Tatort: Posteriorer Medialer Frontalkortex (pMFC).
Tatwaffe: Transkranielle Magnetstimulation
Ziel: Falsche Meinungen und falschen Glauben dämpfen.
Opfer: Ein paar Dutzend naive Studenten.
Das Ergebnis:
“The results provide evidence that relatively abstract personal and social attitudes are susceptible to targeted neuromodulation, opening the way for researchers to not only describe the biological mechanisms undergirding high-level attitudes and beliefs, but also to establish causality via experimental intervention.”
Holbrook et al. (2016).
Die Forschungsidee, sofern man überhaupt von einer Idee sprechen kann, setzt bei einer ganz spezifischen, einer sehr sorgfältig ausgewählten Gruppe an. Bei weißen Studenten, für die sichergestellt wurde, dass sie konservative Einstellungen haben, die gläubig sind und somit eine Reihe von Merkmalen aufweisen, die Linke nicht mögen.
Die “Forschung”, die wir hier berichten, sie wurde NICHT mit Personen durchgeführt, die ins ideologische Lager der Autoren gehören. Die Dämpfung “sozialer Einstellungen” gegenüber Fremdgruppen, deren Ablehnung bzw. nicht enthusiastische Begrüßung und “persönlicher Einstellungen”, das sind für die Autoren vornehmlich der Glaube an Gott, Engel und Himmel oder Teufel, Dämonen und Hölle, bezieht sich ausschließlich auf Personen mit konservativem Weltbild, das offenkundig für die Autoren eine bedenkliche Ausprägung menschlicher Gedanken darstellt.
Für die x-Files war der “Brain Suck” noch eine Dystopie…
Wie es in der Gedankenwelt von Leuten, aus der solche “Forschung” entspringt, nun einmal so ist, kann eine ablehnende Haltung gegenüber Fremdgruppen, sofern die Fremdgruppe über Nationalität oder Staatsangehörigkeit definiert wird, nur als Problem begriffen werden, muss entsprechend einer Reaktion entspringen, in der der Ablehnende eine “Diskrepanz” wahrnimmt. Die Diskrepanz, Angst ist die wohl bekannteste Ausprägung dessen, wovon die Autoren schwätzen, führt zu Abwehrreaktionen, die wiederum im posterioren Medialen Frontalkortex (pMFK) koordiniert werden. Dämpft man diese Gehirnregion, nimmt den pMFK aus dem Spiel, dann kann man die Reaktion auf “Diskrepanz”, für die Autoren ist das eine ablehnende Haltung zu Einwanderen oder Gläubigkeit, modulieren, den Falschdenker auf die vermeintlich richtige Meinungsbahn zurückfahren (jedenfalls für sehr kurze Zeit im Experiment).
Geprüft haben die Autoren ihre gelinde gesagt totalitäre Ideenwelt am lebenden Objekt, Studenten, die meisten, ihrem Alter nach, neu im universitären Geschäft und entprechend leicht ausnutzbar. Sie wurden in zwei Gruppen geteilt, beide Gruppen wurden beauftragt, ein Essay über den eigenen Tod zu schreiben, um die Probanden auf diese Weise in eine Situation zu überführen, in der sie eine Diskrepanz zwischen dem, was sie wollen und dem, was ihnen drohen könnte, wahrnehmen, sie in eine Bedrohungsstimmung zu bringen.
ufsetzend auf diese vielleicht, vielleicht auch nicht geschaffene Bedrohungsstimmung mussten sie anschließend zwei Texte lesen, deren Autoren, lateinamerikanischen Ursprungs, sich teils lobend, teils kritisch über die USA äußern. Anschließend wurden sie um eine Einschätzung der Autoren gebeten und ihre aktuelle Religiosität gemessen. Und in all der Zeit, in der sie das getan haben, hatten sie eine Spule auf der Kopfhaut, untmittelbar oberhalb der Stirn, die regelmäßige Magnetpulse abgegeben hat, die wiederum schwache elektrische Ströme im Frontalkortex auslösen und die dort versammelten Neuronen hemmen sollte.
Beide Gruppen unterschieden sich in der Stärke der Pulse, die ihnen zugemutet wurden. Pulsstärke in einer Gruppen war 80% des Impulses, der notwendig ist, um Fingerzucken auszulösen, 10% waren es in der anderen Gruppe. Und am Ende haben diejenigen, die transkraniell heftiger magnetstimuliert wurden, ausgerechnet die kritischen Zuwanderer aus Lateinamerika, deren Bericht sie gelesen hatten, besser bewertet als die weniger Stimulierten. Zudem war die Religiosität der mehrstimulierten um 32,8% geringer als in der geringstimulierten Gruppe.
Ich habe keine Ahnung, was ein solches Ergebnis, erzielt auf Basis von je 18 Hanseln, über die Realität auszusagen vermag, und die Leute, die ich gefragt habe, die haben auch keine Idee. Ich habe zudem keine Idee, welche wissenschaftliche Erkenntnis darin zu finden ist, dass man Menschen durch transkranielles Trommelfeuer in ihrer Reaktion auf andere manipulieren kann. Ich habe nicht einmal eine Vorstellung dazu welches verquere Denken überhaupt imstande ist, eine solche mit keinem ethischen Grundsatz, der mir bekannt ist, vereinbare Forschung zu erdenken: Wer kommt auf die Idee, die Meinungen anderer Menschen per Hardware und Direktzugriff auf Gehirnströme zu manipulieren? Eher eine Vorstellung, die man in einen Zusammenhang mit Folter bringen würde.
But here we are.
In unserer “modernen” Welt ist die Manipulation anderer fester Gegenstand der Forschung angeblicher Wissenschaftler, deren Bemühen, sich bei Forschungsförderern eindeutiger Provenienz anzudienen, ihre wissenschaftliche Lauterkeit um Längen übersteigt.
Und natürlich ist mit solchem Junk der Widerhall in der Junk Presse gesichert:
Sie haben versucht, zu replizieren, was sie ursprünglich verbreitet haben und sind partiell bis weitgehend gescheitert, meine Ansicht, nicht ihre.
Holbrook und seine Kumpane sind keine Ausnahmeerscheinung. Sie sind repräsentativ für einen Schlag von vermeintlichen Forschern, deren vermeintliche Forschung keinerlei Grenze, weder eine ethische noch eine menschliche Grenze kennt. Geforscht wird, was instrumentell erscheint, instrumentell ist, was der eigenen Ideologie nutzt, eine Quelle für Forschungsförderung erschließen kann und dem eigenen Fortkommen dienlich ist.
Wissenschaftliche Erkenntnis war früher. Niedere Instinkte ist heute.
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Das Wesentliche an dem Experiment ist, wie Sie ja auch anmerken, dass diese Art von Forschung totalitären Machthabern und denen gefällig ist, die eine totale Macht anstreben, vorerst aber noch von nicht-totalitären Resten ihrer Gesellschaften daran gehindert werden. Bei nur 18 Versuchspersonen in jeder Gruppe können die Ergebnisse allerdings auch zufällig sein. Übrigens würde ich an Ihrer Stelle nicht von „je 18 Hanseln“ sprechen. Das sind wahrscheinlich ganz normale, junge Leute um 20, in deren Alter kaum etwas näherliegt als die Teilnahme an nicht oder mäßig riskanten, neuartigen Experimenten. Neuartig = interessant! Und ein gemäßigtes Risiko = cool! So denkt man in dem Alter.
Ja, die gute alte Zeit, in der Wissenschaftler neue Dinge an sich selbst erprobten … Kommt heute nicht mehr vor. Kein Wunder, dass wir keinen echten Fortschritt mehr erzielen. Die Leute sind mit Bullshit beschäftigt.
Vielen Dank. Interessant ist das „Disabling parts of the brain … weaked people’s faith in God and made them less prejudiced” in der Titelzeile des Zeitungsproduktes. An sich sollte man meinen, dass sich Funktionen in der Evolution als Anpassung an Herausforderungen entwickelt hat, und zwar an solche, die von der nichtmenschlichen Natur ausgehen, und an solche, die von Mitmenschen der eigenen Gruppe oder anderer Gruppen ausgehen. Daher könnte ein „disabling“ kontraproduktiv sein. Natürlich müssen in der modernen Welt Anpassungen nicht mehr notwendigerweise zu 100% adäquat sein, doch es ist absurd, sie von vornherein negativ zu bewerten. Man könnte prima vista eine Grundlagenstudie oder eine „proof-of-concept study“ sehen, doch zeigt die Wahl der Probanden, dass es sich um gewöhnliche, politisch determinierte Servilschaftler handelt.
Zu den evolutionsbiologischen Grundlagen der Religiosität gibt es eine umfangreiche Literatur. Diese beschreibt ein Spektrum von Faktoren (die sich zum großen Teil nicht ausschließen). Religion kann auch heute eine die Gesellschaft und die Person stabilisierende Funktion haben, solange ihre Praktiken und Forderungen sich in Grenzen halten und man nicht übergriffig auf andere wird. Das ist bei Christen bis auf wenige Ausnahmen der Fall, bei denen westlicher Länder erst recht. Haben die Autoren auch Muslime untersucht, speziell solche aus „asiatischen“ und „arabischen“ Einwandererpopulationen, bei denen die „Religiosität“ sich sehr handgreiflich auswirken kann? Wie oft haben wir den Übergang von „strenggläubig“ zu „sprenggläubig“ gesehen, wie oft beobachten wir gegenüber jungen Frauen der „Ungläubigen“ eine prädatorische Attitüde! Ich bezweifle, dass ein derart eingefahrener, tatsächlich gemeingefährlicher „Glaube“ durch irgendeine Stimulation beeinflussbar ist.
Ferner ist das Misstrauen gegenüber Fremden absolut natürlich und sinnvoll. Das gilt vor allem dann, wenn die Fremden ganz offenkundig, wenn nicht demonstrativ einer Kultur mit ganz anderen Präferenzen angehören. Man schaue sich in der Ethnologie um (Stämme in Neuguinea, Afrika, Orinoko/Amazonas etc.), sowie in der Geschichte, vor allem derjenigen der Antike. Gab es jemals einen Grund, erkennbar Fremden nicht mit einem gesunden Vorurteil gegenüber zu treten? Hat man auch beispielsweise die Opfer der „Grooming Gangs“ per Magnetstimulation dahin zu beeinflussen gesucht, weniger „vorurteilsvoll“ zu sein?
Hier noch zwei Hinweise auf zugegebenermaßen plakative youtube-Videos, die ich beim Suchen nach Illustrationen zu „Vorurteilen“ fand. Zuerst das eines Mannes, der als Frau verkleidet in Birmingham unterwegs war, dann die ganz offenen Bekenntnisse dreier afrikanischer routinemäßiger Gruppen-Vergewaltiger. (1) „Woman Goes On Evening Stroll In Birmingham And This Happens!“ bei „Meira K”, (2) „GANG R*PIST ADMITS CRIMES DURING STREET INTERVIEW” bei „ALI TABRIZI”.
Beginnt die Gehrnwäsche nicht schon im frühesten Kindesalter („Korrumpierung des Kinder-Ichs“), bevor es sich überhaupt gegen Fremdeingriffe jeglicher Art schützen kann ? !
Helmut Schmidt:
Das Wesentliche an dem Experiment ist, wie Sie ja auch anmerken, dass diese Art von Forschung totalitären Machthabern und denen gefällig ist, die eine totale Macht anstreben, vorerst aber noch von nicht-totalitären Resten ihrer Gesellschaften daran gehindert werden. Bei nur 18 Versuchspersonen in jeder Gruppe können die Ergebnisse allerdings auch zufällig sein. Übrigens würde ich an Ihrer Stelle nicht von „je 18 Hanseln“ sprechen. Das sind wahrscheinlich ganz normale, junge Leute um 20, in deren Alter kaum etwas näherliegt als die Teilnahme an nicht oder mäßig riskanten, neuartigen Experimenten. Neuartig = interessant! Und ein gemäßigtes Risiko = cool! So denkt man in dem Alter.
Ja, die gute alte Zeit, in der Wissenschaftler neue Dinge an sich selbst erprobten … Kommt heute nicht mehr vor. Kein Wunder, dass wir keinen echten Fortschritt mehr erzielen. Die Leute sind mit Bullshit beschäftigt.
Vielen Dank. Interessant ist das „Disabling parts of the brain … weaked people’s faith in God and made them less prejudiced” in der Titelzeile des Zeitungsproduktes. An sich sollte man meinen, dass sich Funktionen in der Evolution als Anpassung an Herausforderungen entwickelt hat, und zwar an solche, die von der nichtmenschlichen Natur ausgehen, und an solche, die von Mitmenschen der eigenen Gruppe oder anderer Gruppen ausgehen. Daher könnte ein „disabling“ kontraproduktiv sein. Natürlich müssen in der modernen Welt Anpassungen nicht mehr notwendigerweise zu 100% adäquat sein, doch es ist absurd, sie von vornherein negativ zu bewerten. Man könnte prima vista eine Grundlagenstudie oder eine „proof-of-concept study“ sehen, doch zeigt die Wahl der Probanden, dass es sich um gewöhnliche, politisch determinierte Servilschaftler handelt.
Zu den evolutionsbiologischen Grundlagen der Religiosität gibt es eine umfangreiche Literatur. Diese beschreibt ein Spektrum von Faktoren (die sich zum großen Teil nicht ausschließen). Religion kann auch heute eine die Gesellschaft und die Person stabilisierende Funktion haben, solange ihre Praktiken und Forderungen sich in Grenzen halten und man nicht übergriffig auf andere wird. Das ist bei Christen bis auf wenige Ausnahmen der Fall, bei denen westlicher Länder erst recht. Haben die Autoren auch Muslime untersucht, speziell solche aus „asiatischen“ und „arabischen“ Einwandererpopulationen, bei denen die „Religiosität“ sich sehr handgreiflich auswirken kann? Wie oft haben wir den Übergang von „strenggläubig“ zu „sprenggläubig“ gesehen, wie oft beobachten wir gegenüber jungen Frauen der „Ungläubigen“ eine prädatorische Attitüde! Ich bezweifle, dass ein derart eingefahrener, tatsächlich gemeingefährlicher „Glaube“ durch irgendeine Stimulation beeinflussbar ist.
Ferner ist das Misstrauen gegenüber Fremden absolut natürlich und sinnvoll. Das gilt vor allem dann, wenn die Fremden ganz offenkundig, wenn nicht demonstrativ einer Kultur mit ganz anderen Präferenzen angehören. Man schaue sich in der Ethnologie um (Stämme in Neuguinea, Afrika, Orinoko/Amazonas etc.), sowie in der Geschichte, vor allem derjenigen der Antike. Gab es jemals einen Grund, erkennbar Fremden nicht mit einem gesunden Vorurteil gegenüber zu treten? Hat man auch beispielsweise die Opfer der „Grooming Gangs“ per Magnetstimulation dahin zu beeinflussen gesucht, weniger „vorurteilsvoll“ zu sein?
Hier noch zwei Hinweise auf zugegebenermaßen plakative youtube-Videos, die ich beim Suchen nach Illustrationen zu „Vorurteilen“ fand. Zuerst das eines Mannes, der als Frau verkleidet in Birmingham unterwegs war, dann die ganz offenen Bekenntnisse dreier afrikanischer routinemäßiger Gruppen-Vergewaltiger. (1) „Woman Goes On Evening Stroll In Birmingham And This Happens!“ bei „Meira K”, (2) „GANG R*PIST ADMITS CRIMES DURING STREET INTERVIEW” bei „ALI TABRIZI”.
Beginnt die Gehrnwäsche nicht schon im frühesten Kindesalter („Korrumpierung des Kinder-Ichs“), bevor es sich überhaupt gegen Fremdeingriffe jeglicher Art schützen kann ? !
Helmut Schmidt: