Haters gonna hate und Spinners gonna spin

Beim Gunda-Werner-Institut, dem Feminismus- und Geschlechter-Ableger der Heinrich-Böll-Stiftung hat die Technik Einzug gehalten. Scheinbar gibt es einen Praktikanten, der von HTML und Java-Script ein wenig versteht und deshalb gibt es bei der Stiftung eine Online-Umfrage, eine Online-Umfrage zum Thema „Hasskommentare“.

Welch‘ anderes Thema als „Hasskommentare“ könnte man bei der Gunda-Werner-Stiftung schon bearbeiten wollen?

Schnell hill esserWo früher Studenten in Methodenvorlesungen geschwitzt und versucht haben, die Kunst der empirischen Sozialforschung zu erlernen, da denkt heute jeder dahergelaufene Hempel, er könne selbst eine Umfrage machen, eben einmal drauflos fragen, so wie beim Gunda-Werner-Institut, bei dem man die Umfrage zu Hasskommentaren offensichtlich benötigt, um das zu bestätigen, was die Gundas sowieso schon wissen:

“Hasskommentare sind in Deutschland ein Tatbestand des Strafrechts, auch im Internet. Trotzdem werden sie kaum geahndet. Allzu oft antworten Polizei oder Staatsanwaltschaft auf Anzeigen mit „Täter*innen nicht ermittelbar“. Betroffen sind diejenigen, die ohnehin Diskriminierungserfahrungen machen: Frauen* und/oder rassifizierte Menschen, Menschen mit Behinderung, jüdische Menschen, LGBTIQ…“

Das ist der erste Absatz auf der Umfrage-Seite der Gundas. Der Absatz erweckt den Eindruck, dass längst bekannt sei, wer Opfer und Täter von Hasskommentaren sind, wie viele davon es gibt, was Hasskommentare überhaupt sein sollen usw. Drei Absätze weiter sind die Gundas dann plötzlich auf dem Boden der Realität, sie, die eben noch genau wussten, dass es „Frauen* und/oder rassifizierte Menschen, Menschen mit Behinderung, jüdische Menschen, LGBTIQ…“ sind, die Opfer von Hasskommentaren werden, sie schreiben nun in einem beispiellosen Akt des Selbst-Widerspruchs innerhalb von zwei Absätzen:

“Bislang mangelt es an verlässlichen Daten zu Täter*innenprofil, den betroffenen Diskussionsteilnehmer*innen und den Auswirkungen auf das Verhalten im Netz.“

Es gibt eben Dumme und die Gundas. Die Gundas, die wissen alles über etwas, von dem sie selbst sagen, dass sie nichts davon wissen. Besser kann man die eigene Beschränktheit eigentlich nicht auf den Punkt bringen. Aber weil das noch nicht reicht, demonstrieren die Dilettanten in empirischer Sozialforschung gleich noch mit einer einzigen Abbildung, dass sie zu den absoluten Ahnungslosen auf dem Gebiet der empirischen Sozialforschung gehören.

Gunda spins

Die Abbildung ist vollkommen wertlos, denn es fehlt jede Angabe zur Grundgesamtheit. Ohne diese Angabe machen Prozentangaben aber keinen Sinn. Besonders lustig ist die Überschrift „repräsentative Ergebnisse“. Wir halten zwar nicht viel von Repräsentativität, aber diejenigen, die sich seit Jahren bemühen, mit Auswahlverfahren, Gewichtungsverfahren und allerlei mathematischen Verrenkungen sicherzustellen, dass die Befragten, die sie zusammen bekommen haben, repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sein sollen, nicht einmal sie haben verdient, dass die Gundas auf ihrem Zug Trittbrett fahren, die Gundas, die denken, man macht eine Umfrage, sammelt die Antworten, prozentuiert und schreibt „repräsentatives Ergebnis“ darüber.

Und natürlich, daran haben wir keinen Zweifel, wird es eine ganze Reihe von Journalisten, die so ungefähr dasselbe intellektuelle Niveau erreicht haben, wie die Gundas, geben, die die Ergebnisse für bare Münze, für repräsentative bare Münze nehmen.

Schuster, bleib‘ bei Deinen Leisten, können wir nur sagen und die Gundas zurückschicken, zu dem, was sie können. Was war das noch einmal? Kochen? Nein, kochen war es wahrscheinlich auch nicht?

Basenwirtschaft: Live dabei sein, wie die Heinrich Böll Stiftung Steuergelder verschleudert

GrotesqueJa, ja, Sie haben also gedacht, für heute ist es genug, mit dem Wahnsinn. Ein Text der Fachschaftsinitiative Gender Studies, und Sie sind schon geschafft und wollen zurück in die normale Welt, sich vor den Fernseher setzen, eine Dose Bier und eine Tüte Chips dazu nehmen und eine schöne normale Serie der X-Files sehen, z.B. die Serie Grotesque, in der alle, ausnahmslos alle Mitwirkende mehr Verstand und Normalität aufzuweisen scheinen als das für die Akteure der Fall zu sein scheint, die wir Ihnen im letzten Post zugemutet haben.

So leicht machen wir es Ihnen nicht. Heute wird Wahnsinn aufgenommen bis zum Abwinken: All you can take.

Also, ihr Steuerzahler, schaut Euch genau an, wofür die Gunda-Werner-Stiftung, das Anhängsel der Heinrich-Böll-Stiftung, das Geld, das ihr sauer verdient habt, das ihr einer sinnvollen Verwendung zuführen könntet, ihrerseits verwendet. Bitte alle eventuell aufkommenden Formen der Aggression nicht auf den Monitor richten. Der kann nichts dafür.

Die Gunda-Werner-Stiftung, die veranstaltet nämlich einen Workshop. Wolle Pelz hat auf ihn hingewiesen und einiges dazu gesagt.

Auch wir wollen unseren Lesern die Gelegenheit nicht vorenthalten, sich am Freitag, den 16. Oktober von 10.00 bis 14.30 in einem Workshop von zwei ausgewiesenen Fachtrainerinnen für absolut wert- und sinnlosen Unfug über ihre strukturelle Privilegierung und ihre sonstigen Defizite aufklären zu lassen.

Weißen Feminismus hinterfragen – Verbündete werden“ – so der Titel des Workshops, den Sie, liebe Steuerzahler, finanzieren, und zwar mit dem Ziel Bewusstsein zu schaffen, solches Bewusstsein:

gwi-logo-de„Viele weiße Frauen, die sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit engagieren, übersehen leicht, dass sie auch Privilegien haben, denn als weiße Frauen profitieren sie von rassistischen Strukturen. Für viele ist es schwer zu erkennen, dass frau selbst unbewusst rassistische Ideen und Handlungsweisen verinnerlicht hat und diese meist subtil und indirekt auch die politische Arbeit beeinflussen. Der Workshop bietet einen gemeinsamen Reflexionsraum und gibt Anregungen für Handlungsmöglichkeiten in politischen, beruflichen und privaten Situationen. Wie kann ich als weiße Frau sensibel und klar Stellung gegen Rassismus beziehen? Wie werde ich eine Bündnispartnerin für Menschen of color? Wie kann ich rassistischen Strukturen widerstehen und sie transformieren?“

So Ihr Bleichgesichter da draußen, ihr Bilagáana, ihr, bei denen es nicht für ein bischen Farbe gereicht hat, Ihr, die ihr Euch mit künstlichem Teint beschmieren oder die Haut verbrennen müsst, um Euch von Leichen zu unterscheiden, geht in Euch. Erkennt, dass Ihr strukturell bevorteilt seid, Rassisten qua Geburt, die nicht anders können, als sich unsensibel rassistisch oder sensibel weniger rassistisch zu verhalten, eben weil es nicht zu ein wenig mehr Melaninbildung gereicht hat.

Das Opfer weißer Hegemonie, Floyd Mayweather, Jr.

Das Opfer weißer Hegemonie, Floyd Mayweather, Jr.

Lernt, dass Schwarze nur darauf warten, Euch als Verbündete begrüßen zu können. Hört, dass Schwarze, wie Ice Cube oder the Notorious Big, Opfer der weißen Hegemonie sind, die sich nicht wehren können und auf Euch, ja Euch, gewartet haben, damit ihr sie von weißen rassistischen Strukturen befreit, die sie daran hindern, noch eine weitere Million US-Dollar in Royalties einzunehmen.

Vernehmt, dass die Weißen die Herrscher dieser Welt sind, die Top-Rasse, die sich selbst geiseln muss, damit sie nicht die anderen, die niedrigen Rassen unterjocht, ausnutzt, zum Sklaven- und Frondienst verdammt. Und dann geht raus und wendet Euer neu gewonnenes Wissen an, z.B. bei Floyd Mayweather Junior, einem dieser Unterdrückten und von weißer Hegemonie gebeugten Schwarzen, nein PoC, nein Farbigen.

Läutert Euch. Werdet unweiß. Färbt Euch ein, und bekämpft den inneren rassistischen Schweinehund in Euch und gemeinsam mit der „Wertschätzungs-Trainerin“ Jacquelin Alex und der „Trainerin für Empowerment und kritisches weißsein“, Julia Lemmle. Nie war die Gelegenheit, die Verschwendung von Steuergeldern für absoluten Unfug hautnah mitzuerleben so gut wie heute.

Das sagen wir Euch, wir, Dr. habil. Heike Diefenbach, Wissenschaftlerin mit internationalem Renomée und Trainerin für das Empowerment of Logik and Reason und Michael Klein, Trainer für besondere Opfergaben durch höhere Einsichten in höhere Wesenheiten und Vorsitzender der „Herr-schmeiß-Hirn-Bewegung“.

Es männert: von emanzipatorischer Männlichkeit

Man kann sich kaum noch vor Männlichkeiten retten. Überall „männert“ es. Man eilt vom Männerkongress zur Männertagung, zur internationalen Männerkonferenz und man kann sich vor Männerforen kaum mehr retten. Fast, dass man denken könnte, es herrscht ein wahre Mannes-Phobie, eine eher irritierende Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Männlichkeit noch vor kurzem in der Krise war und die Angry White Men zu den Prügelknaben des Jahrhunderts stilisisert werden sollen (Nebenbei bemerkt, wer angesichts des Gleichstellungs-Unsinns, der täglich auf uns einprasselt, kein angry white (or black) men ist, der hat aufgehört zu leben).

Die Entdeckung des Mannes durch politische Vereine und Regierungen lässt nichts Gutes vermuten, hat noch bevor man sich näher damit befasst hat den Stallgeruch der Manipulation und des Versuchs, die so vielfältigen Männlichkeiten, die es angeblich gibt, auf eine einzige Männlichkeit, eine staatsdienliche Männlichkeit, wie man sie nennen könnte, zu reduzieren. Kurz: Das Rollenangebot „Männlichkeit“, wie man mit Ralf Dahrendorf sagen könnte, umfasst vielleicht eine Reihe von Kann-Rollen, aber unter diesen Kann-Rollen gibt es genau eine, die zur Muss-Rolle bestimmt werden soll.

Den Anfang dabei macht das Gunda-Werner-Institut, das sich seit Jahren bemüht hat,  Steuergelder einem eigennützigen Verwendungszweck zuzuführen.

Dieses Gunda-Werner-Institut veranstaltet gemeinsam mit dem Forum Männer, einem vom Gunda-Werner-Institut finanzierten Satelliten, die Tagung: „Männlichkeiten zwischen Hegemonie und Vielfalt – Welche? Für wen? Wozu?„.

Dabei geht es offensichtlich um mehrere Männlichkeiten, die zwischen Hegemonie und Vielfalt lavieren, wobei es schwierig ist, sich die entsprechenden Männlichkeiten dabei vorzustellen, wie sie hegemoniale Männlichkeiten und vielfältige Männlichkeiten sind bzw. irgend etwas dazwischen, von dem man wiederum nicht weiß, was es sein könnte, denn: Hegemonie und Vielfalt sind keine Pole desselben Kontinuums. Das Gegenteil von Hegemonie wäre wohl Schwäche oder Hilflosigkeit, während das Gegenteil von Vielfalt in der Homogenität oder Gleichheit zu suchen wäre. Kurz: der Tagungstitel ist Unsinn.

Und weil selten etwas Besseres nachkommt, geht es mit Unsinn weiter:

„Die Tagung «Männlichkeiten zwischen Hegemonie und Vielfalt» nimmt die Fülle männlicher Lebensentwürfe in den Blick, die sich im Spannungsfeld zwischen hegemonialer männlicher Monokultur und parallelkulturellen Konstruktionen von Männlichkeiten entwickelt hat. Gefragt wird, wo und wie welche Bilder von Männlichkeiten (re)konstruiert werden, welche Männlichkeiten für wen und wozu Sinn machen und wo Potenzial für Veränderung und emanzipatorische Entwürfe von Männlichkeiten liegen.“

Es gibt also ein Spannungsfeld zwischen „hegemonialer männlicher Monokultur“ und „parallelkulturellen Konstruktionen von Männlichkeit“. Da die Eigenschaft von Parallelen darin besteht, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt schneiden, fragt man sich unwillkürlich, wo, wenn hegemoniale männliche Monokulturen und prarallelkulturelle Konstruktionen von Männlichkeit sich nie treffen, die Spannungen herkommen? Die Antwort ist eine Wiederholung und lautet einmal mehr: Unsinn (Der Unsinn erinnert an eine studentische Klausur, die die Aufgabe enthielt, eine Gerade in ein Koordinatenkreuz einzuzeichnen. Aus der Geraden, in der entsprechenden Klausur, wurde eine Kurve, dieser Irrtum ist vermutlich demselben Unverständnis der eigenen Sprache geschuldet).

Und dem Unsinn folgen die Fragen: Wir haben eine Vielzahl von Männlichkeiten und dennoch keine Emanzipation, denn trotz der vielen Männlichkeiten muss erst ausgelotet, ja gefragt werden, wo das Potential für emanzipatorische Entwürfe liegt. Unter emanzipatorischen Entwürfen ist vermutlich das zu verstehen, was man beim Gunda-Werner-Institut und beim Mitveranstalter, dem vom Gunda-Werner-Institut ausgehaltenen Forum Männer als emanzipatorische Männlichkeit ansieht.

Machen wir uns auf die Suche nach der richtigen, emanzipatorischen Männlichkeit.

Das Forum Männer, also der Satellit des Gunda-Werner-Instituts ist ein Gründungsmitglied des Bundesforums „Männer“, jenes Vereins, der die Befreiung der Männer dadurch anstrebt, dass er Männer auf 32 Arbeitsstunden pro Woche festlegen und ihnen Windeln wickeln für die freigewordene Zeit verordnen will. Dieses instrumentelle Bundesforum Männer, dass die Rolle der Nichtregierungs-Organisation spielt, obwohl per Anschubfinanzierung vom Bundesministerium für FSFJ ausgehalten, weist auf seiner Webpage auf die internationale Männerkonferenz zum Thema „Männerpolitik – Beiträge zur Gleichstellung der Geschlechter“ hin, die am 6. und 7. Oktober in Wien stattfindet und vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Österreichs und dem Bundesministerium für FSFJ finanziert wird.

Und wenn sich die Männlichkeiten-Vielfalt, die auf der Tagung beim Gunda-Werner-Institut bereits zur richtigen Männlichkeit verdichtet wurde, mit der Männerpolitik trifft, dann kommt Folgendes dabei heraus:

„Erwerbsarbeit war und ist für viele Männer immer noch der zentrale identitätsstiftende Bezugspunkt. Männeremanzipation führt heraus aus diesem einengenden Männlichkeitsverständnis. Ein zeitgemäßes Rollenbild ermöglicht es Männern, neue Lebensfelder für ein ganzheitlicheres Leben zu entdecken und zu erleben. Das Interesse an den Lebensfeldern Familie und Eigenwelt kommt von den Männern selbst. Kommen Männer dadurch in Balance, dient das dem Wohle aller, insbesondere auch dem partnerschaftlichen Rollenverständnis.“

Das emanzipatorische Potential der Vielfalt der Männlichkeiten, das auf der Tagung des Gunda-Werner-Instituts gesucht werden soll, das Programm der internationalen Männerkonferenz hat es bereits gefunden: Es besteht darin, zunächst einmal die Identitätsstiftung über Arbeit als Männlichkeitsentwurf auszuschließen. Hat man diese Ausprägung der Vielfalt von Männlichkeit, die nicht-moderne und von zu wenig Interesse am Lebensfeld Familie geprägte Version, aus der Vielfalt der Männlichkeiten ausgeschlossen, dann ist der Weg frei für ein ganzheitliches Leben, das Männer in Balance bringt (mit was auch immer), dem Wohle aller dient, insbesondere dem partnerschaftlichen Rollenverständnis und vor allem, und ganz wichtig, das ganzheitlich ist.

Amen.

Die Vielfalt, vor die sich der moderne Mann und die moderne Frau gestellt sehen, das emanzipatorische Potential neuer Männlichkeit und vermutlich auch neuer Weiblichkeit besteht darin, geboren zu werden, zu arbeiten, sich fortzupflanzen, dem Staat als Füller der Sozialkassen dienlich zu sein und wenn es möglich ist, nicht als Pflegefall zu sterben. Es ist schon erstaunlich, was heutzutage als Emanzipation durchgeht.

Zur Erinnerung:

„Emanzipation (lat.) ‚aus der Hand herauswachsen‘, Freilassung, Verselbständigung, Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit … Ausgehend von dem berühmten, von I. Kant geprägten Begriff von Aufklärung als ‚Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit‘ (‚Unmündigkeit‘ ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen), meint Emanzipation die Befreiung des Menschen von sozialen Strukturverhältnissen, die, weil vom Menschen noch unbegriffen, Unmündigkeit erhalten“ (Hillmann, 1994: 178).

Die emanzipatorische Männlichkeit, die uns das BMFSFJ und sein Satellit das Bundesforum Männer in trauter Eintracht mit dem Gunda-Werner-Institut und seinem Satelliten dem Forum Männer verkaufen wollen, hat mit einer Befreiung des Menschen von sozialen Strukturverhältnissen überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil: Der männliche Mensch der propagiert werden soll, begibt sich freiwillig in die Abhängigkeit sozialer Strukturverhältnisse. Er geht eine Beziehung ein, in welcher Form auch immer, sucht nach der legalen Weihe dieser Beziehung auf dem Standesamt, geht weiter Verpflichtungen ein, indem er Kinder in die Welt setzt und ist am Ende so sehr im Netz sozialer Strukturen verwoben, dass ihm eine emanzipatorische Männlichkeit nur als Vorstellung in der Midlife-Crisis bleibt.

Denn: eine emanzipatorische Männlichkeit macht sich frei vom Zustand der Abhängigkeit, und zwar dadurch, dass sich die entsprechenden männlichen Menschen ihres Verstandes ohne Leitung durch einen Dritten bedienen. Kurz: Sie entscheiden selbst, welche Form von Männlichkeit sie leben wollen, welche Form von Leben sie leben wollen und welche Verantwortung sie in ihrem Leben übernehmen wollen. Emanzipation setzt Freiheit vom Gunda-Werner-Institut und vom BMFSFJ voraus, denn beiden und ihren foralen-Vasallen geht es darum, Wahlfreiheit für Männer einzuschränken und die „Befreiung aus dem Zustand der Abhängigkeit“ zu verhindern.

Das nämlich ist der Horror dieser Institute: Männer, die tatsächlich ihre Männlichkeit leben und sich nicht auf staatlich und kulturell vorgegebene Lebensweisen einlassen. Die als Wanderburschen durch die Welt ziehen, ohne sich zu binden, und die ihr Leben nach ihrer Fasson leben, voll emanzipiert und ohne sich in familiäre oder gesellschaftliche Abhängigkeiten zu begeben.

Wie so oft zeigt sich, dass Begriffe, hier emanzipatorische Männlichkeit, von Seelenanglern als Köder ausgelegt werden, in der Hoffnung, dass möglichst viele anbeißen und ihrem selbstbestimmten Leben damit ein Ende bereiten.

Und zum Abschluss: Anschauungsmaterial, Anschauungsmaterial zur Vielfalt der Männlichkeiten, wie sie beim Forum Männer herrscht (alle Bilder stammen von der Webpage des Forums Männer). Wem dies ein attraktives Angebot ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

Die neue Männlichkeit:

Forum Maenner IForum Maenner IIForum Maenner III

Unsinn der Woche: Sind Frauen mehr wert als Türken?

Prof. Dr. Günter Buchholz hat uns einen Hinweis auf ein Interview geschickt, das auf der Webseite des Gunda-Werner-Instituts veröffentlicht wurde. Interviewt wird Gabriele Abels, Professor für „politische Systeme Deutschlands und der EU sowie Europäische Integration“ an der Universität Tübingen.

Dem Politikwissenschaftler unter den ScienceFileslern ist ganz schlecht, seit der Lektüre dieses Interviews und nicht nur ihm.

Warum? Weil man es wirklich nicht mehr hören kann, schon gar nicht von Personen, die an Universitäten Lehrstühle besetzen und dort wohl versuchen, Studenten zu beeinflussen.

scully facepalmDas Interview ist über weite Teile das übliche Lamento. Die Gleichstellungspolitik der EU, so erfährt man, obgleich man es nicht wissen will, sei „immer ökonomisch begründet“, und das sei eine zentrale Lücke. Seither rätseln wir, wie etwas eine zentrale Lücke sein kann, das ökonomische begründet ist, und wir haben uns entschlossen, diese Unvereinbarkeit von Lücke und Begründung derzeit als Inkompatibilität zwischen Sinn und gewählten Worten zu werten.

Weiter geht es im Text mit der Behauptung, dass eine Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt in Rechnung stellen müsse, dass Frauen häufiger krank sind (oder feiern) und dass u.a. häusliche Gewalt schuld daran sei. Wie sich dieser angebliche Zusammenhang Frau Abels mitgeteilt hat, wissen wir nicht. Es muss eine Form der Eingebung gewesen sein, vielleicht eine Mitteilung von einem heilenden Stein, jedenfalls kann es keine empirische Forschung sein, denn es gibt schlicht keinerlei belastbare Daten, die zeigen würden, dass häusliche Gewalt eine Ursache von Arbeitsausfall ist. Und dass häusliche Gewalt ein Monopol weiblicher Opfer sein soll, ist eine Behauptung, die auch dann, wenn Frau Abels sie vorbringt, nicht richtig ist.

Pol SozWir wollen an dieser Stelle ausdrücklich feststellen, dass es einen empirischen Ast in der Politikwissenschaft gibt. Es gibt also Politikwissenschaftler, die sich darum kümmern, ob das, was sie behaupten, auch von der Realität bestätigt wird, die also nicht einfach etwas behaupten, nur weil sie gerne hätten, dass es wahr ist. Aber offensichtlich gibt es zwischenzeitlich auch einen esoterischen Ast unter dem Dach der Politikwissenschaft. Offensichtlich machen sich Personen breit, die Zusammenhänge nicht prüfen, sondern erahnen, die ihre sprachliche Realität nach dem gestalten, was sie gerade gerne hätten, nicht nach dem, was ist. Wir vermuten, dieses Krankheitsbild trifft besonders häufig Frauen.

Man wartet bei diesem Interview mit Frau Abels förmlich darauf, dass die Manie ausbricht. Man muss nicht lange warten: Die Finanzkrise trifft Frauen. Die Finanzkrise führt zu Entlassungen. Das trifft Frauen. Der „Rückbau von sozialstaatlichen Strukturen“ im Zuge der Finanzkrise, na, was ist wohl damit? Richtig, er trifft Frauen. Und die Finankrise ist noch dazu ein hinterhältiges weibliches Nomen: Auf den „ersten Blick“ wirkt sie „nicht geschlechtspezifisch“, auf „der anderen Seite“ (nicht etwa auf den zweiten Blick) „indirekt aber doch“. Denn: Frauen werden in „manchen Bereichen zu den Familienernährerinnen und da ist es natürlich ein Problem, wenn Frauenlöhne strukturell sowieso niedriger sind“.

Erstklassig dieser Unsinn. Wirklich nicht zu überbieten. Da müht man sich jahrlang in der Methodenlehre ein Beispiel für einen ökologischen Fehlschluss zu finden und Frau Abels formuliert ihn einfach locker flockig im Interview. Ein ökologischer Fehlschluss liegt dann vor, wenn man aus Zusammenhängen, die man auf Aggregatebene festgestellt zu haben glaubt, auf individuelle Zusammenhänge schließt. Auch wenn Deutsche pro Jahr und im Durchschnitt 12,81 Liter reinen Alkohol trinken, kann man nicht schließen, dass Frau Abels betrunken war, als sie das Interview gegeben hat. Das eben wäre ein ökologischer Fehlschluss.

Aber nicht nur ein ökologischer Fehlsschluss, auch eine Form selektiver Wahrnehmung, die man mit dem ICD-10 abgleichen müsste, macht diesen Unsinn besonders: Da werden Frauen zu Familienernährerinnen, einfach so, denn die Voraussetzung bleibt unausgesprochen, dass nämlich Männer arbeitslos werden, denn das setzt der Prozess des Familienernährerinnen-Werdens im Zuge einer Krise voraus. Erwähnenswert ist es Frau Abels jedoch nicht. Was sind schon arbeitslose Männer wenn es um den Artenschutz der seltenen Spezies der Familienernährerinnen geht?

Und um es einmal wieder festzustellen, „Frauenlöhne“, wie Frau Abels sagt, sind nicht strukturell niedriger, sondern Frauen wählen Berufe, die für geringere Einkommen bekannt sind. Das hat mit strukturell gar nichts zu tun, aber viel mit der entsprechenden Wahl durch die entsprechenden Frauen. Wir vermuten, dass der „Frauenlohn“, den Frau Abels als Besatzer einer Professur erhält, die eigentlich zur Gewinnung von für die Politikwissenschaft relevanten Erkenntnissen dient, genau dem enstpricht, was ein männnlicher Kollege auf der entsprechenden Besoldungsstufe verdient, schon weil Leistung bei öffentlicher Besoldung keine Rolle spielt. Dass Leistung keine Rolle spielt, ist übrigens eine strukturelle Ungerechtigkeit.

Der Begriff der „Frauenlöhne“, den Frau Abels in die Debatte einführt, ist auch einer Würdigung wert, fragt sich doch, wie er gemeint ist, als Genitiv, der Lohn der Frau oder als Akkusativ, die Frau als Lohn? Hat Levi-Strauss mit seiner Diskussion von Frauen als Tauschobjekt einen so tiefen Eindruck auf Frau Abels gemacht, dass sie es gar nicht vergessen kann? Oder ist das eine neue Wertoffensive Marke: Was soll ich mit einer Frau, die nicht einmal zehn Kamele wert ist? Letzteres aus Reihen der Genderisten zu hören, wäre in der Tat erstaunlich. Aber vermutlich liegt hier nur eine neuerliche Inkompatiblität zwischen Sprache und Verwendung derselben vor.

Damit nicht genug: die Austeritätspolitik ist auch zu verdammen. Warum: weil sie geschlechtsspezifisch wirkt. Sie trifft Frauen, geringverdienende Frauen und denen fühlt sich Frau Abels offensichtlich besonders verpflichtet, nicht so, dass sie auch nur einer geringverdienenden Frauen einen Teil ihrer W3-Besoldung abgeben würde, aber doch verbunden genug, als dass sie sie benutzt, um selbst als Gutmensch dazustehen.

Aber all das bisher Gesagte verblasst angesichts des Unsinns, der dann kommt. Es ist dies ein seltenes Dokument der Verirrung, die Verirrung des Genderismus oder des Gender Mainstreamings in der Intersektionalität, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Deshalb zum Genießen in ungekürzer Länge:

Quadratur Kreis„Die zentrale Frage ist nun, wie verhält sich die Kategorie Geschlecht zu ethnischer und sozialer Herkunft, zu Religion und Weltanschauung, zu Behinderung, Alter und sexueller Orientierung – zu den großen unterschiedlichen Diskriminierungstatbeständen? Dazu kommt die rechtliche Frage wie das Verhältnis zu gewichten ist. Das ist ein umstrittenes Thema auch in der Frauen- und Geschlechterforschung, aber auch rechtlich relevant. Gibt es Hierarchieverhältnisse zwischen Diskriminierungstatbeständen? Das ist ein wichtiger Punkt: Die Verschränkung von Diskriminierungstatbeständen stärker in den Blick zu nehmen und zu schauen, was das für politische und rechtliche Strategien bedeutet. … Die Strategien können zueinander auch im Konflikt stehen. Die Frage ist: Ist Geschlecht eine übergeordnete Kategorie und genießt sie einen besonderen Schutz? Wie geht sie mit anderen Kategorien zusammen? Da braucht man sicherlich eine Verfeinerung von Strategien, die aber zugleich vermeiden, Menschen auf bestimmte soziale Kategorien festzuschreiben und eine Form der Essentialisierung von sozialen Kategorien zu betreiben“.

Liebe ScienceFiles-Leser, Sie waren gerade live dabei, wie sich jemand um den Verstand geredet hat.

Offensichtlich geht die Beschäftigung mit Genderismus an manchen nicht spurlos vorbei. Und während sie sich fragen, ob sie als Inhaber eines weiblichen Geschlechts besondere, quasi Führungswesen, besondere Führungswesen sind, da trifft sie die „Verschränkung der Diskriminerungstatbestände“ mit voller Wucht. Was ist mit weiblichen Schwarzen, weiblichen Türken, weiblichen alten Türken, weiblichen Arbeiterfrauen aus der dritten Generation eingewanderter Kurden, weiblichen adipösen, transsexuellen Schwulen, die katholisch sind? Muss man Diskriminierungstatbestände addieren, multiplizieren oder zählt z.B. ein Türke weniger als ein weibliches Geschlecht?

Und weil das alles nicht reicht, treibt Frau Abels den Wahnsinn auf die Spitze, kategorisiert wie wild, um dann den Finger zu heben und vor einer Kategorisierung zu warnen, nunmehr Essentialismus genannt. Das Wort, Essentialismus, muss sie irgendwo in sinnentleerter Form mitbekommen haben.

Essentialisten sind reduktionistische Menschen, die denken, eine Kategorie wie Geschlecht definiere eine Person, die denken, von all den Myriaden von Eigenschaften, die Menschen in sich vereinen, sei z.B. das Geschlecht die eine relevante Eigenschaft, die alles in den Schatten stelle, alles durchdringe und alles beherrsche. Aber vermutlich ist die Bedeutung des Begriffs Essentialismus in Tübingen unter den dortigen Politikwissenschaftlern nicht bekannt, nicht Teil der Ausbildung.

GuggenbergerEs gab einmal eine Zeit, da haben sich Politikwissenschaftler mit Machtsstrukturen beschäftigt, untersucht, wie weit es mit der Repräsentation von Wählern in einer Demokratie tatsächlich her ist. Es gab einmal eine Zeit, da haben Politikwissenschaftler auf das demokratische Defizit der EU verwiesen. Heute verweisen angebliche Politikwissenschaftler auf ein Gender Mainstreaming Defizit, weil etwas anderes als Geschlecht in ihrer Ausbildung nicht vorgekommen ist. Und so versinken die Fächer der Sozialwissenschaften im Schlamm der Frauen- und Geschlechterforschung und degenerieren, eines nach dem anderen, zum Panoptikum der eigenen Beschäftigung mit dem eigenen Geschlecht.

Wissenschaftsfeindlich und differentialistisch: Genderisten und ihr Verhältnis zur Wissenschaft und zu Andersdenkenden

ein Nachtrag zu den (Ent-/)Äusserungen des Herrn Köhnen.

von Dr. phil. habil. Heike Diefenbach

Wenn ich die (Ent-/)Äusserungen des Herrn K. heute Revue passieren lasse, dann dominiert nach wie vor der Eindruck der Peinlichkeit. Trotzdem wird mir erst heute richtig klar, wie bemerkenswert der Satz des Herrn K. ist:

“Offensichtlich verfolgen die Gender-Gegner … mit dem Unwissenschaftlichkeitsvorwurf das Ziel, dass das Fach [Genderismus] von den Universitäten verschwinden soll” (Köhnen 2013: 42).

Das ist die beste Illustration des Verhältnisses von Genderisten zur Wissenschaft, die mir jemals vor Augen gekommen ist:

Aly unser kampfEs ist Genderisten schlichtweg nicht vorstellbar, dass es Leute geben könnte, die sich nicht für „Gender“ interessieren, sondern für Fragen der Verteilungsgerechtigkeit und vor allem dafür, dass die Wissenschaft nicht vollständig vor die Hunde geht und DESHALB den Unwissenschaftlichkeitsvorwurf erheben, der die Forderung nach Schließung von Gender-Leerstühlen als natürliche Folge hat.

Unter dem Damokles-Schwert der Streichung von Stellen und Geldern im Bereich „Gender“ richten die Genderisten ihren kurzsichtigen Blick auf eben diese Streichungsmöglichkeit – und sonst nichts.

Genderisten schließen von sich auf andere Leute: Ganz so, wie sie selbst „Wissenschaftlichkeit“ bloß als Floskel im Kampf um Stellen und Gelder benutzen, unterstellen sie anderen Leuten, sie würden den Unwissenschaftlichkeitsvorwurf nur erheben, um die Streichung von Stellen für Genderisten zu fordern, sozusagen als Selbstzweck, nicht, weil diese Stellen in der Mehrzahl leider die Idee der Wissenschaft pervertieren.

Das sagt doch eigentlich alles, was es über Genderisten zu wissen gibt.

Oder doch nicht?

Nein. Sie sind nicht nur Opportunisten, denen Wissenschaft egal ist, sondern sie sind wissenschaftsfeindlich, und sie sind Differentialisten, ganz so wie Rassisten, die erstens in ihrer Ideologie pauschal Unterschiede zwischen Gruppen von Menschen (hier: Geschlechter, früher: Rassen) behaupten (von „Intersektionalität“ keine Spur!) und zweitens grundlegende, essentielle und daher unüberbrückbare Differenzen zwischen sich und denjenigen behaupten, die sie als ihre Gegner wahrnehmen.

Dass Genderisten nicht anders können als Leute, die die Genderisten außerhalb ihrer ideologischen Sekte verorten, als „Gender-Gegner“ zu bezeichnen, ist vielleicht die deutlichste Illustration der latenten Menschenverachtung und der latenten Aggression gegen Andersdenkende, die sie auszeichnet. Das erinnert doch sehr stark an das, was die Genderisten so gerne als rechtsradikales Gedankengut brandmarken: Wer nicht im Wolfspack mitheult und mittrabt, der ist „Fremder“ und Feind – schlicht und einfach. SEHR schlicht und SEHR einfach!

TaguieffVor diesem Hintergrund verwundert es doch wirklich nicht, wenn sich Intellektuelle und Wissenschaftler wie Pierre-André Taguieff oder Götz Aly gegen das

„funktionale Überbleibsel eines ideologischen Apparats, der in the 1930er-Jahren in Erscheinung getreten ist, um das nationalsozialistische Regime zu bekämpfen“

wie Tuguieff (2001: 231) sagt, (wobei die Übersetzung vom Englischen ins Deutsche von mir stammt) wenden.

Götz Aly bemerkt auf Seite XIII im Vorwort zu seinem Buch „Unser Kampf 1968“ (2009):

„Derartige, nicht zufällige Fehlleistungen und Nicht-Reaktionen [von denen er vorher einige beschreibt, die ich hier jetzt aber aus Zeit- und Platzgründen nicht wiedergeben will] dokumentieren hinreichend, dass zwischen den deutschen Achtundsechzigern und Hitlers jungen Leuten von 1933, den Dreiunddreißigern, historische und familiengeschichtliche Bande bestanden. Sozialisationswissenschaftlich betrachtet erscheint die Feststellung banal. Die Kontinuitäten mussten bestehen“.

Ich fürchte, Aly hat Recht.

logic-will-prevail2Aber dann gibt es logischerweise auch historische und familiengeschichtliche Bande und Kontinuitäten mit Bezug auf diejenigen, die auch (oder vielleicht muss man sagen: sogar) in Deutschland Widerstand gegen ideologische Übernahmen gezeigt haben und für die Vernunft eingetreten sind.

Literatur:

Aly, Götz. 2009. Unser Kampf 1968. Frankfurt/M.: S. Fischer Verlag.

Taguieff, Pierre-André. 2001: „On Antiracism. Ideal Type, Ideological Corruption, Perverse Effects“. S. 230-258 in: Taguieff, Pierre-André: The Force of Prejudice: On Racism and Its Doubles. Minneapolis: The University of Minnesota Press.

Weiterführende Beiträge auf ScienceFiles:

  1. Die ewigen Dummchen: Das Frauenbild des Genderismus
  2. Der totale Genderismus
  3. Der Biologismus hinter der Frauenquote
  4. Die Opferrhetorik der Genderisten: Eine Erklärung
  5. Das Patriarchat

Aufregung im Hühnerhaus? Nein! Bestenfalls ein Sturm im Zahnputzbecher!

von Dr. habil. Heike Diefenbach

eine Ergänzung zu Bewegung im Hühnerhaus

KoehnenManfred Köhnen – tut mir leid, dieser Name ist mir in meiner dekadenlangen Tätigkeit in der wissenschaftlichen community nicht begegnet und logischerweise dann auch nicht in Zirkeln, die sich mit Wissenschaftstheorie allgemein oder Poppers Wissenschaftstheorie speziell beschäftigen. Niemand der Kollegen scheint den Namen zu kennen, und wenn das anders wäre, hätte Herr Köhnen es vermutlich nicht nötig, seine Haut für die Böll-Stiftung zu Markte zu tragen.

Aber sei’s drum; auch wenn er nichts von dem versteht, worüber er sich äußern zu müssen glaubt, sollten ihm ein paar grundlegende Dinge verständlich sein. Also:

Herr Diplom-Soziologe Köhnen,

1. wer eine Ahnung von Poppers Wissenschaftstheorie oder auch nur von Wissenschaftstheorie allgemein eine Ahnung hat, wird mit Sicherheit nicht die Peinlichkeit begehen, der interessierten Leserschaft kund zu tun, dass er den Unterschied zwischen Objektivität und intersubjektiver Prüfbarkeit nicht kennt. Das ist Grundstudiums-„stuff“, Herr Köhnen!

Weitere Fehler, Irrtümer, Unterstellungen (jedenfalls: Peinlichkeiten), die Sie mit Bezug auf Popper begehen, hat Michael Klein bereits in seinem Kommentar genannt. Das ist, glaube ich, selbstredend und hinreichend.

Offene Gesellschaft2. Wenn Sie meinen, dass das Programm, das Michael Klein und ich formuliert haben und dem sich ScienceFiles verpflichtet fühlt, nichts mit Popper zu tun hat, dann meinen Sie das eben, aber ich sehe dessen Relevanz nicht, denn das spricht sachlich nicht gegen das Programm. Wie Sie vielleicht schon einmal gehört haben ist es ein logischer Fehlschluss (ad hominem), wenn Sie meinen, die Tatsache, dass Herr Klein und ich das Programm verfasst haben (mit oder ohne Anregung durch Popper), lasse auf eine mangelhafte Qualität des Programms schließen. Für den Fall, dass Sie um den Fehlschluss wissen, muss ich leider annehmen, dass Sie mich und Herrn Klein persönlich beleidigen möchten. Also gehe ich lieber und in Ihrem eigenen Interesse davon aus, dass Sie nicht nur keine Kenntnis von Herrn Poppers Arbeit haben, sondern auch über keine grundlegenden Kenntnisse der Logik verfügen.

3. Es mag Ihren Standards wissenschaftlichen Arbeitens entsprechen, „Offenheit“ dadurch zu heucheln, dass auf die Existenz anderer Standpunkte verwiesen wird (die dann pauschal in einem Satz diskreditiert oder wahlweise bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt dargestellt werden, in der Hoffnung, sie mögen sich dann selbst diskreditieren; so zuletzt passiert in Herrn Meusers Rezeption der Arbeit von Diefenbach & Klein 2002).

Wissenschaftlichen Standards (und meinen) genügt dies jedoch nicht. Ihnen entspräche es, sich mit ARGUMENTEN auseinanderzusetzen, die gegen vorher gemachte Aussagen/Argumente vorgebracht werden. Dummerweise können Genderisten in der Regel keine solchen Argumente vorbringen, so dass ich meine Offenheit in diesem Bereich nicht unter Beweis stellen kann. Und da Sie keine Argumente gegen das Programm vorbringen, sondern es Ihnen nicht gefällt und Sie im Übrigen meinen, Herr Popper hätte andere Dinge geschrieben als er geschrieben hat, kann ich meine Offenheit auch nicht Ihnen gegenüber zelebrieren; ich kann Sie leider nur belehren.

Im Ernst, Herr Köhnen: wären Sie wirklich schon zufrieden, wenn wir von uns aus in unserem Programm anmerken würden, dass man sich natürlich weltanschaulich auf die Seite der Feinde der offenen Gesellschaft (der Genderisten?) schlagen könnte? Hierfür besteht für uns bei ScienceFiles jedenfalls kein Anlass, und es wäre für die Rezeption der Inhalte auf ScienceFiles auch vollkommen irrelevant: es geht schließlich um die inhatllichen Argumente und die methodische Qualität, mit der Belege für diese Argumente oder Widerlegungen dieser Argumente gewonnen wurden.

Noch einmal in Kürze:
Logik f dummiesHerr Köhnen, Sie schreiben vollständig an der Sache vorbei. Das Programm ist das Programm von ScienceFiles und wurde von Michael Klein und Heike Diefenbach entworfen und formuliert (die sich dabei auf wissenschaftstheoretische Überlegungen gestützt haben, aber lassen wir das, das verstehen Sie offensichtlich nicht). Es mag Ihnen nicht gefallen, aber das interessiert nicht (zumindest uns nicht), denn unser Programm ist nicht geschrieben worden, damit es jemandem gefällt, sondern damit jeder Leser weiß, welche Kriterien wir unserer Arbeit auf ScienceFiles zugrunde legen. Wir legen diese Kriterien zugrunde, und die Qualität unserer Arbeit bemisst sich anhand dieser Kriterien, nicht anhand Ihres weltanschaulichen Gusto. Ich weiß nicht, wie Sie zu Ihrer Diplom-Urkunde gekommen sind, aber wenn Sie bei mir studiert hätten, wüssten Sie, was eine Beurteilung anhand eines Kriteriums ist!

Das genau ist das Problem mit den Genderisten: Sie verstehen nicht, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, was einem gefällt, und dem, wohin man kommt, wenn man (intersubjektiv mitteilbare!) Kriterien anlegt.

Was kann zu Ihren Ein-/Auslassungen im Interesse der und unter Finanzierung durch die anscheinend genderistische Böll-Stiftung zusammenfassend gesagt werden?

Ich sage:

Nice try, Herr Köhnen, aber leider nicht einmal Grundstudiumsniveau. Wir sind gestandene Wissenschaftler; wenn Sie etwas gegen unser Programm vorbringen möchten (außer, dass es Ihnen nicht gefällt,) müssen sie deutlich früher aufstehen, wie man so schön sagt (und dafür voraussichtlich noch lange, lange üben).

Und weil ich gerne auf eine konstruktive Note ende, zweierlei:

Erstens will ich Ihnen den gut gemeinten Rat mit auf den Weg geben, sich zukünftig nicht mehr zum Wasserträger von Institutionen machen zu lassen; wenn Sie nicht verstehen, warum, dann lassen Sie mich die Vermutung aussprechen, dass Sie noch selbst bemerken werden, dass Insitutionen gerne im Hintergrund bleiben und die Verantwortlichkeit für Unsinn denjenigen Leuten überlassen, die Sie dafür bezahlen, dass sie diesen Unsinn propagieren, für den die Institution ihre Finanzierung erhält.

Zweitens: Bevor Sie sich wieder öffentlich äußern, arbeiten Sie die Liste durch, die Sie hier finden. Es wird daher etwas länger dauern, bis Sie sich wieder öffentlich äußern sollten, aber ein guter Beginn wäre in Ihrem Fall „w“ – wishful thinking…

Bewegung im Hühnerhaus – Wir liegen den Genderisten im Magen

Wie vollständig muss der Versuch, die Männerbewegung unter Benutzung von Hinrich Rosenbrock und seiner Magisterarbeit in die rechte Ecke zu rücken, in die Hose gegangen sein, wenn das von Steuerzahlern finanzierte Gunda-Werner-Institut (Teil der Heinrich-Böll oder HB-Stiftung), das die Steuermittel einsetzt, um Ideologien zu verbreiten, sich gezwungen sieht, ein dünnes Pamphlet mit dem Titel „Gender, Wissenschaftlichkeit und Ideologie“ herauszugeben, dessen einziger Zweck darin besteht, für den Genderzirkus Wissenschaftlichkeit zu reklamieren? Und wie sehr muss ScienceFiles den Genderideologen im Magen liegen, wenn sie fast ein ganzes Kapitel der Auseinandersetzung mit dem Grundsatzprogramm von ScienceFiles widmen?

Das entsprechende Kapitel ist von Manfred Köhnen geschrieben, von dem ich nicht weiß, was ausgerechnet ihn dazu befähigt, sich als Kenner von Popper aufzuführen oder darzustellen, aber, wie schon Erving Goffman wusste, wir alle spielen ja Theater, manche besser als andere und Manfred Köhnen nicht besser als andere, eher schlechter.

Seine Auseinandersetzung mit unserem Grundsatzprogramm erfolgt entlang dreier Konfliktlinien:

  • Objektivität
  • Werturteilsfreiheit
  • konkurrierende Ansätze

Objektivität

Popper GrundproblemeWir sind nach Ansicht von Köhnen Wissenschaftswächter (den Innenquatsch, lassen wir, Herr Köhnen), was uns ehrt, und wir hätten nicht gedacht, dass man das bei der Heinrich-Böll-Stiftung anerkennt. Wir sind somit von der HB-Stiftung quasi zertifizierte Wissenschaftswächter. Als solche, sind wir nach Ansicht von Köhnen vor allem auf Objektivität ausgerichtet und fordern, dass Wissenschaftler objektiv und interesselos sein sollen. Das will Herr Köhnen angeblich in unserem Grundsatzprogramm gelesen haben, und hier habe ich zum ersten Mal überlegt, ob hier ein kognitives oder ein affektives Problem vorliegt. Tatsächlich kommen, wie jeder, der eine Suchfunktion betätigen kann, leicht nachprüfen kann, die Begriffe „objektiv“ oder „Objektivität“ in unserem Grundsatzprogramm gar nicht vor. Ich weiß daher nicht, welche Schatten Herr Köhnen jagt, aber eines weiß ich, mit unserem Grundsatzprogramm hat das nichts zu tun, denn wir sind u.a. dem kritischen Rationalismus verpflichtet, und im Gegensatz zu Herrn Köhnen muss ich mir nicht aus sekundären Quellen erlesen, was kritischer Rationalismus ist. Velmehr habe ich bei Hans Albert und Hans-Jürgen Wendel studiert, weiß daher aus erster Hand, was kritischer Rationalismus ist und will, nämlich Wissenschaft, wie Popper in seinem wenig bekannten Buch „die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie“ schreibt, von Pseudo-Wissenschaft oder Metaphysik, wie Popper selbst sagt, abzugrenzen. Die Abgrenzung erfolgt über zwei Bedingungen: Wissenschaftliche Sätze müssen etwas über die Realität aussagen, und sie müssen an der Realität scheitern können. Gemessen an beiden Bedingungen stellt Genderismus keine wissenschaftlichen Sätze auf, und deshalb ist Genderismus auch keine Wissenschaft, sondern eine Metaphysik für Popper und eine Ideologie für uns.

Was mich besonders ärgert sind Taschenspielertricks wie der folgende:

„Das ist auf den ersten Blick unoriginell, aber insofern relevant als Karl Popper nicht von Beobachtugen ausgeht, sondern von Problemen und auf diese Weise offen bleibt für nicht empirische Wissenschaften wie Mathematik und Philosophie“, so schreibt der Popper-Kenner Köhnen auf Seite 45 seines Beitrags und verweist auf Popper 1989: 104.

Auf Seite 104 verweist Popper tatsächlich auf Probleme und schreibt:

„Kein Wissen ohne Probleme – aber auch kein Problem ohne Wissen“. Soweit so gut. Der entscheidende Text folgt dann wenig später: „Denn jedes Problem entsteht durch die Entdeckung, dass etwas in unserem vermeintlichen Wissen nicht in Ordnung ist; oder logisch betrachtet, in der Entdeckung eines inneren Widerspruchs zwischen unserem vermeintlichen Wissen und den Tatsachen“ (Popper, 1989, S.104).

Popper conjecturesProbleme entstehen also dadurch, dass ein vermeintlicher Wissensbestand mit Tatsachen in Widerspruch gerät. Und wie sollte man einen Widerspruch anders erkennen als durch Beobachtung oder Erfahrung? Das, Herr Köhnen, ist der Auslöser des Positivismusstreits (warum heißt der Streit wohl Positivismusstreit?), nämlich die Frage, ob alles Wissen bei der Erfahrung und somit in der Realität anfängt, oder ob alles Wissen im Hirn von Manfred X gespeichert ist und darauf wartet, herausgeblubbert zu werden. Und mehr noch: Wissenschaft ist für Popper und für uns auf ScienceFiles gar nicht anders zu denken als als Erfahrungswissenschaft. Popper hat sein Lebenswerk der Frage gewidmet, wie man wissenschaftliche Aussagen begründet, Theorien einen Bewährungsgrad zuweisen kann, und wie man Wissenschaft gegen pseudo-intellektuelles Gebrabbel sichert, also das, was sie Herr Köhnen vermutlich als soziales Engagement sehen würden und ich als unwissenschaftlichen Unsinn.

Damit komme ich zur Werturteilsfreiheit.

Dr. habil. Heike Diefenbach und ich haben intensiv am Grundsatzprogramm gearbeitet und versucht auszuschließen, dass bestimmte Vorurteile, wie sie vor allem von Seiten derer kommen, die denken, Wissenschaft müsse Werturteile enthalten, auf uns übertragen werden. Es hat, wie ich lesen muss, nichts genutzt, denn Herr Köhnen ist dennoch nicht in der Lage, das, was im Grundsatzprogramm steht, zu verstehen. Wir fordern einen intersubjektiv nachprüfbaren Forschungsgang, d.h. die Prüfung von Behauptungen muss nachvollziehbar sein, was voraussetzt, dass wissenschaftliche Behauptungen prüfbar sind, dass sie einen empirischen Gehalt haben. Das hat nichts mit Objektivität zu tun, und entsprechend wären wir Herrn Köhnen verbunden, wenn er seine Hirngespinste bei sich behalten würde. Es hat etwas damit zu tun, dass wissenschafliche Erkenntnis fundiertes Wissen sein soll, und deshalb ausgeschlossen werden muss, dass jede beliebige Behauptung als wissenschaftlich daherkommen kann. Ich kann verstehen, dass Genderisten damit ein Problem haben, aber Worthülsen und Sätze, die zwar Geschlecht, Gender und, wie wäre es mit: Balance beinhalten, sind solange keine wissenschaftlichen Sätze, so lange sie nicht eine prüfbare Vorhersage über die Wirklichkeit machen und an der Wirklichkeit scheitern können.

Solange also Genderisten keine singulären Sätze der Art, wenn Frauen beim Lohn benachteiligt werden, dann muss man das in xy beobachten, messen oder zeigen können, aufstellen, solange bleibt Genderismus eine Ideologie, bleibt Genderismus das, was Karl Raimund Popper in seiner Offenen Gesellschaft bekämpft hat. Das, Herr Köhnen, nehme ich Ihnen wirklich übel, ihre Unbedarftheit in Sachen Popper und ihre Not, ausgerechnet in Ritserts Einführung in die Logik nachlesen zu wollen, was Popper in mehreren Büchern zusammengetragen hat, ist das eine, aber einen Philosophen, der sein Leben der Frage gewidmet hat, wie man verhindert, das so etwas wie Genderismus sich in die Wissenschaft einschleicht, für sich zu beanspruchen, das nehme ich ihnen übel, das ist die perfideste Art, mit der man das Andenken großer Männer beschmutzen kann.

Popper objektive ErkenntnisUnd dann reden wir im Grundsatzprogramm noch von Interessen. Warum wohl? Weil es Interessenvertreter gibt (ja die Auftrag gebenden Institutionen von Seite 45, die natürlich ein Interesse an bestimmten Ergebnissen haben), die versuchen, ihre Interessen unter dem Mantel der Wissenschaftlichkeit zu verkaufen. Das sollte Ihnen, Herr Köhnen, doch gut nachvollziehbar sein, schließlich verdienen Sie Ihren Lebensunterhalt in genau dem Bereich, den Sie hier als wissenschaftlich verkaufen wollen (man mag mir dieses ad hominem verzeihen, es ist meine Rache für die vielen logischen Fehler und ad hominems, die Köhnen im Hinblick auf meine Person in seinen Text mischt). Weil es Interessenvertreter gibt, die versuchen, sich der Wissenschaft zu bemächtigen, um ihre Interessen als legitim erscheinen zu lassen, deshalb ist es wichtig, dass der Wissenschaftsprozess intersubjektiv nachprüfbar ist, dass Forschungsergebnisse nicht wie im Fall von Hinrich Rosenbrock auf eine klare ideologische Agenda und keinerlei methodische Fundierung zurückgehen, sondern auf die handwerklich saubere und nachprüfbare Verwendung wissenschaftlicher Regeln und Methoden. Das ist eine Mindesforderung an Wissenschaftlichkeit, und dass Genderisten sie nicht erfüllen wollen, spricht eigentlich für sich.

Das bringt mich zu konkurrierenden Ansätzen;

Unser Grundsatzprogramm gefällt Herrn Köhnen nicht, wie jetzt bereits deutlich wurde, und er bemängelt abschließend: „Das Mindeste wäre die Nennung weiterführender Literatur, in der auch alternative Positionen benannt werden“ (46). Ich weiß nicht, wie ich es noch sagen soll, aber vielleicht fällt ja Dr. Diefenbach etwas ein, oder vielleicht geht es ja so: Herr Köhnen, es ist schlimmer als Sie denken. Wir sind der Ansicht, dass Wissenschaft wirklich und tatsächlich und unverhandelbar nur Aussagesysteme umfasst, die über die Wirklichkeit berichten, die Erkenntnisgewinn über die Wirklichkeit ermöglichen und die darüber hinaus prüfbar sind. Alles andere und auch die Mathematik und die Logik, lesen Sie Poppers „Logik der Forschung“ und Sie werden lernen, Herr Köhnen, ist Hilfswissenschaft, wenn es der Gewinnung prüfbarer Aussagen dient und Humbug, wenn es das nicht tut. Dementsprechend ist Genderismus keine Wissenschaft, sondern Humbug, und entsprechend haben Sie in ihren Beitrag einen richtigen Satz geschrieben:

„Offensichtlich verfolgen die Gender-Gegner … mit dem Unwissenschaftlichkeitsvorwurf das Ziel, dass das Fach [Genderismus] von den Universitäten verschwinden soll“ (42).

Richtig, denn dort hat Genderismus wirklich nichts zu suchen.

Dazu auch die Ergänzung von Dr. habil. Heike Diefenbach.

Nachtrag
Zwischenzeitlich habe ich mich etwas schlau gemacht. Manfred Köhnen ist offensichtlich jemand, der sich schon seit Jahren auf Kosten von Steuerzahlern im Speckgürtel von angeblichen Stifungen festgesetzt hat, um dort „Argumentationshilfen“ für seine Auftraggeber zu erstellen. Insofern ist hier ein Bock dabei, Gärtner zu spielen. Wer sich für die Laienspielschar interessiert, die sich nach wie vor vor den Karren der eingetragenen Politikvereine (wir sollten aufhören, das Wort Stiftung für Organisationen wie den Heinrich-Böll Verein zu benutzen, denn sie haben mit einer Stiftung gar nichts gemein) interessiert, hier die beiden letzten stumpfsinnigen und redundanten „Argumentationshilfen“ aus den von Steuerzahlern finanzierten politischen Vereinen der SPD und der Grünen. Aufmerksame Betrachter werden feststellen, dass der Kreis der willfährigen Gender-Diener sich lichtet.

Frey, Regina, Gärtner, Marc, Köhnen, Manfred & Scheele, Sebastian (2013). Gender, Wissenschaftlichkeit und Ideologie. Argumente im Streit um Geschlechterverhältnisse. Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung, Gunda-Werner Institut.

Popper, Karl Raimund (1989). Die Logik der Sozialwissenschaften. In: Adorno,. Theodor, Dahrendorf, Ralf, Pilot, Harald, Albert, Hans, Habermas, Jürgen & Popper, Karl R. (Hrsg.). Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Darmstadt: Luchterhand, S.103-124.