„Wir nehmen unsere Angelegenheiten selbst in unsere Hände und niemand soll sie uns wieder entreißen.“
Das, was heute Arbeiterbewegung oder Gewerkschaft ist, könnte von dem, was einst Arbeiterbewegung war, kaum weiter entfernt sein. „Wir müssen uns selbst helfen“, so lautete das Motto des ersten Deutschen Arbeiterkongresses, der Eingangs zitierte Satz stammt aus einer Rede, die im Rahmen der Gründung der Allgemeinen Deutschen Arbeiterverbrüderung gehalten wurde.
Arbeitervereine, Arbeiter, das sind Leute, die mit ihren Händen tätig sind, wobei Mausschubsen nicht als Tätigkeit zählt, Arbeitervereine werden heute durch die Bank mit den Funktionärscliquen, die sich in Gewerkschaften organisiert haben, um sich an der Arbeit von anderen gütlich zu tun und von diesen arbeitenden Anderen durchfüttern zu lassen, gleichgesetzt.
Gewerkschaften, in denen Funktionäre die „Vertretung der organisierten Arbeiter“ übernehmen, was gleichbedeutend mit der Wahrnehmung der eigenen Injteressen der Funktionärsclique, die gemeinhin nichts mit den Interessen von Arbeitern zu tun haben, ist.
Die Struktur, nichtsnutzige Pseudointellektuelle schaffen sich eine Plantage und sammeln Leute ein, denen sie Vertretung ihrer Interessen versprechen, sofern sie jede Agency (Handlungsfähigkeit) abgeben und sich von den „Funktionären“ leiten lassen, ist eine sehr alte Struktur. Pseudo-Intellektuelle und Leute, die sich für „Philosophen“ hielten, haben sie bereits in den 1830er Jahren in Paris und London eingesetzt, um sich über die Gründung von angeblichen Exil-Arbeiterorganisationen (in denen sich kein einziger Arbeiter fand) unter dem Namen „Deutscher Volksverein“ (1832) oder „Bund der Geächteten, später: Bund der Gerechten (1834)“ zusammenzuschließen und Menschenmaterial einzusammeln, mit dessen Arbeit man die eigene Existenz sichern kann. Die Exilorganisationen waren herzlich erfolglos, aber ihr Blueprint wurde Jahrzehnte später zum Einsatz gebracht und hat letztlich die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins im Mai 1861 in Leipzig, (ADAV) durch Ferdinand Lasalle angeleitet. Der ADAV verschmolz 1875 mit der 1869 in Eisenach von August Bebel und Wilhelm Liebknecht gegründeten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und aus beider „Verschmelzung“ speist sich bis heute der Mythos, das Funktionärsunwesen, das als zunächst Arbeiterverein und dann als Gewerkschaft bekannt war, habe seinen Ursprung in der politischen sozialistischen, in Teilen kommunistischen Arbeiterbewegung.
Und das ist falsch.
„Die sogenannte Arbeiterfrage ist in ihrem Wesen Arbeiterernährungsfrage. Sie ist daher erstens so wichtig wie die Ernährung, d. h. die Beschaffung der notwendigen Lebensbedürfnisse, der Nahrung, der Kleidung, der Wohnung. Sie ist zweitens so wichtig, wie die Zahl der Arbeiter selbst im Verhältnis zu allen anderen Ständen. Ihrem Gegenstande nach beschäftigt sie sich also mit den allerwesentlichsten Bedürfnissen der Menschen; ihrem Umfang nach umfaßt sie den weitaus größten Teil des ganzen Menschengeschlechts“
Lange bevor Bebel und Liebknecht die Idee hatten, den Stand des Funktionärstums als neue Variante zur Ausnutzung der Produktivkräfte zu gründen, hat sich der Arbeiterbischoff Wilhelm Emanuel Ketteler in seinem Buch „Die Arbeiterfrage und das Christentum“ der Belange von Arbeitnehmern angenommen. Die 1864 in Schrift geronnene Form, die wir zitiert haben, ist Ergebnis langjähriger entsprechender Tätigkeit und Predigt. Ketteler ist wie kein anderer, nein, vielleicht wie Franz Hitze und Adolph Kolping dafür verantwortlich, dass die Belange von Arbeitern und Handwerkern Berücksichtigung gefunden haben.
Erste katholische Arbeitervereine wurden 1848/49 gegründet. Der erste davon in Regensburg, ein Offspring des Piusvereins. Parallel dazu entstanden katholische Gesellenvereine (Kolping-Vereine, 1846/47) und all das mündete auf dem Katholikentag von 1880 in eine programmatische Rede von Franz Hitze, die nicht nur den „Roten Kaplänen“, Priestern, die sich der Arbeiterfrage angenommen hatten, sondern vor allem der Gründung zahlreicher regionaler Katholischer Arbeitervereine den Weg geebnet hat. 1891 hat Papst Leo XIII mit der Enzyklika „Rerum Novarum“ Hürden, die katholischen Arbeitervereinen noch im Wege standen aus dem Weg geschafft und damit die Grundlage für christlich-soziale Vereine geschaffen.
Kann man bei den katholischen Arbeitervereinen, deren Ziele vornehmlich Mitbestimmung und ausreichender, gerechter Lohn waren, noch von einer nahezu zeitgleichen Entstehung mit dem sozialistischen Funktionärsmodell zur Ausnutzung von Produktivkräften sprechen, so ist das im Hinblick auf die Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung nicht möglich. Der Arbeiterverein wurde 1848 im Verlauf des Allgemeinen Deutschen Arbeiterkongresses vom 23. August bis zum 3. September gegründet und geht maßgeblich auf das Betreiben von Stephan Born, einem Buchdrucker und Schriftsetzer, zurück. Ziel der Allgemeinen Deutschen Arbeiterverbrüderung war Arbeitsschutz und Demokratisierung (bei christlich-sozialen Arbeitervereinen dann als Mitbestimmung bezeichnet) und vor allem eine Ablehnung des Klassenkampfes.
SciFi-Supt
FINANZKRISE
Selbst wir leben nicht von Luft und Liebe!
Aber nur, weil andere stets Geld von uns wollen.... zunehmend mehr Geld von uns wollen.
So viel, dass ScienceFiles am (finanziellen) Abgrund steht.
Wenn Sie gerne lesen, was Sie bei ScienceFiles lesen und auch weiterhin lesen wollen, was Sie nur bei uns finden, dann müssen Sie uns flüssig halten.
Bei allen Unterstützern bedanken wir uns bereits an dieser Stelle sehr HERZLICH!
Der erste Arbeiterverein, die Grundlegung einer organisierten Vertretung der Interessen von Arbeitern war also lange bevor Sozialisten auf die entsprechende Idee kamen, ins Leben gerufen, wandte sich explizit gegen einen Klassenkampf, konnte zwischen 15.000 und 18.000 Mitglieder gewinnen und basierte auf einer Agency der eigenen Mitglieder, also auf eigenständiger Vertretung, nicht auf Delegation:
„Die Arbeiter wollen nicht Zerstörung des Kapitals, sondern Verbesserung ihrer Lage. […] Sie bedürfen einer Organisation, um mit den Unternehmern als gleichberechtigte Partner zu verhandeln. Diese Organisation werde das liberale Bürgertum im Streben nach Erlangung der Herrschaft im Staate nach Kräften unterstützen, bis der Feudalismus völlig ausgerottet sei.“
Zeitung des 1848 gegründeten Central Komitee für Arbeiter das den ersten Arbeiterkongress einberufen hat, aus dem die Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung hervorgegangen ist.
Das Zitat stammt aus einer Rede, die Stephan Born auf dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterkongress gehalten hat, eine Gründungsrede für die Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung. Gemeinschaftliche Kassen zur gegenseitigen Versicherung, genossenschaftliche Organisation von Vereinsbesitz und viele andere Ideen nehmen hier ihren Ausgangspunkt und verbinden sich mit Bildung, die – zur Wahrnehmung der eigenen Interessen – unabdingbar ist.
Allgemeinwissen, Fachwissen, Redeübungen und die Vermittlung von Rechtskenntnissen standen auf dem Programm dieser Arbeitervereine, deren Zweck nicht darin bestand, per Mitgliedschaft entmündigt zu werden und fortan den Spleens von Funktionären ausgeliefert zu sein, sondern darin, die notwendigen Fähigkeiten zu erwerben, um eigenständig für die eigenen Interessen tätig werden zu können.
Arbeitervereine sind in einem Geist gegründet, der dem, was heute Gewerkschaft ist, diametral entgegensteht. Einmal mehr haben sich Linke auf vorhandene Strukturen aufgesetzt, sich diese Strukturen angeeignet und nutzen sie nun, um das Gegenteil, ein Monopol auf Arbeitervertretung bei gleichzeitiger Entmündigung der Mitglieder zu erreichen.
„Wir nehmen unsere Angelegenheiten selbst in unsere Hände und niemand soll sie uns wieder entreißen.“
So der Wortlaut einer programmatischen Erklärung der Allgemeinen Deutschen Arbeiterverbrüderung. Der Vorsatz, sich die eigenen Angelegenheiten nicht entreißen zu lassen, hat nicht lange vorgehalten. Die sozialistischen Schmarotzer an den Produktivkräften waren bereits dabei, ihr lukratives Monopol auf die Vertretung dessen, was sie als Arbeiterinteressen ausgeben, aufzubauen. Und dass sie erfolgreich waren, das liegt daran, das nach der gescheiterten Revolution von 1848 ausgerechnet die Kleinfürsten im deutschen Vielstaatsallerlei rundweg alle Bestrebungen, Arbeiterinteressen zu organisieren, verboten haben. Die Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung blieb, wie viele Bildungsvereine auf der Strecke. Als 1860 die Verbote aufgehoben oder gelockert wurden, waren Sozialisten die ersten, die aus den Startlöchern kamen, um ihr Funktionärskultur auf das, was einst „Wir nehmen unsere Angelegenheiten selbst in die Hand“ war, zu okroyieren.
Einmal mehr wurde aus einer Übung in Eigenständigkeit, einer Bewegung der Arbeiter, eine Übung in Entmündigung, eine Versorgungsanstalt für sozialistische Funktionäre.
Falls Sie unsere Arbeit unterstützen, und dafür sorgen wollen, dass bei ScienceFiles auch weiterhin das Rad rund läuft, dann kaufen Sie uns doch einen Kaffee:
Oder unterstützen Sie uns auf einem der folgenden Wege
Unser herzlicher Dank ist Ihnen sicher!
DENN: ScienceFiles lebt von Spenden.
Helfen Sie uns, ScienceFiles auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, damit Sie uns auch morgen noch lesen können!Wir haben drei sichere Spendenmöglichkeiten:
Im linken Geist pervertieren selbst die besten Ideen zu Versorgungsanstalten der ach so fürsorglich und sozial daherkommenden Gesellschaftsvampire. Bevor der Mensch oder Arbeiter sich anschickt selbständig zu denken, kommen die sozialistischen Alleskönner aus ihren Kammern und erklären es den Leuten, ob sie es hören wollen oder nicht. Der Sozialismus als Ideologie gehört genauso verboten wie seine nationale Spielart. Dies auszusprechen traut sich nur niemand in einem Land, das den Sozialismus in verschiedensten Varianten immer wieder als zum Scheitern verurteiltes Experiment wagt.
Es gibt diesen Menschenschlag, der sich als Fürsprech für Andere definiert und der sich willige „Opfer“ sucht, die Verantwortung lieber delegieren als selbst Verantwortung anzunehmen. Die „Opfer“ glauben lieber leeren Versprechungen als selbst Nachzudenken und die offensichtlichen Lügen und Interessenkonflikte zu thematisieren.
Seit diese unselbstständigen Menschen nicht mehr durch ihre Familie vor der eigenen Dummheit geschützt werden, haben es diese Rattenfänger sehr leicht.
Wir sehen, dass du dich in folgendem Land befindest: Vereinigtes Königreich. Wir haben unsere Preise entsprechend auf Pfund Sterling aktualisiert, um dir ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten. Stattdessen Euro verwenden.Ausblenden
Im linken Geist pervertieren selbst die besten Ideen zu Versorgungsanstalten der ach so fürsorglich und sozial daherkommenden Gesellschaftsvampire. Bevor der Mensch oder Arbeiter sich anschickt selbständig zu denken, kommen die sozialistischen Alleskönner aus ihren Kammern und erklären es den Leuten, ob sie es hören wollen oder nicht. Der Sozialismus als Ideologie gehört genauso verboten wie seine nationale Spielart. Dies auszusprechen traut sich nur niemand in einem Land, das den Sozialismus in verschiedensten Varianten immer wieder als zum Scheitern verurteiltes Experiment wagt.
[…] Source : Lire l’article original […]
Es gibt diesen Menschenschlag, der sich als Fürsprech für Andere definiert und der sich willige „Opfer“ sucht, die Verantwortung lieber delegieren als selbst Verantwortung anzunehmen. Die „Opfer“ glauben lieber leeren Versprechungen als selbst Nachzudenken und die offensichtlichen Lügen und Interessenkonflikte zu thematisieren.
Seit diese unselbstständigen Menschen nicht mehr durch ihre Familie vor der eigenen Dummheit geschützt werden, haben es diese Rattenfänger sehr leicht.