeit als Pluralismus gilt.

Keines der genannten Kriterien findet derzeit in den Echozimmern, die von Politikern, Funktionären und ihrem Nachwuchs bewohnt werden, Verwendung. Am besten sichtbar ist dies daran, dass jeder Unsinn behauptet und verbreitet werden kann, ohne dass es für den, der den Unsinn verbreitet, Konsequenzen hat. Man kann ungestraft behaupten, die Fluginsektenpopulation sei um 75% dezimiert, behaupten, Frauen würden beim Entgelt benachteiligt, ohne in die Klapse gesteckt zu werden, man kann, nachdem man den Nachweis darüber geführt hat, dass man moralisch nicht integer ist, z.B. durch eine Tätigkeit für die Staatssicherheit der DDR oder durch Drogenbesitz so tun als sei nichts gewesen und sich zur Instanz für Religion, Moral und die korrekte Behandlung von anderen aufschwingen.

Die Mechanismen, die verhindern, dass diejenigen, die bereits bewiesen haben, dass von ihnen kein Beitrag zum Fortschritt einer Gesellschaft, sondern bestenfalls ein Beitrag zum Niedergang zu erwarten ist, versagen: Sie werden nicht aus dem öffentlichen Diskurs beseitigt, sie werden nicht aus den Netzwerken von Ministerien die Steuermittel kanalisieren, entfernt, kurz: sie verbreiten weiter ihren Unsinn, tragen weiter dazu bei, dass der öffentliche Diskurs mit Inhalten überschwemmt wird, die den intellektuellen Bestand und in jedem Fall die intellektuelle Gesundheit von Mitgliedern und letztlich der gesamten Gesellschaft gefährden. Und jenseits davon, verhindern diese verbalen Müllschleudern, intellektuellen Fortschritt, da man gezwungen ist, die wenigen gehaltreichen Beiträge im Meer des pluralistischen Blödsinns zu suchen.

Zwei neue Beispiele dieses Funktionsversagens, das dazu führt, dass sich Pluralismus zur Gefahr für den Bestand einer Gesellschaft entwickelt, eben weil es keinen Mechanismus gibt, um Unsinn, Falsches und Schädliches auszumerzen, sind uns heute besonders aufgefallen.

Hadmut Danisch hat sich seinen Freitagabend damit verdorben, einer vermeintlichen Podiumsdiskussion in Berlin beizuwohnen: „#NoNazis: Wie organisieren wir uns gegen die AfD? @ aquarium am 27.10.17.“ Das Podium, das Hadmut geboten wurde, es war bestückt mit

 Mohamed Amjahid (Autor „Unter Weißen“, Zeit-Journalist)
 Fatma Aydemir (Schriftstellerin, taz-Journalistin, versuchte sich hier als Moderatorin)
 Enrico Ippolito (Kulturchef Spiegel Online)
 Hengameh Yaghoobifarah (Missy Magazine, taz-Kolumnistin)

Vier Personen, die es zum Journalisten gebracht und die Gelegenheit der Podiumsdiskussion genutzt haben, das völlige Fehlen einer Berechtigung oder auch Befähigung für diese Tätigkeit nachzuweisen. Wir empfehlen allen, die sich die intellektuelle Leere, die in Teilen Deutschlands als Pluralismus missverstanden wird, zu Gemüte führen wollen, den Beitrag von Hadmut in Gänze zu lesen. Den Beitrag zu einer Podiumsdiskussion, deren Moderatorin sich nicht entblödet, drei der vier Gestalten von oben als „drei der klügsten Menschen des Universums“ zu bezeichnen. Nach so einer Overture weiß man mit Sicherheit, dass nur noch ein Scherzo, aber kein Finale mehr zu erwarten ist. Das Highlight aus der Zusammenfassung seiner Eindrücke, das Hadmut Danisch formuliert hat, wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten:

„Die schimpfen und schimpfen und schimpfen und haben nicht die geringste Ahnung, was in der deutschen Politik so läuft. Da brennt nicht mal ein trübes Licht. “

Dass es Ahnungslose wie die oben genannten in Deutschland in irgend eine Form von Öffentlichkeit schaffen, zeigt, dass freier Pluralismus, in dem keinerlei Kriterium vorhanden ist, das Unsinn, Falsches und Schädliches ausscheidet, einen informierten Diskurs unmöglich macht und letztlich zur Verblödung all derer führen kann, die mit dem Unsinn, Falschen und Schädlichen inkubiert werden.

Das zweite Beispiel stammt aus Hamburg.

Dort hat das Studentenparlament der Universität Hamburg getagt.
Und anlässlich dieser Tagung wurde Maurice Gesser vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten von vier schwarz vermummten Feiglingen geschlagen und getreten.

Denn: Gesser ist Mitglied im Corps Rhenania Hamburg. Das Corps beschreibt sich selbst als „eine farbentragende und schlagende Verbindung“ und ansonsten kann jeder Mitglied werden, der will, solange er sich der Mensur unterzieht, also dem unter deutschen Studenten einst beliebten, wenngleich lächerlichen Ritual, bei dem zwei Studenten mit verbundenen Augen einen Degen gegeneinander führen. Ansonsten ist das Corps Rhenania harmlos, Tolerant und legt keinerlei Wert darauf, dass alle Mitglieder dieselbe politische Meinung haben.

Bei den Grünen ist das anders. Bekanntermaßen sind die Grünen ein Haufen von Ideologen, die in ihren Reihen niemanden dulden, der auch nur verschämt darauf hinweist, dass selbst Rechte Argumente machen können. Um nicht in die Verlegenheit zu kommen, sich mit Argumenten auseinandersetzen zu müssen, die der eigenen Überzeugung widersprechen könnten, haben Grüne ein einfaches Stimulus-Response-Modell entworfen, in dem Begriffe zu „Feindanzeigern“ umfunktioniert werden. Der Begriff „Burschenschaft“ ist ein solcher Begriff. Fällt er, dann erfolgt kollektive Erregung unter anwesenden Grünen. Kollektive Erregung wiederum verhindert Denken, womit der Zweck, nicht über Argumente, die die eigene Überzeugung zum Einsturz bringen könnten, sprechen zu müssen, erfüllt wäre.

In einem normalen Diskurs sind solche primitiven Formen der Selbsttäuschung natürlich nicht überlebensfähig. Pluralismus als Wettbewerb verstanden, würde Anhänger solcher Stimulus-Response-Modelle sofort aus dem Wettbewerb ausscheiden. Ein Grund, warum nicht zuletzt Grüne so große Probleme mit Wettbewerb haben.

Doch zurück nach Hamburg. Dort hat die Grüne Jugend, also diejenigen, die bereits in jungen Jahren das Denken zu Gunsten der Übernahme von Inhalten und zum Auswendiglernen von Feindanzeigern aufgegeben haben, den Vorfall im Studentenparlament zum Anlass genommen, nicht etwa die Tatsache zu verurteilen, dass ein Mensch von vier Gewalttätern verprügelt wurde, sondern dazu, diesen Menschen, Maurice Gesser, aufgrund seiner Mitgliedschaft im Corps Rhenania zu diskreditieren.

So verweist Laura Franzen von der Grünen Hochschulgruppe darauf, dass die Mitgliedschaft von Gesser zwar nicht gegen die Unvereinbarkeit der Übernahme eines Amtes z.B. im Studentenparlament und einer Mitgliedschaft in der „Deutschen Burschenschaft“ verstoße, aber dem Geist der Bekundung. Früh übt sich, wer im Irrenhaus enden soll. Corps Rhenania ist nicht Mitglied der Deutschen Burschenschaft. Einer Mitgliedschaft Gessers im Studentenparlament steht somit nichts im Wege außer der Unfähigkeit von Laura Franzen, eine einfach Transferaufgabe der Art zu lösen, dass dann, wen A B ausschließt und Nicht-A gegeben ist, was wohl folgt? Abgesehen davon ist es interessant festzustellen, wie weit die Intoleranz an deutschen Universitäten schon fortgeschritten ist und wie normal es für manche der idelogisierten Studenten bereits ist, dies auch öffentlich zu bekunden.

Den Vogel schießt jedoch Svenja Horn ab. Sie schreckt nicht davor zurück, sich öffentlich mit der folgenden Aussage lächerlich zu machen, wobei es immer wieder erstaunlich ist, dass ausgerechnet diejenigen, die für sich in Anspruch nehmen, so reflexiv zu sein, keinerlei Fähigkeit zur Reflexion zu haben scheinen (und die die angeblich für Pluralität und Vielfalt eintreten, sind vollkommen unfähig, zu differenzieren):

[1]”Burschenschaften, Corps, und ideologisch verwandte Verbindungen sind mit ihren [2] rassistischen, sexistischen und nationalistischen Einstellungen [3] ein Hort von rechtem Gedankengut. Diese Form der [4] organisierten Ungleichheitsideologie steht gegen [5] unsere Überzeugung der Gleichwertigkeit aller Menschen und [6] bedeutet eine strukturelle Form von Gewalt.”

Wir haben einmal die Stationen durchnummeriert, in denen man sich um den Verstand reden kann. Beim Grünen Nachwuchs, von dem man sich fragt, was er ausgerechnet an Universitäten will, geht das so: [1] wird mit [2] Einstellungen gleichgesetzt, von denen Horn denkt, sie seien negativ bewertet. Die Gleichsetzung in [2] wird dann in [3] noch einmal, dieses Mal mit dem Negativum „rechtes Gedankengut“ bekräftigt. Nachdem [1] mit [2] und [3] gleichgesetzt wurde, wird [1] noch mit [4] gleichgesetzt und da [4] das Gegenteil von [5] ist, ist es kein Wunder, dass Horn feststellt, [1] sei mit [5] nicht vereinbar. Wohlgemerkt, Horn kommt bei diesem Schluss auf Basis von ausschließlich Phantasie an. An keiner Stelle erfolgt ein empirischer Bezug. Dummerweise wird mit dem Bezug von [6] auf [5] ein wissenschaftliches Konzept eingeführt, und zwar falsch.

Strukturelle Gewalt ist, wie der Name schon sagt, strukturell. Sie kann nur von Strukturen ausgehen. Nun sind Strukturen keine aktiven Handelnden. Entsprechend muss die Wirkung struktureller Gewalt davon ausgehen, dass bestimmte Handlungsoptionen von bestimmten Menschen in bestimmten Situation durch die Strukturen verunmöglicht werden. Strukturelle Gewalt liegt somit vor, wenn Männer daran gehindert werden, wegen ihres Geschlechts eine bestimmte Position zu besetzen, weil die entsprechende Position im Rahmen des Professorinnenprogramms Frauen vorbehalten ist. Strukturelle Gewalt liegt auch vor, wenn Gefängnisinsassen daran gehindert werden, einmal im Monat ein Kino oder ein Theater oder ein Restaurant zu besuchen oder Freunde zu sich zum essen einzuladen. Zudem gelten Gefängnisinsassen nach der Definition von relativer Armut, die die Bertelsmann-Stiftung vorgelegt hat, noch als arm und nicht nur struktureller Gewalt unterworfen. Wenn es jemanden geben sollte, der sich durch die Existenz des Corps Rhenania struktureller Gewalt ausgesetzt fühlt: Bitte kontaktieren Sie einen Spezialisten der Psychiatrie oder Neurologie.

Die beiden Beispiele zeigen deutlich, wie in Deutschland an keinerlei Kriterien gebundener Pluralismus dazu führt, dass Unsinn, Falsches und Schädliches in die Öffentlichkeit gelangt. Das Bedenkliche an den Beispielen ist, dass die mangelhafte Ausmerzung von Unsinn, Falschem und Schädlichem auf mehreren Ebenen vorhanden ist. Sie findet sich an Universitäten und damit an den Stätten, die eigentlich dem Erwerb von Kompetenzen dienen sollen, die dabei helfen, Falsches, Schädliches und Unsinn zu identifizieren und auszuscheiden. Dass sie zu Stätten werden, von denen aus Falsches, Schädliches und Unsinn verbreitet werden, ist nicht vorgesehen, so wenig wie vorgesehen ist, dass ausgerechnet unter Journalisten, von denen besonders naive Politikwissenschaftler immer noch der Ansicht sind, sie seien eine Art Kontrollinstanz, Personen zu finden sind, die Falsches, Schädliches oder Unsinn verbreiten.

Nun wird es Falsches, Schädliches oder Unsinn im öffentlichen Diskurs immer geben. Das besondere an der derzeitigen Situation besteht auch nicht darin, dass es Falsches usw. gibt, es besteht darin, dass Falsches, Schädliches und Unsinn in einer Menge den öffentlichen Diskurs überschwemmt und sich dort festsetzt, dass es langsam unmöglich ist, einen informierten Diskurs zu führen.

Zeit für einen eisernen Besen.

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Rassistische Denkstrukturen: Goethe wäre heute an seiner Uni in Frankfurt nicht erwünscht

Gut, das Johann Wolfgang von Goethe bereits tot ist.

Wäre er nicht tot, er wäre unerwünscht; Persona non grata; und zwar ausgerechnet an der Universität, die seinen Namen trägt.

Dort haben sich „rund 60“ Personen, Laiendarsteller, die an öffentlichen Bildungseinrichtungen aus nicht nachvollziehbaren Gründen geduldet werden, als aufgeklärter Diskurs etabliert. Von hieraus bekämpfen sie alles, was sie für „fernab“ dieses „aufgeklärten Diskurses“ halten. Fern ist auch die Diagnose, die sie ihren Einschätzungen zu Grunde legen, wie z.B. die Ferndiagnose, die sie Rainer Wendt im Hinblick auf seine Denkstrukturen erstellt haben. Rassistisch seinen seine Denkstrukturen. Keinerlei wissenschaftliches Mittel, keim Kernspintomograph oder sonstiges Instrumentarium ist bei dieser Diagnose zum Einsatz gekommen, nicht einmal eine Schlußfolgerung aus empirischem Material. Völlig wissenschaftsfrei hat sich die Erkenntnis über Wendt in Form einer Erleuchtung eingestellt, eine, die die Erleuchteten wie ein Blitz ereilt und ihre Neuronen in einer Weise versengt, die jede weitere Informationsaufnahme unnötig erscheinen lässt. Die Erkenntnis ist fix. Anhörung des Fernbeschuldigten, Debatte, Diskussion, gar Argumentation mit ihm nicht mehr notwendig. Es gilt die eigene Erleuchtung.

Derartige Blitze, die bislang freie Neuronen an ihre Synapsen kleben und allen weiteren Informationsaustausch unnötig machen, ereilen die dafür Prädisponierten nicht nur in räumlicher, sondern auch in zeitlicher Entfernung. Deshalb prognostizieren wir, dass auch ein Vortrag von Goethe von rund 60 Heilsbringern an der Goethe Universität in Frankfurt verhindert würde.

Hier die Gründe, warum Goethe in Frankfurt nicht erwünscht wäre.
Gefunden in seinen Schriften:

Rassismus und egozentrierte Fremdenfeindlichkeit:

Anti-Feminismus

  • „Das Sprichwort sagt: Ein eigner Herd, // Ein braves Weib sind Gold und Perlen wert.”
    „Besonders lernt die Weiber führen; // Es ist ihr ewig Weh und Ach // So tausendfach // Aus e i n e m Punkte zu kurieren.“

Sexismus.

Die Werke von Goethe sind im Geist heteronormativer Männlichkeit geschrieben.

Anti-Kollektivismus

  • “Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen, // Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.”

Intellektualismus

  • “Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen? // Die wenigen, die was davon erkannt, // Die töricht gnug ihr volles Herz nicht wahrten, // Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten, // Hat man von je gekreuzigt und verbrannt.”
  • “Wer sich behaglich mitzuteilen weiß, // den wird des Volkes Laune nicht erbittern.”

Schlimmer als die Vorwürfe, die Goethes politisch korrekte Weste verschmutzt haben, ist wohl die Tatsache, dass Goethe für Gestalten wie die 60 Frankfurter Kleingeister, die etwas retten wollen, von dem sie keine Ahnung haben, nur Verachtung übrig hat:

  • “Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen // Gewöhnlich aus dem Namen lesen.”
  • “Bescheidne Wahrheit sprech ich dir. // Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt, // Gewöhnlich für ein Ganzes hält.”
  • “Der saubern Herren Pfuscherei // Ist, merk ich, schon bei Euch Maxime.”

Solche kritischen Geister, solche Personen wie Goethe, die sich abseits dessen aufstellen, was für Kleingeister der „aufgeklärte Diskurs“ ist, sie sind im Jahre 2017 an der Goethe Universität unerwünscht.

“Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, // Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen“, schreibt Goethe im Faust.

Er irrt.

Kleingeister zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie von Worten zum Denken angeregt werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Worte ihre Glaubenssätze stimulieren. Die Reaktion auf diesen Stimulus ist entweder räudig oder freudig, in keinem Fall rational, in keinem Fall „gedacht“.

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