Und täglich grüßt der Tugendwedler

Es ist vollständig irrationales Verhalten.
Ein normaler Unternehmer versucht, seinen Gewinn zu maximieren. Ein gutes Mittel dafür ist, die Kundenbasis zu verbreitern, um den Absatz zu erhöhen, dadurch den Umsatz und als Folge, den Gewinn.

Aber irgendwann hat es angefangen, dass Unternehmer, CEOs und andere, die in Unternehmen eigentlich Marketing betreiben sollen, damit aufgehört haben. Statt die Kundenbasis zu verbreitern, wollen sie die Kundenbasis verkleinern, Kunden verärgern, bestimmte Kunden davon abschrecken, die eigenen Produkte zu kaufen.

Diese Entwicklung ist eine direkte Folge der Politisierung noch der letzten Niederung menschlicher Aktivität. Herausgekommen sind dabei Absurditäten wie z.B. ein Unternehmen, das mit Rasurutensilien sein Geld verdient und versucht hat, den Verkauf derselben an eine möglichst große Travestie auf alles, was Maskulinität und Bartwuchs befördert, zu  beschränken. Vielleicht erinnern Sie sich:

Die Reaktionen auf diesen prätentiös erzieherischen Unfug waren negativ, die Umsatzemtwicklung von Gillette ebenso.

Oder denken Sie an Ben&Jerry’s, die Eis nur bei richtiger Gesinnung verkaufen, Eis, das sie natürlich unter Einhaltung jeglicher Anti-Diskriminierungsbestimmungen und aller prä-emptiven Umweltschutzmaßnahmen, an die man nur denken kann, von hochmotivierten, hochbezahlten, nach Diversität handverlesenen Fachkräften herstellen lassen. Ben&Jerry’s hat bei uns dazu geführt, dass wir uns jede Woche aufs Neue darüber freuen, wie klein die Verkaufsfläche in der Tiefkühltruhe bei Iceland für Ben&Jerrys geworden ist.

Hinter all diesen desaströsen Marketing-Konzepten stehen natürlich woke Spinner, die vergessen haben, dass es die Aufgabe einer Marketing-Abteilung ist, den Absatz anzukurbeln und dass es für den Absatz am besten ist, dann, wenn man die Menge, die ein einzelner Kunde kaufen kann, nicht erhöhen kann, die Menge der Kunden zu erhöhen. Man kann sich als Mann eben nur den einen Bart, einmal am Tag, in vielen Fällen, kurzer Blick durch die Redaktion, deutlich seltener, rasieren. Derartige einfache Kenntnisse gehen dann verloren, wenn nicht der Absatz, sondern die Inszenierung im Vordergrund steht, eine Inszenierung organisationaler Gutheit, oft genug im Einklang mit der eingebildeten Gutheit derjenigen, die sie inszenieren wollen.

Virtue Signaling heißt das im Englischen.
Wir übersetzen das als Tugendwedler.
Tugendwedler sind moralisch Leere Hüllen, die keine Ahnung von Anstand, von Werten oder von anderen, das Verhalten regulierenden Dingen haben, leere Hüllen, die in ihrem täglichen Leben nur Zombies, denen es geht wie ihnen, begegnen, niemanden in ihrer Bekanntschaft haben, der in seinem Leben auch nur ein generisches Gefühl, Mitleid, Schmerz, Kummer erlebt hat. Es sind leere Hüllen, die vorgeben wollen, Mensch, normaler Mensch zu sein. Und deshalb wedeln sie mit ihrer Tugend: Hey, seht her, wie gute Menschen wir doch sind. Wir gehören zu den Guten. Liebt uns deswegen. Oder so, wie auch immer.


Die Schuck Folz Edition ist zurück!

Die Mittel, um Tugend zu wedeln, sie sind indes begrenzt, was nicht weiter dramatisch ist, denn der moderne Tugendwedler ist ein eindimensionales Wesen, dessen kognitive Fähigkeiten en par sind mit seiner moralischen Entwicklung. Wer Tugend wedeln will, der muss etwas mit Mensch/Frieden, etwas mit Umwelt/Klima oder etwas mit Menschen/Diskriminierung machen. Das war’s. Mehr gibt es nicht.

Einfach.

Wenn Sie sich also inszenieren wollen, z.B. der Ansicht sind, dass ihre Kochkünste nicht ausreichen, um Kunden für sich zu gewinnen, dann können Sie die folgende Meldung absetzen, auf die folgende Weise mit Tugend wedeln, die Welt wissen lassen, dass die MS-Medien mit ihrer Meldung, dass allein Putin ein Böser ist, alle anderen im Reich der Guten beheimatet sind, bei ihnen angekommen ist [Wir schreiben derzeit nichts zur Ukraine, weil wir nicht in der Lage sind, uns ein einigermaßen unabhängiges Bild von dem, was dort vorgeht, zu machen.]:

Diese Meldung vom Badischen Restaurant Traube in Bietigheim, ist in den letzten Tagen durchs Internet gegangen. Sie ist verunglückt, wie sie als Tugend wedelnde Meldung nur verunglücken kann, die man von einem Gastwirt, der bewirten, nicht belehren will, normalerweise, nicht erwartet hätte. Das ist reiner Rassismus, aus dem Lehrbuch. Den Rassisten zeichnet die Unfähigkeit und Unwillilgkeit zur Differenzierung aus, das Unvermögen zu sehen, dass eine Eigenschaft, die er einer Gruppe zuschreiben will, in der Regel bei keinem der Gruppenmitglieder zu finden ist. Der Ausschluss von Gästen, die einen russischen Pass haben [Wir bedienen keine Juden kommt in den Sinn], übersieht, dass in Moskau Menschen, Russen, nach allem, was man annehmen muss, auf die Straße gehen, um gegen Putins Krieg zu demonstrieren. Er stülpt allen die Kollektivschuld über und steht somit in bester Tausendjähriger Tradition.
Honk Honk, wie geistig Verwirrte im Kanadischen Parlament meinen.

Nun kam auf diese Meldung was kommen musste, was vorhersehbar kommen musste und zwischenzeitlich zu dieser Modifikation geführt hat:

Er ist ein eher unbeholfener, der Gastwirt der Traube.
Warum ein Unbeholfener wie er den Drang verspürt, mit seiner Tugend  zu wedeln, vollkommen ohne Not, Kunden zu verprellen, vollkommen ohne Not, ins Fadenkreuz derjenigen, die es vorhersehbar gibt, zu kommen, die seine Meinung nicht teilen und vor allem nicht sehen, was die Nationalität mit dem Essen in der Traube zu tun haben könnte, das scheint ihm zu keinem Zeitpunkt in den Sinn gekommen zu sein.

Der Drang, ja, was eigentlich zu sein, war größer?
Solidarisch?
Ein Guter Mensch?
Ein Kriegsgegner, also ein guter Mensch?
Ein Feind Putins?
Ein Freund der Ukraine, denn Ukrainer kommen bei ihm nicht vor, nur die Ukraine, Putin gegen die Ukraine, irre?

Was auch immer den Wirt bewogen hat, es ist nach hinten losgegangen. Statt Anerkennung für sein Tugendwedeln zu ernten, hat er offenkundig Drohungen erhalten. Auch das war vorhersehbar.

Warum also macht ein Mensch ohne Not einen solchen Unsinn und fühlt sich anschließend auch noch unfair behandelt?

Die Antwort, sie liegt wie so oft, im Psychologischen, in dem, was ein entwickelter Mensch vorzuweisen hat, einer der es nicht nötig hat, mit Tugend zu wedeln, etwas, das beim Wirt aus Bietigheim fehlt, ganz offenkundig fehlt. So wie es in der Marketing Abteilung von Gillette und Ben&Jerry’s fehlt. Tugendwedeln ist eine verbreitete Krankheit. Die Erklärung muss demnach systemisch sein, in Rechnung stellen, dass es Bedingungen gibt, die die psychologische und geistige Entwicklung von Menschen hemmen und zuweilen auch retardieren können.

Ein Thema für einen anderen Post.
Yep, das war ein Cliffhanger.



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