870.000 Flüchtlinge beziehen Hartz-IV: Arbeit für die meisten nicht in Sicht

Im Mai 2017 waren 870.000 Flüchtlinge aus Afghanistan, Eritrea, dem Irak, dem Iran, Nigeria, Pakistan; Somalia und Syrien Empfänger von Grundsicherungsleistungen nach SBG-II, rund 80% davon Syrer. Damit sind 14% der 6,1 Millionen Bezieher von Hartz-IV Flüchtlinge. So nachzulesen im neuesten IAB-Kurzbericht, der sich mit den Arbeitsmarktchancen von Flüchlingen beschäftigt.

Nach wie vor ist es das Ziel, die 870.000 Flüchtlinge, die derzeit in Hartz-IV geparkt sind, mit einer Arbeit zu versorgen. Welche Hindernisse einem derartigen Unterfagen im Weg stehen, das ist die Fragestellung des IAB-Berichts, den Sebastian Bähr, Jonas Beste und Claudia Wenzig erstellt haben.

Dazu greifen sie auf eine Stichprobe von 497 Flüchtlingen zurück, die SGB-II-Neuzugänge sind, wobei das mit dem Neuzugang nicht so wörtlich zu nehmen ist, denn der Neuzugang kann bereits im Sommer 2015 erfolgt sein. Für diese 497 Flüchtlinge haben die drei Autoren untersucht, welche Hindernisse ihrem Eintritt in den Arbeitsmarkt entgegenstehen. Die Stichprobe der drei Autoren ist insofern eine interessante Stichprobe als der Anteil der Flüchtlinge mit einem (Fach-)Hochschulabschluss mit 26,7% sehr hoch ist. Auch die Tatsache, dass 50,8% der Flüchtlinge in der Stichprobe von Bähr, Beste und Wenzig eine (Fach-)Hochschulreife erworben haben, ist interessant und weist die Stichprobe als eine aus, in der der Anteil der Flüchtlinge, die gute Chancen auf einen Arbeitsplatz haben sollten, überproportional hoch ist.

Dessen ungeachtet sind die Flüchtlnge überwiegend nicht erwerbstätig. 0,6% von ihnen gehen einer Vollzeitarbeit nach, 0,9% arbeiten in Teilzeit, 9,2% haben einen Minijob. Der Rest ist arbeitslos (47,9%), befindet sich in einer (schulischen) Ausbildung (20,9%) oder ist aus anderen Gründen nicht erwerbstätig (20,5%). Diese Zahlen sind insofern erschreckend als die Stichprobe und vor allem deren Verzerrung in Richtung höher gebildete Flüchlinge eine höhere Beteiligung am Arbeitsmarkt hätte erwartet lassen.

Dass dennoch nur 10,7% einer rudimentären Form von Arbeit nachgehen, liegt nach Ansicht der drei Autoren unter anderem an Sprachdefizien: 77% haben nur unzureichende Kenntnisse des Deutschen, 64,1% haben keinen beruflichen Bildungsabschluss, 24,2% keinen Schulabschluss. Folglich befinden sich 38,4% in einer Ausbildung, 34,3% in einem Sprachkurs und sind deshalb von einer Arbeitssuche freigestellt. Freigestellt sind auch 22% der Flüchtlinge, weil sie Kinder betreuen, was ja in Deutschland als wichtiger gilt, als die Grundlage für eine Integration in den Arbeitsmarkt zu legen.

Insgesamt haben die Jobcenter nur 22,8% der Flüchtlinge in der Stichprobe die Pflicht auferlegt, sich um einen Arbeitsplatz zu kümmern und das bei einer Stichprobe mit einem extraordinär hohen Anteil hoch Gebildeter. Bei der Verpflichtung, einen Arbeitsplatz zu suchen, gibt es übrigens keine Gleichstellung. Während die Jobcenter 31,6% der geflüchteten Männer eine solche Verpflichtung auferlegt haben, sind nur 9,5% der geflüchteten Frauen verpflichtet, sich eine Arbeit zu suchen.

Man kann also feststellen, dass in einer Stichprobe, die sich dadurch auszeichnet, dass gebildete und mit einem (höheren) Schulabschluss ausgestattete Flüchtlinge überproportional vertreten sind, dennoch keine Integration in den Arbeitsmarkt feststellbar ist. Bestenfalls kann man von einer verzögerten Integration ausgehen, da rund 73% der Flüchtlinge zunächst Sprachkenntnisse erwerben und einen Schulabschluss bzw. einen beruflichen Abschluss erreichen müssen. Ob den Abschlüssen dann eine Arbeit folgt, ist eine Frage, die derzeit nicht beantwortet werden kann. Die 870.000 Flüchlinge werden also auf absehbare Zeit von Hartz-IV-Bezügen leben und somit mehr Kosten produzieren als sie Nutzen bringen.

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Beheimatete und Zuwanderer: Untertanen bleiben eben Untertanen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat einen neuen Begriff erfunden: Beheimatete. Beheimatete finden sich derzeit unter den Kategorien „Willkommen in Deutschland“ und „Integrationsprojekte“ auf der Webseite des BAMF in Formulierungen wie:

„Die Projekte setzen da an, wo Zugewanderte und Beheimatete sich begegnen: im Stadtteil oder Wohnbezirk.“

Beheimatete, das sind diejenigen, die schon da sind. Zugewanderte sind diejenigen, die dazukommen und ab jetzt da sind. Beide Begriffe dienen offensichtlich dazu, Unterschiede zu verwischen und alle, die neu kommen, egal, ob es sich um EU-Migranten, Flüchtlinge oder Expatriates handelt, über einen Kamm zu scheren und allen, die schon da sind, ein daraus ableitbares Recht als Steuerzahler, Eigentümer oder Wähler abzusprechen.

Das Besondere an der Kreation des „Beheimateten“ ist jedoch das Präfix „Be“.

  • Bedienter
  • Belieferter
  • Betrogener
  • Begünstigter
  • Berechtigter
  • Betroffener

Egal, in welchem Zusammenhang „Be“ vorkommt, es beschreibt immer ein Individuum, das Objekt einer Zuweisung oder eine Handlung, in jedem Fall nicht Subjekt seiner eigenen Handlungen ist. Betroffene sind von etwas betroffen, ob sie wollen oder nicht. Begünstigte werden von etwas begünstig, ob sie wollen oder nicht. Beheimatete werden von der Obrigkeit an ihrem derzeitigen Wohnort geduldet, ob sie wollen oder nicht. Mit dem „Be-„ und der damit verbundenen Objektivierung der von „Be“ Betroffenen, wird Individuen jede Form von Eigenverantwortung und Selbstbestimmung im Hinblick auf die in Frage stehende Zuweisung abgesprochen. Die Objektivierung ist immer der erste Schritt auf dem Weg zur Entrechtlichung. Ist man von einem Individuum erst zu einem Bürger, zu einem Wähler, zu einem Begünstigten, Betroffenen oder Berechtigten geworden, dann ist die Selbstbestimmung durch die Kästchen des Vordrucks beseitigt worden. Wird aus einem Wähler, einem Deutschen, einem Einwohner, einem Mitglied der Bevölkerung ein Beheimateter, dem sein Aufenthaltsort zugewiesen wird, der eben beheimatet wird, dann ist der Unterschied zu einem Zugewanderten der, dass dem Zugewanderten, bis er dann beheimatet wird, immerhin noch der Status eines Subjekts und nicht der eines Objekts zugewiesen wird.

Gibt es einen Aufschrei bei denen, die so gerne das „Othering“ beklagen?
Nein.

Einmal Untertan, immer Untertan.

Verwaltung befiehl, wir folgen.

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Ohne Obergrenze Diversität durch Flüchtlinge – Deutsche Träumerei in FAZ-moll

In Deutschland herrscht die politische Romantik. Politische und journalistische Romantiker sind voller Begeisterung für Flüchtlinge, die man in unbegrenzter Zahl in das doch reiche Deutschland lassen solle und könne. Und während die politischen Romantiker in der Großzügigkeit schwelgen, die sie sich durch die Erwerbstätigkeit und das Geld anderer leisten zu können glauben, präsentieren Journalisten voller Verzückung Beispiele von Ländern, die angeblich durch Vielfalt und die Aufnahme von Flüchtlingen Weltspitze geworden sind.

Einen Leser von ScienceFiles hat ein solcher Jubelartikel in der FAZ, in dem sich der Autor aufschwingt, den großen Nutzen zu feiern, den Flüchtlinge angeblich für Singapur bringen, so verägert, dass er sich ans Werk gemacht hat, um all die Teile der Realität, die politische und journalistische Romantiker ausblenden müssen, um ihre Wolkenkuckucksheime bauen zu können, zusammenzutragen. Das Bild von Singapur, das auf Grundlage der Fakten und Daten, die unser Leser zusammengetragen hat, zum Vorschein kommt, ist eines, das der verklärten Darstellung in der FAZ in jeder Hinsicht widerspricht und einmal mehr zeigt, wie weit verbreitet FakeNews in so genannten “Premiummedien” sind.

“[…] kaum ist der Physikerin Merkel die Quadratur des Kreises gelungen und man hat sich nun auf eine Art Obergrenze geeinigt, insbesondere dadurch,dass man die Obergrenze einfach nicht so nennt, erscheint dieser
heuschlerische Artikel in der FAZ: “Singapur ist die Hochburg für Arbeitsmigranten“:

Heuschlerisch, weil Arbeitsmigration mit der Aufnahme von Flüchtlingen gleichgesetzt wird.

In diesem Artikel wird aufgezeigt, wie gut doch die niedrigqualifizierten Zuwanderer für SEA (South-East Asia) sind, insbesondere für Singapore. Der Artikel ist so geschrieben, und die Überschirft deutet das auch an, dass die viel schlauer sind als  wir und “beliebig” viele reinlassen und natürlich mehr Zuwanderung positive Wachstumseffekte hat.

Nichts ist weiter von der Realität in Singapore entfernt als das!

Ich bin kein Singapore-Experte, habe aber in den 1,5 Jahren, in denen ich dort gelebt habe, ein paar Dinge mitbekommen.
Unabhängig davon kann man sich nicht einfach aus einem Land eine Institution herausgreifen und diese dann international vergleichen, denn in der Regel steht diese Institution in vielerlei Hinsicht mit anderen Institutionen ökonomischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Natur in Zusammenhang. Vergleiche funktionieren ja oft nicht mal zwischen zwei deutschen Bundesländern, geschweige denn zwischen zwei Ländern in der EU. Wie abstrus es ist, wie im FAZ-Artikel geschehen, punktuell auf internationaler Ebene zu vergleichen, und dann auch noch einen Flächenstaat mit einem Stadtstaat mit Insellage, das versuche ich hier zu verdeutlichen.
Nachfolgend einige Punkte, die in dem FAZ-Artikel über Singapore nicht erwähnt [oder unterschlagen] werden, die aber für eine Diskussion um Arbeitsmigration evtl. nicht irrelevant sind, die mir SPONTAN einfallen:
  1. Das Land kann nur über zwei Brücken von Malaysia aus erreicht werden. Dort befinden sich zwei harte Grenzübergänge mit entsprechenden Kontrollen inklusive massiver Präsenz von Polizei, die mit (möglicherweise) geladenen MPs patroullieren.
  2. Wegen diesen strengen Kontrollen entstehen zwischen Johor Bahru (Malaysia) und Singapore jeden Morgen und jeden Abend kilometerlange Fahrzeug-, Roller- und Menschenschlangen. Kontrolle muss halt sein (siehe Foto).
  3. Man darf in das Land nur mit einem angebrochnen Zigarettenpäckchen rein und nur mit einem zu 75% gefüllten Tank ausreisen. Sonst drohen horrende Strafen.
  4. Es wird zwischen einer Einreise aus Malaysia und nicht-Malaysia unterschieden, also nach Einreiseland diskrimiert.
  5. Minimalste Mengen von Drogenbesitzt werden mit dem Tod bestraft (durch Erhängen): Soviel zum Thema Grenzkontrolle, die es in Deutschland in dieser Form nicht mal zu nicht-EU-Zeiten gegeben hat.
  6. Wer sich länger als 6 Monate in Singapore aufhält (natürlich nur mit einem Work Permit [Arbeitserlaubnis] möglich), muss einen medizinischen Check durchführen lassen – inklusive Röntgenuntersuchung, in dem auf Syphilis, HIV, Schwangerschaft und Tuberkulose getestet wird. Dies darf nur von einem in Sinagapore registrierten Arzt durchgeführt werden. Die Kosten trägt das Unternehmen, das die ausländische Arbeitskraft beschäftigen möchte.
  7. Wer falsche Angaben bei den Behörden macht, wenn es um die Arbeitserlaubnis geht, dem drohen Geldstrafren von bis zu 20.000 SGD [Singapore Dollar] oder Haftstrafen bis zu 2 Jahren.
  8. Über eine Einreise oder einen Aufenthalt ohne Pass spare ich mir die Erörterung.
  9. Auf Unternehmensebene: Unternehmen müssen für jeden eingestellten “unskilled” [ungelernter Arbeiter] nicht nur höhere levy bonds hinterlegen, also eine Art Versicherung oder Strafe für die Einstellung eines Niedrigqualifizierten bezahlen, es gibt auch eine Mindestquote für Hochqualifizierte, die man einstellen muss. D.h. ab einem bestimmten Moment darf man nur noch einen Niedrigqualifizierten einstellen, wenn man entsprechend auch Hochqualifizierte einstellt bzw. eingestellt hat. In Deutschland sprechen wir von einer Integrationspflicht der niedrigqualifizierten Asyl-Bewerber. Das ist das gegenteilige Arbeitsmarktkonzept.
  10. Diese high-skilled, low-skilled-Quoten sind unternehmensspezifisch und industriespezifisch geregelt:
  11. Die Arbeitskräften im Bereich “Construction” [Baugewerbe] bekommen oft nur 700 bis 1.000 SGD [Singapore Dollar], also 2,5€. D.h. es gibt einen Arbeitsmarkt, in den keine politische Lohnuntergrenze eingezogen ist. Damit kann der Arbeitsmarkt bei niedrigeren Löhnen auch deutlich mehr Menschen aufnehmen.
  12. A propos politisch: Singapore ist keine Demokratie.
  13. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern sind strafbar.
  14. Der aktuelle Spitzensteuersatz beträgt 22%. Dieser wird fällig ab einem Jahreseinkommen von 320.000 SGD also 200.000€. Einkommen darunter werden entsprechend niedriger besteuert.
  15. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen in den sogenannten CPF [Corporate Pension Fund] ein, also in eine Art persönlichen Vorsorgefond. Dieser wird positiv mit ca. 4% pro Jahr verzinst und nicht etwa wie die deutschen Rentenbeiträge negativ.
  16. Man benötigt kein Auto, da Singapore mit dem MRT eines der modernsten und die ganze Stadt durchziehenden U-Bahnsysteme hat.
  17. Vom Staat bezuschusste Wohnungen, sogenannte HDBs, dürfen nur Singaporeans kaufen. Ausländer nicht. Die Untervermietung eines HDB ist nur den “Singapore Citizens” erlaubt, nicht einmal Personen mit einer Permanent Residence” [Ubegrenzte Aufenthaltsgenehmigung)], und es darf nur an Einheimische oder Malayen untervermietet werden. Also eine ganz eindeutige Diskriminierung nach Herkunftsland.

Zusammenfassend kann somit gesagt werden: In den Genuss sozialer Leistungen kommen in Singapore nur Staatsbürger und somit in der Regel diejenigen, die in Sozialkassen einzahlen, während es in Deutschland eher der Fall ist, dass Personen, die nicht in Sozialkassen einzahlen, Arbeitslose, nicht-Erwerbstätige, Frauen, Flüchtlinge (fast) besser gestellt sind, als diejenigen, die die Leistungen erarbeiten.

In Singapore trennt man ganz klar zwischen Einheimischen und Ausländern, was bei uns alles Verstöße gegen das AGG [Antidiskriminierungsgesetz] wären. Niedrigqualifizierte dürfen unter ganz bestimmten Bedingungen in ganz bestimmten Brachen arbeiten, und die Unternehmen werden für diese in Haftung genommen, nicht die Gesellschaft. Man nimmt einen Großteil seines Bruttolohns mit nach Hause und zahlt in seinen eingenen (kapitalgedeckten nicht umlagefinanhzierten) Rentenfond ein. Ähnlich auch bei Gesundheit und Arbeitslosigkeit. Jede Form von Vergehen, geschweige denn Straftaten, werden massiv bestraft und die Strafen durchgesetzt.

Die beiden Systeme von Deutschland und Singapore zu vergleichen, wie es im FAZ-Artikel getan wird, zumindest in der Überschrift, ist bar jeder Vernunft.

Der Satz aus dem Artikel “Dabei wird die Wanderung der Arbeiter – wie auch in Europa – von der Vielfalt der Region angeheizt: Das reichste Land Südostasiens ist 25 Mal wohlhabender als das ärmste.” hat wenn überhaupt nur etwas mit Einkommensvielfalt zu tun. Mit der Vielfalt von der in Deutschland gesprochen wird nicht. Denn hier geht es nur darum, dass alle in die Schweiz Südostasiens wollen, nämlich Singapore, weil man dort so gute Jobs und Löhne bekommt. Und da das die Singaporeans wissen, haben sie sich entsprechend geschützt. Seiner Verletzlichkeit und Begehrtheit bewusst, gibt Singapore einen deutlich größeren Teil seines BIPs für Militär aus als jedes andere südostasiatische Land:

Als Tourist freut man sich in Singapore “Little India”, “Chinatown”, das arabische Viertel um die “Arab Street” oder vorwiegend thailändische Menschen um den Golden Mile Complex (Beach Road) herum zu sehen und sich an der Vielfalt zu begeistern. Diese Vielfalt kommt aber nur durch diese Herkunftsland-bezogenen Viertel zustande.

Wir in Deutschland versuchen dies ja durch eine “gesunde Vermischung/Verteilung” zu verhindern. Auf der anderen Seite brodeln in diesen Viertel die Resentiments gegenüber anderen Kulturen und teilweise auch der religiösen Unterschiede, und eine Kleinigkeit bringt das Pulverfaß zum Überlaufen, wenn beispielsweise ein Bus einen Inder überfährt.

Dann bleibt sehr wenig von Integration und Vielfalt übrig.

Bis hierhin bezog sich meine Erörterung auf Arbeitsmigration in Singapore. Das Thema in Deutschland war aber auf die Aufnahme von Flüchtlingen bezogen. Und es ging in der politischen Diskussion in den letzten zwei Jahren um eine Obergrenze für die Asyl-Einwanderung. Nun wie sieht es da in Sinagpore aus? So:

Singapore nimmt keinen einzigen Flüchtling auf.

Daher benötigt man auch keine Willkommenskultur.

Den Rest, der reinkommt (Touristen und Arbeitkräfte), muss man nicht Willkommen heißen, denn die
wollen ja was von Singapore und nicht umgekehrt.

Und wozu führt das (zumindest bis Ende Januar 2017)? Man wird Magnet für
Hochqualifizierte

Andere Länder, andere Sitten.

Wir bedanken uns für diesen einsichtsreichen und informierten Leserbrief!

7,94 Millionen Zuwanderer bis 2035 – Bevölkerungsrückgang gebremst, ARD frohlockt

Die ARD frohlockt: 2035 leben in Deutschland eine Million Menschen mehr als heute. Die Bevölkerung nimmt zu. Sie schrumpft nicht. „Ein Grund ist die Geburtenrate“, so steht es bei der ARD zu lesen, jene Geburtenrate, die schon seit Jahren weit unter den für eine Reproduktion der vorhandenen Bevölkerungszahl von 2 notwendigen Geburten pro Frau liegt. Was will die ARD uns hier eigentlich erzählen?

Die Zahlen, auf die sich die gebührenfinanzierten ARDler beziehen, sie stammen vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Vom IW muss man wissen, dass es schon seit einiger Zeit einen Szenario-Krieg gegen das Statistische Bundesamt führt. Denn: Das Statistische Bundesamt weigert sich bislang standhaft, die eigenen Bevölkerungsprognosen an die Zuwanderung von Flüchtlingen anzupassen. Warum, darüber kann man nur spekulieren.

Fest steht jedoch:
Schon 2014 betrug die Nettozuwanderung nach Deutschland (also die Zuwanderung reduziert um die Auswanderer) rund 550.000 Menschen. Seither ist die Nettozuwanderung gestiegen: 1,1 Millionen Menschen waren es bereits 2015. Bis 2020 rechnet die Bundesregierung mit mindestens 3,6 Millionen Zuwanderern und bis 2035 rechnet das IW mit insgesamt 7,94 Millionen Zuwanderern. Und diese Zahl von 7,94 Millionen Zuwanderern hat das Institut der eigenen Bevölkerungsprognose zugrunde gelegt.

Deshalb kann Deutschland seine Bevölkerung von heute gut 82 Millionen nicht nur halten, sondern auf 83 Millionen erhöhen. Nicht weil die Geburtenrate dazu ausreichen würde, das Schrumpfen der deutschen Gesellschaft zu stoppen, sondern deshalb, weil so viele Zuwanderer zuwandern, dass selbst die Tatsache, dass die Geburtenrate nicht zur Reproduktion ausreicht, davon ausgeglichen und das gesellschaftliche Schrumpfen in ein gesellschaftliches Bevölkerungswachstum umgedreht wird.

Mit der Geburtenrate hat das alles so gut wie gar nichts zu tun.
Dass 2035 in Deutschland eine Million Menschen mehr leben als heute, das liegt an der Zuwanderung von 7,94 Millionen Menschen, nicht an der erhöhten Geburtenrate, wie man bei der ARD fabuliert.

Die Meldung der ARD ist schlicht falsch, es ist FakeNews. Ein wenig Überlegen und Recherche reicht bereits aus, um festzustellen, dass eine Geburtenrate von 1,5 nicht genügt, um zwei Erwachsene zu ersetzen.

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Schüler mit Migrationshintergrund: Problem oder kein Problem in deutschen Schulen? [Unbrauchbare Studien]

Man wirft Wissenschaftlern häufig vor, sie säßen in einem Elfenbeinturm und kennten die Welt nur vom Hörensagen. Deshalb wären ihre Texte, nun ja, in der Welt unbrauchbar, ihre Ideen abgehoben und ihre Aussagen so abstrakt, dass man weder wüsste, was sie wollen noch, was sie von einem wollen, sofern sie etwas wollen.

Mit dem Einzug der Fächer an Hochschulen, die keinerlei Gegenstand als das Getue um die eigene Betroffenheit haben, z.B. darüber, dass es einst Kolonien gab, darüber, dass es weiße Menschen gibt, darüber dass die meisten Erfindungen und technischen Entwicklungen von Männern stammen, hat dieses Vorurteil erstmals eine Berechtigung, denn seither sind vor allem in den Sozialwissenschaften Personen unterwegs, die in Zungen sprechen und sich durch Ratschläge hervortun, die niemand bestellt hat und die zudem niemand versteht, die entsprechend unbrauchbar sind. Gerade diese Unbrauchbarkeit dessen, was als Ergebnis einer Studie dann verbreitet wird, scheint auf Institutionen einen ungeheuerlichen Reiz auszuüben. Scheinbar herrscht dort die Vorstellung, dass verquaste Sprache, die mit dem Modewort „reflexiv“ durchsetzt ist, etwas ist, mit dem man viel Eindruck schinden und viel Blendwerk verbreiten kann, das zwar vollkommen nutzlos aber auf einfache und naive Gemüter schlichtweg: Wow wirkt.

Die Stiftung Mercator GmbH, die also keine Stiftung, sondern eine Gesellschaft ist, die unter anderem im Hinblick auf die von ihr veröffentlichten vermeintlichen Studienergebnisse nur beschränkte Haftung übernimmt, ist eine GmbH, deren Geschäftsführer gerne wortreiche Leerformeln in Studienform veröffentlichen, um sich als informiert, kümmernd und engagiert darstellen zu können.

Zu diesem Zweck haben sie Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) und Paul Mecheril (Universität Oldenburg) als Gallionsfiguren sowie Anna Aleksandra Wojciechowicz und Saphire Shure als diejnigen, die die Arbeit machen, eingekauft, um eine Studie über das „Pädagogische Können in der Schule der Migrationsgesellschaft“ ausführen zu lassen. Eine Handreichung von acht Seiten ist bislang alles, was der Öffentlichkeit als Arbeitsnachweis zur Verfügung steht, aber acht Seiten qualitative Ergebnisse sind ja, immerhin, eben acht Seiten und außerdem sind es acht Seiten voller Leerformeln und unnützer Empfehlungen.

Belegen wir unsere gerade gemachte Behauptung.

Wir fangen wie immer mit der Methode an. Die qualitative Studie, von der nicht verraten wird, welche qualitative Methode genutzt wurde, um das Material zu analysieren, basiert auf Modulbeschreibungen von 11 Universitäten, von denen nicht gesagt wird, warum gerade diese Modulbeschreibungen und genau diese 11 Universitäten ausgesucht wurden. Hinzu kommen nicht näher spezifizierte Curricula und „ausgewählte Texte der Kultusministerkonferenz“, von denen nicht gesagt wird, warum bzw. nach welchen Kriterien sie ausgewählt wurden.

Wäre es eine studentische Arbeit, die vier Verantwortlichen wären nun durchgefallen. Aber es ist keine studentische Arbeit. Deshalb sind die Standards unterirdisch, Erwartungen an Methoden nicht vorhanden und Ansprüche nur insofern gegeben, als man bei der Mercator GmbH eine schöne Pressemeldung schreiben will.

Wir wissen zwar nicht, wie die Ergebnisse, die die vier Autoren, also die beiden symbolischen und die beiden wirklichen, präsentieren, zustande gekommen sind, welchen Aussagegehalt, wenn überhaupt, sie haben und falls sie überhaupt einen Gehalt haben, in welchem Kontext er zu sehen ist. All diese Standards wissenschaftlicher Forschung sind offenkundig nicht bekannt oder schlicht ignoriert worden. Das soll uns aber nicht daran hindern, die Ergebnisse der Handreichung einer genaueren Analyse zu unterziehen.

Formulieren wir dazu ein konkretes Problem mit dem Lehrer in der Schule konfrontiert sind. Schüler mit Migrationshintergrund sind in der Regel der deutschen Sprache weniger oder kaum mächtig. Was lässt sich den Ergebnissen und Empfehlungen der vier Autoren entnehmen, um dieses Problem zu lösen?

Das Problem ist gar kein Problem, schon gar kein technisches Problem. Denn Migration ist kein Problem, selbst wenn sich in Folge von Migration Probleme einstellen sollten, sind diese Probleme doch kein Problem der Migration als solcher und schon gar keines der Schüler mit Migrationshintergrund. Zu dieser Erkenntnis müssen Lehrer gelangen. Sie müssen lernen mit ihren „Einstellungen und Haltungen zu Migration“ umzugehen.

Wenn also die Schüler, die weniger gut Deutsch können als andere Schüler einen Migrationshintergrund haben, dann verlangt es die Selbstreflexion, diesen Hintergrund zu leugnen oder in einen größeren Kontext einzuordnen, denn: „Die durch die Schüler in den Klassenraum eingebrachten Unterschiede“ [also ihr Migrationshintergrund] müssten als Ergebnis „globaler Ungleichheiten“ verstanden werden und vor dem Hintergrund von „Fragen zu Differenz- und Diskriminierungsverhältnissen (border studies, postcolonial studies, race studies)“ diskutiert werden. Kurz: Die Tatsache, dass zum Beispiel Schüler, die aus Afrika stammen, also schwarz sind, nein, Migrationshintergrund haben, nein verflixt, die also eben vielfältig sind, so vielfältig, dass sie nicht richtig Deutsch können, diese Tatsache hat ihre Ursache darin, dass Ende des 19. Jahrhunderts Bismarck und andere Deutsche einen Platz an der Sonne gesucht haben, nicht etwa auf Mallorca wie heute, sondern in Deutsch Südwestafrika oder in Deutsch Südostafrika oder so. Und deshalb, das haben postcolonial Studies herausgefunden, deshalb können vielfältige Schüler, die zwar keinen Migrationshintergrund haben, aber eben weil sie vielfältig sind, eine räumliche Verbindung zu z.B. Namibia einst hatten, bevor sie nach Deutschland gekommen (nicht etwa migriert) sind, kein Deutsch.

Einfach – oder?

Aber, so die mahnenden Worte der vier Autoren: Vielfalt oder Pluralität dürfen auch nicht einer Gruppe zugeschrieben werden. Werden sie das, dann werden die Schüler, die vielfältig oder plural sind, wieder stigmatisiert, wieder zum Objekt und das ist schlecht, und am Ende kommt dabei heraus, dass Schüler mit …, mit …, mit Vorfahren in ehemaligen Kolonien eines staatlichen Vorgängers von Deutschland, für den Deutschland nach wie vor völkerrechtlich verantwortlich gemacht wird, zu „Mängelexemplaren“ erklärt werden, die „Unterstützung“ und Hilfe benötigen. Dem ist natürlich nicht so. Denn, dass sie schlechter Deutsch können, das wissen wir nur, weil wir sie zu einer Gruppe zusammengefasst haben, ihnen einen Migrationshintergrund zugeschrieben haben, sie am Ende aufgrund von primären Merkmalen stereotypisiert haben und so zu dem Schluss gekommen sind, dass Schüler mit Migrationshintergrund schlechter Deutsch können. Sie sehen, wenn wir uns der Tatsache bewusst werden, dass Schüler mit Migrationshintergrund nur deshalb schlechter Deutsch können als Schüler ohne Migrationshintergrund, weil wir dem Migrationshintergrund Relevanz zuweisen und wir deshalb aufhören, dem Migrationshintergrund Relevanz zuzuweisen, dann werden diese Schüler zwar nicht besser in Deutsch, aber die Autoren der Handreichung, die die Mercator GmbH durch Presseverteiler schleust, sind glücklich und fühlen sich gut.

Sie haben die Welt besser gemacht, dafür gesorgt, dass sich Lehrer nicht mehr um die Defizite ihrer Schüler sorgen, sondern um die eigenen Defizite. Entsprechend lauten die Empfehlungen, die die vier Autoren den Lehrern, an deren Adresse die Handreichung u.a. geht, geben, sich Wissen über den Ort, von dem aus Schüler oder deren Eltern nach Deutschland gekommen sind, anzueignen – den Migrationshintergrund also doch relevant zu machen. Das hat zwar keinen Einfluss auf die Deutschleistung der entsprechenden Schüler, aber es „kontextualisiert historisch“. Wozu das gut ist, wissen die Autoren zwar auch nicht, aber es muss ja auch nicht gut sein, nicht Lehrer bei ihrer täglichen Arbeit mit Migranten helfen oder anleiten, es soll nur gut klingen.
Gut klingen tut auch die durch die Autoren von Lehrern geforderte Auseinandersetzung „mit Migrationsphänomenen und Zugehörigkeitsverständnissen“. Es ist zwar zweifelhaft ob die Deutschkenntnisse von Syrern oder von Äthiopiern von deren Zugehörigkeitsverständnis beeinflusst werden, aber, abermals, es klingt gut. Abermals: Es geht nicht darum, die Deutschleistungen von Schülern zu verbessern. Mit derart konkretem Schnickschnack kann man den institutionalisierten Autoren, also an einer Universität institutionalisierten Autoren nicht kommen. Ihnen geht es darum, dass Lehrer die im Vergleich zu anderen Schülern schlechteren Leistungen nicht dem Migrationsstatus der Schüler zuschreiben, dass sie für die „Vielfalt an unterschiedlichen Sichtweisen und Bildungsbiografien sensibel“ sind.

Darum allein geht es: Die Nomenklatur für pseudo-wissenschaftliche Heuchelei zu erlernen. Das hilft zwar weder Lehrern noch Schülern, aber den leider gar nicht selbst-reflexiven Selbstdarstellern von Universitäten, deren Ziel auch gar nicht darin besteht, Schülern und Lehrern nützlich zu sein. Sie sind Vertreter der Betroffenheits-Fächer. Sie tun betroffen, heucheln Betroffenheit über Kolonialismus, Whiteness, Ableismus, Sexismus, was auch immer. Das muss reichen: Wenn man betroffen tut, kann man nicht auch noch nützlich sein, gar denen, an deren Stelle man betroffen tut, behilflich sein.

Wissenschaft ist in Teilen zur Purifikation vor Phantasien geworden, die außer denjenigen, die die Welt vor ihnen retten wollen, niemand hatte. Und wie immer fällt das Individuum, um das es eigentlich geht, dann, wenn die universitären Purifizierer am Werk sind, durch. Möglicherweise wäre eine individuelle Betreuung und Hilfe, die Lösung für die Probleme, die viele Schüler, nicht nur die mit Migrationshintergrund im Fach Deutsch haben. Um vorhandene Probleme zu lösen und individuelle Hilfe zu leisten, ist es aber notwendig, die Probleme zu benennen und wenn sich die Probleme dadurch auszeichnen sollten, dass sie in einer bestimmten Schülergruppe (z.B. mit Migrationshintergrund) besonders häufig vorhanden sind, dann ist es zur Lösung der Probleme elementar, die Ursache dieser gleichen Problemlage zu erforschen, nicht, den Blick auf die spezifische Problemlage zu verweigern und sich ansonsten in sprachlichen Variationen von Heuchelei zu verlieren.

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