Campylobacter Enteritis gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Ein Bakterium entweder als Campylobacter jejuni oder als Campylobacter coli unterwegs, ist Auslöser, der bakteriellen Darmerkrankung, die mit dem Begriff Campylobacter Enteristis beschrieben ist.
Oft blutiger Durchfall, heftige Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit, das sind die unangenehmen Ausdrücke, die Campylobacter Enteritis findet, die harmlosen davon. Schwerere Fälle, das sind in normalen Zeiten rund 20% aller Fälle, erfordern eine Hospitalisierung, Antibiotika und münden zuweilen in ein bleibendes Guillain-Barré-Syndrom bzw. in eine heftige Bakteriämie, eine Bezeichnung für im Blut nachweisbare Bakterien mit Sepsis, einer systemische Reaktion mit Fieber, Kreislaufstörung und Organbeteiligung als Folge.
Kurz: Meist harmlos, zuweilen nicht.
Ausnahme: Ein Ausbruch von Campylobacter Enteritis in Dänemark im Jahr 2025. Eine große Zahl von Infektionen und ein ungewöhnlich hoher Teil von Hospitalisierungen und schweren Erkrankungen hatte seine Ursache in zwei Klonen ST49#3 und ST52#4, die beide eine gemeinsame Mutation aufwiesen, (gyrA-Mutation T86I), eine Mutation, die Campylobacter Bakterien ciprofloxacinresistent gemacht hat. Ciprofloxacin war bis vor kurzem das Standardmittel zur Behandlung von bakteriellen Durchfällen. In Dänemark 2025 blieb das Antibiotikum wirkungslos. Zudem haben sich die beiden Klone als “Dänemark exklusiv” erwiesen: In Dänemark – in dänischen Ställen – entstanden und (bislang) auf Dänemark beschränkt. Und dass die Klone dort entstehen konnten, das hat seine Erklärung in Verhältnissen, wie sie im folgenden Bild zu sehen sind:
Zwischen industrieller Massentierhaltung, die besser als Massentierquälerei bezeichnet wäre und der (wieder) zunehmenden Verbreitung von Campylobacter Enteritis wie sie das RKI im neuen Epidemiologischen Bulletin berichtet, besteht ein in etlichen Studien belegter Zusammenhang.
Ob der COVID-Plandemie-Absturz gemeldeter Fälle real ist oder darauf zurückzuführen ist, dass nicht gemeldet wurde, weil SARS-CoV-2 alles überschattet hat, ist eine offene Frage.
Masthähnchen, wie die armen Kreaturen, die oben abgebildet sind, werden in einer Weise gemästet, die sie innerhalb von 32 bis 42 Tagen ihr “Schlachtgewicht” erreichen lässt. Das schnelle Wachstum hat Konsequenzen: Skelett und Herz-Kreislaufsystem können nicht mithalten, plötzliche Todesfälle nach Herzstillstand sind in diesen Konzentrationsställen keine Seltenheit. Die Tiere leben dicht an dicht, bis zu 21 Tiere auf einem Quadratmeter sind per EU-Regulation ((EG) Nr. 2073/2005) erlaubt, das Gedränge erlaubt ihnen in ihrem kurzen Mastleben keinerlei natürliches Verhalten, weder Scharren noch Sandbaden oder gar Aufbaumen ist möglich. Die Enge im Stall führt dazu, dass Einstreu und Fäkalien sich mischen, gereizte Atemwege und entzündete Fussballen sind bei den gequälten Kreaturen die Regel.
Der Eintritt in dieses Martyrium erfolgt für die meisten Kücken frei von Campylobacter. Indes: Rund 70% der Campylobacter Bakterien finden sich in den Därmen von Geflügel und der Weg, auf dem sie gemeinhin in die Därme von Hähnchen in Gefangenschaft gelangen, verläuft über das Personal solcher Anstalten. Sie bringen das Bakertium mit Schuhen, Gerätschaft in den Stall, Fliegen und Nager ergänzen ihren Beitrag und am Ende reicht ein infiziertes Hähnchen, eine Kolonie im Darm des Hähnchens, um innerhalb von 2 bis 13 Tagen den gesamten Bestand zu infizieren.
Für die Hähnchen ist das kein Problem.
Für Menschen schon (Hähnchens Rache).
Das Problem ist Aufsichtsbehörden bekannt. Ein mehr oder minder willkürlicher Schwellenwert von 1.000 KbE/g [Kolonie bildende Einheiten pro Gramm] soll beruhigen. Von 50 Proben dürfen seit dem 1. Januar 2025 höchstens 10 diesen Wert ÜBERschreiten. Es ist wenig überraschend, dass Geflügelfleisch als Hauptquelle der Übertragung von Campylobacter dingfest gemacht wurde. Indes, damit aus einem infizierten Hähnchen ein infizierter Mensch wird, fehlt noch die mangelnde Hygiene in der Küche. Ein mit Salat geteiltes Schneidebrett, unzureichend gegartes Fleisch, fertig ist die Infektion.
Mit anderen Worten: Weil in den meisten Hähnchen, deren Fleisch, Campylobacter mitgeliefert wird, kann man sich eine mangelnde Hygiene im Haushalt nicht mehr leisten.
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