Lust an Auseinandersetzung oder Frust durch Auseinandersetzung? – ScienceFiles Primärforschung

Stammleser wissen, auf ScienceFiles gibt es immer einmal wieder die Gelegenheit, an Primärforschung teilzunehmen, dabei mitzumachen, Wissenschaft live zu erleben.

Dr. habil. Heike Diefenbach hat eine Skala entwickelt, mit der Konfliktorientierung gemessen werden soll, also die Art und Weise des Umgangs mit anderen, der Diskussionsstil, die Form, in der Auseinandersetzungen geführt werden.

Wenn man derzeit verfolgt, in welcher Weise politische Akteure oder Journalisten keine Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner führen, dann muss man feststellen, dass eine Analyse der Konfliktorientierung überfällig ist. Dies insbesondere, weil anzunehmen ist, dass die Unfähigkeit, einen normalen Umgang mit dem politischen Gegner zu pflegen, die politische Akteure oder Journalisten zur Schau stellen, für die Bevölkerung nicht repräsentativ ist.

Vielmehr erwarten wir, dass die, die man gewöhnlich normale Bürger nennt, eine Konfliktorientierung haben, die deutlich von der, der genannten Akteure abweicht.

Wie so oft, wenn es in Deutschland darum geht, wie es sich mit normalen Bürgern verhält oder wenn sich eine Frage auf einen Gegenstand richtet, der nicht im politischen oder ideologischen Mainstream zu finden ist, gibt es keinerlei wissenschaftliche Forschung dazu.

Es gibt nicht einmal ein Messinstrument, mit dem man untersuchen könnte, welche Konfliktorientierungen in Deutschland gegeben sind.

Dr. habil. Heike Diefenbach will dies ändern.
Zu diesem Zweck hat sie eine Skala entwickelt, die aus einer Reihe von Aussagen besteht. Erfahrene ScienceFiles-Befragungsteilnehmer kennen es schon, jede Aussage ist mit einer Reihe von Antwortalternativen versehen, aus allen Aussagen errechnen wir dann nach Abschluss der Befragung eine Skala der Konfliktorientierung.

Wir bitten unsere Leser, zahlreich an der Befragung teilzunehmen und auf diese Weise dabei mitzuwirken, dass eine weitere Lücke der Forschung in Deutschland geschlossen werden kann.

Um an der Befragung teilzunehmen, bitte einfach hier klicken.

Bundestagswahl 2017: Mehrheit sieht Grüne/B90 an 5%-Hürde scheitern

Bereits am 5. März 2017 haben wir unsere Bundestags-Wahlprognose für die Grünen/B90 veröffentlicht. Unsere Vorhersage: Die Grünen und ihr anhängendes Bündnis schaffen es nicht in den neuen Bundestag. Das Grüne Gewächs ist am verwelken.

In die gleiche Richtung weist auch das Ergebnis einer Befragung unter unseren Lesern. “Schaffen es die Grünen/B90 in den nächsten Bundestag?”, so haben wir unsere Leser gefragt. 3.816 Leser haben sich an unserer Befragung beteiligt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Grünen/B90 fallen durch. 74,7% erwarten einen Grünenfreien neuen Bundestag, nur 25,3% sind der Ansicht, die Nachfolger von Otto Schily und Joschka Fischer würden auch nach dem 24. September im Bundestag sitzen.

Mehrheit ist überzeugt: Hitler hat keinen Selbstmord begangen

Wenn es das Ziel des Geschichtsunterrichts in Deutschland war, Schülern den Glauben an die Gewissheit zu vermitteln, dass Hitler den 2. Weltkrieg für sich durch einen Selbstmord beendet hat, dann hat dieser Geschichtsunterricht in weiten Teilen versagt.

Dies zeigt eine Befragung, die wir auf ScienceFiles durchgeführt haben.

Neue Dokumente, die von den Geheimdiensten der Alliierten nach und nach und zuweilen auch auf Wink mit dem „Freedom of Information Act“ freigegeben werden, zeigen, dass selbst die Alliierten und noch lange Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Zweifel an der offiziellen Selbstmord-Version hatten. Tatsächlich sind der britische und der US-amerikanische Geheimdienst noch mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs jedem Hinweis darauf, dass Hitler gesehen worden sein soll bzw. dass ihm die Flucht nach Argentinien gelungen sein soll, mit viel Manpower nachgegangen. Das tut man nicht, wenn man weiß, dass die Nachforschungen sinnlos sind, weil der angeblich Gesehene seit dem 30. April 1945 nicht mehr am Leben ist.

Wie dem auch sei, die Mehrheit der 2080 ScienceFiles-Leser, die an unserer Befragung teilgenommen hat, ist nicht der Meinung, Hitler habe Selbstmord verübt. 54% (1.119 Leser) zweifeln an der offiziellen Version, die 21% (441 Leser) für richtig halten. Eine große Zahl von Lesern weiß schlicht nicht, wem sie folgen soll: der offiziellen Version oder den Zweifeln daran. 488 Leser (23%) geben an, dass sie nicht wissen, ob Hitler Selbstmord verübt hat, wie die offizielle Geschichtsschreibung behauptet, oder nicht. 32 Leser (2%) haben uns ihre eigenen, zum Teil elaborierten Gedanken darüber mitgeteilt, wie Hitler die Flucht – bei manchen bis in die Antarktis – gelungen ist.

SF Hitler Selbstmord

87% sehen Spiegel und Stürmer auf der selben Wellenlänge

Gestern haben wir unsere Leser gefragt, ob sie einen Unterschied zwischen dem Spiegel und dem Stürmer sehen. Hintergrund der Frage ist das Spiegel-Cover, das Donald Trump mit IS-Fanatikern gleichsetzt und ihn zeigt, nachdem er die Freiheitsstatue geköpft hat. Für viele Leser sind mit diesem Cover nicht nur eine Geschmacks und eine Anstandsgrenze überschritten, dieses Cover zeigt für sie auch, dass Spiegel und Julius-Streichers Stürmer nichts mehr trennt.

stuermer-spiegel-trumpVon den 1.056 ScienceFiles-Lesern, die bislang an der Befragung teilgenommen haben, sind 401 (38%) der Ansicht, es gebe keinen Unterschied zwischen dem Stürmer und dem Spiegel. 518 (49%) sind gar der Ansicht, der Spiegel sei schlimmer als der Stürmer. 114 ScienceFiles-Leser (11%) sind der Ansicht, man könne den Spiegel nicht mit dem Stürmer vergleichen, und 23 (2%) Leser haben eigene Gedanken zu unserer Befragung formuliert, z.B.: „Das Layout im Spiegel ist besser“, „Der Spiegel ist teurer“ oder „Der Spiegel nähert sich dem Stürmer“.

Damit ist das Votum im Hinblick auf das Spiegel-Cover, das Anlass für unsere Befragung war, eindeutig. Mit dem Cover, so die Meinung von 87% der ScienceFiles-Leser, macht sich der Spiegel mit dem Stürmer gemein, schon weil die Methoden in beiden Blättern dieselben sind, geht es doch nicht darum, Informationen und Argumente bereit zu stellen, auf deren Grundlage sich Leser von Spiegel oder Stürmer ein eigenes Urteil bilden können, sondern darum, den Lesern das Urteil gleich mitzuliefern, sie zu framen. Im Dritten Reich war die affektive Botschaft, die gänzlich ohne Begründung vom Stürmer verteilt wurde. Die Juden sind unser Unglück. Die Meldung, die der Spiegel mit seinem Trump-Cover verbreiten will, lautet wohl: Donald Trump ist unser Unglück. Wie beim Stürmer gibt es keinerlei Begründung.

Damit teilen Spiegel und Stürmer das Ziel, ihre Leser affektiv anzusprechen und die Abneigung gegen Donald Trump bzw. Juden zu schüren. Beide Ziele sind keine statthaften Ziele eines ernsthaften Journalismus, es sind faschistoide Ziele eines ideologisch verbrämten Journalismus, der jede Informations- und Argumentationsfunktion aufgegeben hat. Auch deshalb ist das Spiegel-Cover ein Symbol für die Armseligkeit, die Journalismus in weiten Teilen in Deutschland zur Schau stellt und für die offenen Versuche, Stimmung gegen Personen zu machen, als Surrogat dafür, dass die entsprechenden Personen derzeit dem Zugriff der Spiegel- oder Stürmer-Häscher entzogen sind.

spiegel-und-stuermer

Was wir in diesem Zusammenhang vermissen, ist die Aufregung im Justizministerium. Heiko Maas, der keine Gelegenheit ausgelassen hat, sich gegen vermeintlich rechte Hate-Speech zu positionieren, hat nicht einem Mucks von sich gegeben, um das Cover des Spiegels als das, was es ist, zu bezeichnen: Der Ausdruck von Hass und einzig dazu intendiert, affektive Stimmung gegen Donald Trump zu machen, etwa in der Weise, wie man Stimmung macht, um einen Lynchmob zusammenzutrommeln, ein Unterfangen, das in Deutschland eine lange Tradition hat und am 9. November 1938 erstmals mit großem Erfolg und nach jahrelanger Vorbereitung auch oder gerade im Stürmer inszeniert wurde.

Keiner der Politiker [wer einen kennt, die Kommentarfunktion ist offen], die ihre besorgten Gesichter zu Gedenkveranstaltungen am Tag der Reichskristallnacht aufsetzen, hat ´den Mut aufgebracht, das Spiegel-Cover als die hasserfüllte Geschmacklosigkeit zu verurteilen, die es ist. All diejenigen, die wilde Phantasien darüber verbreitet haben, wie durch Gedankenflug eine Pegida-Demonstration zu brennenden Asylbewerberheimen geführt haben soll, scheinen die entsprechenden Phantasien zu vergessen, wenn es um den Spiegel und sein Trump-Cover geht. Und die selben Politiker sind die ersten die wollen, dass Schüler aus der Geschichte lernen.

Wie wäre es, die gegen Hate Speech Engagierten gingen mit gutem Beispiel voran und würden aus der Geschichte lernen, jener Geschichte, die zeigt, dass dann, wenn Anstandsgrenzen überschritten werden und dann, wenn affektive Stimmungsmache an die Stelle rationaler Argumentation tritt, in Deutschland alles möglich ist, auch ein Holocaust.

63% rechnen mit Wahlfälschung bei der Bundestagswahl 2017

Wenn politische Systeme an Legitimität bei ihrer Bevölkerung verlieren, dann ist dies, je nach System, schlecht oder sehr schlecht.

Verlieren totalitäre System an Legitimität, dann muss die Schraube des staatlichen Zwangs zur Gleichförmigkeit und Angepasstheit angezogen werden, u.a. dadurch dass die Anzahl der staatlichen Überwacher, die dafür sorgen, dass die staatlichen Vorgaben auch unwidersprochen umgesetzt werden, z.B. im Hinblick auf ein Verbot bestimmter Aussagen oder auf die Umsetzung eines Fünfjahresplans, erhöht wird.

talmon-totalitaere-demokratieVerlieren demokratische Systeme an Legitimation, dann hat dies entweder zur Folge, dass das politische Establishment ausgetauscht wird, oder es hat zur Folge, dass die Demokratie zum offen oligarchischen System mutiert und sich langsam aber sicher in Totalitarismus transformiert. Indikatoren für Letzteren sind z.B. eine Ausweitung staatlicher Überwachung und Kontrolle, zumeist unter dem Vorwand, die Bevölkerung oder die Jugend vor Furchtbarem schützen zu müssen. Ein weiterer Indikator dafür, dass demokratische Systeme eine Transformation zum oligarchischen und totalitären System durchmachen ist ein immer größerer Wasserkopf, der immer mehr Bürger in eine komplette finanzielle Abhängigkeit von ihrem Staat bringt, entweder als Empfänger staatlicher Almosen (Transferzahlungen genannt) oder als Begünstigte staatlicher Erziehungs- und Überwachungsprogramme. Ein größer werdender Wasserkopf hat schließlich zur Folge, dass der Schutz des Eigentums aufgeweicht und letztlich beseitigt wird. Da Besteuerung über kurz oder lang nicht mehr ausreicht, um das Herr der Staatsdiener zu versorgen, werden immer ausgefeiltere Techniken ersonnen, um an das Ersparte bzw. das Eigentum von Bürgern, die noch nicht zu 100% von ihrem Staat abhängig sind, zu gelangen. Kurzfristige Solidaritätsabgaben, die ihre Kurzfristigkeit nach 27 Jahren in eine Dauerhaftigkeit umgewandelt haben, sind hier ebenso beliebt, wie die Erfindung neuer Abgaben und Steuern, mit denen verhindert werden kann, dass es sich Bürger leisten können, eine Existenz unabhängig von ihrem Staat zu führen.

Kurz: Eine Demokratie in Transformation, die sich in ein totalitäres System verwandelt, ist dadurch gekennzeichnet, dass Bürger immer weniger Raum haben, um ein selbstbestimmtes Leben zu leben, immer weniger Geld, um ein selbstbestimmtes Leben zu finanzieren und immer weniger Gelegenheit, ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Und dies alles führt zu einer weiteren De-Legitimation des politischen Systems.

Und damit sind wir bei der Befragung, die wir vor einigen Tagen auf ScienceFiles durchgeführt haben.

Ein Maß dafür, wie groß das Ausmaß der De-/Legitimation eines demokratischen politischen Systems bereits ist, ist das Ausmaß an Vertrauen, das Bürger, demokratischen Prozessen entgegenbringen. Wahlen sind der zentrale Prozess in parlamentarischen Demokratien wie der deutschen, schon weil Bürger ansonsten keine Gelegenheit haben, sich zumindest symbolisch einzubilden, sie hätten einen Einfluss auf das Geschehen in ihrem Land. Entsprechend wichtig ist es für das politische Establishment, auf eine demokratische Legitimation durch Wahlen verweisen zu können, Wahlen, an denen die Mehrzahl der Bevölkerung teilgenommen hat, und Wahlen, die den regierenden Parteien unter denen, die gewählt haben, eine Mehrheit beschwert haben.

Damit Wahlen als Legitimationsmittel taugen, ist es wichtig, dass die Bürger glauben, bei Wahlen ginge alles mit rechten Dingen zu. Entsprechend kann man die Ansicht, bei Wahlen würde geschoben und Wahlergebnisse würden gefälscht, als einen, wenn nicht den Indikator für die Legitimation bzw. De-Legitimation eines demokratischen politischen Systems ansehen.

Und so haben wir unsere Leser folgende Frage gefragt:

Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass das Ergebnis der Bundestagswahl 2017 gefälscht werden wird?

753 Leser von ScienceFiles haben sich an der Befragung beteiligt. Das Ergebnis ist recht eindeutig: 63% sind der Meinung, das Ergebnis der Bundestagswahlen 2017 werde sehr wahrscheinlich (34%) bzw. wahrscheinlich (29%) gefälscht werden. 16% halten es für unwahrscheinlich, dass das Ergebnis gefälscht werden wird, 15% für sehr unwahrscheinlich.

This slideshow requires JavaScript.

Auf Basis dieses Ergebnisses muss man von einer De-Legitimation des politischen Systems Deutschlands ausgehen. Wenn nur mehr 31% der Ansicht sind, bei Wahlen ginge alles mit rechten Dingen zu, dann ist der Karren schon sehr weit in den Dreck gefahren.

Aber, so können wir die ewigen Einwänder schon hören, das Ergebnis ist ja gar nicht repräsentativ. Erstens, ist die Behauptung, das Ergebnis sei nicht repräsentativ, das, was man im Englischen einen red herring nennt, mit dem versucht werden soll, ein Ergebnis auf Basis einer schlichten und noch dazu unbegründeten Behauptung zu diskreditieren (Ob unser Ergebnis die Kriterien, die gemeinhin erfüllt sein müssen, damit von „Repräsentativität“ gesprochen werden kann, erfüllt, weiß außer uns niemand). Zweitens haben wir zum Mythos der Repräsentativität, den wir schon mehrfach auseinander genommen haben, nicht mehr zu sagen, als das, was wir bereits dazu gesagt haben. Drittens, ist es nur von Politikern aus totalitären Systemen bekannt, dass sie Ergebnisse, wie das unsrige, vom Tisch wischen und für irrelevant erklären, denn: Politiker in totalitären Systemen interessieren sich nicht für die Meinung ihrer Bürger, sie interessieren sich dafür, dass Bürger den politischen Vorgaben folgen, tun sie es nicht, wird eben Zwang angewendet.

Anhand der drei Punkte und der Reaktionen auf unser Ergebnis dürfte es sehr leicht sein, das Stadium der Transformation von Demokratie nach Totalitarismus, in dem sich Deutschland befindet, festzustellen.

Zur weiteren Lektüre und zur Wahrscheinlichkeit von Wahlbetrug bzw. Wahlfälschung bei vergangenen Wahlen: Wahlbetrug aus wissenschaftlicher Sicht.

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar