Gesellschaft der Psychopaten? Kleinkristallnächte gegen “Russen”

Als in den 1980er Jahren die Rechtsextremismusforschung in Deutschland wieder Mode wurde, Grund war damals das Aufkommen der Republikaner, konnte man in den meisten der Publikationen einen Begriff antreffen, den heute kaum noch jemand kennt: AMBIGUITÄTSTOLERANZ.

Ambiguitätstoleranz ist ein sehr weiter Begriff, ein weites Konzept, das man als Fähigkeit, andere Meinungen, Überzeugungen, Bewertungen, Interessen auszuhalten und zu akzeptieren, definieren kann. Der Begriff beschreibt, wenn man ein wenig darüber nachdenkt, eine der Grundqualifikationen dessen, der “Demokrat” sein will und eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass Demokratie möglich ist.

Denn: Die Welt, ist von Konflikten durchzogen. Gesellschaftliche Gruppen streiten um Zugang zu Ressourcen. Vertreter unterschiedlicher Interessen wollen die von ihnen vertretenen Interessen in Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen besonders intensiv berücksichtigt sehen.

Und weiter muss man die soziale Welt eigentlich gar nicht auflösen.
Darauf, dass unterschiedliche Menschen und unterschiedliche organisierte Gruppen von Menschen unterschiedliche Interessen haben, die sich alle auf den Zugang zu Ressourcen richten, kann man die ganze Welt der politischen Regierungslehre aufbauen. Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten, derartige Interessenkonflikte zu beheben: Mit Gewalt, z.B. mit Krieg oder mit einem Kompromiss oder einer anderen Form von EINIGUNG. Die erste Lösung streben autokratische Systeme an, demokratische Systeme streben qua definitionem nach der zweiten Lösung.


Die Schuck Folz Edition ist zurück!


Damit es möglich ist, unterschiedliche Interessen auf ein gemeinsames Ziel hin auszurichten, z.B. im Hinblick auf den Zugang zu Ressourcen zu befrieden, ist es zunächst einmal notwendig zu verhindern, dass bestimmte Interessen priorisiert werden, dass Privilegien verteilt werden, wie das heute so gerne gemacht wird, Privilegien für Frauen, für Farbige, für Schwule und Lesben und all die anderen, die sich einbilden, durch Abweichung von der Mehrheit besonders zu werden. Privilegien müssen deshalb verhindert werden, weil eine Demokratie nur funktionieren kann, wenn alle Interessen in gleichem Recht mit einander konkurrieren können. Tun sie das nicht, weil z.B. der Lobbyist der Windkrafthersteller exklusiven Zugang zu politischen Entscheidern hat, dann folgt, was im Rahmen von Public Choice in unzähligen Studien beschrieben wurde: Dann nutzt eine kleine Gruppe ihren Zugang aus, um sich auf Kosten aller zu bereichern. Rent Seeking, noch eines dieser vergessenen Konzepte ist eines der größten Probleme von Gesellschaften, denn die Bereicherung weniger auf Kosten vieler geht in der Regel mit der Verbreitung ineffizienter Lösungen für gesellschaftliche Probleme einher, z.B. mit Wind- oder Solarenergie.

Eine Gesellschaft, in der bestimmten Interesseninhabern Privilegien eingeräumt werden, in der bestimmte Interessenvertreter einen exklusiven Zugang zu politischen Entscheidern und somit einen herausgehobenen Einfluss auf die Verteilung von Ressourcen haben, ist qua definitionem keine demokratische Gesellschaft, sondern eine Oligarchie.

Eine Oligarchie ist meist deshalb ein Problem, weil die Lösungen gesellschaftlicher Probleme, die umgesetzt werden, da sie der Bereicherung weniger dienen, nicht im Interesse der vielen sind, also suboptimal und über kurz oder lang zu erheblichem Mangel führen. Das ist ein Problem, das in derartigen politischen Systemen, wir nennen die Herrschaftsform dieser Systeme “politische Korruption”, den Fortbestand der Selbstbereicherungsnetzwerke gefährdet und deshalb mit einer Erzählung, einem Symbol, einem Ritual mit irgend etwas überdeckt werden muss, das gesellschaftliche Einheit über die Gesellschaft aus Bereicherern und Ausgebeuteten stülpt.

[Unter Bereicherern verstehen wir all diejenigen, die ohne eine produktive Leistung zu erbringen oder ohne eine effiziente Lösung für gesellschaftliche Probleme anzubieten, von vielen ausgehalten werden müssen. Die Gruppe umfasst somit die prekäre Mittelschicht, die in Regierungsprojekten ihr Auskommen damit findet, die Regierungserzählung zu unterstützen, von Rassismus über Rechtsextremismus bis Klimawandel, COVID-19 und Ukraine-Krieg, und sie reicht bis zu den Vertretern von Industrien, die ohne Regierungssubventionen und -protektion nicht marktfähig sind.]

Alle Erzählungen, die derzeit genutzt werden, um Ausgebeutete darüber hinwegzutäuschen, dass sie ausgebeutet werden, beginnen bei einer Gefahr:

  • Die Gefahr gesellschaftlicher Ungleichheit, die es erfordert, Frauen zu bevorzugen.
  • Die Gefahr für die Demokratie, die es erfordert, unnütze Mitglieder der prekären Mittelschicht an der Rechtsextremismuserzählung oder Rassismuserzählung basteln zu lassen.
  • Die Gefahr für den Planeten, die es erfordert, effiziente Formen der Energieerzeugung durch ineffiziente zu ersetzen.
  • Die Gefahr für ihr Leben durch ein weitgehend harmloses Coronavirus, die es erfordert, ihre Freiheit zu stehlen und Steuergelder in ungeahnter Höhe an Pharmaunternehmen zu überweisen, die einen Teil dieser Steuergelder nutzen, um über von ihnen bezahlte “Faktenchecker” wiederum die Erzählung der Regierung zu stützen.
  • Die Gefahr für die Demokratie und ihr Leben erfordert es, derzeit noch einen Krieg über Sanktionen gegen Russland zu führen und alles, was den Anschein von russisch erweckt, zu tilgen.

Mit jedem neuen Thema aus der Liste oben, ist die Schraube des Autoritarismus eine weitere Umdrehung angezogen worden. Und mit jeder dieser Erzählungen verbindet sich etwas, was mit Demokratie nicht vereinbar ist, ein Alleingeltungs-Anspruch, die Behauptung, die Welt bestehe durchweg aus gut und böse und man selbst sei natürlich der Gute.

  • Darüber, dass Frauen bevorteilt werden müssen, kann man nicht diskutieren. Wer es dennoch tut, ist ein Antifeminist.
  • Darüber, dass Rechtsextremismus in großem Umfang vorhanden und eine Gefahr für die Demokratie ist, kann man nicht streiten. Wer dennoch streiten will, weil er anderer Meinung ist, ist wahlweise ein Rechtsextremist, ein Rassist oder neuerdings ein weißer Suprematist.
  • Darüber dass der Klimawandel in der vom IPCC beschriebenen Weise stattfindet, gibt es keinen Zweifel. Wer dennoch daran zweifelt, dass Menschen das Klima nach ihrem Willen gestalten können, z.B. auf das Vorhandensein der Sonne hinweist, der wird als Klimaleugner, in gewollter Anspielung an den Holocaust-Leugner diffamiert.
  • Darüber, dass alle Maßnahmen, die die Bundesregierung gegen SARS-CoV-2 ergriffen hat und daran, dass alle Organisationen, über die die Bundesregierung Weisung und Finanzhoheit ausübt, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit über SARS-CoV-2, COVID-19 verbreitet, die davon ausgehende Gefahr, die Anzahl der Infizierten, Hospitalisierten und Toten, die Segnung der Impfung, die “so gut wie keine Nebenwirkungen” mit sich bringt, darüber gibt es nichts zu diskutieren. Wer es dennoch tut, ist in unguter Tradition ein Coronaleugner.
  • Darüber, dass Putin verrückt ist, die Ukraine grundlos überfallen hat, einen Atomkrieg im Schilde führt, darüber, dass die westlichen Staaten allesamt reine, von keinerlei anderen als menschenfreundlichen Interessen getriebene Heilsbringer sind, die der Ukraine, jener Vorbilddemokratie an russischer Grenze, zur Hilfe eilen, wie einst die Freiheitskämpfer den Gegnern Frankos in Spanien zugelaufen sind, darüber gibt es nichts zu diskutieren. Wer es dennoch tut, der wird schon sehen, was er davon hat.

Wenn Demokratie scheibchenweise stirbt, dann ist sie spätestens seit der Klimawandelerzählung ein Leichnam, der nicht mehr wiederbelebt werden kann, denn das, was Demokratien ausmacht, es fehlt in Gänze: Der Streit, der Interessenkonflikt, der Wettkampf um die beste Lösung. All das wurde ersetzt durch eine quasi-religiöse Gewissheit, die von Leuten verbreitet wird, die auf der Fundamentalismusskala von Douglas Pratt mittlerweile im Aktiven Fundamentalismus angekommen sind, einer Vorstufe zum Terrorismus. Staats-Terrorismus, das sollte man nicht vergessen, ist die bei weitem tödlichste Ausprägung von Terrorismus. Al Kaida verkauft Brötchen neben den Terroristen Mao Tse Tung, Josef Stalin, Adolf Hitler, Fidel Castro, Pol Pot und vielen anderen.

Die Phase aktiven Fundamentalismus’ ist geprägt durch missionierende Fanatiker, die das, was wir Eingangs beschrieben haben, die Ambguitätstoleranz nicht mehr kennen, die nicht in der Lage sind, andere Menschen gelten zu lassen, denn sie allein sind im Besitz der Wahrheit, sie allein vertreten legitime Interessen, sie allein sind moralisch, sie allein, wissen, was gut und richtig ist. Wer abweicht, ist zwangsläufig der Antichrist. Diskussion ist nicht mehr notwendig, Interessenwettstreit ausgeschlossen, moralische Selbsterhöhung die Regel, Demokratie tot.

Die Gesellschaft ist krank.

Denn viele derjenigen, die sie nach außen repräsentieren sollen, sind krank, psychopathisch, voller Angst, die eigene Schwäche, das kleine mickrige Menschlein, das sich in ihrem Zellhaufen versteckt, könne zum Vorschein kommen, könne erkannt werden. Deshalb werden aktive Fundamentalisten zu Missionaren, die anderen ihre Weltsicht, ihre Wahrheit, wie sie glauben, aufzwingen wollen, keinen Widerspruch mehr dulden, sich immer stärker von dem, was Menschsein bedeutet, entfernen, bis sie zu einer von Hass beherrschten Travestie auf Mensch geworden sind, der seine persönliche Schwäche nicht nur durch eine soziale Identität zu kaschieren sucht, sondern jede Gelegenheit nutzen muss, um im vorauseilenden Gehorsam seine Zugehörigkeit zu den Guten zu dokumentieren.

Das ist die Zeit, in der es Kristallnächte gibt.

Es fängt meist damit an, dass Menschen aufgrund eines einzigen Merkmals, Jude oder Russe, ausgegrenzt und zu Verhaltensweisen aufgefordert werden, die man von einem Mitglied der eigenen Gruppe nie verlangen würde: Herr Steinmeier distanzieren Sie sich von der Roten Armee Fraktion…

Deutschlandfunk:

Dirigent Gergijew verliert nach Chefposten bei Münchner Philharmonikern weitere Engagements

Die Stadt München hat sich mit sofortiger Wirkung vom Chefdirigenten der dortigen Philharmoniker, Waleri Gergijew, getrennt.

01.03.2022

Zur Begründung erklärte Oberbürgermeister Reiter, Gergijew habe sich nicht zu der Aufforderung geäußert, „sich eindeutig und unmissverständlich von dem brutalen Angriffskrieg zu distanzieren, den Putin gegen die Ukraine und nun insbesondere auch gegen unsere Partnerstadt Kiew führt“. Der gebürtige Moskauer war seit der Spielzeit 2015/16 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.

Vorlagen wie diese werden von den kleinen Rädern im Getriebe aufgenommen, denen, die nur Befehle ausführen, obschon sie prä-emptiv tätig sind, jenen, die das gesellschaftliche Klima vergiften, wie es nur kleine Mitläufer, die alltägliche Verrichtungen politisieren, um sich selbst wichtig zu machen, können:

Es folgt der Kristallnacht-Mob, diejenigen, die so saudumm oder durchideologisiert sind, dass sie nicht mehr zwischen einer Nation und einem Individuum unterscheiden können oder wollen. Kollektivisten, die über die Leichen von Individuen trampeln, um “den Menschen”, das sind dann die Überlebenden, eine Supergute, XXL-schöne Gesellschaft zu bringen. Leute mit dem Geist eines Kleinkindes und der Motivation eines Massenmörders.

Russische Geschäfte, die beschmiert, deren Scheiben eingeschlagen werden. Busunternehmen, die Russlanddeutschen gehören, deren Fahrzeuge mutwillig beschädigt und zerstört werden. Erinnert Sie das an etwas?

Es gab in der deutschen Geschichte schon einmal eine Phase, die von Psychopaten geprägt wurde, Psychopaten in Ämtern und auf der Straße, Leuten, die von ihrer Wahrheit und Mission beseelt, Menschen das Leben zur Hölle gemacht haben: Zunächst wurden die Ausgegrenzten beschimpft, dann folgte die Beschädigung ihres Eigentum, dann der Übergriff auf Leib und Leben. Mit den Anfängen wehren ist es längst nicht mehr getan. Eine kollektive Psychopatologie kann man nicht mit Spaziergängen und sonstigen Formen der freiwilligen Separation begegnen. Man kann nur die Betroffenen aus Ämtern und dem öffentlichen Leben entfernen und sie der Behandlung zuführen, die von dazu ausgebildeten Fachkräften der Psychiatrie in geschlossenen Kliniken durchgeführt werden, wobei geschlossen in zweifacher Hinsicht geschlossen sein muss, Klink in Gefängnis.

Eintsweilen hilft nur Humor über die kollektive Psychose:


Wir haben Medien in diesem Post bislang nicht erwähnt. Medien zu erwähnen verschiebt die Zuschreibung von Verantwortung. Für Zerstörung wie in den beiden Videos gezeigt, sind nicht Medien verantwortlich, sondern die Täter. Das Schreiben von Ortrud Steinlein über den “offenbar geistig gestörten Autokraten Putin”, der zum Anlass genommen wird, um Menschen, die mit Putin nichts zu tun und nichts am Hut haben, die Behandlung zu verweigern, weil ihnen das kollektive Merkmal “russische Staatsbürgerschaft” wie ein Judenstern angeheftet wird, wurde nicht von Medien aufgesetzt und verschickt. Das Schild aus einer Postfiliale in Koblenz hat kein Jounalist entworfen. Hier sind Einzelne am Werk, die einen so großen Drang über Dritte, ihnen vollkommen Unbekannte herzufallen, verspüren, dass man davon ausgehen muss, es mit Psychopaten zutun zu haben, die man zur Verantwortung ziehen muss …

Immer vorausgesetzt, man will Demokratie zurückhaben.



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