Die heile Welt der dpa: unnütze Weihnachts-Tipps für Idioten

Die deutsche Presseagentur, kurz: dpa, hat es derzeit mit Idioten. Erst sitzt Anja Garms von dpa einem Scherz auf, den sich britische Wissenschaftler erlaubt haben, und verkündet in der Inbrust aller Überzeugung, zu der sie fähig ist: “Männer sind Idioten”, ausnahmslos und alle, weil sie eben Männer sind, und jetzt gibt ein (aus gutem Grund) namenlos gebliebener Mitarbeiter von dpa all den deutschen Idioten (also nicht nur den Männern) Tipps, die nicht wissen, wie Weihnachten abzulaufen hat, und die das Fest durch ihre Unkenntnis gefährden.

dpaWas an den Tipps zu “So vermeiden Sie Familienstreit an Weihnachten” wissenschaflich interessant ist, sind nicht die vier Tipps,  die sich in kurz: 1) miteinander reden, 2) nicht lügen, 3) seinen Egoismus nicht allzu offen ausleben und 4) nicht streiten, zusammenfassen lassen, vier Tipps also, auf die Sie, wir und auch sonst niemand in Deutschland von alleine gekommen wäre, interessant ist die Vorstellung von Weihnachten und von Deutschen, die bei der dpa herrscht.

Analysieren wir ein wenig.

Die Weihnachten der dpa:

Weihnachten ist Stress. Vor Weihnachten (sonst nicht) wird die Wohnung geputzt (nicht etwa das Haus, denn im Gegensatz zu Briten leben die meisten Deutschen nicht in einem eigenen Haus). An Weihnachten werden Plätzchen selbst gebacken, und an Weihnachten gibt es ein Menü in mehreren Gängen.

11% der Frauen und 6% der Männer berichten dem Marktforschungsinstitut Toluna, das außer dpa so gut wie niemand kennt (aber dpa ist dabei, das zu ändern, ganz selbstlos, versteht sich, denn es ist ja Weihnachten), von enttäuschten Erwartungen an Weihnachten. Worauf beziehen sich diese enttäuschten Erwartungen nach Kenntnis der dpa? Auf die Weihnachtsbeleuchtung!

Patchworkfamilien haben keine normalen Weihnachten, sondern Gerangel um die Kinder. Und an Weihnachten wird in Deutschland die gescheiterte Karriere des Sohnes thematisiert, nicht etwa die gescheiterte Karriere der Tochter, denn von Töchtern erwartet man bei dpa keine Karriere, sondern Kinder.

Haben Sie Weihnachten, wie Sie es kennen, wiedererkannt?

Die Deutschen im Bild der dpa:

Eltern und Kinder sind besonders an Weihnachten streitsüchtig, dann “knallt es gerne”. Am häufigsten “knallt” es darüber, wer das Putzen, Kochen oder Schmücken übernimmt. Und natürlich “knallt” es über die Weihnachtsbeleuchtung. Deutsche: 6% der Männer und 12% der Frauen, lieben es, über die Weihnachtsbeleuchtung zu streiten.

Deutsche leben mehrheitlich in Patchworkfamilien und streiten regelmäßig darüber, wer ein Anrecht darauf hat, die Kinder an Weihnachten zu unterhalten, denn natürlich will jedes Elternteil an Weihnachten seine Kinder um sich haben. Patchworkeltern sind nämlich allesamt liebende Eltern.

Kurz: Deutsche sind ein streitsüchtiges Volk, das vor allem an Weihnachten und in erster Linie über die Weihnachtsbeleuchtung und in zweiter Linie über die Kinder, sofern sie in Patchworkfamilien leben oder über die Karriere der Söhne, wenn dies nicht der Fall ist, streiten. Deutsche reden nicht miteinander, obwohl sie streiten, und sind den Anforderungen, die ein harmonisches Weihnachtsfest nun einmal an sie stellt, vollkommen hilflos ausgeliefert.

Frohes Fest mit dpa.

xmas is cancelledUnd weil Deutsche streiten und nicht miteinander reden, brauchen sie Therapeuten, Therapeuten wie Berit Brockhausen, ohne Firmensitz, und Jörg Wesner mit Firmensitz in Hamburg, damit sie wenigstens mit Therapeuten reden und nicht streiten. (Was es wohl kostet, von der dpa promoted zu werden?)

Paarpsychologen und Diplompsychologen sorgen dafür, dass die Deutschen ein harmonisches Weihnachten verbringen, und zwar mit einem anständigen Menü, mit klarer Arbeitsteilung beim Putzen, Waschen und Kochen und mit den Kindern beim richtigen Elternteil.

Und wie tun sie das?

Mit besonders wertvollen Tipps wie diesen:

“Wichtig sei es, miteinander über die jeweiligen Wünsche und Vorstellungen zu sprechen. Vor allem sollte man den anderen erklären, warum einem der Freund so wichtig ist. Denn ein entspanntes Weihnachtsfest lasse sich nur verwirklichen, wenn alle sich wohlfühlen, erläutert Diplompsychologin Berit Brockhausen.

Das haben Sie nicht gewusst, dass sind entspannt sind, wenn Sie sich wohlfühlen und andere, andere nicht vergessen, die anderen, die sich gewohnheitsmäßig in ihrem Leben, ja ihrer Wohnung (nicht etwa ihrem Haus, Hauseigentümer haben nämlich keine Probleme) angelagert haben. Wenn Sie also ihren besten Freud an Weihnachten unter den Baum setzen wollen, damit sie sich wohlfühlen und entspannt sein können, dann warnen sie die anderen, die anderen, na die halt, die sich auch noch in ihrer Wohnung finden, vor. Prima Rat!

Und noch einer:

“Dann sagt man: Über diese Themen werde ich an Weihnachten nicht mit euch reden. Darüber können wir uns gern ein andermal streiten”, rät Paartherapeut Jörg Wesner aus Hamburg.”

xmas group therapy120 Euro kostet die Stunde Paartherapie bei Wesner in Hamburg übrigens und angesichts der guten Ratschläge ist dies gut investiertes Geld – oder? Und wo er Recht hat, da hat er Recht. Wenn die Stimmung an Weihnachten im Kreis der Lieben aufgeheizt ist, dann braucht es ein Machtwort, dann braucht es einen Mann, der apodiktisch erklärt: Schluss jetzt! Darüber wird nicht geredet! Ich verbiete es! Hier wird nicht gestritten! Nach Weihnachten, nicht jetzt, wird gestritten! Und weil das Wort des Pater familias Gesetz ist, wird an Weihnachten nicht gestritten und alle fügen sich und setzen sich brav an den Tisch, nachdem sie untereinander abgestimmt haben, wer für Putzen, Kochen und dergleichen zuständig ist und verbringen ein harmonisches Fest, ganz so, wie es Jörg Wesner und der dpa vorschwebt.

Weihnachten ist nämlich ein Fest der Liebe, denken Sie daran, bevor sie sich das nächste Mal streiten, unter dem Weihnachtsbaum und wegen der Weihnachtsbeleuchtung!

Mittelschichtler bei dpa, die ohne Haus, aber mit Wohnung, und Diplompsychologen und Paartherapeuten, also diejenigen, die denken, sie könnten anderen sagen, wie man z.B. Weihnachten richtig macht, tun eben alles, um sich die Illusion eigener Überlegenheit zu erhalten. Sie sind sich für keinen Blödsinn zu schade.

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