Vilshofen ist ein Stück China: Deutsche Sozialisten und die Erziehung zum richtigen Bürger

Karl Marx ist schuld.

Seine Schnaps-Idee, dass es ein Klassenbewusstsein gebe, das er in seinen Inhalten bestimmen könne und das es erlaube, alle, die davon abweichen, als Träger eines falschen Bewusstseins zu klassifizieren, weil sie es wagen, anders zu leben als Onkel Karl es für richtig hält, ist seit Veröffentlichung die Blaupause für Kommunisten und Sozialisten.

Die Blaupause ist attraktiv.

Sie gibt mittelmäßig Begabten, die keine Leistungen vorzuweisen haben, die sie differenzieren, die Möglichkeit, sich durch Zuordnung und Auswendig lernen des kommunistischen Katechismus eine Wichtigkeit selbst zu attribuieren, aus der heraus sie dann andere erziehen wollen. Die Folgen dieses sozialpsychologischen Tricks zum Menschenfischen kann man jeden Tag sehen, jeden Tag, an dem sich Kinder, Jugendliche, Personen, deren IQ man nicht messen muss, um zu wissen, dass er unterdurchschnittlich ist, Personen ohne Kenntnisse, Kompetenzen, ohne Lebensleistung, ohne Ausbildung, in vielen Fällen ohne einen Tag, an dem sie etwas Produktives gearbeitet haben, auf schwingen, um anderen zu erzählen, wie sie richtig zu leben haben.



Der Paternalismus der leistungslosen Mittelschicht ist kaum mehr auszuhalten, und er zeigt nicht erst seit gestern totalitäre Tendenzen, die die Vermutung nahelegen, China und die Art und Weise, wie Freiheit im Land des Lächelns, über das man meist nur weinen kann, unterdrückt wird, sei Vorbild für deutsche Sozialisten. Sie schwätzen davon, dass der Sozialstaat zum Partner der Menschen werden solle, was notwendig voraussetzt, dass er eine von Menschen unabhängige, eine unmenschliche Existenz darstellt. Das lässt schon Böses ahnen.

Auch das Anbiedern, das Wetteifern darum, von einem Positionsvertreter, der auf unbekannten Wegen in eine staatliche Position gehievt wurde, auf die Schulter geklopft zu bekommen, es floriert in manchen Gruppen der Gesellschaft wieder. Der Wettbewerb um den Titel „Bester Sykophant des Staates“ ist in vollem Gange.

Wer sich als besonders wohlgefälliger Bürger zeigt, der bekommt in Vilshofen neuerdings eine grüne Hausnummer verliehen. Die Absicht ist, Bürger, die sich freiwillig zum gläsernen Bürger degradieren und ihre Anbiederung an – in diesem Fall die Chimäre des Klimawandels – dadurch zum Ausdruck bringen, dass Sie es Gemeindevertretern erlauben, ihre neugierige Nase in Angelegen von Mitbewohnern der Kommune zu stecken, um ihren Stromverbrauch zu kontrollieren, ihre Lieferantenstruktur beim Hausbau zu rekonstruieren (und nebenbei Schwarzarbeit auf die Spur zu kommen), ihre Mobilität und ihr Nutzungsverhalten von öffentlichen Verkehrsmitteln nachzuvollziehen und ihre „Compliance“ mit Vorgaben, die aus einer erfundenen Klimakrise abgeleitet werden, zu prüfen, mit einem „Orden“ (für besondere Dummheit?) auszuzeichnen, einer grünen Hausnummer.

Es gab einmal eine Zeit, da haben sich Deutsche gegen die Durchführung einer statistischen Erhebung, die Volkszählung genannt wird, gewehrt: wegen Datenschutz. Heute ist es soweit, dass das Bemühen der Anbiederung jegliche Bedenken in Punkto Datenschutz überlagert, dass die Preisgabe eigener Individualität für ein grünes Hausschild, als erstrebenswert ausgegeben wird.

Was den sozialen Planern, die sich anmaßen wollen, richtiges Verhalten bei Anderen zu prämieren, vorschwebt, in welche Reihe das, was in Vilshofen, sicher nicht zufällig eine „Idee von drei Frauen“ ist, wie jeder, der die besondere Freude, mit der manche Frauen sich bei dem anbiedern, was sie als Obrigkeit wahrnehmen und die Max Horckheimer schon vor Jahrzehnten in seiner Einleitung zu den Studien zu Autorität und Familie beschrieben hat, vermuten muss, wohin diese Versuche gehen, den korrekten, den idealen, den Vorzeigebürger zu schaffen, das zeigt ein Blick nach China.


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Haben Sie schon einmal vom Chinesischen Kreditsystem gehört?

Das Chinesische Kreditsystem hat nur am Rande mit Finanzen zu tun. Das Chinesische Kreditsystem ist ein von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und damit vom Chinesischen Staat betriebenes Belohnungs- und Bestrafungssystem, das chinesischen Bürgern für bestimmtes Verhalten Punkte zuteilt oder abzieht. Alle Punkte werden zum „Sozialen Kredit“ eines Bürgers addiert.

Chinesischen Bürgern, die eine hohe Punktzahl erreichen, die sich im Sinne der Kommunistischen Partei Chinas richtig verhalten, winken Studienplätze, Reisen ins Ausland, Hotelzimmer in Fünf-Sterne-Hotels und viele weitere Vergünstigungen. Fast, dass man den Eindruck haben könnte, es handelt sich dabei um eine Art „Loyalitäts-Programm“, das die Bürger belohnt, die dem herrschenden System am weitesten rektal entgegenkriechen.

Aber das ist natürlich nur die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite lautet: Überwachung.

Das Kreditsystem, das es in Regionen bereits gibt und das nächstens Jahr in China flächendeckend eingeführt werden soll, es ist also keine Dystopie, es ist Realität, bestraft diejenigen Bürger, die sich nicht so verhalten, wie es die Kommunistische Partei Chinas für richtig hält. Was die KPCh für richtig hält, steht unter einem Slogan, der von George Orwell stammen könnte:

„Vertrauen bewahren ist großartig, Vertrauen brechen ist verachtenswert.“

Vertrauen bezieht sich natürlich nicht auf andere Menschen, nein, es bezieht sich auf den Staat. Bürgern wird in China aufgegeben, ihre individuelle Existenz dem unterzuordnen, was der Staat, also die KPCh ihnen vorgibt:

Wer ohne Ticket Bahn fährt, der erhält soziale Minuspunkte.

Wer in der Öffentlichkeit herumlungert, der erhält soziale Minuspunkte.

Wer bei Rot oder an einer nicht vorgesehenen Stelle über die Straße geht, der erhält soziale Minuspunkte.

Wer in Nichtraucher-Gebieten raucht, der erhält soziale Minuspunkte.

Wer Fake News, also das, was die KPCh als Fake News bezeichnet, z.B. das Mao mehr als 50 Millionen Chinesen auf dem Gewissen hat, wer also derartige Fake News verbreitet, der erhält soziale Minuspunkte.

Wer zu lange vor dem Computer sitzt und Online-Videospiele spielt, der erhält soziale Minuspunkte.

Wer Geld für Dinge verschwendet, die die KPCh als frivol ansieht, der erhält soziale Minuspunkte.

Wer seine Rechnungen nicht in der dafür vorgesehenen Zeit bezahlt, der erhält soziale Minuspunkte.

Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, der erhält soziale Minuspunkte.

Die sozialen Minuspunkte werden in einer staatlichen Datenbank gesammelt. Wer sich als Bürger erweist, der unter einer bestimmten Punktesumme bleibt, der kann nicht Manager werden, der hat Probleme, einen Arbeitsplatz zu finden, denn Unternehmen müssen ihre Einstellungen mit der staatlichen Datenbank abgleichen. Er darf keine Reisen ins Ausland unternehmen, kann nicht in Hotels übernachten, erhält keine Kredite und wenn er zu den Bürgern gehört, die besonders weit von dem abweichen, was die KPCh als den idealen Bürger ansieht, dann findet er sein Konterfei auf öffentlichen Anzeigeflächen, mit Namen und Anschrift.



Modellprojekte werden in etlichen Regionen Chinas seit Jahren durchgeführt, u.a. in Städten wie Ninan oder Suzhou. Bürger in diesen Städten starten mit 100 Punkten und können Ihre „Sozialkonten“ durch gute Taten erhöhen oder durch „schlechte Taten“ reduzieren, schlechte Taten, wie sie oben beschrieben wurden. Wer sich als guter Bürger erweist, muss für öffentlichen Transport weniger bezahlen, hat eine geringere Wartezeit im Krankenhaus und genießt eine Reihe von freien Angeboten.

Die Überwachung in China ist nahezu lückenlos. Unzählige Kameras, eine riesige Datenbank für Gesichtserkennung ermöglichen es, Bürger fast rund um die Uhr zu überwachen. Wer in Ninan bei Rot über die Straße geht, wird erfasst und auf einer öffentlichen Anzeigetafel öffentlich beschämt, mit Namen und Anschrift. Und natürlich erhält er Punktabzug in seinem Sozialkonto.

Im großartigen Kommunismus gibt es keine Abweichung mehr, aber seltsamerweise gibt es in der Gesellschaft der Gleichen eine soziale Ungleichheit, die von der KPCh geschaffen wird: Wer von dem abweicht, was als richtig und gut vorgegeben wird, der ist weniger wert, hat weniger Sozialpunkte.

Gemeinden wie Vilshofen sind auf dem Weg, das Chinesische Beispiel nach Deutschland zu holen. Besonders Eifrige, die Anbiedern zu einer positiven Tugend machen wollen, bringen Deutschland Schritt für Schritt näher an den Chinesischen Totalitarismus. Sie wissen vermutlich – wie so oft, wenn Minderintelligente sich anmaßen, für andere mitzuentscheiden – nicht was sie tun, das ändert aber nichts am Ergebnis. Selbst wenn man nur in die Luft schießen wollte ist der, der gerade im vierten Stock seines Hauses aus dem Fenster geschaut hat, nun tot. Die Intention einer Handlung und die Konsequenz der entsprechenden Handlung haben nur selten etwas miteinander zu tun. Deshalb ist es eine so große Katastrophe, dass heute Gutmenschen in Positionen zu finden sind, in denen sie entscheiden wollen, was für andere gut ist.

Das einzige, was Deutschland noch von China unterscheidet: In China werden Bürger gezwungen, sich den staatlichen Vorgaben anzubiedern. In Deutschland und Vilshofen ist die Anbiederung freiwillig. Bleibt zu hoffen, dass die Anzahl der Grünen Hausnummern die Zahl drei nicht überschreitet.



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