ScienceFiles Wahlprognose: Große Koalition mit knapper Mehrheit; Afd bei 15,5%

Zur Bundestagswahl 2013 haben wir unser ScienceFiles-Fuzzy-Wahlprognose-Tool erstmals zum Einsatz gebracht und es geschafft, den Ausgang der Bundestagswahl besser vorherzusagen als dies Infratest Dimap für die ARD gelungen ist.

Auch zur Bundestagswahl 2017 haben wir unser Fuzzy-Tool wieder im Einsatz. Dieses Mal haben wir uns bemüht, das Tool zu verbessern:

Wir haben dieses Mal keine eigenen Daten erhoben, sondern uns der Daten von Infratest Dimap, Allensbach, Forsa und der Forschungsgruppe Wahlen bedient. 

Der Datensatz umfasst alle Umfragen, in denen seit der letzten Bundestagswahl 2013 die Sonntagsfrage gestellt wurde. Insgesamt haben wir 405 Einzelbefragungen mit jeweils acht Datenpunkten also 3.240 Datenpunkte als Grundlage unserer Prognose.

Für die Prognose haben wir langfristige Effekte berücksichtigt, die man aus der Nebenwahltheorie, die Rainer Dinkel in Deutschland bekannt gemacht hat, ableiten kann.

Wir haben die Gewichtung, die die Umfrageinstitute vornehmen, in Rechnung gestellt und unsere Ergebnisse um diesen Gewichtunsgfaktor bereinigt.

Wir haben eine abnehmende Parteibindung und einen Verlust von Stammwählern bei CDU, SPD und Grünen in der Prognose berücksichtigt.

Schließlich haben wir einen Mobilisierungsfaktor berechnet, in der Annahme dass es der AfD besser als anderen Parteien gelingt, Unterstützung unter bisherigen Nichtwählern zu gewinnen.

Und hier unser Ergebnis:

Der nächste Bundestag wird sich aus sechs Fraktionen konstituieren (sofern die CSU keine eigene Fraktion gründen will). Die Grünen, die Daten sind hier leider eindeutig, werden nach unserer Prognose im nächsten Bundestag vertreten sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie es nicht sind, liegt bei 25%. Die FDP und die LINKE sind bei uns mit 10,5% der Stimmen gleichauf, die AfD wird mit 15,5% drittstärkste Fraktion im neuen Bundestag. Die SPD erreicht keine 20% und die CDU/CSU wird mit 34,5% deutlich unter dem Ergebnis von 2013 bleiben, als noch 41,5% die CDU oder die CSU gewählt haben (Die Gewinn- und Verlustrechnung im Vergleich zur letzten Bundestagswahl findet sich unten).

Das spannende an unserem Ergebnis ist: Eine große Koalition hat nur noch eine knappe Mehrheit. CDU/CSU und SPD kommen auf nurmehr 52,5% der Stimmen. Um sich auf eine komfortable Mehrheit im Bundestag stützen zu können, bräuchten CDU/CSU und SPD somit einen Juniorpartner.

Als Juniorpartner stehen die AfD, die FDP und die LINKE zur Verfügung. Die Faktion von Bündnis90/Grüne wird im nächsten Bundestag in zu geringer Zahl vertreten sein, um als Mehrheitsbeschaffer in Frage zu kommen.

Unser Tipp für das nächste Kabinett Merkel, das keine volle Legislaturperiode überdauern wird (das ist die zweite Prognose im selben Post!), ist eine Regierung aus CDU/CSU, SPD und FDP.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Der andere Wahl-o-Mat: Behauptung und Wirklichkeit der Parteiendarstellung

Jeder kann auf Grundlage des Wahl-o-Mats, den die Bundeszentrale für politische Bildung bereitstellt, herausfinden, welche Partei in ihren Wahlaussagen am besten zu seinen eigenen Präferenzen passt. Bei uns ist das z.B. die Partei der Vernunft.

Wenig verwunderlich.

Mit Wahlaussagen verbindet sich jedoch dasselbe Problem, das sich mit anderen Werbeslogans verbindet. In wie weit man das, wofür man das Produkt „CDU“ wählt, nach der Wahl auch bekommt, ob die Qualität des Produkts „CDU“, die Grundlage der Kaufentscheidung für die CDU war, auch dem entspricht, was das Produkt „CDU“ nach der Wahl liefert, ist eine offene Frage und eine sehr bedeutende Frage, denn die Kaufentscheidung in der Wahlkabine kann man nicht rückgängig machen, gewählte Parteien, weil sie sich nach der Wahl als etwas entpuppen, das man, hätte man es vor der Wahl gewusst, nicht gewählt hätte, kann man nicht zurückgeben oder umtauschen, ja man hat nicht einmal Ansprüche auf Schadensersatz, wenn das Produkt „CDU“ oder das Produkt „SPD“ oder welches gewählte Parteiprodukt auch immer, sich im eigenen Leben durch Nachteile und Schäden im mehrstelligem Eurobereich niederschlägt.

Deshalb sollte man die Wahlentscheidung nie dem überlassen, was Parteien vor Wahlen behaupten, dass es wichtige Themen für sie seien, sondern dem, was für Parteien tatsächlich wichtige Themen sind. Wir haben uns die Webseiten der sieben Parteien, die den derzeitigen Bundestag bevölkern bzw. den nächsten bevölkern werden, vorgenommen und die dort gespeicherten Dateien Themenbereichen zugeordnet. Auf Grundlage dieser Analyse kann man ein klares Bild darüber gewinnen, welche Themen den entsprechenden Parteien wichtig sind, wichtiger als andere, welche gar keine Rolle spielen und entsprechend in Wahlprogrammen nur als Lippenbekenntnisse zu lesen sind.

Die folgenden Analysen basieren auf 106.120 Files, die auf den sechs Homepages zu finden sind. Für diese 106.120 Files haben wir untersucht, welche Themen sie behandeln und eine für jede Partei getrennte Rangreihe der 10 wichtigsten Themen berechnet. Der folgenden Tabelle kann also entnommen werden, welche Themen für die jeweiligen Parteien besonders wichtig sind. Hinter jedem Thema steht in Klammern eine Zahl, die die relative Bedeutung dieses Themas für die jeweilige Partei angibt. Die Analyse ist deskriptiv. Entsprechend muss bei der Interpretation berücksichtigt werden, dass z.B. mit dem Thema „Kapitalismus“ bei der FDP andere Aussagen verbunden sind als bei den Grünen. Man muss also die ideologische Ausrichtung in Rechnung stellen.

Hier also die Top Ten der Themen:

Wer hätte gedacht, dass die CSU sich als die Partei entpuppt, bei der dem Thema „Frauen“ die meiste Bedeutung zugemessen wird? Oder Bündnis90/Grüne als Partei, die Freiheit intensiv thematisiert. Man muss bei den Ergebnissen natürlich in Rechnung stellen, dass die Analyse deskriptiv ist. Dass die CSU das Thema „Frauen“ (hoffentlich) unter anderen Vorzeichen diskutiert als es z.B. die Grünen tun und dass die Grünen, wenn sie Freiheit thematisieren, anderes im Schilde führen als die FDP muss daher im Hinterkopf behalten werden.

Wenn man der Ansicht ist, dass Flüchtlinge und deren Integration zu den Themen gehören, die die größten Herausforderungen für die nächsten Jahren darstellen, dann ist es verblüffend, dass das Thema „Flüchtlinge“ überhaupt nur von vier der sieben Parteien (AfD, CSU, FDP und Bündnis90/Grüne) thematisiert wird. Alle anderen Parteien meiden das Thema oder sind wohl der Ansicht, die Angelegenheit könne ausgesessen werden oder erledige sich von selbst.

Gemessen an der Anzahl der Nennungen ist “Wirtschaft“ das wichtigste Thema der AfD und der LINKE. Es folgen Flüchtlinge und Freiheit bei der AfD als zweit- und drittwichtigste Themen und Kapitalismus und Arbeitslosigkeit bei der LINKE. Interessant an der Darstellung ist neben der relativen Wichtigkeit der Themen auch deren unterschiedlichen Verbreitung. So kommt Arbeitslosigkeit unter den Top-10 der Parteien nur bei der CDU (9) und der LINKE (3) vor. Für die SPD zeigt sich die hohe Bedeutung, die dem Themenkomplex Gleichstellung/Gerechtigkeit/Frauen zugewiesen wird. Die Bedeutung von Bildung und Rente ist vor diesem Hintergrund zu sehen. Freiheit rangiert für die FDP und die Grünen an erster Stelle, wobei das Thema „Freiheit“ bei den Grünen häufig thematisiert wird, um Eingriffe in dieselbe zu rechtfertigen, während bei der FDP Freiheit zumeist als universeller Wert thematisiert wird. Vergleicht man die Bedeutung einzelner Themen über deren relative Wichtigkeit, dann ergibt sich eine weitere Ebene der Interpretation. So steht Bildung in der Hierarchie der AfD an vierter Stelle, in der der CSU an dritter Stelle. Dennoch ist die relative Wichtigkeit für beide Parteien (12,4 : 12,5) ungefähr gleich. Für die LINKE zeigt sich, dass Rechtsextremismus zwar nur Platz 8 der Rangliste belegt, aber mit einem Faktor von 4,7 weit wichtiger für die LINKE ist als dies Frauen auf Rang 4 als Thema für Bündnis90/Grüne sind.

Jeder Leser kann anhand der Top-10 entscheiden welche Partei mit der Bedeutung, die sie einzelnen Themen tatsächlich zuweist, seiner Hierarchie der Themen am nächsten kommt. Dabei ist es auch interessant zu berücksichtigen, welche Themen für alle Parteien so gut wie keine Rolle spielen. So sind Erwerbstätigkeit und Altenpflege keine Themen, die die Parteien interessieren. Der relative Wichtigkeitsscore, den wir berechnet haben, variiert bei der Altenpflege von 0,0 bis 0,3, bei der Erwerbstätigkeit zwischen 0,0 und 1,1. Es gibt eben eindeutige Präferenzen bei den einzelnen Parteien. Ob diese Präferenzen mit den Präferenzen übereinstimmen, die er als Wähler hat, muss jeder selbst entscheiden.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Wahlprognosen: Zahlentricks mit Gewichtung

Man kann sich kaum mehr retten, vor den wöchentlichen Prognosen darüber, wie die Bundestagswahl 2017 wohl ausgehen wird. Die Prognosen der letzten Wochen haben dabei alle gemeinsam, dass der Anteil der AfD-Wähler zu- und der der SPD-Wähler abnimmt. Ob diese Zu- bzw. Abnahme eine Anpassung an die Realität ist, die die Befragungsinstitute vornehmen, um am Wahlabend nicht zu dumm da zustehen oder einen Trend repräsentiert, den sie in ihren Daten finden, ist eine Frage, die wir nicht wirklich beantworten können (oder wollen).

Fest steht allerdings: Passen die Meinungsforschungsinstitute ihre Prognosen derzeit an, dann hätten sie die ganze Zeit versucht, die AfD herunter und die SPD hinauf zu rechnen, ist dem nicht so, dann gibt es derzeit einen Trend zur AfD, der wohl eher ein Trend, weg von den etablierten Parteien als irgend etwas anderes ist, wie wir schon vor langer Zeit dargelegt haben.

Zentral für alle Zahlen, die wir in den letzten Wochen als Wahlprognose um die Ohren gehauen bekommen haben, ist die Gewichtung der Daten. Alle Meinungsforschungsinstitute gewichten ihre Daten, d.h. die Ergebnisse, die der Öffentlichkeit präsentiert werden, sind nicht die tatsächlichen Ergebnisse, die eingegangen sind, sondern Ergebnisse, die auf Grundlage der tatsächlichen Ergebnisse errechnet wurden.

Diese Datenmanipulation wird damit gerechtfertigt, dass die Stichproben, die Meinungsforschungsinstitute ziehen, also die 1000 bis 2000 Wahlberechtigten, die sie befragen, häufig verzerrt sind und entsprechend begradigt werden müssen. Das macht man gewöhnlich im Hinblick auf bekannte Verteilungen in einer Grundgesamtheit.

Nehmen wir an, der tatsächliche Anteil der 18- bis 25jährigen Wähler an allen Wählern betrüge 8%, in der Stichprobe kämen aber nur 6% 18- 25jährige Wähler an, dann wird aus der Differenz ein Gewicht berechnet und die 18- bis 25jährigen, die in der Stichprobe vorhanden sind, werden mit dem Faktor 1,34 multipliziert. Auf diese Weise erhoffen sich Meinungsforschungsinstitute ihre krummen Ergebnisse zu begradigen.

Nun ist das Alter nur einer der sogenannten Gewichtungsfaktoren. YouGov, das Institut, das am transparentesten in seiner Vorgehensweise ist, gewichtet die Daten, die letztlich die Wahlprognose abgeben, nach dem Alter und der formalen Bildung der Befragten, nach deren Parteibindung, nach deren politischem Interesse und nach deren Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2013. Alle Meinungsforschungsinstitute machen das auf diese oder eine ähnliche Weise. Aber die anderen verschweigen, wie genau sie es machen.

Auf Grundlage der Angaben von YouGov kann man darstellen, wie die Annahmen darüber, welche Variablen letztlich die Wahl 2017 determinieren, die Prognose, die der Öffentlichkeit präsentiert wird, beeinflussen.

Wie sich eine kleine Veränderung bei den Annahmen auswirkt, zeigen wir am Beispiel des Wahlverhaltens von 2013. Gewichte sind immer relative Maße. Deshalb haben wir zunächst einmal berechnet, welche Gewichte genutzt werden, um aus den tatsächlichen Daten zur Wahlprognose zu gelangen. Hier das Ergebnis:

  • CDU/CSU: 0,958849
  • SPD: 0,801818
  • Die Linke: 0,795789
  • Bündnis90/Grüne: 0,600876
  • FDP: 1,628308
  • AfD: 1,796667

In dieses Gewicht geht unter anderem die Angabe von Befragten ein, welche Partei sie bei der letzten Bundestagswahl gewählt haben. Wie eine klitzekleine Änderung in der Gewichtung die Wahlprognose beeinflusst, das zeigen wir jetzt in aller Kürze und auf Grundlage der Schätzung für die AfD. Für die AfD bilden 4% den Ausgangswert als Anteil bei der Bundestagswahl 2013, der in die Berechnung der Gewichts zur Errechnung der Wahlprognose für 2017 eingeht. Wir haben diese 4% um ein halbes Prozent auf 4,5% erhöht. Herausgekommen ist das Folgende:

 

Die kleine Änderung hat eine große Wirkung nach sich gezogen. Die AfD steigt von 11% auf 16%, während CDU/CSU, SPD, Grüne und Sonstige verlieren. Weitere Gewinner sind die Linke und die FDP, so dass die neue Wahlprognose am Ende fast der Prognose entspricht, die wir bereits vor einiger Zeit abgegeben haben.

Die dargestellte Veränderung basiert darauf, dass wir den Anteil der AfD bei der letzten Bundestagswahl um 0,5% erhöht haben und den Gewichtungsfaktor, den wir oben dargestellt haben, auf Grundlage dieses halben Prozent aufs Neue berechnet und zur Vorhersage des Wahlausgangs genutzt haben.

Wahlprognosen spiegeln nicht die Wirklichkeit wieder. Sie sind das Ergebnis der Annahmen, die Meinungsforschungsinstitute darüber machen, wie vergangene Wahlen zukünftige Wahlen beeinflussen und welche Gewichtungsfaktoren relevant sein könnten. Wie wir gezeigt haben, sind die Auswirkungen, die bereits eine geringe Veränderung in den Annahmen nach sich zieht, erheblich, so erheblich, dass man Meinungsumfragen lediglich als valide Quelle dafür ansehen kann, welche Interessen in den entsprechenden Forschungsinstituten die Ergebnisse beeinflussen.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Endlich: MLPD macht Ressourcen der Erde unendlich

Das folgende Wahlplakat ist keine Fälschung und kein Fake. Wir haben es geprüft. Es findet sich unter den Vorlagen, die die MLPD/Internationalistische Liste zu 45.000 Stück allein in Nordrhein-Westfalen verteilen will. Es zeigt, wie Dummheit und Marxismus-Leninismus eine symbiotische Beziehung zueinander unterhalten:

Wenn Sie bislang nicht gewusst haben, warum sozialistische und kommunistische Systeme (der Unterschied zwischen beiden ist, trotz aller Anstrengungen derer, die ihn gerne herbeireden wollen, minimal bis nicht vorhanden und letztlich ist die Unterscheidung nur einer Laune von Stalin geschuldet) bislang immer gescheitert sind, warum am Ende jeden Versuches, die proletarische Herrschaft zu etablieren, also die Herrschaft einer kleinen Clique, die von sich behauptet, sie würde für die Proletarier sprechen, ein verarmtes und heruntergewirtschaftetes Land stand, dann wissen Sie es jetzt:

Erzeugerpreise rauf,
Verbraucherpreise runter

Weil es so schön dumm ist …

So einfach ist die sozialistische bzw. kommunistische Welt. Nun ist beides ja nicht unabhängig voneinander. Wenn der Erzeugerpreis für Kartoffeln angehoben wird, sagen wir um einen Euro, dann muss irgendwer diesen einen Euro aufbringen. In der sozialistisch-kommunistischen Traumwelt, in der sich die MLPD und die Internationalistische Liste befinden, sind es aber nicht die Verbraucher, die den Preisanstieg angeblich zu schultern haben. Im Gegenteil: Die Verbraucher sollen weniger bezahlen, obwohl die Kartoffeln teurer werden. Sagen wir Erzeuger erhalten einen Euro pro Zentner mehr, Verbraucher müssen einen Euro pro Zentner weniger berappen. Fehlen 2 Euro in der Rechnung, die von irgendwo herkommen.

Wer ist der sozialistisch-kommunistische Gönner, der Verbrauer um einen Euro entlastet, Erzeugern einen Euro mehr bezahlt (jedesmal pro Zentner), der also 2 Euro pro Zentner Kartoffeln aufbringt?

Schwierig?
Nein!
Natürlich der Staat, jenes heilige Gebilde, das von Sozialisten und Kommunisten in gleich hingebungsvoller Weise angebetet wird. Er schultert die zwei Euro.

Nur, wo hat der Staat in sozialistischen und kommunistischen Staaten sein Geld her?
Aus der Besteuerung von Bürgern.

Um die 2 Euro Mehrausgaben pro Zentner Kartoffeln zu finanzieren, wird man also die Steuer auf die Nutzung von Grund und Boden durch Bauern erhöhen, sagen wir um einen Euro plus Verwaltungsgebühren von 20 Cent. Und um die Preisentlastung für Verbraucher gegen zu finanzieren, erhöhen wir die Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt, das hat den Vorteil, dass nicht nur Kartoffeln höher besteuert werden, sondern alle Güter, die Verbraucher kaufen.

Die Verteilung von sozialistisch-kommunistischen Wohltaten kennt immer nur einen Gewinner: Den Staat und diejenigen, die direkt von ihm leben, die Parteimitglieder, die Funktionäre, die Helfer und Helfershelfer, alle diejenigen, die keinerlei produktiven Beitrag zu einer Gesellschaft leisten. Ihr Anteil am Sozialprodukt einer Wirtschaft steigt unaufhörlich, während der Anteil derer, die das Sozialprodukt erarbeiten, immer geringer wird. Und während die Funktionäre in Saus und Braus leben, verarmt die Bevölkerung.

Aber auch hier weiß die MLPD Rat:

Revolution ist kein Verbrechen!
Richtig: Weg mit den sozialistisch-kommunistisch, marxistisch-leninistischen Funktionären, die an der Produktivkraft der Proletarier schmarotzen!

Auch schön:
Für das Recht auf Flucht.

Wäre dieses Recht schon in der DDR durchgesetzt worden, dann könnten wir heute sehen, was passiert, wenn Parteifunktionäre von ihrer Bevölkerung alleine gelassen werden. Leider ist uns dieses sicher sehr amüsante Erlebnis erspart geblieben.

MLPD:

Main Levelheadedness Perishing Device – Insanity Unites

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Warum und wie die AfD in Wahlumfragen systematisch unterschätzt wird

Manchmal flattern uns Pressemeldungen auf den Tisch, die zunächst zu einem Runzeln von Stirnen führen, dann zu erhöhter Neuronen-Aktivität, um schließlich in der Erkenntnis zu münden, dass wir hier etwas haben, das es ermöglicht, Fragen zu beantworten, die die Pressemelder gar nicht im Sinne hatten als sie ihre Meldung verfasst haben.

YouGov hat eine solche Pressemeldung verfasst.

Was haben Sie bei der letzten Bundestagswahl gewählt?
Das wissen Sie doch noch, oder?
Es wäre gut, wenn Sie das wüssten, denn die entsprechende Frage ist ein fester Bestandteil vieler Wahlumfragen und von Befragungen, die sich mit der Erklärung von Wahlverhalten befassen.
Der Gedanke, dass die Antworten von Befragten zu ihrem Wahlverhalten willkürlich sind oder nicht der getroffenen Wahl entsprechen …
All hell would break lose

39% der von YouGov im Rahmen einer Wahlumfrage 2013 und 2017 Befragten, geben 2017 dann, wenn sie danach gefragt werden, was sie 2013 bei der Bundestagswahl gewählt haben, eine andere Antwort als sie 2013 gegeben haben.

39%, die nicht wissen, was Sie gewählt haben?
Oder es nicht mehr wissen wollen?

Wir versuchen, Sinn aus diesem Ergebnis zu machen.
Vier mägliche Erklärungen drängen sich auf:

(1) Befragte haben 2013 darüber gelogen, welche Partei sie gewählt haben und erinnern sich nicht mehr daran, dass sie gelogen haben.
(2) Befragte lügen 2017, wissen also genau, welche Partei sie 2013 gewählt haben.
(3) Befragte machen 2013 und 2017 spontane Angaben, die mit ihrer Wahlentscheidung nichts zu tun haben, lügen also beide Male.
(4) Befragte wissen tatsächlich nicht mehr, welche Partei sie 2013 gewählt haben.

Jede der vier Möglichkeiten ist für die Wahlforschung ein Problem, das sich zur Katastrophe entwickeln kann:

(1)
Dass Befragte direkt nach einer Wahl in einer entsprechenden Befragung angeben, eine andere Partei gewählt zu haben als sie tatsächlich gewählt haben, ist ein aus vielen Wahlumfragen der 1980er Jahre bekanntes Phänomen. Es hat eine eindeutige Richtung, denn die Anteile der Parteien, die die Wahl gewonnen haben, sind regelmäßig in Nachwahlumfragen und verglichen mit dem tatsächlichen Wahlergebnis zu hoch. Das Phänomen wird gemeinhin so interpretiert, dass die entsprechenden Befragten lieber auf der Seite der Gewinner als auf der Seite der Verlierer stehen. Anstelle der Annahme, dass Befragte lieber auf der Seite des Siegers stehen wollen, kann man auch die Annahme machen, dass Befragte Angst davor haben, nicht auf der Seite des Siegers zu stehen.

(2)
Wenn Befragte 2013 eine korrekte Angabe über die Partei ihrer Wahl gemacht haben und 2017 lügen, dann stellt sich die Frage: Warum? Drei Antworten fallen uns ein:
a) Die Parteipräferenz hat sich zwischenzeitlich geändert. Wie die Sozialpsychologie wieder und wieder zeigt, streben Menschen nach Konsistenz in ihrem Verhalten. Entsprechend wäre die Lüge eine Anpassung an die neue Parteipräferenz.
b) Angesichts der Entwicklung, die die Partei der Wahl aus dem Jahre 2013 genommen hat, sind die entsprechenden Befragten entfremdet oder beschämt und wollen nicht mehr zugeben, diese Partei gewählt zu haben.
c) Die Befragten haben mittlerweile Angst, ihre Wahlentscheidung korrekt anzugeben.

(3)
Befragte, die sowohl 2013 als auch 2017 eine falsche Angabe zu der Partei gemacht haben, die sie 2013 gewählt haben wollen, lassen sich auf vier Wegen erklären:

a) Das Wahlgeheimnis ist den Befragten zu wichtig, als dass sie es in einer Befragung lüften würden. Sie trauen sich aber nicht oder haben keine Gelegenheit, dem Interviewer genau das zu sagen.
b) Die Befragten hören in den zumeist telefonisch geführten Interviews nicht richtig zu und geben irgendwelche Antworten, die letztlich nicht ihr Wahlverhalten wiedergeben.
c) Die Befragten machen sich einen Spass mit dem Interviewer und geben willkürliche Antworten.
d) Die Befragten haben Angst, ihre tatsächliche Wahlentscheidung kund zu tun.

(4)
Für Befragte, die tatsächlich nicht mehr wissen, welche Partei sie 2013 gewählt haben, spielen Bundestagswahlen keine Rolle. Ihre Wahlentscheidung ist spontan, folgt keinerlei Regelmäßigkeit und hat keinerlei Inhalte zum Gegenstand, denn wäre das Gegenteil der Fall, die Befragten würden sich erinnern. Da sie sich nicht erinnern, kann die Bundestagswahl für sie mit keinerlei relevanten Inhalten verbunden gewesen sein.

Die Erklärungen, die wir zusammengetragen haben, lassen sich auf die folgenden Kategorien verallgemeinern:

• Befragte haben Angst, ihre Wahlentscheidung anzugeben;
• Die Bundestagswahl hat für die Befragten keinerlei Relevanz, ihre Stimmabgabe ist spontan, eine Laune des Augenblicks.
• Die Abweichungen zwischen den Angaben der Jahre 2013 und 2017 ergeben sich aufgrund methodischer Mängel, die sich mit den Befragungen verbinden;

Und irgendwie scheinen sich Angst, Irrelevanz und methodische Mängel auf 39% der Befragten zu summieren. Egal, wie diese 39% zu Stande kommen, sie haben zur Konsequenz, dass die Ergebnisse der derzeitigen Wahlumfragen kaum einen Pfifferling wert sind. Stellt man die 39% in Rechnung, dann müsste man z.B. in die neueste Umfrage von Infratest dimap einrechnen, dass im Ergebnis Befragte enthalten sind, die aus Angst eine andere Partei angeben, als sie zu wählen beabsichtigen. Die einzige Partei, bei der sich eine Wahlentscheidung mit Angst verbinden kann, ist die AfD. Methodische Mängel, die dazu führen, dass Befragte irgendwelche Angaben machen, sind aufgrund der Gewichte der verschiedenen Parteien nicht zufällig verteilt. Sie führen vielmehr dazu, dass die Anteile der beiden großen Parteien überschätzt werden. Welche Partei die Partei der Wahl ist, die aus einer Laune des Augenblicks benannt wird, ist eine Frage, die systematisch nicht zu beantworten ist. Warum? Weil es sich um eine Laune des Augenblicks handelt.

Bleibt festzustellen, dass in den derzeitigen Wahlumfragen dann, wenn das Ergebnis von YouGov zutrifft, die Anteile von CDU und SPD überschätzt und die Anteile insbesondere der AfD unterschätzt werden. Wir haben auf Grundlage der letzten Umfrage von Infratest dimap und unter Berücksichtigung der Entwicklung, wie sie sich in den Wahlumfragen der letzten beiden Jahre niederschlägt, versucht, die Größenordnung dieses Fehlers zu bestimmen.

Dabei sind wir zu dem folgenden Ergebnis unserer konservativen Schätzung gekommen:

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar