Partei der Ewiggestrigen: SPD ganz unten – ärmlich und erbärmlich

Der Anteil der Stimmen, den die SPD in Wahlumfragen noch erhält, geht in dem Maße zurück, in dem angebliche soziale „Demokraten“ die Nazi-Rhetorik gegen die AfD auspacken, in der Hoffnung, einen Trend, der gegen die SPD läuft, umkehren zu können.

Kann man tatsächlich so dumm sein (siehe Erklärung unten)?
Wer um aller Götter Willen berät die SPD-Führung?

Zugegeben, es muss für die Parteiführung und die, die auf mittleren bis hinteren Listenplätzen sitzen, grauselig sein, die regelmäßigen 1% bzw. 2% weniger zu registrieren, die von Wahlumfrage zu Wahlumfrage noch die SPD wählen zu wollen, angeben. Aber kann man abgrundtiefe Dummheit mit Verzweiflung rechtfertigen?

Je weniger Stimmen die SPD erhält, desto mehr Genossen auf mittleren und hinteren Listenplätzen muss die Parteiführung versorgen. Interne Kämpfe, sowieso eine unter Genossen beliebte Tätigkeit, sind vorprogrammiert.

Eher nicht.

Vor allem nicht, wenn die Verzweiflung sich darin äußert, dass SozialDEMOKRATEN die miesesten aller vermeintlichen Kniffe auspacken, um ihre politischen Gegner zu bekämpfen. Die Anzahl der Nazivergleiche, die mit Blick auf die AfD vorgetragen werden und den Intellekt auch der Letzten noch verbliebenen intelligenten SPD-Wahlabsicht Angebenden beleidigen müssen, sie nimmt seit Tagen zu und hat nun einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Heiko Maas spricht der AfD die Verfassungstreue ab. Er, der gerade ein Gesetz zur Durchsetzung des Internets durch den Bundestag geboxed hat, das nach Ansicht nicht nur des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags verfassungswidrig ist.

Ralf Stegner, dessen Argumentationsfähigkeit sich vor allem aus Expletiven zusammensetzt, er hat u.a. Björn Höcke gerade als Nazi bezeichnet.

Und Sigmar Gabriel, der wenn es darum geht, Unsinn zu verbreiten, immer noch eine Schippe drauflegen kann, fürchtet, dass mit der AfD die ersten echten Nazis in den Reichstag [!sic] einziehen. Der Mann lebt in seiner eigenen Welt.

Irgendwer muss den SPD-Größen, die im Bundesdurchschnitt eher als Winzlinge des politischen Betriebs erscheinen, geraten haben, einen affektiven Wahlkampf zu führen und zu versuchen, Wähler dadurch zu gewinnen, dass sie die AfD, die die SPD offensichtlich als ihren gefährlichsten Gegner ausgemacht hat, wenn es um Wählerstimmen geht (wohl nicht zu unrecht, denn die AfD gewinnt in Umfragen, während die SPD verliert) mit Nazi-Rhetorik, nicht in erster Linie mit Rhetorik, die die Nazis auch benutzt hätten, formal, weniger vom Inhalt her, sondern in erster Linie durch den Versuch die AfD mit Nazis, also mit NationalSOZIALISTEN gleichsetzen.

Affektiver Wahlkampf, der auf der Annahme besteht, man könne Wähler, die sich mit dem Gedanken tragen, die AfD zu wählen, affektiv abschrecken, müsse ihnen keine Argumente liefern. Es reiche, die AfD als Schande oder nicht wählbar, als Nazis darzustellen.

Affektiver Wahlkampf, der diejenigen, die noch die SPD zu wählen beabsichtigen dadurch binden will, dass ihnen bedeutet wird, sie seien die besseren Wähler, die verfassungskonform wählen, die keine oder wie Sigmar Gabriel nahelegt, falsche Nazis wählen.

Kann man wirklich so dumm sein?
Gut, die wenigen Themen, die die SPD hat, sie haben sich abgenutzt. Niemand glaubt einer Partei, sie sei an irgendeiner Form von Gerechtigkeit interessiert, der es nur darum geht, Frauen gegenüber Männern besser zu stellen.

Überzeugungstäter, deren Intellekt mit dem Mundvolumen nicht mithalten kann, erkennt man daran, dass Sie auf die Dummheiten, die sie verbreiten, auch noch stolz sind, weil sie nicht merken, wie sie wirken.

Niemand findet eine Partei verlässlich, die nach Jahren der Regierungsbeteiligung plötzlich entdeckt, dass alles ganz falsch gelaufen ist.

Niemand hat Vertrauen zu einer Partei, die an vorderster Front FakeNews zu bekämpfen vorgibt, aber selbst FakeNews z.B. die Lüge von den 21%, die Frauen schlechter verdienen als Männer weil sie diskriminiert würden, verbreitet.

Und niemand glaubt einer Partei, die eigentlich keine Partei, sondern eine Holding ist, die ein Firmenimperium betreibt und die (finanzielle) Kontrolle über eine Vielzahl von Zeitungen ausübt, wenn sie behauptet, sie würde außer den eigenen Interessen noch die Interessen von Wählern wahrnehmen.

Die SPD hat inhaltlich abgewirtschaftet.
Nun auf Affekte zu setzen, nun zu versuchen, Wähler über Emotionen zu fangen, nicht über Argumente, die deren Verstand ansprechen, ist ein Akt der Verzweiflung.

Und er wird nach hinten losgehen.
Denn diejenigen, die ihre Wahlentscheidung auf Basis von rationaler Erwägung treffen, reagieren auf Argumente, nicht auf Emotionen. Sie sind irritiert vom Niveau, auf dem man (nicht nur) bei der SPD die politische Auseinandersetzung führt, eher an einen Kindergarten oder eine Anstalt erinnert, in der Insassen sitzen, die nicht in der Lage sind, normal zu sprechen, Argumente vorzubringen und mit ihren Argumenten zu überzeugen. Rationale Wähler werden durch den Stil des SPD-Wahlkampfs abgestoßen. Wer wählt schon eine Partei der Proleten, bei deren Personal man durchweg den Eindruck hat, dass die Normalverteilung der Intelligenz bei ihnen und im Vergleich zur Bevölkerung rechtsschief ist?

Wähler, die auf affektive Ansprache durch Parteien und nicht auf Argumente reagieren, sind insofern keine verlässliche Wählergruppe, als ihre Entscheidung ad-hoc geformt wird und nicht stabil ist. Die Entscheidung ist deshalb nicht stabil, weil affektive Wähler wie kleine Kinder sind. Haben sie etwas, dann wollen sie mehr. Gäbe es in der SPD und unter denen, die die SPD beraten, auch nur einen, der Sozialpsychologie als Begriff schon einmal gehört hat und vielleicht schon einmal sozialpsychologische Texte gelesen hat, er hätte vielleicht schon einmal von der Deprivations-Sättigungs-Hypothese gehört.

In der Formulierung von George C. Homans (zitiert nach Opp und Wippler) lautet die Hypothese:

„Je häufiger eine Person in der jüngsten Vergangenheit eine bestimmte Belohnung erhalten hat, desto weniger wertvoll wird für sie jede weitere Einheit dieser Belohnung.“

Deshalb muss man mit affektiver Ansprache von Menschen vorsichtig sein. Der Nazivergleich von heute ist morgen schon schal und bringt keinen Hund mehr hinter dem Ofen vor. Wer sich heute noch gut fühlt, wenn er hört, dass Ralf Stegner einen politischen Gegner als Nazi beschimpft, der will morgen mehr verbales Blut sehen, eine Steigerung des Nazi-Vergleichs. Denn der Nazi-Vergleich ist alt, ist von gestern. Es muss neues Entertainment her. Aber genau das wird schwierig. Vielleicht könnte Stegner einen anderen AfD-Politiker als Nazi beschimpfen. Jeden Tag einen anderen. Aber das wäre auch nicht die Lösung. Es würde noch mehr der ohnehin schon nicht mehr zahlreichen rationalen SPD-Wähler, dazu bringen, sich angesichts dessen, was sie aus der SPD zu hören bekommen, angewidert abzuwenden, sich einer Alternative zuzuwenden. Auch bei affektiven Wählern wäre die tägliche Nazi-Beleidigung kein Mittel mehr, um Stimmen zu gewinnen oder Abwanderung zu verhindern.

Bei ihnen wie bei vielen anderen haben sich Nazi-Vergleiche gegen die AfD abgenutzt. Wer sie immer noch anführt, macht damit deutlich, dass er nichts vorzubringen hat, außer affektivem Stumpfsinn, dass er vor allem keine Argumente hat, dass er denkt, man könne Wähler dadurch überzeugen, dass man sie letztendlich angrunzt, denn mehr Gehalt haben die Nazi-Vergleiche nicht (weil sie nicht begründet werden). Diese Armseligkeit muss auch noch den letzten treuen Genossen dazu bewegen, der Partei den Rücken zu kehren, die bevor sie zur Mama- und Frauenförderpartei derer geworden ist, deren Größe der Mundöffnung bei Aussagen in keinem Verhältnis zum Gehalt dieser Aussagen steht, degeneriert ist, einmal zumindest dem Anspruch nach, Arbeiterpartei sein wollte.

Die SPD ist in Umfragen wieder kurz vor 20% angekommen.
Die Wahlprognosen, die auf Basis dieser Umfragen berechnet werden, fallen für etablierte Parteien wie die SPD, die sich in der Wählergunst nach unten bewegen, immer freundlicher aus, als die Stimmung in der Bevölkerung ist. Man kann also erwarten, dass die SPD am Wahltag die 20%-Marke unterschreitet.
Die Zahl derer, die eine Partei wählen, deren Spitzengenossen vornehmlich dadurch auffallen, dass sie zwar nicht argumentieren, aber beleidigen können, dass sie einem Sprachstil huldigen, mit dem sie es an keinen Stammtisch in Deutschland schaffen würden, wird immer geringer, schon weil die Anzahl derer, die erschreckt auf das schauen, was bei der SPD politisches Personal sein will und denen man im Kindergarten eine soziale und emotionale Fördernotwendigkeit bescheinigen würde, immer größer wird.

ScienceFiles-Weisheit: Auf Dauer kann man für Irrsinn nur Irre begeistern.

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Sigmar Gabriel ist ein falscher Nazi – nach eigener Aussage

Sigmar Gabriel hat t-online ein Interview gegeben. Ein Auszug daraus:


Frage: Im Februar haben Sie gesagt: „Es gibt ein großes Wählerpotenzial, das bereit ist, SPD zu wählen, aber nicht als Koalitionspartner der Union.“ Ich habe den Eindruck: Sieben Monate später und zwei Wochen vor der Bundestagswahl ist nicht viel zu sehen von einem solchen Potenzial. Erreicht die SPD Menschen nicht mehr?

Gabriel: Die Ereignisse der letzten Wochen, die unterdrückte Debatte über die Flüchtlingskrise und die Terroranschläge in europäischen Städten haben dazu geführt, dass sich viele Menschen offenbar mit dem Gedanken tragen, die AfD zu wählen. Es gibt eine Menge Menschen, die den Eindruck haben, dass über ihre Sorgen – Flüchtlinge, innere Sicherheit und die Angst um den Arbeitsplatz – im Wahlkampf nicht geredet wird. Wenn wir Pech haben, senden diese Menschen bei der Wahl ein Signal der Unzufriedenheit, das schlimme Folgen haben wird. Dann haben wir zum ersten Mal nach Ende des Zweiten Weltkriegs im deutschen Reichstag wieder echte Nazis.

Wir haben Gabriel schon immer für jemanden gehalten, der mit der Logik (und Vernunft) auf Kriegsfuß steht. Aber diese Fehlleistung ist eine besondere Fehlleistung.

Wenn mit der AfD echte Nazis in den deutschen Reichstag einziehen, dann heißt das, dass derzeit keine echten Nazis im Reichstag sitzen, sondern falsche, denn das Gegenteil von echten Nazis sind nicht-echte, also falsche Nazis. Das Dumme an der näheren Bestimmung von Mengen ist, dass mit der näheren Bestimmung auch die Gegenmenge näher bestimmt wird. Die Gegenmenge zu echten Nazis sind falsche Nazis. Gabriel muss sich entsprechend als falschen Nazi sehen, sonst hätte er die AfD nicht als echte Nazis, sondern nur als Nazis klassifiziert.

Dass er ein falscher Nazi ist, dafür spricht auch sein Irrtum, zur Wahl stünde am 24. September die Besetzung des Reichstags. Gabriel hinkt hier seiner Zeit hinterher. Seit 1933 finden keine Wahlen zum Deutschen Reichstag mehr statt (Die Wahlen von 1936 und 1938 lassen wir einmal außen vor.).

Seit 1949 wird gar ein Bundestag gewählt. Das muss Gabriel entgangen sein. Da fragt man sich doch, wo der Mann, dessen Partei nach seiner Ansicht nicht gewählt wird, weil dunkle Mächte die „Debatte über die Flüchtlingskrise und die Terroranschläge“ unterdrücken, der falsche Nazi Gabriel mit seinen Gedanken ist?

In der Vergangenheit?

Im Ewiggestrigen?

Anyone’s guess.

Mai-Files: Extremisten, Lü(g)(ck)enpresse, HateNews, Entartete Kunst und politische Korruption

Mit diesem Post starten wir eine neue Serie auf ScienceFiles: Monatsrückblicke.

Wir stellen an uns fest, dass wir oft nach zehn Posts nicht mehr in Erinnerung haben, was der elfte Post in die Vergangenheit gerechnet, eigentlich zum Gegenstand hatte. Um dem Kurzzeitgedächtnis ein Schnippchen zu schlagen, haben wir beschlossen, einen Monatsrückblick zu starten, mit dem wir zum Ende jeden Monats noch einmal die Highlights der vergangenen 30 Tage beleuchten wollen.

landgericht-leipzigWo gibt es einen Rektor, der von sich behaupten kann, dass ihm drei Landrichter attestiert haben, das Lügen sei ihm nicht wesensfremd? Richtig: In Leipzig. Dort leistet sich der Freistaat Sachsen mit Beate Schücking nicht nur einen Rektor, der Mehrausgaben von mehr als 400.000 Euro als Schadensersatzzahlung produziert hat, er leistet sich auch einen Rektor, für den nach den Ergebnissen einer achtstündigen Beweisaufnahme vor dem Landgericht Leipzig Frauenförderung darin besteht, männliche Bewerber mit erfundenen Gerüchten über sexuelle Nötigung zu diskreditieren. Schücking gibt der Amtshaftung eine ganz neue Bedeutung, eine teure, für die Steuerzahler in Sachsen:

Wie sehr Journalisten in Zeitungen, die der SPD gehören, die Hosen voll haben, wenn es darum geht, Tatsachen zu berichten, die im Gegensatz zu dem stehen, was die Erzählung vom guten Menschen, der im noch besseren Dienst an den Menschen steht, der Bevölkerung vorgaukeln will, zeigt sich am Beispiel der Leipziger Volkszeitung, in der es ein Journalist nicht einmal über sicht bringt, die Feststellungen dreier Landrichter über Beate Schücking auch nur zu erwähnen:

Das Bemühen, diejenigen, die einem politisch nicht genehm sind, zu diffamieren und zu diskreditieren, es blüht auch im Hause der Beauftragten für die neuen Bundesländer, also für Ostdeutschland, das auch im Jahre 27 nach der Vereinigung ein Fremdkörper geblieben ist. Denn: Möchtegernforscher aus Göttingen wollen festgestellt haben, dass Ostdeutsche für Rechtsextremismus anfälliger seien, als Westdeutsche. Mit klassischer Junk Science haben die Göttinger in ihre Daten hineingelesen, was dort selbst mit größter Phantasie nicht gefunden werden kann und sich so dem politischen Willen ihres Auftraggebers gefügt. Und weil Junk Science weder Standards noch Methode kennt, hat sich die Frage gestellt, ob nicht auch einige der 40 Interviews, aus denen die Göttinger Zauberlehrlinge auf ganz Ostdeutschland blicken konnten, gar nicht geführt wurden:

Goettingen Junk ScienceWenn die meisten Journalisten von Mainstream-Medien sich durch etwas auszeichnen, dann scheint dies Ideen- und Phantasielosigkeit zu sein. Deshalb sind sie darauf angewiesen, sich bei anderen zu bedienen. Und so haben sich unsere Beiträge über den Gerüchte-Rektor aus Leipzig, der die Steuerzahler des Freistaats mehr als 400.000 ungeplante Euro kostet und unser Beitrag über die fragwürdigen Interviews, die die Göttinger geführt haben wollen, in den Mainstream-Medien als Plagiat wiedergefunden:

Die Phantasielosigkeit, die sich bei der ARD z.B. in einem Lock-In niederschlägt, das dazu führt, dass dort Angestellte nur noch im Trump-Hass-Modus unterwegs sein können und völlig außer Stande sind, auch nur eine in Maßen deskriptive Berichterstattung zu präsentieren, wurde in einer Studie belegt, die zeigt, dass die ARD weltweit führend ist, wenn es darum geht, Negatives über Donald Trump zu berichten. Die ARD ist ein richtiges Trump-Hass-Medium.

Damit ist wohl auch die Mainstream-Medien-Kultur, die in Deutschland herrscht, gut beschrieben: Es ist eine Kultur, die keinerlei Abweichung von der eigenen Ansicht darüber, was gut und richtig ist, duldet, die Andersdenkende verfolgt und aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen versucht. Die Hexenjagd auf Xavier Naidoo macht dies mehr als deutlich:

Das auch Universitäten bzw. deren Angestellte zum Bestandteil eines Meinungs-Lynchmobs geworden sind, zeigt die Bremer Erklärung, an der sich Hochschullehrer aus Bremen beteiligt haben, entgegen der Pflichten, die ihnen das Beamtenrecht auferlegt:

Wie marode das politische System, das fälschlicherweise als Demokratie benannt wird, ist, zeigt die Ungeniertheit, mit der Amtsinhaber versuchen, aus ihrer politischen Tätigkeit finanzielles Kapital zu schlagen, z.B. dadurch, dass sie Bücher schreiben lassen, die sie unter eigenem Namen veröffentlichen und in denen sie Amt und Geldgier in einer Weise vermischen, die man nur noch als politische Korruption bezeichnen kann:

Im Einklang mit der Funktionsweise eines maroden Systems, in dem die wirklichen Probleme verschwiegen werden und in dem hinter dem Rücken der Bürger deren Freiheit eingeschränkt wird, gibt es die folgenden beiden Beiträge nur auf ScienceFiles zu lesen

civic cultureDer Zustand der politischen Kultur in Deutschland ist besorgniserregend. Politiker die ihr Amt benutzen, ihr Nebenverdienst zu maximieren, öffentlich-rechtliche Medien, die ihre Aufgabe darin sehen, ihre Kunden zu belehren und mit Bewertungen zu überschütten, angebliche Forscher, die Ergebnisse produzieren, die der Vorgabe des Auftraggebers entsprechen, eine Universitäts-Rektorin, der „die Behauptung unwahrer Tatsachen zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht wesensfremd ist“, all dies sind Indikatoren für einem moralischen Verfall und dafür, dass es kaum mehr möglich ist, von einer politischen, gar einer demokratischen Kultur in Deutschland zu sprechen. Dass dem so ist, ist auch ein Ergebnis davon, dass Extremismus als eine Spielart rechter Ideologien angesehen bzw. durchgesetzt werden soll. Dem ist nicht so. Um zu zeigen, dass Linksextreme und Rechtsextreme das gleiche psychologische Make-up und die selben psychologischen Defizite teilen, haben wir eine Serie begonnen, in der wir die wissenschaftliche Literatur aufarbeiten, die die Gemeinsamkeiten von Rechten und Linken zum Gegenstand hat.

Die Beiträge, die hier zusammengestellt sind, wären nicht möglich, wenn ScienceFiles nicht von vielen Lesern, bei denen wir uns an dieser Stelle einmal mehr herzlich bedanken wollen, durch Spenden unterstützt werden würde. ScienceFiles lebt ausschließlich von Spenden, und wem ScienceFiles am Herzen liegt und wer dafür sorgen will, dass wir auch weiterhin als Stachel im Fleisch der institutionalisierten Wissenschaft und als Medium vorhanden sind, das über Dinge berichtet, die ansonsten mit dem öffentlich-rechtlichen Mantel des Schweigens bedeckt worden wären, der kann dies dadurch sicherstellen, dass er uns mit einer Spende unterstützt.

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Sigmar Gabriel gibt Korruption eine ganz neue Qualität (Korruption neuvermessen)

Eigentlich gibt es in demokratischen Systemen No-Go-Areas, Dinge, die sich von selbst verbieten. Eigentlich.

Amtsinhaber missbrauchen die Ressourcen ihres Ministeriums nicht, um damit z.B. politische Gegner zu bekämpfen. Das ist als Neutralitätsgebot bekannt und wird vom Bundesverfassungsgericht (noch) verteidigt.

So heißt es im Urteil vom im Urteil vom 16. Dezember 2014 (2 BvR 2/14):
„Mitglieder der Bundesregierung haben bei Wahrnehmung ihrer amtlichen Funktionen die Pflicht zu strikter Neutralität (4.). Das Neutralitätsgebot gilt, soweit die Äußerung eines Mitglieds der Bundesregierung unter spezifischer Inanspruchnahme der Autorität seines Amtes oder der damit verbundenen Ressourcen erfolgt (5.). Geltung und Beachtung des Neutralitätsgebots unterliegen bei Äußerungen von Bundesministern uneingeschränkter verfassungsgerichtlicher Kontrolle (6.)“

Zuletzt musste sich Bundesbildungsministerin Wanka in dieser Hinsicht weiterbilden lassen. Das Bunderverfassungsgericht hat sie nach einem Bericht auf ScienceFiles gemaßregelt und das Zeigen roter Karten für die AfD durch Wanka auf den Seiten des BMBF für unzulässig erklärt.

Wenn ein Politiker sich die Finger verbrannt hat, weil es selbst im deutschen demokratischen Versuch noch Regeln gibt, die eingehalten werden müssen, dann heißt das nicht, dass andere Politiker nun die Finger vom heißen Eisen lassen. Nein. Andere Politiker versuchen eben, das heiße Eisen anders anzufassen.

Sigmar Gabriel zum Beispiel.
NeuvermessungenSigmar Gabriel hat ein Buch geschrieben, nein, schreiben lassen, von einem Ghostwriter vermutlich, ein Buch, das er nun veröffentlicht hat. Unter dem Titel „Neuvermessungen – Was da alles auf uns zukommt und worauf es jetzt ankommt“ versucht er, sein politisches Amt gleich noch in bare Münze zu verwandeln, in dem er politische Außenministertipps an alle verteilt, die sie interessant finden. Die Tantiemen, des bei Kiepenheuer und Witsch verlegten Buches, kassiert Gabriel vermutlich zum überwiegenden Teil. Der Ghostwriter erhält vermutlich und wie gewöhnlich den kleineren Teil.

Wäre Deutschland eine Demokratie, dann würden die Kontrollinstanzen, also z.B. die Medien, daran Anstoß nehmen, dass ein amtierender, vielleicht eher dilettierender Minister seine Weisheiten in Buchform unters Volk bringt, und versucht, sich durch seinen Amtsbonus ein Verkaufszubrot zu verschaffen.

Aber derartige Unappetitlichkeiten sind im deutschen demokratischen Versuch normal geworden. Warum auch nicht? Schließlich stört sich auch niemand daran, dass die SPD ihr eigenes Medienimperium betreibt und vermutlich Briefkastenfirmen in Hong Kong in ihrem weitverzweigten Firmenimperium hält, das vom Versandhandel bis zum Investmentberater alles umfasst, womit man als skrupelloser Genosse heute sein Geld verdient.

Gabriel ist ein solcher, skurpelloser Genosse. Er nutzt nicht nur sein Amt, um die schriftstellerischen Versuche seines Ghostwriters mit aktuellem Input zu versorgen oder doch zumindest mit einem Amtsbonus zu versehen, nein, er nutzt auch die Ressourcen des Auswärtigen Amtes, um dieses Buch zu bewerben. Marketing unternimmt für ihn z.B. der Twitteraccount des Auswärtigen Amtes:

 

Korruption ist letztlich dadurch gekennzeichnet, dass Grenzen überschritten werden, die gezogen wurden, um zu verhindern, dass sich Amtsinhaber die eigenen Taschen auf Kosten derer füllen, denen gegenüber sie eigentlich loyal sein sollten. Dass die entsprechenden Grenzen nicht überschritten werden, dazu soll eigentlich auch die Moral und das Gewissen von Amtsinhabern beitragen.

Gabriel StinkefingerOkay.
Ihr könnt das Lachen jetzt einstellen.

Wenn man nicht mehr darauf vertrauen kann, dass Moral und Gewissensbisse Amtsinhaber davor zurückschrecken lassen, in die eigenen Taschen zu wirtschaften und jede auch noch so kleine Möglichkeit zu benutzen, um sich opportunistisch zu verhalten, dann ist es an der Zeit, die Amtsinhaber in die Wüste zu schicken und das politische System grundlegend zu reformieren, z.B. durch ein Verbot, das es Amtsinhabern untersagt, während ihrer Amtszeit Bücher zu verfassen bzw. im eigenen Namen verfassen zu lassen, z.B. durch ein Verbot, das es Parteien untersagt, Wirtschaftsunternehmen zu sein, z.B. durch ein Ende der Parteienfinanzierung, z.B. durch eine neue Strafvorschrift, die Korruption und Grenzüberschreitungen, wie die, die Sigmar Gabriel gerade vornimmt, mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestrafen, damit die Wählbarkeit beseitigt ist.

Um die Korruption noch auf die Spitze zu treiben, bezahlen die Steuerzahler des Landes Niedersachsen die Buchvorstellung des amtierenden Außenministers. Niedersachsen wird bekanntlich von rot-grün regiert, so dass man hier von einem Korruptions-Sumpf der Genossen ausgehen muss: Ein amtierender SPD-Ministerpräsident hat keine Probleme, Finanzmittel des Landes Niedersachsen einzusetzen, um seinem Parteifreund, dem amtierenden Außenminister die Möglichkeit zu geben, ein privat verfasstes Buch, öffentlichkeitswirksam vorzustellen. Als von Arnim einst vom Staat als Beute der Parteien geschrieben hat, hatte er nicht einmal im Ansatz dieses Ausmaß an Korruption im Blick:

Gabriel Buchvorstellungs korruption.jpg

 

ARD: Sigmar Gabriel hat keine Vernunft, und er kann sie auch in Deutschland nicht finden

Gabriel in den USA. Auf der Suche nach Vernunft.“

ard-gabriel-ohne-vernunftDas schöne an prätentiösen Produzenten von Unsinn ist, dass sie in vielen Fällen gar nicht wissen, was sie da schreiben. Da überschreibt Michael Mair, ARD-Hauptstadtstudio, einen Beitrag mit „Gabriel in den USA. Auf der Suche nach Vernunft“, ganz offensichtlich, weil er auch zum dem isomorphen Haufen deutscher Journalisten gehört, die man wie Pawlows Hund so abgerichtet hat, dass ihnen im Zusammenhang mit Donald Trump nur Derogative einfallen, und stellt dadurch den neuen Außenminister, Sigmar Gabriel, bloß.

Gabriel, „erst seit kurzem im Amt“, wie Mair in seinem Beitrag betont, reist eigens in die USA: „Auf der Suche nach Vernunft“. Wenn ein Mensch an einen bestimmten Ort reist, um dort nach Vernunft zu suchen, dann ergeben daraus zwei logische Schlussfolgerungen:

  1. Da, wo er herkommt, kann er die Vernunft nicht finden.
  2. Er selbst hat keine Vernunft, denn hätte er sie, er müsste sie nicht suchen.

Eigentlich wollte Michael Mair nur Donald Trump beleidigen, implizit, denn zu sagen, dass er Trump für einen Menschen ohne Vernunft hält, das traut er sich nicht. Er suggeriert lieber, lässt andere schlussfolgern, was er nahe legt, wenn er mehrfachbetont, Gabriel brauche Verbündete um mäßigend auf Trump einzuwirken.

Leider führt das Bemühen, Derogation mit Suggestion zu kombinieren, zum sprachlichen Fiasko und Michael Mair attestiert dem deutschen Außenminister nicht nur, dass er keinerlei Vernunft hat, er stellt auch klar, dass Gabriel in Deutschland keine Vernunft finden kann [nur Pack], deshalb muss reist er in die USA.

Hoffen wir, dass Sigmar Gabriel in den USA die Vernunft findet, die ihm fehlt und die er in Deutschland nicht finden kann.

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