Muslimische Unterschichtung der Gesellschaft: Ein Spiel mit dem Feuer

Migration hat in manchen Ländern eine Unterschichtung der vorhandenen Sozialstruktur zur Folge. Die Gastarbeiter, die nach Deutschland kamen, um in den meisten Fällen ungelernte Arbeit zu verrichten oder nach einer kurzen Anlernphase, die entsprechende Arbeit zu tun, sind ein Beispiel dafür. Sie haben die vorhandene Sozialstruktur unterschichtet, eine neue, eigene Schicht geschaffen. Weitgehend ungelernte Arbeiter in beengten Wohnverhältnissen ohne Vermögen und mit Tätigkeiten, bei denen keine Frauenbeauftragte auch nur im Traum darauf gekommen wäre, eine Gleichstellung für ihre Klientel zu fordern.

MIgrantenfamilienEine derartige Unterschichtung, so die Ansicht von Migrationsforschern wie Milton M. Gordon oder John W. Berry, wird für die meisten Migrantengruppen über kurz oder lang ein Ende finden. Sie werden sich in die autochthone Gesellschaft akkulturieren oder assimilieren oder integrieren, in jedem Fall werden sie im Hinblick auf Beruf, Verdienst, Schulbildung usw. kaum oder gar nicht mehr von den Mitgliedern der Aufnahmegesellschaft zu unterscheiden sein.

Gordon ist ein US-amerikanischer Forscher, Berry ist Kanadier. Das mag erklären, warum beide den deutschen Sonderfall nicht berücksichtigen. Denn: Wenn in Deutschland etwas stabil ist, dann die Sozialstruktur. Vertikaler Aufstieg findet so gut wie nicht statt. Das deutsche Schulsystem ist ein segregierendes Schulsystem: Kinder aus Arbeiterfamilien haben weit geringere Chancen, einen Bildungsaufstieg zu erreichen als Kinder aus den Familien der Mittelschicht. Dafür sorgen nicht zuletzt die Lehrer aus der Mittelschicht.

Die Prozesse, die dazu führen, dass die deutsche Sozialstruktur in Stein gemeißelt ist, sind vielschichtig, die Schließung schulischer Karrierewege für Kinder aus dem, was man heute bildungsferne Schichten nennt, ist ein solcher Prozess, einer der Prozesse, die dafür sorgen, dass auch Kinder aus Migrantenfamilien geringere Bildungschancen haben als deutsche Kinder. Dr. habil. Heike Diefenbach hat die Erklärungen für dieses Phänomen in einem Buch, das als Standard der Migrationssoziologie gilt, zusammengestellt.

Und so kommt es, dass das PEW Research Center ein Ergebnis einer eigenen Analyse auf Basis von Daten aus dem Jahre 2010 veröffentlicht, das man nur als erschreckend bezeichnen kann. Die PEWler haben untersucht, wie groß die Distanz in Schuljahren zwischen unterschiedlichen Gruppen der Bevölkerung ab 25 Jahren ist, u.a. für die Gegenüberstellung der Gruppe der Muslime und der nicht-muslimischen Bevölkerung. Das Ergebnis für Europa ist in der folgenden Abbildung dargestellt und zeigt: Nirgends ist der Unterschied zwischen der muslimischen und der nicht-muslimischen Bevölkerung gemessen in Bildungsjahren so groß, wie in Deutschland. Muslime haben im Durchschnitt 4.2 Schuljahre an Bildung weniger als Nicht-Muslime. (9,5 im Vergleich zu 13,7) Ein eindrucksvoller Beleg für eine im Bereich „Bildung“ nicht gelungene Integration von Muslimen und ein ebensolcher für die Persistenz der Sozialstruktur, für deren Unterschichtung durch Muslime.

PEW Muslime Bildung

Eine derart starre Sozialstruktur ist nicht überlebensfähig. Sie wird über kurz oder lang zu Konflikten führen, wie Robert K. Merton schon in den 1960er Jahren gezeigt hat, ganz einfach deshalb, weil Ziele, deren Erreichung als gesellschaftlicher Standard angesehen werden, für viele nicht erreichbar sind, weil ihnen dazu u.a. die finanziellen Mittel fehlen. Der Konflikt zwischen Zielen und nicht vorhandenen Mitteln, diese Ziele zu erreichen, führt bei Merton u.a. zu kriminellem Verhalten oder in die Revolution.

Seit 2010 sind mehr als eine Million Personen muslimischen Glaubens nach Deutschland geflüchtet von denen zwischenzeitlich bekannt ist, dass ihr Bildungsniveau deutlich unter dem der autochthonen Bevölkerung liegt.

Was bedeutet es, eine starre und ohnehin schon von Muslimen unterschichtete Gesellschaft weiter mit Muslimen zu unterschichten, so dass der Unterschied, gemessen in Bildung, zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen noch größer, die Divergenz zwischen gesellschaftlichen Zielen und vorhandenen Mitteln noch größer wird?. Um es mit Merton zu sagen: Es ist ein Rezept dafür, Kriminalität zu erhöhen, Unruhe zu schaffen und eine Gesellschaft in Tumulte zu stürzen.


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Kosten der Zuwanderung: Vier Bundesländer, ein Jahr: 6,99 Milliarden Euro

Derzeit bemüht sich der wissenschaftliche Dienst des Bundestages um einen Überblick darüber, wie hoch die Kosten sind, die den Bundesländern durch die Zuwanderung im Jahre 2016 entstanden sind. Die Höhe der Kosten kann u.a. als Maß dafür gesehen werden, wie lukrativ die Zuwanderungsindustrie derzeit ist.

Die vier Bundesländer, die bislang Daten an den wissenschaftlichen Dienst geliefert haben, sind: Bayern, Berlin, Hessen und Schleswig-Holstein

Die Kosten für Zuwanderung belaufen sich in den vier Ländern auf insgesamt rund 7 Milliarden Euro. Im Einzelnen verteilen sich die Kosten wie folgt:

  • Bayern: 2,631 Milliarden Euro, davon 675,5 Millionen Euro direkter Transfer an Sozialvereine für Integrationsmaßnahmen.
  • Berlin: 1,27 Milliarden Euro, davon 133,4 Millionen Euro für Integrationsmaßnahmen;
  • Hessen: 1,628 Milliarden Euro, davon 795 Millionen Euro für Integrationsmaßnahmen;
  • Schlesweig-Holstein: 783,7 Millionen Euro.

Die Aufstellungen aus den Ländern Berlin und Schleswig-Holstein sind die detailliertesten der vier Aufstellungen und vermitteln einen Eindruck davon, in welchen Bereichen durch die Zuwanderung Kosten entstehen. Deshalb haben wir die Tabellen hier übernommen:

Kosten Fluechtlinge Berlin.jpg

Kosten Fluechtilnge SWH


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FlüchtlingsAufenthaltsGewinnler: Der Steuertopf als Beute

Die wichtigste Aufgabe der politischen Opposition besteht darin, die Regierung zu kontrollieren, darin, für Transparenz des Regierungshandelns und Aufklärung z.B. über den Verbleib von Steuergeldern zu sorgen.

Ohne die AfD würde es in Landesparlamenten an Transparenz und Aufklärung darüber mangeln, wie Steuergelder verwendet, besser: verschleudert werden. Und ohne die AfD wäre es nicht möglich, die unglaubliche Menge von Nutznießerorganisationen zu identifizieren (leider ist der Begriff des Schmarotzers ja in Ungnade gefallen. Tatsächlich beschreibt er eine Existenz, deren Streben darauf gerichtet ist, sich von dem zu ernähren, was andere erwirtschaften. Insofern wäre er durchaus sinnvoll), deren einziges Streben darin besteht, Geld aus öffentlichen Töpfen zu erhalten. Denn diese Organisationen, sie leben von Steuergeldern. Ohne Steuergelder gäbe es sie nicht oder nicht in der üppigen Form, die sie derzeit angenommen haben.

Um an das Geld der Steuerzahler zu gelangen, bedarf es eines Anlasses. Der Anlass muss es Politiker erlauben, Steuergelder für das, was man als guten Zweck verkaufen kann, auszugeben und den Organisationen, die darauf gewartet haben, wie der Bandwurm im Verdauungstrakt auf die Speisereste, die Möglichkeit, sich in den Besitz eines Teils der Steuergelder zu bringen. Letzteres erfolg durch einen entsprechenden Antrag, einen Antrag auf die Bewilligung von Fördergeldern durch ein Bundes- oder ein Landesministerium, die Bundes- oder eine Landesregierung.

In dieser Weise wurden in den letzten Jahren Steuergelder für die Gleichstellung von Frauen verschleudert. Nachdem der Hype abgeklungen war, wurden Steuergelder für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben und all den anderen eingebildeten Formen sexueller Orientierung verschwendet. Nachdem auch dieser Hype für die entsprechenden Organisationen immer weniger Ertrag erbracht hat, ist es nun entweder die Bekämpfung von Rechtsextremismus oder Rassismus oder die Flüchtlingsarbeit, die das finanzielle Überleben all der vielen Nutznießerorganisationen sichert.

Dass es möglich ist, sich einen Eindruck über die Verbreitung dieser Nutznießerorganisationen zu machen, über deren schiere, erschreckende Zahl und dass es möglich ist, die hanebüchenen Antragsgegenstände, die im vorliegenden Fall allesamt der Flüchtlingsarbeit gewidmet sind, zu sehen, das verdanken wir André Barth, Abgeordneter der AfD im Sächsischen Landtag. Er hat eine kleine Anfrage gestellt und darin unter anderem danach gefragt, (1) welche Antragsteller im Haushaltsjahr 2015/2016 versucht haben, mit welchen Anträgen an den Labsal sächsischer Steuermittel zu gelangen und (2) welche Antragsteller im Haushaltsjahr 2015/2016 mit ihrem entsprechenden Versuch erfolgreich waren.

Die Logik von Landeshaushalten und die Form der Fragestellung haben zur Folge, dass zum ersten Punkt eine Liste von gestellten Anträgen erstellt wurde, von denen nicht klar ist, ob sie bewilligt und im Haushalt von 2016/2017 enthalten sind. Und sie haben zur Folge, dass die Anträge der im Haushaltsjahr 2015/2016 mit Steuermitteln beglückten Antragsteller nicht aus dem selben Haushaltsjahr stammen müssen. Kurz: Die im folgenden präsentierten Auszüge aus der Antwort der Landesregierung auf die Anfrage des Abgeordneten Barth geben die Realität nur in Teilen wider. Die Realität ist noch viel schlimmer.

sachsen-integrative-massnahmen-1Behandeln wir zunächst die Anträge, die im Haushaltsjahr 2015/2016 gestellt wurden, um an die Landesmittel, die zur Integration, Förderung usw. von Flüchtlingen bereit gestellt wurden, zu gelangen. Da in Sachsen 2017 Wahlen anstehen und die Landesregierung durch Ereignisse in Sachsen eine schlechte Presse hatte, sind die Mittel, die für Integration usw. von Flüchtlingen bereit gestellt wurden, üppig, sehr üppig. Das spiegelt sich in der Zahl derer wieder, die versuchen, an die entsprechenden Mittel zu gelangen.

483 Organisationen, Vereine und Gesellschaften versuchen im Haushaltsjahr 2015/2016 an die Steuergelder sächsischer Steuerzahler zu gelangen, um damit vorgeblich Flüchtlingen etwas Gutes zu tun. Als besonders erfolgversprechend für dieses Ansinnen werden von den Antragstellern offensichtlich Begriffe wie „Integration“ und „Partizipation“ angesehen. Sie fehlen in kaum einem Antrag. „Willkommensbündnis“, „Anlaufstelle“, „Kommunikation“ und „Begegnung“ sind neben „Implementierung“, „Koordinierung“ und „Planung“ weitere Begriffe, die die Erfolgswahrscheinlichkeit des Bemühens, an Steuergelder zu gelangen, nach Ansicht der Antragsteller zu steigern scheinen. Auch sie finden sich in einer auffallenden Häufigkeit. Insgesamt dürsten die Antragsteller nach 29.175.494,52 Euro aus Steuermitteln. Alles, um Flüchtlinge zu integrieren, ihnen eine Anlaufstelle zu bieten, sie zur Partizipation anzuhalten (an was auch immer) und ihnen zu begegnen.

Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass die gestellten Anträge auch nur kursorisch geprüft werden können, so dass man die Hypothese vertreten kann, dass diejenigen Organisationen mit Fördergeldern rechnen können, deren Mitarbeiter in der Landesregierung und ihren Ministerien persönliche Bekanntschaften pflegen. Man kann darüber hinaus die Hypothese aufstellen, dass die Flüchtlinge in vielen Fällen nur einen Vorwand darstellen, um Steuergelder für die Erfüllung des eigentlichen Zwecks einer Organisation zu erhalten. Schließlich kann man aufgrund der Tatsache, dass die Sächsische Aufbaubank prüft, ob die bewilligten Maßnahmen auch sachgerecht durchgeführt wurden, davon ausgehen, dass die entsprechende Prüfung auf Grundlage von Kontoauszügen und Rechnungen erfolgt, nicht jedoch im Hinblick darauf, ob die Maßnahme zur Integration, Partizipation, Beteiligung, Kommunikation, Begegnung, Planung, Implementierung auch nur ansatzweise einen Nutzen für Steuerzahler und Flüchtlinge erbracht hat. Das reicht bereits, um festzustellen, dass es der Landesregierung nicht darum geht, Flüchtlinge zu integrieren, sondern darum eine hohe Euro-Zahl nachweisen zu können, die zeigen soll, wie viel die Landesregierung für Flüchtlinge und deren Integration tut. Je mehr Steuergelder verschwendet werden, umso besser. So will es die entsprechende Logik.

Dass diese Behauptung richtig ist, zeigt sich an einem ersten Ergebnis, das wir bei unserer Inhaltsanalyse der 483 Anträge auf Steuergelder gegen die Behauptung der Flüchtlingshilfe als erschreckendstes Ergebnis erhalten haben. Die Integration von Flüchtlingen oder Migranten in die Aufnahmegesellschaft ist nicht erst seitdem Syrer nach Deutschland fliehen, ein Thema. Tatsächlich gab es erste wissenschaftliche Arbeiten zu „Polish Peasants“ bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Frage, was zur Integration von Migranten in eine Aufnahmegesellschaft beiträgt, ist dabei regelmäßig mit zwei Worten beantwortet worden: ein Arbeitsplatz. Wer als Migrant in eine Gesellschaft kommt, dort eine Arbeit findet und derselben regelmäßig nachgeht, ist schnell und effektiv integriert.

Entsprechend würde man erwarten, dass eine Landesregierung, der es darum geht, Flüchtlinge so schnell wie nur möglich zu integrieren, vor allem Mittel bereitstellt, die der Weiterbildung, Ausbildung, der Arbeitsplatzsuche und der Aufnahme einer Arbeit förderlich sind. Diese Annahme erweist sich schnell als falsch: Unter den 483 Anträgen, die 2015/2016 gestellt wurden, um Flüchtlingen angeblich zu helfen, und im Gegenzug Steuergelder einzustreichen, finden sich mit viel gutem Willen genau 11 Anträge, deren Ziel man mit viel gutem Willen als Ziel ansehen kann, das auf das Humankapital der Flüchtlinge zielt und letztere in die Lage versetzen soll, einen Arbeitsplatz zu finden und ihren Unterhalt aus eigener Kraft zu erwirtschaften, so z.B. das Projekt „Ausbildung von Flüchtlingen in den Bereichen handwerkliche Fähigkeiten und regenerative Energietechnik mit vorgelagertem Deutschkurs“, das von power4africa e.V. aus Dresden angeboten wird. Das Projekt ist eine Ausnahme. Wie gesagt: 11 von 483 (2,3%).

Im Haushaltsjahr 2015/2016 wurden 218 Projekte bewilligt und Steuergelder in Höhe von 6.837.818,49 Euro ausgegeben. hier sieht es nicht anders aus. Keines der 218 Projekte richtet sich explizit auf das Humankapital der Flüchtlinge und soll dazu beitragen, deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

sachsen-integrative-massnahmen-2Das ist nicht nur ein Armutszeugnis, das ist ein Beleg dafür, dass es bei der Vergabe von Mitteln, die angeblich den Flüchtlingen zu Gute kommen, die ihre Chancen in Deutschland Fuß zu fassen, erhöhen sollen, nicht um die Flüchtlinge und deren Chancen geht, sondern um das wirtschaftliche Überleben der Antragsteller, die nur am Steuertropf überlebensfähig sind.

Entsprechend finden wir unter den Antragstellern Organisationen, deren bisherige Finanzquelle aus der Mode gekommen ist und die sich nun nach neuen, sprudelnden Steuerquellen umsehen müssen. Das gilt zum Beispiel für diejenigen, die ihr wirtschaftliches Überleben an die Konjunktur der Themen „Frauen“ oder „Homosexuelle und Anderssexuelle“ geknüpft haben. Sie müssen nun, da die Mittel im Zusammenhang mit Flüchtlingen verteilt werden, ihre Ladenhüter als neue und auf Flüchtlinge zugeschnittene Ladenhüter anpreisen.

So finden wir in der Liste der beantragten Projekte die folgenden Anträge:

  • CSD Dresden e.V. will eine sichere Erstunterkunft für homosexuelle Flüchtlinge schaffen. 134.000 Euro soll es die sächsischen Steuerzahler kosten.
  • Die Deutsch-Asiatische Gesellschaft in Leipzig will eine „Begegnungsstätte für Frauen und deren Kinder aller Religionen, die als Flüchtling und Migranten in die Region kommen“ schaffen. 16.100 Euro vom Steuerzahler sind dazu notwendig.
  • Frauenkultur e.V. aus Leipzig hat sein Angebot auf „vor allem junge Menschen“ erweitert, denen die Möglichkeit gegeben werden soll, sich kennenzulernen und „kulturelle und gesellschaftliche Wissensvermittlung diskursiv, austauschend und nachwirkend“ zu erleben oder zu erdulden. Die Steuerzahler sollen das mit 39.757,66 Euro finanzieren.
  • Die Bürgerinitiative Chemnitzer City e.V. will ein „Frauenbegegnungsprojekt für Mütter aus Flüchtlings-/Migrantenfamilien zur Integration und gleichberechtigten Partizipation dieser Frauen am gesellschaftlichen Leben“ anbieten. Kosten für die Steuerzahler: 10.035 Euro.
  • Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen will, „lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und intersexuelle Flüchtlinge“ betreuen, wobei auch immer. Kosten für die Steuerzahler: 32.077 Euro.
  • Ufuk – für eine Bildung und Integration e.V. wünscht sich 10.640 Euro von sächsischen Steuerzahlern um Frauen mit Migrationshintergrund „zusammenbringen“ zu können.
  • Der Deutsch-russische Künstlerverein „Inspiration Sachsen“ will für nur 4.200 Euro ein „Zusammentreffen von Frauen mit Migrationshintergrund mit engagierten deutschen Frauen“ ermöglichen.
  • Das Frauen- und Mädchengesundheitszentrum MEDEA e.V. aus Dresden will, wenig überraschend ein „interkulturelles Gesundheitsprojekt für Frauen und Mädchen“ durchführen. Kosten: läppische 143.633,05 Euro.
  • Die Antidiskriminierungsstelle Sachsen sieht die Gelegenheit, um 156.150,29 außerplanmäßige Steuereuro einzuheimsen, um damit Flüchtlingen den „wohnortnahen Zugang zu qualifizierter Unterstützung in Diskriminierungsfällen“ zu sichern.
  • Frauen für Frauen e.V. aus Dresden, wollen „Maßnahmen zur Verbesserung der Integration und Partizipation von Frauen mit Migrantionshintergrund“ durchführen. Kosten: 60.140,82 Euro, aufzubringen durch sächsische Steuerzahler.
  • Und, safe the best for last: ZUMBA in Plauen bieten Mädchentanz für, na?, Richtig: „Mädchen mit Migrationshintergrund“ an: 11.988 Euro der Steuerzahler sollen vertanzt werden.

Neben den alten Bekannten im Förderwesen, also den eingetragenen Vereinen, die ohne Geld der Steuerzahler schnell aus dem Vereinsregister verschwinden würden, gibt es noch die Meta-Nutznießer, deren Angebot sich nicht an Flüchtlinge richtet, sondern darauf, diejenigen, die sich vielleicht einmal mit Flüchtlingen beschäftigen, zu qualifizieren, auszubilden, zu rekrutieren oder eine Fachkonferenz durchzuführen. Fachkonferenzen sind überhaupt sehr beliebt. Hier einige Beispiele aus dieser Gruppe derjenigen, die nach Steuergeldern dürsten:

  • Rent Seeking SocietzTreibhaus e.V. aus Döbeln will ehrenamtliche Engagierte erst aktivieren und dann vernetzen. 52.008 Euro und 40 Cents kostet der Spaß die Steuerzahler.
  • Das Kulturbüro Sachsen bietet ein „Projekt“ an, dessen Ziel darin besteht, die „Organisationen, die Hilfe für Flüchtlinge anbieten“ zu unterstützen: 44.842,23 Euro soll das Projekt die Steuerzahler in Sachsen kosten.
  • Die Evangelische Hochschule in Dresden will die Flüchtlingssozialarbeit wissenschaftlich begleiten, wohin auch immer: 220.356,44 Euro kostet der Begleitservice die sächsischen Steuerzahler.
  • Das Zentrum für Forschung; Weiterbildung und Beratung aus Dresden will einen Fachtag ausrichten, der sich „primär an die professionellen Akteure richtet, welche für die Gestaltung und Durchführung der Flüchtlingssozialarbeit in Sachsen zuständig sind“. 21.589,05 Euro kostet der Fachtag die sächsischen Steuerzahler.
  • Gleich eine Fachkonferenz schwebt dem Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur e.V. aus Leipzig vor. 16.300 Euro soll die Fachkonferenz kosten.
  • Für 56.181,75 Euro aus Steuerzahlers Taschen will das Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit e.V. aus Bischofswerda zivilgesellschaftliche Akteure zusammenführen.
  • Sprachwerk e.V. aus Geithain will Arbeitsmaterial für Ehrenamtliche entwickeln. Kosten: 15.150 Steuereuro.
  • Das Institut Beratung, Begleitung und Bildung e.V. aus Pirna will gemeinsam mit Vereinen und Behörden Handlungsempfehlungen entwickeln, die „die interkulturelle Arbeit vor Ort“ stärken sollen. 112.000 Euro sollen die Steuerzahler in Sachsen dafür berappen.
  • Ehrenamtlich engagierte Frauen will die Kirchliche Frauenarbeit der Ev.-Luther-. Landeskirche in Dresden einem Bildungsangebot unterziehen, um deren interkulturelle und soziale Kompetenzen zu stärken. 77.869 Euro kostet das kirchliche Bemühen.

Natürlich haben auch die Professionen der sozial- und psychologisch Engagierten die Flüchtlinge als Grube entdeckt, in der man zwar nicht Gold, aber doch üppige Unterstützung in Form von Steuergeld schürfen kann.

  • Das BootgGmbH Sozialpsychiatrisches Zentrum, Leipzig: 1.092.513,95 Euro für ein „Angebot an Integrationsmöglichkeiten und psychologischer Beratung von seelisch belasteten erwachsenen Menschen mit Migrationshintergrund“
  • Caktus e.V.: 253.296,65 Euro für die „psychologische und soziale Beratung von Flüchtlingen in Sachsen“
  • Mosaik Leipzig e.V.: 547.781,77 Euro für ein „psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge in Sachsen“

Wenn es um die Psyche geht, dann wird geklotzt, nicht gekleckert.

Schließlich gibt es die opportunistischen Antragssteller, die Flüchtlinge als Chance sehen, das, was man sowieso tut, nunmehr als Leistung für Flüchtlinge zu deklarieren und durch Steuerzahler finanzieren zu lassen.

  • von Arnim_„Gemeinsames musizieren, Theater spielen und sich künstlerisch betätigen … unter fachkundiger Anleitung“ (Stadt Riesa): 180.000 Euro.
  • Erarbeitung und öffentliche Aufführung des Theaterstücks „Werther“ mit Migranten (die wohl zum Selbstmord getrieben werden sollen?): 5.000 Euro.
  • DIPETOS Welt der Clowns will gleich zweimal „interaktive Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen“ herstellen: Einmal für 33.526,96 Euro, einmal für 8.080 Euro.
  • Das Zusammenleben e.V. aus Freital will einen Gottesdienst ausrichten: 19.323,35 Euro kostet der Gottesdienst (inkl. Mehrwertsteuer).
  • Outlaw gGmbH sieht die Flüchtlinge als Chance für, … , die Kita, Förderung, integrative Maßnahmen, Willkommen von Kindern usw. gibt es für 318.399,87 Euro; 414.808,32 Euro und für 816.985,24 Euro.
  • 7.200 Euro für ein Willkommensvideo (Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e.V., Leipzig).
  • Willkommenskultur beim Bürgerverein Kolonnadenviertel e.V. in Leipzig ist für 28.198,02 Steuereuro zu haben.
  • Fahrradausbildung für Migranten auf einem Verkehrsübungsplatz (Verkehrswacht Dresden e.V.): 47.614 Euro.
  • Interkulturelle Woche (Das Zusammenleben e.V., Freital): 48.594 Euro.
  • Einheimische und Migranten arbeiten gemeinsam an deutsch-russischen Kulturprojekten (Deutsch-Russisches-Kulturinstitut e.V.): 43.627,52 Euro.
  • Schwim- und Lernkurs für Flüchtlingskinder (Schwimmteam Erzgebirge): 135.600 Euro.
  • Gemeinsame Entwicklung eines integrativen Schätz- und Wissensspiel (Deutsches SPIELEmuseum e.V., Chemnitz): 77,748,22 Euro.
  • Keramikzirkel für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund (Kunstverein terra rossa e.V.): 22.946 Euro.
  • Organisation von Nachtsportangeboten für Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren mit und ohne Migrantionshintergrund (Stadtsportbund Dresden e.V.): 62.716 Euro.
  • Migrantentreffpunkt „Freundschaftsbänder – Fremde werden Freunde“ (Spiel-Spaß-Kindertreff e.V. Familienzentrum Plauen): 27.779 Euro.
  • Anlaufstelle für fussballbegeisterte Jugendliche und Männer [kein Tippfehler] im Alter von 16 bis 35 Jahren (Vogtländischer Fußballclub Plauen e.V.): 10.000 Euro.
  • “Internationaler Garten, in welchem Geflüchtete, Migranten und Deutsche gemeinsam und gleichberechtigt Obst und Gemüse anbauen, sich kennen lernen, zusammen Sport machen und Feste feiern können“ (Buntes Meißen- Bündnis für Zivilcourage e.V.): 47.110 Euro.
  • „Gemeinsames Malen mit Kindern von Flüchtlingsfamilien“ (PALAIS SOMMER gemeinnützige UG, Dresden): 258.842 Euro.
  • „Musikfestival für kulturelle Integration“ (PALAIS SOMMER gemeinnützige UG, Dresden): 846.500 Euro.
  • “Planung und Durchführung eines regelmäßigen Filmprojekts auf großer Leinwand speziell mit und von Geflüchteten (cine/divers, Dresden): 16.590 Euro
  • “Kunstprojekt, um Flüchtlingen berufliche und kommunikative Fähigkeiten zu vermitteln“ (Stewart Tunnicliff, Leipzig Writers e.V.): 8.375 Euro.

Flüchtlinge eignen sich, so muss man nach dieser Zusammenstellung feststellen, trefflich, um instrumentalisiert und zum Steuergeldbeschaffer umfunktioniert zu werden. Alles, was man irgendwie mit Integration, Partizipation, Kennenlernen und Flüchtlingen in Verbindung bringen kann, vom Malen, über das Schwimmen, das Spielen, Filmemachen, das Begegnen und Tanzen und natürlich: Unterstützen und Begleiten, wird genutzt, um den Griff in den Steuertopf zu bewerkstelligen.

Als Gordon Tullock vor mehreren Jahrzehnten sein Buch „Rent Seeking Society“ geschrieben hat, da hat er zwar beschrieben, wie Organisationen und gesellschaftliche Gruppen versuchen, von dem zu leben, was andere erwirtschaften. Das Ausmaß, das diese Nutznießerindustrie zwischenzeitlich in Sachsen (und nicht nur in Sachsen) angenommen hat, dürfte ihn jedoch ebenso überraschen, wie es Hans Herbert von Arnim überraschen dürfte, der vor ebenfalls einigen Jahrzehnten den Staat als Beute der Parteien beschrieben hat. Offensichtlich sind die Parteien dabei, die Beute unter sich und ihren Gesinnungsgenossen aufzuteilen.

Insofern sind Flüchtlinge ein Geschenk des Himmels für all die Nutznießerorganisationen, die ohne Flüchtlinge um das nackte Überleben kämpfen würden.

Das Bild, das man auf Basis einer Analyse der Bewilligung von Maßnahmen, die Flüchtlinge zum Vorwand haben, erhält, weicht nicht sonderlich von dem oben gezeichneten Bild ab. Es ist das Bild von Nutznießung im großen Stil, in so großem Stil, dass der gute alte Begriff des Schmarotzens sich doch immer wieder von selbst aufdrängt. Aber so lange der produktiv arbeitende Teil der Bevölkerung keine Anstalten macht, gegen die freigiebige Verwendung der von ihm erwirtschafteten Steuern zu opponieren, so lange wird man die aufgezeigten Praktiken wohl als Beispiel für FlüchtlingsAufnahmeGewinnler bezeichnen müssen, an dem sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern wird.

Was macht eigentlich der Sächsische Landesrechnungshof?


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Der Wissenschaft einen Bären-Dienst erwiesen: Klaus Bade rezensiert Thilo Sarrazin

Vorweg: Klaus J. Bade ist ein verdienter Migrationsforscher, einer der wenigen alten und kenntnisreichen Professoren, die Deutschland in diesem Feld vorzuweisen hat. Eigentlich hat Bade so viele Verdienste, dass er es nicht nötig hätte, Zugeständnisse an den politisch korrekten Zeitgeist zu machen. Dennoch hat er eine Rezension zum neuen Buch von Thilo Sarrazin  „Der neue Tugendterror“ geschrieben, die aus unserer Sicht besser nicht geschrieben worden wäre.

MigazinDie Renzension, veröffentlicht in „MiGAZIN – Integration und Migration in Deustchland“ ist lang. Wer sie lesen will, muss einige Zeit mitbringen und sich durch das MiGAZIN klicken. Die Renzension, geschrieben von dem Wissenschaftler Klaus J. Bade ist darüber hinaus keine Rezension, denn es fehlen ihr die Kennzeichen, die eine Rezension auszeichnen: die Darstellung von Aufbau und Inhalt des rezensierten Werkes, die Einordnung in das Themenfeld und abschließend eine Abwägung der Stärken und Schwächen des Buches, das rezensiert worden ist.

Die Struktur, die Bade im Buch von Sarrazin gleich zu Anfang seiner Rezension bemängelt, die „so verschachtelt [sein soll], dass der Autor immer wieder mit lästigen langen gliedernden Hinweisen, Ankündigungen und Rückbezügen, den roten Faden hochhalten muss“, diese Struktur fehlt in der Renzension von Bade gleich ganz. An die Stelle der Beschreibung dessen, was man sich zu rezensieren vorgenommen hat, tritt die für Leser höchst ärgerliche ständige Bewertung des Gelesenen. Dementsprechend erfährt jemand, der das Buch von Sarrazin nicht kennt, zwar nicht was Sarrazin schreibt, aber er merkt sehr schnell, wie Bade das, was Sarrazin schreibt, bewertet, etwa wenn er davon schreibt, Sarrazin habe sein Buch „zusammengequält“, vom „beleidigten und beleidigende[n] Autor“ spricht, Sarrazin einen „neokonservativ argumentierenden Möchtegern-Sozialphilosoph[en]“ nennt, ihm „mitunter auch beleidigende Erregungen des stachelmimosigen Angreifers“ unterstellt, die sich dann wohl in „zusätzlichen Scheinbelegen“, „argumentativen Winkelzügen“ und „schwurbelklar“ im Buch des „sture[n] Exeget[en] seiner bekannten Behauptungen“ niederschlagen, der einer „Kultur des Beleidigtseins“ huldigt, seine „Gemeinde demagogisch bestärken möchte“, der als „Kulturrassist …, auf der von ihm selbst erzeugten Woge“ „surft“, und sich als „Martyrer der Wahrheit“ aufspielt und sich seinen Lesern als „dankbarer, nur von ihnen in verschworener Gemeinschaft Geretteter“ andient.

Was bezweckt Bade mit dieser Lawine affektiver Begriffe? Was treibt ihn, Thilo Sarrazin nicht mit Argumenten zu begegnen, sondern mit Emotion, mit affektiver Erregung, die ihn selbst zu dem qualifiziert, was er doch Sarrazin vorwirft zu sein, nämlich zum beleidigten Beleidiger. Die unnötige Verpackung der Rezension in einen Wust von Bewertungen, die den Leser nach kurzer Zeit abstoßen, sofern er auf der Suche nach Information über das Buch von Sarrazin war, wird vor dem Hintergrund, dass sich Bade, der ein Buch geschrieben hat, in dem er die Sarrazin-Debatte zusammenfasst, von Sarrazin übergangen wähnt, peinlich. Mehrfach kommt Bade darauf zurück, dass er in Sarrazins neuem Buch nicht zitiert sei, ja er nutzt seine Rezension des Buches von Sarrazin sogar zu einem „Exkurs in eigener Sache zum Dreifachgift DDD: Diffamierung, Denunziation und Demagogie“

Beim Lesen des so überschriebenen Absatzes stellt sich dem Leser dann zwangsläufig die Frage, in welcher Beziehung der „Exkurs in eigener Sache“ zum „Dreifachgift DDD“ steht, insbesondere wenn Bade abermals beklagt, nicht einmal in einer Fussnote von Sarrazin sei sein Buch genannt, um dann eine Passage aus einem Zeitungsinterview mit Sarrazin zu zitieren, die „schlicht das Gegenteil der Wahrheit“ darstelle und von der er überzeugt ist, dass es zu einem „Shitstorm animieren soll“.

Kritik und GewaltMan hat spätestens hier das ungute Gefühl, dass Bade Sarrazin zu einen mit fast mystischen Kräften ausgestatteten Orchestrierer öffentlicher Meinung aufplustert, der zudem und unterstützt von fiesen Kumpanen wie den Blogs „Politically Incorrect“ oder der „Achse des Guten“ und dem allgegenwärtigen Henryk M. Broder, eine große Zahl tumber und auf jede Äußerung ihres Meistern wartende Riege von Deppen befehligt, die darauf warten, auf den Kriegspfad zu wechseln. Dass Bade sich genötigt sieht zu betonen, dass es zu seinem Buch „eine Flut von durchweg positiven Reaktionen“ gab, obwohl er sich dieser Einheitsfront der, wie er sie nennt, Kulturrassisten gegenüber sieht, verschiebt die Peinlichkeit dann lediglich in die Kategorie der Verschwörungstheorie, deren Existenz man im Kopf eines empirisch tätigen Wissenschaftlers nicht unbedingt vermutet hätte und wenn schon, dann hätte man nicht unbedingt erwartet, dass er sie äußert.

Und über diesen persönlichen Animositäten, Ängsten und Stilisierungen, die die Rezension von Bade kaum lesbar und in Teilen peinlich machen, geht das Wenige verloren, das Bade selbst als Argumente gegen Sarrazin anführt, nämlich, dass die Einwanderungsfakten, die Sarrazin berichtet, falsch sind, weil z.B. „die von ihm andernorts nur als ‚Armutwanderung‘ und damit als Gefahr für den Wohlfahrtsstaat registriert Zuwanderung aus Rumänien (‚Nah- und Mittelost‘) zu knapp der Hälfte aus Qualifizierten und zu fast einem Viertel aus Hochqualifizierten besteht“ oder dass die Äußerungen von Sarrazin über z.B. Muslime weitgehend auf nicht haltbaren Annahmen über Kollektivmentalitäten und entsprechende Verhaltensdispositionen basieren, die die Forschung schon von Jahrhunderten als falsch erwiesen hat.

Es ist schade, dass Klaus J. Bade seine eigenen Argumente derart in einem Meer von persönlichen Angriffen, Einschüben aus persönlicher Kränkung oder aus Ärger ertränkt, und es es vor allem schade, dass er, Wissenschaftler, der er nun einmal ist, seine wissenschaftliche Ausbildung vergisst, und Sarrazins Aussagen nicht mit Fakten und Argumenten zu widerlegen sucht, sondern mit affektiven Behauptungen und zum Teil haarsträubenden Kommentaren, wie sie sich vor allem im hinteren Teil der Rezension finden, der der Auseiandersetzung mit Sarrazins These des „Tugendterrors“ gewidmet ist. Wir zitieren hier eine kurze Passage unkommentiert. Es spricht für sich, dass alles, was Bade zu dem, was Sarrazin schreibt, einfällt, eher in den neuesten Asterix und Obelix gepasst hätte, als in eine ernsthafte Rezension:

„Und so entstand im Reich des „Tugendterrors“, den die Gleichheitsideologie antreibt, ratzfatz „ein recht hermetischer Code des Guten, Wahren und Korrekten, der große Teile der Medienklasse dominiert.“ (S. 35) Das alles hat natürlich auch seine psychologische Note, denn es gibt, besonders beim „Furor der Skandalisierung“, eine „gefühlsgesteuerte Selbstgewissheit bei den beteiligten Medien und der Öffentlichkeit.“ (S. 113) Sarrazin weiß sowas, denn er berichtet ja aus der Sicht des Opfers.

Und noch einen Hieb drauf: Sarrazin raunt, „dass aktuell eine herrschsüchtige, ideologisierte Medienklasse ganz informell und ohne großen Plan zusammenwirkt mit einer opportunistischen und geistig recht wenig profilierten Politikerklasse.“ (S. 183) Das wurde an den geistigen Stammtischen des gebildeten Bürgertums schon immer so geahnt und wird nun endlich von hoher Warte aus bestätigt. Man wird es sich vergrößern und an die Badezimmertüre hängen.

„Der Gleichheitswahn ist zu einer dominierenden Strömung in unserer Gesellschaft und insbesondere in den Medien geworden“, weiß Sarrazin und tritt noch einmal drauf: „Getrieben wird der Gleichheitswahn vom utopischen Überschuss einer Medienklasse, die zu großen Teilen eine komplexe Wirklichkeit, die sie kaum kennt und nur in Bruchstücken versteht, einseitig unter der Brille einer bestimmten moralischen Sicht betrachtet. In der menschlichen Geschichte waren jene immer schon die Schlimmsten, die aus einem Teilverständnis der Wirklichkeit unhaltbare Theorien fütterten und daraus „Erkenntnisse“ zogen, nach denen sie die Welt umgestalten wollten.“ (S. 343) Volltreffer. Mehr geht eigentlich nicht.

TugendterrorAber es gibt noch klarere Positionsbekenntnisse. Hier kommt dann der „Neidfaktor“ ins Spiel, besonders bei diesen schlimmen Journalisten: „Eine ganze Bewusstseinsindustrie in den Medien, bei den Verbandsvertretern und bei allen Politikern mit ‚linker‘ Tradition arbeitet in diese Richtung. Durch unsinnige und tendenziöse Behauptungen verwirren und desinformieren sie jene Mehrheit der Bürger, die mit Zahlen nichts am Hut haben. Dadurch wird dann ein Klima geschaffen, von dem politische Parteien glauben, sie könnten mit Mehrbelastungen für die ‚Reichen‘ bei den Wählern punkten.“ (S. 254) Plump, der Lektor war wohl gerade nicht da.“

Wenn sich Wissenschaftler nur noch durch diese Art von in derogativer Absicht hingeworfenen Kommentaren zu helfen wissen, dann kann man nur Schlimmes erahnen und den Letzten bitten, das Licht auszumachen.

Im Übrigen haben wir auf ScienceFiles einige Netzwerke und Zusammenhänge zwischen Politik und Medien aufgedeckt, die belegen, was Sarrazin behauptet. Nur weil es von Sarrazin kommt, muss es also nicht falsch sein. Und auch wenn man wie wir und wie Bade weiß, dass Sarrazins Thesen über Migration und das Aussterben der Deutschen falsch sind und von keiner empirischen Evidenz gedeckt werden, und auch wenn man Sarrazin wegen dieser Thesen nicht mag, heißt das nicht, dass alles, was von ihm kommt, deshalb falsch sein muss. Gerade von einem Wissenschaftler wie Klaus J. Bade hätte man eine entsprechende Fähigkeit zwischen Person und Aussage zu differenzieren, erwartet.

Und vielleicht hätte man auch erwartet, dass sich ein Wissenschaftler wie Bade die Frage stellt, ob es vielleicht gerade Passagen wie die zitierten sind, die das Buch von Sarrazin Absatz finden lassen oder, anders formuliert, was wohl die Ursache dafür ist, dass Klaus J. Bade und über eine Million anderer Leser, sein erstes Buch gekauft haben.

Der folgende Kommentar stammt von Heike Diefenbach, die während ihrer Zeit an der Universität mehrfach mit Klaus J. Bade zu tun hatte. Der Kommentar wurde von MiGAZIN nicht veröffentlicht. Dort ist anscheinend ein Kulturrassismus oder vielleicht besser: ein Jubelrassismus am Werk, der keine kritischen Stimmen zulässt. Folglich veröffentlichen wir den Kommentar auf ScienceFiles.

sciencefiles„Wie immer man auch zu den Thesen von Sarrazin steht und wo immer seine Thesen durch die Realität wiederlegt werden, und so sehr ich Herrn Bades Lebensleistung in Sachen Migrationsforschung schätze und immer geschätzt habe, so muss man sich von dieser Rezension doch sehr betroffen zeigen, wenn es einem um die Sache und nicht um die Ideologie oder das „Bekennertum“ für das Eine oder das Andere geht. Und ich bin sehr negativ betroffen von dem Stil, in dem die Rezension verfasst ist und davon, dass man aus ihr eher wenig über das Buch erfährt, dafür aber um so mehr darüber, was Herr Bade von Herrn Sarrazin hält. Man beurteilt ein Buch und die in ihm geäußerten Thesen aber nicht danach, was man von dem Autoren hält – das stellt einen logischen Fehlschluss ad hominem dar und ist schlicht keine anständige und gebildete Form der Auseinandersetzung. So ist es z.B. nicht akzeptabel, jemanden in einer Rezension als Möchtegern-Sozialphilosophen zu betiteln, und wenn man das tut, dürfte man sich nicht wundern, wenn man selbst als Möchtegern-Rezensent bezeichnet würde, denn das Verfassen von Rezensionen ist eine Tätigkeit, die einige Verantwortung bedeutet und daher ihre Regeln hat. Sie dient nicht dazu, die eigene Ablehnung der Person des Autoren zu äußern. Und es ist auch völlig egal, ob Herr Sarrazin „Geld machen“ möchte oder nicht; offenbar ist ein Buch, mit dem jemand Geld verdient, stark nachgefragt, und wenn man nicht selbst als beleidigter Polit-Avantgardist gelten will, dann sollte man nicht suggerieren, dass schlecht oder falsch sein muss, was durch die anscheinend dumme Masse nachgefragt wird. Es gibt weiß Gott bessere Argumente gegen Sarrazins Thesen, und Herr Bade hat sie doch auch. Ich verstehe nicht, wie er eine solche ihm unwürdige Rezension verfassen konnte. Als eine langjährige Bewunderin seiner Arbeit bin ich von seinem Text überaus enttäuscht.“

Nachtrag:
Wir wollen unseren Lesern den neuesten Kommentar, selbst wenn (oder gerade weil ?) er etwas schleimig ist, der sich zu Bades Rezension auf MiGAZIN findet, nicht vorenthalten. Er zeigt, dass es nicht darum geht, etwas zu lesen und fair zu behandeln, sondern darum, etwas niedermachen zu können ohne es gelesen zu haben. Die Realität an deutschen Universitäten ist nicht mehr erschreckend, sondern mehr als erschreckend.

Prof. Dr. Birgit Ammann sagt:
26. Februar 2014 um 15:40
Lieber Herr Bade,
vielen herzlichen Dank für diese ausführliche und sorgfältige Rezension!
Wenige Blicke ins Buch, bestätigen zwar den altbekannten Ansatz, vielen von uns fehlt leider die Zeit adäquat auf Herrn Sarrazins neueste Publikation zu reagieren. Gerade auch unseren Studierenden haben wir hiermit etwas zu bieten, was Hand und Fuß hat. Also nochmal allerbesten Dank!

Integration ist, wenn Gebildete einwandern

Kinder und Jugendliche aus MigrantenfamilienDer Titel dieses Posts mag den einen oder anderen verstören. Das ist gewollt, aus Gründen des Mitleidens. Denn Verstörung ist der Zustand, den ich und den vor allem Dr. habil. Heike Diefenbach, die nun seit mehr als 10 Jahren die Expertin für Migrationsfragen und somit für alle Formen der Aufnahme von Migranten in eine authochtone Gesellschaft ist, von Integration über Assimilation bis zu Akkulturation (deutlich belegt im zwischenzeitlich in dritter Auflage vorliegenden Standardwerk zu Migration und Bildung – siehe Abbildung), Verstörung ist, was wir empfunden haben als uns der IAB-Kurzbericht 21/2012 auf den Schreibtisch gekommen ist.

Der IAB-Kurzbericht steht unter der Überschrift „Zuwanderung nach Deutschland“, wurde von Holgert Seibert und Rüdiger Wapler erstellt und beginnt mit der Erkenntnis: „Aus dem Ausland kommen immer mehr Akademiker“. Weil die Aussage des Kurzberichts bereits in den ersten Sätzen in genau der Weise zusammengefasst ist, die einem auf den Kalender und vor allem auf das Jahr blicken und irritiert feststellen lässt, dass man tatsächlich im Jahre 2012 und nicht zwei Jahrhundertwenden früher lebt, seien sie hier komplett zitiert:

„In den vergangenen Jahren befanden sich immer mehr Akademiker unter den Neuzuwanderern nach Deutschland und immer weniger Personen ohne berufliche Ausbildung. Zugleich kamen mehr Zuwanderer aus den 27 EU-Ländern als noch wenige Jahre zuvor. An den Integrationsproblemen Deutschlands ändert dieser Zustrom qualifizierter Einwanderer allerdings nur wenig, da er im Verhältnis zur Zahl der bereits hier lebenden Migranten kaum ins Gewicht fällt“.

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Oh, Du selig machende Unkenntnis, ist es nicht erfrischend? Da mühen sich Soziologen, Ethnologen, Anthropologen, Politikwissenschaftler, Kulturwissenschaftler, Psychologen und viele viele andere über Jahrzehnte mit dem Konzept der Integration und zwei Mitarbeiter aus dem IAB lösen alle Probleme, die sich bei den genannten Anstrengungen ergeben haben, im Handstreich. Integration ist, wenn Gebildete, nein Akademiker, einwandern. Perfekte Integration liegt vor, wenn z.B. Migranten aus der Türkei sich auf die Kategorien „mit akademischem Abschluss“, „mit Berufsausbildung“, „ohne Abschluss“ und „in Ausbildung und Studium“ in genau den Anteilen verteilen, wie dies für die deutsche Bevölkerung „ohne Migrationshintergrund“ der Fall ist. Ja.

Wenn sich also Deutsche (ohne Migrationshintergrund) wie Türken aus 15% Akademiker, 55% mit Berufsausbildung, 10% ohne Abschluss und 20% in Ausbildung oder Studium zusammensetzen, dann ist die Integration in erster Instanz gelungen. Wenn die entsprechenden Deutschen (ohne Migrationshintergrund) und Türken dann auch noch „ausbildungsadäquat“ beschäftigt sind, dann ist die Integration auch in zweiter Instanz erfolgreich. Das behaupten die Herren Seibert und Wapler, und, ja, was soll man dazu sagen? Einiges, wenn sich die Verstörung gelegt hat.

Beginnen wir doch einfach mit der Feststellung, dass zwischen Aggregatdaten und Individualdaten ein Unterschied besteht. Aus der Tatsache, dass gut 13.000 und somit rund 0.000016% der Deutschen im Jahr 2010 mit vaskulärer Demenz diagnostiziert wurden, lässt sich kein Schluss darüber ziehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Holger Seibert oder Rüdiger Walper an vaskulärer Demenz erkranken werden oder erkrankt sind. Zwischen dem Aggregatdatum und dem Individualdatum vermittelt nichts. Das ist bei Gruppenanteilen nun einmal so. Zudem ist „Integration“ ein Begriff, der einen Prozess beschreibt, der unter bestimmten gesellschaftlichen Randbedingungen abläuft, aber individuell zu durchlaufen ist. Integriert ist immer Cem Ö. nie die Türken aus Köln Wesseling. Entsprechend macht es keinerlei Sinn, einen Anteilsvergleich zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zur Grundlage einer Aussage über „Integration“ zu machen. Es sei denn, man will zur Stereotypisierung von gesellschaflichen Gruppen beitragen.

Damit nicht genug, hängen die beiden Autoren doch einem Konzept von „Integration“ an, das man in der vorgestellten Weise in keiner wissenschaftlichen Publikationen vorfinden kann. Für Seibert und Wapler besteht Integration, wie oben bereits zitiert, im Zuzug von Akademikern. Eine neuartige Form der Operationalisierung, wenngleich damit gesagt wird, dass rund 80% der Deutschen ohne Migrationshintergrund, alle die keine akademische Ausbildung haben, als nicht integriert anzusehen sind. Das scheinen die Autoren zu bemerken und entsprechend modifizieren sie ihre Vorstellung von Integration dahingehend, dass Integration vorliegt, wenn im Hinblick auf z.B. den Anteil von Akademikern und die ausbildungsadäquate Berufstätigkeit, Migranten mit Deutschen ohne Migrationshintergrund identisch sind. Auch das ist eine neuartige Form der Operationalisierung von Integration und all die Forscher, die sich mit spezifischen Verhaltensweisen, spezifischen kulturellen Bräuchen oder spezifischen Essgewohnheiten beschäftigt haben, um damit dem Konzept der Integration näher zu kommen, stehen da, wie dumme Schuljungen, die alles verkomplizieren müssen, wo es doch so einfach ist.

Integration_w480Thinking about „dumme Schuljungen“, da fällt mir eine Beobachtung ein, die wir regelmäßig gemacht haben, seit wir nach England ausgewandert sind, und zwar immer dann, wenn wir bei Tesco einkaufen. Es begann damit, dass uns die Abteilung mit dem Caribbean Food in Verzückung versetzt hat, schnell gefolgt von der Unzahl pakistanischer, indischer und was ist das Adjektiv für Bangladesh? also Nahrungsmittel aus Bangladesh eben. Dann kamen viele Polen nach England und plötzlich gab es die Abteilung mit polnischen Nahrungsmitteln. Warum ich das erzähle? In Deutschland gibt es türkische Läden, aber keine Abteilung mit Türkischen Lebensmitteln bei Spar oder Rewe. Kulturen bestehen nebeneinander, es findet keine Integration, ja Integration statt. Integration liegt nämlich genau nicht vor, wenn ein Migrant von einem Autochtonen ununterscheidbar ist. Dann liegt Assimilation vor (zum Begriff der Integration: Berry 1997, 1990, 1980). Integration liegt dann vor, wenn Merkmale der Aufnahmekultur und Merkmale der Migrantenkultur eine Verbindung eingehen. Deshalb spricht man in den USA von einem melting pot der Kulturen, die verschiedenen Einwandererkulturen gingen eine Verbindung ein und haben sich gegenseitig beeinflusst – das ist Integration! Jedenfalls ist das die Art und Weise, in der der Begriff Integration in der Wissenschaft gebraucht wird, und wenn ich die Herren Seibert und Wapler richtig verstanden haben, dann ist es diese Wissenschaft, als deren Mitglieder sie sich darstellen wollen. Dazu ist es jedoch notwendig, das Grundwerkzeug von Wissenschaft zu beherrschen. Das fängt bei den Begriffen an und endet bei der wissenschaftlichen Methode, und in diesem Hinblick muss ich noch anfügen, dass wir seit nun mehreren Jahrzehnten über den ökologischen Fehlschluss hinweg sind, der darin besteht, dass man Zusammenhänge auf Aggregatebene findet und sie auf die Individualebene überträgt, ganz so, als bestünde kein Unterschied zwischen Fritz Pauswänger und Bayern.

Literatur

Berry, John W. (1997). Immigration, Acculturation and Adaptation. Applied Psychology 46(1): 5-68.

Berry, John W. (1990). Psychology of Acculturation. In: Berman, John J. (ed.). Cross-Cultural Perspectives. Lincoln: Nebraska University Press, pp.201-234.

Berry, John W. (1980). Acculturation as Varieties of Adaptation. In: Padilla, Amado M. (ed.). Acculturation. Theory, Models and Some New Findings. Boulder: Westview, pp.9-25.

Bildnachweis:
National Museum of Australia