Das Bundesministerium für FSFJ und die Europäische Union fördern „Neue Wege für Jungs“, ein Projekt dessen „Koordination“ beim Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V. liegt, das wiederum seinen Daseinszweck darin sieht, „die Informations- und Wissensgesellschaft aktiv mitzugestalten“ und dabei u.a. auf die „genderorientierte Berufs- und Lebensplanung sowie auf die Unterstützung und Beratung von Frauen-Technik-Netzwerken“ zu „fokussieren“. Jungen sind in den Fokus des Kompetenzzentrums gerückt, vermutlich weil es Fördergelder für das Projekt von Europäischem Sozialfonds und Bundesministerium für FSFJ gibt, und weil es gilt, Jungen auf Berufe und Studienfächer aufmerksam zu machen, in denen sie bislang unterrepräsentiert sind, z.B. als Friseur, als Pflegekraft oder als Erzieher in einer Kita. Zudem hat es sich das Kompetenzzentrum zum Ziel gesetzt, Jungen von traditionellen Männlichkeitsnormen zu entwöhnen und „für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zu sensibilisieren und ihnen dann noch die fehlenden sozialen Kompetenzen wie Empathie und Kommunikationsfähigkeit zu verpassen (Chawlek & Diaz, 2008, S.15).
Wie Empathie und Kooperationsfähigkeit gestaltet sind, die Jungen auf neuen Wegen vermittelt werden sollen, wird sehr deutlich von Barbara Schwarz, Vorsitzende des Kompetenzzentrums, beschrieben. Sie beginnt Ihr Vorwort zu Heft 8 einer nicht näher bezeichneten Schriftenreihe, das den umfassenden Titel trägt: „So gelingt aktive Jungenförderung“ mit der folgenden „empathischen“ Feststellung: „Der Blick in die Führungsetagen belegt die ungebrochene männliche Dominanz in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Männer haben immer noch die meisten der wichtigen Posten besetzt und werden auf diesen auch besser bezahlt“. Diese Formulierung halte ich weder für empathisch noch für eine Form intelligenter Kommunikation. Entsprechend schlage ich vor: „Ein Blick in Veröffentlichungen der Bundesregierung, in Bildungsinstitutionen und in sekundäre Institute, die am Tropf von Ministerien oder Europäischem Sozialfonds hängen, zeigt eine ungebrochene weibliche Dominanz. Frauen besetzen immer noch die meisten Stellen im Bereich Bildung und Erziehung, entsprechende Institute erhalten immer noch den Löwenanteil öffentlicher Fördergelder“. Diese Formulierung ist nach meiner Ansicht wesentlich nützlicher, um das Ziel des Kompetenzzentrums, das u.a. in der „Gewinnung von Männern für den Beruf des Erziehers“ besteht, zu erreichen.
Ich möchte dieses Ziel auf den Bereich der Bildung im Allgemeinen und den Bereich sekundärer Bildungs“vereine“ wie das Kompetenzzentrum erweitern, dessen geschäftsführender Vorstand zu 100% aus Frauen besteht und entsprechend dringend einer Durchgenderung bedarf. Ziel dieser Durchgenderung muss es sein, die Perspektive des Kompetenzzentrums zu erweitern und von den vorherrschenden traditionellen Bildern von Weiblichkeit zu befreien. Besonders wichtig ist dabei, Frauen ein neues Bild davon zu vermitteln, was eine Normalbiographie umfasst und das auf der Erkenntnis basiert, dass es Optionen neben der Mutterschaft gibt, z.B. Erfüllung im Beruf. Entsprechend sollen auch die Option „Vollzeiterwerb“ und die aktive Übernahme der Haupternährerrolle in den Bereich des Möglichen gerückt werden, und junge Frauen sollen für typische Männerberufe wie Bauarbeiter, Müllmann, Dachdecker oder Lkw-Fahrer begeistert werden. Damit sollen jungen Frauen Schlüsselkompetenzen wie Durchhaltevermögen, frühes Aufstehen vermittelt und die Angst vor schmutzigen Fingernägeln genommen werden.
Zudem ist es mit dieser beschriebenen Durchgenderung möglich, eine einseitige Reduktion von Männern auf ihre Rolle als Väter, wie sie Barbara Schwarze im folgenden Zitat leider vornimmt, in Zukunft zu vermeiden: „Die Orientierung an überholten traditionellen Männlichkeitsnormen wie einer fast ausschließlich an beruflichem Fortkommen und am männlichen Alleinernährermodell angelehnten erstrebenswerten ‚Normalbiographie‘ verhindern, dass Optionen von Teilzeitbeschäftigung, der aktiven Übernahme von Vaterpflichten und Haushaltstätigkeiten sowie die sogenannten typischen Frauenberufe Eingang in die Zukunftsvorstellungen junger Männer finden“.
Und weil jeder neue Weg mit einem Liedchen auf den Lippen besser gelingt, schlage ich das folgende Beispiel ungebrochener Leistungsbereitschaft (von Taio Cruz) als Hymne der neuen Männerbewegung vor.
Im Text zitiert:
Chwalek, Doro-Thea & Diaz, Miguel (2008). Jungen auf traditionellen und auf neuen Wegen. In: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. (Hrsg.). So gelingt aktive Jungenförderung. Bielefeld: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V., S.5-22.
Schwarze, Barbara (2008). Vorwort. In: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. (Hrsg.). So gelingt aktive Jungenförderung. Bielefeld: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V., S.1-4.
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Der Knackpunkt ist, es geht hier nicht drum dass junge Männer Lehrer werden, sondern grad mal Erzieher. Nicht dass sie Psychologie oder Medizin studieren, sondern max. als Sani oder Krankenpfleger arbeiten.
Sagen wir es doch ganz salopp. Es geht darum dass die Jobs die stressig, aber nicht bestbezahlt sind von Männern übernommen werden. VIelleicht rechnen sich die entsprechenden Stellen ja auch eine Senkung der Gehälter in diesen Bereichen aus. Den wo Männer und Frauen um Jobs konkurrieren, sinken die Gehälter und Frauen machen weiter die Jobs. Das war so mit den White-Collar-Jobs in den 60ern und ich sehe keinen Grund warum dass nicht hier auch wieder passieren soll.
Da bin ich wieder froh über meinen Job in der IT. Ungefährlich, aber geistig fordernd und unsere taffen Alphagirls meiden den Sektor wie die Pest.
[…] Neue Wege für Jungs Das Bundesministerium für FSFJ und die Europäische Union fördern „Neue Wege für Jungs“, ein Projekt dessen „Koordination“ beim Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V. liegt, das wiederum seinen Daseinszweck darin sieht, „die Informations- und Wissensgesellschaft aktiv mitzugestalten“ und dabei u.a. auf die „genderorientierte Berufs- und Lebensplanung sowie auf die Unterstützung und Beratung von Frauen-Technik-Netzwerken“ zu „fokussieren“. Jungen sind in den Fokus des Kompetenzzentrums gerückt, vermutlich weil es Fördergelder für das Projekt von Europäischem Sozialfonds und Bundesministerium für FSFJ gibt, und weil es gilt, Jungen auf Berufe und Studienfächer aufmerksam zu machen, in denen sie bislang unterrepräsentiert sind, z.B. als Friseur, als Pflegekraft oder als Erzieher in einer Kita. Zudem hat es sich das Kompetenzzentrum zum Ziel gesetzt, Jungen von traditionellen Männlichkeitsnormen zu entwöhnen und „für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zu sensibilisieren und ihnen dann noch die fehlenden sozialen Kompetenzen wie Empathie und Kommunikationsfähigkeit zu verpassen (Chawlek & Diaz, 2008, S.15). Kritische Wissenschaft […]
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Frauen bei der Stadtreinigung? Mit der richtigen Frau im Vorstand ist das kein Problem: http://www.swr.de/contra/-/id=7612/nid=7612/did=7735104/13vpsdk/index.html
http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/reportagen/weltfrauentag133.html
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