FDP-Bürgerdialog: “Arschloch!” Marie-Agnes Strack-Zimmermann wirbt für neue politische Kultur

Bürgerdialog ist wichtig, sehr wichtig, überwichtig für Parteien, besonders vor Wahlen, Bundestagswahlen, Landtagswahlen, Kommunalwahlen, auf allen Ebenen ist es wichtig, mit Bürgern zu sprechen, das Ohr am Bürger zu haben, zu wissen, was Bürger bewegt, was sie wichtig finden, was ihnen Sorgen bereitet … Bürger sind wichtig, ganz wichtig, der Souverän, super wichtig, vor Wahlen, gerade für kleine Parteien wie die FDP:


Der ICD-10 kennt die dissoziale Persönlichkeitsstörung (F60.2).
Sie wird wie folgt beschrieben:

“Eine Persönlichkeitsstörung, die durch eine Missachtung sozialer Verpflichtungen und herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere gekennzeichnet ist. Zwischen dem Verhalten und den herrschenden sozialen Normen besteht eine erhebliche Diskrepanz. Das Verhalten erscheint durch nachteilige Erlebnisse, einschließlich Bestrafung, nicht änderungsfähig. Es besteht eine geringe Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten, eine Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für das Verhalten anzubieten, durch das der betreffende Patient in einen Konflikt mit der Gesellschaft geraten ist.

Inklusive:
Persönlichkeit(sstörung): amoralisch
Persönlichkeit(sstörung): antisozial
Persönlichkeit(sstörung): asozial
Persönlichkeit(sstörung): psychopathisch
Persönlichkeit(sstörung): soziopathisch”

Wir haben den Eindruck, dass der derzeitige Umgang, den manche Polit-Darsteller mit ihren Bürgern pflegen, jenen Bürgern, Wahlberechtigten, die vor Wahlen mit “Bürgerdialogen” umworben werden, um dann nach Wahlen, wenn sie anderer Ansicht sind, abgekanzelt zu werden, mit “dissozialer Persönlichkeitsstörung” gut beschrieben ist. Die Gemeinsamkeit der Beschreibung mit den Verhaltensweisen, die manche Polit-Darsteller an den Tag legen, ist jedenfalls sehr markant.

Vor allem wenn man bedenkt, dass es Personen in öffentlicher Funktion gibt, die gleich drei Sicherungsmechanismen, die es gibt, um soziales Miteinander zu ermöglichen und die vor allem von Personen des öffentlichen Lebens, die mit einem gewissen Anspruch auftreten, eingehalten werden müssen, um nicht mit Leuten aus der Gosse verwechselt zu werden, unberücksichtigt lassen. So nimmt, nein, nahm man früher von Polit-Darstellern an, dass sie, wenn sie schon in der Regel keinen anständigen Beruf erlernt haben, doch wenigstens in der Lage sind, einen sachlichen, informierten und vor allem anständigen Dialog selbst mit Bürgern zu führen, die sie herausfordern, die ihnen vielleicht aggressiv begegnen. Wer das nicht kann, so der demokratische Konsens, der noch in den 1980er Jahren galt, der hat in der Politik nichts zu suchen. Personen in öffentlichen Ämtern müssen ein dickes Fell haben, sonst sind sie fehl am Platz. Und weil dem so ist, gab es früher einen Verhaltenskodex für Polit-Darsteller, den man in drei Stufen, die den Polit-Darsteller von der dissozialen Persönlichkeit trennen, bennen kann:

  • Erste Stufe: Man kann über Bürger DENKEN, sie seien Idioten, aber man sagt es nicht.
  • Zweite Stufe: Wenn man sich dazu hinreißen lässt, einen Bürger “Idiot” zu nennen, dann entschuldigt man sich postwendend für den “Ausrutscher” und hofft, dass der Mantel des Vergessens schnell ausgebreitet wird.
  • Dritte Stufe: In keinem Fall BRÜSTET man sich damit, dass man einen Bürger einen Idioten genannt hat.

Damit sind wir bei Marie-Agnes Strack-Zimmermann angekommen, die vor einiger Zeit auf der Suche nach einem Feindbild gewesen ist. Es scheint, sie hat es gefunden. Bürger, die sie kritisieren, in der Öffentlichkeit kritisieren, vielleicht sogar aggressiv kritisieren [das muss man als Polit-Darsteller aushalten] sind das gesuchte Feindbild:

Exzerpt aus: The Pioneering Brief

Die neue Form des politischen Dialogs, mit der sich Strack-Zimmermann brüstet, ist nicht nur eine, die sehr deutlich macht, dass Leute wie Strack-Zimmermann nicht nur über keine Argumente verfügen, um ihre Position zu verteidigen, sie macht auch sehr deutlich, dass Leute wie Strack-Zimmermann nicht über das psychologische Make-Up verfügen, das notwendig ist, um sich der Öffentlichkeit zumutbar zu präsentieren. Indes scheint Strack-Zimmermann nur der Vorreiter einer Art “Görenkultur” zu sein, die sich dadurch auszeichnet, dass Parlamente zu Schrei- und Lamentierbuden werden, die nicht mehr dem Austausch von Argumenten dienen, dienen können, weil diejenigen, die sich dort in großer Zahl einfinden, nicht über die psychologische, intellektuelle und kognitive Ausstattung verfügen, die zum gesitteten Dialog und Streit notwendig ist.

Wir sehen eine politische Zeitenwende, in der die lästige Diskussion über die richtige Lösung anstehender Probleme durch einen Shortcut ersetzt wurde, den man in seiner einerseits Ärmlichkeit, andererseits mit Blick auf die Befähigung der Polit-Darsteller Angemessenheit wie folgt auf den Punkt bringen kann:

Denken Sie das nächste Mal, wenn ein Polit-Darsteller von der “Verrohung des öffentlichen Diskurses” spricht, was die adäquate Antwort auf diesen, natürlich an Bürger gerichteten Vorwurf ist und antworten Sie mit einem Zitat von Marie-Agnes Strack-Zimmermann: “Arschloch!“.



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