Deutschland 2017: Rund-um-die-Uhr-Indoktrination von Jugendlichen

Beispiele dafür, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland einer umfassenden Indoktrination unterzogen werden, die sicherstellen soll, dass sie das Richtige und nicht etwa das Falsche denken, dass sie richtige Meinungen, staatsförderliche und in keiner Weise kritische Meinungen bilden, nicht etwa hinterfragen, was ihnen als ehernes Gesetz von sozialer Gerechtigkeit, Gleichstellung, politischer Einstellung oder der Sozialität von Menschen präsentiert wird, haben wir auf ScienceFiles schon viele besprochen.

Dass die Indoktrination von Jugendlichen eine 24/7-Indoktrination ist, von der wir derzeit noch annehmen, dass sie durch Schlaf unterbrochen wird, ist eine Feststellung, die wir angesichts eines Leserbriefs treffen müssen, der uns heute erreicht hat. Ein Stammleser hat auf seinem Frühstückstisch die Bravo vorgefunden, jenes Heftchen, das vielen noch aus ihrer Jugend bekannt sein wird. Nicht, dass unser Leser für den Erwerb dieses Heftchens verantwortlich wäre. Wir wollen zu seiner Entlastung annehmen, dass das Heftchen von einem seiner Kinder auf dem Frühstückstisch hinterlassen wurde.

Unser Leser hat gelesen und ist auf einen „Politikcheck“ gestoßen. Faktenfinder und –checks sind die neuesten Methoden, mit denen Indoktrination versucht wird. Um die eigene Indoktrination von anderer Indoktrinationsversuche zu differenzieren, werden die eigenen primitiven Aussagen oder Lügen unter der Überschrift „Faktencheck“, “Politikcheck” oder „Faktenfinder“ vorgebracht, in der Hoffnung, den Lesern auf diese Weise die eigene Ideologie als Fakten unterschieben zu können.

Unser Leser hat gelesen, was die Bravo ihren zumeist jugendlichen Lesern unter der Überschrift „Faktencheck“ unterschieben will. Die Gedanken, die er sich dabei gemacht hat, den Eindruck, den er dabei gewonnen hat, haben wir unverändert übernommen:

” …

als ich mich heute morgen an meinen Tisch zum Frühstücken setzte, lag dort eine Bravo, Ausgabe August 2017. Neugierig habe ich mal durchgeblättert und bin dann schließlich am Politikteil, der mich klüger machen soll, hängen geblieben.

Ich will das jetzt nicht zu hoch aufhängen, denn die Bravo sticht natürlich nicht durch ihre kritische politische Berichterstattung hervor, aber irgendwie blieb ein komischer Beigeschmack der political correctness übrig, was auch an den zwei Schuss Rum liegen könnte, die ich unverzüglich meinem Kaffee hinzufügen musste, nach dem ich mich durch den ersten Faktencheck gequält hatte.

Da wird gesagt, dass man in Europa statt darüber zu diskutieren, wer wie viele Flüchtlinge aufnimmt, besser die Ursachen bekämpfen soll. Aber wer soll das machen? Und wie? Denn im nächsten Satz beschwert man sich auch darüber, dass die Anzahl der militärischen Konflikte steigt.

Was lerne ich hieraus? Deutschland soll mit friedlichen Mitteln für den Weltfrieden sorgen? Was passiert mit den Flüchtlingen in der Übergangszeit, bis der Weltfrieden da ist und keiner mehr flüchten will?

Der Deutsche verursacht doppelt so viel Müll wie der Japaner, daher sind wir meilenweit weg von unseren Klimazielen. Außer beim Atomausstieg, da haben wir die Nase vorne.

Gerade die Jugend steht hinter dem Verbleib in der EU. Und Deutschland hätte einen großen Schaden vom EU-Brexit.

Die Bundesregierung glaubt, dass die Terrorgefahr unter männlichen Jugendlichen groß ist, macht aber Waffendeals mit Ländern wie Saudi-Arabien. Also sind die Deutschen selbst dran schuld, dass sie hin und wieder vom Terror heimgesucht werden? Alles wird besser, wenn man endlich aufhört Waffen zu exportieren?

Müsste ich den Faktencheck politischen Parteien zuordnen würde ich sagen: tendenziell grün und links. Damit erhält der Heranwachsende hier gleich die korrekte Indoktrination.

Problematischer find ich aber, dass den Jugendlichen hier ein wenig suggeriert wird, dass komplexe, teilweise weltpolitische Probleme in zwei Sätzen abgehandelt werden können. Man suggeriert hier eine ganz einfache Welt der Art: Es gibt in Deutschland Terror und du findest das doof? Na dann schau doch auch mal an, dass die Deutschen nach Saudi-Arabien Waffen liefern. Na klingelst? Siehst du, ganz einfach.

Man hätte ja viele Fakten aufführen können, die die Jugendlichen klüger machen und damit ganz andere Assoziationen hervorrufen können. Bsp. Viele Flüchten. Wusstest du dass die meisten Flüchtlinge aus Ländern stammen, in denen die Geburtenrate pro Frau noch immer bei über 4 liegt? Oder: Die meisten Flüchtlinge stammen aus Ländern, die selten eine Demokratie haben. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Ländern, die in der Vergangenheit Entwicklungshilfe erhalten haben.

Und da man viel hätte auswählen können und sich für ganz bestimmte Sachen entschieden hat und damit bewusst gegen andere entschieden hat, legt die Entscheidung ja ein wenig offen, was für Präferenzen die Redaktion hat.”

Wie einfach es zu sein scheint, Jugendliche zu beeinflussen (Wir lassen uns gern durch heftigen Widerspruch von Jugendlichen, eines Besseren belehren, hoffen, eines Besseren belehrt zu werden), zeigt der vermeintilche Faktencheck zum Thema “Kommt eine neue Flüchlingskrise?”

“2015 kamen 890 000 Asylsuchende nach Deutschland. Höhepunkt der sogenannten Flüchlingskrise. Politiker warnen davor, dass sich die Zahl wiederholen könnte, denn weltweit sind über 60 Millionen Menschen auf der Flucht! In Europa streitet man vor allem darum, welches Land wie viele Flüchtlinge aufnehmen soll. Fakt ist aber, es müssten eigentlich die Fluchtursachen – wie Klimawandel oder Krieg – bekämpft werden! Davon ist man weit entfernt: Die Anzahl weltweiter militärischer Konflikte etwa steigt seit fünf Jahren…”

Beginnen wir am Ende des Textes, die Anzahl militärischer Konflikte steigt nicht seit fünf Jahren. Der ACD-Index des International Institutes for Strategic Studies zeigt vielmehr einen Rückgang militärischer Konflikte für das Jahr 2015 im Vergleich zu 2014. Die folgende Abbildung aus einem Beitrag von Gates et al. (2016) zeigt, dass damit ein kurzer, seit 2012 zu beobachtender Anstieg, der vor allem auf Bürgerkriege zurückzuführen ist, beendet ist. 

Die Indoktrination von Jugendlichen in der Bravo ist eine Brechstangenindokrtination, die man Satz für Satz leicht auseinandernehmen kann:

Es beginnt mit einer Zahl, die als Faktum präsentiert wird und tatsächlich richtig ist, indes ohne Aussagewert bleibt, wenn man nicht weiß, dass die 890.000 Asylsuchenden Teilmenge der rund 2 Millionen Zuwanderer sind, die 2015 nach Deutschland kamen. Betrachtet man die Sätze zwei und drei, dann fragt man sich unwillkürlich, was die 60 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sein sollen, in  Satz 3 verschlagen hat. Die Antwort: Gemeinsam mit dem suggestiv verwendeten Begriff “Höhepunkt”, lassen die 60 Millionen die 890.000 Asylsuchenden als Menge gering erscheinen: Wie, Deutschland kann nicht einmal 890.000 Menschen aufnehmen? Man streitet sich in Europa nicht darüber, wer wie viele Flüchlinge aufnehmen SOLL, sondern darüber, wer bereit ist, überhaupt und wenn ja, wie viele Flüchtlinge aufzunehmen. Die normative Formulierung “soll” suggeriert, dass es nur darum geht, die Flüchtlinge zu verteilen, dass keine grundsätzliche Frage darüber gestellt werden kann, ob es überhaut sinnvoll ist, weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Im nächsten Satz, wird den jugendlichen Lesern dann unter der Hand der Klimawandel als Fluchtursache untergeschoben. Die entsprechende Manipulationstechnik funktioniert über Plausibilität. Die Plausibilität kann der Begriff “Krieg” beanspruchen. Die Hoffnung der Bravo-Manipulateure besteht nun darin, dass die Plausibilität von Krieg als Fluchtursache auf Klimawandel übertragen wird. Natürlich ist Klimawandel kein Grund für Syrer oder Sudanesen oder Afghanen oder Äthiopier oder Iraner nach Deutschland zu kommen. Bleibt zu hoffen, dass die Bravo-Manipulateure von einem Erfolg ihrer Brachialstrategie “weit entfernt sind”.

Gates, Scott, Nygard, Havard Mokleiv, Strand, Harvard & Urdal, Henrik (2016). Trends in Armed Conflict, 1946-2014. Conflict Trends 01/2016.

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Im Spinnennetz der Korruption oder Kinderarbeit im Selbstbedienungsladen der Gutmenschen

Aphorismen vorweg:

Der Widerspruch
(Fast)Nur in Deutschland kann man Schüler kollektiv zu einer freiwilligen und auf eigener Initiative beruhenden Tätigkeit abordnen.

Die Erziehungsdiktatur
Deutsche Schüler müssen zu eigenverantwortlichen Menschen erzogen werden, die auf keinen Fall eine von den Vorgaben abweichende Meinung haben.

Eine Stiftung oder ein Verein, so genau weiß man das nicht, benutzt Verbindungen in die Politik, um an Schulen jährlich rund 80.000 Schüler zum Arbeitseinsatz am sozialen Tag zu manipulieren:

„Am 13. Juli 2017 ist es wieder soweit. Zehntausende Schüler*innen bundesweit tauschen ihre Schulbank gegen einen Arbeitsplatz und spenden ihren Lohn an Schüler Helfen Leben. Somit unterstützen sie nicht nur Jugend- und Bildungsprojekte für Gleichaltrige in Südosteuropa und Jordanien, sondern haben auch die Möglichkeit, einen Tag lang in ihren Traumberuf zu schnuppern.“

Bei den angepriesenen Traumjobs handelt es sich nach Ansicht der Sozialen Tag Veranstalter um die folgenden:

„Deiner Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt: Ob Du schon immer einmal für Kinderrechte in einem Restaurant kochen oder gar im Tonstudio Beats bauen wolltest. Viele Arbeitgeber*innen kennen den Sozialen Tag schon und stellen dich gerne ein.“

Traumjobs eben.

SHL versuch einer Bilanz

Der Versuch einer Bilanz für “Schüler helfen leben”

Das Geld, das die Schüler erarbeiten, 706.033 Euro waren es immerhin im Jahre 2015 und somit 49% der Einnahmen des Vereins oder der Stiftung „Schüler helfen leben“, wird genutzt, um Projekte auf dem Balkan oder in Jordanien zu finanzieren. Zudem dient der soziale Tag dem Verein, vielleicht ist es auch eine Stiftung „Schüler helfen leben“ dazu, „Fundraising“-Aktivitäten zu entwickeln. Noch einmal 621.585 Euro aus Spenden von Gönnern kamen auf diese Weise im Jahr 2015 zusammen. Die genaue Herkunft der Spenden ist nicht zu klären. Die Transparenz des Vereins, der zwar einen Jahresbericht herausgibt, sich darin aber bemüht, die Mittelherkunft nach bestem Wissen und Gewissen zu verschleiern, hält sich in Grenzen.

In jedem Fall kann man feststellen, dass ohne den Sozialen Tag die Finanzierung des Vereins oder der Stiftung „Schüler helfen leben“ nicht möglich wäre. Umso besser, dass die politischen Verbindungen, die der Verein hat, Bundeskanzler Merkel und 9 Ministerpräsidenten zumeist SPD-geführter Regierungen halten ihre schützende und vermutlich auch geldbringende Hand über den Verein, genutzt werden können, um nicht nur Zugang zu Schulen zu erreichen, sondern auch dazu, als Quasi-Monopolist für einen Tag von Kinderarbeit zu profitieren.

Und alles, um vor allem auf dem Balkan, im Jahre 26 nach dem Ende des Jugoslawienkrieges dafür zu sorgen, dass die dortigen Menschen auch die richtigen Werte, Meinungen und Überzeugungen entwickeln. „Schüler helfen leben“ ist somit nichts anderes als ein Gesinnungsprojekt, bei dem es darum geht, Schüler und ihre Bereitschaft, sich für eine angeblich gute Sache vor einen Karren spannen zu lassen, auszunutzen, um Mittel für den ideologischen Kampf zusammenzuraffen, den ideologischen Kampf, der dann z.B. mit 120.220 Euro in Tirana (Albanien) mit folgenden Inhalten geführt wird:

exploitation2“Das Soziale Tag-Projekt 2016 “Gewalt ist keine Lösung” setzt sich für die Rechte von Frauen und Mädchen ein und kämpft gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Geschlechtsspezifische Gewalt – Problem einer patriachalen Gesellschaft
Geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt sind weit verbreitete Phänomene in der albanischen Gesellschaft, die nicht nur Frauen und Mädchen negativ beeinflussen, sondern ganze Familien und Gemeinschaften. Ein politischer und rechtlicher Rahmen für Prävention vom geschlechtsspezifische Gewalt wurde geschaffen, um Frauen und Mädchen zu schützen, doch Gewalt wird oft immer noch als Familienangelegenheit akzeptiert und behandelt.

Obwohl die junge Generation Studien zufolge eine aufgeschlossene Haltung gegenüber Geschlechtergerechtigkeit hat, gibt es immer noch viele Kinder und Jugendliche die häusliche und geschlechtsspezifische akzeptieren und/oder selbst ausüben.

Gemeinsames Engagement für bessere Beziehungen

Mit dem Projekt wird ein Mentoring Bildungsprogramm für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen in den Schulen entwickelt. Durch das Engagement verschiedener Akteure (Eltern, Lehrer*innen, Schüler*innen) trägt das Projekt dazu beim, geschlechtsspezifische Gewalt unter albanischen Jugendlichen zu beseitigen.

Da Projekt soll bewirken, dass Frauen und Mädchen, ebenso wie Jungen und Männer in Albanien mehr:
• Achtung und Respekt
• Unterstützung und
• Freiheit
von geschlechtsspezifischer Gewalt in ihren Beziehungen, Partnerschaften, Familien und Gemeinschaften erfahren und somit zu einer gesünderen Gesellschaft beitragen. [Alle Fehler finden sich im Original]”

Besonders interessant sind die Kernelemente, aus denen das Projekt besteht, nämlich aus Bildung, Engagement, soziales Marketing und Beeinflussung von Politik und Gesellschaft. Schüler in Deutschland, die man über ihre Bereitschaft, sich für eine angeblich gute Sache zu engagieren, ködert, finanzieren somit die Ausbildung von albanischen Jugendlichen zu politischen Kadern, die im ersten Schritt (Bildung) lernen, wie die richtige Sicht auf die Welt aussieht. Die im zweiten Schritt zu dem, was in der linksextremen Szene als „Multiplikatoren“ bekannt ist, weitergebildet werden sollen, also zu Kadern, die das Heil, das sie gerade erlernt haben, an Dritte weitergebend. Im dritten Schritt lernen die neuen Heilsträger, wie man mit Mitteln der Propaganda (soziales Marketing) die Heilsbotschaft unters Volk bringt, und im letzten Schritt werden ihnen noch die Techniken anerzogen, die notwendig sind, um politische Entscheidungsträger und deren Entscheidungen zu beeinflussen. Früher fand man derartige Ausbildungen in den „Kaderschmieden“ des Kommunismus, in sogenanten Parteischulen..

Aber seit der Erfindung des allein seligmachenden Wertkanons, der aus Genderismus, Vielfalt und Intoleranz gegenüber allen abweichenden Meinungen besteht, ist es nicht nur normal geworden, Schüler zum Gegenstand der entsprechenden Indoktrination zu machen, es ist auch schick geworden, Schüler arbeiten zu lassen, um andere Schüler indoktrinieren zu können.

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SED Parteischule Ballenstedt; Quelle: WolkenkratzerEigenes Werk, CC BY-SA 3.0,

Die Politik im Namen des Guten bedient sich schamlos des Idealismus derer, die das Leben noch keine Vorsicht gelehrt hat. Wenn jemand weiß, wo hier die Trennlinie zu Anwerbe- und Ausbildungsaktivitäten des IS verläuft, er möge es uns mitteilen.

Ansonsten kann man nur allen Schülern raten, sich von Sozialen Tag fernzuhalten und ein egoistisches Eremitendasein im nächsten Kaffee zu führen. Meditation über das eigene Leben und den Missbrauch, der im Namen des Guten betrieben wird, ist in jedem Fall hilfreicher als mit Kinderarbeit gegen Kinderarbeit anzukochen.

Der Hinweis auf den Sozialen Tag stammt von einem ScienceFiles-Leser, der persönlich betroffen ist:

„Ich möchte vorschlagen, sich einmal mit dem sogenannten “Sozialen Tag” zu befassen (d.h. kritisch, goes without saying), der Ende Juni/Anfang Juli an vielen Schulen in Deutschland wieder abgehalten wird (“Rasen rollen gegen Rassismus”;
http://www.schueler-helfen-leben.de/de/home/sozialer_tag.html).

Als Vater zweier Gymnasiasten bin ich gerade selbst davon betroffen. Kritisch zu bewerten ist m.E. daran der Mißbrauch des jugendlichen Idealismus für die Inszenierung eines medialisierten und – trotz aller Beteuerungen zum Gegenteil – politisch getriebenen Events. Mißbrauch, weil hier in unheiliger Kollusion von Politik und öffentlicher Prominenz mit den Schulleitungen ein “freiwilliges” soziales Engagement der Schüler “kollektiv organisiert” wird. Einerseits machen sich die Schulen zum Agenten einer angeblich privaten, unabhängigen Stiftung bzw. e.V.; siehe http://www.schueler-helfen-leben.de/de/home/sozialer_tag.html.

Andererseits ermöglicht die Politik dieser Organisation einen privilegierten, exklusiven Zugriff auf die Arbeitskraft der Kinder (bzw. Spendenfreudigkeit der Eltern oder Arbeitgeber), z.B. durch Ausnahmeregelung von der Pflicht zum Lohnsteuerabzug, der Gewährung von Unfallversicherungsschutz für diese Tätigkeit etc. etc. …“

Schüler und Eltern sind gefangen im Spinnennetz der Korruption, werden zunehmend zum Gegenstand politisch-korrekter Erziehung und zum Objekt, dessen sich die vermeintlichen Gutmenschen nach allen Regeln der Kunst bedienen.


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Meinungsmache bei der ARD – Heute: BREXIT zurückdrehen

Journalismus besteht u.a. daraus, aus einer Flut von Informationen, diejenigen herauszufischen, die relevant, interessant und bedeutsam sind. Weil dem so ist, kann man anhand der Berichte, die sich in Medien finden, leicht feststellen, was den dort Arbeitenden relevant, interessant und bedeutsam vorkommt. Deshalb kann man auch feststellen, dass bei der ARD Journalisten beschäftigt sind, die eine geistige Fixierung aufweisen, wie man sie in Organisationen wie der Scientology Church oder in revolutionären Zellen vermutet.

Denn: Bei der ARD gibt es einige besonders eindimensionale Exemplare der Gattung Journalist; eine Art Realitätsverweigerer, Leute, die mit den Füßen aufstampfen, wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung geht und Leute, die vollkommen unfähig sind, zu lernen; Leute also, denen die Grundfähigkeiten, die den Menschen nach Ansicht von Immanuel Kant auszeichnen, fehlen: Empathie und Lernfähigkeit.

Und so stellt die ARD einmal wieder die Frage nach dem BREXIT.
Offensichtlich hängt das Herz der dortigen Redakteure ganz besonders daran, den BREXIT und somit die Entscheidung einer Mehrheit von Briten zurückzudrehen. So sehr hängt das Herz der ARD daran, dass sie im Meer der politischen Fische, die in Großbritannien nach der Wahl an den Scheiben der Fernseher vorbeischwimmen und „blubb“, machen, ausgerechnet die beiden kleinsten Fische heraussucht, die man finden kann:

GE2017 UK.jpg

Tim Farron, Chef der seit gestern Nick Clegglosen (Sie erinnern sich vielleicht an den ehemaligen Vize-Premierminister im ersten Kabinett von Dave, David Cameron – er hat den Wiedereinzug ins Parlament verpasst) Fraktion der Liberal-Democrats im britischen Unterhaus fordert, so weiß die ARD, die Verhandlungen für einen EU-Austritt auf Eis zu legen und will sogar ein neues BREXIT-Referendum abhalten. Farron ist ein Politiker, wie man ihn mag, bei der ARD. Er lässt sich perfekt nutzen, um den Konsumenten der ARD eine britische Welt vorzuführen, die es nur in Marginalien gibt.

Und weil ein Farron zu wenig ist, um den Konsumenten der ARD darüber hinweg zu täuschen, dass die Tories mit 318 Sitzen und 13,6 Millionen Wählerstimmen die stärkste Fraktion im Unterhaus stellen, es also kein In Frage stellen des BREXIT geben wird, deshalb wird ausgerechnet Nicola Sturgeon von der Scottisch Nationalist Party, die bei der gestrigen Wahl von 56 auf 35 Mandate geschrumpft wurden, als weiterer Unterstützer der Position, die die ARD gerne mehrheitsfähig machen will, dargestellt.

Sturgeon und Fallon können für ihre Positionen die Unterstützung von rund 10.4% der britischen Wähler reklamieren. Sie sind zwei Randfiguren, deren Stimme gerade noch vernommen, aber nicht gehört wird. Entsprechend wird sich die Hoffnung der ARD-Fixierten, auch dieses Mal nicht erfüllen. Es wird kein Zurück hinter den BREXIT geben, und es wird auch keinen soft-BREXIT geben, denn, was in Deutschland verschwiegen wird oder unbekannt ist, einer der offensivsten Vertreter und Befürworter eines harten BREXIT ist der von Teilen der deutschen Linken – vermutlich in einer Mischung aus Ignoranz und Ahnungslosigkeit – gefeierte Jeremy Corbyn – komischerweise ist das der ARD keine Meldung wert…

Die Situation im Britischen Unterhaus sieht also wie folgt aus:
Für BREXIT: 590
Gegen BREXIT: 48
Nicht zuordenbar: 12
Es scheint, als würde die ARD die falschen Prioritäten in ihrer Berichterstattung setzen.

Schulzens strömende Jungwähler: Humbug aus der Hexenküche der Meinungsforschung

Spiegel Online behauptet, Martin Schulz würden die Jungwähler zuströmen. Wird SPD-Schulz tatsächlich von Jungwählern überflutet?

Etwas Technik zu Beginn.

Der neueste Stern am Himmel der Meinungsforschung ist Civey. Civey hat den statistischen Fehler, der u.a. die Umfrageforschung daran hindert, repräsentativ zu sein, auf eine neue Ebene gestellt. Er heißt jetzt „Bayesianisches Kredibilitätsintervall“ und basiert nicht mehr auf einer Normal-, sondern auf einer Binominalverteilung. Und man muss zugeben, es sieht beeindruckend aus (mehr aber nicht), was die Civeys da in ihrem White Paper darstellen:

Civez Bias

Fortgeschrittener Humbug von Civey

Nur, es bedeutet eben keine Verbesserung. Nach wie vor haben Umfrageinstitute das Problem, dass ihre Verteilung kein Abbild der Grundgesamtheit ist, und nach wie vor können sie nur auf Basis von ausgewählten Merkmalen versuchen, ihre schiefe Verteilung der zu Grunde liegenden Grundgesamtheit anzupassen, bei der es sich in der Regel um die deutsche Wohnbevölkerung oder die deutsche Wahlbevölkerung, wie im vorliegenden Fall, handelt. Unter Meinungsforschern heißt diese Anpassung Gewichtung, was im Wesentlichen elaborierter Humbug ist, wie wir bereits an anderer Stelle dargestellt haben.

random sampleDas neue an Civey ist demnach, dass der Humbug der repräsentativen Meinungsforschung zu einem binominalen Humbug gemacht wird, der das grundlegende Problem nicht löst, dass nämlich die Verteilung (z.B. im Hinblick auf die Wahlabsicht) in der Grundgesamtheit unbekannt ist und entsprechend geschätzt werden muss. Ob man mit einfachen statistischen Mitteln, mit einer Monte Carlo Simulation oder mit Beta-binominalen Modellen, wie Civey zu schätzen versucht, ändert nichts daran, dass die Schätzung eine solche bleibt, und im Fall von Civey ist die Schätzung eine wirklich grobe Schätzung wie am Beispiel der Jungwählerflut, die derzeit die SPD nach dem Willen von Spiegel Online erreichen soll, deutlich gemacht werden kann.

Angeblich würden im März 38% der 18- bis 29-jährigen Wähler die SPD wählen. Im Januar seien es nur 23% gewesen, so heißt es im Spiegel Onlinetrend, den Civey errechnet. Die Ergebnisse beruhen auf den Angaben von 5000 Befragten, wieviele davon in die Altergruppe von 18 bis 29 Jahre fallen, darüber schweigt sich die Spiegel-Redaktion aus.

Das ist schlechter Stil und ein Verstoß gegen die Standards der empirischen Sozialforschung und es deutet darauf hin, dass hier gemauschelt wurde. Verteilten sich die Befragten in etwa gleich auf Altersgruppen, dann könnte man daraus folgern, dass rund 1000 der 5000 Befragten in die Gruppe der 18- bis 29-jährigen fallen. Nun verteilen sich die Befragten aber nicht gleich auf die Altersgruppen. Vielmehr macht die Altersverteilung einen Buckel in der Mitte, der von Anfang 30 bis Ende 40 reicht. Dort finden sich regelmäßig rund 2/3 der Befragten, so dass für die 18- bis 29-jährigen vielleicht noch ein Neuntel der Befragten bleibt. Das wären dann gut 550 Befragte, zu wenig, um sinnvolle Aussagen, die Repräsentativität beanspruchen können, zu machen.

Dass Civey zu wenige Befragte hat, um sinnvolle und angeblich repräsentative Aussagen zu machen, zeigt sich auch am statistischen Fehler, der mit 3,8% bis 5,5% für 18- bis 29-jährige Befragte angegeben wird und somit rund das Doppelte des Normalen beträgt. Geht man von den 23% aus, die sich im Januar für die SPD entscheiden wollten, dann ergibt sich auf Basis des statistischen Fehlers ein oberer Wertebereich (wir gehen von einem Fehler von 5,5% aus, das scheint bei der kleinen Fallzahl die realistische Annahme) von 17,5% bis 28,5%. Die selbe Berechnung für den neuen Wert von 38% der 18- bis 29-jährigen Wähler, die Schulz angeblich im März wählen wollen, ergibt einen oberen Wertebereich von 32,5% bis 43,5%. Ausgehend von der wohlwollenden Schätzung, dass die Ergebnisse von Civey auf den Angaben von 550 Wählern im Alter von 18 bis 29-Jahren basieren, haben somit im Januar zwischen 96 und 157 der „Jungwähler“ für die SPD stimmen wollen, im März waren es zwischen 178 und 239 der „Jungwähler“.

Der Zustrom von Jungwählern zu Martin Schulz, den der Spiegel unbedingt verkünden will, er basiert somit im günstigsten Fall auf 143 “Jungwählern”, die dazu gekommen sind, im ungünstigsten Fall basiert er auf 21 “Jungwählern”. Beides hat dieselbe Wahrscheinlichkeit und je nachdem, was man aus dem Ergebnis herauslesen will, wird man den einen oder den anderen Wert benutzen.

Dass man beim Spiegel und bei Civey ein Interesse daran hat, Martin Schulz hochzuschreiben und die SPD in Umfragen als neuen Hoffnungsträger zu verkaufen, dem die Scharen zulaufen, ist offenkundig. Und während man sich beim Spiegel aufgrund der ideologischen Ausrichtung seiner Redaktion nicht fragen muss, warum das so ist, ist die Antwort auf die entsprechende Frage bei Civey zunächst einmal offen – schließlich ist Civey nicht Forsa. Wer ist Civey, oder wie es bei Spiegel Online heißt: „Wer steckt hinter Civey“.

“Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der “Tagesspiegel”, “Cicero”, der “Freitag” und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.”

Wir haben zwar nicht erfahren, wer hinter Civey steckt [Man hat fast den Eindruck, beim Spiegel wolle man verschweigen, wer hinter Civey steckt), aber wir können dieser Darstellung beim Spiegel entnehmen, dass man uns weismachen will, dass Civey ein ganz toller Laden ist, der mit „unterschiedlichen Partnern“ zusammenarbeitet.

Nun, wir haben etwas gegraben und aus dem Wenigen, das man bei Civey erfahren kann, entnommen, dass Civey es in den nicht einmal zwei Jahren, die das Umfrageinstitut besteht, geschafft hat, eine beachtliche Reihe von Kunden anzusammeln, so viele, dass man sich fragt, mit welchen Dingen dies zugegangen ist.

Ein Blick auf das “Team” führt zu Gerrit. Gerrit, der bei Civey eben Gerrit ist, ist eigentlich Gerrit Richter. Gerrit Richter war bis 2009 Vorsitzender im SPD-Unterbezirk Main-Taunus, zuvor hat er 2005 versucht, als Kandidat des Wahlkreises Main-Taunus, in den Bundestag einzuziehen und er war Mitarbeiter beim ehemaligen Finanzminister Hans Eichel. In welchem Zusammenhang diese Anbindung an die SPD mit der Geschwindigkeit steht, mit der es Civey geschafft hat, als Umfrageinstitut Fuss zu fassen, ist eine Frage, eine andere Frage, die durch diese Anbindung geklärt zu sein scheint, ist die, wieso man, wenn ein Vergleich von Umfragen aus März und Januar im März 21 bis 143 Befragte mehr erbringt, die SPD wählen zu wollen, den Maximalwert von 143 wählt und als „Zustrom“ qualifiziert.

Empirische WahlforschungDavon bleibt natürlich die Tatsache unberührt, dass es nicht möglich ist, auf Basis der Befragten, die Civey zusammenbekommen hat, Aussagen über die Grundgesamtheit der 18- bis 29-jährigen zu machen (weil man nicht von Bekanntem auf Unbekanntes schließen kann). Wir sehen abermals den Versuch, Meinungsforschung als Instrument der Meinungsmache und Manipulation zu missbrauchen, um Lesern vorzugaukeln, es gebe einen Zustrom der Jungwähler zur SPD. Jungwähler sind scheinbar ein Wert an sich bzw. sie werden von Journalien wie dem Spiegel als Antipode zu älteren Wählern aufgebaut, mit dem Ziel, die Gesellschaft zu spalten.

Ein letztes Argument unterstreicht, dass es diesen Zustrom nicht gibt: Die Altersgruppe  der 18- bis 29-jährigen kann man kaum als Gruppe der „Jungwähler“ bezeichnen. In den amtlichen Veröffentlichungen des Bundeswahlleiters umfasst die Gruppe der Jungwähler die unter 21-Jährigen und wenn man wohlwollend ist, noch die 21- bis 25-Jährigen. Dass man sich bei Civey genötigt sieht, die Jungwähler bis zum fortgeschrittenen Alter von 29 Jahren zu kodieren, also Wähler, die mindestens an zwei und in manchen Fällen an drei Bundestageswahlen teilgenommen haben, als Jungwähler zu bezeichnen, zeigt, dass hier auf Teufel komm‘ raus manipuliert und getäuscht werden soll oder in technisch: Die Fallzahlen für die eigentlichen Jungwähler von 18 bis 21 Jahren sind so gering, dass nicht einmal Civey sich draut, Ergebnisse für sie zu veröffentlichen, und so kommt es, dass Wahlmethusalems als Jungwähler verkauft werden.

Zur Einordnung: Im Jahre 1972 als Willy Brand zur Wahl stand, hatte die SPD einen tatsächlichen Anteil unter den 18- bis 25-Jährigen von 54,7%. Martin Schulz bringt es selbst dann, wenn er mit Hilfe statistischer Tricks und in einer konzertierten Aktion der Medien hochgejubelt wird, nur auf 38%. Zum SPD-Gott fehlen somit noch viele Prozente.

 

Volksverräter und Kartoffelkäfer: Von der Relevanz des Irrelevanten

Es ist wissenschaftlich wirklich interessant. Jährlich seit 1991 trifft sich ein Häuflein von angeblichen Sprachwissenschaftlern, nennt sich Jury und kürt das Unwort des Jahres. Und jährlich wiederholt sich der Auftrieb in den Medien. Kein Medium, das sich nicht mit den in Darmstadt ansässigen Unwort-Umtriebigen gemein macht und deren Mahnung über der Deutschen Wortgebrauch an die versammelte Lesegemeinde und zumeist ohne redaktionelle Mehrarbeit weitergibt.

Welche Theorie man bemühen muss, um zu erklären, wie ein kleines Häuflein von Sprachwissenschaftlern, das sich Jury nennt, es jedes Jahr aufs Neue in die Medien schafft, ist eine Frage, die man nicht einfach beantworten kann. Zunächst fällt uns dazu die alte Theorie des Gatekeepings ein, deren Vertreter der Ansicht sind, Medien hätten eine Auswahlfunktion, d.h. sie würden aus dem Meer der Meldungen, das ihnen täglich auf den Tisch kommt, diejenigen auswählen, von denen sie annehmen, sie würden die Mehrheit der Leser/Seher interessieren.

Das ist eine sehr naive Theorie nimmt sie doch an, Medienvertreter hätten keine eigenen Interessen, die sie bevorzugt Meldungen verbreiten lässt, die diesen eigenen Interessen dienlich sind.

Der Agenda Setting Ansatz, der auf McCombs und Shaw zurückgeht und letztlich je nach Vertreter mehr oder weniger deutlich besagt, dass Medien aus Informationen auswählen und den ausgewählten Informationen durch die Auswahl Aufmerksamkeit und Bedeutung, also Salience zuweisen, scheint hier etwas passender, jedenfalls dann, wenn man annimmt, dass die Auswahl der Informationen durch Medienvertreter auf Basis des Interesses der entsprechenden Medienvertreter getroffen wird.

potthoff-medienwirkungsforschungNehmen wir daher an, dass Interesse und Motivation, die die Unwort-Jury treiben, mit denen der Medienschaffenden übereinstimmen, dass also beide: „sprachkritisch“ sein wollen, allerdings nur gegenüber „Pegida, AfD oder ähnlichen Initiativen“, wie es dieses Jahr in der Unwort-Wahlbegründung der Jury heißt. Ein Blick auf die Unworte der Jahre seit 1991 zeigt, dass die Feinde der Sprachkritik auf drei Begriffe gebracht werden können: Kapitalismus, Rechte und Eigentümer.

Kurz: Die Agenda, die die Jury mit ihrer Unwortwahl setzen will, ist eine sozialistische Agenda. Hier treffen sich die Unwort-Setzer wohl mit den Medienvertretern, deren Agenda eine ähnlich sozialistische zu sein scheint. Zudem wollen die Unwort-Juroren die „Grenzen des öffentlich Sagbaren“ anmahnen. Sie wollen nicht zensieren, nein, nur mahnen und dafür sorgen, dass bestimmte Begriffe nicht mehr verwendet werden oder ein öffentliches Klima schaffen, das die Nutzung der entsprechenden Begriffe nicht mehr erlaubt. Das ist natürlich keine Zensur, eher Sprachdiktatur. Auch hier treffen sich die Unwort-Geber mit den Unwort-Nehmern in den Mainstream Medien, die mit dem Advent des Internets ihre Deutungshoheit haben dahinschwinden sehen und sich mittlerweile mit so garstigen Dingen wie Kritik an ihrer Berichterstattung und Richtigstellung von öffentlich-rechtlichen Falschmeldungen, ganz zu schweigen von Begriffen wie Lügenpresse konfrontiert sehen. Wie gut, dass man mit Hilfe der Unwort-Geber einen Moment der moralischen Hoheit wiedererlangen und sich zum Opfer rechter Gesinnung stilisieren kann. Auch hier treffen die Unwort-Juroren mit ihrer Motivation den Kern dessen, was Medienschaffende zu motivieren scheint.

Und natürlich stehen Medienvertreter immer in der ersten Reihe, wenn es darum geht, „faschistischen und fremdenfeindlichen Hintergrund”, wie er sich z.B. in der Geschichte der deutschen Autobahnen, die Aufmarschrouten für den Zweiten Weltkrieg waren, darstellt, aufzuzeigen. Und so bekommen wir dieses Jahr das Wort „Volksverräter“ aufgetischt, ein wahrhaft faschistisches und fremdenfeindliches Wort, wenn man der essentialistischen Ansicht ist, der sich die Unwort-Jury angeschlossen hat, dass das Wort Volk nur Blutsverwandte und seit der Schlacht im Teutoburger Wald auch keinerlei Neuankömmlinge mehr umfasst und umfassen kann, dass Volk einmal und immer dasselbe Volk bezeichnet und deshalb alle, die nicht in 10ter Generation einen reindeutschen Vorfahren haben, ausschließt.

Es ist schon erstaunlich, welche Nachwirkungen die Nürnberger Rassengesetze in den Köpfen mancher auch noch im Jahre 2017 haben.

Volksverräter ist also das Unwort des Jahres 2016.

Wir haben es in der Redaktion vernommen und uns zunächst einmal betroffen angeblickt. Denn: In welchen Teilen der Unterwelt sind die Unwort-Geber nur unterwegs, um ausgerechnet auf den Begriff des Volksverräters zu kommen? Um die Irrelevanz des zum Unwort aufgebauschten Begriffs, der im Darmstädter Unwort-Echozimmer wohl hallt und hallt und hallt, aber außerhalb halt nicht, einmal deutlich zu machen, haben wir auf Google Trends nach der Häufigkeit von Suchen nach „Volksverräter“ (blau) gesucht und die entsprechende Häufigkeit mit der Häufigkeit von Suchen nach „Kartoffelkäfer“ (rot) verglichen.

kartoffelkafer

Das Ergebnis ist eindeutig und zeigt: Die Unwort-Geber zeichnen sich durch eine ungesunde Fixierung auf Begriffe aus, die außer ihnen kaum jemand zu benutzen scheint. Insofern sich die Medienschaffenden der öffentlich-rechtlichen und privaten Mainstream-Medien brav in den Dienst der unguten Unwort-Sache gestellt haben, haben sie dazu beigetragen, dass ein Begriff aus den verstaubten Archiven des tausendjährigen Reiches, der ansonsten nur im Echozimmer der Unwort-Geber hallt, eine bundesweite Verbreitung und entsprechende Normalisierung gefunden hat. Wenn es das Ziel war, den Begriff „Volksverräter“ wieder salonfähig zu machen, dann haben die Unwort-Juroren dieses Ziel mit Bravour erreicht.

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