Neuere Forschung zu einem steinalten Rätsel: Stonehenge hört nicht auf, zu faszinieren

©Heike Diefenbach 2012

Kaum ein Bauwerk hat so viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wie in diversen wissenschaftlichen Fächern auf sich gezogen wie Stonehenge, das prähistorische Monument, gelegen in der Ebene von Salisbury im County Wiltshire im Süden Englands. Seine Erbauung, seine Erbauer, seine Bedeutung, seine Funktion, sie geben Anlass zu einer Vielzahl von Spekulationen, Diskussionen.

Bereits für das 18. Jahrhundert ergibt eine Suche in Google Scholar zum Stichwort „Stonehenge“ 139 Ergebnisse für Veröffentlichungen, in deren Zentrum Stonehenge steht oder in denen Stonehenge erwähnt wurde. Damals galt Stonehenge gemeinhin als ein Tempel der Druiden, in dem unbekannte Riten vollzogen wurden. Wie Parker Pearson (2013: 74-75) bemerkt, konnten die an Antiquitäten und speziell an der Geschichte von Stonehenge Interessierten nicht wissen, wie alt Stonehenge tatsächlich ist, dass es nämlich bereits 3.000 Jahre vor der Ankunft der Römer auf der Britischen Insel (im Jahr 55 v. Chr.) erbaut wurde, obwohl sie (korrekt) vermuteten, dass Stonehenge ein Monument aus vor-römischer Zeit war. Ihr Irrtum bestand darin, in der Zeit nicht weit genug zurückzugehen bzw. darin, dass sie meinten, Stonehenge wäre von denjenigen Menschen erbaut worden, die die Römer auf der Britischen Insel (im Jahr 55 v. Chr.) gemäß des Berichtes von Cäsar und anderen klassischen Autoren vorfanden, nämlich von den keltischen Stämmen für oder unter Leitung ihrer religiösen Spezialisten, den Druiden.

Heute weiß man aufgrund von Ausgrabungen und Radiokarbondatierungen, dass Stonehenge nicht aus der Zeit der Kelten stammt. Vielmehr fällt die erste Bauphase, während derer eine (mehr oder weniger) kreisförmige Erdeinfriedung bzw. eine Wall- und Grabenanalage angelegt wurde, bereits in die Zeit um 3.000 v. Chr. (Darvill 2006: 97). Traditionell wird die Erbauung von Stonehenge in drei Bauphasen unterteilt, aber die zeitliche Abgrenzung der einzelnen Bauphasen ist schwierig und umstritten. Ein Stück weit gilt dasselbe für die Reihenfolge der Bauarbeiten. Aber mit Bezug auf bestimmte wichtige Elemente des Monumentes ist man sich über die Reihenfolge ihrer Errichtung ziemlich einig. So kann festgehalten werden, dass im Zeitraum von etwa 2.900 v.Chr. bis etwa 2.600 v.Chr der erodierte Graben der Anlage stellenweise mit Kalkschutt aufgefüllt wurde und im Inneren der Einfriedung hölzerne Phosten errichtet wurden:

„Inside the enclosure things were happening too, and over the first half of the third millennium BC a succession of wooden structures and earth-cut features were created. Immediately inside the bank was a ring of 56 equally spaced holes, known as the Aubrey Holes, dug sometime around 2800 BC. Much debate surrounds the interpretation of these holes, but initially at least all or most of the 34 examples that have been investigated seem to have held upright wooden posts …” (Darvill 2006: 99).

Um 2.800 v.Chr. gab es in Stonehenge also noch kein „stone henge“, aber wahrscheinlich schon ein „wood henge“, eine mit Holzpfosten bestückte Erdeinfriedung. In diesem „wood henge“ können allerdings zu diesem frühen Zeitpunkt einige Steine aufgestellt worden sein, aber welche genau dies gewesen sind, ist umstritten. Es können der sogenannte Heel Stone oder die beiden Station Stones (Darvill et al. 2012: 1023; Table 1) gewesen sein. Darvill (2022: 320) berichtet, dass neue Modellierungen der Baugeschichte von Stonehenge zeigen würden, dass die Trilithen, d.h. die Paare aufrechtstehender Steine, die jeweils einen horizontal auf ihnen ruhenden „Deckel“-Stein tragen, die Sarsensteine (verkieselte Sandsteinblöcke) und die vier sogenannten Station Stones, die ein Rechteck innerhalb Wall- und Grabenanlage bilden (s. Abbildung), in der Zeit zwischen 2620 v.Chr. und 2480 v. Chr. errichtet wurden. Ebenso soll die Errichtung eines doppelten Kreises aus 50 bis 80 bluestones in diese Zeit fallen (Darvill et al. 2012: 1026, Table 3). Der erste Steinring in Stonehenge bestand dann nicht aus den großen Sarsensteinen, die das Bild von Stonehenge, wie es sich uns heute noch bietet, prägen, sondern aus „bluestones“. Es ist auch möglich, dass der doppelte Kreis aus bluestones noch vor dem Trilithen-Hufeisen errichtet wurde (Cleal, Walker & Montague 1995). Als sicher gilt dagegen, dass die bluestones während der Baugeschichte von Stonehenge mehrfach ab-, um- oder wiederaufgebaut wurden, während das für die Trilithen, die Sarsensteine und die Station Stones nicht der Fall ist (Darvill 2022: 320; Darvill et al. 2012: 1026, Table 3).

Bei den „bluestones“ handelt es sich um doleritische Steine, die – im Gegensatz zu den Sarsensteinen, die aus West Woods, Wilthsire, 25 km von Stonehenge entfernt, stammen (Nash et al. 2020), aus einem Steinbruch in den Preseli Hills in Südwest-wales stammen (Bevins, Ixer & Pearce 2014), der etwa 225 km entfernt von Stonehenge liegt, was die Frage aufwirft, warum sich Menschen im Neolithikum der Mühe unterziehen sollten, Steine von so weit entfernt nach Südengland zu transportieren.

Und bluestones aus Südwestwales wurden nicht nur in Stonehenge aufgestellt; auch in West Amesbury, am Fluss Avon, wurde ein Kreis aus Bluestones, bezeichnet als „Bluestonehenge“ errichtet, und beide Anlagen, Stonehenge und Bluestonehenge waren in Neolithikum durch eine Straße verbunden. Die Frage nach der Bedeutung der bluestones spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Hypothesen darüber zu bilden, welche Funktion/-en Stonehenge für die Menschen im Neolithikum erfüllt hat. Darauf wird weiter unten zurückgekommen.

Gemäß der bereits erwähnten neuen Modellierung der Baugeschichte von Stonehenge nach Darvill (2022: 320) wurde der Kreis aus Sarsensteinen, bestehend aus 30 aufrechtstehenden Steinen, die mit 30 Deckelsteinen miteinander verbunden wurden, außerhalb des bestehenden doppelten Kreises aus bluestones errichtet. Fest steht, dass Stonehenge insgesamt gesehen eine etwa tausendjährige Baugeschichte hat, auch, wenn die Hauptelemente der Anlage anscheinend in einem relativ kurzen Zeitraum von 150 bis 200 Jahren errichtet wurden (vgl. Darvill et al. 2012: 1026, Tabelle 3).

Wie die Anordnung der verschiedenen Steine bzw. Steintypen von Stonehenge aussieht, kann man auf dieser Abbildung sehen (die ich hier im blog nicht zeigen darf, ohne eine explizite Erlaubnis dafür eingeholt zu haben, was mir zu dumm ist). Ich würde jedem Leser empfehlen, sich diese Abbildung anzusehen, um besser nachvollziehen zu können, um welche Elemente von Stonehenge genau es in einem bestimmten Zusammenhang geht.

Für das 19. Jahrhundert ergibt eine Google Scholar-Suche nach „Stonehenge“ 2.260 Veröffentlichungen. Stonehenge gilt weiterhin als eine Art Druidentempel, aber man bemüht sich nun vor allem um die exakte geographische und archäologische Aufarbeitung von Stonehenge. Auch Sir Flinders Petrie, der für seine Verdienste um die Ägyptologie besonders bekannt ist, aber auch in vieler anderer Hinsicht Wichtiges für die Archäologie geleistet hat, hat sich um die archäologische Aufarbeitung von Stonehenge bemüht. Ihm wurde nicht erlaubt, Grabungen vorzunehmen, aber er hat den ersten akkuraten Plan von Stonehenge angefertigt samt des Zähl- bzw. Benennungssystems für die einzelnen Steine, das bis heute benutzt wird, und eine Vermessung der Anlage bis auf 0,1 inch oder gut 2,5 mm genau vorgenommen.

In seinem Buch mit dem Titel „Stonehenge: Plans, Descriptions, and Theories“ aus dem Jahr 1880 hat er auch über die Funktion von Stonehenge spekuliert. Er meinte, Stonehenge könnte aufgrund von Knochenfunden im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert eine Begräbnisstätte sein oder eine toten- und ahnenverehrende Funktion gehabt haben, es könnte eine religiöse Funktion ähnlich eines antiken Tempels gehabt haben, oder es könnte eine astronomische Funktion gehabt haben (Flinders Petrie 1880: 31). Er präferierte die beiden erstgenannten Möglichkeiten, während er eine religiöse Funktion wegen des Fehlens von Inschriften oder Verzierungen und jeglichen Hinweises auf rituelle Feuer, z.B. im Zusammenhang mit Tieropfern, für eher unwahrscheinlich hielt und ebenso die astronomische:

„The Astronomical theory has the strong evidence of the very close pointing to the midsummer sunrise, but apparently none other that will bear scientific scrutiny” (Flinders Petrie 1880: 31).

Dennoch ist es die Interpretation von Stonehenge als Kalender, die sich im 19. Jahrhundert durchzusetzen beginnt. Die Google Scholar-Suche ergibt 245 Veröffentlichungen für „Stonehenge“ und „Calendar“ für das 19. Jahrhundert, und 17 Einträge kommen hinzu, wenn man „Stonehenge“ mit dem deutschen Wort „Kalender“ kombiniert. Aber noch im Jahr 1925 schreibt Stone:

„There has … been no lack of conjecture, of which the following are examples: … Astronomical observatory, Calendar of the seasons, Temple for some form of worship, Headquarters of a priesthood, Sepulchre for chieftains, Sepulchral use connected with barrows, Memorial hall or monument of victory, Palace for a great king, Hall of ceremonial meetings of chiefs, Court of justice, Theatre for contests or ordeals, … Of these conjectures the two which hitherto appear to have found most favour with archaeologists are … (a) that Stonehenge was designed for some purpose connected with the observation or worship of the Sun; and incidentally as a calendar for the seasons. (b) that Stonehenge was designed for some sepulchral purpose connected with the adjacent Burrows. The evidence in favour of the former is the fact that the axis of the structure is directed (as nearly as can be ascertained) to the point on the horizon at which midsummer sunrise occurred when Stonehenge was built” (Stone 1925: 69).

D.h. auch fünfundvierzig Jahre nach dem Erscheinen des Buches von Flinders Petrie sprach nicht viel mehr für die Interpretation von Stonehenge als ein Observatorium oder als ein Kalender als die Ausrichtung der Anlage auf den Sonnenaufgang am Mittsommertag. Dessen ungeachtet blieb die Interpretation von Stonehenge als Kalender oder als Observatorium für viele Jahrzehnte die Standard-Antwort auf die Frage nach seiner Funktion, auch noch im zwanzigsten Jahrhundert. Wie genau diese Art von Kalender funktioniert haben soll bzw. was genau er wie angezeigt haben soll, war und ist allerdings umstritten. So meinte z.B. Hawkins (1965, zitiert nach Davill 2022: 319), dass es sich bei Stonehenge um einen „neolithischen Computer“ gehandelt habe, der an den acht Extrempositionen der Sonne und des Mondes ausgerichtet worden sei, um die Zeit zu messen und Finsternisse vorherzusagen, während Thom (1967, zitiert nach Davill 2022: 319) meinte, Stonehenge bilde einen Kalender mit sechzehn Monaten ab, der u.a. auf der Sommer- und der Wintersonnenwende sowie auf den Tagundnachtgleichen beruhe.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Kritik an solchen Spekulationen immer lauter, denn diese Spekulationen beruhten oft auf Elementen des Bauwerks, die aus verschiedenen Bauphasen stammen oder auf astronomische Ausrichtungen, die einer genaueren Überprüfung nicht standhalten (prominent: Ruggles 1984, darin z.B. S. 61; 1997; 1999).

Bekanntlich leben Totgesagte länger, und das scheint auch für Theorien gelten zu können, jedenfalls dann, wenn neue Erkenntnissen aufgrund fortgeschrittenen kontextuellen Wissens und genaueren Messungen einer Theorie neues Leben einhauchen können. In einem brandneuen Artikel hat Timothy Darvill (2022) aufgrund der Anordnung der Steine – soweit sie noch stehen und in der Rekonstruktion z.B. durch Sockel für umgefallene oder fehlende Steine –, ihrer relativen Größe und ihres Abstandes voneinander Stonehenge als einen ewigen Sonnenkalender rekonstruiert, der auf den 365,25 Tagen eines durchschnittlichen tropischen Jahres basiert (Darvill 2022: 320):

„The core of the year is represented by the Sarsen Circle. Here, each of the 30 uprights represents a solar day within a repeating 30-day month. Running sun-wise from the main axis, S1 [der Stein mit der Nummer 1] representing Day1, S11 and S12 become significant, as they divide the month into three ‘weeks’ or ‘decans’, each of 10 days; the anomalous stones mark the start of the second and third decans. Twelve monthly cycles of 30 days, represented by the uprights of the Sarson Circle, gives 360 solar days. While no stones within the central setting can specifically be identified with the 12 months, it is possible that the poorly known stone settings in and around the north-eastern entrance … somehow marked this cycle. Completing the basic tropical year requires an additional five days … The five components of the Trilithon Horseshoe, situated prominently in the centre of the structure, fit this role … Making the solar calendar a perpetual one, in which the days, decans and months keep pace with the seasons and the movements of the sun to describe a tropical solar year with accuracy, requires periodic adjustment, specifically, the addition of one day every four years to create a leap-year of 366 solar days. The four Station Stones provide a means of keeping tally so that a sixth day could be added to the intercalary month every fourth year. Bringing these parameters into line with the accumulation of solar days, weeks and months, and recognising the solstitial axis and a clear focus on the midwinter setting sun, the basic shape of a Late Neolithic solar calendar emerges … Arranging the entire complex around a principal axis might relate to processional movement …” (Darvill 2022: 328-329).

Obwohl es im Prinzip möglich ist, dass dieser Kalender “vor Ort” erdacht wurde, spricht nach Darvill einiges dafür, dass den Menschen, die in der Mitte des dritten Jahrtausends v.Chr. in Britannien lebten, der ägyptische, 365 Tage umfassende, Sonnenkalender bekannt war und Stonehenge nach seinem Vorbild erbaut wurde:

„Just as at Stonehenge, the [ägyptische] calendar comprises twelve 30-day months, together with an intercalary month of five epagomenal days. The months are each divided into three weeks of 10 days” (Darvill 2022: 330),

und eines der frühesten Importgüter nach Britannien ist eine große Perle aus roten Glas, die wahrscheinlich im Ägypten des frühen zweiten Jahrtausends v.Chr. angefertigt und 2,4 km südwestlich von Stonehenge gefunden wurde (Darvill 2022: 331), was die Existenz früher, weitreichender Handelsbeziehungen und damit sehr wahrscheinlich den Austausch von Ideen belegt.

Wurde Stonehenge bzw. das steinerne „henge“ im engeren Sinn, also doch als ein Kalender erbaut? Es kann schwerlich behauptet werden, dass Stonehenge keinerlei – und obendrein leicht erkennbaren – astronomischen Bezüge hat. Die Frage ist jedoch, inwieweit sie zufällig bestehen oder absichtlich hergestellt wurden und welchen Stellenwert sie für Stonehenge als Gesamtanlage mit tausendjähriger Baugeschichte haben.

So ist es eingermaßen überraschend, dass bei der Rekonstruktion der Anlage als Sonnenkalender die bluestones aus Südwestwales keine Rolle spielen, wurde aus ihnen doch auch nach Darvills eigenen Darstellungen (Darvill et al. 2012: 1026, Table 3; Darvill 2006: 119) der früheste (und gleich ein doppelter) Steinkreis in Stonehenge errichtet. Aber nicht nur sie bleiben in der Sonnenkalender-These von Darvill unerwähnt, wie Hill festhält:

„… there is no mention of the sarsen Slaughter Stone (and its two missing companion stones); the central Altar Stone is ignored; as, indeed, are the north-eastern double concentric arc of bluestones as well as the corresponding south-western single arc of bluestones (both arcs known now only by their stone holes i.e., the “Q and R holes”) and these arcs were positioned between the Sarsen Circle and the Trilithons …  Why ignore these features when they would have been ‘in the way’ of those people who were trying to operate the Stonehenge calendar?

Und wie so oft werden grundlegende Probleme schöner Theorien sichtbar, wenn man sich fragt, wie das Postulierte in der Praxis funktionieren soll und welche empirischen Belege es für die Theorie bzw. ihre Implikationen gibt, wie Hill das tut:

“Overall, the operation of the calendar sounds simple enough but let us look at the detail. The start of the calendar begins when the midwinter sunset was observed at Stonehenge, let us call it zero-day … But what if there was a cloudy sky? This would cause a delay (to “starting the calendar-array) potentially for a full year. Moreover, there is no resilience built into the calendar for error or losing count during its operation. What would happen if, say, the counters marking out year 3 and day 257 suffered an error, miscount or confusion as to where to place a counter? The solution is that the calendar would have to be reset back to zero-day and to do that, we would have to wait for the next winter solstice sunset”.

Und:

“Besides the problems of resilience, there are also the difficulties of recording the vast number of days which the calendar will accumulate. Given that the calendar was set up to monitor at the very least a period of the four quarter days across four years (which is what the four station stones were used for) then, overall, it would accumulate 1460 days, 48 months and, of the course of four years. Alternatively, Stonehenge was built to last and given that the sarsen features were raised around 2500 BC, the calendar could have been in operation for at least the 250 years (until, that is, when the incoming European Bronze Age people genetically replaced the indigenous Neolithic people, circa 2250 BC). Now, we have some monstrous figures to absorb. Over this period, the calendar would record some 91,131.25 days; 3000 months; and of course, 250 years. These numbers are staggering for a Neolithic preliterate culture that has produced no evidence of writing at all (or the ability to record such data). And, if the people were using counters to mark off this long passage of time, then they would have required thousands of them, but no such counters have ever been recovered from Stonehenge.”

Auch Ruggle hat einen praktischen Grund dafür angegeben, dass seiner Meinung nach Stonehenge kein Kalender gewesen ist:

„Was Stonehenge a calendar? Probably not. The solstitial axis may be spatially accurate but it is not precise in time, because the shift in the Sun’s rising (or setting) position close to the solstices is small and not easy to measure. Although modern people seek to visit on the actual solstice (21 June) it is unlikely that prehistoric people knew this exact date: even the Romans had trouble determining the precise date of the solstices, which – indirectly – is why Christmas is celebrated on 25 December and not on the 21st, the actual winter solstice date”.

Wie Hill ebenfalls anmerkt (und es andere Autoren vor ihm getan haben), muss man auch nicht unbedingt davon ausgehen, dass Stonehenge nur eine einzige Funktion hatte oder eine ursprüngliche Funktion, die es über tausend Jahre hinweg (oder noch länger) behalten hat, und keine neue hinzugekommen ist oder keine andere ihr vorausgegangen ist. (Auch m.E. wäre eine solche Vermutung sogar höchst unplausibel.)

Dementsprechend hat sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts die Auffassung verbreitet, dass Stonehenge überhaupt nicht sinnvoll isoliert betrachtet und interpretiert werden könne, sondern ein Teil einer rituellen Landschaft gewesen sei, in der zunächst verschiedene hölzerne „henges“ durch den Fluss Avon miteinander verbunden waren. Im Zentrum dieser rituellen Landschaft soll die Erinnerung und vielleicht Verehrung der Ahnen gestanden haben. Dementsprechend könnten die Holzpfosten bzw. später die Steine eine Art Gedenksteine für die Ahnen sein oder die Ahnen repräsentieren, etwa so, wie das von den Moai auf Rapa Nui (Osterinsel) behauptet wird.

Bender (1998) und Andere (vgl. hierzu Parker Pearson 2013: 77) haben auf der Grundlage der für die Bauwerke in dieser rituellen Landschaft verwendeten Materialien – Holz, Stein, Kalk – eine Symbolik entworfen – und sie meinten, dass ihr Entwurf eine Rekonstruktion ist oder sein könnte –, gemäß der sozusagen die Sphären der menschlichen Existenz bzw. der menschlichen Seele abgebildet sind, wobei Stein als relativ beständiges Material für Permanenz bzw. die Ewigkeit und im Kontrast stehend zu Holz als einem relativ vergänglichen Material betrachtet wird. Der Fluss Avon gilt in diesem Entwurf als eine Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der der Toten bzw. der Ahnen, vielleicht dem Styx in der griechischen Mythologie vergleichbar.

Dass Stonehenge ein Teil einer rituellen Landschaft war, die den Toten bzw. den Ahnen gewidmet war, stünde immerhin im Einklang damit, dass Stonehenge – auch und vermutlich zuerst – eine Begräbnisstätte war:

„More than 50 deposits of cremated bones representing perhaps as many as 70 individuals were deposited in the top of the eroding bank, in the gradually accumulating ditch fills, and around the edge of the enclosed area” (Darvill 2006: 99).

Im Jahr 1920 hat Hawley die Überreste von fast 60 Feuerbestattungen in Stonehenge ausgegraben. Sie wurden im Jahr 1935 wiederbegraben und im Jahr 2008 – nach einigen Jahrzehnten der Abstinenz von umfassenden Grabungen in Stonehenge – im Rahmen des Stonehenge Riverside Project, dessen leitende Arbeitshypothese übrigens die These von der rituellen Landschaft bzw. die Ahnen-Hypothese gewesen ist, zwecks Analyse anhand von fortgeschrittenen Technologien  erneut ausgegraben. Die Gesamtzahl der Bestattungen in/um Stonehenge wird auf 150 bis 240 geschätzt (Willis et al. 2016: 341). Bereits 1987 hatte Aubrey Burl Stonehenge als „house of the dead“ oder „Haus der Toten“ bezeichnet, und tatsächlich ist die Ansammlung menschlicher Überreste aus dem Neolithikum, die in Stonehenge gefunden wurde, die größte in Großbritannien (Willis et al. 2016: 337).

Das ändert aber nichts daran, dass es sich bei Stonehenge nicht um eine Art Gemeindefriedhof handelt, auf dem Generationen von Dorfbewohnern bestattet worden wären. Insofern Stonehenge ein „Haus der Toten“ ist, ist es ein ziemlich exklusives Haus, ein „Haus ausgewählter Toter“, vermutlich von Toten mit einem besonderen Status. Darüber hinaus wurden Bestattungen in Stonehenge „nur“ über 500 Jahre hinweg, im Zeitraum zwischen 3.100 v. Chr, und 2.600 v. Chr., vorgenommen (Willis et al. 2016: 349). Danach fungierte Stonehenge anscheinend nicht mehr als Bestattungsort.

Parker Pearson, der an der Entwicklung der Vorstellung von Stonehenge als rituelle Landschaft mit besonderem Bezug zu den Toten und – später – zu den Ahnen maßgeblich beteiligt war und das Stonehenge Riverside Project geleitet hat, schreibt selbst:

„The Stonehenge Riverside Project’s fieldwork ran over seven years and, whilst the main planks of the ‘stone for the ancestors’ model was supported by the newly excavated evidence, we became increasingly aware that certain aspects of Stonehenge’s sequence and attributes could not be fully explained by the theory as it stood” (Parker Pearson 2013: 78).

Während es also gute Gründe dafür gibt, Stonehenge als Teil einer rituellen Landschaft mit Bezug zu den Toten bzw. den Ahnen zu betrachten, wollen sich bestimmte Eigenschaften oder Aspekte der Anlage nicht in diese Betrachtung einfügen oder können nicht durch sie erklärt werden. Deshalb hält Parker Pearson – wie der im Zusammenhang mit der Sonnenkalender-Hypothese bereits erwähnte Hill – fest, dass ein umfassendes Verständnis von Stonehenge voraussetzt, dass man einer Vielzahl verschiedener Elemente und Eigenschaften der Anlage Rechnung trägt:

„One of the consistent problems with theorizing Stonehenge is that different theories tend to seize on particular aspects and promote those as the most significant, either minimizing or ignoring other elements or inconsistencies … Any attempt at a satisfactory theory has to explain a myriad of features: the stone uprights and lintels, the unique dressing and shaping of the stones, the astronomical sightlines, the burials, the bringing of a variety of spotted dolerite, rhyolite, volcanic ash and sandstone monoliths from Wales, the sequence of re-building over almost 1,000 years, and the relationship with the River Avon and Durrington Walls, amongst other evidence” (Parker Pearson 2013: 78).

Wie sich Stonehenge als Kalender in das Bild von Stonehenge als Teil einer rituellen Landschaft einfügen könnte, darüber spekuliert Parker Pearson, wenn er darauf hinweist, dass nicht nur Stonehenge an Sonnenauf- und Sonnenuntergang an den Sonnenwendtagen ausgerichtet ist, sondern auch andere Bauwerke in der Umgebung von Stonehenge (Parker Pearson 2013: 79):

„The reason for this concentration may be linked to the presence of natural landforms at and in front of Stonehenge, aligned coincidentally on the midwinter solstice sunset and midsummer solstice sunrise and embellished by the ditches and banks of the Avenue itself”.

Und weiter spekuliert er:

“If the location of Stonehenge was on a long-recognised axis mundi, as the natural landform and Mesolithic activity suggest, then Stonehenge’s unity of solar, lunar and earthly elements helps us to understand that the monument was designed to integrate them into a holistic and unified fashion” (Parker Pearson 2013: 80).

Wenn das zutreffen sollte, dann wäre Stonehenge doch eine Art Kalender oder ein astronomischer Beobachtungsposten, aber es wäre nicht einfach eine Übernahme des ägyptischen Sonnenkalenders, oder es hätte „vor Ort“ zumindest eine ideengeschichtliche Tradition geben müssen, die ggf. der Übernahme zugrundegelegen hätte, die sie für die Menschen auf der Britischen Insel plausibel und bedeutsam gemacht hätte.

Wie passen die aus Südwestwales stammenden bluestones in das Szenario von der rituellen Landschaft mit besonderem Bezug auf die Toten und später auf die Ahnen? Auch hierüber spekuliert Parker Pearson, und zwar wie folgt:

„For the most part of the 4th millenium BC, the two areas [Südengland und Südwestwales] were culturally separate, at least in terms of ceramic styles, mortuary practices and funerary monuments, with a major material culture divide running through the Wash to the Southwest. From c.3400 BC onwards, this regionalism was replaced by the widespread adoption of uniform artefact styles and fashions of construction across Britain. It was against this background of increasing commonality in material styles and cultural practices that Stonehenge was constructed, in its first stage just after 3000 BC and in its second stage just after 2500 BC. If Stonehenge was built for the ancestors then they were ancestors of at least two geographically different but no longer culturally distinct groups. Whereas Childe considered Stonehenge to illustrate a degree of political unification, we can now make a strong case for Stonehenge to have been constructed for the very reason of unification both at a human and a cosmic level” (Parker Pearson 2013: 80).

Aber wer hat dann den Bau von Stonehenge geplant, angewiesen, angeleitet? Und warum? Es gab im Neolithikum keinen gottgleichen König über ganz (oder nur halb) Britannien, und es dürfte kaum eine kulturelle „kollektive Seele“ sein, die den Menschen im Gebiet des heutigen Englands und den Menschen im Gebiet des heutigen Wales (und die Menschen im heutigen Gebiet Irlands oder Schottlands …?) irgendwie den Willen, den „manpower“, die materiellen Resourcen, die erforderliche Organisation vermittelt hätte, die für die Errichtung der rituellen Landschaft in Südengland (und interessanterweise nicht Südwestwales oder auf halben Wege zwischen Südengland und Südwestwales) oder zumindest für Stonehenge als Teil dieser rituellen Landschaft erforderlich gewesen ist.

M.E. sind Menschen – und waren es auch oder sogar besonders im Neolithikum – praktische Wesen, die sich nicht auf eine Reise von 250 km machen, um Steine als Symbole für „Völkerfreundschaft“ aufzustellen. Die Angleichung der materiellen Kultur zwischen verschiedenen geographischen Bereichen ist normalerweise ein Prozess, der nicht von heute auf morgen erfolgt, sondern über einen gewissen Zeitraum hinweg. Soll man sich vorstellen, dass die Leute in Südengland und in Südwestwales irgendwann, sagen wir: nach zweihundert oder „nur“ nach achtzig Jahren, die Angleichung als solche bemerkten und dann auch noch auf die Idee kamen, derselben symbolischen Ausdruck zu verleihen, sagen wir: in einem megalithischen Monument, das Steintransporte über 250 km hinweg erforderlich gemacht hat?! Ich persönlich habe große Schwierigkeiten mit der Plausibilität dieser Hypothese, die ich die „Völkerverständigungshypothese“ nennen würde.

Man muss allerdings zugeben, dass sich eine relativ neue Entdeckung in die Völkerverständigungshypothese einfügen lassen würde, und zwar die Entdeckung, dass das steinerne Stonehenge zumindest in Teilen ein Wieder-Aufbau eines älteren Steinkreises ist, der zuvor in den Preseli Hills in Pembrokeshire in Südwestwales stand, also dort, von wo die bluestones, die in Stonehenge stehen, stammen:

„The discovery of a dismantled stone circle—close to Stonehenge’s bluestone quarries in west Wales— raises the possibility that a 900-year-old legend about Stonehenge being built from an earlier stone circle contains a grain of truth. Radiocarbon and OSL dating of Waun Mawn indicate construction c. 3000 BC, shortly before the initial construction of Stonehenge. The identical diameters of Waun Mawn and the enclosing ditch of Stonehenge, and their orientations on the midsummer solstice sunrise, suggest that at least part of the Waun Mawn circle was brought from west Wales to Salisbury Plain” (Parker Pearson et al. 2021: 85).

Wurde eine kulturelle Vereinigung der Menschen in Südengland und Südwestwales vielleicht dadurch symbolisch ausgedrückt, dass ein für die Menschen in Südwestwales bedeutsames Bauwerk in eine Landschaft versetzt wurde, die für die Menschen in Südengland bedeutsam war? Sollten damit die damaligen Westwaliser sozusagen eingemeindet werden? Aber warum nicht umgekehrt? Und wenn es zutrifft, dass der erste Steinkreis in Stonehenge aus 50 bis 80 walisischen bluestones bestanden hat, warum hat man dann zunächst anscheinend auf eine vergleichbar aufwändige symbolische Repräsentation der damaligen Südengländer in Stein verzichtet?

Diese neuerliche Verbindung von Stonehenge zu Südwestwales in Form der These vom Wiederaubau eines ursprünglich westwalisischen Steinkreises in Stonehenge kann auch anders erklärt werden und auf eine andere, weitere Funktion von Stonehenge hinweisen: eine Funktion als Heilstätte. Die Legende über Stonehenge, auf die Parker Pearson et al. im obigen Zitat Bezug nimmt, ist eine Spekulation in der „History of the Kings of Britain“ von Geoffrey of Monmouth aus dem Jahr 1138.

In seinem Buch erzählt Geoffrey of Monmouth, dass Stonehenge als eine Erinnerungsstätte an die Britonen (das sind diejenigen, die die Britische Insel vor den angelsächsischen Invasionen bewohnt haben) errichtet worden sei, die von den Sachsen erschlagen wurden. Der Zauberer Merlin, dessen Namen wir alle aus der König-Artus-Legende kennen dürften, habe angewiesen, dass die Steine für das Monument aus einem bestimmten Steinkreis in Irland geholt werden müssten, der von Riesen erbaut worden sei, denn diesen Steinen würden Heilkräfte innewohnen. Die Riesen würden Wasser auf die Steine gießen und in den so entstandenen Pfützen baden, um von Krankheiten geheilt zu werden (zitiert nach Parker Pearson 2013: 78).

Auch, wenn der Steinkreis, der zumindest in Teilen nach Südengland transportiert wurde, tatsächlich aus Wales und nicht aus Irland stammt, so ist es doch möglich, dass in dieser Legende eine Erinnerung an den Glauben weiterlebt, dass Steinkreisen oder bestimmten Steinkreisen oder einem bestimmten Steinkreis oder den Steinen, aus denen er/sie erbaut wurde/n, Heilkräfte innewohnen würden und der „Export“ von (Steinen aus) diesen Steinkreisen oder diesem Steinkreis zu Heilzwecken tatsächlich stattfand. Immerhin stellt sich ja die Frage, warum man sich der erheblichen Mühe unterziehen sollte, einen Steinkreis (oder Teile von ihm) in Wales abzubauen, um ihn (oder Teile von ihm) in Südengland wiederaufzubauen. Plausibel erscheint ein solches Unterfangen, wenn sich mit diesem Steinkreis der Glaube an besondere Kräfte verbindet. Die Tatsachen, dass im Mittelalter heilige Quellen mit den Steinen in Preseli in Verbindung gebracht wurden, Quellen, die an der Südseite der Preseli Hills entsprangen, als heilende Quellen galten und noch im 18. Jahrhundert Leute, die Stonehenge besuchten, Steinsplitter ablösten und wegen ihrer vermuteten heilenden Kräfte mit nach Hause nahmen, (Parker Pearson 2013: 78), steht mit dieser Hypothese im Einklang. Parker Pearson (2013: 78) hält fest:

„In Darvill and Wainwright’s view, if Stonehenge had been a place of the dead between 3000 BC and 2500 BC, it became a place of life and healing after 2500 BC when, in their estimation, the bluestones were brought to Stonehenge“.

Aber natürlich ist es auch möglich, dass Geoffrey of Monmouth die Legende selbst erfunden hat oder sie dazu benutzt hat, um mittelalterliche Überzeugungen oder Praktiken – den Glauben an bestimmte heilige Quellen oder heilende Steine – zu erklären oder zu rechtfertigen.

Das mag so sein, aber eine besondere Beziehung zwischen Stonehenge und den Presili Hills in Südwestwales muss tatsächlich bestanden haben. Dafür sprechen nicht nur die bluestones, sondern dafür spricht auch das Ergebnis einer Strontium-Isotopenanalyse von 31 Knochenüberresten von 25 Individuen aus den in Stonehenge gefundenen Feuerbestattungen. Bei allen außer einem dieser Individuen handelte es sich um solche, die Hawley im Jahr 1920 ausgegraben hatte und die im Jahr 1935 wiederbestattet wurden (s.o.), im Jahr 2008 aber erneut ausgegraben wurden (Willis et al. 2016: 338). Drei der Knochenüberreste stammten von Jugendlichen, der Rest von Erwachsenen, und sowohl von Frauen als auch von Männern, wobei es für die Hälfte der Knochenüberreste nicht möglich war, sie einem der beiden Geschlechter zuzuordnen (Snoeck et al. 2018: 5). Die Feuerbestattungen stammten aus dem Zeitraum zwischen 3.100 v. Chr. und 2.600 v. Chr. (Willis et al. 2016: 349).

Die Analyse von Snoeck et al. hat ergeben, dass 40 Prozent der Personen, von denen die analysierten Knochenüberreste stammten, ihr letztes gesamtes Lebensjahrzehnt nicht in der Umgebung von Stonehenge oder in Südengland verbracht haben, sondern im Westen der Britischen Insel, einer Region, die Südwestwales beinhaltet, und die Messungen insgesamt dafür sprechen, dass diese Menschen zwischen Stonehenge und Südwestwales (ggf. hin- und her-) gewandert sind. In den Worten von Snoeck et al. (2018: 5):

„… at least 40% of those buried at Stonehenge did not exclusively spend the last decade or so of their lives in the environs of the site, or indeed anywhere on the chalklands of southern England. The highest strontium isotope ratios are consistent with living on geological formations in western Britain, a region that includes west Wales, the known source of Stonehenge’s bluestones. While strontium isotope ratios on their own cannot distinguish between places with similar values, this connection suggests that west Wales is the most likely origin of at least some of these individuals. Indeed, all the measurements fall between the biologically available strontium values for Stonehenge and west Wales, consistent with people moving between the two locations at different times in their lives. Finally, the results suggest that at least some ‘non-local’ individuals were cremated away from Stonehenge, and that their cremated remains were brought to the site for burial, perhaps in conjunction with the raising of the bluestones. This is particularly compelling in light of the recent suggestion that the bluestones originally stood in the Aubrey Holes in which most of the cremations were found” (Snoeck et al. 2018: 5).

Dafür, dass die Feuerbestattungen durch die Blaue Steine aus Südwestwales gekennzeichnet waren, spricht, dass

„… the profiles, depths and diameters of the Aubrey Holes [aus denen die analysierten Knochenreste stammen] … are indistinguishable from those of known bluestone sockets of later phases … There is thus a strong case to be made for the Aubrey Holes having held stones. They must have been bluestones because all the Stonehenge sarsens are larger … This re-interpretation of the Aubrey Holes puts the arrival of at least 56 bluestones at Stonehenge at the beginning of the third millennium cal BC, rather than in the mid-third millennium cal BC” (Parker Pearson et al. 2009: 32; Hervorhebung im Original).

Wenn man plausiblerweise davon ausgeht, dass die in Stonehenge Begrabenen einen besonderen Status im Leben hatten, dann fragt man sich, ob es sich bei diesen Toten mit ihrer speziellen Verbindung zu Südwestwales, dessen Steine (bzw. ausgewählte seiner Steine) vielleicht als mit heilenden Kräften versehen angesehen wurden, um solche Toten handelt, die im Leben als Heiler fungiert haben bzw. ob das „Haus der Toten“, das Stonehenge (auch) ist, ein „Haus für tote Heiler“ war. Wir wissen es nicht und werden es vielleicht niemals wissen. Jedenfalls wurden keine Grabbeigaben gefunden, anhand derer diese Hypothese belegt werden könnte, und es gibt auch keine Hinweise darauf, dass Steine in Stonehenge routinemäßig mit Wasser bespritzt worden wären, damit Menschen in den Pfützen, die sich am Fuß der Steine bilden würden, baden könnten.

Und doch ist es schwierig, sich Stonehenge inmitten einer rituellen Landschaft ohne die Anwesenheit von religiösen/rituellen Spezialisten vorzustellen oder genau: ohne die Anwesenheit von Schamanen. Der Begriff „Schamanismus” stammt aus der Sprache der sibirischen Tungusen, deren religiöse/rituelle Spezialisten šamán heißen. Sie bzw. Ihre Praktiken wurden von Mircea Eliade untersucht, dessen Bericht über sie erstmals im Jahr 1951 erschienen ist und unter dem Titel „Schamanismus und archaische Ekstasetechnik“ auch in deutscher Übersetzung veröffentlicht wurde. Schamanismus ist eng mit Naturreligion bzw. genauer: Animismus verbunden, nach der/dem alle Lebewesen, aber auch Pflanzen, Quellen, Flüsse, Steine, Berge, Stürme und andere Phänomene der natürlichen Umwelt als lebendig angesehen werden und gleichermaßen teilhaben an der Energie, die Leben spendet, die man – mangels eines besseren Wortes – „(Welt-/)Seele“ bzw. „(Welt-/)Geist“ nennen könnte. Schamanen sind diejenigen, die einen besonderen Zugang zu allem Belebten – in spezifischen Formen wie z.B. einem Quell-Geist oder ehemals Belebtem/Transformiertem wie den verstorbenen Ahnen – haben und mit ihnen gewöhnlich durch Vermittlung bzw. mit Hilfe von persönlichen Hilfs-, Leit- und Schutzgeistern und in einem veränderten Bewusstseinszustand willentlich in Kontakt treten können, um Tote auf ihrem Weg in die andere Welt zu begleiten, die Naturkräfte inklusive Tiere zum Vorteil der Menschen zu beeinflussen, Kranke zu heilen, die Zukunft vorherzusagen u.ä.m.

Den veränderten Bewusstseinszustand führen Schamanen vor allem mit Hilfe von rhythmischem Trommeln und Tanzen und bewusstseinsverändernden Substanzen herbei. Sie „sterben“ dabei den eigenen Tod, um in transformierter Form Zugang zu dem Entitäten/Geistern haben zu können, den man als normaler, lebendiger Mensch nicht hat. Schamanistische Praktiken konnten von Ethnologen in vielen Teilen der Welt beobachtet werden, und auch in nicht-animistischen Religionen sind oft schamanistische Elemente enthalten, z.B. im Rahmen des Apollo-Kultes in Delphi im antiken Griechenland (Curnow 2004; Tóth 2018; Ustinova 2009) und (bis heute) im tibetischen Buddhismus (Stott 1989). (Zur empirischen Evidenz hinsichtlich der Sinnhaftigkeit eines kultur- und zeitübergreifenden Konzeptes „Schamanismus“ s. Winkelman 2012).

Deshalb besteht m.E. auch kein Widerspruch zwischen einer Interpretation von Stonehenge als einem Ort, der den Toten bzw. Ahnen gewidmet war, und als einem Ort schamanistischer Rituale zum Zweck der Heilung oder des Orakelns.

Nun ist die Kommunikation mit den Toten mit Hilfe schamanistischer Praktiken gewöhnlich kein Selbstzweck, sondern ist ein Hilfsmittel dazu, Menschen zu heilen, die Naturkräfte zu beeinflussen oder die Zukunft voherzusagen u.ä.m. Merkwürdigerweise – oder vielleicht angesichts der in vieler Hinsicht bedauerlichen Trennung von Archäologie, Geschichtswissenschaft, Ethnologie und Soziolgie nicht merkwürdigerweise – ist m.W. Timothy Darvill der einzige Spezialist für Stonehenge, der nach dem Jahr 2000 – auf gut einer halben Seite – die Möglichkeit thematisiert hat,

„… that Stonehenge was an oracle, a place to which people made pilgrimages in order to contact the supernatural, the gods, or the dead, possibly at specific times of the year, to learn about the future, to know a little of their own fate, and if associated with healing then perhaps also to seek the help of the gods in overcoming some ailment …” (Darvill 2006: 146),

also ein Ort, an dem schamanistische Praktiken ausgeübt wurden.

Gegen eine von Burl (1976: 86-87) vorgebrachte These, nach der „schamanistische“ Rituale in Stonehenge zum Zweck der Sicherung oder Steigerung der Fertilität von Mensch und Tier durchgeführt wurden, hat Ray (1987: 274) das Folgende vorgebracht:

„While this might be appropriate for small and egalitarian groups … it is not appropriate for the Wessex context [including Stonehenge]. Shamanism is an individualized form of priesthood, involving personal client relationships, and it is associated with segmentary societies. In a hierarchical, structured society, such as that of early Bronze Age Wessex, public rites are concerned with corporate institutional matters: the fertility of the land and the people, seasonal transitions, the purification of the society, the legitimation and renewal of sacred chiefs and kings, and the cult of the deceased rulers. If we agree with Renfrew that the building of the great Wessex monuments was a major act of social unification [Völkerverständigung?], then the rituals performed at such sites would have had a broad-based social function.”

Dieser Argumentation liegt (mindestens) ein falsches Verständnis von Schamanismus zugrunde bzw. ein sehr enges Verständnis von Schamanismus, wie es vielleicht aufgrund der Rezeption von (ausschließlich) der Arbeit von Mircea Eliade entstehen kann (vg. Hierzu Winkelman 2012). Dann und nur dann, wenn man „Schamanismus“ so eng definiert, dass er ein Phänomen ist, das per definitionem nur in segmentären Gesellschaften vorkommen kann, kann man Ray zustimmen. Aber kaum ein Ethnologe (und wohl auch sonst niemand, der sich jemals mit dem Phänomen der schamanistischen Praktiken beschäftigt hat), würde bestreiten, dass verschiedene Praktiken im Zusammenhang z.B. mit dem Apollo-Kult oder mit dem tibetischen Staats[!]orakel schamanistische Praktiken sind – und es handelt sich bei beiden um Institutionen in strukturierten, hierarchischen Gesellschaften. Und nichts spricht dafür, dass schamanistische Praktiken nur für individuelle Kunden oder nur für insititutionelle Kunden (wie z.B. den Dalai Lama) ausgeführt werden müssten. In seltenen Fällen mag ein Schamane bzw. ein Spezialist, dessen Expertentum schamanistische Praktiken zugrundeliegen, so stark von einem institutionellen Kunden protegiert werden, dass er es sich leisten kann, auf individuelle Kunden zu verzichten, aber das ist nicht die Regel. Und schließlich ist es m.E. ohnehin sehr fragwürdig, inwieweit es im vierten oder dritten Jahrtausend v.Chr. Sinn macht, öffentliche Riten von individuellen Riten trennen zu wollen insofern als das Wohlergehen von domestizierten Tieren und die Fruchtbarkeit der Erde im Interesse aller ist, die essen wollen.

Wenn Stonehenge ein Orakel gewesen sein sollte oder dort schamanistische Rituale zur Herbeiführung veränderter Bewusstseinszustände zu welchem Zweck und bei wem auch immer durchgeführt worden sein sollten, dann kämen dem die akustischen Qualitäten von Stonehenge sicherlich zu passe. Rupert Till berichet das Folgende von der Untersuchung der akustischen Eigenschaften von Stonehenge:

„If standing at the edge of a circular space, when one makes a sound it will leave you, reflect back off the wall directly opposite and return as a slightly later echo; travel to one side, reflect off the wall twice making a triangular shape and return a little later still; hit a wall three times making a square shape and return a little later; hit five walls forming a pentangle and return a little later; and so on. The overall effect would be echoes (in a larger space) or resonance/reverberation (in a smaller space where the differences in distance are small and so the sounds are not distinguishable). In circular stone spaces the size of Stonehenge is appeared likely that there would be both reverberation and echoes” (Till 2010: 7).

Wenn man in Rechnung stellt, dass

„[w]hat makes oracles different from other kinds of temples is the direction of communication. At oracles the gods don’t instigate the talk, they respond” (Darvill 2006: 146),

dann kann man sich gut vorstellen, dass die von Till beschriebenen Effekte den Eindruck vermittelt haben können, dass man die Stimme von Ahnen, Geistern oder Göttern gehört habe.

Till berichtet weiter:

“There is evidence that 10Hz frequencies were present, which may have helped to induce the alpha wave brainwave patterns often associated with relaxation, altered states of consciousness, meditation, and new age religious practices. Some research has linked musical activity to this frequency range … Research into entrainment has shown that it is possible that the brain can synchronise, or entrain, to such frequencies, in other words if someone hears, sings or dances to a tempo such as 10 Hz, the brain tends to also exhibit this frequency. Entrainment can encourage, support, enhance, cause or help a subject in achieving a trance or trance-like state … This is a developing and somewhat controversial field, but it is possible that if there were 10 Hz or related frequencies at around 156bpm in evidence, rhythms generated or supported by the acoustics of Stonehenge, they could have had an effect on those present, changing consciousness or atmosphere, and having an effect on ritual activities, perhaps even helping people to achieve trance states. The acoustics of the space seemed to suit amplified, participative, rhythmic musical or sound making activity, where a number of people were taking part in a ritual activity” (Till 2010: 15).

Möglicherweise war es also nicht nur der Schamane bzw. der rituelle Spezialist, der einen veränderten Bewusstseinszustand während einer rituellen Praxis in Stonehenge erfahren hat.

Nehmen wir also probeweise an, dass Stonehenge ein Ort war, an dem die Ahnen verehrt und vielleicht im Rahmen schamanistischer Rituale angerufen wurden, oder (andere) Geister oder Götter im Rahmen solcher Rituale angerufen wurde, auch oder besonders zum Zweck der Heilung oder des Orakelns. Was bedeutet das für die Interpretation von Stonehenge als Kalender?

Beide Interpretationen sind miteinander vereinbar, denn:

„… time-reckoning systems bring communities closer to their gods by ensuring that events occur at propitious moments. Astrology was an important, though controversial, tool in ancient medicine and healing rites. An accurate calendar was required to maximise effects that depended on people being in the right place at the right time. Salt and Boutsikas … have argued that the primary purpose of early Greek calendars was to structure access to Apollo and to know when to consult the oracle or engage in healing rituals at Delphi, Similarly, Meyer … has emphasised the relationship between finds of calendrical clepsydra (water clocks), springs and healing rituals in Roman Britain” (Darvill 2022: 332).

Allerdings ist Tills Beschreibung der akustischen Eigenschaften von Stonehenge nicht ohne Widerspruch geblieben. Thomas erklärt sie für „pseudoscience“, kritisiert Tills Verwendung einer Metapher und wendet ein:

„Inside a circular building the shape of the walls will be one of many factors (room dimensions, air gaps, characteristics of the space. In prehistoric circular dry stone constructions, bee hive cells, Scottish round houses and circular brochs, sound do not ‘hit and reflect straight back from the wall’. Inside circular dry stone structures sounds of at least 1000 hz and upwards are not reflected but scattered, diffused by the edge surfaces and gaps between the stones. Dry stone construction fosters an acoustically ‘dry’ environment with few reflections and short reverberation times”

Der Stellenwert dieses Einwandes bleibt aber unklar, weil Thomas einige Zeilen vorher selbst festgehalten hat:

„Stonehenge is not a circular shape“,

und wenn die Annahme falsch ist, dass Stonehenge die akustischen Eigenschaften eines runden Raumes hat, dann macht es für akustischen Eigenschaften von Stonehenge keinen Unterschied, ob die Eigenschaften, die einem in trockener Steinbauweise errichteten runden Raum zugeschrieben werden, faktisch auf ihn zutreffen oder nicht. Welche Kritik Thomas diesbezüglich genau üben möchte, bleibt deshalb unklar.

Offensichtlich verfehlt ist seine folgende Kritik:

„Computation of any fundamental resonant frequency using axial, tangential and oblique mode calculations is impossible at Stonehenge (the stone ‘circle’ is open to the sky) such computation requires an enclosed space (four walls, floor and ceiling).

Was den offenen (versus geschlossenen) Raum betrifft, so schreibt Till:

“One might think of Stonehenge as being an outdoor space, and therefore as not having the kind of reverberation comparable to an indoor space such as a church, concert or bathroom. Indeed Hardy comments that his characters are surprised to hear such effects when they were still outdoors. It seems that the characteristic circular shape of Stonehenge, and the dense stone it is made from, creates noticeable acoustic effects, even though half of the ‘building’ has collapsed and many of the stones are missing or out of place” (Till 2010: 5-6).

Mit „Hardy“ im Zitat ist Thomas Hardy gemeint, der Verfasser des Romans „Tess of the d’Urbervilles“ aus dem Jahr 1891, in dem eine Passage vorkommt, in dem die seltsamen akustischen Qualitäten von Stonehenge bei den Romanfiguren den Eindruck hervorrufen, Stonehenge sei „a very Temple of the Winds“ (Hardy 2003[1891]: 392-393). Hardy hat dies nicht einfach erfunden. Er lebte in der Nähe von Stonehenge und verarbeitete in dieser Passage eigene Eindrücke, die er auch in einem Zeitungsinterview angesprochen hat (vgl. Till 2010: 6).

Verfehlt ist die oben zitierte Kritik von Thomas aber vor allem deshalb, weil sich Till nicht auf Berechnungen aufgrund eines digitalen Modells beschränkt. Vielmehr wurden die akustischen Effekte anhand eines verkleinerten Maßstab-Modells von Stonehenge getestet und vor allem in Stonehenge selbst überprüft:

„In order to confirm the modelling results, acoustic testing was carried out at Stonehenge itself to look for evidence of the oirignal acoustics, which might still be present in the remaining structure … Having tried various positions with minimal results, we finally tried playing small hand drums at the edge of the space by the sarsen stones, resulting in clear echoes, doubling the drum pattern played. Particularly, high frequency sounds of small drum, produced the most clear acoustic effects. It was easy and natural to play in time with the echoes in the space, which were clearly apparent. A television film crew was present, making a documentary on the work called Stonehenge, for the History Channel’s Mysteryquest series, and the sound engineer was able to pick up and record echoes from the stones quite clearly …” (Till 2010: 14)

Wir werden niemals mit Sicherheit sagen können, ob bei der Errichtung der steinernen Elemente in Stonehenge die Erzeugung bestimmter akustischer Effekte beabsichtigt war oder nicht. Als Indikator dafür, dass sie beabsichtigt waren, kann angeführt werden, dass bestimmte Steine auf besondere Art behandelt worden sind. Einige wurden poliert, andere nicht, und bei einigen Steinen ist die Innenseite konkav geformt worden, die Außenseite aber nicht (Whittle 1997). Eine virtuelle archäologische Analyse der Steine von Stonehenge, basierend auf einem Laser-Scan, hat aber gezeigt, dass zumindest einige Steine verziert waren:

“We were able [to] confirm the existence of the 44 known Bronze Age Axe carvings and discover a further 71 previously unrecorded examples of these rare Bronze Age artworks, (Figure 4) … (Abbott 2012: 3).

Quelle: Quelle: Abbott 2012: 4

Solche Verzierungen verändern die Oberfläche der Steine und damit ggf. deren Beitrag zur Erreichung bestimmter akustischer Eigenschaften in Stonehenge. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Menschen im Neolithikum bestimmte akustische Eigenschaften aufgrund von Erfahrungwissen mit bestimmten architektonischen Formen in Verbindung gebracht hätten und solche Formen zumindest im Groben repliziert haben in der Erwartung, dass sich vergleichbare akustische Eigenschaften einstellen würden.

Um auf die oben zitierte Kritik von Thomas mit Bezug auf den Unterschied zwischen akustischen Eigenschaften offener und geschlossener Räume zurückzukommen: Was, wenn Stonehenge im Neolithikum gar kein offener Raum gewesen ist?

Die Landschaftsarchitektin Sarah Ewbank hat im Jahr 2016 die Hypothese aufgestellt, dass das neolithische Stonehenge ein „majestätisches Rundhaus“ mit zwei Stockwerken gewesen ist, das einen Rahmen aus Eichenholz hatte und mit Stroh gedeckt und abgedichtet worden sei, also mit Materialien, von denen nach Jahrhunderten, geschweige denn: Jahrtausenden naturgemäß keine Spur mehr zu finden sein würde. Sie hat ein Buch verfasst, in dem sie Stonehenge, so, wie sich vorstellt, darstellt, als neolithischen Vielzweck-Tempel mit einer großen Halle im Erdgeschoss, die umgeben war von Gallerien im Obergeschoss, von denen aus die Menschen hören konnte, was ein Sprecher unten, im Erdgeschoss, sagte, bzw. sehen konnten, was er tat. Sie weist darauf hin, dass Stonehenge mit einem Durchmesser von 30 Metern fast dieselben Dimensionen hat wie Shakespeares Globe-Theater, das ein rietgedecktes Gebäude gewesen ist, in dem Jahrtausende später Aufführungen stattgefunden haben, bei denen jeder Besucher problemlos hören konnte, was die Schauspieler in der Mitte des Theaters sagten.

Ewbank erzählt im Interview in der Online-Ausgabe der Daily Mail vom 2. Juli 2021, dass sie in all den Jahren, seit sie ihre Hypothese entwickelt hat, keinerlei Reaktion von den Stonehenge-„Experten“ in der Archäologie erhalten hat:

„I would like to sit down and have a sensible conversation with them, but it seems anything challenging the view of a broad consensus of current archaeologists is routinely rejected …”

Warum das der Fall ist, darüber kann man nur spekulieren. Man würde meinen, dass sich gute Gründe dafür angeben lassen, wenn Archäologen Ewbanks Hypothese für falsch halten. Aber solche guten Gründe sind bislang nicht vorgebracht worden. Von Seiten des English Heritage, in dessen Verantwortlichkeit sich Stonehenge befindet, ist nur ein sehr schlechter Grund zu hören gewesen:

„‘The idea of a roof on Stonehenge wouldn’t make any sense,’ says the monument’s curator, Heather Sebire. ‘Part of the point of the place is the majesty of the stones, so why would you put a roof on them? The bottom line is that there isn’t any evidence for it.’

Dass Sebire – und mit ihr zugegenenermaßen Tausende von Besuchern von Stonehenge in jedem Jahr – die “Majestät der Steine” so beeindruckend findet, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass man diese Wirkung durch ein Dach (zer-/)stören würde, bedeutet nicht, dass die Menschen im Neolithikum dieselbe Wahrnehmung gehabt haben müssen, besonders dann nicht, wenn sie sich Tage oder Wochen vor der Wintersonnenwende in Stonehenge eingefunden haben, um sie gemeinsam zu feiern und vermutlich einem Ritual beizuwohnen, wie Ewbank auf den Punkt bringt, wenn sie im Interview sagt:

„It seems obvious to me that they would have wanted to mark the winter solstice inside, under a roof, not outside in the freezing cold”.

Die “Majestät” der Steine kann ein Erfordernis gewesen sein, um die Last der Dachkonstruktion zu tragen, und Ewbank verweist in diesem Zusammenhang auf den Parthenon-Tempel in Athen.

Sarah Ewbank ist aber nicht die Erste, die vermutet, dass Stonehenge mit einem Dach ausgestattet war. Der „theoretical structural archaeologist“ Geoff Carter hat bereits im Jahr 2012 vorgeschlagen, dass es sich bei Stonehenge um ein Bauwerk handelte, das ein Dach hatte und hat zur Stützung seiner Vermutung zwölf Argumente angeführt, die hier nachgelesen werden können. Abschließend weist Carter darauf hin, dass

„… this challenges the current academic narrative, with its emphasis on the perceptions, belief, rituals, and cosmologies of ancient peoples, none of which is implicit in the evidence that is recovered by archaeology”,

dass es also auch in der Archäologie von Interpretationen, für die es keine direkten, handfesten empirischen Belege, sondern nur Indizien, gibt, nur so wimmelt. Und das liegt in der Natur der Sache, denn die Artefakte, die Archäologen bergen, sprechen nicht sozuagen für sich selbst; sie müssen interpretiert werden, und Interpretationsvorschläge müssen sich auf Indizien stützen. Gerade deshalb ist es unwissenschaftlich, Indizien nicht zuzulassen oder jemanden, eine bestimmte Hypothese mit Bezug auf ein archäologisches Artefakt formuliert, nicht wenigstens danach zu fragen, durch welche Indizien er sie gestützt sieht.

Was die Interpretation von Stonehenge durch Carter betrifft, so vermutet er,

„… that Stonehenge was a temple built to house the Bluestones. The unprecedented use of a stone load-bearing wall, and pillars in the centre, is a technological approach reminiscent of Mediterranean Europe, suggesting imported craftsmen. But this is only the very pointy end of a much larger wedge. The real interest lies in the many other buildings that can be understood in detail, and the new light this can shed into the nature of the prehistoric built environment”

Und damit sind wir wieder bei den bluestones angekommen, den Steinen aus Südwestwales und den Überresten von Feuerbestattungen in Stonehenge, die auf Verbindungen nicht nur von Steinen, sondern auch von Menschen zu Südwestwales hinweisen.

Worin genau diese Verbindung bestand, bleibt bis auf Weiteres – oder vielleicht für immer – eine offene Frage, aber dass Südwestwales für Stonehenge eine besondere Bedeutung gehabt haben muss, kann schwerlich bestritten werden. Vielleicht habe ich Recht mit der Vermutung von den Heilern oder rituellen Spezialisten aus Südwestwales, die ihr „Geschäft“ – in Stonehenge, vielleicht unter einem stroh- oder rietgedeckten Dach, betrieben haben und von Heilern von vor Ort, die ihr „Geschäft“ mit einer besonderen Legitimation betrieben haben, die mit bestimmten Eigenschaften oder dem Glauben an bestimmte Eigenschaften der Steine in Südwestwales bzw. des abgebauten Steinkreises aus Südwestwales zu tun haben.

Vermutlich gesellten sich dem rituellen (Heil- oder Orakel-?) „Geschäft“ andere Geschäfte hinzu. Anbieter anderer Produkte oder Dienstleistungen mögen sich – zumindest zu bestimmten Zeiten im Jahr – in Stonehenge betätigt haben, vielleicht besonders solche, die mit „Magie“ im weiten Sinn oder genauer: mit mehr oder weniger wundersamer Transformationsarbeit zu tun gehabt haben. In diesem Zusammenhang wäre besonders an die Metallgewinnung und –verarbeitung zu denken, die wie Magie, wie eine Praxis „Eingeweihter“ mit besonderen transformativen Kräften oder besonderem transformativem Wissen, gewirkt haben dürfte (s. hierzu Barndon 2005; Budd & Taylor 1995; Eliade 1962; Webley, Adams & Brück 2020).

Sowohl in der europäischen als auch in der afrikanischen Mythologie treten Schmiede als Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen auf, oft in der Form von Riesen oder Zwergen oder in einer sonstigen Gestalt, die ihre volle Menschlichkeit in Zweifel zieht, und ethnographische Forschung hat ergeben, dass Schmieden mit einer Reihe von zwiespältigen Gefühlen – Angst, Verachtung, Meidung, Respekt, Bewunderung – begegnet wurde (Rowlands 1971: 215-216; s. auch Motz 1983; Pleiner 1969). Möglicherweise hat das metallverarbeitende Gewerbe in Stonehenge Schutzamulette angefertigt und gehandelt, etwa wie das Pistorius aus ethnologischer Forschung in Afrika berichtet:

„There is a clear relation between metal workers and medicine. Many African metal workers acted as medicine men. They were sought out by the public for their divining and healing skills. They manufactured protective amulets from the metal they produced or from other material … Charms and amulets manufactured from iron and copper may be provided or prescribed by the diviner, the healer or the blacksmith. These ornaments protect the individual against danger and disease and also attract good fortune …” (Pistorius 1998: 199).

Dies alles ist Spekulation, ein Aufzeigen von Möglichkeiten. Fakt ist jedoch, dass das Grab des sogenannten Amesbury Archers, den viele heute eben nicht für einen Jäger oder Krieger halten, wie seine Bezeichnung als „Archer“ andeutet, sondern für einen Schmied, Objekte aus Gold und Kupfer enthielt, die die ältesten sind, die bislang in Großbritannien gefunden wurden und deren Funktion teilweise einigermaßen rätselhaft ist. So wird das Objekt aus Gold, das im nebenstehenden Bild zu sehen ist, meistens als Haarschmuck und manchmal als Ohrring interpretiert, aber es könnte ebenso gut z.B. einen Holzschaft umfasst haben, der zu irgendwechen vergessenen Zwecken diente. Das Grab stammt ebenso wie das der Boscombe Bowmen, die ebenfalls von manchen Autoren für Schmiede gehalten werden, aus der frühen Bronzezeit, und beide Gräber liegen nur etwa drei Kilometer von Stonehenge entfernt (zu beiden Funden s. Fitzpatrick 2011).

Und auch in diesem Zusammenhang könnte Wales eine besondere Rolle gespielt haben:

„The discovery of twelve Early Bronze Age copper mines in England and Wales is beginning to change ideas on the importance of local ores, and the role these might have played in shaping the earliest use of metal in these islands … Pivotal in this is the position of Wales, as it is likely to be the first metal to be mined on the British mainland and probably also the location of the earliest identifiable phase of mineral prospection which took place between 2200 and 1850 BC ….” (Timberlake 2016: 111).

Und weiter schreibt Timberlake:

“The recent modelling of radiocarbon dates obtained from the 12 Bronze Age copper mines of Britain appears to confirm what was previously thought, that these workings form a network of sequentially worked sites … Interestingly, the chronologically sequenced prospection route we have determined (Ireland < Central Wales < North Wales < NW England) matches quite closely the route of the ‘Beaker Folk Penetration’ … Aubrey Burl back in 1976 made the link between the movement of ‘Beaker peoples’ … into Wales, and the presence of stone circles in Pembrokeshire. Alongside this was seen the evidence for burials, the re-use of sites, and of course bluestone extraction in the Preselis; … Significantly Burl suggested a link between the Preselis bluestone and ‘Beaker Period’ metal prospectors travelling by boat down the coastline of Wales, and around the headlands off Pembrokeshire. Other possible links between Wessex and Wales have now been suggested by isotope studies carried out on bone from the skeletons of the Boscombe Bowmen burials. The isotope data obtained from the latter suggested that these individuals may have lived for at least part of their adult lives within a landscape dominated by Lower Palaeozoic rocks – the nearest source of these being Wales … However, whether or not these and other similar individuals were hunters, begetters of bluestones or metallurgists, their presence here may well have acted as a conduit, catalyst or source of economic motivation for the earliest exploitation of copper. Whilst this may be true, caution must still be applied to the certainty with which it is believed that these individuals were metalworkers, as has been claimed for the Amesbury Archer and more recently the individual associated with the Kirkhaugh burial … For sure we cannot tell from the sets of artefacts accompanying these male Beaker burials whether the individuals concerned were ever involved in casting metal, or for that matter the procurement of metal … Our best hope in this case would be to uncover and excavate an undisturbed well-preserved burial of this type lying close to (and associated with) a contemporary mining, smelting or metallurgical site” (Timberlake 2016: 130-131).

M.W. ist ein solches Grab bislang nicht gefunden worden, aber wer weiß …?!

Stonehenge hört nicht auf, Rätsel aufzugeben und zu faszinieren. Die Forschung über Stonehenge, die Spekulationen über Stonehenge, sie lesen sich wie ein Krimi in Form eines Fortsetzungsromans ohne absehbares Ende. Wenn der Krimi jemals zu einem Ende käme, würden das wahrscheinlich Viele von uns bedauern, aber wie es scheint, steht dies für den „Krimi“ Stonehenge in absehbarer Zukunft nicht zu befürchten.


Literatur

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