Deadline: Für Journalisten, die nicht wissen, worum es beim Journalismus eigentlich geht

Erick Elejalde, Leo Ferres und Eelco Herder haben eine Untersuchung vorgelegt, in der sie zeigen, dass Medien einen Bias in der Berichterstattung haben. Das Ergebnis (zu dem wir in den nächsten Tagen noch näher kommen) bestätigt eigentlich nur den gesunden Menschenverstand gewürzt mit ein wenig Sozialpsychologie à la Kahneman und Tversky:

(1) Wahrnehmung hängt von Erwartungen ab,
(2) Erwartungen werden durch den Rahmen, innerhalb dessen wahrgenommen wird oder durch die Überzeugung dessen, der wahrnimmt oder durch beides beeinflusst und
(3) wenn man nach Bestätigung für seine Erwartungen sucht, dann wird man diese Bestätigung auch finden und übersehen, dass es neben der Bestätigung etwa doppelt so viele widersprechende Fakten gibt.

Auf der Grundlage dieser sozialpsychologischen Gegebenheiten, die wieder und wieder in Experimenten und Untersuchungen bestätigt wurden, ist es keine Überraschung, wenn Medien, in denen 80% Journalisten mit einer politischen Einstellung, die linksaffin ist, arbeiten, Schlagseite zu Gunsten linker Inhalte haben.

Das einzige, was überrascht ist, dass es tatsächlich Menschen gibt, die allen Ernstes behaupten, ein öffentlich-rechtliches Monopol, in dem es keinerlei Wettbewerb zwischen Journalisten gibt, könne irgend etwas anderes als eine Berichterstattung mit Schlagseite erbringen, mit linker Schlagseite (derzeit).

Wer Opfer der GEMA-Zensur in Deutschland wird, kann den Film hier über Amazon bestellen. Bitte nicht vom selten dämlichen Titel der deutschen Ausgabe abschrecken lassen.

Dass Wettbewerb die Voraussetzung dafür ist, nicht auf allen Programmen, zu jeder Zeit mit demselben Inhalt beschwätzt zu werden bzw. in allen Zeitungen dieselben Schlagzeilen vorzufinden, dass Wettbewerb der einzige Garant dafür ist, dass sich ein journalistisches Ethos entwickeln kann, das Journalisten ihre Identität aus ihrer Kompetenz und Arbeit und nicht aus ihrem Anstellungsverhältnis ableiten lässt und dass Journalismus einmal als investigativer Journalismus vorhanden war, der unabhängig von Parteien, Verbänden und staatlicher Aufsicht, Kontrolle über Parteien, Verbände und staatliche Akteure ausgeübt hat, das ist in Deutschland weitgehend in Vergessenheit geraten.

Als kleine Erinnerungsleistung haben wir heute für unsere Leser ein kleines Schmankerl. Den Film “Deadline” mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle des Herausgebers der Tageszeitung “The Day”.

Alles, was Journalismus ausmacht, Ethos, Identität, Kompetenz, Commitment ist in diesem Film dargestellt. Er sei deutschen Journalisten zur Nachhilfe empfohlen, vielleicht regt sich ein kritisches Neuron und wird zu einer Idee.

Unseren Lesern wünschen wir viel Spaß mit einem Zeugnis aus einer Zeit, in der das Leitbild des Journalisten noch den Blick für’s Ganze und vor allem zweierlei umfasst hat: Rückgrat und Verantwortungsbewusstsein.

Das Elend, das Journalismus sein soll

Es ist nur ein paar Jahre her, da ging eine angebliche Studie durch die Medien, in der eine Male Idiot Theory entwickelt worden war. Die Göttinger Studie, in der rundherum alle Ossis zu rechtsextremen Fremdenfeinden erklärt wurden, sie hat die Runde durch alle Medien gemacht. Die neue Studie von Pfeiffer und seinen Orgelpfeifen, in der versucht wird, Gewaltkriminalität zu relativieren, sie macht die Runde durch die Medien. Die Liste des Unsinns, der es als Studie in deutsche Medien schafft, sie ist lang, sehr lang. Medien verkünden den Insektengenozid, sie wissen, dass die Kinderarmut endemisch ist, sie berichten von der schrecklichen Unterdrückung von Frauen, wie sie in ministerialen Studien zum Gender Pay Gap angeblich ihren Niederschlag findet.

Das Elend, das sich Journalist nennt, es ist in deutschen Medien, die ja mehrheitlich von Sympathisanten linker Parteien bevölkert werden, besonders häufig. Vermutlich erklären die politischen Sympathien, dass Journalisten Studien aufsitzen, die man schon mit einem einzigen Blick als Junk erkennen kann. Die Male Idiot Theory, die im British Medical Journal dargelegt wurde, war ein Scherz. Es ist nicht der erste wissenschaftliche Scherz mit Folgen [Ein anderer Scherz, der für bare Münze genommen wurde, hat den Irrsinn der Internetsucht begründet]. Deutsche Medien nahmen den Scherz für bare Münze, weil es unter deutschen Journalisten schick ist, männerfeindlich zu sein. In gleicher Weise springen linke Journalisten ohne auch nur einen Gedanken zu verschwenden, auf angebliche Studien, die ihr Weltbild zu bestätigen scheinen.

Die Ossis sind alle rechtsextreme Fremdenfeinde. Das wird gekauft, auch wenn ein Blick in die Studie ausgereicht hätte, um festzustellen, dass man von drei Orten in Sachsen nicht auf Ostdeutschland schließen kann, oder es nur kann, wenn man weder wissenschaftliche Lauterkeit noch menschliche Intelligenz hat.

Ein Blick in die Studie, die einen vermeintlichen Insektozid für Deutschland gefunden haben will, hätte gereicht um festzustellen, dass die Insekten nur an wenigen Orten in Nordrhein-Westfalen und auch dort nur dann, wenn man bereit ist, eine Vielzahl von Annahmen zu machen, die man als Wissenschaftler eigentlich nicht macht, nicht in ihrer Zahl, sondern in ihrer Biomasse seltener werden.

Bei der neuesten Studien-Sau, die durch die Medien-Dörfer getrieben wird, der Anstieg bei der Gewaltdelinquenz in Niedersachsen, der in weitem Umfang auf Flüchtlinge zurückgeht, muss man nicht einmal viel Verstand haben, um zu erkennen, dass die meisten Behauptungen keine Argumente, sondern Blödsinn sind.

Wenn zum Beispiel behauptet wird, Flüchtlinge würden kriminell, weil sie keine Bleibeperspektive haben, dann sollte doch dem ein oder anderen Journalisten die Frage einfallen, warum nur wenige derer, die keine Bleibeperspektive haben, kriminell werden und nicht alle. Wenn behauptet wird, dass Flüchtlinge häufiger als Gewalttäter angezeigt werden als Deutsche, dann sollte sich doch in dem ein oder anderen Journalistengehirn die Frage formulieren, woher die drei Pfeiffenr vom Kriminologischen Forschungsinstitut in Niedersachsen das wissen wollen. Möglicherweise führt dieser Gedanke dazu, die Studie, nicht die Pressemeldung, in die Hand zu nehmen und die entsprechende Seite aufzuschlagen und dort zu lesen, dass Pfeiffer, Baier und Kliem der Ansicht sind, man können von Aussagen die Schüler zu bestimmten Fragen, die ihr Anzeigeverhalten betreffen (können), machen, eben einmal auf das Anzeigeverhalten der Bevölkerung schließen. Von der Identifikation dieses unlauteren Vorgehens zur Erkenntnis, dass hier versucht wird, Journalisten einen Bären aufzubinden, ist es dann nicht mehr weit, so dass wir guten Mutes sind, dass der ein oder andere Journalist zu dieser Erkenntnis fähig wäre.

Aber die Realität ist eine andere.

Journalisten verbreiten Junk Studies, weil deren Ergebnisse ihren politischen Einstellungen entsprechen.
Weil ihnen die Ergebnisse in den Kram passen, prüfen Sie die Ergebnisse nicht.
Man muss zudem annehmen, dass die meisten Journalisten, die sich in Redaktionsstuben verweilen, gar nicht in der Lage wären, eine Junk Studie von einer wissenschaftlichen Untersuchung zu unterscheiden, ein Schluss, der durch die breite und ernstgemeinte Zustimmung, die gerade die Male Idiot Theory in deutschen Medien gefunden hat, nahe gelegt wird.

Man kann es sich also aussuchen, ob das Elend, das Journalist sein will, zu ideologisch, zu dumm oder zu faul ist, seine Arbeit zu machen. Fest steht indes, dass Journalisten ihre Arbeit nicht machen. Journalismus ist nämlich eine kritische Tätigkeit. Das schließt die fraglose Übernahme von Pressemeldungen aus, setzt vielmehr die Prüfung der darin gemachten Behauptungen vor Veröffentlichung voraus. Deshalb ist Journalismus auch eine Tätigkeit, die ein Mindestmaß an Intelligenz und Fähigkeit, an Kompetenz und Wissen über das Gebiet, auf dem man sich tummelt, voraussetzt. Schließlich ist Journalismus keine Tätigkeit für Parteiaktivisten, die Inhalte ihrer ideologischen Provenienz verbreiten, während sie Inhalte, die ihren Stereotypen und Vorurteilen widersprechen, unterdrücken.

Kurz: ein guter Journalist verfügt über ein Mindestmaß an Bildung. Er ist kritisch und prüft, was er veröffentlicht. Er recherchiert und veröffentlicht nichts, was er nicht beurteilen kann. Ein guter Journalist biedert sich nicht bei Politikern an. Er bewahrt seine Unabhängigkeit.

Und weil dem so ist, sieht man dann, wenn man den Blick auf deutsche Medien richtet, zumeist nur eines: Journalistisches Elend.

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Polit-Märtyrer: Geheuchelte Empörung und Bigotterie

Die Obduktion einer Attacke mit Messer in Altena im Sauerland ist erstaunlich im Detail. Die Mainstream-Medien, die in der Regel den Täter in keiner Weise und sein Opfer schon gar nicht beschreiben können (oder erinnern Sie sich an die Opfer z.B. des Anschlags am Berliner Breitscheidplatz vor einem Jahr oder die Opfer aus Osnabrück, die ein Verärgerter gerade mit dem Auto überfahren hat?), sind dieses Mal ganz genau. Andreas Hollstein (CDU), Bürgermeister von Altena und „seit langem für sein Engagement für Flüchtlinge bekannt“ ist von einem „arbeitslosen Maurer“, der die Tat „spontan“ ausgeführt hat, „leicht verletzt“ worden. Der Angreifer habe „kommentarlos ein Messer gezogen und gesagt: ‚Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena‘”. Ganz so sehr am Verdursten war der arbeitslose Maurer offensichtlich doch nicht, denn „1.2 Promille“ Alkohol seien in seinem Blut gefunden worden. Die leichte Verletzung am Hals besteht aus einer „15 Zentimeter langen Schnittwunde“. „Hollstein wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, konnte aber noch am Abend nach Hause zurückkehren“.

Auch wenn es ziemlich übel ist, sich auf der falschen Seite eines Messers wiederzufinden, so findet man derart viel Liebe zum Detail bei öffentlich-rechtlichen Sendern nur selten, eigentlich nicht einmal dann, wenn mehrere Opfer in einer Fussgängerzone liegen, durch die für die Mainstream-Medien gerade ein „Lieferwagenfahrer“ gewalzt ist.

Und natürlich ist die Erregung unter denen, für die Panik und Hysterie der Ersatz für Leistung darstellt, besonders groß. Die Zeitungen und Online-Medien sind voller Zitate der Politik-Empörten aus Deutschland, die die Tat, nein: das Attentat aufs Schärfte verurteilen und dazu aufrufen, entschlossen gegen Hass und Extremismus vorzugehen.

Unter Historikern ist es feststehendes Wissen, dass die Inquisition und deren Gewohnheit, Menschen auf Scheiterhaufen zu verbrennen oder in Flüssen zu ersäufen oder auch nur ihre morbide Lust an Folter auszuleben, da zu einem Ende kam, wo die Opfer nicht mehr soziale Außenseiter oder Personen waren, die in ihrer Gemeinde keine soziale Lobby mobilisieren konnten. Als die ersten, die man in die Reihe der „betuchten“ oder „etablierten“ Bürger oder Honoratioren oder auch nur in deren Umfeld einreihen kann, von Inquisitoren als Opfer ausgewählt wurden, da war es ganz schnell vorbei mit der Inquisition.

Damit die empörten Politiker in ihrer neu entdeckten Entschlossenheit, nicht nur einem der Ihren zu Hilfe eilen können und nicht in den Ruch kommen, sie würden seinen Opferstatus ausnutzen, um sich selbst zu inszenieren und einen Polit-Märtyrer, den man im Kampf gegen Rechts benutzen kann, aufbauen, hier ein paar Vorfälle aus den Polizeiberichten des 27. und 28. November, die man als Messerattentat oder Messerangriff bezeichnen muss und deren Opfer man entsprechend in die allgemeine Polit-Empörung einschließen muss, wenn man es ernst meint und nicht einfach nur heuchelt.

Detmold:
Am späten Sonntagabend kam es in Detmold zu einem “Messerangriff” in einer Wohnung in der Fritz-Reuter-Straße. Bei dem 49-jährigen mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um einen Bekannten des dort wohnenden Paares, der die beiden in der Vergangenheit regelmäßig besucht hatte. So auch am Sonntagabend. Bis um kurz nach 22.00 Uhr verlief der Abend nach bisher vorliegenden Informationen ohne Vorkommnisse. Als sich der 49-jährige Besucher dann verabschiedete um nach Hause zu gehen, soll er ohne Vorwarnung ein Messer gezogen und zunächst den 22-Jährigen Bekannten angegriffen haben.

Lingen:
Nachdem es am Mittwoch vergangener Woche am Fahrradstand hinter der Halle IV zu einer Bedrohung mit einem sogenannten Bowiemesser gekommen ist, sucht die Polizei nun Zeugen. Gegen 14 Uhr hatte ein amtsbekannter zwanzigjähriger Lingener ein gestohlenes Fahrrad in die Bahnhofsunterführung geworfen. Als er von einem 72-jährigen Zeugen angesprochen wurde, zog der Heranwachsende ein etwa 30 Zentimeter langes Jagdmesser und hielt es dem Opfer vor den Bauch. Der Täter drohte ihm, flüchtete dann jedoch in Richtung Kaiserstraße.

Lippe:
Lippe (ots) – Ein 51-Jähriger aus Blomberg steht in dringendem Tatverdacht, seine 43-jährige Ex-Frau am späten Montagnachmittag in Lage lebensgefährlich verletzt zu haben. Nach derzeit vorliegenden Informationen soll der Tatverdächtige seinem Opfer gegen 16.45 Uhr in der Danziger Straße aufgelauert und mehrfach zugestochen haben. Der Frau gelang die Flucht in ein Haus an der Breslauer Straße, wo sie auf Bekannte stieß, die sofort versuchten die Wunden zu versorgen. Parallel wurden Polizei und Rettungsdienst verständigt.

Hannover:
Hannover (ots) – Am Montag, 27.11.2017, kurz nach 19:30 Uhr, hat ein 37-jähriger Asylbewerber einen Mitbewohner (24 Jahre alt) vor der gemeinsamen Unterkunft an der Roesebeckstraße (Linden-Süd) mit einem Messer attackiert. Das Opfer hat sich hierbei Abwehrverletzungen zugezogen.

Düren:
Titz (ots) – Mit vorgehaltenem Messer hat am Montagabend ein bislang Unbekannter eine Postagentur überfallen und Geld geraubt.
Gegen 19:30 Uhr wollte die 46-jährige Geschädigte das Ladenlokal in der Linnicher Straße verlassen. Beim Abschließen der Tür von außen wurde sie von einem Mann zurück in die Räumlichkeiten gedrängt und mit einem Messer bedroht. Er bugsierte sie in den Tresorraum und zwang sie, den Tresor zu öffnen. Nachdem er das dort deponierte Geld entnommen hatte, entfernte er sich in unbekannte Richtung. Die Frau trug bei dem Überfall leichte Verletzungen davon.

Darmstadt:
Darmstadt (ots) – Am Dienstagmorgen (28.) gegen 03.30 Uhr, wurde eine Spielothek in der Holzstraße überfallen. Der mit einem Messer bewaffnete Täter forderte von der 45-jährigen Angestellten Bargeld. Da ihm nur einige hundert Euro ausgehändigt werden konnten, versuchte er erfolglos auch an das Geld eines Gastes zu kommen. Bei dem Mann war allerdings nichts zu holen, so dass der Täter schließlich die Spielothek verließ und zu Fuß in unbekannte Richtung flüchtete.

Bochum:
Bochum (ots) – Am 25. November (Samstag), gegen 16.00 Uhr, erledigt ein Mann (50) an dem Geldautomaten an der Wittener Straße 2 in Bochum seine Bankgeschäfte.
Plötzlich taucht eine männliche Person auf, bedroht den Bochumer mit einem Messer und fordert ihn auf, ihm das Geld, sobald es im Ausgabeschacht liegen würde, zu geben.

Schwerin:
Schwerin (ots) – Am 27.11.2017 gegen 14 Uhr wurde der 17-jährige Geschädigte auf dem Marienplatz von einer unbekannten Person angesprochen. Diese lockte das Opfer unter einem Vorwand in eine Wohnung im Stadtteil Mueßer Holz. Hier forderten die Täter Geldbörse und Handy. Als sich der Geschädigte weigerte, erhielt er Schläge ins Gesicht. Ein Täter drohte mit einem Messer, so dass die verlangten Sachen herausgegeben wurden. Der Geschädigte konnte die Wohnung wieder entlassen und suchte umgehend die Polizei auf. Er kam mit einer blutenden Nase und einer leichten Verletzung im Gesicht davon.

Münster:
Münster (ots) – Am 24.11.2017 gegen 18:30 Uhr wurde die Bundespolizei von der Zugbegleiterin der Regionalbahn 50 (Dortmund – Münster) informiert, dass sich ein randalierender Reisender im Zug befindet. Laut Zeugenaussagen soll der Mann ein Messer mit sich geführt und hiermit im Zug Reisende bedroht haben.

Heinsberg:
Hückelhoven (ots) – Am Freitag (24. November) steckte sich gegen 12.50 Uhr ein zunächst unbekannter Mann verschiedene Gegenstände in einem Sportgeschäft an der Straße Am Landabsatz ein. Dabei wurde er von einem Ladendetektiv beobachtet. Als er das Geschäft ohne die Ware zu zahlen verlassen wollte, sprach ihn der Detektiv an. Der Dieb lief daraufhin aus dem Laden und wurde von dem Mitarbeiter verfolgt. Auf dem Parkplatz des Geschäftes drehte sich der Täter um und bedrohte seinen Verfolger mit einem Messer.

Rudolstadt
Rudolstadt, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (ots) – Am Nachmittag des 25.11.2017 wurde die Polizei in eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Rudolstadt gerufen, da dort mehrere Bewohner eine Auseinandersetzung haben sollen. Nach bisherigen Erkenntnissen konsumierten zunächst mehrere Bewohner gemeinsam Alkohol in der Unterkunft. Im Laufe des Samstagnachmittags stieg mit dem Alkoholspiegel offenbar auch das Konfliktpotential unter den Beteiligten. Es folgten Beleidigungen und es drohte die Eskalation der Situation in körperlichen Auseinandersetzungen, weswegen die Polizei alarmiert worden war. Die Beamten beruhigten die Situation vor Ort und nahmen einen Beteiligten, dessen Identität zunächst nicht eindeutig geklärt war, in polizeilichen Gewahrsam. Der 15-Jährige, afghanischer Staatsangehörigkeit, der zu dem Zeitpunkt stark alkoholisiert war, verhielt sich gegenüber den Beamten renitent, weswegen ihm Handfesseln angelegt werden mussten. Als die Beamten den 15-Jährigen aus der Unterkunft zum Streifenwagen führen wollten, wurde der plötzlich von einem Landsmann attackiert. Ein 20-Jähriger war aus einem Versteck, mit einem Küchenmesser bewaffnet, auf den mit Handschellen gefesselten 15-Jährigen zugeeilt und stach mit dem Messer in Richtung des Oberkörpers. In der Folge konnte der ebenfalls alkoholisierte 20-Jährige von den Polizisten überwältigt und festgenommen werden. Glücklicherweise wurde der 15-Jährige trotz der Attacke nur geringfügig verletzt.

Frankfurt:
Frankfurt (ots) – (ne) Am Sonntagmorgen gegen 06:30 Uhr hatte eine Personengruppe in der Obermainanlage einen 29-jährigen Mann mit einem Messer bedroht und Bargeld sowie das Handy des Mannes gefordert.
Laut des 29-Jährigen bestand die Gruppe aus fünf Männern. Einer der Täter zog ein Messer und verlangte die Wertsachen des Opfers. Der 29-Jährige flüchtete ohne Herausgabe der Sachen in ein angrenzendes Mietshaus, wo ihm ein Anwohner zur Hilfe kam.

Meiningen:
Meiningen (ots) – Am Samstagabend kam es in der Unterkunft für Asylsuchende in der Landsberger Straße in Meiningen zu einem schwerwiegenden Vorfall. Wegen vorangegangener Meinungsverschiedenheiten erschien ein 18-Jähriger aus Afghanistan im Büro des Sicherheitsdienstes. Hier befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwei Mitarbeiter. Mit einem der Männer hatte der junge Afghane schnell den Streit wieder aufgenommen. Im Verlauf zog er ein Messer und stach mehrfach auf den 36-jährigen Wachmann ein. Dieser flüchtete schwer verletzt in einen Nebenraum und schloss die Tür. Als der 18-Jährige diese gewaltsam aufbrechen wollte, hinderten ihn mehrere Mitbewohner daran.

Buchholz:
Zwei Heranwachsende im Alter von 18 und 19 Jahren sind am Sonntagabend in der Rütgersstraße Opfer eines Raubes geworden. Die beiden befanden sich gegen 18:20 Uhr bei einem Fahrradstand nahe des Bahnhofs, als sie von drei Unbekannten mit einem Messer bedroht und zur Herausgabe von Wertgegenständen aufgefordert wurden. Die beiden übergaben ihre Smartphones an die Täter, die daraufhin in Richtung Innenstadt flüchteten.

Keiner dieser Vorfälle wurde in den Mainstream-Medien, die die Lokalnachricht aus Altena als großen Aufmacher bringen, auch nur mit einer einzigen Zeile erwähnt.

Deutschland 2018.

Eine Chronik der von Politikern weitgehend unbedauerten und vielfach schwerwiegenderen Messerattacken findet sich hier.

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Gesetz ohne Moral – Die ARD macht es möglich

Wir sind noch nicht fertig, mit dem Urteil des Bunderverfassungsgerichts, von dem wir gestern berichtet haben, einem Urteil, das nach Ansicht von Klaus Hempel von der ARD-Rechtsredaktion, bei der man wohl links dreht, „bei einigen des bisherige Weltbild ins Wanken bringen“ wird.

Hempel, in dessen Gehirn es aussehen muss, wie bei Hempels unter dem Sofa, ist einer von denjenigen, die Journalist ohne erkennbare Qualifikation spielen. Bei Hempel nimmt der Versuch, Text für andere zu produzieren, bizarre sprachliche Formen an.

So schreibt er:

„In den Köpfen der meisten Menschen herrscht nach wir vor eine klare Ordnung: männlich, weiblich, heterosexuelle“.

Erwähnen wir zunächst, dass Hempel mit Sicherheit keine Daten hat, die ihm einen Schluss über die „meisten Menschen“ erlauben würden, dass er also seine Vorurteile zum Besten gibt, um dann die Ursache für seine Vorurteile zu identifizieren: Hempel hat keine „klare Ordnung“ im Kopf, denn er ist nach eigenem Bekunden ja jemand, der männlich, weiblich, heterosexuell nicht denkt.

„Alles, was dazwischen liegt“, so schreibt er weiter und man fragt sich, was zwischen „männlich, weiblich, heterosexuell“ außer weiblich liegen könnte, „ist nicht normal und wird daher nicht toleriert“. Abermals gefällt sich Hempel darin, seine Murks-Phantasie anderen zu unterstellen und zu behaupten, Andere wären nicht tolerant, im Gegensatz zu ihm, der gerade vor lauter Toleranz in Kombination mit sprachlichem Unvermögen andere bezichtigt, sie würden „weiblich“ nicht für normal halten.

Und wenn man denkt, alle Ausdrucksformen von Dummheit innerhalb von drei Sätzen in Hempels Text aufgefunden zu haben, schlägt Hempel ein weiteres Mal zu. Dieses Mal mit dem folgenden Sprachversuch:

„In unserem Staat haben wir uns aber nicht in erster Linie an Moralvorstellungen zu orientieren, sondern an Recht und Gesetz“.

Daraus muss man schließen, dass Moralvorstellungen und Recht und Gesetz für Hempel inkommensurabel, dass für ihn Gesetz und Moral zwei verschiedene Dinge sind. Nehmen wir Hempel einmal ernst, auch wenn es schwer fällt, dann stellt sich die Frage, was findet Eingang in, was ist die Grundlage von Gesetzen, wenn nicht Moralvorstellungen?

Betrachten wir die Tatsache, dass sich jeder, der Hempel, wegen des Unsinns, den er verbreitet, verprügelt, obwohl es gerechtfertigt werden kann, vor dem Gesetz wegen Köperverletzung verantworten muss.

Warum nur?

Moral im Sinne von: Gewalt ist kein Mittel, um Dummheit zu bestrafen, fällt aus, wie Hempel sagt.

Bleibt die Ideologie: Man darf Hempel nicht verprügeln, weil er sich mit seinem Text bei denen, die sich für fortschrittlich halten, angebiedert hat.
Und es bleibt die Willkür: Öffentlich-rechtliche Journalisten dürfen eben nicht verprügelt werden.

Beides, Willkür und Ideologie, die einzigen Alternativen, die Hempel zulässt, um Gesetze zu begründen, sind höchst unsichere Gesellen. Erstere trägt die Unsicherheit bereits im Namen, Letztere ist wie der Zeitgeist, sie durchläuft Konjunkturen. Das Gesetz von heute mag den Richter, der Regimegegner ins Gefängnis steckt, schützen, das von morgen, mag in die andere Richtung gehen und Richter mit Regimegegnern tauschen. Wer es nicht glaubt, möge die DDR-Richter befragen, die sich nach dem Anschluss vor Gericht wiedergefunden haben, dieses Mal als Angeklagte.

Kurz: Gesetz ohne Moral ist nicht denkbar. Jedes Gesetz ist Ausdruck von Moralvorstellungen. Dass man journalistische Darsteller wie Hempel nicht verprügelt und Körperverletzung ausgeschlossen ist, speist sich z.B. aus Mitleid und der Tatsache, dass der Staat ein Gewaltmonopol ausübt, das ihm von seinen Bürgern übertragen wurde, eines, das man ihm übrigens wieder nehmen kann, wenn er sich als unfähig erweisen sollte, seine Bürger zu schützen. 

Das bringt uns zum nächsten Fehler in der Hempelschen Phantasiewelt. Gesetze fallen nicht vom Himmel. Sie werden auch nicht von „dem Staat“ auf Aufforderung von „dem Bundesverfassungsgericht“ “den Bürgern” vor die Nase gesetzt – jedenfalls nicht in einer Demokratie. In einer Demokratie gilt, dass die Gesetze die Realität abbilden sollen. Die Moralvorstellungen, die die Mehrheit der Bevölkerung teilen, sind entsprechend die Grundlage für Gesetze, die z.B. das Eigentum, die Unverletztlichkeit der Person garantieren und vielleicht einmal in Zukunft, das strafbewerte Verbot ideologisch verblödete Journalisten in öffentlich finanzierten Medienanstalten zu dulden, umfasst.

Also: Ohne Moral kein Gesetz.
Und weil es ohne Moral kein Gesetz geben kann, deshalb sind Recht und Gesetz nicht ohne Moral zu denken. Somit ist die einzige Frage, die im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von Bedeutung ist, die Frage, ob eine Mehrheit in der Bevölkerung die Vorstellung von einem Dritten Geschlecht teilt und der Ansicht ist, dieses dritte Geschlecht, dessen vermeintliche Träger seltener sind als Wasser in der Wüste, rechtfertige den Aufwand von Millionen von Steuereuros, um die Freaks of Nature, die nicht männlich und nicht weiblich sind oder sein wollen, nun auch verwaltungstechnisch kenntlich zu machen.

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Meinungsmache durch Staatsfunk? Die Lügenpresse ist in der Mitte angekommen

Lügenpresse, Staatsfunk, Volkserzieher, diese Begriffe der politischen Rechten, so Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft in Tübingen, „verminten das Gelände“ für richtige Medienkritik und führten dazu, dass richtige Medienkritiker sich nicht mehr trauten, die Medien zu kritisieren, aus Angst, zu den falschen Medienkritikern gezählt zu werden.

Pörksen hat sich in der ZEIT aufgemacht zu beklagen, dass „der Verdacht, von den öffentlich-rechtlichen Medien und vermeintlich übermächtigen Journalisten manipuliert zu werden – vom rechten Rand bis in die Mitte der Gesellschaft“ gewandert sei. Da es letztlich für die Frage, ob Kritik berechtigt ist oder nicht, irrelevant ist, von wo sie kommt, weckt Pörksen hier schon Zweifel an seiner intellektuellen Unabhängig- und Kritikfähigkeit.

Aber: in dubio pro reo!
Betrachten wir also, was nach Ansicht von Pörksen den derzeitigen Diskurs über die deutschen Medien vergiftet. Es ist das Folgende:

  • Medien würden durch „Schmähvokabeln wie ‚Staatsfunk‘ zu Marionetten der Politiker gemacht. Es werde nahegelegt, dass Journalisten keine unabhängigen Akteure, sondern Lakaien der Politiker seien und entsprechend berichten würden, was Letztere sich wünschen.
  • Journalisten würden unter Rechtfertigungsdruck stehen und ständig betonen, dass sie nicht aus dem Bundeskanzleramt angerufen und auf Linie getrimmt worden seien.
  • Medien würden als „autoritäre Gatekeeper“, die „letztlich bestimmen, was sagbar und politisch durchsetzbar“ sei, beschrieben. Es werde behauptet, sie wären darauf ausgerichtet, ihren Konsumenten bestimmte Weltsichten zu vermitteln und sie gleichzuschalten.

Alle drei Vorwürfe, die Pörksen in seinem Beitrag auflistet, findet er moralisch verwerflich. Für keinen davon führt er den Beleg, dass er falsch ist. Dass politischer Druck auf Journalisten ausgeübt werde, um Journalisten zur genehmen Berichterstattung zu bewegen, ist für ihn ein ebenso absurder Gedanke, wie die Vorstellung, öffentlich-rechtliche Medien würden bewusst Inhalte verzerren und nicht objektiv berichten: die ganze Schar der Journalisten wäre also darin einig, die Position als Selegierer von Information für den Versuch zu nutzen, die Empfänger der Informationen durch entsprechende Aufbereitung oder Auslassung, durch leichte Verdrehung oder offene Bewertung zu manipulieren.

Das erscheint Pörksen lächerlich.
Natürlich kann das Kanzleramt nicht bei allen deutschen Journalisten anrufen. Natürlich sind vermutlich nicht alle Journalisten dem gemeinsamen Ziel, die Konsumenten ihrer Nachrichten zu manipulieren oder es doch zumindest zu versuchen, verpflichtet.

Ergo, so schließt Pörksen, seien die Vorwürfe an die Adresse der öffentlich-rechtlichen Medien unangebracht, ideologisch motiviert, mit rechtem Stallgeruch belastet und deshalb falsch.

Hier irrt Pörksen, und man weiß nicht wirklich, ob er aus gutem Glauben irrt oder deshalb irrt, weil er mit seinen drei Punkten einen Strohmann aufgebaut hat, den er vor der Meute abbrennen kann, um anschließend zu behaupten, er habe den Teufel getötet. In jedem Fall ist sein Beitrag von einem Bruch durchzogen: Die Aussagen, die er macht, werden von seiner Argumentation nicht getragen.

Man braucht seine Annahmen und die Beschreibung der Absurditäten, die angeblich hinter der Rede von der Lügen- oder Lückenpresse stehen sollen, nämlich gar nicht, um dennoch zu demselben Ergebnis zu kommen, dem Ergebnis, dass öffentlich-rechtliche Medien einen politischen Bias haben, bestimmte Nachrichten unterdrücken, einseitige Bewertungen vornehmen und insgesamt der politischen Agenda, wie sie von der Einheitsfront der linken Politiker, die von linksaußen bis in die CDU reicht, verpflichtet sind.

Um zu erklären, warum öffentlich-rechtliche Medien einen Bias haben und man eben nicht davon ausgehen kann, dass sie im Allgemeinen korrekt oder am Kriterium der objektiven Berichterstattung ausgerichtet berichten, reichen zwei Feststellungen:

  • Parteineigung von Politik-Journalisten in Deutschland

    Die meisten Journalisten ordnen sich selbst eher links ein. Der Anteil der Journalisten, die eine linke Ideologie pflegen ist höher als der derer, die liberale oder rechte Überzeugungen haben.

  • Journalismus ist ein Beruf, der wie der Beruf des Lehrers oder der des Hochschullehrers entprofessionalisiert wurde. Die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen von Zeitungen und bei öffentlich-rechtlichen Medien führen nicht dazu, dass die Besten sich dort einfinden. Vielmehr finden sich durchschnittliche, wenig imaginative und vor allem kaum mit Phantasie oder Kreativität belastete Durchschnittsjournalisten ein, die die Redaktion verwalten.

Diese beiden Annahmen, reichen aus, um den derzeitigen (ideologischen) Zustand der öffentlich-rechtlichen Medien zu erklären. Man braucht dazu keinerlei Annahmen darüber zu machen, dass Journalisten absichtlich die Konsumenten ihrer Nachrichten belügen (obwohl dies sicherlich vorkommt).

Amos Tversky und Daniel Kahneman haben ebenso wie Leon Festinger in vielen Studien belegt, dass Menschen Informationen eher aufnehmen, wenn sie in einem positiven Verhältnis zum eigenen Überzeugungssystem stehen. Das Kriterium für die Auswahl von Informationen ist entsprechend nicht deren Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, sondern deren Übereinstimmung mit der Überzeugung dessen, der die Informationen auswählt.

Journalismus hat die Auswahl von Informationen zum Gegenstand. Die Idee einer objektiven Berichterstattung ist ähnlich abstrus wie die Idee von Leben auf der Sonne. Natürlich ist Journalismus selektiv. Guter Journalismus versucht, die vorhandene Selektivität dadurch zu beherrschen, dass er sich am Kriterium einer möglichst umfassenden Berichterstattung ausrichtet. Da man nicht umfassend berichten kann, besteht der einfachste Weg, dem Kriterium nahezukommen darin, den berichteten Gegenstand von mehreren Seiten, auf Basis mehrerer Aspekte zu analysieren oder im einfachsten Fall beide Seiten zu Wort kommen zu lassen. „Guter Journalismus“, von dem Pörksen schreibt, für den er aber kein Kriterium nennen kann, besteht z.B. darin, nicht nur Gegner von Donald Trump zu Wort kommen zu lassen, sondern Trump die Möglichkeit zur Reaktion auf Vorwürfe einzuräumen. Guter Journalismus wäre auch dann gegeben, wenn Einordnungen erfolgen, wenn z.B. das Unglück von Fukushima nicht zum Anlass genommen worden wäre, um ausschließlich die Risiken der Kernenergie zu beklagen, sondern auch dazu, die Vorteile der Technologie mit der Tatsache zu verweben, dass nicht einmal ein Tsunami letztlich in der Lage war, eine großflächige atomare Katastrophe auszulösen.

Ideologische Überzeugungssysteme, so haben Tversky und Kahneman gezeigt, beeinflussen die Wahrnehmung von Fakten, beeinflussen die Auswahl von Fakten. Davor ist niemand gefeit, weshalb es notwendig ist, sich selbst zu kontrollieren oder sich in einem kritischen Umfeld zu bewegen, um gegebenenfalls auf einen vorhandenen Bias zugunsten der eigenen Überzeugung hingewiesen zu werden. In einem Markt sorgen die Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage dafür, dass Anbieter von Nachrichten, die sich durch einen zu starken Bias auszeichnen, die die Wahrheit zu sehr in einem ihnen genehmen Licht darstellen bzw. verzerren oder gänzlich einseitig darstellen, vom Markt verschwinden, denn es gibt alternative Anbieter, die keinen oder nur einen geringen Bias haben. Nun gibt es keinen Markt für Nachrichten in Deutschland, schon weil es keinen Wettbewerb zwischen Journalisten gibt, der den Namen verdient, schon weil Angestellte öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten unabhängig von der Nachfrage nach ihren Nachrichten sind. Im Extremfall können öffentlich-rechtliche Anbieter auch dann überleben, wenn niemand mehr ihre Texte oder Sendungen konsumiert. Egal, was sie schreiben, ihr Einkommen ist gesichert. Die Motivation, sich an Kriterien guten Journalismus‘ wie wir sie oben genannt haben, zu halten, ist daher gering. Die Versuchung, politisch-korrekte und vor allem unkritische Beiträge zu verbreiten, die letztlich die Sicht derer widerspiegeln, die im Aufsichtsrat der Sender sitzen und von denen Journalisten meinen, sie hätten die Schlüssel zu beruflichem Aufstieg und Nebenverdienst in der Tasche, ist somit groß, denn: Die Loyalität von öffentlich-rechtlichen Journalisten ist nicht bei den Konsumenten ihrer Nachrichten, sondern bei denen, die sie für relevant im Hinblick auf die eigenen Karriere ansehen. Bei ihnen dienen sie sich an. Mit welcher ideologischen Überzeugung sie sich andienen, das dürfte angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Journalisten sich politisch auf der linken Seite des Spektrums einordnet, offensichtlich sein.

Doch warum gibt es nicht zwischen Sendern oder zwischen verschiedenen Medien Unterschiede in der Berichterstattung? Warum sieht man sich als Konsument öffentlich-rechtlicher Medien einer Nachrichten-Einheitsfront gegenüber, die mit der Neugier und dem Engagement, der Suche nach Neuem, die man den Mitgliedern der menschlichen Spezies so gerne attestiert, nicht in Einklang zu bringen ist?

Die Antwort darauf gegen DiMaggio und Powell mit ihrem Konzept der Isomorphie.

Neues zu publizieren, etwas anders zu machen, sich zu exponieren, das alles sind Tätigkeiten, die mit einem Risiko verbunden sind. Wenn sich das Neue bei der eigenen Bezugsgruppe, den Vorgesetzten, den Kollegen nicht bewährt, das Andere abgelehnt wird und man sich dafür exponiert hat, dann kann es passieren, dass die eigene Karriere beendet ist, man anstelle der Produktion von Sendungen Archivarbeit leistet. Ein derartiges Risiko gehen in der Regel nur Menschen ein, die hoch motiviert sind und die davon überzeugt sind, dass ihre abweichenden Ideen zum Erfolg werden. Solche Menschen sind keine durchschnittlichen Standardjournalisten. Sie ragen aus der Menge heraus, machen eine entsprechende Karriere oder werden dann, wenn die Organisation Neues oder Anderes nicht toleriert, aus der Organisation entfernt oder sie wandern ab, z.B. in soziale oder alternative Medien.

Bei öffentlich-rechtlichen Medien scheint Letzteres der Fall zu sein. In jedem Fall kann man feststellen, dass ein akuter Mangel an herausragenden, an guten Journalisten vorhanden ist, dass alles im Durchschnitt versinkt. Das wiederum führt dazu, dass die Atmosphäre in öffentlich-rechtlichen Medienanstalten risikofeindlich ist. Mitarbeiter versuchen, Neues und Anderes zu vermeiden. Sie trampeln ausgetretene Pfade entlang, um auf Nummer sicher zu gehen – oder wie ein Leipziger Handwerker einmal gesagt hat: Mach‘ nichts anders, dann kommst Du auch in nichts hinein.

Dieses Bemühen um die Vermeidung von Unsicherheit trifft sich mit der Tatsache, dass die Mehrzahl der Journalisten einer linken Ideologie anhängt und führt im ersten Schritt dazu, dass in öffentlich-rechtlichen Medien ein linker Bias vorhanden ist. Mitarbeiter von ARD und ZDF bewegen sich in einem links-dominierten Nachrichtenfeld. Ihre Auswahl von Nachrichten und ihre Bewertung von Nachrichten erfolgt in diesem Rahmen. Die Einseitigkeit mancher Berichterstattung und die Auslassung von Informationen ist somit nicht hauptsächlich das Ergebnis des Vorsatzes, die Konsumenten der Nachrichten zu manipulieren, sondern Ergebnis des Versuches, Risiko zu vermeiden. Unter Wölfen ist es besser mit der Meute zu heulen als das Schaf zu geben.

Das Bemühen, mit der Auswahl von Nachrichten bzw. der eigenen Form von Journalismus kein Risiko einzugehen, hat noch drei weitere Effekte, die DiMaggio und Powell als koersive, mimetische und normative Isomorphie bezeichnet haben. Das Risiko, mit einer nicht-konformen Berichterstattung aufzufallen, kann dadurch minimiert werden, dass man kopiert, was andere berichtet haben und von dem bekannt ist, dass es keine negativen Auswirkungen auf die Karriere des berichtenden Journalisten hatte. Das ist mimetische Isomorphie. Das Risiko nicht-konformer Berichterstattung kann auch dadurch verringert werden, dass man sich dem anpasst, was es als Klima in einer Redaktion gibt. Mehrheitlich ist dies ein linkes Klima. Schließlich kann auch Zwang ausgeübt werden, um eine abweichende Berichterstattung zu verhindern, z.B. von der Gewerkschaft im Sender, die Handreichungen verfasst, auf denen dargelegt wird, wie man bei Kollegen „falsche“ Einstellungen entdecken kann oder ein verdecktes Mitglied der AfD in der Redaktion enttarnen kann.

Alle drei Mechanismen führen zur Isomorphie, also zur Angleichung von Handlungen, Aussagen und letztlich Medienberichten.

Damit wäre der Zustand der öffentlich-rechtlichen Medien, wie er in Begriffen wie Lückenpresse, Lügenpresse oder Staatsfunk pointiert beschrieben wird, erklärt, ohne auch nur auf eine der Annahmen über geheime Verschwörungen, einen direkten Einfluss von Politikern auf Journalisten oder sonst etwas, das den Strohmann von Pörksen ausgemacht hat, zurückgreifen zu müssen.

Dass öffentlich-rechtliche Medien in dem bedauernswerten Zustand sind, in dem sie nun einmal sind, ergibt sich als logische Folge aus der Tatsache, dass die meisten Journalisten eine linke Überzeugung haben, sich entsprechend ein linkes Klima in Redaktionen ausbreitet, in Redaktionen, die mit durchschnittlichen Journalisten bevölkert sind, die nicht auffallen und nichts politisch Unkorrektes schreiben wollen und deshalb kopieren, was andere schreiben, sich an das Meinungsklima in der Redaktion anpassen und ansonsten versuchen, in nichts hinein zu kommen. Dass am Ende dann Berichte stehen, die ideologisch gefärbt sind, von Auslassungen und einseitigen Bewertungen durchzogen sind, ist Ergebnis der beschriebenen Faktoren und der Tatsache, dass Menschen aus Informationen eher diejenigen auswählen, die zu ihrer eigenen Überzeugung passen. Die Lückenpresse wäre somit das Ergebnis vorhandener Strukturen in öffentlich-rechtlichen Institutionen im Zusammenwirken mit Journalisten, die so durchschnittlich sind, dass sie nicht einmal damit ein Problem haben, dass sie nicht auffallen. Letztlich kann eine selegierte Population wie mehrheitlich linke Journalisten, die im eigenen Saft braten, eben keine Nachrichtenbreite anbieten, die der Diversität der Gesellschaft, die dieselbe in Redaktionen um ein Vielfaches übersteigt, gerecht wird. 

Selbst wenn man keine der von Pörksen genannten Aussagen zum Ausgangspunkt nimmt, keine direkte Einflussnahme der Politik, keine absichtlichen Versuche der Manipulation, kommt man somit zum selben Ergebnis: Deutsche Medien haben einen ideologischen Bias, der in Lücken, Auslassungen und Lügen resultiert, um die eigene Agenda zu befördern. Nun wissen wir natürlich, dass es gezielte Einflussnahmen gibt. Parteivertreter sitzen in Rundfunkräten. Ministerien versuchen, über allerlei Auftrags- und Legitimationsforschung und die nachfolgenden Pressemeldungen, die Berichterstattung zu beeinflussen. Politische Gefallen werden gegen Beiträge in Medien gehandelt. Die personellen Überlappungen zwischen Politik und Medienwirtschaft sind zu groß, als dass man nicht davon ausgehen müsste, dass die gemeinsame Sache gegen die Konsumenten der Nachrichten nicht an der Tagesordnung wäre. Die SPD unterhält einen Medienkonsern. Warum wohl? Zudem haben wir auf ScienceFiles viele Belege für falsche oder einseitige oder ideologisch verdrehte Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien zusammengetragen, so dass man auch annehmen muss, dass einige (?), manche (?), viele (?) Journalisten das Ziel der Manipulation von Nachrichtenkonsumenten verfolgen.

Wie man es dreht und wendet, es kommt ein Bias, eine Lücken-, eine Lügenpresse dabei heraus.


DiMaggio, Paul J. & Powell, Walter W. (1983). The Iron Cage Revisited: Institutional Isomorphism and Collective Rationality in
Organizational Fields. American Sociological Review 48(2): 147-160.

Lünenborg, Magreth & Berghofer, Simon (2010). Politikjournalistinnen und -journalisten. Aktuelle Befunde zu Merkmalen und Einstellungen vor dem Hintergrund ökonomischer und technologischer Wandlungsprozesse im deutschen Journalismus. Berlin: Freie Universität Berlin, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Arbeitsstelle Journalistik.

Tversky, Amos & Kahneman, Daniel (1986). Rational Choice and the Framing of Decisions. Journal of Business 59(4): S251-S278.

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