Schön war’s: DDR-Nostalgie, Heuchelei, und das Wedeln mit der Tugend – Wahl zum Denkbehinderten der Woche [KW 14]

Eigentlich wäre ein Schnaps, oder ein Wiskey – je nach Vorliebe – die korrekte Bewaffnung, um sich auf die Wahl des Denkbehinderten der Woche vorzubereiten. Aber wir wollen natürlich ganz nüchtern das kommentieren, was die Aspiranten auf den Titel in der laufenden Woche von sich gegeben haben: Erstaunliches ist dabei, Unglaubliches ist dabei und in jedem Fall ist Dummes dabei, das man kausal auf eine Denkbehinderung zurückführen kann, ob es eine temporäre oder eine permanente Denkbehinderung ist, das ist eine andere Frage.

Wie auch immer, der Kaffee steht bereit.
Die Tastatur ist gespitzt.

Los geht’s … in München. München ist, wie so viele Orte, wenngleich es immer weniger Orte werden, von Jusos heimgesucht, Junge Sozialisten in unserer Ausschreibung des Akronyms, die sich vorgenommen haben, die Welt zu verbessern, nein, nicht wirklich die Welt zu verbessern, ihren Stand wollen sie verbessern, ihren Status, die ihnen zugewiesene Reputation in der eigenen Partei, innerhalb der sozialistischen Hallen, in denen die Großen der SPD wandeln, die Eskens und Steinmeiers, die Scholzens und wie heißen sie noch gleich, diese vergänglichen Gestalten, die heute ihr Leben der Partei weihen und morgen nach Europa abgeschoben werden?

Es fällt uns wieder ein.

Bleiben wir einstweilen beim schon etwas gealterten Parteinachwuchs der SPD in München: Benedict Lang. Benedict Lang versucht derzeit auf Kosten der Hans Böckler Stiftung einen Doktortitel zu erwerben, etwas, eine akademische Leistung, die in den letzten Jahren derart entwertet wurde, dass man bei Titeln langsam dazu übergehen muss, das Jahr der Verleihung, etwa, Dr. rer. soc. 1999 anzugeben, dann alles, was nach 2010 verliehen wurde, ist zumeist akademischer Titel ohne Inhalt, eine formale Fassade hinter der sich – wie in der DDR, dieses Mal aber intellektueller Niedergang und Verwesung verbirgt.

Aber wir schweifen ab.
Zurück zu Herrn Lang, der sich in seinem Twitter-Profil als “wohlstandsverwahrloster Lifestyle-Sozialist” beschreibt. Viel Wahres, in dieser Beschreibung, wohl durchgängig, und einer der Punkte, an denen man sich fragt, ob hier Dummheit zu Selbsterkenntnis geführt hat oder erst über den gescheiterten Versuch “ironisch” zu sein, zu Selbsterkenntnis geführt hat. Ironie ist eine gefährliche Waffe, die sich bei unsachgemäßem Gebrauch regelmäßig, wenn nicht immer, gegen den richtet, der sie einsetzt, vermutlich deshalb einsetzt, weil er formale Bildungstitel, die man ihm verliehen hat, mit Bildung verwechselt, einer dieser Fehler, den nur intellektuell sich in die falsche Richtung Entwickelnde begehen.

Benedict Lang fordert die Vergesellschaftung von Supermärkten und begründet dies damit, dass Schluss sein müsse mit “unfairen Produktions- und Arbeitsbedingungen”, dem, was er dafür hält, dass “Lebensmittelversorgung “demokratisiert” werden müsse und für “alle Menschen”, ach, wie wir dieses “alle Menschen-Motiv” lieben, der beste Indikator für apodiktisch beschränktes Denken, für “alle Menschen” muss Lebensmittelversorgung günstig zugänglich sein.

Die sozialistische Ideengeschichte, die bei solchem Unfug Pate steht, ist schnell auf drei Buchstaben gebracht: DDR und die Illusion, dass Grundnahrungsmittel in der DDR zu geringem Preis verfügbar und somit für alle erschwinglich gewesen sind, was sie mit Sicherheit waren, wenn sie gerade im Angebot waren und natürlich nur die Grundnahrungsmittel waren, die als Grundnahrungsmittel gezählt wurden.

Zählen Nudeln zu Grundnahrungsmitteln? Stimmen wir darüber ab, denn Herr Lang will die Lebensmittelversorgung demokratisieren. Okay, in der Redaktion sind 100% der Stimmberechtigten der Ansicht, Nudeln wären Grundnahrungsmittel. Wer produziert sie? Stimmen wir darüber ab: Herr Lang produziert sie. Er kann das nicht? Das kann er lernen, er ist doch Doktorand, lernt er mal was Sinnvolles. Wo werden die Nudeln produziert? Wir haben demokratisch mit Mehrheit beschlossen, dass die Nudeln in Gebäuden der SPD, die ohnehin keine sinnvolle Verwendung erfahren, produziert werden, unter natürlich fairen Produktionsbedingungen von 1 Uhr nachts bis 8 Uhr morgens, um die Störung der schlafenden Bevölkerung durch die Produktion auf einem minimalen Niveau zu halten. Um Nudeln zu produzieren, benötigt man natürlich auch Zutaten. Die Jusos München werden mehrheitlich von uns dazu verpflichtet, Eier und Mehl in ausreichender Menge zu besorgen. Das Geld, das dazu notwendig ist, müssen sie sich leihen, von Banken zu einem fairen Zinssatz, über den wir noch abstimmen müssen. Man kann ja nicht alles auf einmal entscheiden, falls es deshalb zu Lieferengpässen kommt, verweisen wir auf die Lösungen, die es in der DDR zum Aussitzen im Falle von nicht gelieferten Rohstoffen gegeben hat. Was den Preis angeht, zu dem die Nudel abgegeben werden können, so entscheiden alle, die die Nudeln gegessen haben, in demokratischer und natürlich fairer Weise und ganz solidarisch, mit Lang und den Jusos darüber, nachdem die Nudeln verköstigt wurden. Die Frage eines fairen Anbaus von Weizen und die Frage, ob Weißmehl eine Form der Diskriminierung von Schwarzbrot darstellt, die diskutieren wirdim Fairnessforum unter Solidarbedingungen, wenn die Gerechtigkeitsfragen, die die Anreise von Delegierten aus dem Ahrtal betreffen, geklärt sind.

Mehr demnächst bei den Jusos in München. Bis dahin ist Benedict Lang unsere Startnummer 1.


Mit Startnummer 2 schicken wir Sabine Rennefanz ins Rennen, die eine differenzierte Sicht auf die Mangelwirtschaft der DDR fordert. Mangel an und für sich, ist nämlich nicht schlecht, sondern gut:

Im Gegensatz zur guten Lebensweise der DDR herrscht bei uns eine räuberische Lebensweise. Wenn Sie also das nächste Mal einen sehen, der ein Ditsch-Teil in der Bahn schmatzend zu sich nimmt, dann nehmen Sie ihm sein geraubtes Ditsch-Teil, das mit Zutaten für die “arme Menschen” gelitten haben, welche genau und wo, vermutlich in Afrika, ja, sagen wir in Afrika, mangels genauen Wissens, arme Menschen in Afrika haben also für das Ditsch-Teil gelitten. Ihnen wurden Ressourcen für dieses Ditsch-Teil geraubt. Aber man muss gar nicht nach Afrika gehen, um arme Menschen zu finden, denen Ressourcen geraubt wurden. Denken Sie an all die Arbeiterfamilien, deren Alleinernährer mit Tränen in den Augen auf seine Abzüge blickt, zusieht, wie ihm sein Staat den Teil des Geldes raubt, den er benötigen würde, um seinen Kindern eine Schulausbildung zu finanzieren und sie an eine Hochschule zu schicken. Stattdessen ist er gezwungen, Leute wie Rannefetz oder Rennefanz zu finanzieren, deren Schul-Ausbildung, deren Studium, deren Voluntariat, all das hat Rennefamz sich zusammengestohlen, geraubt von Arbeiterfamilien und all denen, die die Kosten für ihre Ausbildung aufgebracht haben.

Der Schmutz im Silbersee; Quelle; Photo: Joachim F. Thurn

Aber natürlich hat Rennefanz recht, lernen wir, gerade was den Energieverbrauch angeht, von der DDR, holen wir den Geruch von Braunkohle zurück, den all diejenigen aus dem Westen sicher noch in der Nase haben, die Anfang der 1990er Jahre in den “Osten” gereist sind, vielleicht, um dort zu bleiben. Das waren noch Zeiten, als die Energie in der DDR so billig war, dass man sich “Bitterfeld” leisten konnte. Sie erinnern sich an Bitterfeld? Nein? An Hohenstein-Ernstthal? An Karl May? Den Schmutz im Silbersee?

Das waren noch Zeiten.

Wir haben diesen Zeiten vor langer Zeit einen Beitrag mit dem Titel: “Verdienter Dreck des Volkes” gewidmet. Immer wieder lesenswert, vor allem, wenn Leute wie Rennefanz versuchen, ein autokratisches Unterdrückungssystem in den leuchtenden Farben des Denkbehinderten zu malen.

Renefanz ist unsere Startnummer 2.


Plötzlich werden im linken Spektrum Analogien auf die Vergangenheit schick. Je weiter die Vergangenheit zurückliegt, je weniger Zeitzeugen noch am Leben sind, je weniger Wissen über die Vergangenheit noch verbreitet ist, desto sicherer sind sich diese Leute, dass ihr Versuch, die Geschichte umzuschreiben, sie zu klittern, unentdeckt bleibt. Leute wie Isabell Welpe. Welpe besetzt an der Technischen Universität in München eine Professur die “strategischer Organisation” gewidmet sein soll. Dass Welpe auch nur entfernt keine Ahnung davon hat, was es mit Strategie oder gar Organisation auf sich hat, das zeigt der folgende Tweet:

Formulieren wir die Unglaublichkeit aus, die Welpe hier schreibt: Josef Mengele, seines Zeichens Lagerarzt in Ausschwitz, habe getan, was die schwedische Regierung einige Jahrzehnte später auch getan habe, nämlich die Alten und die Schwachen für den Tod “selektiert”. Gilt in Deutschland eigentlich noch Paragraph 130 in seinem dritten Absatz?

“(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.”

Wenn ja, dann sollte sich so langsam ein Staatsanwalt der Sache “Welpe” annehmen, denn nicht einmal formal kann man die Analogie, die Welpe hier sehen will, argumentieren. Während Mengele und seine Mitarbeiter aktiv ausgesucht haben, in dem Bewusstsein, dass die Ausgesuchten anschließend von ihnen mit medizinischen Experimenten um ihr Leben gebracht werden, hat die schwedische Regierung nach Ansicht von Welpe die Verfehlung begangen, nicht die strikten Maßnahmen gegen COVID-19 zu erlassen, die Deutschland erlassen hat. Man könnte an dieser Stelle eine Analogie zwischen dem Sendungsbewusstsein der Nationalsozialisten, die die Welt am deutschen Wesen genesen lassen wollten und Welpe herstellen, … .aber lassen wir das. Verweisen wir lieber auf die Forschung, die zeigt, dass gerade das Einsperren von Alten in totalen Anstalten, so genannten Alten- und Pflegeheimen, deren Tod verursacht haben könnte, der angebliche Schutz also ein Todesurteil gewesen sein kann. Nachzulesen hier.

Aussagen, wie sie Welpe macht, kann man also nur machen, wenn man, ganz unwissenschaftlich, der Überzeugung ist, immer und generell im Recht zu sein und alles beurteilen zu können, eine Überzeugung, wie sie Missionare und Sektenmitglieder, aber keine Wissenschaftler haben. Wissenschaftler zweifeln, fragen, hinterfragen, forschen und wenn sie nichts davon können, dann versuchen sie zumindest, aus Gründen der Strategie, sich einen entsprechenden Anschein zu verpassen. Welpe tut nichts davon. Sie proletet, wenn wir das einmal so ausdrücken dürfen, durch das Internet und verbreitet ihre Unfähigkeit zu zweifeln in einer Art, die den Verdacht nahelegt, sie hielte Magdalena Andersson für eine Art Reinkarnation von Rudolf Höß… Das ist nicht nur unklug, es ist strafrechtlich relevant und darüber hinaus Ausdruck von Denkbehinderung.

Welpe ist unsere Startnummer 3.


Einst war das EU-Parlament die Restebude nationaler Parlamente. Zwischenzeitlich hat sich das EU-Parlament gemausert. Nun ist es eine zusätzliche Versorgungsmöglichkeit für die vielen Parteisoldaten, die es europaweit gibt, die niemals einen Fuß auf den ersten Arbeitsmarkt gebracht haben, geschweige denn bringen würden und die nun im EU-Parlament endgelagert werden, in der Hoffnung, nie wieder von ihnen auf nationalen Parteitagen und bei sonstigen Angelegenheiten des Parteipostengeschachers zu hören. Eine Hoffnung, die gerade in Zeiten des Internets vergeblich ist.

Katharina Barley hat sich schon zu ihren ministerialen Zeiten in Deutschland regelmäßig mit Aussagen in Szene zu setzen versucht, die man besser nicht genau betrachtet. Seit Barley ins EU-Parlament abeschoben wurde, sind die medialen Gelegenheit, Dummes von sich zu geben, zwar seltener geworden, aber es gibt sie immer noch.

Die EU habe zugeschaut, so sagt Barley, wie in Ungarn “Scheibchen für Scheibchen die Demokratie … abgeschafft wurde”.

Das sagt Barley in Reaktion auf das Wahlergebnis in Ungarn. Bekanntlich hat Victor Orbán mit großer Mehrheit die Wahlen gewonnen. Wahlen sind nach wie vor das zentrale Element in demokratischen Systemen, manche sind gar der Ansicht, dass demokratische Systeme sich vornehmlich durch Wahlen von autokratischen oder totalitären Systemen unterscheiden. Und doch ist Barley der Ansicht, dass die ungarischen Wahlen, jene Umsetzung von Demokratie zeigten, dass dieselbe in Ungarn “Scheibchen für Scheibchen” abgeschafft worden sei. [Als Joe Biden mit Wahlbetrug in den USA ins Weiße Haus geschafft wurde, ist Barley dazu übrigens nichts eingefallen.]

Nun ja.

“Es sei ein kolossaler Fehler gewesen, so eifert Barley weiter, “den Rechtsstaatsmechanismus nicht anzuwenden”. Warum? Darum:
“Wenn sie [die EU] jetzt handle, bestehe die Gefahr, dass Orban sage: ‘Das ungarische Volk hat entschieden, und die EU geht gegen uns vor, weil ihr diese Entscheidung nicht passt”.

Um die Idiotie, die sich hinter diesen Aussagen von Barley verbirgt, deutlich zu machen, ein kleiner politikwissenschaftlicher Einwurf: Ausnahmslos alle Demokratietheoretiker sind der Ansicht, dass Wahlen eine Entscheidung über vergangene Politik darstellen. Wird ein Amtsinhaber abgewählt, dann ist das als Abwahl seiner Politik, als Unzufriedenheit damit, zu sehen, gibt ihm die Mehrheit der Wähler ihre Stimme, dann muss man wohl Zufriedenheit mit der Politik des Amtsinhabers, ausgedrückt in einem zutiefst demokratischen Akt annehmen, wenn man nicht Barley ist, deren emotionale Reaktion auf ein Wahlergebnis, das ihr nicht gefällt, jede Vernunft, sofern je welche vorhanden war, hinweggeschwemmt und durch (G)Eifer ersetzt hat. Das wiederum führt dazu, dass eine Repräsentantin eines Parlamentes, das man bestenfalls als Travestie auf ein Parlament bezeichnen kann, die Zusammensetzung eines anderen Parlaments, das auf demokratisch einwandfreie Weise zustande gekommen ist und das – im Gegensatz zum EU-Parlament keine parlamentarische Attrappe ist -, als Ergebnis einer scheibchenweisen “Abschaffung der Demokratie” bezeichnen kann.

Es ist, als wollte ein Erschossener argumentieren, dass die Waffe, mit der er gerade erschossen wurde, nicht funktioniert.

Barley ist unsere Startnummer 4.


Mit Startnummer 5 kehren wir nach Bayern zurück, dem Land der CSU, in dem die Heuchelei mit Söder so salonfähig wurde. Heuchelei an sich, muss keine Denkbehinderung sein, jedenfalls dann nicht, wenn Vorkehrungen getroffen werden, die verhindern, dass man als Heuchler erkannt wird, schneller als Heuchler erkannt wird, als einem lieb sein kann. Insofern kann man den denkbehinderten Heuchler daran erkennen, dass er im Denken zu behindert ist, als dass er die Möglichkeit, in seiner Heuchelei aufzufliegen, auch nur in Betracht zieht. In dieser Hinsicht setzt Klaus Holetschek neue Maßstäbe. Zwischen dem, was er links geschrieben hat und dem. was er rechts geschrieben hat, liegt genau ein Tag.

Wenn das kein Beleg für Denkbehinderung ist, was ist dann einer?
Klaus Holetschek ist unsere Startnummer 5.


Mit Startnummer 6 schicken wir Svenja Schulze ins Rennen. Unter denen, die auf Positionen gelangt sind, deren kognitive Erfordernisse sie unterlaufen, nimmt Schulze eine Sonderstellung ein. Sie ist offenkundig der Ansicht, die Art und Weise, in der sie Wissenslücken bei sich füllt, sei repräsentativ für die sie umgebende Welt, und diese sie umgebende Welt sei mindestens so hohl wie sie selbst, weshalb man dieser umgebenden Welt mitteilen müsse, dass Sanktionen, die – wenn sie sich gegen Staaten richten, GEGEN ist hier das entscheidenden Wort, man auf Basis des Duden als Maßnahme, die (zur Bestrafung oder zur Ausübung von Druck) gegen einen Staat, der das Völkerrecht verletzt [hat], angewandt werden kann” definieren kann und die diese Definition auch im Alltagsverständnis haben, kaum jemand denkt, dass Sanktionen gegen Russland gedacht sind, um Russland zu stärken, dass solche Sanktionen, die also dazu gedacht sind, Russland einen Schaden zuzufügen, Russland zu bestrafen, “Russland schaden müssen und nicht uns”.

Diese erstaunliche Einsicht, dass Sanktionen, die sich gegen Russland richten, auch Russland schaden müssen, eine so fundamentale Einsicht, dass man geradezu zitiert, angesichts dessen, was Schulze uns in den nächsten Tagen und Wochen und Monaten noch an Einsichten präsentieren könnte, sie ist uns eine Nominierung wert. Sanktionen, die definiert sind, als Maßnahmen, die einem Dritten schaden, müssen auch diesem Dritten schaden, offenkundig, sonst wären es keine Sanktionen, sonst wäre es Masochismus.

Die Zurkenntnisnahme von Polit-Darstellern grenzt zuweilen an Masochismus.
Svenja Schulze ist unsere Startnummer 6.


Leonhard Helm trägt die Startnummer 7.
Denn: Es schrieb Leonhard Helm, der Bürgermeister der Stadt Königstein im Taunus:

“Im Übrigen bedrohen die Gegner einer Impfpflicht seit vielen Monaten die Freiheit der Übrigen in Deutschland lebenden Bevölkerung, indem sie mit dieser Impf-Skepsis dazu beitragen, dass das Corona-Virus sich gerade im Bereich der nicht Geimpften ein großartiges Biotop bilden konnte, in dem es sich weiter ungehindert ausbreiten kann, so dass weiterhin die Freiheit aller einschränkende Maßnahmen zur Eindämmung erforderlich werden.

Aufgrund der in Deutschland weiter geltenden und von Bevölkerung, Behörden und Gerichten und natürlich auch mir selbst verteidigten Meinungsfreiheit können Sie ungehindert Ihre von überbordenden Ängsten und vorsätzlicher Panikmache interessierter Dritte geprägte Meinung äußern. Mit ein wenig verbleibender Vernunft sollten Sie aber erkennen, wie unverhältnismäßig die wöchentliche Demonstration und die damit verbundene Belastung der Verwaltung und der Polizei ist, die aufgrund des Massenansturms ukrainischer Flüchtlinge an anderer Stelle sehr viel notwendiger gebraucht werden.”

Aus den vielen Bonmots, die der Bürgermeister aus Königstein im Taunus im Repertoir hat, ein Repertoir, das auf ein unglaubliches Potential von Denkbehinderung hinweist, haben wir nur zwei ausgesucht. Natürlich ist der Ausbruch des guten Menschen, der einen Brief an einen Einwohner seiner Stadt dazu missbraucht, seine Tugend in schriftlicher Form auszubreiten, so dass man den Brief erst einmal desinfizieren muss, um nicht von der triefenden Untugend inkubiert zu werden, in den derzeit unter Gutmenschen virulenten Trend eingepasst, den “Menschen”, den “Flüchtlingen” aus der Ukraine zur Hilfe zu eilen, sie zu benutzen, um sich selbst als Besonderer unter den Guten zu inszenieren. Weil das bei manchen nicht mehr reicht, um der autoerotischen Notdurft Befriedigung zu verschaffen, ein Umstand den schon George C. Homans in den 1940er Jahren beschrieben und in ein sozialpsychologisches Gesetz gepackt hat, deshalb muss der Thrill gesteigert werden. Es reicht nicht mehr, sich selbst als Tugendmensch zu inszenieren, sich öffentlich als Helfer “der Menschen” zu präsentieren, man muss auch andere “Menschen”, die die falsche Meinung haben, diskreditieren, um sich als quasi noch besserer Gutmensch zu inszenieren, als man es ohne Gehässigkeit könnte.

Dass dabei Blödsinn verbreitet wird, liegt in der Natur der Sache, denn Tugendwedeln und Fakten, das geht nicht zusammen. Und so kommt es, dass der Bürgermeister von Königstein auch noch im März 2022 von jeder Erkenntnis, die sich um ihn herum und mit Bezug auf den Schutz vor Ansteckung mit und den Schutz vor Übertragung von SARS-CoV-2 den das, was er immer noch für einen Impfstoff hält, er, der vermutlich den Unterschied zwischen einem Eimer und einem Sieb nicht begreift, abgeschnitten ist. Das kommt vor. Wenn man gar zu sehr mit seiner affektiven Befindlichkeit befasst, und mehr Wert auf die Erscheinung legt als auf die Welt, der man erscheint, dann passiert es schon einmal, dass man beim Versuch, sich zum Größten unter den Tugendwedlern zu inszenieren, als der Trottel dasteht, der man vermutlich ist.

Aber wir fällen kein abschließendes Urteil.

Wir stellen uns dem demokratischen Urteil: Leonhard Helm ist unsere Startnummer 7.


Anneke Quasdorf ist unsere Startnummer 8. Ein Leser hat uns Quasdorf, die verquastes in der Neuen Westfälischen verbreitet, ans Herz gelegt. Quadorf ist dort ein Serientäter, wie wir ihn aus den Beschreibungen von Laurence Rees kennen. Leute wie Quasdorf hätten vor Jahrzehnten die Würzburger Archive gefüllt, aus denen Rees dann wiederum geschöpft hat.

Ein paar Beispiele:

Es ist also keine Übertreibung, wenn wir Quasdorf zum Masken-Fetischisten erklären, eine treffende Beschreibung schon deshalb, weil Fetischisten gemeinhin nicht begründen können, warum sie den Fetisch, den sie gerade anbeten, anbeten. Das bislang letzte Stück aus dem Leben eines Maskenfetischisten liest sich wie folgt:

“Eine alte Dame mit FFP2-Maske, die sich mühsam mit ihrem Rollator an den Regalen vorbeischiebt, zischt und faucht einfach immer laut, als ob sie eine Katze verscheuchen will, sobald der junge Mann [der keine Maske trägt] auch nur in ihre Richtung schaut. Eine andere Frau geht demonstrativ sofort weg, als er neben ihr Äpfel aussuchen will und schüttelt dabei den Kopf.

Etwas härter trifft es eine Frau in den Vierzigern, die auch keinen Mund-Nasenschutz trägt und einen Einkaufswagen vor sich herschiebt. Mehrere Male fahren ihr verschiedene Kunden einfach ganz sachte rein oder tangieren sie leicht beim Überholen, so dass die Milchflaschen leise klirren. Beim fünften Mal hat sie genug, beschwert sich beim masketragenden Anrempler. Um dessen Augen kräuseln sich die Lachfältchen, als er sich entschuldigt. Er habe wegen der Maske vielleicht keine gute Sicht, sagt er höflich.

Am wenigsten robust gegenüber diesen Erlebnissen ist eine junge Frau Anfang 20. Hastig und mit gesenktem Kopf huscht sie zwischen den Regalen umher, wechselt mehrmals den Gang, wenn ihr dort eine direkte Begegnung mit einem Maskenträger droht. Schon an der Bäckertheke am Eingang kriegt sie die volle Breitseite. Denn die zwei Bäckereifachverkäuferinnen hinter der Plexiglasscheibe bitten sie höflich um einen Moment Geduld, setzen demonstrativ langsam und sorgfältig ihre Masken auf, und bedienen erst dann. Sehr zur Erheiterung aller anderen Wartenden, die einen kreisförmigen, deutlich sichtbaren Abstand um die maskenlose Kundin einhalten – so vorbildlich, wie man es lange nicht gesehen hat.”

Wenn Sie nun denken, Quasdorf hätte an diesem Verhalten ihrer vermummten Mitmenschen etwas auszusetzen, dann haben Sie sich geirrt. Wir machen derzeit eine Zeitreise, in deren Verlauf die Realität in nur einem Punkt verändert wird: Diejenigen, die den Stern tragen, sind dieses Mal die Täter:

“Der erste Montagmorgen ohne Maske, er zeigt so einiges. Dass es wirklich Menschen gibt, die angesichts derart hoher Inzidenzen sofort die Chance ergreifen, das kleine, hilfreiche Stück Stoff loszuwerden. Und dass wir in den vergangenen zwei Jahren nochmal einiges dazugelernt haben, wenn es darum geht, Menschen abzustrafen und kollektiv unter Druck zu setzen”.

Wir sind uns sicher, das Quasdorf auch zu denen gehört, die “den Menschen” aus der Ukraine ganz arg helfen wollen. Es ist ein lange bekanntes Syndrom, schon Charles Dickes hat es beschrieben, in Person von Mrs. Jellyby, die – während sie sich in einer Weise über das Schicksal eines – mangels tatsächlicher Kenntnis in ihrem Fall eingebildeten Stammes in Afrika sorgt – auf den Leben ihrer Familienangehörigen und Bekannten herumtrampelt wie ein Elefant im Porzellanladen. So wie das heute Quasdorf tut, die es offenkundig in Ordnung findet, wenn Maskenfetischisten Einkaufswägen zur Waffe umfunktionieren und der Einkaufsmob die nicht Vermummten am liebsten lynchen würde. Diese Deutschen, die aus dem Schutz der Menge zum Meucheltäter werden, sie sind offenkundig wieder zahlreich.

Quasdorf ist unsere Startnummer 8.


Damit sind wir mit den Aspiranten durch und Sie sind am Zug.
Wer ist der Denkbehinderte der Woche:

  • Benedict Lang, Verstaatlicher und Böckler-Stipendiat;
  • Sabine Rennefanz, DDR-nostalgische mit Arsch im Warmen;
  • Isabell Welpe und Artikel 130 StGB;
  • Katharina Barley, Profiteur demokratischer Institutionen mit Verachtung für eben diese;
  • Klaus Holetschek, Optimierer des Verhältnisses zwischen Heuchelei und damit auffliegen;
  • Svenja Schulze, Entdecker von Entdecktem,
  • Leonhard Helm, Tugendwedler kraft autoerotischer Notdurft oder
  • Anneke Quasdorf vom Bund deutscher Maskerl
Wer ist der Denkbehinderte der Woche [KW 14]?

Ein Außenseiter hat gewonnen.

Der Lack bröckelt bei Karl Lauterbach. Seine unbestrittene Fähigkeit, Denkbehinderung zum Ausdruck zu bringen, hat offenkundig bereits zu einem Ermüdungseffekt bei denen geführt, denen Lauterbach sich zumutet. Dokumentiert wird das in mageren 145 Lesern, (8.4%), die Lauterbach für seine Aussage, er bemerke zwar Unfug, der ihm ab und zu entfleuche, nicht, sei aber sicher, dass das, was er nicht bemerke, selten sei, ihr Vertrauen in seine Denkbehinderung ausgesprochen haben.

Aber das hat nicht gereicht.
Gewonnen hat ein anderer.
Thomas Fischbach.
Was, Herr Fischbach, ist notwendig, um Karl Lauterbach auf dem Feld der Denkbehinderung nicht nur Paroli bieten, sondern ihn schlagen zu können:

Antwort: “Ohne eine Impfpflicht für Erwachsene ab Juni komme man nicht vor die Infektions-Welle. Wer die Impfung nach wie vor verweigere, nehme den Rest der Bevölkerung in Geiselhaft. Und das treffe eben besonders Minderjährige, die um ihre Bildungs- und Entwicklungschancen gebracht würden sowie sozial und psychisch litten. Das sei nicht mehr hinnehmbar, betonte Fischbach.”

Fischbach, offenkundig ein Vertreter des Dadaismus in der Sprache, der Unart, Assoziationsketten zu bilden, die außerhalb der engen Stirn des Kettenbilders nur auf Unverständnis stoßen können, Fischbach ist also der Meinung, dass ein Impfstoff, der nicht vor Ansteckung schützt, dennoch vor Ansteckung schützt und dass deshalb, weil der Impfstoff, der etwas und sein Gegenteil tut, eben das tut, etwas und sein Gegenteil, Nichtgeimpfte den Rest der Bevölkerung in Geiselhaft nehmen. Können Sie dem folgen?

Wir auch nicht.
533 Leser (31,7%) waren von diesem Kauderwelsch in Fischbach so überzeugt, dass sie Thomas Fischbach zum Denkbehinderten der Woche gekührt haben. Nur wenige Stimmen dahinter, 511 Stimmen sammelnd (30,4%), landete Bettina Gunners auf Platz 2. Dass Sie sich nicht von ihrem Staat nicht zwingen lassen werde, eine Maske zu tragen, das war für 511 Leser überzeugend.

Auf den Plätzen folgen Petra Grimm-Benne (191 Stimmen, 11,4%), Karl Lauterbach (145 Stimmen, 8,6%), Marcel Fratzscher (124 Stimmen, 7,4%), Susanne Henning-Wellsow (86 Stimmen, 5,1%), Anna Lehmann (67 Stimmen, 4,0%) und Marc Beise (25 Stimmen, 1,5%).

Wenn Sie nachlesen wollen, womit sich die Aspiranten der letzten Woche empfohlen haben, dann finden Sie die entsprechenden Dokumente einer beachtlichen Denkbehinderung hier.


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