Rabulistik von und für Vollverdummte.
Es Rohweddert bei der ARD-Tagesschau.
Es ist immer wieder schön, wenn Leute, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, sich dazu aufschwingen, das, was andere gefunden und berichtet haben, als falsch darzustellen.
So geschehen bei der ARD.
Wulf Rohwedder, eine Allzweckwaffe gegen Abweichung von der herrschenden Ideologie, ein Detektor noch der kleinsten Abweichung von ideologischer Reinheit, hat sich aufgemacht, um zu erklären, warum mehr nichtdeutsche Straftäter, die mehr nichtdeutsche Straftaten begehen, eigentlich weniger Kriminalität sind…
Wenn es um Wahnsinn geht, dann sitzen Sie bei der ARD-Tagesschau in der ersten Reihe:
„Die zunächst besorgniserregend klingenden Zahlen lassen sich tatsächlich in der Studie „Entwicklung der Kinder- und Jugenddelinquenz in Nordrhein-Westfalen Befunde zum Hellfeld und Vergleich der Erkenntnisse aus Hellfeld und Dunkelfeld“ finden. … Doch woher kommen die in den Medien genannten extremen Anstiege? Sie basieren auf den Ergebnissen der Hellfeldstudie – und auf relativ wenigen Fällen: Demnach gab es 2013 bei 11- bis 13-jährigen … Schülern mit Migrationshintergrund lediglich vier Tatverdächtige für Gewaltdelikte, 2024 jedoch 97. In Bezug auf alle untersuchten Straftaten erhöhte sich die Zahl in dieser Gruppe von 32 auf 233, was den massiven prozentualen Anstieg erklärt.“
Ein normaler Mensch, der damit konfrontiert ist, dass unter Schülern der Jahrgangsstufen 7 und 9 Gewaltdelikte in einer Weise zunehmen, die einem bange machen muss, wird genau das thematisieren, die in diesen Zahlen sich niederschlagende Verrohung der Gesellschaft bereits im Kinder- und Jugendalter, denn 7. und 9. Klassenstufen umfassen in der Regel Schüler im Alter von 12 Jahren und 15 Jahren, thematisieren. In der vorliegenden Analyse zur „Entwicklung der Kinder- und Jugenddelinquenz in Nordrhein-Westfalen – Befunde zum Hellfeld und Vergleich der Erkenntnisse aus Hellfeld und Dunkelfeld„, die vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen herausgegeben wurde, sind die Altersspannen etwas anders, umfassen 11 bis 18jährige (7. Klasse) und 11 bis 20jährige (9. Klasse) (Bericht Seite 12.).
Um es an dieser Stelle gleich einzuschieben: Die Studie, aus der die diskutierten Daten stammen, gehört zu den Studien, deren „Methode“, wie man im Englischen sagt „shrouded in mystery“ ist. Es hat mich einige Zeit gekostet, überhaupt herauszufinden, welche Daten in den ausgewiesenen Tabellen überhaupt enthalten sind. Eine Frage, die man normalerweise mit einem Blick auf die Legende beantwortet. Indes: Die Tabellen der Studie haben KEINE Legende. Junk!
Doch zurück zu Rohwedder und seinem Bemühen, nichtdeutsche Kinder/Jugendlichen. die als Tatverdächtige ermittelt werden, als zwar in ihrer Zahl mehr, aber dennoch als Täter/Tatverdächtige auszuweisen, die in ihrer Zahl eigentlich gar nicht zugenommen haben … oder doch weniger zugenommen haben als Tatverdächtige unter deutschen Kindern und Jugendlichen:
„Zwar zeigt sich hier im Jahrgang 7 ein massiver Anstieg der Gewaltkriminalität: Der fällt aber bei den deutschen Kindern mit 107,2 Prozent deutlich höher aus als bei den Nichtdeutschen mit 41,8 Prozent.“
Ein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen, jenseits der Grenze zur Ergebnisfälschung.
Es gibt natürlich keinen Jahrgang 7, vielmehr geht es hier um die Jahrgangsstufe 7, die 7. Klasse der entsprechenden Schulen. Und natürlich hat sich Rohwedder ganz bestimmte Ergebnisse ausgesucht, um sein Bemühen, mehr Straftaten als eigentlich weniger Straftaten auszugeben, umsetzen zu können.
Bevor wir in die Zahlen gehen, noch der Hinweis, dass die Ergebnisse der Studie nicht nur zweigen, dass Gewaltdelikte unter Kindern und Jugendlichen Ausmaße erreichen, die erschreckend sind, sie zeigen auch, dass Mädchen in Punkto Gleichstellung erhebliche Fortschritte gemacht haben und auf dem Weg sind Gleichheit in der Häufigkeit und im Anteil der Tatverdächtigen mit Jungs herzustellen.
Noch eine Leistung, die wir dem Genderismus verdanken.
Zurück zu Rohwedder.
Die folgende Tabelle zeigt die Daten, auf die sich Rohwedder im ersten Zitat bezieht, im Kontext (oben für Nordrhein-Westfalen als ganzes, unten für Gelsenkirchen, Herten und Marl):
Wie man sieht, ergeben sich heftige Steigerungsraten bei Fallzahlen und Tatverdächtigen für IM AUSLAND GEBORENE KINDER. Das ist eine der Kleinigkeiten, die Rohwedder entgangen ist oder von ihm unterschlagen wird. Die Daten, die auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik irgendwie errechnet wurden, werden einmal für „IN DEUTSCHLAND“ bzw. IM AUSLAND GEBORENE KINDER“ analysiert, einmal für Deutsche und Nichtdeutsche. Letzteres ist eine Unterscheidung nach Staatsangehörigkeit, ersteres eine Unterscheidung, die eine Schnittmenge der jeweiligen Staatsangehörigkeit umfasst, denn es soll deutsche Kinder geben, die im Ausland geboren wurden.
Wie viele?
Keine Ahnung, aber eigentlich etwas, das man im Rahmen von Studien, wie dieser DISKUTIERT oder doch zumindest thematisiert.
Nicht in dieser „Studie“.
Junk – um es zu wiederholen.
SciFi-Support
Dass man Wachstumsraten, wie sie in den Tabellen oben angebeben sind, natürlich NUR, wie alle Prozentwerte vor dem Hintergrund der Fallzahlen bewerten kann, das ist denjenigen, die sich mit Statistik befassen, vermutlich klar. Selbst Rohwedder hat so etwas schon einmal gehört, vergisst indes, dass es auch auf Tatverdächtigenbelastungszahlen (TBVZ) zutrifft. Indes scheint der Mann von der ARD, von dem wir vermuten, dass er in diesem Leben noch keine Fakten gefunden hat, die entsprechende Analogie nicht vornehmen zu können oder zu wollen. Nur so lässt sich der Blödsinn, den er hier schreibt, erklären:
„Zwar zeigt sich hier im Jahrgang 7 ein massiver Anstieg der Gewaltkriminalität: Der fällt aber bei den deutschen Kindern mit 107,2 Prozent deutlich höher aus als bei den Nichtdeutschen mit 41,8 Prozent.“
Wir gestehen Rohwedder zu, dass er in der Lage ist, eine Zahl korrekt aus einer Tabelle in seinen Text zu übertragen.
Das macht es indes nicht besser.
Zunächst zur Tabelle, aus der Rohwedder seine Prozentwerte übertragen hat:
Die beiden Werte finden sich für TVBZ in der jeweils letzten Spalte für Deutsche bzw. Nichtdeutsche Tatverdächtige in der mittleren Reihe.
Ist es Ihnen aufgefallen?
Die TVBZ bezieht sich auf Deutsche und Nichtdeutsche Tatverdächtige.
Die Fallzahlen, die Rohwedder zitiert, beziehen sich auf in Deutschland und im Ausland geborenen Tatverdächtige.
Das ist, wie gesagt, ein Unterschied, einer der die Fallzahl von 4 (2013) auf 27 (2013) für nichtdeutsche bzw. im Ausland geborene Tatverdächtige erhöht. Kommen wir zu den beiden Zahlen, die Rohwedder ausgewählt hat, um seinen Lesern vorzugaukeln, Deutsche seinen eigentlich viel gewalttätiger als Nichtdeutsche. 749 MEHR tatverdächtige deutsche Gewalttäter (pro 100.000 Bevölkerung oder 57 in Fallzahl) von 11 bis 18 Jahren im Vergleich der Jahre 2013 und 2023 stehen 777 MEHR tatverdächtigen nichtdeutschen Gewalttätern (pro 100.000 Bevölkerung oder 66 in Fallzahl) im selben Alter gegenüber. Es sind also MEHR nichtdeutsche Gewalttäter als deutsche Gewalttäter dazu gekommen, obschon der deutsche Bevölkerungsanteil weiterhin höher ist als der nichtdeutsche, wie man deutlich daran sieht, dass die TVBZ 2023 für nichtdeutsche tatverdächtige Gewalttäter in der Altersgruppe, die von den Studienautoren der 7. Klasse zugeordnet wird, mit 2.638 pro 100.000 Einwohner im entsprechenden Alter nahezu doppelt so hoch ist, wie die TVBZ deutscher tatverdächtiger Gewalttäter (1.448).
Rohwedder hat sich mit gutem Grund auf die Daten für das, was die Autoren als Siebtklässler ausgeben, kapriziert, denn die Daten für Neuntklässler sind noch verheerender:
Daran kann auch ein Rohwedder nichts ändern!
Bleibt abschließend zu fragen, wie man die Manie erklärt, die vorhersehbar dazu führt, dass immer dann, wenn man eine der von Rohwedder und denen, die seine Manie teilen, geschützten Gruppen in tatsächliche Bezüge stellt, die man schwerlich als positiv bezeichnen kann, Rohwedders angerannt kommen, um ein X für ein U auszugeben und zu behaupten, das, was man gerade sehe, sei nicht da, sei eigentlich und proportional zu dem, was man nicht sehe, kaum vorhanden?
Unsere Standarderklärung rekurriert auf ideologische Verblödung.
Sicher ein Teil der Erklärung.
Indes, Daten, die zeigen, dass Gewalttaten unter Kindern und Jugendlichen erheblich zunehmen, dass Mädchen auch bei Gewalttaten auf dem Weg zur Gleichstellung sind, die Lücke zu gewalttätigen Jungen schließen, Daten, die eine erhebliche Verrohung bereits von Kindern zeigen, lediglich zum Anlass zu nehmen, um mit absurder Rabulistik denen, die überproportional gewalttätig sind, einen Persilschein auszustellen, das ist schon der nächste Schritt der ideologischen Verblödung, das ist im Bereich psychischer Erkrankung angesiedelt, wie uns scheint.
Einmal mehr müssen wir feststellen, dass die Kompetenz- und Intelligenzbelastungszahl von ARD-Beschäftigten auf der Normalverteilung links der Mitte verortet ist.

