Die Bereitschaft wegen One Love zu sterben, Hysterie und andere Varianten des Narzissmuss – Wahl zum Denkbehinderten der Woche [KW 45]

Hysterie wurde bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ausschliesslich als „weibliche Hysterie“ erfasst und diagnostiziert. Die Erklärungen dafür, dass Hysterie in erster Linie Frauen ereilt, waren vielfältig und müssen uns hier nicht interessieren, denn die Forschung zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat dazu geführt, dass die Diagnose „weibliche Hysterie“ weitgehend verschwunden ist. Die 1895 von Sigmund Freud gemeinsam mit Josef Breuer veröffentlichten „Studien über Hysterie“ hatten zur Folge, dass Hysterie als Krankheitsbild betrachtet wurde, das zwar mehrheitlich, aber nicht nur Frauen befällt und darüber hinaus dazu, dass nicht mehr von weiblicher Hysterie, sondern von Hysterie als einer Angst-Störung gesprochen wurde. Auch diese Klassifikation ist zwischenzeitlich und aus vielen Gründen in Ungnade gefallen. Der Hauptgrund findet sich in der variablen Verwendung, die das Konzept „Hysterie“ im Verlauf des 20. Jahrhunderts gefunden hat, eine Verwendung, hinter der sich neurologische, psychophysiologische Bedingungen und Massenpaniken in gleicher Weise finden. Kurz: Der Begriff war beliebig geworden und wurde deshalb fallen gelassen. Deshalb schreibt R. E. Kendall in einem Beitrag aus dem Jahre 2001:

“Contemporary understanding of hysterical behavior has been influenced strongly by the sociological concepts of the ‘sick role’ and ‘illness behavior’ and by learning theory, and attempts to reduce both the attractions of the sick role and influences discouraging healthy behavior now have a central role in management. This conceptual model explains the distribution of hysterical behaviors in populations, including the predominance in young women, and many other clinical observations, but it fails to account either for neurological conversion symptoms or for fugues and other dissociative phenomena.”

Hysterisches, also den Umständen nicht angemessenes Verhalten, wird nunmehr als erlerntes Verhalten betrachtet, das sich vornehmlich bei Mädchen und Frauen findet, die versuchen, über eine Opferrolle, die sie sich zuschreiben, Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Irgendwie benötigt man keine Überleitung mehr zu Annalena Baerbock. Bestenfalls der Hinweis, dass Hysterie mit einer übersteigerten Zuweisung von eigener Wichtigkeit einhergeht, der ins extrem-Narzisstische gesteigerten Überzeugung, die eigene armselige Existenz sei das, das tausende und abertausende von bösen Menschen beeinträchtigen, ja vernichten wollten, eine Selbstüberhöhung, die natürlich entsprechende sprachliche Niederschläge finden muss und auch findet, in der Regel in Begrifflichkeiten, die in ihrer monumentalen Aufblähung zwar dem eigenen Bedürfnis, die oben beschriebene Hysterie auszuleben, gerecht werden, nicht aber der Realität.

Man muss diesen monströsen Blödsinn einfach für die Nachwelt verewigen;

“… was sind die Folgen für mein Nachbarland oder auch für ein Land, das hunderttausende von Kilometern entfernt liegt”.

Eine Aussage wie diese hätte bei einem Kindergeburtstag noch vor ein paar Jahrzehnten zu herzlichem Lachen geführt, heute kann sich Baerbock, die Außenminister spielt, hinstellen, und diesen Blödsinn vor einer versammelten Gemeinde von menschengemachtem-Klimawandel-Jüngern verbreiten, OHNE das jemand lacht, lacht über diese Verbalisierung von Hysterie und von Narzissmus getriebener aufgeblähter (Seltbs-)Wichtigkeit, die natürlich ihren Niederschlag in adäquaten Begriffen, aufgeblähten Begriffen, die der dem eigenen Dasein zugeschriebenen Relevanz gerecht werden, finden muss: “ein Land, das hunderttausende von Kilometern entfernt liegt”.

Die geographischen Verhältnissen, wie sie sich in den Wissenschaften, die – zugegeben – von weißen Männern erdacht wurden, darstellen, haben zur Folge, dass man die Erde rund zweieinhalb Mal umrunden müsste, um in das fiktive Land zu gelangen, das Baerbock hier mit ihrer übergroßen, ins absurde gesteigerten angeblichen Sorge, einem Surrogat für emotionale Leere, belästigen will. Sofern man sich für einen kürzeren Weg durch den Erdkern entscheidet, wären mindestens 10 Bohrungen notwendig, um ein 100.000 Kilometer entferntes Land zu erreichen, geschweige denn eines, das hunderttausende Kilomenter entfernt liegt.

Leute mit Kenntnissen wie Baerbock wollen über das Wohl und Wehe von Bürgern entscheiden. Bei einem Viertklässler wären wir besser aufgehoben, sofern Erdumfang, Erddurchmesser bzw. Erdradius noch Gegenstand des Unterrichts in der vierten Klasse Grundschule sind.

Annalena Baerbock ist unsere Startnummer 1.


Und weiter geht es unter dem gleichen Rubrum von Hysterie, Narzissmus und Selbstüberschätzung mit Carla Rockel. Rockel hat den Sinn in ihrem Leben gefunden: Klimawandel bzw. den Kampf dagegen und je größer das Monstrum von Menschen verusachten Klimawandels, gegen das man kämpft, aufgeblasen wird, desto größer, so der einfache, lineare Gedanke, die eigene Wichtigkeit. Besonders wichtig für die Klimawandel-Jünger-Karriere von Rochel war der Präsident von Palau:

Ein weiteres Beispiel für eine (krankhaft?) übersteigerte, sich selbst zugeschriebene Wichtigkeit, dieses Mal vor dem Hintergrund einer als erschütterend eingeordneten Aussagen eines “Inselpräsidenten” aus dem Pazifik, einer eher kleinen Insel, nein mehreren, eigentlich vielen kleinen und noch kleineren Inseln: 459 Quadratkilometer trockene Fläche über 356 Inseln und Inselchen verteilt, die von rund 18.000 Palauanern oder so, bewohnt werden. Tendenz steigend, um 0,5% pro Jahr. Die Bevölkerungszahl muss auch steigen, denn nach Aussage von Carla Rochel, die sich für die Sache der Insulaner stark macht und den Klimawandel, der die Insel als bombadierte Einöde zurückzulassen scheint, in die eigene Hand genommen hat, um ihn zu stoppen. Und damit aus den 356 Steinhaufen im Pazifik, die sich Palau nennen, etwas Bombastisches wird, das man mit dem eigenen Ego und der Hysterie, die es treibt, in Einklang bringen kann, deshalb müssen auf den Inseln von Palau schon viele Menschen dem von Menschen gemachten Klimawandel zum Opfer gefallen sein: Milliarden sind es in den neuronalen Strömen, die im Hirn von Rochel das Denken unterbinden, die schon dahingerafft wurde.

Morbidität im Extrem oder miese Phantasie?
Was auch immer.

1927 lebten zwei Milliarden Menschen auf der Erde. Da wir nicht annehmen wollen, dass alle Menschen auf den 356 Inseln, die Palau sind, gelebt haben, wandern wir auf dem Zeitstrahl ins Jahr 1974, das Jahr, in dem die Erdbevölkerung 4 Milliarden erreicht hat. Zwei Milliarden davon auf Palau, der Rest im Rest, wenn es nach Rochel geht. Seit 1974 hat sich auf Palau, unbemerkt und von niemandem thematisiert, eine Bevölkerungskatastrophe ereignet, die die Bevölkerung von zwei Milliarden auf 18.000 hat schrumpfen sehen. Angesichts einer Bevölkerungsdichte von 4.357 Palauaner pro Quadratkilometer, Menschen, soweit die Insel reicht, ist diese Entwicklung vielleicht gar nicht so schlecht. Villeicht gibt es auf den Inseln mittlerweile den ein oder anderen Baum an der Stelle, die vorher von Menschen besetzt war. Vielleicht ist der dramatische Rückgang der Bevölkerungszahl auch darauf zurückzuführen, dass man sich, wenn man Tag und Nacht von Menschen umringt ist, zwangsläufig von diesen genervt fühlt, was dramatische Formen von Hate Speech und Homophobie produzieren kann. Vielleicht ist die Milliarden starke Bevölkerung auch schlicht daran zugrunde gegangen, dass kein Platz für Haus und Hof und vor allem keiner für die Produktion von Nahrungsmitteln verblieben ist. Menschen soweit man schaut. Also, wir würden bestreiten, dass der Klimawandel etwas damit zu tun hat, dass auf Palau Milliarden Menschen verstorben sind. Offenkundig wurden die Leichen, wo auch immer sie angefallen sind, bis zu denen, die am Rande des Meeres stehen, durchgereicht und in die Fluten geworfen. Platz für Friedhöfe gab es auf dem dicht besiedelten Palau, den 356 Inseln nicht.

Leute wie Rochel, die Aussagen treffen, die bei Familienfeiern aus Rücksicht auf das Alter der vorlauten Göre vielleicht milde zurechtgewiesen worden wären, die diese Aussagen indes in aller Öffentlichkeit treffen, in der Öffentlichkeit, in der sie sich gerade als Kämpfer für die armen Menschen inszenieren wollen, solche Leute wollen sich anmaßen anderen etwas über Zusammenhänge auf der Welt zu erzählen. Es ist, als wollte eine Schnecke der Libelle Flugstunden geben.

Indes, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist derartiger Bullshit die neue Normalität, und Carla Rochel ist unsere Startnummer 2.


Das durchgängige Thema dieser Wahl ist: Narzissmus: Oliver Reinhard lebt seinen in der Sächsischen Zeitung aus. Und, entgegen unserer sonstigen Gewohnheit, muten wir unseren Lesern das, was Reinhard in salbungsvoller Gnade seinen Lesern als Verhaltensweise erlauben will, in voller Länge zu:

“Auch wenn es immer noch nur wenig schwere Infektionsverläufe und Covid-Tote gibt: Vieles spricht weiterhin für eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Innenräumen. Die Ausfallzahlen wegen Erkrankungen bleiben hoch, Personalengpässe ein ökonomisches und medizinisches Problem, Longcovid ein extrem ernstes und immer noch unerforschtes Phänomen.

Deshalb und weil ich mich weder erneut infizieren noch womöglich andere anstecken will, werde ich auch künftig in Bus und Bahn und volleren Räumen Maske tragen. Vorsicht und Rücksicht bleiben für mich Ausdrücke von gesellschaftlicher Solidarität; da bin ich radikalkonservativ.

Trotzdem: Maskenpflicht? Kann weg!”

Und warum ist Herr Reinhard so gnädig, die Maskenpflicht entfallen zu lassen?
Darum:

“Nicht, weil ich an die massenhafte Existenz von Vernunft und Eigenverantwortung glaube – woher sollten die auch plötzlich kommen? Sondern weil ich mich nicht mehr nerven lassen will. Und sie nerven mich massiv, jene ignoranten Corona-Verharmloser, „Diktatur“-Paranoiker, kindischen Trotzköpfe und provokanten Maske-unter-der Nase-Träger oder-Totalverweigerer in Bus und Bahn, die mit ihrer egozentrischen Dickfelligkeit das überforderte und oft auch bedrohte Personal längst zur Aufgabe gezwungen haben.

Außerdem stellen sie die Ohnmacht eines Rechtsstaates bloß, der seine Regeln zwar aufstellen, aber weder angemessen kommunizieren noch durchsetzen kann und das offenkundig auch gar nicht mehr will. Der einzige Weg aber, dieses Generve und wenigstens die grelle Auffälligkeit dieser auch in Sachen Demokratie bedenklichen Kapitulation zu beenden, ist das Aus der Maskenpflicht, die ohnehin längst zum Treppenwitz geworden ist.

Dann habt Ihr halt gewonnen! Dann gefährdet Euch und andere eben, so oft Ihr wollt, Ihr tapferen Heldinnen und Helden! Aber eben nicht mit mir.”

Hysterie als Versuch, durch die Einnahme der Opferrolle Aufmerksamkeit zu gewinnen, ist natürlich nur eine Variante. Die Opferrolle, in die Reinhard durch Menschen gedrängt wird, die von ihrem Recht auf Abweichung Gebrauch machen, dem Recht, das man geminhin mit bunten Armbinden verteidigt, die ihn, den aufrechten Recken, der noch Recht und Ordnung verteidigt, anders als diese “Gegner des Rechtsstaats”, Recht und Ordnung durch Gefügigkeit verteidigt, quasi rektales Following, schon durch ihre Anwesenheit erbosen, er lässt sich von seiner Mission, von seinem Kriegspfad der Wahrheit im Kampf gegen das mörderische Virus, das selbst unter Maskenzwang, seine Mordlust befriedigt, wie Reinhard gleich zu Beginn behauptet, ohne zu merken, dass er sich damit selbst ad absurdum führt. Nein, aufrechte Recken, die auch Hähne aufdrehen, um “das Recht”, das ihnen vorgegeben wird, durchzusetzen, sind von ihrer Mission nicht abzubringen. Nein, seine heilige Mission, die verteidigt er auch im Rückzug, den er nur antritt, weil er Schlimmeres verhindern, schlimmeren Schaden vom Rechtsstaat, seinem Rechtsstaat, abwenden will.

Aber auch im Rückzug bleibt er standhaft, standhaft bis zum Schluss und so ist das Letzte, das er den Siegern, die “gewonnen” haben, zuzischt: “Aber eben nicht mit mir.” Eine unglückliche Anfügung, die Reinhard hier vornimmt. Aber, wo es um Trotz im Reich der Rechthaberei geht, da kann man auf Syntax und Grammatik natürlich keine Rücksicht nehmen, da geht es um …, ja, Trotz eben. Aber vielleicht liegen wir auch falsch. Vielleicht versucht Reinhard, weil er in der Vergangenheit gar zu sehr die Trommel für seine Obrigkeit gerührt, sich gar zu wohl damit gefühlt hat, Mitmenschen nach Manier der COVID-Fanatiker zu gängeln und auf sie herunterzusehen, erinfach nur aus dem ganzen Schlamassel herauszukommen, ohne zugeben zu müssen, dass er Unrecht hatte und sich auf Grundlage von Unrecht verhalten hat, wie … [Ihre Wertung].

Wie auch immer Reinhard ist unsere Startnummer 3.


Wechseln wir ins Feld des solidarischen Handelns. Solidarität ist zunehmend zu etwas geworden, das die Leute, die andere mit ihren Entscheidungen in die Bredouille gebracht haben, von diesen anderen fordern, um die Konsequenzen, die sich aus der Bredouille ergeben, zu tragen. Es ist also kein Wunder, dass sich die Solidarität unter Polit-Darstellern und ihren Schergen einer neuen Beliebtheit erfreut. Korrektur: Nicht die Solidarität mit anderen, die Einforderung der Solidarität von anderen. Und während die einen auf Opfer machen und für sich in Anspruch nehmen, sie hätten nicht wissen können, was kommt, sind andere rotzfrech und tun so, als wäre das, was nun “gemeinsam” bewältigt werden soll, nicht einzig und allein das, was sie mit ihren Entscheidungen herbeigeführt haben, als wären sie nicht verantwortlich.

Wir sind, um es deutlich zu sagen, in der Abteilung frieren. Dort treffen wir Renate Künast, die diese Woche kein Kandidat ist, die sich vielmehr mit der Realität in Form von Quecksilbersäulen und Graden Celsius konfrontiert sieht. 19 Grad Celsius, wenn man ihnen in stundenlangem Sitzen ausgeliefert ist, sind nicht das, was man als wohlige Temperatur bezeichnen kann. “Who feels it knows it all”, haben Bob Marley, Peter Tosh und Bunny Wailer einst gesungen.

Künast merkt das nun am eigenen Leib. So fühlen sich 19 Grad Celsius aus Solidarität an: kalt. Und während Künast noch erfährt, ist man bei Quark(s), einem WDR-Format, das der Verbreitung von Quark gewidmet ist, schon einen Schritt weiter: Wärme durch menschliche Nähe, Crowd-Heizung, so könnte man das beworbene Konzept benennen, das wohl funktioniert, wie ein Heizkissen aus der Mikrowelle und dessen Wirkung ebenso schnell verschwunden ist, wie man schon daran erkennt, dass es Soldaten in Stalingrad nicht gelungen ist, dem Tod durch Erfieren zu entgehen, egal, wie eng sie ihr Zusammenleben gestaltet haben. Irgendwie scheint das Ganze etwas mit Physik zu tun zu haben und mit der Tendenz von Temperaturen, sich immer auf dem untersten Niveau einzupendeln.

Aber wir schweifen ab.
Nein, nehmen wir die Quarks ernst und stopfen ihr Büro mit nicht 17, nein, mit 51 Obdachlosen von der Straße voll. Heizung ist ab sofort nicht mehr notwendig, und wenn wir etwas Glück haben, dann kommt aus der Redaktion von Quarks nicht mehr so viel Quark.

Quarks ist unsere Startnummer 4.


Das bisherige Frieren, das war Peanuts. Jetzt gehen wir zum richtigen Frieren über, richtiges Frieren, wie man es in Spanien kennt, richtiges europäisches Frieren.

Aus Spanien wurde Josep Borrell nach Brüssel geschickt, geschoben oder entsorgt, wie man will. Dort ist er zwischenzeitlich zum “High Representative of the Union for Foreign Affairs and Security Policy”, der Europäischen Union und zum Vize-Präsidenten der Europäischen Kommission avanciert. Ob das ein Aufstieg ist, ist eine eigene Frage, über die man eigens diskutieren müsste. In jedem Fall sind beide Positionen Orte, an denen sich die Schwätzokratie auslebt, mit guten Ratschlägen und mit all dem, was man anderen ins Gesangbuch schreiben möchte.

“Wir sehen uns”, so sagt Josep Borrell “vor die Wahl zwischen Frieden und Behaglichkeit gestellt. Wir haben viel über unsere Bereitschaft gesprochen, für die Ideale der Demokratie zu sterben. Nun ist die Zeit, diese Willigkeit unter Beweis zu stellen.”

Das Stadium selbstherrlicher Überheblichkeit, das hier zum Ausdruck kommt, spottet jeder Beschreibung. Sicher, Borrell will nur große Worte schwingen. Darin ist er sich mit Baerbock und Rockel einig. Indes hat seine Übertreibung nicht vollständige Ignoranz zur Grundlage, sondern etwas, das man nur als sinister bis bösartig bezeichnen kann. Letztmals wurde diese Forderung zum Ende der 1930er Jahre erhoben. Womit wir wissen, auf welchem ideologischen Ball wir uns befinden. Also: Sind Sie sich wirklich sicher, dass Borrell das nicht so meint, dass er nicht bereit ist, eigene Bürger für ideologische Idiotien, also für SEINE politischen Entscheidungen sterben zu lassen. Für Entscheidungen, die er als “Ideale der Demokratie” bezeichnet, besser: verklärt, denn was man darunter zu verstehen hat, wenn es aus dem Mund eines Eurokraten kommt, das ist hinlänglich bekannt und von Kurt Sontheimer unter der Bezeichnung “antidemokratisches Denken” abgehandelt worden?

Wir sind uns nicht sicher, dass hier einer nur dumm schwätzt und nicht bemerkt, dass er die Bereitschaft für die verfehlte Energiepolitik der EU zu sterben von EU-Bürgern fordert. Aber selbst wenn er “nur” dumm schwätzt, so hat er doch eine Ebene des dummen Geschwätzes erreicht, der man nur mit der Forderung begegnen kann, Borrell möge doch bitte vorangehen und seine Bereitschaft, für die “Ideale der Demokratie” zu sterben, aktiv demonstrieren.

Borrell ist unsere Startnummer 5.


Manches, was wir hier zusammengetragen haben, das meiste aus Vorschlägen unserer Leser, kann einem, angesichts der moralischen und ethischen Nicht-Qualität, die darin Ausdruck findet, aufs Gemüt schlagen. Bringen wir etwas Seichteres, stellen wir Andreas Kemper vor, den wir schon öfter hier zum Thema gemacht haben. Kemper ist einer, der regelmäßig im neuronalen Sumpf, der sein Gehirn im Griff hat, absäuft, um dann unverhofft wieder aufzutauchen und Forderungen, wie die folgende in die Welt zu posaunen:

Man kann es sehr kurz machen, mit dem Kemper: Was ihn an Erbschaft stört, außer, dass ihm nichts nennenswertes vererbt wurde, ist das Erben “leistungslos” in den Genuss desselben kommen. Die “Leistungslosgikeit” von Erbe ist das Kriterium, an dem er Anstoß nimmt. Und weil er daran Anstoß nimmt, deshalb will er Erbschaft, zu 100% versteuern, also enterben und durch den Staat einziehen lassen, um es dann “gleichmäßig an die Bevölkerung zu verteilen”. Diese Verteilung wäre damit eine in deren Genuss man vollkommen leistungslos kommt. Die Änderung, die Kemper vorschwebt, ist somit das Sozialisieren der Leistungslosigkeit, durch Umverteilung des Geleisteten an alle, die es nicht geleistet haben. Eine typisch sozialistische Schnappsidee, wie sie nur dem einfallen kann, der kraft nicht vorhandenem Erblasser sich in erbschaftlicher Abstinenz üben muss und deshalb neidisch auf das leistungslose Einkommen derer schaut, die in seinen Genuss kommen – im Gegensatz zu ihm.

Andreas Kemper ist unsere Startnummer 6.


Eigentlich hätten wir Friederike Benjes in eine Reihe mit den anderen narzisstischen Gören stellen können, die ihre Ahnungslosigkeit nicht nur dazu bringt, sich wichtig zu fühlen, sondern vor allem dazu, sich lächerlich zu machen. Benjes, von der wir nicht wissen, in welchem Zustand oder an welchem Ort, sie ihr bisheriges Leben verbracht hat, hat vor dem Amtsgericht in Stuttgart erstmals erfahren, dass Deutschland sich ein Rechtssysten leistet, kodifizierte Sätze, die in Büchern herumstehen, um ab und an von einem Amtsrichter aus dem Regal geholt und ausgesprochen zu werden. Und weil ein Richter als Organ der Rechtssprechung angesehen wird, ist das, was er sagt, sind manche der Sätze, die er in einem Verhandlungssaal sitzend von sich gibt, Worte der Rechtsprechung, in anderer Benennung ein Urteil. Er urteilt darüber, ob das Verhalten, das ein Angeklagter, mit dem er konfrontiert ist, den Regeln in seinen Büchern entspricht oder nicht. Entspricht es den Regeln nicht, dann gilt es als Regelverstoß und ist zu ahnden. Wie es zu ahnden ist, das steht auch in den Büchern, die der Richter besitzt, gemeinhin nach einer Einleitung wie, “ist mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter … zu ahnden.

All das ist Friederike Benjes offenkundig neu. Benjes war offensichtlich der Ansicht, dass jeder beliebige Amtsrichter dann, wenn sie in ihrer ganzen sich selbst zugeschriebenen Wichtigkeit in seinen Verhandlungssaal kommt, um vom nahenden Ende der Welt zu predigen, von Klima-Genozid, Tsunamis in den Alpen und Versteppung der Antarktis, die nur zu verhindern sind, wenn die Erwärmung des Planeten bei 1,5 Grad Celsisus, nicht etwa 1,51 oder 1,49, nein 1,5 Grad Celsius, zu messen zur 12 Stunde des Abends mit dem heiligen Gral des Quecksilbers in den heiligen Hallen des IPCC, gestoppt wird, dass jeder beliebige Amtsrichter dann nicht etwa denkt, er habe eine Irre vor sich, sondern mit fliegenden Fahnen zur Klima-Sekte überläuft, Sekundenkleber und andere Klimasekten-Devotionalien verlangt, um sich vor seinem Gericht auf die Straße zu kleben.

So kann man sich irren.
Benjes ist unsere Startnummer 7.


Bleibt noch Fussball.

Beim Fussball geht es nicht mehr darum, wer den Ball häufiger im Netz des gegenüberliegenden Tores unterbringt. Es geht auch nicht mehr um das große Geld, schon weil sich Fans im Stadion wohl verarscht vorkommen, wenn ihnen Heinecken-Werbung auf die Nase gedrückt wird (es gibt kein Bier ín Katar, es gibt kein Bier, träller), nein, es geht nun ausschließlich um Moral.

Nicht, dass sie denken, Spieler hätten damit aufgehört, sich bei zu großer Nähe des Gegenspielers auf den Boden zu werfen und mit schmerzverzerrtem Gesicht und von links nach rechts rollend zu stöhnen, schreien oder weinen, nein. Die neue Moral hat auch nicht dazu geführt, dass die kickenden Millionäre zu Wohltätern der Tafel geworden sind, und Obdachlosen, wie das Frank Zander jährlich getan hat, und falls er noch lebt, wohl noch tut, ein großes Festsessen spendieren. Nein, die neue Moral ist eine demonstrative, eine auf die Bekundung einer folgenlosen Absicht begrenzte Moral. Man kniet vor dem Spiel, um zu zeigen, dass das alte Stereotyp des dummen Fussballspielers auch weiterhin zutrifft, die Moral mit den Spielern ist. Sie mögen stinkreiche A.. sein, aber sie haben Moral… und man trägt bunte Armbinden, um sich solidarisch mit denen zu erklären, die es in Qatar offiziell nicht gibt, schon deshalb nicht geben kann, weil die Werte und die Moral, die in Qatar herrschen, andere sind.

Und nun könnte man die Geschichte des “OneLove” Armbands auf mehrere Weisen erzählen, z.B. auf die Weise, dass die überzeugten Moralisten, die ihre Überzeugung jedem auf die Nase drücken, solange das Unterfangen für sie keine Konsequenzen hat, sofort jede vermeintliche Moral vergessen, wenn sie Konsequenzen hat. Man kann diese Geschichte auch mit Bezug auf die Funktionärs-Hierarchie, in die Fussballspieler eingeordnet sind, ganz unten nämlich, erzählen, jene Hierarchie, der die Millionäre mit temporärem Drang zum moralischen Narzissmus, ihre Millionen verdanken, an die sie sich verkauft haben. Dann klingt sie so:

Viele, die uns dieses Zitat von Infantino geschickt haben, stört daran der Gedanke der Erbsünde. Uns nicht. Uns stört der inhärente Rassismus, den der Moralist oder anti-Moralist, das ist in dieser werteüberladenen Welt nicht mehr zu entscheiden, hier zum Ausdruck bringt. Wer erinnert sich an die Abbasiden oder die Umayyaden. Erstere haben ein arabisches Reich gegründet, das bis in die Mitte Italiens reichte, Letztere waren Herrscher über al-Andalus, große Teile Spaniens mit der Hauptstadt Cordoba. Das ist noch nicht allzu lange her, ein gutes Jahrtausend, fällt also in die Zeitspanne, für die Infantino der Ansicht ist, dass das, was “wir Europäer weltweit gemacht haben” uns, Europäer, davon abhalten sollte, anderen moralische Ratschläge zu erteilen.

Ein interessanter moralischer Ratschlag, den Infantino hier in vollständiger Verkennung und in einer als Affront gegenüber seinen arabischen Gastgebern in Qatar anzusehenden Ignoranz weiter Teil der Geschichte, erteilt. Und natürlich ist es ein Fehlschluss, denn die Frage, ob ein Verhalten moralischen Kriterien entspricht oder nicht, die hängt von der Einhaltung der moralischen Kriterien, nicht von der Geschichte dessen, der sie anwendet ab.

Er ist ein würdiger Nachfolger von Sepp Blatter der Herr Infantino, und er ist unsere Startnummer 8.


Und damit sind wir am Ende der Kandidatenliste für die 45. Wahl zum Denkbehinderten der Woche des Jahres 2022.

Wer hat Sie besonders von seiner Denkbehinderung überzeugt:

  • Annalena Baerbock mit ihren Kenntnissen in Geographie?
  • Carla Rockel mit ihren Kenntnissen in Palauscher Bevölkerungsentwicklung?
  • Oliver Reinhard mit seinem selbstgerechten Trotz?
  • Quarks mit ihrem Quark?
  • Josep Borrell mit seiner Bereitschaft, frierend zu sterben?
  • Andreas Kemper mit seiner leistungslosen Selbstbereicherung?
  • Friederike Benjes, die gerade vom Baum gefallen ist?
  • Gianni Infantino mit seinen Geschichtskenntnissen?

Sie haben die Wahl.


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Die letzte Wahl zum Denkbehinderten der Woche haben drei Kandidaten, die man in gewisser Weise als “anti-Sympathen” bezeichnen kann, unter sich ausgemacht. Gewonnen hat Sawsan Chebli (329 Stimmen, 31,6%), die dem erfolgreichen Elon Musk als diejenige, die bislang noch an allen politischen Aufgaben gescheitert ist, Ratschläge erteilen will. Mit 234 Stimmen (22,5%) hat sich Julian Röpcke auf Platz 2 etabliert. Seine markigen Sprüche zum russischen Dünger, der einst ein Lebewesen war, markige Sprüche aus dem Mund einer nicht einmal “Etappensau”, in der rohen, aber treffenden Sprache des Ersten Weltkriegs ist. Platz 3 geht an Janosch Dahmen, den letzten der sturen, der bis zum Hals im Wasser steht und jede Überschwemmung leugnet. Man könnte fast Mitleid mit ihm haben, wäre er nicht so aggressiv dreist und übelgesinnt. 179 Stimmen (17,2%) sind auf ihn entfallen.

Auf den Plätzen folgen:

  • Claudia Kemfert (99 Stimmen, 9,5%);
  • Frank-Walter Steinmeier (93 Stimmen, 8,9%);
  • Fabian Januszewski (39 Stimmen, 3,8%);
  • Antonio Guterres (38 Stimmen, 3,7%);
  • Jonas Erbas (29 Stimmen, 2,8%)

Es ist langwierig einen solchen Text zu recherchieren und zu schreiben.
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