Zwangskastration für Fremdenfeinde? Ein Déjà vu

Die wenigsten Leser werden Werner Villinger kennen, den leitenden Arzt der Anstalten Bethel Eckartsheim und Freistatt, in denen im Dritten Reich Personen untergebracht waren, die man in der Sprache, die damals politisch-korrekt war, als Volksschädlinge angesehen hat. Villinger war u.a. mit der Zwangssterilisation von Jungen befasst und hat Vorträge, z.B. auf dem „Fürsorgeerziehungstag in Würzburg“ 1934 gehalten (dazu: Benad & Schmuhl 2006: 464) und Artikel, z.B. in der Zeitschrift für psychische Hygiene, Heft 8 des Jahres 1935 veröffentlicht. Die Zwangssterilisation von Menschen war eine der Maßnahmen, mit der die Bevölkerung des Dritten Reiches an das Idealbild des deutschen Bürgers angepasst werden sollte, das vom Regime vorgegeben wurde.

Heute wird natürlich niemand mehr zwangssterilisiert.
Obwohl…

„Kuschelhormon reduziert Fremdenfeindlichkeit“, so titelt der WDR und ergänzt einen Jubelartikel, in dem die herausragenden Eigenschaften von Oxytocin, einem Peptid, das im Gehirn als Neurotransmitter wirkt, besungen werden, denn: „Spendenbereitschaft verdoppelt sich mit Nasenspray, Vorbilder und Hormon sind die beste Kombination, Fremden wird mehr gespendet als deutschen Bedüftigen“. In der Zusammenfassung: „Skepsis gegenüber Migranten könnte mit sozialen Normen begegnet werden … Wenn etwa vertraute Menschen wie Vorgesetzte, Nachbarn oder Freunde mit gutem Vorbild vorangingen, ihre positiven Einstellungen für mehr Personen aus der tendenziell fremdenfeindlichen Gruppe durch diese soziale Richtschnur motiviert fühlen mitzuhelfen. Das Bindungshormon Oxytocin könnte dabei Vertrauen stärken und Ängste abmildern – bei gemeinsamen Aktivitäten steigt erfahrungsgemäß der Oxytocin-Spiegel im Blut. ‚Das wäre eine ideale Situation, um die Akzeptanz und Integration von Zugewanderten zu fördern, die auf unsere Hilfe angewiesen sind‘, sagt Hurlemann“.

Wissenschaft 19352017.

In Kurz: Wenn man Fremdenfeinden Oxytocin verabreicht und sie in einen gesellschaftlichen Kontext setzt, in dem positive Einstellungen gegenüber Fremden gefeiert und negative unterdrückt werden, dann werden die Fremdenfeinde zu Fremdenfreunden – ob sie das nun wollen oder nicht.

Fremdenfeindschaftskastration.

Der Jubelbericht im WDR, der weitgehend ohne Eigenleistung die Pressemeldung der Universität Bonn wiedergibt, bezieht sich wie dieser auf einen nebenbei angesprochenen Beitrag von Nina Marsh, Dirk Scheele, Justin S. Feinstein, Holger Gerhardt, Sabrina Strang, Wolfgang Maier und René Hurlemann in den Proceedings der National Academy of Science (Early Edition) mit dem Titel „Oxytocin-enforced norm compliance reduces xenophobic outgroup rejection“, den man nach einigem Suchen auch tatsächlich finden kann.

Der zentrale und erschreckende Satz dieser Veröffentlichung lautet: „Here, we demonstrate that normative incentives co-occuring with elevated activity of the OXT system exert a motivational force for inducing altruistic cooperation with outsiders even in those individuals who refuse to do so in the absence of such exogenous triggers“.

Fremdenfeindschaftskastration: Wenn Oxytocin verabreicht wird und sozialer Druck dahingehend aufgebaut wird, dass alles andere als Fremden zu helfen, gesellschaftlich nicht toleriert wird, dann werden Fremdenfeinde zu Fremdenfreunden oder trauen sich zumindest nicht mehr, sich anders als Fremdenfreunde zu verhalten.

Wie so oft, wenn man derartig vollmundige Ergebnisse genauer untersucht, findet sich ein eher karges experimentelles Design, das dahintersteht.

Versuchspersonen, 107 davon, ausschließlich männlich, wurden zunächst mit einem „Xi Index“ daraufhin klassifiziert, wie fremdenfeindlich sie sind. Der Xi-Index, der uns interessiert hätte, weil wir ihn nicht kennen, und den Marsh et al. verwendet haben wollen, den haben sie angeblich aus Schweitzer et al. (2005) entnommen. In diesem Text finden wir jedoch keinerlei Verweis auf einen Xi-Index, lediglich einen Verweis auf die Prejudicial Attitudes Scale. Mit diesem Verweis hat es dann auch sein Bewenden. Aus Schweitzer et al. (2005) könnten Marsh et al. (2017) die Realistic Threat Scale übernommen haben oder die Symbolic Threat Scale, aber weder einen Xi Index noch eine Prejudicial Attitudes Scale. Was auch immer sie gemessen haben, um Fremdenfeindlichkeit zu erfassen, es bleibt ihr Geheimnis (Studenten, es ist unnötig das festzustellen, wären an diesem Punkt mit ihrer Arbeit durchgefallen).

Im Rahmen der Prejudicial Attitudes Scale werden Probanden Begriffe genannt, die Emotionen benennen. Zu diesen Begriffen müssen sie dann angeben, ob sie die entsprechende Emotion, wenn sie z.B. an Flüchtlinge denken 1 „überhaupt nicht“ oder 9 „ sehr stark“ empfinden. Die Begriffe, die benutzt werden, sind in der Regel die folgenden: Hass, Abscheu, Zurückweisung, Feindlichkeit, Überlegenheit, Sympathie, Empathie.

Nachzulesen z.B. in: Murasovs et al. (2016).

 

Was auch immer Marsh et al. (2017) gemessen haben, sie interpretieren es als Fremdenfeindlichkeit und meinen zeigen zu können, dass Probanden, denen man nicht nur Oxytocin verabreicht hat, sondern denen auch gezeigt wurde, was andere an Flüchtlinge spenden, ebenfalls für Flüchtlinge spenden. Dieses Ergebnis steht am Ende von etlichen Durchgängen, in denen die Probanden angeben mussten, wie viel von einem Euro sie Flüchtlingen in Not oder Einheimischen in Not spenden würden. Den Rest vom Euro durften die Probanden behalten. Probanden, die Flüchtlingen gegenüber weniger positiv eingestellt waren als andere, spendeten nachdem sie Oxytocin erhalten hatten und nachdem ihnen gezeigt wurde, was andere im Durchschnitt spenden, mehr. Daraus schließen die Autoren, dass sozialer Druck, Flüchtlingen zu spenden und die Gabe eines Neurotransmitters aus Fremdenfeinden, Fremdenfreunde macht.

Wie sagt Hurlemann, unter dessen Leitung die berichtete Forschung wohl erfolgt ist: „Das wäre die ideale Situation, um die Akzeptanz und Integration von Zugewanderten zu fördern, die auf unsere Hilfe angewiesen sind“.

Wir hoffen, hier zweifelt niemand daran, dass „Zugewanderte … auf unsere Hilfe angewiesen sind“. Sonst droht ihm Oxytocin und außerdem sozialer Druck, denn Zugewanderte sind auf unser Hilfe angewiesen, alle. Verstanden!

Bitte keine Widerrede und bitte sich freiwillig dem sozialen Druck unterwerfen, der weder Abneigung gegenüber Zugewanderten noch Kritik an Zuwanderung oder gar eine Abrede von deren Hilfsbedürftigkeit toleriert. Wer das nicht freiwillig tut, der wird, ja, was eigentlich, was ist der positive Teil, der Nutzen der Forschung von Hurlemann, Marsh et al.?

Wir wissen, dass sozialer Druck dazu führt, Spendenbereitschaft gegenüber Flüchtlingen zu erhöhen.
Verallgemeinern wir das Ergebnis: Sozialer Druck führt zur Akzeptanz von Flüchtlingen.
Wir wissen, dass sozialer Druck plus Oxytocin selbst bei Fremdenfeinden zu erhöhter Spendenbereitschaft führen soll (immer vorausgesetzt Marsh et al. (2017) haben tatsächlich Fremdenfeindlichkeit gemessen)

Noch eine Verallgemeinerung: Sozialer Druck und Oxytocin führen dazu, dass Fremdenfeinde Flüchtlinge akzeptieren.

Und nun?
Was machen wir wenn Fremdenfeinde sich sozialem Druck entziehen und die Aufnahme von Oxytocin verweigern?
Zwangsgabe von Oxytocin am besten in Anstalten wie Bethel Eckartsheim unter sozialem Druck 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche!?
Zwangskastration von Fremdenfeinden.
Wie sagt Catweazle:
Past, Present and Future are one!

Dass die Studenten, die von Marsh et al. als Probanden benutzt wurden, Flüchtlinge in Not Einheimischen in Not vorziehen, ist offensichtlich in Ordnung und ein Resultat der sozialistischen Indoktrination an Universitäten, die notleidende der Eigengruppe wohl als white trash ansieht, dem es aufgrund der phantasierten kollektiven Vergangenheit von Rassismus und Kolonialherrschaft keine Empathie entgegen zu bringen gilt.

Benad, M. & Schmuhl, H.-W. (2006). Bethel-Eckartsheim. Von der Gründung der ersten deutschen Arbeiterkolobie bis zur Auflösung als Teilanstalt (1882-2001). Stuttgart: Kohlhammer.

Marsh, N., Schelle, D., Feinstein, J. S., Gerhardt, H., Strang, S., Maier, W. & Hurlemann, R. (2017). Oxytocin-enforced Norm Compliance Reduces Xenophobic Outgroup Rejection. Proceedings of the National Academy of Science (Early Edition).

Murasovs, V., Ruza, A., Rasccvskis, V. & Dombrovskis, V. (2016). Expecting Refugees in Latvia: Negative Stereotyping. Economics and Business doi: 10.1515/ch-2016-0022

Schweitzer, R., Perkoulidis, S., Krome, S., Ludlow, C. & Ryan, M. (2005). Attitudes Towards Refugees: The Dark Side of Prejudice in Australia. Australian Journal of Psychology 57: 170-179.

Villinger, W. (1935). Erfahrungen mit dem Erbkrankheitenverhütungsgesetz. Zeitschrift für psychische Hygiene 8: 70-85.

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Das Dritte Reich und die Berliner Republik: Vergangenheit und Gegenwart sind eins?!

Früher:

„Auf Grund des Artikels 48 Abs. 2 der Reichsverfassung wird zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte folgendes verordnet.“

Heute:

RVO_zum_Schutz_von_Volk_und_Staat_1933Gegenwärtig ist eine massive Veränderung des gesellschaftlichen Diskurses im Netz und insbesondere in den sozialen Netzwerken festzustellen. Die Debattenkultur im Netz ist oft aggressiv, verletzend und nicht selten hasserfüllt. Hassrede und rassistische Hetze können jede und jeden aufgrund der Meinung, Hautfarbe oder Herkunft, der Religion, des Geschlechts oder der Sexualität diffamieren. Hasskriminalität und andere strafbare Inhalte, die nicht effektiv bekämpft und verfolgt werden können, bergen eine große Gefahr für das friedliche Zusammenleben einer freien, offenen und demokratischen Gesellschaft. Nach den Erfahrungen im US-Wahlkampf hat auch in der Bundesrepublik Deutschland die Bekämpfung von strafbaren Falschnachrichten („Fake News“) in sozialen Netzwerken hohe Priorität gewonnen. Es bedarf daher einer Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken, um objektiv strafbare Inhalte wie etwa Volksverhetzung, Beleidigung, Verleumdung oder Störung des öffentlichen Friedens durch Vortäuschen von Straftaten unverzüglich zu entfernen.“

Früher:

„Die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 der Verfassung des Deutschen Reichs werden bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Es sind daher Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungsäußerung, einschließlich der Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungsrechts, Eingriffe in das Brief, Post-, Telegraphen- und Fernmeldegeheimnis und von Beschlagnahmen sowie Beschränkungen des Eigentums auch außerhalb der sonst hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen zulässig“.

Heute:

Heiko the Great(1) Der Anbieter eines sozialen Netzwerks muss ein wirksames und transparentes Verfahren nach den Absätzen 2 und 3 für den Umgang mit Beschwerden über rechtswidrige Inhalte vorhalten. Der Anbieter muss Nutzern ein leicht erkennbares, unmittelbar erreichbares und ständig verfügbares Verfahren zur Übermittlung von Beschwerden über rechtswidrige Inhalte zur Verfügung stellen.

(2) Das Verfahren muss gewährleisten, dass der Anbieter des sozialen Netzwerks

1. unverzüglich von der Beschwerde Kenntnis nimmt und prüft, ob der Inhalt rechtswidrig und zu entfernen oder der Zugang zu ihm zu sperren ist,

2. einen offensichtlich rechtswidrigen Inhalt innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Beschwerde entfernt oder den Zugang zu ihm sperrt; dies gilt nicht, wenn das soziale Netzwerk mit der zuständigen Strafverfolgungsbehörde einen längeren Zeitraum für die Löschung oder Sperrung des offensichtlich rechtswidrigen Inhalts vereinbart hat,

3. jeden rechtswidrigen Inhalt innerhalb von sieben Tagen nach Eingang der Beschwerde entfernt oder den Zugang zu ihm sperrt,

4. im Falle der Entfernung den Inhalt zu Beweiszwecken sichert und zu diesem Zweck für die Dauer von zehn Wochen im Inland speichert,

5. den Beschwerdeführer und den Nutzer über jede Entscheidung unverzüglich informiert und seine Entscheidung ihnen gegenüber begründet und 6. sämtliche auf den Plattformen befindlichen Kopien des rechtswidrigen Inhalts ebenfalls unverzüglich entfernt oder sperrt.

(3) Das Verfahren muss vorsehen, dass jede Beschwerde und die zu ihrer Abhilfe getroffene Maßnahme im Inland dokumentiert wird.

(4) Der Umgang mit Beschwerden muss von der Leitung des sozialen Netzwerks durch monatliche Kontrollen überwacht werden. Organisatorische Unzulänglichkeiten im Umgang mit eingegangenen Beschwerden müssen unverzüglich beseitigt werden. Den mit der Bearbeitung von Beschwerden beauftragten Personen müssen von der Leitung des sozialen Netzwerks regelmäßig, mindestens aber halbjährlich deutschsprachige Schulungs- und Betreuungsangebote gemacht werden.

Und:

Gegen heftige Kritik aus der Opposition hat die Große Koalition das Gesetz zur Überwachung von Messenger-Diensten auf Smartphones durch den Bundestag gebracht. Die Neuregelung sieht vor, dass die Kommunikation bei Diensten wie WhatsApp künftig vor der Verschlüsselung abgehört oder mitgelesen werden kann. Dazu dürfen Ermittler auf Grundlage eines richterlichen Beschlusses heimlich eine Schnüffelsoftware auf das Handy des Verdächtigen laden. Außerdem wird mit dem Gesetz die Online-Durchsuchung von Computern ausgeweitet, die bisher nur in begrenztem Umfang zur Terrorbekämpfung zulässig ist.“

Das Gesetz dazuEin Beispiel dafür, wie man heute die Beseitigung von Grundrechten in juristischem Kauderwelsch versteckt.

Früher:

ReichstagsbrandAnlass für die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat, vom 28. Februar 1933, aus der oben zitiert wurde, war der Reichstagsbrand. Es bedurfte des Vorwands eines brennenden Reichstags, um die Freiheitsrechte der Bürger abzuschaffen. Natürlich diente die Abschaffung der Freiheitsrechte ausschließlich dazu, die Bürger zu schützen, vor kommunistischen Gewaltakten damals.

Heute:

Anlass für die Gesetzesänderung, die das Ausschnüffeln privater Kommunikation durch Staatsvasallen, die sich dafür hergeben, und die Installierung von Staats-Trojanern auf privaten Computern und Smartphones erlaubt, ist es „, eine funktionstüchtige Strafrechtspflege zu gewährleisten“, bzw. Hatespeech und Fake-News, durch die Deutschland in seiner Existenz gefährdet zu sein scheint, zu verhindern.

Früher:

Man benötigte einen handfesten Anlass (Reichstagsbrand), der in der Realität einen Niederschlag gefunden hat, um Freiheitsrechte abzuschaffen.

Heute:

Es reichen erfundene oder phantasierte oder verwaltungstechnische Anlässe, um Freiheitsrechte abzuschaffen.

Was hat sich also geändert?

Diejenigen, die Deutsche manipulieren und um ihre Freiheitsrechte bringen wollen, sind heute unverfrorener als früher.

Was kann man daraus schließen:

Für alle, die schon immer wissen wollten, wie so etwas, wie das Dritte Reich geschehen konnte, wie es sein konnte, dass eine Weimarer Demokratie zu einem totalitären Staat umfunktioniert wurde: So.

So wie es derzeit in kleinen Schritten geschieht, so ist es auch in den Jahren 1933ff erfolgt. Hanebüchene Begründungen wurden erfunden, den Bürgern erzählt, ihre Sicherheit und der Fortbestand des Staates stehe auf dem Spiel. Und dann wurden die Freiheitsrechte beseitigt: Früher wie heute.

“Rechtslastige Verschwörungstheorie”? Nicht Finis Germania, sondern Finis Ratio

Diskutieren wir doch alle einmal über ein Buch, das die wenigsten von uns gelesen haben.

Finis GermaniaWarum auch nicht? Schließlich wird das Buch „Finis Germania“ gerade von den kulturellen Leidmedien Deutschlands zerrissen. Warum? Weil es auf die von NDR und Süddeutsche herausgegebene Liste der Sachbücher des Monats, auf Platz 9 um genau zu sein, geraten ist. Die Liste wird nach Angaben des NDR von „einer unabhängigen Jury“, die aus „renommierten Wissenschaftlern sowie Autoren und Redakteuren großer deutscher Medienunternehmen“ besteht, zusammengestellt.

Die Unabhängigkeit hat jedoch da ihre Grenze, wo ein Buch auf die Liste kommt, das der Kulturredaktion beim NDR nicht passt, das von „rechtslastigen Ideen und Verschwörungstheorien“ getragen ist, wie es beim NDR heißt, und zwar in der Begründung dafür, dass der NDR die Zusammenarbeit mit der „unabhängigen Jury“ aussetzt. Wie kann man als diktatorischer Sender auch mit einer Jury zusammenarbeiten, die sich anmaßt, Bücher zu empfehlen, die dem Sender nicht gefallen?

Das geht schon deshalb nicht, weil der NDR der große Saubersender in Deutschland ist. Beim NDR gibt es keinen Xavier Naidoo und auch keinen Rolf Peter Sieferle. Sieferle ist der Autor von Finis Germania. Sieferle ist bzw. war bis zu seinem Selbstmord ein renommierter Wissenschaftler, ein Historiker mit einem Lehrstuhl für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Aber Renommee ist schnell dahin in Deutschland, wenn man eine politische Ansicht äußert, die dem herrschenden Gesinnungsdiktat zuwiderläuft, die rechtslastig ist oder rechtslastig gemacht wird, von Journalisten, die das Buch, das bei Amazon mittlerweile auf Verkaufsrang 1 gelandet ist, madig machen wollen, obwohl die meisten von ihnen, es nie gelesen haben.

Die Anklageschrift beim NDR liest sich wie folgt:

“Der Deutsche”, heißt es da, ähnele dem “Teufel, dem gestürzten Engel, dessen Schuld niemals vergeben und der für alle Zeiten in der Finsternis verharren wird”. Von Auschwitz als dem “letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt” ist die Rede, von einer “neuen Staatsreligion”, deren “Erstes Gebot” laute: “Du sollst keinen Holocaust neben mir haben.” Und weiter: “Da der Holocaust keinem profanen, sondern einem auserwählten Volk widerfahren ist, wurde das Volk der Täter ebenfalls der profanen Geschichte entrückt und in den Status der Unvergänglichkeit erhoben.”

Das Patchwork aus dem Zusammenhang gerissener Zitate hat seinen Erregungs-Höhepunkt in der Bezeichnung von Auschwitz als dem „letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt“. Die Setzung der Hochkommata ist hier von besonderer Bedeutung, denn sie legt den Schluss nahe, Sieferle habe Auschwitz als Mythos, also als etwas bezeichnet, das es gar nie gegeben habe.

Eine Redaktion weiter, bei der ZEIT, hat man den selben Erregungs-Höhepunkt und schreibt:„Er schreibe außerdem von Auschwitz als einem „Mythos“, welcher „der Diskussion entzogen werden soll“. Das schreiben die ZEIT-Kollegen auf Grundlage des oben zitierten Textes des NDR, in dem nun wieder kein Bezug auf einen Auschwitz-Mythos zu finden ist, der der Diskussion entzogen werden soll, der vielmehr in die Diskussion gebracht wurde.

Gerade dann, wenn man Bücher nicht selbst gelesen hat, halten sich die affektiv ansprechenden Teile besonders hartnäckig, selbst dann, wenn sie falsch sind. Eine Redaktion weiter, bei der FAZ, liest sich der Holocaust-Aufreger wie folgt:

„’Der Nationalsozialismus, genauer Auschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt geworden“, steht in diesem Buch. Antifaschismus sei Antigermanismus. Und: „Die Juden, denen ihr Gott selbst die Ewigkeit zugesichert hat, bauen heute ihren ermordeten Volksgenossen in aller Welt Gedenkstätten, in denen nicht nur den Opfern die Kraft der moralischen Überlegenheit, sondern auch den Tätern und ihren Symbolen die Kraft ewiger Verworfenheit zugeschrieben wird“, schreibt Rolf Peter Sieferle.“

Auch bei der FAZ herrscht die Überzeugung, Sieferle stelle Auschwitz durch dessen Bezeichnung als Mythos in Frage. Um dies zu untermauern wird eine Stelle wörtlich zitiert, „Der Nationalsozialismus, genauer Auschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt geworden“. Das wurde dieses Mal etwas korrekter beim NDR abgeschrieben, bei dem es heißt: „Von Auschwitz als dem ‚letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt‘ ist die Rede.“

KZ Auschwitz, EinfahrtAlle Schreiber sind sich somit einig, dass Sieferle Auschwitz als Mythos bezeichnet. Ein Professor der Geschichte, der jahrelang an Hochschulen tätig gewesen ist und geforscht hat, soll so dumm sein, in Deutschland Auschwitz in Frage zu stellen und als Mythos zu bezeichnen?

Des Rätsels Lösung ergibt sich, wenn man die Stellung des Mythos im Verhältnis zu Auschwitz verändert und nicht mehr, wie die Schreiberlinge der Erregungsmedien oben, von Auschwitz-Mythos schreibt, sondern vom Mythos „Auschwitz“. Das macht einen erheblichen Unterschied. Und wie so oft in der Post-Moderne, sind die Leser von Zeitungen gebildeter als die Journalisten, bei denen die Ausdrucksformen Wissen und Fähigkeit komplett den Ausdruckformen Entrüstung und Erregung und die Technik der Recherche der Technik von Cut and Paste gewichen sind.

Wir zitieren aus einer Buchbesprechung bei Amazon, die Heino Bosselmann dort hinterlassen hat:

“Von besonderer Relevanz [ist] der dritte Teil, in dem Sieferle den „Mythos Auschwitz“ beschreibt und dessen konstituierende Funktion für die politische Gegenwart herzuleiten versucht: „Der Nationalsozialismus, genauer Auschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt geworden.“ Nachgewiesen wird zunächst die Bedeutung des “Holocaust-Komplexes” für ein Schuldverständnis gänzlich neuen Typs, einer Kollektivschuld „von metaphysischer Dimension“, die so, wie sie verstanden und verinnerlicht werden soll, „der älteren Figur der Erbsünde“ gleicht, dies jedoch in negativem Vollzug: „Aus der Kollektivschuld der Deutschen, die auf ‚Auschwitz‘ zurückgeht, folgt ebenfalls der Aufruf zur permanenten Buße, doch fehlt dieser säkularisierten Form der Erbsünde das Element der Gnade und Liebe vollständig. Der Deutsche ähnelt daher nicht dem Menschen, dessen Schuld durch die Liebe Gottes zwar nicht revidiert, aber kompensiert wird, sondern dem Teufel, dem gestürzten Engel, dessen Schuld niemals vergeben und für alle Zeiten in Finsternis verharren wird. (…) Der Deutsche, oder zumindest der Nazi, ist der säkularisierte Teufel einer aufgeklärten Gegenwart.“

Sieferle deutet die Sonderrolle der jüdischen Schicksalsgemeinschaft einerseits und der Deutschen andererseits als komplementär: „Die Welt braucht offenbar Juden oder Deutsche, um sich ihrer moralischen Qualitäten sicher zu sein. Allerdings gibt es einen gewaltigen Unterschied. Die Juden teilten selbst nicht die Bewertung, die ihnen seitens der Christenheit widerfuhr, während die Deutschen die ersten sind, ihre unauflösliche Schuld zuzugeben.“ Um daraus, so der Autor, eine Art Staatsideologie zu entwickeln, von der das gewissermaßen negative Selbstverständnis einer Nation ausgeht, die eigentlich keine Nation mehr sein möchte, sondern nur mehr ein “Standort”, eine “Wertegemeinschaft” oder eben eine “bunte Republik”.

Wie funktioniert das? „Bei dem heute so populären Auschwitz-Komplex handelt es sich offenbar um den Versuch, innerhalb einer vollständig relativistischen Welt ein negatives Absolutum zu installieren, von dem neue Gewissheiten ausgehen können. ‚Auschwitz‘ bildet insofern einen Mythos, als es sich um eine Wahrheit handelt, die der Diskussion entzogen werden soll. Dieser Mythos hat allerdings einen wesentlich negativen Charakter, da dasjenige als Singularität fixiert werden soll, was nicht sein soll. Daher trägt die sich auf diesen Komplex stützende politische Bewegung auch einen negativen Namen: Antifaschismus.’“

Es ist erschreckend, wenn man konstatieren muss, dass deutsche Journalisten nicht mehr in der Lage oder Willens sind, den Unterschied zu erkennen zwischen der Aussage:

Auschwitz ist ein Mythos

und der von Sieferle begründeten Behauptung:

Auschwitz ist in Deutschland zu einem Mythos aufgebaut worden, der in derselben Weise als Herrschaftsmittel benutzt wird, wie die ewige Erbsünde. Die Behauptung einer immerwährenden Kollektivschuld der Deutschen wird von Sieferle als Mittel bewertet, das genutzt werde, um von der deutschen Nation Abstand zu nehmen und die Vorstellung einer „bunten Republik“ durchzusetzen.

Der Mythos der ewig währenden Kollektivschuld, die in Auschwitz begründet ist, ist für Sieferle also der neue und negative Schöpfungsmythos des antifaschistischen Deutschlands.

Zugegeben, die Argumentation von Sieferle verlangt es, zwei Gedanken zu verstehen und dann auch noch miteinander in Verbindung zu bringen. Dennoch ist es erschreckend festzustellen, dass deutsche Journalisten dazu nicht in der Lage sind. Wer anderen gerne vorwirft, sie würden mit der Komplexität der modernen Welt nicht zurechtkommen und deshalb einfache Antworten bevorzugen, der darf sich nicht als einer bloßstellen, der nicht in der Lage ist, über einfache Antworten, nach denen dummerweise niemand gefragt hat, hinaus denken zu können.

Das ist mehr als peinlich.


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Hat Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg überlebt? Neue Zweifel an offizieller Geschichtsschreibung

Die offizielle Geschichtsschreibung liest sich in Deutschland wie folgt: Am 30. April hat sich Adolf Hitler in seinem Bunker unter der Reichskanzlei in Berlin erschossen. So steht es auch in der Wikipedia, und somit muss es stimmen.

Oder stimmt es nicht?

stars__stripes__hitler_dead-newsUm den Tod von Adolf Hitler ranken sich eine Vielzahl von Fragen und somit ist es kein Wunder, dass eine Vielzahl von Theorien verbreitet sind, deren Tenor darin besteht, dass Hitler seinen Tod nur vorgetäuscht hat.

Einige Ursachen dafür, dass Zweifel an der offiziellen Story vom Selbstmord von Adolf Hitler aufgekommen sind, sind die folgenden:

Ein Schädelfragment, das in russischen Archiven als Teil des Schädels von Adolf Hitler aufbewahrt wurde, hat sich als Fragment des Schädels einer Frau herausgestellt.

Nach offizieller Geschichte wurde Hitlers Körper im Hof der Reichskanzlei verbrannt. Der Beleg dafür, dass es tatsächlich Hitlers Körper war, der verbrannt wurde, basiert auf einer Zahnbrücke, die Fritz Echtmann, Assistent von Hugo Blaschke, dem Zahnarzt Hitlers als Zahnbrücke von Hitler identifiziert hat.

Auf der Potsdamer Konferenz (17. Juli bis 2. August 1945) hat Josef Stalin auf die Frage von Harry Truman, ob Hitler nun tot sei, mit „Nein“ geantwortet, obwohl die Reste von Hitler bereits am 2. Mai von sowjetischen Soldaten entdeckt worden sein sollen.

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Zweifel daran, dass Hitler tatsächlich am 30. April 1945 Selbstmord begangen hat, halten sich hartnäckig. Die Geschichte mit dem Hitler Doppelgänger, der an seiner Stelle umgebracht wurde (Hitler hatte tatsächlich einen Doppelgänger, der auch nachweislich eingesetzt wurde, sein Name: Gustav Weler), hat sich schon kurz nach dem 2. Weltkrieg verbreitet und ihren Niederschlag selbst in Büchern von Agatha Christie (Passenger from Frankfurt) gefunden. Neuerliche Nahrung erhalten die Gerüchte durch die De-Klassifizierung von Akten der britischen und US-amerikanischen Geheimdienste, aus denen hervorgeht, dass MI6, CIA und FBI noch im Jahre 1949 davon ausgegangen sind, dass Hitler sich nach Argentinien abgesetzt hat und in San Carlos de Bariloche einige Jahre gelebt hat, bevor der Sturz von Juan Peron (1955) seinen Umzug zur Folge hatte.

Gemeinsam mit dem Vatikan hat die Administration von Juan Peron über die so genannten rat lines geschätzte 6.000 ehemalige Nazis nach Argentinien geschleust, darunter Josef Mengele, Erich Priebke, Adolf Eichmann, Josef Schwammberger und Gerhard Bohne.

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Inalco-House, San Carlos de Bariloche

Ein Team, um den ehemaligen CIA-Mitarbeiter Bob Baer und John Cencich, der für die UN Material gegen Kriegsverbrecher gesammelt hat, behauptet auf Grundlage von rund 700 erst kürzlich de-klassifizierten Dokumenten, Belege dafür gefunden zu haben, dass Hitler über die kanarischen Inseln per U-Boot nach Argentinien geflohen ist und in Südamerika bis zu seinem natürlichen Tod in den 1960er Jahren gelebt hat. Zu den Belegen, die die Gruppe um Baer bislang zusammengetragen hat, gehören neben Dokumenten von CIA, FBI und MI6 auch Artefakte vor Ort wie z.B. eine kürzlich entdeckte Militäranlage mit Nazi-Emblemen in Misiones, Argentinien sowie Augenzeugen, die Hitler vor Ort gesehen haben wollen.

Natürlich erfüllt das, was wir gerade zusammengetragen haben, den Tatbestand einer Verschwörungstheorie, denn Theorien, die der offiziellen Lesart und der Vorgabe des Ganges der Geschichte widersprechen, werden generell als Verschwörungstheorien angesehen. Gegenstand von Wissenschaft und Forschung ist es jedoch, auch den Theorien nachzugehen und die Theorien zu prüfen, die den Theorien, die bislang als gültig angesehen werden, widersprechen, sofern es begründete Zweifel an der Richtigkeit der offiziellen Theorien gibt.

Deshalb fragen wir unsere Leser: Was glauben Sie, ist die offizielle Geschichtsschreibung, nach der Adolf Hitler Selbstmord begangen hat, richtig oder falsch?

Was glauben Sie?

Aufruf zur Euthanasie: taz will Trump und AfD auslöschen

Bleibt Ihnen auch manchmal die Spucke weg?

ScienceFiles-Redaktionstöne:
“Wie will man manchen Menschen, z.B. taz-Redakteuren begreiflich machen, was zu weit geht, wenn diese Menschen keinerlei Verständnis von Anstand, Moral und Würde mitbringen und einfach nur Hass als Ausdrucksform beherrschen?

Bei der taz hat man also Euthanasie-Träume im Zusammenhang mit Trump und AfD. Scheinbar träumen die kleinen Redakteure in ihrer engen Stube davon, Trump ums Leben zu bringen und die AfD auszulöschen.

Das ist schon ein starkes Stück.

Ausgerechnet die taz-Redaktion, die so viel Mühe darauf verwendet, als Krone des Humanismus zu erscheinen, erweist sich als Hort derer, die unwertes Leben, wie man aus dem Blick zurück, erfahren kann, um die Ecke bringen wollen. Wie sonst sollte man den Hinweis auf Trump und die AfD lesen?

Haben doch weder Trump noch die AfD irgend etwas dahingehend verlauten lassen, dass sie an Euthanasie all derer denken, die ihnen nicht in den Kram passen.
Euthanasie fällt dagegen und völlig unmotiviert den Redakteuren der taz im Zusammenhang mit Trump und der AfD ein, so dass man eindeutige Vermutungen und noch dazu begründete Vermutungen über die Phantasien haben kann, die taz-Redakteure gerne umsetzen würden, wenn sie große und nicht kleine Lichter wären.

Gibt es eigentlich diesen deutschen Presserat noch, der von sich behauptet, er würde darüber wachen, dass Journalisten einem moralischen und ethischen Kodex folgen. Wenn es ihn noch gibt, dann muss er in einem Tiefschlaf versunken sein oder aus Personen bestehen, die die journalistische Verrohung, wie sie in dem oben dargestellten Tweet zum Ausdruck kommt, für normal halten.

In Zeiten von taz und Presserat, so muss man dann wohl formulieren, ist der Blick zurück wichtiger denn je.

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