AUFRUF zum SPENDENBOYKOTT von Wikipedia Deutschland

SPENDENBOYKOTT von WIKIPEDIA Deutschland

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen den Brockhaus zur Hand, schlagen unter Wolfgang Amadeus Mozart nach und lesen dort: Infantiler Möchtegern-Komponist, der bis zu seinem frühzeitigen Ableben in Salzburg und Wien dilettiert hat und in enger Verbindung zu feudalistischen Herrschern stand, die in Reichtum schwelgten, während um sie herum Kinder und Frauen an Hunger starben. Wir sind sicher, diese Beschreibung würde Reaktionen nach sich ziehen, die wütend oder empört, in jedem Fall aber irritiert ob der Diskreditierung von Wolfgang A. Mozart als Komponist wären. Die beschriebene Form der Diskreditierung, allerdings von lebenden, nicht von toten Personen des öffentlichen Lebens, findet sich neben sachlich falschen und ideologisch verzerrten Inhalten und in großer Zahl in der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist diese Form der öffentlichen Herabwürdigung und ideologisch motivierten Fehlinformation gegen die wir uns mit diesem Aufruf richten:

Wir rufen zu einem Boykott von Wikipedia Deutschland auf: Keine Spenden mehr für die Wikimedia-Foundation Deutschland, denn mit Spenden wird der Missbrauch von Wikipedia Deutschland als ideologische Plattform finanziert – Spender finanzieren damit ihre eigene Fehlinformation und die Diskreditierung lebender Personen!

Begründung:

Ausgehend von einer Reihe von diffamierenden Einträgen in der deutschsprachigen Wikipedia und dem offensichtlichen Bemühen einiger Wikipedia-Autoren, die Plattform als Mittel in einem ideologischen Kampf zu nutzen, haben wir uns in einem Offenen Brief an den Gründer der Wikipedia, Jimmy Wales, gewendet. Der Offene Brief, der auch an die Mitglieder des Präsidiums der Wikimedia Foundation Deutschland verschickt wurde, stellt nicht nur die erheblichen Probleme dar, die die deutschsprachige Wikipedia mit ideologischer Unterwanderung hat, er zeigt auch die Strukturen und Prozesse auf, die für die Unterwanderung verantwortlich sind. Und: er verweist darauf, dass die Anonymität der Autoren die Wurzel allen Übels ist. Ganz wie es z.B. der Neue Institutionalismus von Oliver Williamson voraussagt, nutzen bestimmte politische Gruppen die Anonymität der Wikipedia, um die Plattform zu unterwandern und zum Propagandaorgan ihrer eigenen Ideologie zu machen. Die Belege für diese Behauptung sind mittlerweile zahlreich und betreffen Artikel aus allen Bereichen der Wikipedia.

Ein Teil der Belege und weitere Informationen zur ideologischen Unterwanderung der Wikipedia sowie der Offene Brief findet sich unter den folgenden Links:

http://www.danisch.de/blog/2012/04/01/enigma-geschichtsfalschung-in-der-wikipedia/
http://der.kritisator.de/2012/propagandaschmiede-wikipedia/
http://genderama.blogspot.de/2012/08/wikipedia-irrsinn-erste-auenstehende.html
http://genderama.blogspot.de/2012/08/leserbrief-wie-es-einem-in-der.html
http://genderama.blogspot.de/2012/08/wikipedia-wie-feministinnen-hunderte.html
https://sciencefiles.org/2012/07/29/feindliche-ideologische-ubernahme-deutsche-wikipedia-droht-im-desaster-zu-enden/
https://sciencefiles.org/2012/08/19/die-wikipedia-files/
https://sciencefiles.org/2012/08/08/entideologisierung-der-deutschen-wikipedia-update/
http://www.theeuropean.de/heather-de-lisle/6780-wikipedia-und-der-gute-name

Man würde vermuten, dass der Betreiber einer Plattform, der darüber informiert wird, dass seine Plattform von Ideologen unterwandert ist und dazu missbraucht wird, Personen des öffentlichen Lebens zu diffamieren und persönlich herabzuwürdigen, erschreckt auf diese Information reagiert (nicht zuletzt, weil damit auch strafrechtliche Tatbestände geschaffen werden). Nicht so im Falle der Wikipedia. Die Wikimedia-Foundation Deutschland und Jimmy Wales hüllen sich in Schweigen. Sie wollen zu den offensichtlichen Problemen der Wikipedia nicht Stellung nehmen. Dabei häufen sich die Indizien, die auf eine ideologische Unterwanderung hinweisen. So werden oftmals relevante Informationen, obwohl bekannt, nicht berücksichtigt, und die Schreiber ideologischer Beiträge auf Wikipedia scheinen im Dauereinsatz zu sein, so dass sich die Vermutung aufdrängt, dass hier bezahlte Autoren am Werk sind.  Im Verlauf der letzten Wochen haben sich viele Wikipedia-Insider über die Zustände und das Klima innerhalb der Wikipedia beklagt. Nur eines hat es in den letzten Wochen nicht gegeben: Eine Reaktion der Wikimedia-Foundation Deutschland oder von Jimmy Wales. Angesichts z.B. der für jeden lesbaren Diffamierungen lebender Personen auf den Seiten der Wikipedia wäre eine Reaktion nicht nur angebracht gewesen, sondern ein Gebot des Anstands.

Die Weigerung der Wikimedia-Foundation, sich mit dem Missständen auf Wikipedia auseinander zu setzen und dafür Verantwortung zu übernehmen, lässt nur die folgenden Schlüsse zu:

Zwar ist die Wikimedia-Foundation Deutschland sehr gut in der Lage, Spenden entgegen zu nehmen, hat aber kein Problem damit, dass mit diesen Spenden die Diffamierung von lebenden Personen auf den Seiten der Wikipedia finanziert wird.

Zwar ist die Wikimedia-Foundation Deutschland in der Lage, Spenden einzusammeln, aber sie ist nicht in der Lage oder Willens, Sorge dafür zu tragen, dass zumindest die Grundregeln des Anstands auf den Seiten der deutschsprachigen Wikipedia eingehalten werden.

Zwar nimmt die Wikimedia-Foundation Spenden gerne und aktiv entgegen, sieht aber der ideologischen Unterwanderung der Wikipedia untätig zu (oder die Mitglieder der Wikimedia-Foundation begrüssen die Unterwanderung).

Zwar ist die Wikimedia-Foundation Deutschland sehr agil, wenn es darum geht, Spenden zu sammeln, sie ist aber überhaupt nicht beweglich, wenn es darum geht, sich mit Kritik auseinander zu setzen oder gar Verantwortung für Missstände zu übernehmen.

All dies hat zur Folge, dass Spender die Diffamierung anderer finanzieren, dass sie die Wikimedia-Foundation bezahlen, die nach eigenen Angaben, zwar die Plattform „Wikipedia“ unterhält, aber keine Verantwortung dafür übernehmen möchte, was auf der Plattform betrieben wird, und es hat zur Folge, dass jeder Spender dabei mithilft, dass die deutschsprachige Wikipedia weiter von Ideologen unterwandert wird.

So kann das nicht weitergehen.

Deshalb rufen wir alle, die noch wissen, was Anstand ist, die nicht dafür spenden wollen, dass die deutschsprachige Wikipedia zu einer ideologischen Plattform ausgebaut wird, auf der die Diskriminierung anderer zum täglichen Geschäft und Auftrag wird und alle, die die Wikimedia-Foundation nicht für die Bereitstellung einer Plattform zur Diffamierung anderer finanzieren wollen, dazu auf, KEINE SPENDEN MEHR AN DIE WIKIPEDIA-DEUTSCHLAND zu richten.

  • Mike Buchanan, CEO Campaign for Merit in Business
  • Prof. em. Dr. Günter Buchholz
  • Dr. habil. Heike Diefenbach
  • Rainer Ebeling, Radio 6150
  • Arne Hoffmann, M.A.
  • Dr. Johannes C. Kerner
  • Michael Klein, M.A.
  • Dr. Michael Kühntopf
  • Dr. Andreas Kraußer
  • Thomas Lehmann
  • Stephan Linke
  • Rainer Luka, WikiMANNia.org
  • Alexander Majer-Wendelstein
  • Dipl.-Ing. Manfred Worm Schäfer

Wenn Sie den Boykott-Aufruf unterstützen wollen, dann schreiben Sie uns eine Email: science-watch@hotmail.co.uk

Wir freuen uns, die folgenden Personen als weitere Unterstützer des Aufrufs gewonnen zu haben:

  • Dr. jur. Fritz Baur
  • Hadmut Danisch, Forschungsmafia.de
  • Sepp Michael Drescher
  • Sebastian Hertel
  • Dr. Bruno Köhler
  • Eckhard Kuhla
  • Thomas R.E. Lentze
  • Eike Scholz
  • H.-Norbert Ulbrich

UPDATE

Eine sehr gute Zusammenstellung der ideologischen Unterwanderung der Wikipedia findet sich bei Michael Mannheimer.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

29 Responses to AUFRUF zum SPENDENBOYKOTT von Wikipedia Deutschland

  1. Pingback: Antifeminismus Weltweit – Sektion Deutschland

  2. jck5000 sagt:

    Ich nehme an, dass das schon viele gelesen haben, aber die „Gegendarstellung“ der Feministen (zB http://bit.ly/Tnwm1D) hier zu zerlegen wäre uninteressant, da sie nur aus bekannten Kuschelforderungen, nicht aber aus einer Auseinandersetzung mit Ihrer Kritik besteht – ausser natürlich, man sieht es als Kritik, dass Wissen „weiß-männlich“ dominiert ist. Irgendwas verstehe ich daran nicht, warum sich die Erde nicht mehr um die Sonne drehen soll, nur weil Kopernikus ein weisser Mann war. Kepler, der das übrigens korrigierte (die Erde eiert wie die Sonne um das Baryzentrum … lassen wir das), war auch ein weisser Mann.

    Was ich als Kritik (theoretisch) nachvollziehen kann, sind „Anfeindungen“. Ich verstehe zwar auch viele der hier (http://bit.ly/R269DZ) zusammengetragenen „sexistischen“ Äußerungen nicht als „schlimm“, beispielsweise „Abqualifizieren der Gender-Thematik als unwichtig“ oder „Kann diese pauschale Männerbekämpfungsoffensive mal bitte effektiv unterbunden werden?“) – man muss aber auch sagen, dass Fäkalsprache wie „Kommunistenfotze“ (gegen Männer!; Frauen werden wohl nicht wirklich beschimpft- ich sehe zumindest kein Beispiel) nicht sein muss.

    Geht man dann aber wie Andreas Kemper (http://bit.ly/QGh6Lb) dazu über, „dass ein Anwalt gegen sie eingeschaltet wird“ als „Drohung“ zu qualifizieren, macht man sich meiner Meinung nach nur noch lächerlich. Drohungen sind strafbar, Anwälte jedoch nicht… soweit ich weiss, zumindest. Und mit der Klarnamennennung, Herr Klein, bedroht Sie Herr Kemper nicht nur, er macht es sogar. Ich hoffe sehr, dass Sie mit den damit verbundenen emotionalen Schwierigkeiten klarkommen…

    Ich gehe aber davon aus, dass Sie damit besser klarkommen als damit, dass die Leute, die Ihnen nicht zustimmen, Herrn Rosenbrocks Arbeit nicht als Primärquelle sehen …

    Mir fällt gerade auf, dass im Präsidium der Wikimedia 3 der 9 Mitglieder Frauen sind, unter den 42 Mitarbeitern sind 16 Frauen. Das sind 33 respektive 38 Prozent. Nachdem ja 90% der Autoren männlich sind – weswegen Wikipedia ja lauter Gendermaßnahmen braucht – finde ich an dieser Stelle, dass die männlichen Autoren in den Führungsetagen zahlenmäßig unterrepräsentiert sind…

    Ich fürchte aber, dieses Argument wird genauso wenig Anklang bei den Feministen finden wie die Tatsache, dass 30% Frauen in der Führungsetage bei einem Unternehmen wie Daimler mit 13,9% weiblichen Beschäftigten insgesamt (was wahrscheinlich keine Vollzeitäquivalente sind) und 12,4% in Führungspositionen irgendwie falsch wirken, nur so… aber das gab’s ja an anderer Stelle schon.

    Vielleicht, aber nur vielleicht, fällt das aber bei einer „basisdemokratischen“ Wikipedia mal jemandem auf, dass wikimedia auch nur 9,1% weibliche (zahlende) Mitglieder hat (ohne Institutionen), offenbar die Männer überproportional viele Frauen wählen und man da als Frau ganz sicher nicht jammern kann…

    Das zeigt sich mitunter auch daran, dass die Kommentare zu dem von Julia Kloppenburg (http://bit.ly/OnZlUC) geschriebenen mehr-oder-weniger offiziellen Standpunkt der Wikimedia nicht übermäßig positiv sind. Mit Ausnahme von denen von Herrn Kemper, die gefühlt die Hälfte ausmachen (tatsächlich ist es nur grob jeder zehnte, dito für Fiona Baine), sind die eigentlich alle eher „hey, das ist aber so nicht in Ordnung, aus jeder Kritik eine aggressive, sexistische Hetzkampagne zu machen“, das finde ich positiv.

    An dieser Stelle würde ich gerne im Stile guter „wissenschaftlicher“ Arbeit meinen Kreis schließen und auf den Punkt zurückkommen, was denn nun „Wissen“ ist. Herr Kemper „weiß“ in Kommentar Nr. 17 ein paar Dinge, von denen ich finde, dass sie so nicht stehen bleiben sollten:

    * Frauen – und damit spezifische Sichtweisen und Interessen, die individuell unterschiedlich sind, aber durch die große Zahl spezifisch werden – sind als Mitarbeiterinnen unterrepräsentiert

    Wenn es bei Wikipedia darum geht, eine Enzyklopädie, nach Eigendefinition „eine überblickende Anordnung des Wissens“, zu schreiben, sind spezifische Sichtweisen nicht relevant. Es gibt Wissen – und es gibt Unwissenheit, gegen die eine Enzyklopädie anstehen sollten. Ich verstehe den Punkt nicht.

    * Frauen sind auch in den Entscheidungsstrukturen bei Wikipedia unterrepräsentiert

    Solange das keine negativen Effekte auf das Wissen hat, und die hätte ich gerne belegt – ganz ehrlich, wen stört das? Ansonsten siehe oben: Frauen sind in den relevanten Gremien der Wikipedia überrepräsentiert.

    * Ich kenne keine weiblichen Mitarbeiterinnen in Wikipedia, die davon ausgehen, dass eine geschlechtliche Unterordnung von Mann und Frau natürlich und richtig sei, es gibt aber nachweislich männliche Wikipedia-Autoren, die dies behaupten und in genderbezogenen Artikeln mitschreiben

    Wäre das relevant, wäre ein Artikel über die geschlechtshierarchische Einstellung von Wikipedia-Mitarbeitern sicher sinnvoll. Dabei würde man auch gleich rausfinden, ob diese Tatsache (wenn sie denn eine ist), soziologische oder biologistische Gründe hat oder nur daran liegt, dass alle Herrn Kemper bekannten Wiki-Autorinnen Feministen sind und das ablehnen. Interessiert mich aber ähnlich wenig wie der Artikel zur Esteve Dols, einem andorranischen Sportschützen, der 1976 bei den olympischen Spielen den 35. Platz belegte.

    * Es werden pornographische Bilder mit sexistischen Sprüchen auf den Seiten von Wikipedia-Autorinnen gepostet, die zum Thema Gender schreiben, umgekehrt gibt es das nicht

    Diese Ungleichheit ließe sich ganz leicht beheben, wenn sich mal jemand die Mühe machen würde, pornographische Bilder mit sexistischen Sprüchen auf den Seiten von Wikipedia-Autoren zu posten. Macht aber keiner. Das Warum überlasse ich gerne Soziologen.

    * Es wird regelmäßig Wikipedia-Autorinnen unterstellt, sie seien Männer; dies hat keine Sanktionen zur Folge; ein reagierendes “Fräulein” vor dem Account eines männlichen Mitarbeiters führt sofort zur Sperre

    Sagt der Mann, der Diminuitive diskriminierend findet? Ehrlich?

    * Es werden seit Jahren Wikipedia-Autor_innen, die Maskulinisten-Artikel kritisch hinterfragen, von diversen Maskulinisten-Blogs ausgeforscht, sie werden massiv beleidigt; umgekehrt gibt es so etwas nicht

    Doch. Siehe dieses Blog hier: https://sciencefiles.org/2012/08/02/getroffene-hunde-bellen-aber-beisen-sie-auch/

    * Auch die alberne Unterschriftenaktion der Maskulinisten an Jimmy Wales hat keine Entsprechung

    Doch, eigentlich die gesamte Arbeit von Julia Kloppenburg und Herrn Kemper bezüglich eines „Antidiskriminierungsrates“ oder Gender-Gap-Schließmaßnahmen.

    * Ich möchte jetzt nicht schon wieder mit “Mädchenpensionat” und “Oma-Test” kommen – aber auch da gibt es keine Entsprechungen (“Jungenpensionat”/ “Opa-Test”)

    Verstehe ich nicht. Aber ich habe gegoogelt. Zu Mädchenpensionat finde ich nichts (es heisst Jungeninternat, und das hat keine negative / sexuelle Konnotation – ist halt so), und „Oma-Test“ findet sich hier (http://bit.ly/O70PnO). Es ist meines Wissens nach einfach so, dass Opas eher anspruchsvolle, Omas eher „einfache“ Gesprächspartner sind. Kann jeder mit Opa und Oma mal ausprobieren. Oder: Sozialwissenschaftler, untersucht das mal!

    * Das generische Maskulinum ist gesellschaftlich umstritten. In Wikipedia hat es hingegen noch keinen ernsthaften Versuch gegeben, eine geschlechtersensible/ geschlechtergerechte Sprache einzuführen

    Ist es ausserhalb der Genderbewegung absolut überhaupt nicht. Zumindest hat sich mein männlicher Schrank und meine weibliche Bettdecke noch nie beschwert. Und wenngleich Boote weiblich sind (selbst das (!) Schlachtschiff Bismarck (!) wird als „die Bismarck“ referenziert), hat sich noch niemand an „das Boot“ gestört.

    [*] Und wir dürfen nicht vergessen, dass die Wissenproduktion jahrhundertelang in den Händen von Männern lag.

    Ja, und dann sind wir wieder am Anfang: Nur weil ein Mann behauptet, die Erde ist eine Scheibe, ist sie das noch lange nicht, und nur weil ein Mann behauptet, dass die Erde keine Scheibe ist, stimmt das nicht per se nicht. Das gilt übrigens auch für Frauen und feministische Männer: Nur, weil ihr euch einbildet [behauptet], moralisch besser zu sein, als andere, seid ihr das noch lange nicht. Und nur weil Herr Klein oder ich als Männer behaupten, dass ihr das nicht seid, stimmt das nicht per se nicht.

  3. Als alter Wikipedia-Autor würde ich gern einige Änderungen an ihrem Aufruf vornehmen. Da das leider nicht geht, hinterlasse ich hier einige wenige Anmerkungen zur freundlichen Beachtung:

    > AUFRUF zum SPENDENBOYKOTT von Wikipedia Deutschland

    Es gibt keine „Wikipedia Deutschland“. Die Wikipedias werden nach Sprachen unterschieden, nicht nach Ländern. Da der Spendenaufruf in der Deutschen Wikipedia von Wikimedia Deutschland ausgeht müsste es korrekt heißen „von Wikimedia Deutschland“ oder „der Deutschen Wikipepedia“

    > Infantiler Möchtegern-Komponist, …

    Woher stammt dieser Auszug? In der Deutschen Wikipedia konnte ich ihn nicht finden – auch nicht in der Artikel-Historie. Handelt es sich um ein konstruiertes Beispiel?

    > dem offensichtlichen Bemühen einiger Wikipedia-Autoren, die Plattform als Mittel in einem ideologischen Kampf

    Zu den Grundprinzipien der Wikipedia gehört Offenheit. Bislang konnte die Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren unter Beachtung selbst aufgestellter Prinzipien wie dem Neutralen Standpunkt eine überwiegend ausgewogene und überwiegend sachlich richtige Enzyklopädie erstellen. Wütende ideologische Attacken wie ihr Spendenboykott gehören zum Alltag und haben bislang nichts, oder hin und wieder das Gegenteil erbracht. Die Wikipedia-Autoren sind kein Geheimbund, sondern Freiwillige, die in ihrer Freizeit von ihren privaten Wohnungen aus das Projekt Wikipedia voranbringen.

    > Der Offene Brief, der auch an die Mitglieder des Präsidiums der Wikimedia Foundation Deutschland verschickt wurde, stellt nicht nur die erheblichen Probleme dar, die die deutschsprachige Wikipedia mit ideologischer Unterwanderung hat, er zeigt auch die Strukturen und Prozesse auf, die für die Unterwanderung verantwortlich sind.

    Der Offene Brief zeigt die Strukturen auf, die den Erfolg der Wikipedia ausmachen. Es gibt mehrere Versuche, parallel zur Wikipedia Projekte mit den von Ihnen vorgeschlagenen Restriktionen zu etablieren. Die Freie Lizenz der Wikipedia-Inhalten erlaubt das ausdrücklich bzw. ermutigt förmlich dazu. Bislang sind alle diese Versuche gescheitert.

    • „… müsste es korrekt heißen … “der Deutschen Wikipepedia”“

      Wenn man schon sich schlauer gebend daherredet, dann sollte es auch richtig sein. Es gibt keine deutsche Wikipedia, es gibt eine deutschsprachige Wikipedia.

      Viele Grüße
      InkluPedia.de

    • Sebastian Wallroth, Sie behaupten: „Es gibt mehrere Versuche, parallel zur Wikipedia Projekte mit den von Ihnen vorgeschlagenen Restriktionen zu etablieren. Die Freie Lizenz der Wikipedia-Inhalten erlaubt das ausdrücklich bzw. ermutigt förmlich dazu. Bislang sind alle diese Versuche gescheitert.“

      Es gibt neben der Wikipedia andere Wikis, die die Unsitten der Wikipedia vermeiden. Ich selber betreibe z.B. das NürnbergWiki, das von der Wikipedia boykottiert wird. In meinen NürnbergWiki habe ich eine Sammlung von interessanten Wikis im Artikel „Wikis in Franken“ zusammengestellt: http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Wikis_in_Franken
      Es gibt auch andere Wikis, die von der Wikipedia boykottiert werden wie z.B. das Jewiki. Dennoch plagiieren kriminelle Wikipedianer Artikel aus fremden Wikis. In meinem NürnbergWiki sammle ich solche Plagiate und brandmarke sie als „WikipediaPlag“.

  4. Arne Hoffmann sagt:

    Um den Hintergrund der aktuellen Ideologisierung der Wikipedia zu verstehen, ist vielleicht auch der folgende Beitrag hilfreich:

    „Warum nur die feministische Wissenschaft zählt“
    http://genderama.blogspot.de/2012/09/warum-nur-die-feministische.html

  5. Arne Hoffmann sagt:

    Und es gibt schon wieder einen neuen Fall von Wikipedia-Irrsinn:
    http://genderama.blogspot.de/2012/09/die-welt-uber-wikipedia-immer-mehr.html

  6. Dennis Jarchow sagt:

    Ich spende gerne für Wikipedia, denn es kommt ja immer darauf an, wie der Leser die Informationen verarbeitet.

    Wenn ich einen seriösen Artikel über Mozart schreiben möchte, werde ich sicherlich mehrere Quellen bemühen müssen um herauszufinden, ob Mozart ein Kindskopf war, der dilettantisch komponierte und die Realität der damaligen Zeit ignorierte.

    Auch beim Blick in den Brockhaus bin ich politischer Färbung unterworfen, nur erkenne ich sie vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick.

    Also bleiben Sie locker und atmen sie erstmal tüchtig durch, dann wird sich Ihre Empörungsbude auch leicht schließen.

    • Niemand hat etwas dagegen, wenn Sie für Wikipedia spenden, nur kommen Sie nicht hinterher und sagen, Sie hätten nicht gewusst, wofür Sie hier spenden.

      „Also bleiben Sie locker und atmen sie erstmal tüchtig durch, dann wird sich Ihre Empörungsbude auch leicht schließen.“

      Ich will Ihnen hier einmal den Gefallen tun und auf Ihren blödsinnigen letzten Satz eingehen. Sozialpsychologisch spricht daraus der Versuch, der eigenen Position einen moral highground zu verschaffen, von dem aus man andere als „inferior“ bewerten kann. Die entsprechenden Versuche, die es regelmäßig bei dogmatischen Persönlichkeiten zu beobachten gibt (Suchen Sie nach Milton Rokeach in diesem blog, dann erhalten Sie mehr Informationen zu dogmatischen Persönlichkeiten), zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf keinerlei argumentativer Basis aufbauen und eigene Vorlieben (ich spende gerne für Wikipedia) zum Maß aller Dinge machen. In der richtigen Welt, Herr Jarchow, interessiert sich niemand für ihre Vorlieben, entsprechend sollten Sie uns damit verschonen und nur noch etwas sagen, wenn Sie auch etwas zu sagen haben, was voraussetzt, dass Sie ein Argument angeben, das z.B. Mitlesern eine positive Begründung für Ihre Spendefreude gibt.

  7. Franz Billerbeck sagt:

    Was schreibt Ihr da für einen Schwachsinn. Die angeblich diffamierende Darstellung Mozarts als, wie Ihr zum Besten gibt “ Infantiler Möchtegern-Komponist… “ kann ich zumindest so nirgends bei wikipedia finden.
    Ob die anderen Behauptungen zu Wikipedia die Ihr da äußert stimmen, kann ich nicht beurteilen, aber wenn ein Artikel mit solch einer Lüge anfängt, insgesamt recht schwierig geschrieben ist und immer wieder die gleichen Slogans bringt, d.h Euere Argumente immer und immer wieder herunterleiert, also ein und das selbe 5 mal schreibt, dann fehlt mir persönlich die Überzeugungskraft.
    Darüberhinaus besteht ja wohl auch die Möglichkeit falsche Beiträge bei Wikipedia zu bearbeiten.

    • Herr Billerbeck,
      zuweilen ist es gut, wenn man, bevor man sich aufregt, liest was da steht. Der Artikel beginnt mit:
      Stellen Sie sich vor, Sie nehmen den Brockhaus zur Hand, schlagen unter Wolfgang Amadeus Mozart nach und lesen dort:
      Wie kommen Sie auf die Idee, ein entsprechender Eintrag wäre bei Wikipedia zu finden – ich meine, wir können nicht mehr als schreiben, was ich gerade zitiert habe. Lesen müssen Sie dann schon selbst, und wie gesagt, es ist immer gut, wenn man den Ärger so lange zurückstellt, bis man sicher ist, dass man sich berechtigter Weise ärgert, wenn man einfach nur affektiv fabuliert, wie sie das tun, dann outet man sich damit in einer sehr unvorteilhaften Weise.

  8. Scheid-Franke sagt:

    Für mich der Aufruf, wie auch der offene Brief eine sehr richtige Reaktion. Öfters als einmal bin ich als Autor derart rüde rausgeflogen, das ich meine Mitarbeit eingestellt habe. Des weiteren haben sic die Administratoren in Edit Wars als völlig überfordert gezeigt. Das führt dazu und damit kann ich den offenen Brief sehr unterstützen, das Ideologie und Wahn sich dursetzen, nicht Information und Neutralität. Das allergrößte Ding ist m.E. die Anonymität, die wirklich nicht zu einer Enzykopädie passt. Das Wikipedia sich zu keiner Antwort herabläßt, zeigt weiter, welcher Geist hier herrscht. Ich unterstütze den Aufruf voll und ganz und würde eine breitere Anti-Wikipedia Bewegung sehr begrüßen

    • tenpel sagt:

      Ich stoße erst jetzt auf diesen Aufruf, der mittlerweile 1 Jahr alt ist, und sehe, dass ich nicht der Einzige bin, der solche Erfahrungen als Editor machte: Überforderte Admins bei Edit Wars und das Durchsetzen ideologischer Interessen über Sachinhalte. Auch das massenhafte Löschen akademischer Quellen zugunsten von anonymen Blogs, Webseiten, selbst-publizierten Quellen habe ich hinnehmen müssen.

      Meine Erfahrungen sind gerade online gegangen und wurden diesen Monat in einem buddhistischen Magazin publiziert: http://info-buddhismus.de/Wikipedia-und-Tibet.html

      Vielleicht gibt es ja in der Zukunft noch mehr ehemalige WP Editoren, die Ihre Erfahrungen publik machen, um den naiv gläubigen Wikipedia Nutzern das Aufwachen zu ermöglichen oder zumindest ein dickes „Vorsicht!“ beim Lesen und Nutzen der Wikipedia mitzugeben.

      Natürlich habe ich auch viele gute Artikel bei WP entdeckt, das Problem ist, dass meist nur Experten oder diejenigen, die sich tief in ein Thema eingearbeitet haben, schlechte von guten Artikeln unterscheiden können …

  9. Pingback: Aufruf zum Spendenboykott | maskulinistblog

  10. Valentin sagt:

    Im Grunde ist es ganz einfach: Jeder Artikel, ja sogar jeder Satz, der von einem Wikipedia-Autor geschrieben wird, muss durch Quellen gedeckt und überprüfbar sein. Ist dies nicht der Fall, so hat jeder das Recht, den entsprechenden Absatz als „nicht hinreichend mit Belegen gedeckt“ zu bezeichnen und nach einer best. Zeit des Nichtauffindens jener Belege die Löschung der entsprechenden Aussage zu verlangen.
    Sie sehen, die Wikipedia basiert auf einem sehr einfachen (und dennoch nicht von allen ganz verstandenen) System: jenem der Demokratie. Dass die Wikipedia zu einem Schlachtfeld ideologisch motivierter Unruhestifter verkommt, ist also unwahrscheinlich. Es sei denn, die Mehrheit würde eine solche Entwicklung befürworten (was zur Abwechslung ja auch ganz erquickend wäre).

    • Ich habe selten eine naivere Äußerung gelesen. Haben Sie schon einmal etwas von organisierten Interessengruppen gehört?

    • Tenpel sagt:

      Das ist die Theorie … in der Praxis sieht das aber ganz anders aus. Zumal heutzutage Wikipedia auch Blogs und sogar anonyme Webseiten als Quellen zulässt.

      Zahllose Artikel haben gar keine Quellenangaben, viele Artikel haben eine [citation needed]-Markierung (oder auch keine) Markierungen trotzdem sie einseitig und ohne Quellenbelege sind und wenn man sich die Referenzen näher ansieht, wird es manchmal richtig schlimm. Der alte Leitsatz primär nur 3rd party academic research zu verwenden, die von Fachleuten evaluiert / rezensiert wurde (peer-reviewd), ist völlig aufgegeben worden.

      Aber nicht nur das. Ein Autor kann selbst mit dem Regelwerk von Wikipedia und Admin Board sich nicht gegen unermüdliche Lobbygruppen durchsetzen. Diese haben einfach mehr Zeit, Energie und Durchhaltevermögen, löschen die Warn-Templates, machen korrekte und gut referenzierte Änderungen rückgängig, verdrehen Inhalte aus verwendeten Quellen (was nur jemandem auffällt der die Quellen kennt oder die Quellen prüft) und führen völlig sinnlose, abblockende Diskussionen auf den Talk Pages, bis man entnervt aufgibt.

      Mit Demokratie hat das nichts zu tun. Gerade bei Wikipedia können sich Fanatiker am besten durchsetzen, weil sie einfach den längeren Atem haben und gerne als Schwarm gegen Einzelautoren auftreten. Bsp hier: http://www.tibetinstitut.de/wikipedia-und-tibet.html

      Stimme Herr Klein mit seinem Kommentar zu. Ihre Äußerung ist naiv (fußt nicht auf der Realität) und Sie haben keine scheinbar keine Ahnung wie Interessengruppen operieren …

  11. Joey Mueller sagt:

    Wenn man etwas in Wikipedia schreibt, sehen viele User darüber, das die Informationen auch wirklich stimmen. Wer nimmt sich denn schon das Wörterbuch wenn es Wikipedia gibt. Zumal die meisten Informationen ja auch stimmen. Die Spendenkampagne finde ich trotzdem übertrieben / zu teuer. Wikipedia muss keine Veranstaltungen machen und auch nicht Hunderttausend Mitarbeiter haben die bezahlt werden wollen.

  12. Pingback: Feinde der Offenen Gesellschaft – Feinde der Demokratie | Kritische Wissenschaft - critical science

  13. fdominicus sagt:

    Oh, darauf stoße ich erst heute. Ich frage mich schon immer ob nur ich deren agressive Werbung als so störend empfand. Wikipedia steuere ich eigentlich nur noch über Links an und dann suche ich speziell „externe Verweise“ und versuche so auf die Basis zu bekommen. Da unser System auf Ausgrenzung und Ausbeutung setzt, ist es klar, daß die Ausbeuter am längeren Hebel sitzen. Denn diese werden ja von den Zahlern ausgehalten, dazu braucht man hier nur nach der Kritik an dem Geschlechterkampf zu suchen und sieht gleich Misinformation bei der Arbeit. Trotzdem gibt es in D eben immer noch sehr viele an der Uni ausgehaltene, die ansonsten mit Sicherheit nicht gewissen HIrngespinsten nachlaufen konnten. Genau aus dieser Klientel scheint sich der größte Teil der Wikipediaschreibe zu rekrutieren.

    Es ist eigentlich ein Beispiel wie eine durchaus gute Sache in ganz schlechte Händer fällt – oder auch bezeichnend für die m.E. steigende Fehlinformationen von allen Seiten.

  14. Jan Hanfeld sagt:

    Am 24.09.2015 ist eine Petition gegen Anonymität und Zensur in der Wikipedia gestartet worden, die sich an die Wikimedia Foundation richtet:

    https://www.change.org/p/transparenz-auf-wikipedia-wikitransparenz

  15. Pingback: Petition fordert Ende der Anonymität bei Wikipedia | ScienceFiles

  16. . . . ich hab‘ ja nur gedacht, für den Duden bezahlt man ja auch was, weshalb denn nicht für grenzenlose Informationen von Wikipedia? Ich meine, ich komme ja letztlich nur über Google zu Wiki, da könnte man ja auch spenden.

    Gruß Wallie

  17. Berliner sagt:

    Man haette den Artikel auch alle Jahre wieder nennen koennen . Puenktlich mit Beginn der Vorweihnachstszeit geht die Bettelei bei Wikipedia wieder los. Gut Ich gehoere auch zu denjenigen die auf den Spendenaufruf von Wikiluegia reingefallen sind. Aber Dank Science files und anderer Foren wie z.b. Metropolico.org werde Ich nicht mehr und hoffentlich viele andere auch auf diesen Spendenaufruf reinfallen.

  18. corvusalbusberlin sagt:

    Es ist ja wirklich schrecklich! Was kann man überhaupt noch glauben?

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