Fluorid-Zahncremes, zu denen die meisten der im Handel gängigen Marken wie z.B. „Parodontax“, „Odol-med 3“, „meridol“ gehören, galten lange Zeit als der Goldstandard unter den Zahncremes. Fluorid-Zahncremes wirken anti-mikrobiell, d.h. sie helfen, Zahnbelag (d.h. den oralen Biofilm) zu beseitigen, aber vor allem gelten sie seit Langem als konkurrenzlos, was ihre den Zahnschmelz remineralisierende Wirkung betrifft.
Fluorid-Zahncremes sind jedoch nicht gänzlich unbedenklich, besonders für Kinder: Fluorid-Zahncremes können für Kinder, besonders für Kinder unter sechs Jahren, die einen Teil der Zahncreme beim Zähne-Putzen verschlucken, zu einer zu großen Zufuhr von Fluorid führen, die Dentalfluorose bzw. Zahnfluorose, eine Störung der Zahnschmelzbildung bei Kindern bewirkt, die sich auch noch im Erwachsenenalter verschlimmern kann, und Dentalfluorose ist keineswegs nur ein kosmetisches Problem (Aulestia et al. 2020; DenBesten & Li 2011; Ismail & Hasson 2008). Darüber hinaus wirkt Fluorid neurotoxisch; es kann die Entwicklung des kindlichen Gehirns negativ beeinflussen (Adkins & Brunst 2021). Kinder unter drei Jahren verschlucken beim Zähneputzen einen erheblichen Teil der Zahncreme (Thornton-Evans 2019), weshalb für sie empfohlen wird, nur einen erbsengroße Menge and Zahncreme zu benutzen:
“A pea-sized amount is approximately 0.25 g of toothpaste but children still use more toothpaste, and the majority of those ages ≤3 years use it 2 times a day or more often … There is no direct evidence that these smaller amounts of toothpaste can prevent cavities: the “rice-sized smear” may even be ineffective in preventing caries formation” (Limeback et al. 2021: 149).
D.h.
„Eine erbsengroße Menge entspricht etwa 0,25 g Zahnpasta, aber Kinder verwenden immer noch mehr Zahnpasta, und die Mehrheit der Kinder im Alter von ≤3 Jahren verwendet sie 2 Mal am Tag oder öfter … Es gibt keine direkten Beweise dafür, dass diese kleineren Mengen Zahnpasta Karies verhindern können: der ‚reisgroße Abstrich‘ könnte sogar unwirksam sein, um die Kariesbildung zu verhindern“ (Limeback et al. 2021: 149).
Und damit wäre der Grund, Kindern fluoridhaltige Zahncreme zu geben, entfallen.
Schließlich verändert Fluorid die mitochondriale DNA:
”Human fetal brain samples in areas with fluorosis have a significantly lower volume and densitiy of mitochondria compared to those that have not been exposed“ (Adkins & Brunst 2021: 7),
d.h.
„Gehirnproben menschlicher Föten weisen in Gebieten mit Fluorose ein signifikant geringeres Volumen und eine geringere Dichte an Mitochondrien auf als solche, die nicht exponiert waren“ (Adkins & Brunst 2021: 7).
Wir alle nehmen täglich Fluoride zu uns, sei es durch fluoridhaltiges Trinkwasser, durch unsere Nahrung, oder weil wir auch als Erwachsene Fluorid aus unserer fluoridhaltigen Zahnpasta über die Mundschleimhäute aufnehmen. In Deutschland wird das Trinkwasser zwar nicht künstlich fluoridiert, aber Fluorid kommt überall in der Natur vor, auch im nicht künstlich fluoridierten Wasser, und Fluorid aus Wasser und Fluorid aus Nahrungsmitteln sowie durch die Schleimhäute aufgenommenes Fluorid aus Zahncreme kann sich im Körper aufsummieren und auch im erwachsenen Körper Schaden anrichten. Z.B. kann Fluorid die Funktion der Schilddrüse negativ beeinflussen, wenn ein Jod-Mangel vorliegt (Malin et al. 2018) – und Jod-Mangel liegt bei einem erheblichen Anteil der Bevölkerung in Deutschland vor.
Wer also auf der sicheren Seite sein und seine Fluoridzufuhr nicht möglicherweise erhöhen möchte, sollte auf eine (zusätzliche) Aufnahme von Fluorid, das in Zahncreme enthalten ist, verzichten (das gilt besonders für Schwangere), und nach Alternativen suchen.
Und Alternativen gibt es insofern als sehr viele verschiedene Zahncremes im Handel angeboten werden, die fluoridfrei sind. Aber wie gut sind diese Alternativen? Jedes Zähne-Putzen mit welcher Zahncreme auch immer bewirkt eine mechanische Störung der Entwicklung des oralen Biofilmes, auch Zahnbelag genannt, und erfüllt damit seinen Hauptzweck.
Beispielsweise sind Zahncremes auf der Basis von Natriumbicarbonat wie „parodontax Classic Fluoridfrei“oder Weledas „Sole-Zahncreme“ nicht weniger wirksam als fluoridhaltige Zahncremes, wenn es um die Entfernung von Zahnbelag geht (Ghassemi et al. 2008; Myneni 2017). Wer keine Bedenken gegenüber fluoridhaltigen Zahncremes hat, der sollte sich für eine Zahncreme entscheiden, in der beides, Natriumbicarbonat und Fluorid, enthalten ist, wie z.B. die „Sensitive Care“-Zahncreme von Arm & Hammer entscheiden [HINWEIS – Kleiner Service: Die Zahncremelinks führen zu Amazon!] , denn:
Für die Verwendung einer natriumbicarbonat-haltigen Zahncreme spricht außerdem ihr antimikrobieller Effekt:
Eine einfache Backpulver-Zahncreme kann man zuhause zubereiten, indem man einen Teelöffel Backpulver mit ein wenig Wasser verrührt, bis die Paste die gewünschte Konsistenz hat, und, wenn gewünscht, ein oder zwei Tropfen ätherisches Pfefferminz-Öl oder Nelkenöl (für eine zusätzliche antibakterielle Wirkung) hinzufügt. Im Internet findet man viele Rezepte für hausgemachte Backpulver-Zahncreme. (Vermeiden Sie jedenfalls Rezepte, in denen Wasserstroffperoxid oder Essig enthalten sind, denn diese Zutaten können, je nach Dosierung, den Zahnschmelz beschädigen und Zahnfleischprobleme verursachen!)
Der Goldstandard hat aber in der letzten Jahren diesbezüglich einiges von seinem Glanz verloren: So haben Faller und Noble (2018) festgestellt, dass nicht alle Fluoride gleichermaßen vor Zahnverschleiß schützen. Sie empfehlen, eine Zahncreme zu wählen, die stablisiertes Zinnfluorid enthält (Faller und Noble 2018: 4) wie „blend-a-med Complete Protect“ und „Sensodyne Repair & Protect“.
Die Dosierung von Fluorid in Zahncremes scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen. Dabei gilt, dass höhere Fluorid-Konzentrationen in Zahncremes mit einer höheren Wirksamkeit gegen Karies verbunden sind (Walsh et al. 2019: 1). Auf der Basis von 81 Studien Daten über die Wirkung von sieben verschiedenen Fluorid-Konzentrationen in Zahncremes auf das bleibende Gebiss von Kindern und Jugendlichen haben Walsh et al. (2019) die folgenden Ergebnisse erzielt:
“… there was moderate-certainty evidence that 1450 to 1500 ppm fluoride toothpaste slightly reduces caries increments when compared to 1000 to 1250 ppm …; and moderate-certainty evidence that the caries increments are similar for 1700 to 2200 ppm and 2400 to 2800 ppm fluoride toothpaste when compared to 1450 to 1500 ppm …” (Walsh et al. 2019: 2).
D.h.
„… es gab mäßig sichere Belege dafür, dass 1450 bis 1500 ppm- Fluoridzahnpasta die Karieszunahme im Vergleich zu 1000 bis 1250 ppm leicht reduziert …; und mäßig sichere Belege dafür, dass die Karieszunahme bei 1700 bis 2200 ppm- und 2400 bis 2800 ppm-Fluoridzahnpasta im Vergleich zu 1450 bis 1500 ppm ähnlich ist …“ (Walsh et al. 2019: 2).
Um diese Ergebnisse würdigen zu können, muss man wissen, dass
“[t]he typical strength of regular or family toothpaste is around 1000 to 1500 parts per million (ppm) fluoride, but many other strengths are available worldwide. There is no minimum fluoride concentration, but the maximum permissible fluoride concentration for a toothpaste varies according to age and country. Higher concentrations are rarely available over the counter, and are classed as a prescription-only medicine” (Walsh et al. 2019: 2),
d.h.
„die typische Fluoridkonzentration einer normalen Zahnpasta oder Zahnpasta für die ganze Familie liegt bei 1000 bis 1500 Teilen pro Million (ppm) Fluorid, aber weltweit sind viele andere Konzentrationen erhältlich. Es gibt keine Mindestfluoridkonzentration, aber die maximal zulässige Fluoridkonzentration für eine Zahnpasta variiert je nach Alter und Land. Höhere Konzentrationen sind selten frei verkäuflich und gelten als verschreibungspflichtige Arzneimittel“ (Walsh et al. 2019: 2).
Hinzu kommt, dass der Schutz, den Fluorid-Zahncremes gegen Zahnerosion – d.h. den irreversiblen Verlust an Zahnhartsubstanz, der durch chemische Auflösung durch Säuren, nicht von Bakterien, verursacht wird – geben können, nur sehr kurz vorhält:
“It is unlikely that the formed fluoride-containing layer can protect the teeth from erosion for more than a few minutes at a pH of 5 or below (as introduced by many beverages). It is simply too thin, too porous, and too easily soluble … There are conflicting reports on the increase in tooth hardness after fluoride treatment. In any case, this effect appears to only be present on the outermost enamel surface (several micrometers at most)” (Epple et al. 2022: 10).
D.h.
„Es ist unwahrscheinlich, dass die gebildete fluoridhaltige Schicht die Zähne bei einem pH-Wert von 5 oder niedriger (wie er von vielen Getränken verursacht wird) länger als ein paar Minuten vor Erosion schützen kann. Sie ist einfach zu dünn, zu porös und zu leicht löslich … Es gibt widersprüchliche Berichte über die Zunahme der Zahnhärte nach einer Fluoridbehandlung. In jedem Fall scheint dieser Effekt nur an der äußersten Schmelzoberfläche (höchstens einige Mikrometer) aufzutreten“ (Epple et al. 2022: 10).
Dennoch stuft „Öko-Test“ in einem zuletzt am 28. März 2023 (!) aktualisierten Artikel Zahncremes als „ungenügend“ ein, wenn sie kein Fluorid enthalten, weil ihnen dann abgeblich „ein solider Kariesschutz“ fehle. Wie wir gesehen haben steht durchaus infrage, wie „solide“ der Kariesschutz ist, den Fluorid-Zahncremes liefern, und außerdem ist es durchaus möglich, dass eine Zahncreme Zutaten enthält, die ebenfalls einen Kariesschutz bieten, weil sie antibakterielle oder zahnschmelzhärtende Wirkungen haben. „Öko-Text“ stellt solche Zutaten nicht in Rechnung, aber es gibt sie.
Mit Bezug auf Alternativen zu fluoridhaltigen Zahncremes sind allen voran solche zu nennen, die biomimetisches Hydroxyapatit (HAP) enthalten. Bei Hydroxyapatit handelt es sich um ein primäres Kalziumphosphatmineral, das in Zähnen und Knochen enthalten ist. Biomimetisches Hydroxyapatit ist synthetisches Hydroapatit, das die Eigenschaften des natürlicherweise im Körper vorkommenden Hydroxyapatit nachahmt:
“Hydroxyapatite crystals can be synthesized to the same formulation as found in the mineralized tissues of dentin and enamel and can be made to resemble the same crystal structure” (Limeback et al. 2021: 149),
d.h.
„Hydroxyapatitkristalle können in der gleichen Zusammensetzung synthetisiert werden, wie sie im mineralisierten Material in Dentin und Zahnschmelz vorkommen, und sie können so hergestellt werden, dass sie der gleichen Kristallstruktur ähneln“ (Limeback et al. 2021: 149).
Die in Zahncremes enthaltenen HAP-Kristalle werden deshalb in Deutschland manchmal als „flüssiger Zahnschmelz“ beworden.
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So hat „br“ für die „Zahnärztlichen Mitteilungen“ auf zm online am 06.11.2018 getextet:
„Anfang diesen Jahres stand die Firma Dr. Kurt Wolff massiv in der Kritik der Zahnärzteschaft. Grund war deren Werbung für die Zahnpasta Karex, die gezielt Fluoridängste bei Verbrauchern thematisierte … Die Bundeszahnärztekammer bezeichnete die ‚aggressive Werbung‘ der Firma seinerzeit als ‚unredlichen Marketingschachzug‘ und wies auf die große Bedeutung der Fluoride in der Kariesprophylaxe hin.
Gibt es überhaupt wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit von Hydroxylapatit belegen?
Was in dieser ‚Fluoriddebatte‘ aus dem Blick geriet, war die Frage, inwieweit es überhaupt wissenschaftliche Studien gibt, die die Wirksamkeit des als Alternative zum Fluorid apostrophierten Materials Hydroxylapatit belegen.
Immerhin bewirbt Dr. Kurt Wolff die Zahnpasta Karex nach wie vor mit dem Slogan #ICHPUTZEOHNE, ‚weil es mit Hydroxylapatit eine Alternative zu Fluorid‘ gibt. Belegen soll das ‚weltweit erstmalig‘ die ‚jüngste von zahlreichen [sic] Studien‘,wie es auf der Internetpräsenz http://www.karex.com heißt.
Gemeint ist eine vom Hersteller selbst geförderte Studie [Schlagenhauf et al.: Microcrystalline hydroxyapatite is not inferior to fluorides in clinical caries prevention: a randomized, double-blind, non-inferiority trial], die zeige, dass hydroxylapatithaltige Karex-Zahnpasta ‚genauso wirksam wie eine Fluoridzahnpasta sei‘.“
Wie man sieht, ist es noch nicht so lange her, dass Vorbehalte gegen „vom Hersteller selbst geförderte Studie[n]“ das Misstrauen der Ärzteschaft hervorgerufen haben, ein Misstrauen, das mit Bezug z.B. auf von Pfizer durchgeführte Studien zur Wirkung ihrer als Impfstoffe gegen Covid-19 angepriesenen Spritzbrühen gänzlich gefehlt hat. Davon abgesehen wird m.E. aus dem Text auf zm online sehr deutlich, dass es hier um handfeste kommerzielle Interessen geht (von wegen „unredliche[r] Marketingschachzug“), die Fluoridzahncreme-Hersteller sich nach Kräften gegen neue Konkurrenz zu wehren versuchen und das ärzteschaftliche „establishment“ seine Prämien bei der Verschreibung oder Empfehlung bestimmter Produkte der Pharmaindustrie nicht gefährden möchte.
Mit gutem Willen kann man zm zugute halten, dass die qualitätvollsten Studien zur Wirksamkeit von HAP-Zahncremes tatsächlich erst nach 2018 publiziert wurden. Aber das entschuldigt weder die aggressive Abwertung der Studie – sie erfolgt ohne irgendeine Auseinandersetzung mit der Studie selbst –, noch entschuldigt es die hier gezeigte unlogische negative Grundeinstellung gegenüber HAP-Zahncremes, denn die Nicht-Existenz von Studien ist logisch nicht äquivalent mit der Existenz von Studien, die Unwirksamkeit belegen.
Nicht durch mangelnde Forschung entschuldigt werden kann das, was bei krankenkassen.de Jahre später, genau: in einem Text vom 02.03.2021, behauptet wird:
„Diese Zahncremes beinhalten demnach die Grundsubstanz unseres Zahnschmelzes. Das synthetisch hergestellte Hydroxylapatit soll laut Herstellerversprechen in der Lage sein, angegriffene Zahnsubstanz zu reparieren. Es ist allerdings erwiesen, dass sich Calciumphosphatsalze – und so auch Hydroxylapatit – nicht auf Zähnen ablagern oder gar in diese eindringen können. Zwar gibt es einen natürlichen Vorgang, der sich aus der Zusammensetzung des Speichels ergibt und die Aufnahme und Abgabe von Mineralien im Zahn bewirkt. Doch dieser führt nicht zur dauerhaften Neubildung von Zahnschmelz. Und so kann auch das Hydroxylapatit keine Neubildung von verlorengegangenem Schmelz bewirken. Zahncremes, die statt Fluorid Hydroxylapatit beinhalten, sind nach aktuellem Wissensstand nicht wirksam bei der Vorbeugung von Karies.“ (Hervorhebungen im Original).
Der gesamte Text kommt – wen überrascht es?! – ohne einen einzigen Beleg aus der Fachliteratur aus, der die aufgestellten Behauptungen belegen würde. Vielleicht können sie nicht belegt werden. Belegt werden kann jedoch, dass HAP-Zahncremes tatsächlich eine Alternative zu Fluorid-Zahncremes darstellen: sie beugen der Demineralisierung des Zahnschmelzes vor, fördern die Remineralisierung und behindern die Bildung von Zahnbelag.
In einer systematischen Aufarbeitung und Meta-Analyse von diesbezüglichen Studien haben Limeback et al. (2021) nach der Anwendung vergleichsweise strenger Qualitäts- und damit Ausschlusskriterien von 291 thematisch relevanten Studien 22 Studien – in situ-, in vivo- und klinische Studien, darunter vier randomisierte, einfach oder doppelt verblindete klinische Studien über HAP-haltige Zahnpasten – von hoher Qualität gemäß des GRADE-Systems zur Darstellung und Beurteilung „… von Evidenzübersichten für systematische Übersichtsarbeiten und Leitlinien im Gesundheitswesen …“ (Langer et al. 2012: 357; zum GRADING selbst s. Richards 2009) – ausgewählt, deren Zusammenschau und vergleichende Analyse die Autoren zu den folgenden Ergebnissen geführt hat:
In einer weiteren systematischen Übersicht und Meta-Analyse der vorliegenden Forschungsberichten haben dieselben Autoren speziell solche Forschungsergebnisse betrachtet, die die Fähigkeit von HAP untersucht haben, Überempfindlichkeit des Zahnbeins entgegenzuwirken (Limeback et al. 2023). Auf der Basis von 44 klinischen Studien – die die Autoren wieder mit Hilfe des GRADE-Systems und auf der Basis einer RoB(Cochrane Risk of Bias)-Analyse ausgewählt haben – kommen die Autoren zur folgenden Schlussfolgerung:
Darüber hinaus sind HAP-Zahncremes auch sicher, wenn sie versehentlich verschluckt werden (Epple et al. 2018) und damit auch für den Gebrauch durch Kinder.
Angesichts all dieser Forschungsergebnisse dürfte Dr. Wolff auf überzeugende Weise rehabilitiert sein. Seine HAP-Zahncreme – mit weiterentwickelter Rezeptur – ist derzeit unter den Markenbezeichnung „Bioniq“ und „Kinder KAREX“, speziell für Kinder unter sechs Jahren, sowie „Junior KAREX“ für Kinder ab sechs Jahren im Handel.
Bleibt noch hinzuzufügen, dass man dann, wenn man – neben der Remineralisierungswirkung und mit Rücksicht auf eine Überempfindlichkeit der Zähne – hohe antibakterielle Wirksamkeit seiner HAP-Zahncreme anstrebt, eine wählen sollte, die außerdem Zink enthält oder genau: Zn-HAP, ein Zink-substituiertes Nano-Hydroxylapatit-Pulver, z.B. eine Zahncreme der Marke „Biorepair“ des italienischen Herstellers Coswell SPA.
Zn-HAP hat sich im Test als wirksam gegen Staphylococcus aureus erwiesen (Thian et al. 2013), ein grampositives Bakterium, das zur Familie der Staphylococcaceae gehört. Bakterien aus dieser Familie sind einer der fünf häufigsten Ursachen von Infektionen nach Verletzungen oder Operationen, und einer der häufigsten Ursachen von Lebensmittelvergiftungen.
Außerdem wirkt Zn-HAP gegen Sporosarcina pasteurii (S. pasteurii) und Escherichia coli (E. Coli) (Irfan et al. 2021). E. Coli-Bakterien haben in einer Studie von Alghamdi (2022) 53% der Mundhöhlen-Abstrichen von 120 Personen gefundenen Bakterien der Familie der Enterobacteriaceae (einer Gruppe gramnegativer Bakterien) ausgemacht, die ihrerseits 19,4% aller in den Abstrichen gefundenen Bakterien ausgemacht hat und die in den Abstrichen vorherrschende Familie von Bakterien waren.
HAP-Zahncremes zu verwenden, hat also verschiedene Vorteile gegenüber nicht-HAP-haltigen Zahncremes bzw. gegenüber Fluorid-Zahncremes, aber wer es möglichst natürlich mag, den stört es vielleicht, dass HAP-Zahncremes synthetische Hydroxyapatitkristalle enthalten. Wer deshalb keine HAP-Zahncreme verwenden möchte und auch keine Fluorid-Zahncreme verwenden möchte, kann auf die nächstbesten natürlichen Remineralisierungsagenten zurückgreifen. Wir werden sie und die zu ihnen vorliegenden Forschungsergebnisse demnächst in einem Folgetext vorstellen.
Es gibt weitere HAP-Zahncreme-Versionen in der „biomed“-Reihe, unter denen Sie je nach persönlichem Bedarf und Geschmack auswählen können (aber Sie sollten sie dennoch möglichst nicht schlucken, und sie sind für Erwachsene und Kinder über sechs Jahren geeignet). Der Hersteller der „biomed“-Reihe ist „Organic Pharmaceuticals“ in Russland, und die Reihe als „cruelty free“ zertifiziert; sie ist außerdem vegan in dem Sinn, dass keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs enthalten sind.
Für Kinder ist „Kinder KAREX“ zu empfehlen. Es gibt diese Zahncreme (ebenso wie „bioniq“) u.a. im dm Drogeriemarkt und im Drogeriemarkt Rossmann zu kaufen. Alternativen zu „Kinder KAREX“ sind die „SPLAT juicy Tutti Frutti“-HAP-Zahnpasta, wie die „biomed-Reihe“ ein Produkt des russischen Herstellers Organic Pharmaceuticals“, sowie die die U.S.-amerikanische „RiseWell Kids Natural Hydroxyapatite Toothpaste“, die aber anscheinend nicht in Deutschland zu bekommen ist (aber bei amazon.co.uk bestellt werden kann, aber vergleichsweise teuer ist).
Literatur
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Alghamdi, Saad, 2022: Isolation and Identification of the Oral Bacteria and Their Characterization for Bacteriocin Production in the Oral Cavity. Saudi Journal of Biological Sciences 29(1): 318.323.
Aulestia, Francisco J., Groeling, Johnny, Bomfim, Guilherme H. S., et a. 2020: Fluoride Exposure Alters Ca2+ Signaling and Mitochondrial Function in Enamel Cells. Science Signaling 13(619): eaay0086. doi: 10.1126/scisignal.aay0086
DenBesten, Pamela, & Li, Wu, 2011: Chronic Fluoride Toxicity: Dental Fluorosis. Monographs in Oral Science 22: 81-96.
Epple, Matthias, 2018: Review of Potential Health Risks Associated with Nanoscopic Calcium Phosphate. Acta Biomater 77:1-14. doi: 10.1016/j.actbio.2018.07.036
Epple, Matthias, Enax, Joachim, & Meyer, Frederic, 2022: Prevention of Caries and Dental Erosion by Fluorides – A Critical Discussion Based on Physico-Chemical Data and Principles. Dentistry Journal 10(1): 6. doi: 10.3390/dj10010006
Faller, Robert V., & Noble, Warden H., 2018: Protection from Dental Erosion: All Fluorides are Not Equal. Compendium of Continuing Education in Dentistry 39(3): e13-e17.
Ghassemi, Annahita, Vorwerk, Linda M., Hooper, William J., et al., 2008: A Four-week Clinical Study to Evaluate and Compare the Effectiveness of a Baking Soda Dentifrice and an Antimicrobial Dentifrice in Reducing Plaque. The Journal of Clinical Dentistry 19(4): 120-126.
Irfan, Mahammad, Sultana, Sk. Najma, Venkateswarlu, B., et al. 2021: Zinc-Substituted Hydroxyapatite: Synthesis, Structural Analysis, and Antimicrobial Behavior. Transactions of the Indian Institute of Metals 74: 2335-2344.
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Limeback, Hardy, Enax, Joachim, & Meyer, Frederic, 2021: Biomimetic Hydroxyapatite and Caries Prevention: a Systematic Review and Meta-analysis. Canadian Journal of Dental Hygiene 55(3): 148-159.
Limeback, Hardy, Enax, Joachim, & Meyer, Frederic, 2023: Clinical Evidence of Biomimetic Hydroxyapatite in Oral Care Products for Reducing Dentin Hypersensitivity: An Updated Systematic Review and Meta-Analysis. Biomimetics 8, 23. doi.org/10.3390/
Malin, Ashley, Riddell, Julia, McCague, Hugh, Till, Christine, 2018: Fluoride Exposure and Thyroid Function among Adults Living in Canada: Effect Modification by Iodine Status. Environment International 121(Pt 1): 667-674.
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Thian, ES, Konishi, T, Kawanobe, Y. et al., 2013: Zinc-substituted Hydroxyapatite: a Biomaterial with Enhanced Bioactivity and Antibacterial Properties. Journal of Materials Science: Materials in Medicine 24(2): 437-445.
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Zero, Domenick T., 2017: Evidence for Biofilm Acid Neutralization by Baking Soda. Journal of the American Dental Association 148(11), Supplement: S10-S14.
Bislang in unserer Reihe alternativer Medizin / Behandlungsmethoden erschienen:
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- Entspannte Stimmung – trotz der Verbreitung von fake news durch Faktenchecker: Effekte von auf A4 = 432 Hz gestimmter Musik
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