Noch ein Amoklauf: Öffentlich-rechtliches Ganselmeiern zum Waffenrecht

Eine kleine Entfremdung des Textes, den Martin Ganslmeier in der ARD unter der Überschrift „Einsicht gleich null“ zum Amoklauf in Florida verbrochen hat:

„Diese Bilder habe ich in den vergangenen Jahren zu oft gesehen: schreiende Schüler, weinende Eltern, schockierte Bürgermeister, die nicht glauben können, dass solch ein Massaker in ihrer Gemeinde passieren konnte. Doch – es kann überall in Europa passieren.

Am Tag danach die immer gleichen Rituale: Es sei ein Einzelfall gewesen. Es gebe keine hundertprozentige Sicherheit vor Terrorismus. Man dürfe sich in seiner Freiheit nicht von Terroristen einschüchtern lassen.
Usw.“

Stellen Sie sich vor, ein solcher Kommentar, der z.B. die Fahrt von Anis Amri durch den Weihnachtsmarkt in Berlin zum Gegenstand hat, wäre überschrieben mit:

„Die Regierung trägt eine Mitschuld am Attentat in Berlin. Denn jeden Tag sterben Bürger durch Waffengewalt und statt Gesetze zu verschärfen, werden sie gelockert.“

Unvorstellbar?

Richtig.

Unvorstellbar!

Öffentliche Schreiber und Kommentierer wie Martin Ganslmeier kämen nie auf die Idee, das Verbot von z.B. Kleintransportern zu fordern, weil Terroristen Kleintransporter durch Fußgängerzonen fahren und als Mordwerkzeug benutzen. Sie kämen auch nicht auf die Idee, ein Verbot von Messern zu fordern, weil fast täglich irgendwo in der Republik ein Messer im Körper eines Opfers aufgefunden wird. Schreiber wie Ganslmeier finden mehr Spaß und Gefallen daran, sich über die USA seit Trump aufzuregen und deren Waffengesetze anzuprangern.

Obwohl die Waffengesetze der USA schon lange vor Trump bestanden haben, tatsächlich schon seit 1791 als im Second Amendment das Recht jedes US-Bürgers, eine Waffe zu tragen, festgeschrieben wurde:

“A well regulated Militia, being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed.”

Dieses Recht ist weitgehend unangetastet, wird aber von einer Reihe von Gesetzen eingeschränkt, wobei Federal Laws mehr oder weniger einen Rahmen vorgeben, der von den Bundesstaaten völlig unterschiedlich gefüllt oder auch ignoriert wird. So hat Kalifornien ein eher restriktives Waffengesetz im Vergleich zu Florida, das ein eher großzügiges Waffenrecht hat.

Regelmäßig dann, wenn wieder ein Irrer einen Amoklauf z.B. durch Schulen vorgenommen hat, treten diejenigen auf den Plan, die denken, man könne Irre von irrem Verhalten abhalten, wenn man generell den Zugang zu Waffen verbietet. Wäre die Welt so einfach, dann bräuchte man keine Polizei und keine Kriminalstatistik mehr, denn die Verkündung eines gesetzlichen Verbots würde alle Bürger daran hindern, Straftaten zu begehen.

Regelmäßig dann, wenn in den USA Tote zu beklagen sind, melden sich Journalisten wie Ganslmeier mit ihren Weisheiten zu Wort, dass in den USA so furchtbar viele Waffen in privater Hand seien und deshalb so viel Morde geschehen. Tatsächlich ist die Anzahl der Morde in den USA dann, wenn man die weite Verbreitung der Waffen 101 auf 100 Einwohner mit einrechnet, geringer als in der Schweiz. Dort kommen 25 Waffen auf 100 Einwohner aber 12,3 Tote pro Waffe und Einwohner, während es in den USA 9,4 Tote pro Waffe und Einwohner sind. Wenn man, anders als Ganslmeier, das tut, was man normalerweise tut, um Daten zu bewerten, sie nämlich in einen Rahmen zu stellen, dann kommt ganz plötzlich ein anders Bild heraus.

Nehmen wir die Morde pro 100.000 Einwohner. 3,6 davon gibt es in den USA. Die ARD berichtet minutiös, wenn es genug auf einmal sind.

Die ARD berichtet nicht und Ganslmeier ereifert sich nicht über Tote in Venezuela. 39 Menschen pro 100.000 Einwohner werden dort jährlich erschossen.

Die ARD berichtet nicht und Ganslmeier ereifert sich nicht über Tote in Jamaika. 31 Menschen beißen dort jährlich ins Gras weil sie sich am falschen Ende einer Schusswaffe finden.

Die ARD berichtet nicht und Ganslmeier ereifert sich nicht über Tote in Honduras. 67 Menschen pro 100.000 Einwohner sterben dort jedes Jahr an den Folgen einer Schussverletzung, die ihnen Dritte beigebracht haben.

Die Erregung Ganslmeiers, sie hätte so viele Ziele:

In Swaziland werden 37 Menschen auf 100.000 Einwohner pro Jahr mit einer Schußwaffe ermordet, in Guatemala 30, in El Salvador 26, in Kolumbien 24, in Panama 14, auf den Philippinen 9, in Südafrika 8, in Costa Rica 6 … Es gibt so viele Regierungen, die Ganslmeier täglich in die Verantwortung nehmen könnte, weil in ihrem Land Menschen mit Schußwaffen umgebracht werden.

Aber Ganslmeier schweigt. Er interessiert sich nicht für Tote in Honduras, Guatemala, Venezuela, Jamaika, Kolumbien, El Salvador, Südafrika … Nein, der Thrill des Ganslmeier, er stammt aus Amokläufen in den USA. Das dortige Waffengesetz, beileibe nicht so liberal wie das Schweizer Waffengesetz oder das Tschechische Waffengesetz oder das Polnische Waffengesetz oder das Norwegische Waffengesetz, oder das Kanadische Waffengesetz, nein, das US-Amerikanische Waffengesetz, es ist Ganslmeier seine ganze Aufregung wert.

Wieder hat es Schüler getroffen, wieder muss er das lesen, wieder muss er das kommentieren, wieder darf er sich aufregen, wieder kann er sich als moralisch überlegen inszenieren, wieder hat er keinerlei Argument, keinerlei Daten, keinerlei Information, wieder langweilt er seine Leser mit moralischem Geschwätz, wieder erweist er sich als guter Untertan, wieder will er 321 Millionen US-Amerikanern Waffenbesitz verbieten, weil ein Irrer Amok gelaufen ist, und wieder meint er allen Ernstes, man könne Irre davon abhalten, Straftaten zu begehen, wenn man ihnen den Zugang zu Waffen erschwert.

Wenn er das wirklich glaubt, muss er, ob der terroristischen Gefahr, fordern, das LKWs und Kleintransporter verboten werden. Irgend etwas sagt uns, dass Ganslmeier zu viel Narretei neigt, aber vor dieser doch zurückschreckt. Nun muss er nur noch den Transfer schaffen und das Nichtverbot von Kleintransportern auf die Waffen in den USA übertragen. Aber dazu fehlt im vermutlich die Einsicht… denn seine Einsicht ist gleich null.

Daten: Gunpolicy.org

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Über 1000 Ermittlungsverfahren wegen eines Terrorverdachts im Jahr 2017

Bis zum 24. November 2017 hat die Generalbundesanwaltschaft insgesamt 1.119 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf terroristische Aktivitäten, in der Regel Mitgliedschaft oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung (§§ 129a, b StGB) gleich welcher Art und Weise eingeleitet. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion „die LINKE“ im Bundestag hervor.

433 der 1.119 Ermittlungsverfahren wurden an die Bundesländer (Landeskriminalämter) abgegeben, weil sie von der Generalbundesanwaltschaft als minder schwere Fälle eingestuft wurden.

Die ideologische Verteilung der Terrorverdächtigen, die im Rahmen der Verfahren ermittelt wurden, ist eindeutig: 85,7% sind dem Islamismus zuzurechnen. 13,5% der Ermittlungsverfahren (151) fallen in die Kategorie des internationalen Terrorismus‘. Links- und Rechtsextremismus spielen im Zusammenhang mit einem Terrorverdacht keine Rolle. 0,5% der Ermittlungsverfahren haben Rechtsterrorismus zum Anlass, 0,2% Linksterrorismus.

Wie man vor diesem Hintergrund weiterhin die mehr als 105 Millionen Euro rechtfertigen will, die in die Bekämpfung von Rechtsextremismus fließen, ist uns ein Rätsel. Fest steht jedenfalls, dass die Gefahr dann, wenn es um Terrorismus geht, eine Gefahr, die greifbarer ist als die amorphe Masse dessen, was als Rechtsextremismus bekämpft wird, vom Islamismus in seinen vielen Schattierungen ausgeht. Die Zahlen machen auch deutlich, dass sich Muslime und ihre Verbände, die am Terrorismus ebenso wenig Interesse haben, wie andere Normalbürger, langsam eine wirksame Methode der Distanzierung von und der Ausgrenzung derjenigen überlegen müssen, die Gewalt im Allgemeinen und Terror im Besonderen als Mittel ansehen, mit dem man den eigenen Irrglauben durchsetzen kann.

P.S.

Dass sich die Zahlen in der Antwort der Bundesregierung nur auf 1.118 und nicht auf 1.119 Ermittlungsverfahren addieren, ist uns bewusst. Wohin das eine Ermittlungsverfahren verschwunden ist, ist eine Frage, die vielleicht im Rahmen einer nächsten kleinen Anfrage von wem auch immer gestellt werden kann.

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„Das Grundvertrauen, dass der Staat seine Bürger schützen kann, ist nicht mehr vorhanden.”

… das schreibt der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) in einem Brief an den Baden-Württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU). Der Rhein-Neckar-Blog nennt den Brief des Oberbürgermeisters, einen Brandbrief (warum auch immer).

Vertrauen – Gesellschaften basieren auf Vertrauen. Man muss Vertrauen in Papierlappen haben, um sie als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Man muss Vertrauen in die Polizei und andere Ordnungsinstitutionen des Staates haben, um das Gewaltmonopol des Staates zu akzeptieren. Denn: Das Gewaltmonopol ist dem Staat nicht von Gott verliehen. Es ist das Ergebnis eines Deals. Bürger geben ihr Recht auf Selbstverteidigung mit allen Mitteln an den Staat ab, der ihnen verspricht, im Gegenzug für ihre Sicherheit zu sorgen. Kann ein Staat dieses Versprechen nicht halten, weil z.B. das Maß an Kriminalität zu hoch geworden ist, als dass es die Bürger noch akzeptieren würden, dann ist das Gewaltmonopol fakultativ gekündigt, denn der Staat erfüllt seinen Teil des Handels nicht mehr. Warum also sollten sich Bürger nicht wieder bewaffnen und ihre Sicherheit selbst in die Hand nehmen?

Der Bürgermeister der Stadt Mannheim sieht die Gefahr, dass sich Bürger seiner Stadt diese Frage stellen und sie in einer Weise beantworten, die das Gewaltmonopol des Staates nicht nur in Frage stellt, sondern aufkündigt.

Deshalb hat er sich in seiner Not an den Innenminister des Landes Baden-Württemberg gewandt.

Wie der Rhein-Neckar-Blog weiter schreibt, ist die Kriminalität in Mannheim, vornehmlich Straßenkriminalität, also Raub, Einbrüche in Fahrzeuge usw. massiv angewachsen. Die massive Zunahme an Kriminalität hat zum einen Verunsicherung der Bürger zur Folge, zum anderen das, was wir in der Überschrift zitiert haben: „Das Grundvertrauen, dass der Staat seine Bürger schützen kann, ist nicht mehr vorhanden.”

Als wäre die Tatsache, dass sich die Ordnungsmacht in Mannheim nicht in der Lage sieht, Mannheimer Bürger zuverlässig zu schützen, nicht schon schlimm genug: Wenn man betrachtet, welche Ursache dieses institutionelle Versagen hat, dann wird alles nur noch schlimmer.

Der Mannheimer Ausnahmezustand wird von Flüchtlingen verursacht, von so genannten umAs: unbegleiteten, minderjährigen Ausländern. Die umAs sind der Obhut des Jugendamts übergeben und die Mannheimer Mitarbeiter des Jugendamts sind nicht in der Lage, 40 umAs, die immer wieder durch Straftaten auffallen, unter Kontrolle zu halten. Auch die Polizei ist nicht in der Lage, die vornehmlich marokkanischen Flüchtlinge, die sich nach Aussage des Oberbürgermeisters von Mannheim durch „keinerlei Interesse an einer Integration“ auszeichnen, die „sämtliche Angebote der Jugendhilfeeinrichtungen … kategorisch ablehnen“, unter Kontrolle zu halten. „Versuche, die marokkanischen Flüchtlinge im gleichen Gebäude mit Flüchtlingen aus anderen Ländern unterzubringen“ seien gescheitert oder mussten aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden, so schreibt der Mannheimer Oberbürgermeister.

Also tanzen die 40 umAs der Polizei und (sowieso) dem Jugendamt auf der Nase herum: „So werden von dem Personenkreis bei Tageslicht auf offener Straße Diebstähle begangen, wo immer sich die Möglichkeit bietet“, schreibt der Mannheimer Oberbürgermeister. Die hohe Kriminalität habe in Mannheim dazu geführt, dass die zunächst positive Haltung der Mannheimer Bürger gegenüber Flüchtlingen umgeschlagen sei, das derzeitige Problem als „Staatsversagen“ wahrgenommen werde.

Man ist seines Eigentums in Mannheim offensichtlich nicht mehr sicher.
Die Personengruppe, die marokkanischen Flüchtlinge, von denen der Bürgermeister schreibt, haben eine Stärke von 40 Personen. 40 Personen, darunter mehr als ein Dutzend, die nach eigenen Angaben noch keine 14 Jahre alt sind, fallen regelmäßig durch Straftaten auf, wie der Rhein-Neckar-Blog schreibt.

Die Stuttgarter Nachrichten ergänzen:

„Seit Monaten begehen 15 Jugendliche aus Nordafrika, vor allem aus Marokko, regelmäßig Diebstähle auf offener Straße, zerstören das Inventar ihrer Unterkunft und bedrohen oder attackieren Menschen. Aufgrund ihres Alters gelten sie jedoch als besonders schutzbedürftig, was Behörden im Umgang mit ihnen vor erhebliche Probleme stellt.“

„Gesetze und Verordnungen“, so wieder der Oberbürgermeister Mannheims, würden „hemmungslos“ gebrochen, Konsequenzen müssten die umAs aus Marokko nicht fürchten, denn Verfahren würden wegen nicht gesicherter Strafmündigkeit (die beginnt mit dem vollendeten 14. Lebensjahr) regelmäßig eingestellt.

Es ist in der Tat Staatsversagen, wenn es einer Gruppe von vielleicht 15 angeblichen Kindern gelingt, eine Stadt zu terrorisieren und deren Bürger in Angst und Schrecken zu verstzen. Es ist fast unglaublich, wenn 15 angebliche Kinder die Polizei und (sowieso) das Jugendamt an der Nase herumzuführen, offensichtlich auf Grundlage einer hervorragenden Kenntnis des deutschen Rechtssystems und seiner Strafmündigkeitsgrenze bei 14 Jahren. Es ist darüber hinaus geradezu lächerlich, dass sich Institutionen wie das Jugendamt weiterhin mit Angeboten an „besonders schutzbedürftige Kinder“ wenden, die regelmäßig zeigen, dass sie diese Angebote nicht annehmen. Was man dazu sagen soll, dass es keinerlei Drohung zu geben scheint, die gegenüber 15 selbsterklärten Kindern aus Marokko eine abschreckende Wirkung entfaltet, wissen wir nicht. Es ist in jedem Fall ein erschreckendes Armutszeugnis für das deutsche pönale System, dass Kinder mit ihm den Affen machen können. Das Grundproblem scheint darin zu liegen, dass eine Reihe verklärter Idealisten normative Aussagen aufstellt, wie: Kinder sind besonders schutzbedürftig und keinerlei Empirie, diese romantische Schwärmerei beseitigen kann. Was muss ein Marokkaner, der sich zum Kind erklärt, eigentlich tun, um deutlich zu machen, dass er nicht besonders schutzbedürftig ist, sondern im Gegenteil, alle anderen vor ihm geschützt werden müssen, weil er ein Dieb, ein Räuber, ein Krimineller par excellence ist.

Derartige Perversionen, die Räuber und Diebe als besonders schutzbedürftig ansehen, sind dafür verantwortlich, dass das Vertrauen in das deutsche Rechtssystem nicht mehr oder nur noch in Teilen vorhanden ist, dass Mannheimer denken, die Unfähigkeit ihrer Polizei und (sowieso) des Jugendamts, sei ein Staatsversagen. Es ist ein Staatsversagen, und es geht auf den moderne Version des Orientalismus, die romantische Schwärmerei zurück, die im Zusammenhang mit Flüchtlingen en vogue ist.

Zeit, Flüchtlinge zu ihrem Recht kommen zu lassen.

  • Nein, nicht alle Flüchtlingen sind gut.
  • Nein, nicht alle Flüchtlinge wollen in Deutschland arbeiten und sich eine Existenz aufbauen.
  • Nein, nicht alle Flüchtlinge sind ins Schlaraffenland gekommen, um sich zu integrieren und gute Deutsche zu werden.
  • Ja, einige, entsprechend dem Alter der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, eine überproportionale Anzahl der Flüchtlinge sind kriminell.

Wir sind es schon den Flüchtlingen schuldig, die nicht kriminell sind, die nach Deutschland gekommen sind, um zu arbeiten, die sich eine Existenz ohne Straftaten zu begehen, aufbauen wollen, diese Realitäten anzuerkennen.

Und der deutschen Bevölkerung sind es diejenigen, die stellvertretend für alle Bürger das Gewaltmonopol wahrnehmen, schuldig, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Wenn idiotische Vorstellungen wie die, dass selbst Seriendiebe und –räuber „besonders schutzwürdig“ seien, die Herstellung von Sicherheit und Ordnung verhindern, dann müssen diese idiotischen Vorstellungen eben fallengelassen werden, denn: Die Sicherheit der Bürger hat Vorrang. Stellen Ordnungsinstitutionen die Sicherheit von Bürgern und die Sicherheit des Eigentums von Bürgern nicht mehr an die erste Stelle ihrer Prioritäten, dann kündigen sie damit den Deal, auf dem das Gewaltmonopol basiert. Das hat zur Folge, dass Bürger sich mit Recht bewaffnen können, denn wie schreibt schon Kant: Der Erhalt des eigenen Lebens und der Schutz der eigenen Person ist das Grundrecht jedes Menschen.

Es wäre eine besondere Idiotie, wenn Vorstellung darüber, was Kinder eigentlich seien, Vorstellungen, die mit der Realität in keiner Weise in Einklang zu bringen sind, die Ursache dafür wären, dass sich Bürger wiederbewaffnen, um ihre Sicherheit und die öffentliche Ordnung selbst zu gewährleisten.

Der Brief wurde bereits vor sechs Wochen geschrieben und verschickt, die Gründe dafür, dass er nun an die Stuttgarter Nachrichten weitergereicht wurde, dürften mit einer fehlenden oder inhaltsleeren Antwort aus dem Innenministerium zusammenhängen…

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Polit-Märtyrer: Geheuchelte Empörung und Bigotterie

Die Obduktion einer Attacke mit Messer in Altena im Sauerland ist erstaunlich im Detail. Die Mainstream-Medien, die in der Regel den Täter in keiner Weise und sein Opfer schon gar nicht beschreiben können (oder erinnern Sie sich an die Opfer z.B. des Anschlags am Berliner Breitscheidplatz vor einem Jahr oder die Opfer aus Osnabrück, die ein Verärgerter gerade mit dem Auto überfahren hat?), sind dieses Mal ganz genau. Andreas Hollstein (CDU), Bürgermeister von Altena und „seit langem für sein Engagement für Flüchtlinge bekannt“ ist von einem „arbeitslosen Maurer“, der die Tat „spontan“ ausgeführt hat, „leicht verletzt“ worden. Der Angreifer habe „kommentarlos ein Messer gezogen und gesagt: ‚Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena‘”. Ganz so sehr am Verdursten war der arbeitslose Maurer offensichtlich doch nicht, denn „1.2 Promille“ Alkohol seien in seinem Blut gefunden worden. Die leichte Verletzung am Hals besteht aus einer „15 Zentimeter langen Schnittwunde“. „Hollstein wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, konnte aber noch am Abend nach Hause zurückkehren“.

Auch wenn es ziemlich übel ist, sich auf der falschen Seite eines Messers wiederzufinden, so findet man derart viel Liebe zum Detail bei öffentlich-rechtlichen Sendern nur selten, eigentlich nicht einmal dann, wenn mehrere Opfer in einer Fussgängerzone liegen, durch die für die Mainstream-Medien gerade ein „Lieferwagenfahrer“ gewalzt ist.

Und natürlich ist die Erregung unter denen, für die Panik und Hysterie der Ersatz für Leistung darstellt, besonders groß. Die Zeitungen und Online-Medien sind voller Zitate der Politik-Empörten aus Deutschland, die die Tat, nein: das Attentat aufs Schärfte verurteilen und dazu aufrufen, entschlossen gegen Hass und Extremismus vorzugehen.

Unter Historikern ist es feststehendes Wissen, dass die Inquisition und deren Gewohnheit, Menschen auf Scheiterhaufen zu verbrennen oder in Flüssen zu ersäufen oder auch nur ihre morbide Lust an Folter auszuleben, da zu einem Ende kam, wo die Opfer nicht mehr soziale Außenseiter oder Personen waren, die in ihrer Gemeinde keine soziale Lobby mobilisieren konnten. Als die ersten, die man in die Reihe der „betuchten“ oder „etablierten“ Bürger oder Honoratioren oder auch nur in deren Umfeld einreihen kann, von Inquisitoren als Opfer ausgewählt wurden, da war es ganz schnell vorbei mit der Inquisition.

Damit die empörten Politiker in ihrer neu entdeckten Entschlossenheit, nicht nur einem der Ihren zu Hilfe eilen können und nicht in den Ruch kommen, sie würden seinen Opferstatus ausnutzen, um sich selbst zu inszenieren und einen Polit-Märtyrer, den man im Kampf gegen Rechts benutzen kann, aufbauen, hier ein paar Vorfälle aus den Polizeiberichten des 27. und 28. November, die man als Messerattentat oder Messerangriff bezeichnen muss und deren Opfer man entsprechend in die allgemeine Polit-Empörung einschließen muss, wenn man es ernst meint und nicht einfach nur heuchelt.

Detmold:
Am späten Sonntagabend kam es in Detmold zu einem “Messerangriff” in einer Wohnung in der Fritz-Reuter-Straße. Bei dem 49-jährigen mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um einen Bekannten des dort wohnenden Paares, der die beiden in der Vergangenheit regelmäßig besucht hatte. So auch am Sonntagabend. Bis um kurz nach 22.00 Uhr verlief der Abend nach bisher vorliegenden Informationen ohne Vorkommnisse. Als sich der 49-jährige Besucher dann verabschiedete um nach Hause zu gehen, soll er ohne Vorwarnung ein Messer gezogen und zunächst den 22-Jährigen Bekannten angegriffen haben.

Lingen:
Nachdem es am Mittwoch vergangener Woche am Fahrradstand hinter der Halle IV zu einer Bedrohung mit einem sogenannten Bowiemesser gekommen ist, sucht die Polizei nun Zeugen. Gegen 14 Uhr hatte ein amtsbekannter zwanzigjähriger Lingener ein gestohlenes Fahrrad in die Bahnhofsunterführung geworfen. Als er von einem 72-jährigen Zeugen angesprochen wurde, zog der Heranwachsende ein etwa 30 Zentimeter langes Jagdmesser und hielt es dem Opfer vor den Bauch. Der Täter drohte ihm, flüchtete dann jedoch in Richtung Kaiserstraße.

Lippe:
Lippe (ots) – Ein 51-Jähriger aus Blomberg steht in dringendem Tatverdacht, seine 43-jährige Ex-Frau am späten Montagnachmittag in Lage lebensgefährlich verletzt zu haben. Nach derzeit vorliegenden Informationen soll der Tatverdächtige seinem Opfer gegen 16.45 Uhr in der Danziger Straße aufgelauert und mehrfach zugestochen haben. Der Frau gelang die Flucht in ein Haus an der Breslauer Straße, wo sie auf Bekannte stieß, die sofort versuchten die Wunden zu versorgen. Parallel wurden Polizei und Rettungsdienst verständigt.

Hannover:
Hannover (ots) – Am Montag, 27.11.2017, kurz nach 19:30 Uhr, hat ein 37-jähriger Asylbewerber einen Mitbewohner (24 Jahre alt) vor der gemeinsamen Unterkunft an der Roesebeckstraße (Linden-Süd) mit einem Messer attackiert. Das Opfer hat sich hierbei Abwehrverletzungen zugezogen.

Düren:
Titz (ots) – Mit vorgehaltenem Messer hat am Montagabend ein bislang Unbekannter eine Postagentur überfallen und Geld geraubt.
Gegen 19:30 Uhr wollte die 46-jährige Geschädigte das Ladenlokal in der Linnicher Straße verlassen. Beim Abschließen der Tür von außen wurde sie von einem Mann zurück in die Räumlichkeiten gedrängt und mit einem Messer bedroht. Er bugsierte sie in den Tresorraum und zwang sie, den Tresor zu öffnen. Nachdem er das dort deponierte Geld entnommen hatte, entfernte er sich in unbekannte Richtung. Die Frau trug bei dem Überfall leichte Verletzungen davon.

Darmstadt:
Darmstadt (ots) – Am Dienstagmorgen (28.) gegen 03.30 Uhr, wurde eine Spielothek in der Holzstraße überfallen. Der mit einem Messer bewaffnete Täter forderte von der 45-jährigen Angestellten Bargeld. Da ihm nur einige hundert Euro ausgehändigt werden konnten, versuchte er erfolglos auch an das Geld eines Gastes zu kommen. Bei dem Mann war allerdings nichts zu holen, so dass der Täter schließlich die Spielothek verließ und zu Fuß in unbekannte Richtung flüchtete.

Bochum:
Bochum (ots) – Am 25. November (Samstag), gegen 16.00 Uhr, erledigt ein Mann (50) an dem Geldautomaten an der Wittener Straße 2 in Bochum seine Bankgeschäfte.
Plötzlich taucht eine männliche Person auf, bedroht den Bochumer mit einem Messer und fordert ihn auf, ihm das Geld, sobald es im Ausgabeschacht liegen würde, zu geben.

Schwerin:
Schwerin (ots) – Am 27.11.2017 gegen 14 Uhr wurde der 17-jährige Geschädigte auf dem Marienplatz von einer unbekannten Person angesprochen. Diese lockte das Opfer unter einem Vorwand in eine Wohnung im Stadtteil Mueßer Holz. Hier forderten die Täter Geldbörse und Handy. Als sich der Geschädigte weigerte, erhielt er Schläge ins Gesicht. Ein Täter drohte mit einem Messer, so dass die verlangten Sachen herausgegeben wurden. Der Geschädigte konnte die Wohnung wieder entlassen und suchte umgehend die Polizei auf. Er kam mit einer blutenden Nase und einer leichten Verletzung im Gesicht davon.

Münster:
Münster (ots) – Am 24.11.2017 gegen 18:30 Uhr wurde die Bundespolizei von der Zugbegleiterin der Regionalbahn 50 (Dortmund – Münster) informiert, dass sich ein randalierender Reisender im Zug befindet. Laut Zeugenaussagen soll der Mann ein Messer mit sich geführt und hiermit im Zug Reisende bedroht haben.

Heinsberg:
Hückelhoven (ots) – Am Freitag (24. November) steckte sich gegen 12.50 Uhr ein zunächst unbekannter Mann verschiedene Gegenstände in einem Sportgeschäft an der Straße Am Landabsatz ein. Dabei wurde er von einem Ladendetektiv beobachtet. Als er das Geschäft ohne die Ware zu zahlen verlassen wollte, sprach ihn der Detektiv an. Der Dieb lief daraufhin aus dem Laden und wurde von dem Mitarbeiter verfolgt. Auf dem Parkplatz des Geschäftes drehte sich der Täter um und bedrohte seinen Verfolger mit einem Messer.

Rudolstadt
Rudolstadt, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (ots) – Am Nachmittag des 25.11.2017 wurde die Polizei in eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Rudolstadt gerufen, da dort mehrere Bewohner eine Auseinandersetzung haben sollen. Nach bisherigen Erkenntnissen konsumierten zunächst mehrere Bewohner gemeinsam Alkohol in der Unterkunft. Im Laufe des Samstagnachmittags stieg mit dem Alkoholspiegel offenbar auch das Konfliktpotential unter den Beteiligten. Es folgten Beleidigungen und es drohte die Eskalation der Situation in körperlichen Auseinandersetzungen, weswegen die Polizei alarmiert worden war. Die Beamten beruhigten die Situation vor Ort und nahmen einen Beteiligten, dessen Identität zunächst nicht eindeutig geklärt war, in polizeilichen Gewahrsam. Der 15-Jährige, afghanischer Staatsangehörigkeit, der zu dem Zeitpunkt stark alkoholisiert war, verhielt sich gegenüber den Beamten renitent, weswegen ihm Handfesseln angelegt werden mussten. Als die Beamten den 15-Jährigen aus der Unterkunft zum Streifenwagen führen wollten, wurde der plötzlich von einem Landsmann attackiert. Ein 20-Jähriger war aus einem Versteck, mit einem Küchenmesser bewaffnet, auf den mit Handschellen gefesselten 15-Jährigen zugeeilt und stach mit dem Messer in Richtung des Oberkörpers. In der Folge konnte der ebenfalls alkoholisierte 20-Jährige von den Polizisten überwältigt und festgenommen werden. Glücklicherweise wurde der 15-Jährige trotz der Attacke nur geringfügig verletzt.

Frankfurt:
Frankfurt (ots) – (ne) Am Sonntagmorgen gegen 06:30 Uhr hatte eine Personengruppe in der Obermainanlage einen 29-jährigen Mann mit einem Messer bedroht und Bargeld sowie das Handy des Mannes gefordert.
Laut des 29-Jährigen bestand die Gruppe aus fünf Männern. Einer der Täter zog ein Messer und verlangte die Wertsachen des Opfers. Der 29-Jährige flüchtete ohne Herausgabe der Sachen in ein angrenzendes Mietshaus, wo ihm ein Anwohner zur Hilfe kam.

Meiningen:
Meiningen (ots) – Am Samstagabend kam es in der Unterkunft für Asylsuchende in der Landsberger Straße in Meiningen zu einem schwerwiegenden Vorfall. Wegen vorangegangener Meinungsverschiedenheiten erschien ein 18-Jähriger aus Afghanistan im Büro des Sicherheitsdienstes. Hier befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwei Mitarbeiter. Mit einem der Männer hatte der junge Afghane schnell den Streit wieder aufgenommen. Im Verlauf zog er ein Messer und stach mehrfach auf den 36-jährigen Wachmann ein. Dieser flüchtete schwer verletzt in einen Nebenraum und schloss die Tür. Als der 18-Jährige diese gewaltsam aufbrechen wollte, hinderten ihn mehrere Mitbewohner daran.

Buchholz:
Zwei Heranwachsende im Alter von 18 und 19 Jahren sind am Sonntagabend in der Rütgersstraße Opfer eines Raubes geworden. Die beiden befanden sich gegen 18:20 Uhr bei einem Fahrradstand nahe des Bahnhofs, als sie von drei Unbekannten mit einem Messer bedroht und zur Herausgabe von Wertgegenständen aufgefordert wurden. Die beiden übergaben ihre Smartphones an die Täter, die daraufhin in Richtung Innenstadt flüchteten.

Keiner dieser Vorfälle wurde in den Mainstream-Medien, die die Lokalnachricht aus Altena als großen Aufmacher bringen, auch nur mit einer einzigen Zeile erwähnt.

Deutschland 2018.

Eine Chronik der von Politikern weitgehend unbedauerten und vielfach schwerwiegenderen Messerattacken findet sich hier.

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Kein Wahlkampfthema: Gewalt in der Pflege

Obwohl alte Menschen einen hohen Anteil der Wähler darstellen, sind Themen, die alte Menschen betreffen, eher selten Gegenstand des Wahlkampfes. Ein Thema, das in Deutschland sowieso immer unter den Tisch gekehrt wird, ist die Situation von Pflegebedürftigen, von alten Menschen, die in einem Zwei- oder Dreibettzimmer in einem Pflegeheim auf ihren Tod warten.

Deshalb ist eine Befragung, die die B. Braun Stiftung und das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung durchgeführt haben, so bemerkenswert, so bemerkenswert, dass wir unsere methodische Kritik mehr oder weniger beiseite lassen, da die Ergebnisse große Aufmerksamkeit verdienen.

Haben die für die Befragung verantwortlichen doch nicht nur per schriftlicher Befragung das Thema „Gewalt in der Pflege“ bearbeitet, eines jeder Tabuthemen, mit dem kein Politiker in Deutschland belämmert werden will. Man zeigt sich lieber im Bierzelt als im Pflegeheim. 402 Interviews mit vornehmlich Auszubildenden und Schülern der Gesundheits- und Krankenpflege. Die Ergebnisse der Befragung sind erschütternd:

Excel, das unbekannte Programm…

Gefragt, wie häufig sie es erleben, dass Pflegemaßnahmen gegen den Wunsch der Patienten/Bewohner durchgeführt werden, geben 5,7% an, dass sie dies sehr häufig und 25,1%, dass sie eher häufig erlebt hätten. Ein erschreckendes Bild der Normalität in deutschen Pflegeheimen, in denen die Vollstreckung pflegerischer Maßnahmen gegen den Willen der eigentlich zu Pflegenden an der Tagesordnung zu sein scheint. Dafür spricht auch, dass man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen kann, da die Frage nach Zwangsmaßnahmen, die gegen zu Pflegende eingesetzt werden, dann, wenn man diejenigen fragt, die auf der Seite der Durchführenden der entsprechenden Zwangsmaßnahmen stehen, regelmäßig dazu führt, dass die Realität in einer schöngefärbten Weise dargestellt wird. Wer will schon zugeben, dass er zu Pflegende gegen deren Willen einer Maßnahme unterzieht? Wer will zugeben, dass alte Menschen Opfer direkter Gewalt ist, wie dies immerhin 11.4% der Befragten schon einmal erlebt haben?

Der Lebensabend, den die deutsche Gesellschaft vielen alten Menschen bietet, sieht also die Privatsphäre eines Mehrbettzimmers verbunden mit z.B. einer Fixierung ans Bett oder einer anderen Zwangsmaßnahme vor. Ein menschenwürdiges Altern sieht anders aus.

Aber das ist natürlich auch kein Wahlkampfthema.

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