Wenn Bildung zur Freiheitsberaubung wird: Eugenik des Nachhaltigen Menschen

BNE ist gut.
BNE ist wichtig.
BNE muss man kennen.
BNE wird schon in der frühkindlichen Bildung verankert.
BNE ist die neustes Form der frühkindlichen Freiheitsberaubung.
BNE steht natürlich für Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Die Bundesregierung hat gerade ihre Stellungnahme zum nationalen Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung vorgelegt. Der Aktionsplan ist im Wesentlichen eine Aufstellung darüber, wie Mensch zu leben hat. Er ist voller Ziele (130 davon), Maßnahmen (349 davon) , Absichtsbekundungen (Unmengen), die es erfordern, „ein Strategiepapier zu entwickeln“, „Fachveranstaltungen durchzuführen“, „Arbeitsgruppen einzusetzen“ und noch viel mehr zu veranstalten, was dem akademischen Präkariat, dessen Studium auf dem Freien Markt nicht nachgefragt wird, Lohn und Brot verschafft.

Im Gegenzug arbeitet das akademische Prekariat am neuen Menschen, wie er den Regierenden und der UN vorschweb. Der Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung geht zu diesem Zweck alle Stationen durch, zu denen der Staat Zugriff auf die Bildungsanstrengungen von Individuen hat. Er reicht von der frühkindlichen Bildung über die schulische Bildung, die berufliche Bildung, bis zu Hochschulen, erfasst auch das non-formale „informelle Lernen“ und Kommunen. Das Prokrustesbett für den modernen Menschen, die Art und Weise, wie er zu leben hat, es nimmt Gestalt an, nachhaltige Gestalt.

Z.B. in der frühkindlichen Entwicklung:

„Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Kindertageseinrichtungen umzusetzen bedeutet, Kindern im Alter von null [!sic] bis sechs Jahren die Möglichkeit zu bieten, sich spielerisch mit zukunftsrelevanten Themen und Fragestellungen zu beschäftigen, ihnen den Raum zu geben, selbst Verantwortung zu übernehmen und ihr unmittelbares Lebensumfeld im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten. Die konkreten Alltagserfahrungen, Bedürfnisse und Interessen der Kinder stellen hierbei primäre Bezugs- und Ansatzpunkte für die Bearbeitung und das Aufgreifen der vielfältigen Themen einer nachhaltigen Entwicklung dar (wie zum Beispiel Wasser, Ernährung, Energie, Gerechtigkeit). Abwechslungsreiche Lernzugänge und offene Lernarrangements wie Morgenkreise, Projektarbeit, Experimentieren, Philosophieren [mit Kindern von 0 bis 6 Jahren], Freispiel und viele andere Angebote prägen den Alltag in den Einrichtungen und bieten Gelegenheiten, nachhaltige Entwicklung erlebbar zu machen“ (11).

Haben Sie schon bemerkt, dass immer dann, wenn es darum geht, Kindern jede Möglichkeit, etwas Eigenes zu entdecken und etwas zu machen, an das kein Erwachsener bis dahin gedacht hat, zu nehmen, davon die Rede ist, dass man den Kindern „Möglichkeiten bieten wolle“. Diese Form des Angebots von Möglichkeiten erinnert doch stark an die Möglichkeit von Strafgefangenen zwischen 11 und 12 Uhr auf dem Hof der Haftanstalt zu tun und zu lassen, was innerhalb von Mauern und Stacheldraht möglich ist. Deutsche Schulen und nicht nur deutsche Schulen, denn treibende Kraft hinter der beabsichtigten perfiden Form von Freiheitsberaubung, die Kindern und Jugendlichen jede Möglichkeit nehmen will, sich autonom und ohne Richtungsvorgabe zu entwickeln, ist die UN, federführend die UNESCO, ähneln immer mehr Haftanstalten. Vielleicht treten die USA ja auch aus der UN aus?

Weil es nicht reicht, Kinder von 0 bis 6 Jahren damit zu penetrieren, dass für die Herstellung eines t-Shirts viel Wasser benötigt wird, wird die kontinuierliche Indoktrination, die Dauerberieselung mit dem, was Gutmenschen für gut halten, auch in der Schule vorgesetzt:

„Wenn es darum geht, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erfolgreich im Bildungswesen zu verankern, kommt der schulischen Bildung durch ihren prägenden Einfluss auf individuelle Bildungsbiografien eine besondere Bedeutung zu. BNE stellt dabei die handelnden Akteure im schulischen Bereich vor die Herausforderung, das orientierende Bildungskonzept BNE auf den unterschiedlichen Handlungsebenen (z.B. Bildungsverwaltung, Hochschule/Seminare, Schule) sinnvoll und vor allem wirksam zu verankern. Dabei gilt es, die wesentlichen Handlungsbereiche für diese Integration stärker in den Blick zu nehmen. Aus Sicht des Fachforums Schule wurden für den Bereich der schulischen Bildung zentrale Handlungsfelder, prioritäre Ziele und geeignete Maßnahmen formuliert, die eine zielgerichtete Implementierung von BNE im schulischen Bereich ermöglichen können. Hierbei geht es insbesondere darum, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als selbstverständliche Aufgabe der Bildungsverwaltung und des Bildungswesens zu verstehen, BNE in der Lehr- und (pädagogischen) Fachkräftebildung zu integrieren und strukturell in den Lehr- und Bildungsplänen sowie am Lernort und im Sozialraum Schule zu verankern und dabei die Partizipation von Kindern, Jugendlichen und Zivilgesellschaft als (Mit-)Gestaltungsinstrument sinnvoll zu berücksichtigen. Die hier formulierten Ziele gelten in gleichem Maße für allgemein- und berufsbildende Schulen” (23).

Kein Schüler, kein Lehrer, keine Schule, kein Lehrplan, nichts, was mit Bildung auch nur entfernt in Zusammenhang steht, wird von BNE verschont. Es gibt eine einzige, richtige Art zu leben und jeder Schüler hat die Freiheit, diese richtige Art zu leben. Wer sich dem BNE-Heil in der Schule verweigert, der wird an der Hochschule, in der beruflichen Bildung, in der Weiterbildung, in der Kommune weiter verfolgt, mit BNE und der richtigen Art selig zu werden.

Einst lebte man in Monarchien, die aus heutiger Sicht als rückwärtsgewandt bezeichnet werden, und durfte nach seiner Fasson selig werden. Heute lebt man angeblich in einer Demokratie und hat genau eine Wahl, mit BNE selig zu werden. Die Freiheitsberaubung durch Gutmenschen geht weiter und sie setzt wie gewöhnlich bei denen an, die sich am wenigsten wehren können, bei „0 bis 6 jährigen Kindern“, bei Schülern und Jugendlichen. Die können zwar in immer größerer Zahl weder lesen noch schreiben noch rechnen, aber das brauchen sie auch nicht. Zu viel Wissen ist hinderlich, wenn die Vorgabe für das richtige Leben darin besteht, mit BNE selig zu werden.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Staatsfeminismus und Nationalsozialismus: Prozedurale Äquivalenz

Wir sind wieder einmal bei Richard J. Evans hängengeblieben, also bei dem Historiker, den man wohl als den bedeutendsten zeitgenössischen Erforscher des Nationalsozialismus bezeichnen kann. In seinem epochalen Werk „The Third Reich in Power“ gibt es einige Kapitel, die sich mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten an deutschen Universitäten beschäftigen.

23 Universitäten gab es zu Zeiten des Dritten Reichs.
23 Universitäten, die es auf dem Boden der nationalsozialistischen Ideologie gleichzuschalten galt.
Die Mittel, die dabei zur Anwendung kamen, weisen eine erschreckende Äquivalenz zu den Mitteln auf, die der Staatsfeminismus heute anwendet.

Die Gleichschaltung der Universitäten soll u.a. mit den folgenden Mitteln erreicht werden:

Drittes Reich:
Studenten wurden als Wächter vor Ort instrumentalisiert. Sie sollten darüber wachen, dass Professoren die Ideologie des Nationalsozialismus als Anfangspunkt ihrer Lehre verwenden.

Heute:
Studenten überwachen Professoren und Dozenten, um sicherzustellen, dass Letztere nicht von dem, was die Studenten für den Korpus des Staatsfeminismus (Genderismus, Anti-Rassismus und Post-Kolonialismus) halten, abweichen.

 

Drittes Reich:
Wer offen gegen die Ideologie des Nationalsozialismus Stellung bezieht, verliert seinen Arbeitsplatz bzw. wird an eine der Universitäten, die als Sammelplatz der Regimegegner gelten, in der Regel die Universität Bonn, abgeschoben.

Heute:
Wer offen gegen die Ideologie des Staatsfeminismus Stellung bezieht, riskiert seinen Arbeitsplatz, wird an den Pranger gestellt, hat studentischen Mob in seinen Veranstaltungen, der versucht, die Veranstaltung zu verhindern.

 

Drittes Reich:
Es wird viel Geld ausgegeben, um Fächer und Personen an Universitäten zu installieren, die die Ideologie des Nationalsozialismus verbreiten. Das Geld dient als Köder für die Verwaltung von finanziell klammen Universitäten und trifft bei manchen Rektoren auf großen Zuspruch.

Heute:
Es wird viel Geld ausgegeben, um Fächer und Personen an Universitäten und Hochschulen zu installieren, die die Ideologie des Staatsfeminismus verbreiten. Das Geld dient als Köder für die Verwaltung von finanziell klammen und kurzgehaltenen Universitäten und trifft bei einigen Rektoren auf großen Zuspruch.

 

Drittes Reich:
An Universitäten werden neue Fächer, die die Ideologie des Nationalsozialismus verbreiten sollen, eingeführt, z.B. Racial Studies.

Heute:
An Universitäten und Hochschulen werden neue Fächer eingeführt, die die Ideologie des Staatsfeminismus verbreiten sollen, z.B. Gender Studies.

 

Drittes Reich:
Es werden politische Beamte installiert, die die Übertragung der Ideologie des Nationalsozialismus in Positionen und die Übereinstimmung der Lehre mit der Ideologie überwachen.

Heute:
Es werden politische Kommissare installiert, Gleichstellungsbeauftragte genannt, die die Übertragung der Ideologie des Staatsfeminismus in Positionen und die Übereinstimmung der Lehre mit der Ideologie kontrollieren sollen.

 

Drittes Reich:
Es wird versucht, ein Gegen-Curriculum zu installieren, das sich gegen die herrschende Lehre von Wissenschaft und die damit verbundenen Methoden richtet.

Heute:
Es wird versucht, ein feministisches Gegen-Curriculum zu installieren, das sich gegen die wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnisse richtet, die von „weißen Männern“ entwickelt und eingeführt wurden und als Ausdruck von deren Hegemonie angesehen werden.

Schwer verdauliche Brocken. Aber, wie heißt es doch: Wer nicht aus der Geschichte lernt, der ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

Die Idee zur Beschreibung der prozeduralen Äquivalenz zwischen Nationalsozialismus und Staatsfeminismus ist uns gekommen, als wir die folgende Stelle im Buch von Richard J. Evans gelesen haben:

“The Nazi Students’ League was not content with attempting to change the student experience through the institution of compulsory work camps, labour service and comradeship houses. It also tried to influence what was taught in the universities themselves. It made clear in 1936

that we … will intervene where the National Socialist view of the world is not made into the basis and the starting-point of scientific and scholarly research and the professor does not of his own initiative lead his students to these ideological points of departure within his scientific or scholarly material.

Nazi Party bosses never tired of repeating this view with varying degrees of emphasis – brutally open in the speeches of a rhetorical thug like Hans Frank, seemingly moderate and flexible in the addresses of a vacillating character like Bernhard Rust. The universities, it was clear, had to pursue the same aims as the schools and to put Nazi ideology at the centre of their teaching and research. New chairs and institutes were founded at a number of universities in racial studies and racial hygiene, military history and prehistory, while additional chairs in German Folklore were founded at half of all German universities between 1933 and 1945. Most of these new positions were the result of initiatives from the university rectors rather than the Education Ministry. In 1939, Institutes for Racial Studies existed at twelve of the twenty-three universities of Germany (…). The new foundations involved a considerable investment of money and prestige in subjects that had not been well represented at the top level in German universities before 1933.

These new areas of teaching and research were backed up in many universities by special lecture courses in these subjects, and in the political ideas of National Socialism, which in some universities were made compulsory for all students before they took their exams. In Heidelberg, the leading Nazi professor, Ernst Krieck, who became Rector in 1937, lectured on the National Socialist world-view. Similar lectures were held elsewhere. After the first flush of enthusiasm, however, most of the special lecture courses on Nazi ideology were dropped from university teaching, and by the mid-1930s, fewer than 5 per cent of lectures at German universities were overtly Nazi in their title and contents. Most professors and lecturers who had not been purged in 1933 – the great majority – continued to teach their subjects as before, with only marginal concessions to Nazi ideology, leading to repeated complaints by the Nazi students. These were echoed on many occasions by Nazi Party officials: the accusation levelled in 1936 by Walter Gross, head of the Racial Policy Office of the Nazi Party, of the ‘often extremely embarrassing efforts of notable scientists and scholars to play at National Socialism’, was far from untypical.
[…]
The Nazi Students’ League had attempted to force changes by creating an alternative to the existing teaching syllabus in the form of student-run, subject-specific groups (Fachschaften) that would provide a thoroughly Nazi education outside regular academic lectures and classes. But these had not been popular with the students, not least since they could not really afford to miss regular classes and so had to work twice as hard as before if they went along. They aroused the antagonism of lecturers and had been largely neutralized by the need to incorporate the teaching staff into their work, since the students mostly lacked the necessary knowledge. In many regular classes, too, relatively open discussion was still possible, and the lecturers were able to avoid Nazi ideology easily enough when they dealt with highly technical subjects, even in subjects like philosophy, where discussion of Aristotle or Plato allowed basic questions of morality and existence to be debated without recourse to the concepts and terminology of National Socialism.

The success of the Nazis in turning the universities to their own ideological purposes was thus surprisingly limited. […] In general, however, Nazi ideology itself was too meagre, too crude, too self-contradictory and in the end too irrational to have any real impact on teaching and research at the sophisticated level at which they were pursued in higher education.
[…]
Such a sweeping generalization needs to be qualified, of course; in some universities, Nazism made greater inroads among the professoriate than in others. Jena, Kiel or Königsberg, for example, counted as relatively strong centres of Nazi teaching and research while universities in Catholic regions remained less strongly affected. Bonn University, indeed, became something of a dumping-ground for unwanted professors compulsorily relocated from other centres of higher education, while the student body here remained dominated by Catholic and conservative groupings until their dissolution by the Nazis in the mid-1930s. In Bonn, only a minority of the posts – about 5 per cent in this case – was ever occupied by fanatical Nazis, another 10 per cent by committed supporters of the Party, and the rest by either superficial sympathizers, by the indifferent, or by academics who were opposed to the regime; the fact that nearly a quarter of Bonn’s 380 professors were hostile to Nazism was unusual, but the dominance of scholarly and scientific criteria in the majority of faculty appointments even after 1933 was not, nor was it in most other German universities either. Surveying the field in 1938, the Security Service of the SS drew understandably gloomy conclusions. ‘In almost all universities’, it complained, ‘there are complaints about the passive attitude of the lecturers, who reject any political or ideological work that breaks the narrow bounds of their specialism” (Evans, The Third Reich in Power, pp.302-305)

Wie man sieht, haben die Professoren des Dritten Reiches zum Teil passiven Widerstand geleistet, was dazu geführt hat, dass Universitäten beileibe nicht so gleichgeschaltet waren, wie man das heute gerne behauptet. Vielmehr war die Anzahl der Professoren, die über ein Rückgrat verfügt haben, und an deren Widerstand sich der Versuch, die Ideologie der Nazis an Universitäten zu installieren, letztlich totgelaufen hat, beachtlich.

Wie viele Professoren heute über ein vergleichbares Rückgrat verfügen und wie lange es dauern wird, bis sich der Staatsfeminismus in gleicher Weise totgelaufen hat, wie es die Nationalsozialistische Ideologie getan hat, das sind Fragen, die noch ihrer Beantwortung harren.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Feministische Haltung: NRW-Ministerium finanziert Gesetzesbrecher

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landeshauptstadt Düsseldorf finanzieren aus Steuergeldern einen jener vielen Vereine, die eigentlich gemeinnützig sein sollen und ihr Angebot dennoch nur an Mädchen richten. Der Verein trägt den Namen „ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V..

Der gemeinnützige Verein bezeichnet sich selbst als „feministischen Verein“, unterhält eine Mädchenberatungsstelle und einen Mädchentreff und hat Zugang zu Schulen, um dort Präventions- und Projektarbeit anzubieten. Und weil das alles noch nicht reicht, wird das Angebot, das sich nur an Mädchen richtet, erweitert:

„Als neuen Baustein wird ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V. eine Zuflucht für Mädchen und junge Frauen in Bedrohungssituationen eröffnen. Hierbei handelt es sich um eine anonyme Kriseneinrichtung. Für diese neue Einrichtung suchen wir zum schnellst möglichen Zeitpunkt mehrere pädagogische Fachkräfte in Teil- und Vollzeit. Das Arbeitsverhältnis ist zunächst befristet bis zum 14.06.2018. Eine Entfristung ist angestrebt.“

Wer diesen neuen Baustein finanziert, das dürfte keine offene Frage sein. Wer in Nordrhein-Westfalen wohnt, kann die Hand heben, sofern er steuerpflichtig ist. Er kann zudem die Verantwortung dafür übernehmen, dass mit seinem Steuergeld ein offener Bruch des Gesetzes zur Allgemeinen Gleichbehandlung verbunden ist (oder etwas dagegen tun).

Denn im Ausschreibungstext steht, völlig offen, so als ginge es darum, einen neuen Pastor für die katholische Kirche zu rekrutieren und als Voraussetzung für eine Einstellung:

„Erfahrungen in der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen, eine feministische Haltung und Wissen um die Grundlagen von parteilicher Mädchenarbeit“

Außer der katholischen Kirche sind kaum Arbeitgeber bekannt, die eine Einstellung von einem Glaubensbekenntnis abhängig machen. Insofern wäre es an der Zeit, Feminismus ließe sich als eine weitere Religion eintragen. Bis zu dieser Eintragung ist die Ausschreibung aber eben aufgrund des zitierten Passus ein Verstoß gegen das AGG, in dem es bekanntlich heißt:

§ 1:
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

§ 2:
1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf:

  1. die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg,

Die geforderte „feministische Haltung“ ist somit ein klarer Verstoß gegen § 2 Absatz 1 des AGG, und sie wird besonders dadurch pikant, dass der Gesetzesbrecher von einem Landesministerium und von der Kommune Düsseldorf finanziert wird. Im Jahre 2017 ist eben nichts ausgeschlossen, auch nicht, dass offene Gesetzesbrüche noch mit steuerlicher Vergünstigung belohnt werden, wie sie gemeinnützigen Vereinen zukommt.

Indes hat der Bundesfinanzhof unlängst geurteilt, dass ein Verein, der „entgegen Artikel 3 Absatz 3 GG die wesensmäßige Gleichheit aller Menschen in Abrede stellt“, mangels Förderung der Allgemeinheit nicht als gemeinnützig einzustufen sei.

Die feministische Indoktrination von Mädchen stellt zweifelsohne die wesensmäßige Gleichheit aller Menschen in Abrede, wäre dem nicht so, es müsste keine „feministische Haltung“ zur Voraussetzung der Einstellung gemacht werden. Deshalb sollte dem Finanzamt, das die Steuerbegünstigung von „ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V.“ bejaht hat, gerade vor dem Hintergrund des Urteils des Bundesfinanzhofs, das übrigens am 17. Mai diesen Jahres ergangen ist, etwas zur Steuerbegünstigung einfallen, z.B. ein Widerruf.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Osterburg ist wie Pyongyang: Gutmenschen missbrauchen Schüler

Wenn in Nordkorea ein Staatsakt ansteht oder eine Feierlichkeit durchgeführt werden soll, dann werden Kinder, Schüler, Jugendliche in Uniformen gesteckt, dürfen Gedichte zu Ehren von Kim Jong-un aufsagen, Theaterspiele über den Befreiungskampf der Nordkoreanischen Arbeiterklasse darbieten oder sich in Wehrertüchtigung auf den Endkampf gegen die USA vorbereiten.

Man blickt nach Nordkorea und ist erschreckt darüber, wie ein System seine Kinder indoktriniert, ihnen ihren freien Willen, ihre Fähigkeit, frei zu handeln, abtrainiert oder doch zumindest so kaserniert, dass sie sich nicht trauen, beides zu demonstrieren und man spricht von Unfreiheit, von einem Übergriff, von einer Manipulation, davon, dass ein totalitäres Regime die Freiheit seiner Bürger von Kindesbeinen an im Keim erstickt. Naja, die meisten sehen es so – bis auf ein paar ewiggestrige Linke.

Szenenwechsel.

Osterburg.

Marktgraf-Albrecht-Gymnasium
Die Allgemeine Zeitung berichtet:

„Gelungene Aktion gegen Rechts am Marktgraf-Albrecht-Gymnasium in Osterburg. Die Schule, seit drei Jahren Trägerin des Titels ‚Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage‘, setzte ein Zeichen gegen das Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl vor knapp einer Woche.“

Und weiter:

„Die Schüler [alle 700 Schüler des Gymnasiums] waren gestern aufgefordert, sich so bunt wie möglich zu kleiden. Das sollte die Vielfalt, das Bunte und auch die Offenheit des Gymnasiums symbolisieren.“

Wem dieser Unsinn noch nicht reicht, für den haben wir noch einen Schulleiter, von dem zu befürchten steht, dass er auch im Dritten Reich erfolgreich dabei gewesen wäre, seine Schüler auf Linie zu bringen:

„Oberstufenkoordinator Alexander Dankert: ‚Ihr Schüler und wir Lehrer sind eine Schulgemeinschaft ohne Rassismus und mit couragiertem Handeln‘ rief er den Schülern zu. … Das Wahlergebnis des vergangenen Wochenendes erfordere ein Zeichen gegen Ausgrenzung, gegen Rassismus und Extremismus. ‚Wir sind weltoffen und praktizieren an unserer Schule Akzeptanz und Toleranz‘, so Dankert.“

Die Akzeptanz und die Toleranz, die am Marktgraf-Albrecht Gymnasium in Osterburg praktiziert wird, ist eine bedingte Akzeptanz, die sich nicht auf die 16% Osterburger Wähler erstreckt, die bei der Bundestagswahl in Osterburg ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben. Diese 16% haben am Marktgraf-Albrecht Gymnasium ebenso wenig Toleranz zu erwarten, wie die Kinder unter den Schülern, deren Eltern die AfD gewählt haben, Kinder, die es mit Sicherheit gibt. Sie, die nicht akzeptierten und nicht tolerierten, denen gegenüber die Courage nicht ausreicht, um neben Aufmärschen und kollektiven Aktionen auch ein Gespräch zu führen, sie haben nichts Gutes am Gymnasium, das so tolerant ist, dass es Rassismus nur gegen die richtet, die die falsche politische Ideologie vertreten, zu erwarten.

Die Aktion am Osterburger Gymnasium hätte auch in Nordkorea stattfinden können, denn auch in Nordkorea sind die Lehrer angehalten, schädliche Gedanken, alternative, am Ende noch innovative Gedanken, die am Status Quo des Systems, das für sakrosankt und über jede Kritik erhaben erklärt wird, auszumerzen bzw. im Keim zu ersticken. Alexander Dankert wäre auch in Nordkorea gut aufgehoben und könnte sich mit noch größerer Berechtigung auf der Seite der Mehrheit, die auch die Seite der Guten sein muss, wähnen. Zudem wäre in Nordkorea auch ein Irrtum folgenlos, da die Übergriffe auf Schüler, deren Manipulation und Indoktrination durch das Regime nicht nur gedeckt, sondern auch gewünscht sind.

Ob dies in Deutschland auch so ist, muss sich erst noch herausstellen. Ob es z.B. am Osterburger Gymnasium Eltern gibt, die die Indoktrination ihrer Kinder, deren Instrumentalisierung durch einen Gut-Lehrer, deren Standardisierung und den Raub ihrer Handlungs- und Meinungsfreiheit opponieren und es sich verbieten, dass staatliche Bildungseinrichtungen, die zur politischen Neutralität verpflichtet sind, für die Parteizwecke derer, die hinter der Aktion „Schule gegen Rassismus“ stehen, missbraucht werden. Es gibt noch Hoffnung, dass das ein oder andere Elternteil Rückgrat bei sich entdeckt.

Bei der Suche, die dieser Entdeckung notwendig vorausgeht, mag es behilflich sein festzustellen, dass die Aktion am Osterburger Gymnasium nicht nur gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstößt, die im Grundgesetz formuliert ist, sie ist auch ein eklatanter Verstoß gegen das Neutralitätsgebot von Schulen, das eingerichtet wurde, um die Indoktrination von Schülern, wie sie in Nordkorea praktiziert wird bzw. im Dritten Reich in Deutschland praktiziert wurde, zu verhindern.

Lehrer wie Alexander Dankert, die sich als gut profilieren und Schüler dazu missbrauchen wollen, bekämpfen entsprechend das, was sie zu schützen vorgeben: Die Demokratie. Bleibt zu hoffen, dass Dankert Sportlehrer ist. Da kann er nicht noch mehr Schaden anrichten.

Das Gymnasium in Osterburg ist übrigens nach Marktgraf Albrecht dem Bären benannt, ein wichtiger der Teilnehmer des Wendenkreuzzugs von 1147 war. Kreuzzüge sind eine Form des religiösen Genozids, bei der es darum geht, Ungläubige, in diesem Fall Slawen, zu vertreiben oder zu töten oder zu versklaven. Die entsprechende Tätigkeit setzt eine Überzeugung über die heilige Berechtigung der eigenen Handlungen, die darin bestehen, Dritte mit Krieg, Verwüstung und Tod zu überziehen, voraus. Insofern ist das Gymnasium in Osterburg vermutlich korrekt benannt.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Indoktrination erfolgreich – Kritikfähigkeit tot – Wie an Bremens Schulen Kader herangezogen werden

Wir haben gestern auf den Versuch des Freistaates Sachsen hingewiesen, Denk- und Kritikfähigkeit bei Schülern zu unterbinden und Letztere zu Reproduzenten (Multiplikatoren) vorgegebener Inhalte zu standardisieren. Heute veröffentlichen wir einen Beitrag von Dr. Dr. Marcus Ermler, der langsam zum festen Bestandteil der Redaktion wird, in dem er am Beispiel von Bremer Schülern zeigt, wie das, was in Sachsen versucht werden soll, in Bremen bereits erfolgreich durchgeführt worden ist. Am Beispiel der bundesweit gefeierten Schülerzeitung „heimatlos“ macht Marcus Ermler deutlich, wie Schüler zu Ja-Sagern manipuliert werden, wie sie wiederkauen, was ihnen als richtige Sicht auf die Welt vorgegeben wird und wie sie in einer erschreckenden Weise ihre Unfähigkeit zur Kritik und zum kritischen Denken zur Schau stellen. Man darf nicht verallgemeinern, was über einige Vorzeigeschüler, deren Erziehung zum Gesellschafts-Zombie offensichtlich erfolgreich war, an Erschreckendem in Ermlers Beitrag zum Vorschein kommt. Aber man muss zum einen konstatieren, dass die vielen Versuche, Schüler zu Durchlauferhitzern vorgegebener Einstellungen und Ideologien zu machen, zumindest bei manchen (in Bremen) erfolgreich sind, zum anderen muss man fürchten, dass die Fähigkeit, kritisch zu denken und in Frage zu stellen, was einem als korrekt vorgegeben wird, gerade bei Schülern (in Bremen) langsam zu einem seltenen Gut zu werden scheint.

Nach dieser Vorrede übergeben wir das Wort an Dr. Dr. Marcus Ermler:


„Wenn ich mir die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Leitmedien vor, während und nach der Bundestagwahl vergegenwärtige, bekomme ich den Eindruck, dass Betroffenheits- und Hofjournalismus immer mehr als Markenkern von ARD, ZDF, Welt, ZEIT und Co. etabliert werden soll. Wer eine rechtsstaatliche Partei, wie die AfD, wiederholt in die Nähe der NSDAP rückt, hat meiner Meinung nach, nicht mehr alle Blätter in seinem „Kapital“. Ohnehin halte ich diesen Vergleich für eine entsetzliche Verharmlosung der Taten der Nazis und insbesondere des Holocaust.

Bereits beim Umgang mit der Flüchtlingskrise hat sich ja 2015 und 2016 nur zu deutlich dieses widerliche mediale Spiel gezeigt: Jeder Kritiker war Nazi, Unmensch, Wutbürger oder was es sonst noch so für ehrenvolle Titel gab. Wie kommen also Deutschlands Journalisten auf diese abwegigen Vergleiche, diese fragwürdigen historischen Ungenauigkeiten und das permanente Verteufeln von liberalen und konservativen Kritikern (und ja, es gibt auch progressive Kritiker, nur sind die in meinen Ohren merklich still)? Tangiert hiervon sind insbesondere die Journalisten, die sich aus den linksalternativen Milieus bundesdeutscher Großstädte rekrutieren.

Ich möchte dafür zuerst einen historischen Bogen spannen und dies dann anhand eines aktuellen Beispiels aus Bremen veranschaulichen.

Manchem Leser mag das DDR-Schulsystem aus eigenen qualvollen Erfahrungen vertraut sein, anderen, wie mir beispielsweise, können nur Erzählungen und sorgfältigen Dokumentationen vor Augen führen, welch’ perfides Spiel die DDR-Staatsmacht in der Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit vollzog. Beginnend im Vorschulalter wurde die Jugend durch Schule, dies dort in allen Fächer, und darüber hinaus in allen Institutionen des Staates sowie den DDR-Medien massiv indoktriniert, um als Ergebnis eben diese sozialistische Persönlichkeit zu formen, bzw. – um historisch genau zu bleiben – zu zwangsentwickeln.

Das DDR-Jugendgesetz setzte die Staatserziehung wie folgt fest: die Jugend sollte (1) den Ideen des Sozialismus treu ergeben sein, (2) als Patrioten und Internationalisten denken und handeln sowie (3) den Sozialismus stärken und gegen alle Feinde zuverlässig schützen. Ferner war es ihre ehrenvolle Pflicht, sich für Frieden und Völkerfreundschaft einzusetzen und antiimperialistische Solidarität zu üben. Verbunden war diese Indoktrination mit der Konstruktion von Feindbildern, der Unterrichtung in Marxismus-Leninismus, der Wehrerziehung einschließlich Waffenübungen sowie einer totalitären Variante des linken Antifaschismus.

Aus der Schülerzeitung “heimatlos” des Gymnasiums links der Weser

Wenn man diese pädagogische Tätigkeit in einem weiteren Rahmen fassen will, bietet sich der Blick auf die Zehn Gebote der sozialistischen Moral und Ethik an, die Walter Ulbricht dereinst verkündete. Dort heißt es im achten Gebot: „Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und des Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen.“ Wenn ich auf das heutige Schulsystem in der Bundesrepublik blicke, in dem linksliberale und sozialistisch angehauchte Lehrerdarsteller (der Arbeitersozialist ist tot, es lebe der Lehrersozialist) mit ihrer ganztägigen, inklusiven, diversen sowie gendergerechten Indoktrination Kinder und Jugendliche auf das Leben in der raubtierkapitalistischen und bellizistischen Wirklichkeit vorbereiten (vergaß ich „faschistisch“ zu erwähnen?), scheint immer mehr eine DDR-hafte Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit Vorbild zu werden, die sich noch deutlicher bei linksradikalen und gewaltaffinen Studenten an Universitäten fortsetzt und letztlich in Betroffenheitsjournalisten kulminiert.

Geradezu exemplarisch ist in diesem Zusammenhang die Bremer Schülerzeitung „heimatlos“, die sich nach eigener Darstellung mit Flüchtlingen und Rechtspopulismus beschäftigt und, dass sei hier bereits vorweg genommen, im besten Sinne der DDR-Schulerziehung von „allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten“ Jugendlichen geschrieben worden ist. Eine Zeitung, die sich in Sprache und Bildern nicht zu schade ist, auch den Holocaust mit ins Boot zu holen, wenn es um die moralinsaure Rechtfertigung von Migrationsbewegungen im Ausmaß der Völkerwanderung oder die Anklage gegen rechtspopulistische Islamhasser geht.

Dieser Beitrag soll, um das hier klar und deutlich zu sagen, nicht das Ziel haben, diese Jugendlichen der Lächerlichkeit preis zu geben, sondern die neosozialistischen Methoden des deutschen (in diesem speziellen Fall des Bremer) Bildungssystems, welche sich durch Schulen, staatliche Institutionen und Medien ziehen, offenzulegen und hiermit insbesondere ihre Lehrer und alle anderen Personen, die in die Erstellung dieses fragwürdigen Machwerks involviert waren, eindeutig zu adressieren und nach ihrer pädagogischen Verantwortung zu fragen (Und das sind nicht wenige. Um eine Auflage von 10.000 Exemplaren erreichen und finanzieren zu können, haben die Schüler eine professionelle Werbeagentur, Bremer Bürgerprojekte und Unternehmen als Unterstützter gewinnen können.). Aber ebenso den Blick dafür schärfen, dass diese jungen Menschen die Journalisten von morgen sein können, die bereits heute bestens geschult in Betroffenheits- und Hofjournalismus, diesen morgen dann noch ausweiten und radikalisieren.

Doch, und das wird nun die wenigsten Leser hier verblüffen, bin ich in meiner kritischen Analyse vom Blick der Bremer Bürgergesellschaft aus eher in der Minderheit. Bremen war diese Zeitung sogar einen Preis wert, den Hilde-Adolf-Preis der Bürgerstiftung Bremen, der mit 3000 Euro dotiert und vom Weser-Kurier (der Bremer Tageszeitung) gestiftet worden ist. Was war die Begründung? Der Chefredakteur des Weser-Kuriers hob „die journalistische Qualität“ hervor, die sich darin offenbart, dass „kompliziert Sachverhalte […] gut erklärt“ werden würden und dass die Redakteure „Geschichten Geflüchteter anrührend“ erzählten, den Mut haben „sich einzumischen und Stellung zu beziehen“ und eine „zutiefst politische Veröffentlichung“ auf den Weg gebracht haben. Ich möchte hier gleich einwerfen: Ein als Chefredakteur arbeitender Journalist sieht es als journalistische Qualität an, Geschichten anrührend (und damit emotionalisierend und nicht sachlich) zu erzählen, in journalistischen Texten eindeutig Stellung zu beziehen (was ist da der Informationsgehalt, und wo bleibt die Neutralität?) und eine „politische Veröffentlichung“ statt einer „journalistischen“ anzubieten?

Über wen sagt dieses Verständnis von Journalismus mehr aus, über die Jugendlichen oder über diesen Chefredakteur?

Aus der Schülerzeitung “heimatlos” des Gymnasiums links der Weser

Die Schülerzeitung als Zeitung zu erkennen, fällt bereits beim ersten Blick darauf sehr schwer. Eher erinnert sie an ein Werbeprospekt von Pro Asyl oder einer beliebigen anderen Schlepperinstitution, die ihr Gutmenschentum auf dem Rücken aller anderen ausleben müssen. Die Motivation war nicht, sich kritisch und sachlich mit Flucht, Flüchtlingen und den Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft auseinanderzusetzen, sondern vielmehr sehr persönlich: „120 Flüchtlinge wohnten über ein halbes Jahr in der Turnhalle unserer Schule“, denen die Schüler „angetrieben von dem Wunsch, den neuen Nachbarn zu helfen und diese so gut wie möglich zu unterstützen“ ihre Schülerzeitung widmeten.

Lieber Herr Chefredakteur des Weser-Kurier, dies als Journalismus zu bezeichnen ist ein schlechter Scherz. Was hat Hanns Joachim Friedrichs einst einprägsam über Journalismus gesagt: „Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.“

Die Unfähigkeit Distanz zu halten, fängt in der Schülerzeitung „heimatlos“ bereits bei der Bildersprache an. Gibt es Bilder von Flüchtlingen so sind es hauptsächlich Bilder von Kindern und Familien (Afghanische Kinder, die auf Kleidung und medizinische Grundversorgung warten, Großfamilien, die über Äcker laufen, syrische Familien, die durch Stacheldrahtzaun klettern, ein Kind, das im Müll arbeitet). Dass sich hauptsächlich junge Männer auf den Weg nach Europa machten und machen, kommt in diesen Bilder nicht herüber. Das ist, höflich formuliert, eine Manipulation, die sich 2015 und 2016 durch fast alle Mainstream-Medien zog und auch hier nicht halt macht. Was genau haben die Lehrer, die die Schüler beim Schreiben unterstützt haben, eigentlich dazu beigetragen?

Erhellend sind auch die Beiträge, die sich in Artikel, Interviews, Erfahrungsberichte und Meinungen aufteilen. Dabei sind die Übergänge sehr fließend. Im Grunde sind alle Artikel Meinungen, zumindest schließen viele „neutrale“ Artikel mit persönlichen Meinungen der Autoren. Nehmen wir eine Auswahl von Überschriften, die bereits hier auf den weiteren Textinhalt mehr als deutlich hinweisen: „Afghanistan: Ein sicheres Drittland? Sprachkurse werden afghanischen Flüchtlingen verweigert“, „Flüchtlingsheime nach Religionen trennen?“ „Wertegemeinschaft ohne Asylrecht? Notizen zur deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik“,„Australiens Politik der Abschreckung“, „Wir lassen sie verhungern!“ sowie „Piraterie in Somalia – ein hausgemachtes Problem?“.

Erschreckend ist ein Fakten-Kasten „Die Gesichter der Armut“, in dem Fakten über Gesundheit, Hunger, Wasser, Landwirtschaft und Auswirkungen der Armut auf Frauen (warum eigentlich nur Frauen?) selektiv dargeboten werden. Die Intention ist klar: wir sind schuld am Elend der Welt (links neben diesem Info-Kasten steht direkt der Artikel „Wir lassen sie verhungern!“), diese Menschen können sich nicht selbst helfen, und wir müssen einschreiten. In der Summe grenzt dies bereits an Menschenrechtsimperialismus und ist so in seiner moralisierenden Penetranz wirklich ein übles Propagandastück. Wenn man dann in die Artikel schaut, wird es nicht besser.

Ein Beispiel ist die Einordnung der Ereignisse an Silvester vor bald zwei Jahren: „Die gewaltsamen Angriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln sind aus meiner Sicht ebenfalls nicht der Religion oder einem vermeintlich pauschalen islamischen Frauenbild anzulasten. Offensichtlich ging es hier um männliches, sexuelles Machtstreben, das man durchaus auch in unserer Kultur immer wieder erlebt – und nicht zu knapp. Es hat, so denke ich, eher mit bestimmten Männern und ihrer Einstellung Frauen gegenüber zu tun, nicht notwendigerweise mit der Religion.“ Hier sollte deutlich werden, was ich meine, wenn ich von der Entwicklung hin zu einer sozialistischen Persönlichkeit rede. Dieses Bild ist nicht nur von vielen Medien, neolinken Frauenrechtlerinnen und Politikern von SPD, Grünen bzw. Linkspartei verbreitet worden, sondern findet offenkundig auch Eingang in den Schulunterricht [Die ScienceFiles-Redaktion erlaubt sich anzumerken, dass Handlungen von Akteuren ausgeführt werden. Entsprechend sind diese Akteure und die Gelegenheitsstrukturen, die sich ihnen bieten, Ursache und Determinanten ihres Handelns. Eine Religion kann somit nicht für individuelles Handeln verantwortlich sein. Es handelt immer ein Mensch, nie eine Religion.]

Ein weiteres Beispiel, wobei es hier um die AfD geht: „Ist diese AfD eine Alternative? Raus aus der EU, Abschottung, Schießbefehl, tausend Jahre Deutschland, Kinder und Küche, rassistischen Irrwitz und Boateng nicht als Nachbarn. Deutschland und Europa haben ohne Frage viele Probleme – aber mit so schlichten und rückwärtsgewandten Ansichten wird man sie nicht lösen, geschweige denn erfassen“. Ich finde es erschreckend, dass hier von Aussagen einzelner AfD- Politiker, gegen die sogar Ausschlussverfahren laufen, auf die gesamte Partei geschlossen wird. Und ich finde es wenig glaubhaft, wenn Menschen, die Wahnvorstellungen des 150 Jahre alten Marxismus das Wort führen, andere als Reaktionär titulieren. Vielleicht erklärt sich diese journalistische Voreingenommenheit auch durch das Vorbild, das die Schülerzeitung hat: „Bekannt für viele wurde die AfD auch, als Oliver Welkes Satire die „Heute Show“ sie in die Mangel nahm. Er besuchte die Partei auf ihren Parteitagen und setzte sich dort mit ihr in spezieller Weise auseinander“. Die heute-show ist bekannt dafür, sich stets „speziell“ mit der AfD oder vor Jahren mit der FDP auseinanderzusetzen.

Einen Volksbelustigungsbetrieb für Salonmarxisten als Informationsquelle über die AfD heranzuziehen, ist, nun sagen wir es positiv, sehr originell. Andererseits gehen ja, wie eingangs erwähnt, Bildung und ZDF-Bildungsfernsehen Hand in Hand für das sozialistische Experiment des neuen Menschen. Und dann gibt es als Schmankerl obendrauf noch ein wunderbares Zitat von Jean Ziegler, seines Zeichens ehemaliger Sonderberichterstatter der UN für das Recht auf Nahrung und, was die Autoren verschweigen, in seiner Selbstsicht Kommunist im Sinne Marx sowie Unterstützer der MLPD: „Neoliberalismus und Freihandel haben mit Freiheit überhaupt nichts zu tun. Das ist eine riesige Lüge, es ist die Freiheit des Raubtiers im Dschungel, etwa wenn Nestlé gegen ein afrikanisches Bauernsyndikat antritt, dann ist dies als ob der Schwergewichtsweltmeister im Boxen gegen einen arbeitslosen, ausgehungerten Bengalen in den Ring geschickt wird.“ Das Raubtier Nestlé gegen das afrikanische Bauernsyndikat? Klingt für mich wie Rocky Balboa gegen Ivan Drago, Kapitalismus gegen Kommunismus. Ein Hauch von jüdischer Weltverschwörung schwingt auch immer mit, wenn von der „unbeschreiblichen Dominanz des Finanzkapitals“, dem „BankenBanditismus“ sowie den „Hedgefonds und Großbanken“ die Rede ist.

Aus der Schülerzeitung “heimatlos” des Gymnasiums links der Weser

Lektion „Kapitalismus ist böse, Kommunismus das Heil der Welt“ gelernt und verinnerlicht. Was dem Fass aber dann den Boden ausschlägt, ist ein Bericht über eine Studienfahrt ins Konzentrationslager Auschwitz. Während es in der restlichen Zeitung einzig und allein um liebe Flüchtlinge und böse Rechtspopulisten geht, gibt es auf der vorletzten Seite ohne nähere Begründung diesen Bericht. Es ist der leicht durchschaubare Versuch eine Verbindung zwischen Holocaust und der Flüchtlingskrise zu konstruieren und so eine historische Kontinuität Deutschlands festzuschreiben: Wurden damals Juden verfolgt und getötet, trifft es heute die Juden des 21.Jahrhunderts, also Flüchtlinge, und hierbei insbesondere die von deutschen Rechten (alles was rechts von der politischen Meinung dieser Schülerzeitung ist) unterdrückten Muslime.

Abschließend möchte ich ihnen als Hausaufgabe mit auf den Weg geben, sich die folgenden Zehn Geboten des Sozialismus (auch zu finden im FDGB-Lexikon, hg. von Dieter Dowe, Karlheinz Kuba, Manfred Wilke, bearb. von Michael Kubina, Berlin 2009, http://library.fes.de/FDGBLexikon/) sorgsam durchzulesen und daran anschließend genau zu überprüfen, inwieweit unsere Schüler bereits in den sozialistischen Menschen transformiert worden sind, und was das für den Journalismus in Deutschland in der Zukunft bedeuten könnte:

1. Du sollst Dich stets für die internationale Solidarität der Arbeiterklasse und aller Werktätigen sowie für die unverbrüchliche Verbundenheit aller sozialistischen Länder einsetzen.

2. Du sollst Dein Vaterland lieben und stets bereit sein, Deine ganze Kraft und Fähigkeit für die Verteidigung der Arbeiter-und-Bauern-Macht einzusetzen.

3. Du sollst helfen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu beseitigen.

4. Du sollst gute Taten für den Sozialismus vollbringen, denn der Sozialismus führt zu einem besseren Leben für alle Werktätigen.

5. Du sollst beim Aufbau des Sozialismus im Geiste der gegenseitigen Hilfe und der kameradschaftlichen Zusammenarbeit handeln, das Kollektiv achten und seine Kritik beherzigen.

6. Du sollst das Volkseigentum schützen und mehren.

7. Du sollst stets nach Verbesserung Deiner Leistung streben, sparsam sein und die sozialistische Arbeitsdisziplin festigen.

8. Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und des Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen.

9. Du sollst sauber und anständig leben und Deine Familie achten.

10. Du sollst Solidarität mit den um nationale Befreiung kämpfenden und den ihre nationale Unabhängigkeit verteidigenden Völkern üben.

Und wer jetzt immer noch nicht von den hehren Zielen der jungen Journalisten, ihrer Lehrer, Förderer und Unterstützer sowie ihrem Einsatz für Flüchtlinge und gegen Rechtspopulismus überzeugt ist, dem will ich die Worte des Festredners zur Verleihung des Hilde-Adolf-Preises an die Schülerzeitung “heimatlos”, dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse, ans Herz legen: „Genau das ist unsere demokratische Herausforderung und die ist eine politische wie moralische Herausforderung: Dem rechtspopulistischen, rechtsextremistischen Trend, der sichtbar stärker und selbstbewusster geworden ist, zu begegnen, zu widersprechen, zu widerstehen.“

Anmerkung der ScienceFiles-Redaktion: Im Einklang mit der Forderung von Wolfgang Thierse sind nun die Eltern gefordert, der Indoktrination ihrer Kinder in öffentilchen Schulen zu widersprechen, zu begegnen und zu widerstehen.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar