Polit-Darsteller, die die immer behaupten, die Realität sei “komplex”, mögen sie. Z.B. die Formel, dass mit der Menge von Hochschulabsolventen der Wohlstand in einem Land zunimmt, weil, so die Annahme, Akademiker mehr wissen, das “Mehrwissen” einsetzen, um Prozesse effektiver zu gestalten, um Neues zu entwickeln, zu erfinden, um Lösungen für Probleme zu finden, von denen viele profitieren …
Derartige Annahmen wurden ganz offenkundig vor der Erfindung von Gender und sonstigen “Studies” aufgestellt und seither nicht an den intellektuellen Niedergang in Hochschulen angepasst – einmal davon abgesehen, dass die Annahme, je mehr Akademiker, desto mehr Wohlstand auch nur Leute für bare Münze nehmen können, deren neuronale Fähigkeiten schon vor langer Zeit auf der Strecke geblieben sind.
Die Zahl der Studienanfänger, die Zahl der Studienabsolventen, sie klettert seit Jahren und gibt keine Anzeichen dafür, dass mit einem baldigen Rückgang der “Akademiker” zu rechnen ist. Und wenn ein Problem keiner intrinsischen Lösung, etwa durch die Einsicht, dass man mit einem Sozialwissenschaftler in der Regel kein Dach decken kann, zugeführt wird, dann stellt sich eine externe Korrektur der Fehlentwicklung ein und die kann man in unterschiedlichen Indikatoren derzeit sehen:
Ein Bericht der Arbeitsagentur zeigt, dass die Zahl der Akademiker, die nach einem absolvierten Studium auf der Straße stehen (die Zeiten, der Soziologen-Taxifahrer sind lange vorbei), seit einigen Jahren stetig wächst und 2025 mit rund 335.000 arbeitslos gemeldeten Akademikern einen neuen Höchststand erreicht hat.
Absolventen von “irgendwas mit BWL” haben derzeit die höchste Wahrscheinlichkeit, in Arbeitslosigkeit zu stranden, gefolgt von Geisteswissenschaftlern, Biologen, Psychologen und – wohl eher überraschend, Ingenieuren und Physikern. Indes, in einer niedergehenden Wirtschaft werden auch weniger Ingenieure gebraucht: Eine Art Marktanpassung.
Arbeitslosigkeit ist in Berufen, die vornehmlich in staatlicher Obhut ausgeübt werden, Lehrer und Sozialberufe, ebenso wenig ein Problem, wie sie ein solches für Ärzte, Banker und Informatiker darstellt.
Sucht man nach den Gründen dafür, dass sich „Studium” für viele nicht mehr lohnt, dann führt dies zurück zum Eingangs konstatierten Unfug, der in ein Überangebot an Akademikern gemündet ist, ein Überangebot, das seinen deutlichsten Niederschlag bei dem findet, was Bildungsforscher die Bildungsrendite nennen. Ein Maß für den Lohnmehrwert, den ein Studium mit sich bringt. Studien zu diesem Mehrwert, auf deren Basis man die Entwicklung der Bildungsrendite über die letzten Jahre rekonstruieren kann, sind nicht sonderlich häufig. Wir haben die folgenden fünf Studien zum Ausgangspunkt unserer Rekonstruktion genommen:
Rekonstruiert man die Entwicklung der Bildungsrenditen, operationalisiert als Lohnabstand zu einer Berufsausbildung, dann ergibt sich das folgende Bild:
Das Überangebot an Akademikern ist im Jahre 2015 gekippt und geht seither einem sinkenden Lohnabstand zu einer beruflichen Ausbildung einher. Zu viele Akademiker sind des Lohnpremiums Ende, wie man sagen könnte; für diejenigen, die denken, man könne gar nicht genug Akademiker haben, sicher überraschend. (Übrigens legen die Daten den Schluss nahe, dass es vor allem der Zustrom von Frauen an Hochschulen ist, der den Rückgang der Lohnprämie ausgelöst hat …) Die Lohnprämie fällt für Naturwissenschaftler am höchsten aus, liegt 58% über dem Einkommen beruflicher Qualifikation. Die geringste Lohnprämie erhalten Lehrer und Verwaltungsangestellte. Sie bezahlen die Anstellungssicherheit bei Papa Staat mit Lohnabschlägen.
Lohnt sich ein Studium noch?
Mit Blick auf das dadurch ermöglichte Verdienst immer weniger.
Mit Blick auf das erworbene Wissen, nunja…
Mit Blick auf Arbeitsplatzsicherheit dann, wenn man bereit ist, sich an den “Staat” zu verkaufen.
Falls Sie unsere Arbeit unterstützen, und dafür sorgen wollen, dass bei ScienceFiles auch weiterhin das Rad rund läuft, dann kaufen Sie uns doch einen Kaffee:
Oder unterstützen Sie uns auf einem der folgenden Wege
Unser herzlicher Dank ist Ihnen sicher!
DENN: ScienceFiles lebt von Spenden.
Helfen Sie uns, ScienceFiles auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, damit Sie uns auch morgen noch lesen können!Wir haben drei sichere Spendenmöglichkeiten:
Früher war mir das egal; nach Corona verachte ich alle, die im Staatsdienst sind. Es sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Nichtskönner, Minderleister und Opportunisten.
Wir sehen, dass du dich in folgendem Land befindest: Vereinigtes Königreich. Wir haben unsere Preise entsprechend auf Pfund Sterling aktualisiert, um dir ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten. Stattdessen Euro verwenden.Ausblenden
Früher war mir das egal; nach Corona verachte ich alle, die im Staatsdienst sind. Es sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Nichtskönner, Minderleister und Opportunisten.