“Sag’ nein zu Deutschland” – Begründeter Diebstahl

Der folgende Flyer wird derzeit u.a. in Halle als Ersatz dafür angeboten, dass ein intoleranter Mitmensch, dem ein Deutschlandfähnchen am Auto eines anderen, also dem das Eigentum eines anderen nicht gefallen hat, dieses Fähnchen entfernt also gestohlen hat. Wie immer, wenn Intolerante am Werk sind und Übergriffe auf normale Menschen ausführen, haben sie einen gaaanz tollen Grund dafür.

Die Deutschlandfahne, so lesen wir, sie produziere Nationalismus, sie stehe für deutsche Identität, beides, so muss man wohl schließen, ist den intoleranten Fähnchenentfernern ein Dorn im Auge. Denn, so erklären sie, Nationalismus grenze aus, Nationalismus verblende, Nationalismus beherrsche und töte.

Das kommt dabei heraus, wenn Minderbemittelte sich zu Missionaren aufschwingen und es beweist, Linke sind dümmer als der Durchschnitt der Bundesbürger.

Zunächst einmal tun Ismen überhaupt nichts.
Auch Nationalismus tut nichts.
Handeln können immer nur Individuen.

So wie die intoleranten Linken handeln, wenn sie ein Deutschlandfähnchen stehlen. Sie stehlen, nicht die Idiotie oder der Aberwitz, die sie im Griff zu haben scheinen, stiehlt.

Sodan sind Gegenstände keine Akteure.

Ein Fähnchen tut nichts und steht für nichts. Die Bedeutung, die ein Fähnchen annimmt, die muss ihm zugeschrieben werden, z.B. von linken Spinnern, die denken, ein harmloses Fähnchen, das drei Farben vorzuweisen hat, stehe für Nationalismus. Dafür steht es – soweit wir feststellen können – ausschließlich im Hirn der linken Intoleranten, die es quasi als Form der Leuterung für ihre schlimmen nationalistischen Gedanken, bei anderen entfernen müssen.

Schließlich ist die Gegenüberstellung von Nationalismus, der für „viele Menschen fatale Konsequenzen“ (fett gesetzt) haben soll und der deutschen Identität, die diese „fatalen Konsequenzen“ erst möglich macht und den guten Migranten, nein MigrantInnen natürlich, der Gipfel der Dummheit. Wenn man Nationalismus, der durch Grenzen ausgrenzt und über die deutsche Identität und die daraus angeblich folgenden nationalen Interessen wirken soll, beseitigt, dann beseitigt man damit auch die lieben Migranten, nein „MigrantInnen“, deren sich die Linken so gerne annehmen, die sie hätscheln und drücken wollen, die für sie dieselbe Rolle spielen, wie sie der Orientalismus für die Verklemmten an der Wende zum 20. Jahrhundert gespielt hat: Sie ermöglichen Dominanz- und Überlegenheitsgefühle und das braucht der linke Mensch. Er muss sich überlegen fühlen, so überlegen, dass er andere zu belehren können glaubt, deren Eigentum zu stehlen können glaubt, denn er, der linke Mensch, er ist im Vollbesitz alles Guten und Richtigen und bar jeden Zweifels, er ist der wahre Narr, der seine eigene Dummheit für Überlegenheit hält.

Denn: Wenn man Nationalismus und nationale Identität beseitigt, dann gibt es natürlich auch keine Migranten mehr. Von wo nach wo sollten die Identitätslosen denn wandern, wenn es keine nationalen Grenzen, die den Nationalismus erst möglich machen, mehr gibt. Und wenn es keine Migranten mehr gibt, wen umsorgen dann Linke, für wen setzen sie sich ein, auf wen schauen sie herunter, wem sehen sie sich überlegen an und wer gibt ihnen dann einen Lebenssinn im Dämmer ihrer geistigen Umnachtung?

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


ScienceFiles-Spendenkonto

Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Klammheimliche Aufrüstung: Bundeswehr wird zum Söldnerheer umgebaut

Die Verteidigungsausgaben sind seit 1989 dramatisch gesunken, von 2,7% des Bruttosozialprodukts auf 1,2% des Bruttosozialprodukts im Jahr 2016. Die Lücken, die diese Reduktion gerissen hat, sind offenkundig in Hubschraubern, die nicht fliegen und Panzern, die nicht fahren.

Eigentlich wären, um die Bundeswehr in eine schlagkräftige Armee zu verwandeln, erhebliche Ausgaben und eine entsprechende Erhöhung des Verteidigungsetats notwendig. Man kann sich den gesammelten Aufschrei von SPD, Grünen und LINKE, der mit einer erheblichen Erhöhung des Verteidigungsetats verbunden wäre, lebhaft vorstellen.

bundeswehr-logo-karriere-mit-zukunftWeil im Bundeskanzleramt zwischenzeitlich aber größere Brötchen gebacken werden sollen und die Ära Merkel wohl auch militärisch als „Wir sind wieder wer“-Ära in die Geschichte eingehen soll, deshalb hat man sich im Verteidigungsministerium etwas ausgedacht, was eigentlich intellektuelles Eigentum der NATO ist, aber macht ja nichts: Das Rahmennationenkonzept oder Framework Nations Concept.

Zu diesem Konzept findet sich in der deutschen Presse so gut wie kein Eintrag, und die Einträge, die sich finden, sind so gehaltlos, dass es nicht möglich ist, das, was sich hinter dem Framework Nations Concept verbirgt, zu verstehen. Auch bei der NATO übt man sich eher in sprachlicher Vernebelung:

“Under NATO’s Framework Nation Concept, smaller armies can integrate their capabilities into an organizational structure provided by a larger ‘framework’ nation.”

Tatsächlich handelt es sich bei dem Rahmennationenkonzept um den Aufbau eines Söldnerheeres, einer Legionärstruppe, bei der Fehlstellen in der Bundeswehr durch Einheiten und Ausrüstung kleinerer Länder, die für sich genommen, kein Gewicht in die Waagschale werfen können, aufgefüllt werden. So wurde gerade die schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr um die 81. Rumänische Panzerbrigade ergänzt und die 10. Panzerbrigade der Bundeswehr um die 4. Brigade der schnellen Eingreiftruppe der Tschechischen Armee aufgestockt. Auf diese Weise wurden bereits in der Vergangenheit u.a. Söldner aus den Niederlanden in die Bundeswehr integriert.

5 Armee StalingradDie Aufstockung der Bundeswehr um Einheiten aus anderen Ländern soll Deutschland die Schlagkraft verleihen, zu der die Bundeswehr aus eigener Kraft nicht in der Lage ist und der deutschen Stimme innerhalb der Nato mehr Gewicht verleihen und natürlich soll der Ausbau der Bundeswehr durch die Aufnahme von Söldnern die Diskussion im Bundestag umgehen, die notwendig ausbrechen würde, wollte die Bundesregierung ihre Armee durch eine offene und keine verdeckte Aufrüstung besser stellen.

Die Zusammenarbeit mit der Rumänischen Armee kann immerhin auf historische Vorbilder verweisen. Nichtzuletzt waren 500.000 rumänische Soldaten am Unternehmen Barbarossa beteiligt, dem Überfall auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Nationalismus: infantiler Kampfbegriff

Plastikwörter nennt Uwe Pörksen jene Bestandteile der deutschen Sprache, die allgegenwärtig zu sein scheinen, ständig benutzt werden und von denen dennoch kaum bekannt ist, was sie eigentlich bezeichnen. Solidarität ist ein solches Wort. Nationalismus ein anderes.

Poerksen PlastikwoerterNationalismus und Solidarität, sie wirken nicht über ihren Inhalt, sondern über die Vorstellung, die man damit verbindet. Solidarität, der Begriff, den Linke so gerne im Mund führen, er zeigt an, dass man gut ist, solidarisch eben. Solidarisch sein ist kein Problem. Es bedarf einer verbalen Bekundung, zuweilen auch eines kleinen Spaziergangs durch ein paar Straßenzüge. Mehr nicht. Solidarisch kann man anstrengungslos sein.

Nationalismus wirkt auf der affektiven Ebene ähnlich, jedoch ist sein affektiver Gehalt umstritten, d.h. eigentlich ist er nicht umstritten, denn Nationalismus ist böse. Das scheint die Losung zu sein, die für den öffentlichen Diskurs an Medien aller Art ausgegeben wurde. Die entsprechende Umsetzung reicht von dem Motto „Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“, über die absurde Verbindung von Deutschlandfahnen und Nationalismus bis zur Bezeichnung der AfD als nationalistische Partei.

Jenseits des Versuches, Worte nicht mehr über ihren semantischen Gehalt, sondern über ihre affektive Ladung zu definieren, stellen wir hier einmal die Frage: Wir wird Nationalismus definiert?

Die erste Antwort, die noch wenig über den Inhalt von Nationalismus aussagt, sie lautet: Nationalismus ist eine latente Variable. Denn: offensichtlich gibt es Nationalismus nicht bei Lidl zu kaufen, man kann ihn nicht trinken, nicht verdauen, man kann ihn nicht abwiegen oder als Ablagerung im Herzen eines Menschen feststellen. Nationalismus ist schlicht nicht existent in der materiellen Welt. Nationalismus ist ein ideelles Konzept, das, wie Gott oder die Wirkung von heilenden Steinen davon lebt, dass man daran glaubt.

Nun gibt es Sozialwissenschaftler, die angetreten sind, Nationalismus dingfest zu machen, also den Glauben an Nationalismus, wie ihn ein Teil der Bevölkerung haben mag. Zu diesem Zweck wird Nationalismus zunächst einmal als Verbundenheitsgefühl mit der eigenen Nation bestimmt. Das macht ihn nicht greifbarer, aber es macht ihn operationalisierbar, denn von einem Verbundenheitsgefühl kann man sich überlegen, wie es sich äußert und auf welche Objekte es sich richtet. Matthias Mader hat sich dies in einem Beitrag für die Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie überlegt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es eine Reihe von Objekten und Verbundenheit auslösenden bzw. ausdrückenden Indikatoren gibt.

Diese hier:

  1. Stolz auf die Art und Weise, wie die Demokratie funktioniert.
  2. Stolz auf die sozialstaatlichen Leistungen in Deutschland.
  3. Stolz auf die gerechte und gleiche Behandlung gesellschaftlicher Gruppen.
  4. Wichtig für Deutschsein: In Deutschland geboren.
  5. Wichtig für Deutschsein: Kenntnis der Sitten und Gebräuche.
  6. Wichtig für Deutschsein: Vorzug für deutsche Filme im Fernsehen.
  7. Wären Menschen in anderen Ländern wie Deutsche, die Welt wäre besser.
  8. Deutschland ist ein besseres Land als andere Länder.

Finden Sie sich wieder, als Nationalist?

Tatsächlich finden sich oben drei Dimensionen von Nationalismus: 1-3 stellen die Operationalisierung von patriotischem Nationalstolz dar. Da sich dieser Nationalstolt auf die Demokratie richtet oder den Sozialstaat, wird er von Mader positiv bewertet. Anders die folgenden beiden Dimensionen. 4-6 sind Ausdruck einer völkisch-kulturalistischen Haltung und entsprechend … Na? Negativ. Richtig. Das Adjektiv „völkisch“ bringt das Negative deutlich zum Ausdruck. Schließlich findet sich in 7 und 8 reiner Chauvisnismus, wie Mader befindet, denn wer denkt, ein deutsches Wesen ist anderen überlegen, ist ein Chauvinist, ein deutscher Chauvinist.

Die drei Dimensionen von Nationalismus machen mehrerlei deutlich: Zum einen ist Stolz nur im Hinblick auf das erlaubt, was unter Leuten, die einer bestimmten ideologischen Ausrichtung angehören, positiv besetzt ist: Demokratie, Sozialsysteme und Gleichheit, zum anderen ist es aus dieser ideologischen Ecke heraus undenkbar, dass man aus anderen als niederen Motiven der Ansicht sein könnte, in Deutschland geboren zu sein, deutsche Sitten und Gebräuche zu kennen oder wertzuschätzen, sei für die Bestimmung „deutsch“ wichtig oder dass es tatsächlich jemanden geben könnte, der deutschen Filmen im Fernsehen den Vorzug geben will (so unwahrscheinlich es auch ist). Entsprechend steht die Bewertung dessen, was man messen will, am Anfang der Messung, was deutlich zeigt: Hier wird nicht das Konzept des Nationalismus operationalisiert, hier werden die eigenen Stereotype und Bewertungen davon, was Nationalismus sein soll, operationalisiert – damit Nationalismus aus der eigenen ideologischen Ecke heraus negativ bewertet werden kann.

Hätte ein Angehöriger eines anderen ideologischen Lagers versucht, Nationalismus zu operationalisieren und messbar zu machen, er wäre zu gänzlich anderen Indikatoren gelangt und zu einer gänzlich anderen Bewertung der entsprechenden Indikatoren.

Ergo ist Nationalismus ein Konzept, das man nicht (mehr) deskriptiv fassen kann. Sofern es jemals ein deskriptives und damit ein nützliches Konzept war, hat es in der öffentlichen Diskussion der letzten Jahre solchen Schaden genommen, dass man es nicht mehr verwenden kann, es sei denn, man verfolgt als Wissenschaftler keine deskriptive, sondern eine normative Zielsetzung, will also nicht Forschen was ist, sondern entweder beklagen, was ist oder vorgeben, was sein soll. Weder das Beklagen von Zuständen noch die Normierung dessen, was sein soll, ist Wissenschaft. Ersteres gehört in den Bereich von Ideologie und Politik und, Letzteres ist reine Ideologie.

Entsprechend kann man zu keinem anderen Urteil als dem kommen, dass Nationalismus, wie viele andere Begriffe, z.B. der Begriff der Solidarität oder der Begriff der sozialen Gerechtigkeit, nurmehr politischer Kampfbegriff ist, der keinerlei sinnvolle inhaltliche Bestimmung mehr erfahren kann. Er gehöret in den Bereich der Wortmagie, denn diejenigen, die sie verwenden, hoffen, bei den Adressaten entweder panisches Erschrecken oder verbale Liebkosung auszulösen. Da die Kommunikation unter Erwachsenen eine Argumentation bzw. den Austausch von Begriffen mit einem kognitivem Gehalt voraussetzt, ist die weite mediale und vermeintlich wissenschaftliche Verwendung der entsprechenden Plastikwörter oder Kampfbegriffe – wie Nationalismus oder Solidarität – nichts anderes als ein neuerlicher Beleg für die Infantilisierung der deutschen Gesellschaft.

Mader, Matthias (2016). Stabilität und Wandel der nationalen Identität in der deutschen Bevölkerung. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Online Publication.


Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

0:2 – Die FPÖ ist schuld an der Niederlage gegen Ungarn

Wie kann es sein, dass die österreichische Nationalmannschaft, die „so glanzvoll durch die Qualifikation gestürmt“ ist „eine bittere Niederlage“ ausgerechnet gegen den „Erzfeind“ Ungarn „hinnehmen musste?

Wir haben die wissenschaftliche Literatur und vor allem die Äußerungen von wissenschaftlichen Experten und Forschern in den Printerzeugnissen der unabhängigen und keiner Partei verpflichteten Presse analysiert und sind zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen:

Die FPÖ ist schuld!

Die FPÖ vergiftet nicht nur das österreichische Klima und schafft nicht nur den Nährboden, auf dem Nationalismus, Chauvinismus, Faschismus, Antisemitismus, Antifeminismus, Extremismus, Rechtsextremismus, Patriotismus, Sexismus, Sophismus und Dilettantismus gedeihen, nein, sie schafft auch den Nährboden dafür, dass das passsichere Spiel der Österreicher, das sie nach Frankreich geführt hat, im Dadaismus des fehlenden Spielplans versinkt, der Optimismus der Spieler, der die Österreicher nach Österreich getragen hat, zum Obskurantismus wird, der fast schon in einen Pazifismus gegenüber den Ungarn ausartet, für die wiederum Stoizismus und ein Spritzer Fundamentalismus ausreicht, um den Österreichern den Schneid abzukaufen. 2.0 für Ungarn. Wir sind ohne weiteren Neologismus.

Nun ist, wie wir alle wissen, Nationalismus Gift für Optimismus. Nationalismus erzeugt patriotischen Dadaismus, hat Anti-Pazifismus im Schlepptau und somit in letzter Konsequenz Stoizismus, der in den Defätismus führt und deshalb hat die Österreichische Nationalmannschaft den Status des Obskurantismus erreicht.

Für alle, die es nicht verstanden haben, noch einmal in kurz:

Die FPÖ ist schuld.

Die dargestellte Kausalkette genügt allen Kriterien die öffentlich-institutionalisierte „Forscher“ wie Hajo Funke oder andere Wutakademiker als Anspruch an eine Erklärung erheben. Mehr noch, die Kausalkette kann mit wissenschaftlichen Ergebnissen untermauert werden:

Motivation Crowding Out
Nationalspieler, die für ihre Nation und die Ehre und natürlich nicht für das Geld, das sich damit verdienen lässt, oder dafür, den eigenen Marktwert zu erhöhen, Fussball spielen, ihre intrinsische Motivation wird durch die extrinsische Drohung, als Parteigänger der FPÖ betrachtet zu werden, wenn man für seine Nationalmannschaft ein Tor schießt und dasselbe auch noch feiert, vollkommen zerstört. Lieber schießen die entsprechenden Spieler kein Tor, als dass sie sich als Nationalisten vereinnahmen und am Ende noch in die Gefahr begeben, als Torschütze für ihr Land bezeichnet zu werden.

Rational Choice
Der Ruf Österreichs ist durch die Erfolge der FPÖ bei der letzten Präsidentenwahl sowieso schon in Rechtslage gekommen. Fußballspieler, die die Verpflichtung fühlen, ihr Land vor Nationalismus, Chauvinismus, Faschismus, Antisemitismus, Antifeminismus, Extremismus, Rechtsextremismus, Patriotismus, Sexismus, Sophismus und Dilettantismus, naja, vielleicht nicht gerade Dilettantismus zu bewahren, haben entsprechend nur eine rationale Wahl: Verlieren. Die ausgelassenen Feierlichkeiten, die angesichts eines Sieges zu erwarten sind, die aufgeschaukelte Hysterie der nicht einmal der Wiener Schmäh mehr Herr wird, sie geraten schnell aus allen Fugen und führen dazu, dass ausgelassene, in Landesfahnen gehüllte Nationalisten, Chauvinisten, Faschisten, Antisemitisten, Extremisten, Rechtsextremisten, Partrioten, Sexisten und Sophisten auf Österreichs Straßen Autokorsoen veranstalten, die die öffentliche Ordnung zum Erliegen bringen und die Aufmerksamkeit der Welt wieder auf den Nationalismus, Chauvinismus, Faschismus, Antisemitismus, Antifeminismus, Extremismus, Rechtsextremismus, Patriotismus, Sexismus, Sophismus und Dilettantismus der Österreicher lenkt.

Anomie
Egal, was man als Fußballspieler tut, man spielt der FPÖ in die Hände. Ein Sieg und die Nationalisten (und all die anderen) stürmen den Prater in Freude. Eine Niederlage und die Nationalisten (und all die anderen) stürmen den Prater im Ärger. Die Wahl zwischen Scylla und Charybdis, sie hat dasselbe Ergebnis, zu dem auch Buridans Esel gekommen ist: Verhungern zwischen zwei Mahlzeiten bzw. Verlieren nach zwei Halbzeiten.

Oder in Kurz:

Die FPÖ ist schuld.


Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise

Grüne Jugend: Deutsche Fahnen sind böse

Was hat nationalistisches Gedankengut mit Fahnen zu tun?
Bei der Grünen bzw. der grünen Grünen Jugend in Rheinland-Pfalz scheint man es zu wissen:

 

Wer Fahnen nicht runter, sondern rauf tut, der zeigt damit nationalistisches Gedankengut, so meint es das grüne Gedankengut, der Grünen Jugend aus Rheinland-Pfalz.

Vielleicht hilft es der Diskussion und vor allem der grünen Grünen Jugend, wenn wir zunächst die Frage beantworten, was Nationalismus eigentlich ist, denn der Nationalismus ist ja die Grundlage des “nationalistischen Gedankenguts”, das der grünen Grünen Jugend nicht gefällt.

Hans-Ulrich Wehler, bei dem man früher oder später immer ankommt, wenn man sich mit Nationalismus auseinandersetzt, definiert Nationalismus wie folgt:

Wehler Nationalismus“Nationalismus soll heißen: das Ideensystem, die Doktrin, das Weltbild, das der Schaffung, Mobilisierung und Integration eines größeren Solidarverbandes (Nation genannt), vor allem aber der Legitimation neuzeitlicher politischer Herrschaft dient … Nation soll heißen: jene zuerst ‘gedachte Ordnung’, die unter Rückgriff auf die Traditionen eines ethnischen Herrschaftsverbandes entwickelt und allmählich durch den Nationalismus und seine Anhänger als souveräne Handlungseinheiten geschaffen wird. Daher führt die Auffassung, dass die Nation den Nationalismus hervorbringt, in die Irre. Umgekehrt ist vielmehr der Nationalismus der Demiurg [der Weltenschöpfer (bei Platon)] der neuen Wirklichkeit.” (Wehler, 2007: 13)

Nationalismus ist also die treibende Kraft, die Nationen wie Deutschland erst möglich gemacht hat. Das Hambacher Fest, das viele Linke so gerne feiern oder für ihre Zwecke benutzen, es war zutiefst ein nationalistisches Fest, bei dem Deutschland geschaffen werden und die Vielfürsterei überwundern werden sollte. Die Nation “Deutschland”, der Solidarverband dessen Mitglieder sich auf bestimmte Institutionen, Regeln und Ordnungskriterien verständigt haben, z.B. eine Verfassung, die die politische Ordnung regelt, ein Strafgesetzbuch, das die pönale Ordnung regelt, einen Satz ethischer und moralischer Überzeugungen, der das Miteinander regelt, sie alle sind in ihrer typisch deutschen Ausstattung ein Ergebnis des entsprechenden Nationalismus, ohne den es Deutschland nicht gäbe.

Zu den Regeln der deutschen Nation, der deutschen Solidarordnung gehört auch, dass Institutionen wie die grüne Grüne Jugend von Steuerzahlern finanziert werden. Da die grüne Grüne Jugend Probleme mit nationalistischem Gedankengut hat, Nationalismus aber gerade die Legitimation der Solidarregel: “Wir finanzieren die Jugendverbände der politischen Parteien” ist, sollte die grüne Grüne Jugend aus Rheinland-Pfalz die Konsequenz ziehen und in Zukunft auf die öffentliche Finanzierung, die aus nationalistischem Gedankengut heraus erfolgt (was schon dadurch auch für den letzten Begriffstutzigen erkennbar ist, dass die grüne Grüne Jugend und nicht der Jugendverband der British National Party von deutschen Steuerzahlern finanziert wird), verzichten.

Das wäre ehrlich und konsequent.

beakerAber die grüne Grüne Jugend in Rheinland-Pfalz ist weder ehrlich noch konsequent, wie zu befürchten steht. Also werden sie weiterhin auf Kosten der Steuerzahler leben und weiterhin der Öffentlichkeit ihre Unkenntnis, die an Dummheit grenzt, zumuten.

Die grüne Grüne Jugend aus Rheinland-Pfalz, sie ist ein Indikator für eines der derzeit größten Probleme der deutschen Demokratie: Steuergelder werden nicht eingesetzt, um das Humankapital der Besten und Intelligentesten zum Nutzen aller zu kaufen, sie werden dazu eingesetzt, den letzten Naiven und Dummen dafür zu finanzieren, dass er die Öffentlichkeit mit seiner Unkenntnis belästigt und in vollkommener Selbstüberschätzung meint, er könne von anderen etwas verlangen oder fordern, z.B. von Fußballfans, dass sie ihre Fahnen runter nehmen.

Denn die Fahnen sind für die grüne Grüne Jugend Ausdruck eines nationalistischen Gedankenguts. Unkenntnis gepaart mit Essentialismus, geronnen in der Meinung, eine Stange und ein Lappen aus Stoff, habe eine eigene Existenz, sei Ausdruck von etwas und nicht etwa Symbol für etwas, das von Menschen gedeutet werden muss, ergibt eine explosive Mischung, die zu intellektueller Implosion führt.

Belgien flagUnd damit sich die grüne Grüne Jugend nicht das Wenige, was an freiem Denken bei all dem Nachplappern essentialistischer Einfachheit und dem damit verbundenen Anschleimen übrig geblieben ist, vollkommen zerstört, schlagen wir als Lektion für die Europameisterschaft vor: einfach wegschauen, wenn eine deutsche Fahne geschwenkt wird oder einfach denken, der schwarz-rot-goldende Stoff hat weder etwas mit Hitler noch mit Horst Wessels zu tun, sondern mit der Freude von Fussballfans und außerdem ist es die Belgische Fahne, in falscher Anordnung und Richtung.

Wenn die grüne Grüne Jugend aus Rheinland-Pfalz bei schwarz-rot-goldenen Fahnen an – ja an was eigentlich? – denkt, dann ist das ihr Problem.


Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise
Translate »
error: Content is protected !!