Attac! “erpresst” Epoch Times zu genehmer Berichterstattung

Manche Leser werden sich noch an den Attac!-Protestreader erinnern, den uns ein Leser zugeschickt hat. Den Protestreader, in dem unverhohlen zur Gewalt aufgerufen wurde, haben wir aus einer Reihe von Informationsmaterialien, die unser Leser am Stand von Attac! in Hamburg und während des G20 gesammelt hat, zusammengestellt. Es handelt sich also um Material, das mit Billigung von Attac! durch Mitarbeiter von Attac! verbreitet wurde. Da das Gesetz der Transitivität auch für Attac! gilt und sich unter dem Material solches befand, in dem zur Gewalt aufgerufen wurde, folgt daraus, dass Attac! Gewalt während der Proteste gegen den G20 billigend in Kauf genommen hat.

Dass sich Attac! mit einer Presseerklärung von der Gewalt während des G20 distanziert hat, ist somit nichts anderes als die Arbeit an der Fassade, hinter der Materialien verteilt werden, die Gewalt befürworten.

Wie gesagt, wir haben darüber berichtet und Epoch Times hat auch darüber berichtet. Rosemary Frühauf und Nancy McDonnell haben dort die Aufgabe übernommen, Attac! reinzuwaschen und haben dies damit versucht, dass Sie fälschlicherweise behauptet haben, wir hätten den Attac!-Protestreader gefälscht. Das ist nachweislich falsch.

Nun wurde uns anonym eine eMail zugespielt, die wir zwischenzeitlich geprüft haben. Sie ist authentisch und zeigt, wieso Frühauf und McDonnell über ScienceFiles Lügen verbreitet haben.

Ursprünglich scheinen beide nämlich unseren Beitrag mehr oder weniger übernommen und Attac! als eine der Organisationen identifziert zu haben, die hinter der Gewalt in Hamburg anlässlich des G20 in Hamburg steckt. Daraufhin hat sich Attac! bei Epoch Times gemeldet und gedroht, mit dem Anwalt, einer Unterlassungsklage, so sehr, dass sich die Pflänzchen bei der Epoch Times dazu erpresst gefühlt haben, einen Artikel zu veröffentlichen, der nun nicht mehr Attac! in korrekter Weise als die Organisation darstellt, die Gewalt billigend dadurch in Kauf nimmt, dass sie Flugblätter, die zu Gewalt aufrufen, verteilt, sondern einen Artikel, in dem wir beschuldigt werden, FakeNews zu verbreiten und den Attac!-Protestreader gefälscht zu haben.

Die entsprechende eMail, die von Rosemarie Frühauf stammt, haben wir unten veröffentlicht. Sie zeigt, zum einen, wie Attac!, durch Drohungen mit Anwalt und Unterlassungsklage die Berichterstattung in der Epoch Times im eigenen Interesse bestimmt hat, wie Attac! Epoch Times „erpresst“ hat. Angesichts der Leichtigkeit, mit der die entsprechenden Drohungen von Attac! ausgesprochen zu werden scheinen, kann man wohl davon ausgehen, dass der Fall der Epoch Times kein Einzelfall ist.

Zum anderen zeigt sich, dass vermeintliche Journalisten in Deutschland denen nach dem Maul schreiben, von denen sie am wenigsten Ärger erwarten, dass sie sich anbiedern und erpressen lassen, anstatt das eigene Medium zu nutzen, um die Erpressung öffentlich zu machen, dass sie lieber den vermeintlich kleineren in die Pfanne hauen, als dass sie wahrheitsgemäß berichten. Das Ganze ist ein Armutszeugnis für den unabhängigen Journalismus und zeigt einmal mehr, warum in Deutschland kritische Berichterstattung kaum mehr möglich ist, denn: Wenn man einen kritischen Bericht über z.B. Attac! schreibt, dann kann man wohl auf 21 zählen und warten bis das Telefon klingelt, an dem dann ein Mitarbeiter von Attac! mit Anwalt und Unterlassungsklage droht. Und wie viele Journalisten, die noch Rückgrat haben, würden wohl ein derartiges Szenario in Kauf nehmen?

Nun zur eMail (inklusive Tippfehler):
“…
vielen lieben Dank für Ihre Zuschrift zu Attac, den den Fall wunderbar klärt: Attac hat offensichtlich die Flugblätter gemeinsam verteilt, aber nur auf dem einen Flugblatt stand Attac drauf und das war der Trick.

Zuerst hatten wir auch den Inhalt und die Botschaft von Sciencefiles. Dann hat Attac uns angerufen und mit Anwalt Unterlassung etc gedroht, falls wir nicht sofort den Artikel runternehmen und ein Gegenstatement veröffentlichten: Der Protest Reader sei überhaupt nicht von ihnen, nur ein Flugblatt sei von ihnen und das ganze sei gebastelt und eine Unterstellung. Aha.

Dann musste ich erstmal nachdenken, wie wir den Fall lösen. Wir können ja nicht einfach schreiben, “Liebe Leser, Attac erpresst uns gerade”. Trotzdem habe ich versucht, in dem Artikel noch auf die Dubiosität der Interventionistischen Linken einzugehen.

Wir werden jetzt versuchen, einen Satz einzubauen, der dem aufmerksamen Leser zeigt, dass wir von Attac angerufen wurden … Aber größere Änderungen werde ich an dem Artikel nicht mehr vornehmen, da ich froh war, das Attac den Artikel akzeptiert hat und das Problem von uns abgewendet war. Die Passage über den “linken Aktivismus” mochten sie jedoch nicht, konnte ich herauslesen.
Was wir von Attac halten, dürfte Ihnen nach dieser Email klar sein.

Leider sind wir ein sehr kleines Team, sonst hätten wir bei solchen Großereignissen Leute vor Ort, die diesen Merkwürdigkeiten persönlich nachgehen.

Entschuldigen Sie bitte, falls meine Antwort etwas ruppig ausgefallen sein sollte.

Beste Grüße

Rosemarie Frühauf
The Epoch Times Deutschland
Redaktion”

Anwälte unter unseren Lesern bitte bei uns melden: Wir wollen Drohpotential aufbauen, um Waffengleichheit herzustellen.

Beschwerde beim Presserat

Den folgenden Text haben wir als Begründung unserer Beschwerde beim Presserat gegen die Berichterstattung von Epoch Times, in der Rosemarie Frühauf und Nancy McDonnell uns diffamieren zu können glauben, beigefügt.

Wir sind gespannt, was nun passiert.

Der Beitrag auf Epoch Times (Fake News zu G20-Gewalt enttarnt: ‘Pläne und Verhaltenstipps’ kamen nicht von Attac”, verantwortlich: Rosemarie Frühauf und Nancy McDonnell) unterstellt den Betreibern von ScienceFiles.org die Verbreitung von Fake News bzw. die Fälschung eines Attac Protestreaders. Zudem wird die Unwahrheit verbreitet, wir würden Attac beschuldigen, die Gewalttäter in Hamburg finanziert zu haben.

“Der Beitrag in Epoch Times bezieht sich aufdiesen Beitrag auf ScienceFiles.org:

Darin ist an keiner Stelle die Rede davon, dass Attac die Gewalttäter finanziert hat. Auch die Behauptung, der von uns verbreitete Attac Protestreader sei eine Fälschung, die im Beitrag der Epoch Times gemacht wird, ist falsch. Erstens setzt eine Fälschung ein Original voraus, dessen Existenz von den Epoch Times Schreibern gerade bestritten wird. Zweitens stammen die von uns veröffentlichten Materialien ausschließlich und in Gänze von einem Infostand von Attac in Hamburg. Falls notwendig können wir dazu eine eidesstattliche Versicherung unseres Informanten liefern.

Entsprechend kann es sich, da die Materialien, die von uns als Attac Protestreader veröffentlicht wurden, alle von Attac stammen, nicht um Fake News handeln.

Der Beitrag auf Epoch Times ist somit ein Verstoß gegen die Ziffern 1, 2, 11 und 13 des Pressecodex. Es wird nicht wahrheitsgemäß berichtet (Ziffer 1), es wird (Ziffer 2) keinerlei Sorgfalt bei der Recherche (sofern eine stattgefunden hat) walten gelassen. Vielmehr geht es ausschließlich darum, in sensationsheischender Manier (Ziffer 11) ScienceFiles zu diskreditieren. Ginge es nicht darum, die Schreiber hätten sicherlich Ziffer 13 beherzigt und wären zunächst einmal und auf Grundlage ihrer mangelhaften Recherche von der Vermutung eines Versehens auf unserer Seite ausgegangen. Dass sie das nicht getan haben, spricht dafür, dass das alleinige Motiv der Verfassung des Beitrags darin bestanden hat, ScienceFiles zu diskreditieren und Attac zu rehabilitieren.”

Hintergründe zur Beschwerde gibt es hier.

G20-Krawalle und Attac! Attac? Nein: Flucht vor Verantwortung

Die autoritäre Persönlichkeit, die Adorno et al. mit Blick auf Rechtsextremisten beschrieben haben und die – wie die derzeitige wissenschaftliche Analyse von Dr. habil. Heike Diefenbach auf ScienceFiles zeigt – sich auch bei Linken findet, sie muss im Fall von Linken um einen Faktor ergänzt werden: Die Angst vor Verantwortung.

Wenn Linke und ihre Extremisten etwas auszeichnet, dann ist es die Angst, ja die panische Flucht vor Verantwortung. St. Ralf Stegner, der gute linke Mensch aus Schleswig-Holstein, er dokumentiert diese Unfähigkeit zur Übernahme von Verantwortung derzeit wohl am besten, wenn er dauerhaft versucht, die Linke trotz aller Linken, die in der Vergangenheit und Gegenwart Gewalt als Mittel im politischen Kampf ausdrücklich begrüßt haben (Die SPD übrigens bis 1959. Erst mit dem Godesberger Programm hat die SPD Abstand von einem revolutionären Umsturz in Deutschland genommen), als Vereinigung von Friedensengeln und Linke-Backen-Hinhaltern darzustellen.

Generell sieht man derzeit im linken politischen Lager und in den zugehörigen Medien ein heftiges Flügelschlagen und zugehörige Fluchtbewegungen, mit denen versucht werden soll, den Schmutz der Ausschreitungen in Hamburg von der linken weißen Weste zu wischen. Wer in Hamburg friedlich demonstriert hat, so das, was wenn es gelänge ein Meisterwerk linker Propaganda wäre, der war ein Linker. Wer nicht friedlich demonstriert hat, der war kein Linker.

Auch Attac! ist auf der Flucht.
Auf der Flucht vor der Verantwortung.
Seit wir den Protest-Reader von Attac! veröffentlicht haben, scheint die Luft für Attac! dünner zu werden.
Die dünne Luft hat nun dazu geführt, dass in der EpochTimes von Rosemarie Frühauf und Nancy McDonnell „Fake News zu G20 enttarnt“ wurde. „Pläne und Verhaltenstipps“, so heißt es weiter, „kamen nicht von Attac“.

Nun, Rosemarie und Nancy, man denkt unwillkürlich an Grillparties mit Kinderprogramm und Clowns, behaupten, wir hätten Fake News verbreitet und einen gefälschten Protestreader ins Internet gestellt.

„Der Blog [das Blog – bitte] ‚sciencefiles.org‘ veröffentlichte einen Artikel, der Attac beschuldigte, die Krawallmacher von Hamburg finanziert, koordiniert und mit Kartenmaterial versorgt zu haben. Dazu wurde ein gefälschter ‚Protestreader‘ als PDF veröffentlicht, indem [in dem] Flugblätter verschiedener Gruppierungen zu einem Dokument zusammengebastelt waren.“

Hartmut Esser hat in seinen Veranstaltungen die Figur von Lieschen Müller immer dann bemüht, wenn es um Statistik und Mathematik ging, um Felder, die Lieschen Müller nicht versteht, nie verstehen wird. Bei Rosemarie und Nancy kommt die deutsche Sprache, mit der sie erfolglos kämpfen, dazu.

Es beginnt mit der Unfähigkeit, die deutsche Sprache zu verstehen, denn: Wir haben Attac nicht beschuldigt, die Randalierer finanziert zu haben, wir haben geschrieben:

„Gestern haben wir in einem Post noch gefragt, wer die Berufsdemonstranten in Hamburg finanziert, wer sie koordiniert, wer sie mit Kartenmaterial und sonstigen Informationen versorgt.
Heute hat uns ein Leser aus Hamburg auf die Sprünge geholfen und uns den Attac-Protestreader zugeschickt, der eine Reihe der Fragen danach beantwortet, wer hinter den Demonstrationen, den gewalttätigen Demonstrationen und den Ausschreitungen von Kriminellen zumindest insoweit steckt, dass er sie billigend in Kauf genommen (und unterstützt) hat, um seine ideologischen Ziele zu erreichen.“

Zwischen der Behauptung, Attac habe die Randalierer finanziert, die Rosemarie und Nancy bei uns gelesen haben wollen und unserer Aussage, Attac habe die Krawalle billigend in Kauf genommen, vermittelt nur die schmutzige Phantasie von Rosemarie und Nancy.

Die Probleme mit der Benutzung der deutschen Sprache setzen sich mit dem Vorwurf fort, wir hätten einen „gefälschten Protestreader“ veröffentlicht.

Der Witz an Fälschungen besteht darin, dass sie versuchen, ein Original zu imitieren, und zwar so, dass es niemand merkt, ein Original wie einen Rembrandt oder Nike-Schuhe. Wenn uns Rosemarie und Nancy also vorwerfen, wir hätten einen Reader gefälscht, dann werfen sie uns vor, wir hätten ein Original imitiert, dann bestätigen sie damit implizit, dass es den Protestreader von Attac! gegeben hat, denn hätte es ihn nicht gegeben, dann hätten wir ihn nicht fälschen können.

Rosemarie und Nancy sind aber angetreten (oder werden von Attac! dafür finanziert, was bedeuten würde, dass man bei Attac! finanziell sehr klamm sein muss, sich keine Journalisten mehr leisten kann), um zu belegen, dass der ProtestReader NICHT von Attac! stammt, dass unsere dahingehende Meldung FakeNews war.

You can’t have it both ways.
Entweder der Protestreader ist von Attac! und wir haben ihn gefälscht, versucht, ihn originalgetreu nachzumachen oder es gibt keinen Protestreader von Attac! dann können wir auch keinen Protestreader gefälscht haben.

Der Vorwurf der Fälschung erfüllt somit entweder den Tatbestand einer üblen Nachrede (von dem wir uns noch überlegen, ob wir ihn strafrechtlich prüfen lassen) oder er ist auf geistige Verwirrung zurückzuführen, was dazu führen sollte, dass sich die Verantwortlichen der Epoch Times fragen, ob sie die Verantwortung für geistig verwirrte Schreiber übernehmen wollen [Im übrigen erwarten wir eine Entschuldigung].

Damit sind wir wieder bei der Flucht, der von Attac! und vor der Verantwortung. Denn was nun im Text von Rosemarie und Nancy folgt, ist eine ellenlange Darstellung darüber, dass im Attac! Protestreader Material von der „Interventionistischen Linken“ enthalten ist. Das Material der interventionistischen Linken ist natürlich das, das die Aufforderung zur Gewalt enthält. Attac!, also die richtigen, nicht die interventionistischen Linken, Attac!, die gewaltfreien Linken, die nie Gewalt unterstützen oder selbst begehen würden, und sich nur aus welchen Gründen auch immer Attac! nennen und nicht etwa Defense oder Reflection oder Reason, sie haben damit natürlich gar nicht zu tun. So der Bär, den Rosemarie und Nancy ihren Lesern aufbinden wollen.

Abermals soll der Bär mit einem sprachlichen Unvermögen gebunden werden, das ernsthafte Zweifel an der Befähigung des Chefredakteurs der Epoch Times weckt:

„Das Flugblatt war außerdem der Ansicht, dass man „bunt und friedlich“ die kapitalistischen Systeme nicht überwinden könne, es brauche den zivilen Widerstand“, das schreiben Rosemarie und Nancy mit Blick auf das böse Flugblatt, das von der interventionistischen Linken kommt, nicht von Attac! und das wir Attac! angeblich unterschieben wollen.

Eine Zeile weiter schreiben dieselbe Rosemarie und dieselbe Nancy:

„Attac hatte am 7. Juli zusammen mit dem Bündnis BlockG20 unter dem Motto „colour the red zone – die rote Zone bunt machen“ zu Aktionen ‚des kreativen Zivilen Ungehorsams und des bunten Widerstands“ gegen den G20-Gipfel aufgerufen.“

Aus der Logik der Darstellung lässt sich kein anderer Schluss ziehen als der, dass Attac! sowohl friedliche Formen des Demonstrierens unterstützt hat als auch gewaltsame Formen, denn der zivile Widerstand, der oben explizit als Alternative zu friedlichem und buntem Widerstand dargestellt wird, also als gewaltsamer Widerstand, findet sich im Textteil, das Attac! entlasten soll, nunmehr als kreativer ziviler Ungehorsam. Das sicherste, was man aus beiden Aussagen elaborieren kann ist, dass Attac! Gewalt in Hamburg billigend in Kauf genommen hat. Genau das haben wir Attac! vorgeworfen.

Wir sehen heute einmal darüber hinweg, dass Rosemarie und Nancy die Dreistigkeit besitzen, bei uns Daten über Attac! abzuschreiben, ohne Quellenangabe. Dass sie abgeschrieben haben, das wissen wir wegen Lieschen Müller und den Zahlen, so wie wir wissen, dass Rosemarie und Nancy keine Bilanz lesen können und entsprechend den Jahresetat von Attac! nicht kennen würden, hätten sie ihn nicht bei uns erfahren.

Wie dem auch sei. Es ist an der Zeit, die Belege auf den Tisch zu legen, die wir zurückgehalten haben, in Antizipation der linken Angst vor Verantwortung, der linken Verleumdungsbereitschaft , der Feigheit und damit einhergehenden Fluchtinstinkte, die sich nun Bahn brechen. Der Attac-Protestreader, den wir zusammengestellt haben, besteht ausschließlich aus Material, das ein Leser von ScienceFiles von einem INFOSTAND VON Attac! gesammelt hat. Da Attac! die Informationen im Reader bereitgestellt hat, muss man davon ausgehen, dass Attac! die Verantwortung für die Informationen vom eigenen Infostand auch übernimmt.

Hier die Worte, in denen unser Leser sein Sammeln von Informationen für uns beschrieben hat:

“Heute, am Freitag, bin ich ganz normal zur Arbeit gefahren. Dabei muß ich am Hamburger Hauptbahnhof umsteigen und sah am Ausgang einen Stand von Attac. Da ich noch ein paar Minuten Zeit hatte, bin ich da mal hingeschlendert und sprach die drei Leute dort so an, daß ich sie nach Infos über ihre Ziele fragte. Da zeigte sich das erste Mal die Dämlichkeit dieser Leute: Man antwortete mir, daß die Infos, welche hier ausliegen würden, nur für Demonstranten seien. Auf meine Antwort, daß sie ja gar nicht wüßten, ob ich nicht auch ein Demonstrant sei, wußten sie dann erst einmal nichts zu sagen und ich bediente mich daraufhin systematisch an allem, was der Stand zu bieten hatte.”

Alle Materialien im Protestreader stammen demnach von Attac!. Attac! muss sie sich zurechnen lassen. Zu dumm!

Offensichtlich haben wir es hier mit dem zu tun, was Erving Goffman ein Backstage display nennt. Letzteres weicht von dem, was man Zuschauern als Fassade präsentiert, ab. Die Fassade von Attac! ist eine auf friedliche Aktion getrimmte Fassade, von der die Gesichter von Konstantin Wecker und Sven Giegold grinsen. Backstage wird Material verbreitet, das Gewalt billigend in Kauf nimmt, zu Gewalt aufruft. Es ist so ähnlich, wie in manchen Krimis von Agatha Christie, in denen eine kriminelle Organisation sich z.B. hinter einem Meinungsforschungsinstitut verbirgt, um ihren dunklen Geschäften in aller Ruhe nachgehen zu können.

Unser Leser aus Hamburg, von dem die Information stammt, hat zwischenzeitlich eine ausführliche Stellungnahme geschrieben, die wir hier als PDF bereitstellen. Wer danach noch Zweifel daran hat, dass Attac! die Gewalt in Hamburg billigend in Kauf genommen hat bzw. mit zu verantworten hat, dem können wir nur einen Deutschkurs im Goethe-Institut empfehlen. Wer den PDF liest, stellt fest, dass es sich dabei gleichzeitig um einen Kommentar handelt, den unser Leser bei Epoch Times hinterlassen hat.

Der Kommentar wurde vor 11 Stunden veröffentlicht und zwischenzeitlich gelöscht. Das zeigt deutlich, welchen Umgang mit Wahrheit die Epoch Times pflegt (Ein Screenshot, der das belegt, liegt uns vor.)

Und was Nancy und Rosemarie oder umgekehrt angeht, so haben wir beim Presserat eine formelle Beschwerde erhoben. Langsam muss man anfangen, die Redaktionen von denen zu bereinigen, die systematisch Fake News verbreiten – früher hat man von Verleumdung oder schlichten Lügen gesprochen, von Personen, die dort nun gar nichts zu suchen haben: Aus allen Gründen die mit Fähigkeit, Ethik und Verantwortung zu tun haben!

Abschließend verlangen wir noch ein paar Antworten von Rosemarie und Nancy, denn es ist schon interessant, mit welcher Boshaftigkeit gleich Fake News unterstellt wird, wenn es sich offensichtlich auch um ein Versehen handeln könnte. Derartige Boshaftigkeit wendet sich zu einer naiven Vertrauensseligkeit, wenn der einzige Beleg dafür, dass die Materialien nicht von Attac stammen, darin zu finden sein soll, dass Attac! sich von der Gewalt in der Nacht des 7. auf den 8. Juli distanziert hat. Im Einklang mit dieser Logik müsste man vor Gericht jeden Straftäter, der seine Unschuld beteuert, freisprechen. Aber vielleicht haben Rosemarie und Nancy ja recherchiert und sämtliche Materialien von Attac gelesen, um sicherzugehen, dass Attac! und Gewalt zwei paar Schuhe sind. Wenn dem so sein sollte, dann fordern wir Rosemarie und Nancy auf, eine komplette Liste der gelesenen Materialien zur Nachprüfung durch uns vorzulegen. Last but not least spricht die Tatsache, dass sich Materialien, die angeblich von der Interventionistischen Linken stammen, von einem Attac!-Infostand vertrieben werden, zum einen dafür, dass die Linke gut vernetzt ist und die Materialien zentral erstellt und dezentral verteilt werden, was zum anderen den Schluss nahelegt, dass Attac! an der Finanzierung auch der Materialien, die von der Interventionistischen Linken stammen sollen, beteiligt ist. Warum sonst sollten die Materialien von Attac! verbreitet werden?

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Ganslmeiers Erzählungen: Wie die ARD lügt und manipuliert

Zur Illustration des symbolischen Interaktionismus hat Herbert Blumer eine Geschichte erzählt, in der ein aufgebrachter Beobachter davon berichtet, wie er einer Schlägerei zwischen zwei Männern beigewohnt hat, die erst dann ihr Ende nahm, als ein Dritter intervenierte, um dem Kampf ein Ende zu setzen, von dem einer der Kontrahenten bereits gezeichnet war.

Die ganze Geschichte fällt etwas in sich zusammen, wenn man weiß, dass das, was hier beschrieben wird, ein Boxkampf ist.

Der Symbolische Interaktionismus betont die soziale Konstruktion von Bedeutungszuschreibung. Das Konzept des Framings, das in der theoretischen Welt der Rational-Choice Theorie eine große Rolle spielt, betont die Abhängigkeit individueller Entscheidungen von (sozialer) Konstruktion der Realität:

Amos Tversky und Daniel Kahneman waren die ersten, die gezeigt haben, dass die Art und Weise, in der eine Entscheidungssituation dargestellt wird, die Entscheidung von Akteuren beeinflusst. So war die Befürwortung der Einführung einer Behandlungsmethode, die einmal mit einer Überlebenswahrscheinlichkeit und einmal mit einem identischen Sterberisiko qualifiziert wurde, dann höher, wenn eine Überlebenswahrscheinlichkeit angegeben wurde.

Dass die Zuschreibung von Bedeutung zu sozialen Situationen, Handlungen oder Ereignissen das Ergebnis einer Interpretation ist und dass die Art und Weise, in der eine solche Zuschreibung erfolgt, die Entscheidung oder die Einstellung von Akteuren beeinflusst, ist der Stoff, aus dem Manipulationen gewebt werden.Stellen Sie sich vor, Sie wollen über Donald Trumps Reise nach Polen im Vorfeld des G20-Gipfels in deutschen Medien berichten. Sie werden also berichten, dass Trump nach Polen reist, um die Beziehungen zwischen den USA und Polen zu stärken. Gemeinsamkeiten im Hinblick auf die Einwanderungspolitik sowie vergleichbare Werthaltungen zwischen Trump und Andrzej Duda werden sich sicher nicht negativ auf die Verhandlungen über US-amerikanische Erdgaslieferungen an Polen auswirken.

Das wäre ein neutraler Bericht mit einer Einschätzung am Ende, der im Rahmen objektiver Berichterstattung erfolgt.

Nun kommt Martin Ganslmeier. Er will nicht neutral über Trump berichten. Er will werten und diffamieren. Angesichts des eher trockenen Stoffes einer Reise Trumps nach Polen muss man hier ein wenig Phantasie und kriminelle Energie investieren, um zu einem negativen Bericht über Trump zu kommen.

Ganslmeier schafft das.

framingZunächst der Frame:

„London, Paris, Berlin: Normalerweise reist ein neuer US-Präsident zunächst in eine dieser Städte. Trump hingegen ist erst einmal in Warschau gelandet. Dort muss er keine Kritik fürchten. Im Gegenteil: Der Empfang dürfte sehr herzlich werden.”

Donald Trump ist kein „normaler“ Präsident. Er ist ein unbeliebter Präsident, der Kritik fürchtet und deshalb zu Claqueuren reist. Das will Ganslmeier suggerieren.


Die Versuchsanordnung von Tversky und Kahneman:

„Problem 1 (Survival frame)
Surgery: Of 100 people having surgery 90 live through the post-operative period, 68 are alive at the end of the first year and 34 are alive at the end of five years.
 
Radiation Therapy: Of 100 people having radiation therapy all live through the treatment, 77 are alive at the end of one year and 22 are alive at the end of five years.
Problem 1 (Mortality frame)
Surgery: Of 100 people having surgery 10 die during surgery or the post-operative period, 32 die by the end of the first year and 66 die by the end of five years.Radiation Therapy: Of 100 people having radiation therapy, none die during treatment, 23 die by the end of one year and 78 die by the end of five years“. 
Tversky, Amos & Kahneman, Daniel, 1986: Rational Choice and the Framing of Decisions. Journal of Business 59 (4): S251-S.278.

Die Ursachen für den „herzlichen Empfang“ sind für Ganslmeier darin zu finden, dass in Polen eine „konservativ-nationale Regierung“ im Amt ist, die „gegen Einwanderung“ ist, religiös und ländlich, also zurückgeblieben, jedenfalls nicht städtisch ist. Trump wird bei Ganslmeier zum jüdischen Krämer, dessen sich die Nazis und vor allem Julius Streicher in seinem Stürmer so gerne bedient haben, der überall seine finanziellen Interessen verfolgt oder wie Ganslmeier schreibt: „Trump wäre aber nicht Trump, wenn er in Polen nicht auch Geschäftsinteressen verfolgen würde“. Denn er will den „globalen Energie-Markt … dominieren“, so wie das jüdische Finanzkapital in der Phantasie der Nazis einst die Welt dominieren wollte. Und natürlich will er diese Dominanz mit „Fracking“ ausüben (Fracking ist in der mentalen Welt der Linken böse). Last but not least, ist der US-Amerikanische Präsident ein Spalter, dem es „sogar gelingen“ könnte „die Europäische Union zu spalten“ (sofern es noch etwas zu spalten gibt…).

Kurz: Ganslmeier macht keinerlei Anstalten, eine neutrale Berichterstattung über Donald Trump zu liefern. Er will seine Leser in den Glauben manipulieren, hier käme ein Bonze nach Europa, der versucht, mit schmutzigem Fracking-Gas die Hälfte der Europäer zu kaufen und jenes Sinnbild europäischer Regierungskunst, jene politische Ordnung, die nur vom griechischen Olymp überwölbt wird, die EU zu spalten. Und außerdem ist Trump ein Feind der Deutschen, wie Ganslmeier dadurch suggeriert, dass er schreibt, Trump wolle das „Herz der Polen erwärmen“, indem er eine Rede hält, in der er an den Warshauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Es ist schon erstaunlich, zu welchen faschistischen Höhen sich deutsche Journalisten mittlerweile wieder ungestraft aufschwingen können.

Ganslmeiers Beitrag ist ein Schulbeispiel dafür, wie durch die Beimengung von negativen Bewertungen und die Schaffung eines negativen Rahmens versucht werden soll, Leser so zu manipulieren, dass sie die Bewertung von Ganslmeier teilen, ohne darüber nachzudenken, ob sie denn auch gerechtfertigt ist.

Zentral für die Bewertung von Trump ist bereits der eingangs gesetzte Rahmen, der zeigen soll, Trump ist kein normaler Präsident.

„London, Paris, Berlin: Normalerweise reist ein neuer US-Präsident zunächst in eine dieser Städte. Trump hingegen ist erst einmal in Warschau gelandet. Dort muss er keine Kritik fürchten. Im Gegenteil: Der Empfang dürfte sehr herzlich werden.“

Da die Faktenfinder bei der ARD offensichtlich schlafen, müssen wir die Aufgabe übernehmen und zeigen, dass Ganslmeier hier entweder etwas ins Blaue hinein behauptet, in der Hoffnung, niemand prüft es, oder bewusst lügt. Was ist wohl wahrscheinlicher?

Wir haben uns einmal die Mühe gemacht, die Antrittsreisen der fünf US-amerikanischen Präsidenten zu recherchieren. Ergebnis: Keiner ist zuerst nach London, Paris oder Berlin gereist. Die Vorstellung Ganslmeiers entspringt wohl einer Eurozentriertheit, die er aus der Zeit des Kolonialismus herüber gerettet hat.

Die ersten Reisen der US-amerikanischen Präsidenten:

Ronald Regan (1981-1989)

1981:

  1. Mexiko
  2. Kanada

1982:

  1. Jamaika
  2. Barbados
  3. Frankreich
  4. Italien
  5. Vatikan Stadt
  6. Vereinigtes Königreich
  7. Westdeutschland

George H. W. Bush (1989-1993)

1989:

  1. Kanada
  2. Japan
  3. China
  4. Südkorea
  5. Italien
  6. Vatikan-Stadt
  7. Belgien
  8. Westdeutschland
 

Bill Clinton (1993-2001)

1993:

  1. Kanada
  2. Japan
  3. Südkorea

1994:

  1. Belgien
  2. Tschechien
  3. Ukraine
  4. Russland
  5. Weißrussland
  6. Schweiz
  7. Italien
  8. Vatikanstadt
  9. Vereinigtes Königreich
  10. Frankreich
  11. Lithauen
  12. Polen
  13. Italien
  14. Deutschland

Für die nächsten drei US-Präsidenten ergibt sich folgendes Reiseverhalten:

George W. Bush (2001-2009)

2001:

  1. Mexiko
  2. Kanada
  3. Spanien
  4. Belgien
  5. Schweden
  6. Polen
  7. Slowenien
  8. Vereinigtes Königreich
  9. Italien
  10. Kosovo
  11. China

2002:

  1. Japan
  2. Südkorea
  3. China
  4. Mexiko
  5. Peru
  6. El-Salvador
  7. Deutschland

Barack Obama (2009-2017)

2009:

  1. Kanada
  2. Vereinigtes Königreich
  3. Tschechien
  4. Türkei
  5. Irak
  6. Mexiko
  7. Trinidad & Tobago
  8. Saudi Arabien
  9. Ägypten
  10. Deutschland

Donald Trump (2017-)

2017:

  1. Saudi Arabien
  2. Israel
  3. Palästina
  4. Italien
  5. Vatikanstadt
  6. Belgien
  7. Italien
  8. Polen

Keiner der letzten fünf US-Präsidenten ist als neuer US-Präsident zunächst in eine der von Ganslmeier genannten Städte gereist. Alle sind entsprechend für Ganslmeier nicht normal. Es hat bei Ronald Reagan ein Jahr Präsidentschaft und fünf Auslandsbesuche gedauert, bis er nach Paris gekommen ist. George H.W. Bush hat sein erster Auslandsbesuch in Europa nach Italien geführt, erst der achte Auslandsbesuch hatte mit Berlin eine der von Ganslmeier genannten Städte zum Ziel. Bill Clinton, so muss man fast annehmen, hat die drei Städte vermieden, so lange es geht. Erst im Jahr zwei seiner ersten Amtsperiode und mit seinem 12 Auslandsbesuch hat er sich nach London bemüht, weitere 6 Auslandsbesuche später war Berlin an der Reihe. Auch George W. Bush hat es nicht sonderlich eilig gehabt, die drei genannten Reiseziele aufzusuchen: Auslandreise acht hat ihn nach London geführt. Berlin musste bis Auslandsreise 18 warten, um Ziel zu sein. Nicht einmal Barack Obama hat sein Bekenntnis, ein Berliner zu sein, mit Priorität abgelegt. Bis zum 10. Auslandsbesuch haben die Berliner auf seine Worte warten müssen.

Polen war übrigens schon öfter ein Reiseziel, das US-Präsidenten Deutschland vorgezogen haben. Bill Clinton und George W. Bush waren zuerst in Warschau und dann in Berlin, nur hat ihnen damals kein Ganslmeier nachgesagt, sie würden dorthin reisen, weil sie Kritik scheuen, Geschäfte machen wollen und ansonsten religiöse Hinterwäldler seien. Kurz: Die (bewusste) Lüge gleich zu Beginn des Textes von Ganslmeier dient einzig dem Ziel, Trump zu diskreditieren und den nachfolgenden Text zu rahmen, damit die Leser auch wissen, dass Donald Trump kein normaler Präsident ist, so wie wir nach der Analyse des Textes von Ganslmeier wissen, dass man sich über die Bezeichnung “Lügenpresse” für öffentlich-rechtliche Medien nicht wundern muss, wenn man Personen wie Ganslmeier vornehmlich in der Absicht, zu diffamieren, geschriebene Texte durchgehen lässt.

Der Versuch, Leser zu manipulieren, ist nichts, was deutsche Medien auszeichnen würde. Derartige Versuche gibt es in allen Ländern, in denen es Medien gibt. Was (manche) deutsche Journalisten, die die entsprechenden Versuche unternehmen auszeichnet und die Sache so unerträglich macht, ist die Niedertracht, die man wohl als Motiv für den Manipulationsversuch ansehen muss.

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Journalistische Verelendung: Trump-Beschimpfung ersetzt rhetorische Fähigkeiten

Bewegten wir uns auf dem Niveau, auf dem in Deutschland manche Politiker und Journalisten dümpeln, wir würden unseren Post wie folgt beginnen:

Unter Quotentussen öffentlich-rechtlicher Gebührenverschwender und unter Provinzpolitikern, die nie aus ihrem lokalen Muff herausgekommen sind, ist es schick geworden, die angebliche Grandeur der eigenen Spießigkeit dadurch erheischen zu wollen, dass man Donald Trump beleidigt.

Ihn einen Lügner nennt.
Ihn einen “verhaltensauffälligen Onkel” nennt.
Ihn jenseits normaler Benimmregeln als „eine Art freier Radikaler … jenseits normaler Benimmregeln“ bezeichnet.

Aber wir sind ein Wissenschaftsblog. Deshalb widmen wir uns heute geschichtlichen Übereinstimmungen, die sich demjenigen, der die deutsche Geschichte kennt, aufdrängen müssen.

Hier ein Originaldokument, das wir nur etwas redigiert haben. In diesem Originaldokument versucht sich ein kleiner deutscher Provinzgebildeter an einem europäischen Staatsmann:

Der […] steht bekanntlich zum Alkohol in einem ausgesprochenen Vertrauensverhältnis. Umso gespannter sind seine Beziehungen zur Wahrheit, mit der er sich seit seinem Eintritt in das politische Leben auf dauerndem Kriegsfuß befindet. Er gehört zu den weltbekanntesten Lügnern, und wenn er eine Behauptung aufstellt, dann zwinkern sich nicht nur in den neutralen und […] feindlichen, sondern auch in den eingeweihten […] Kreisen die Fachleute mit den Augen zu, und ein verständnisvolles Grinsen geht über das Gesicht der Weltöffentlichkeit. Jedermann weiß, wieviel er je nachdem hinzusetzen oder abziehen soll. Augenblicklich steht die Taxe so, daß man bei seinen Zahlenangaben, die für […] ungünstig sind, mit drei multiplizieren und bei denen, die für […] günstig sind, durch drei dividieren muß.
[…]

Man sieht also, daß […] selbst dann nicht vor faustdicken Lügen zurückschreckt, wenn wir im Besitz von ganz einwandfreiem und überzeugendem Zahlenmaterial sind.
[…]

Es ist klar, daß […] trotz allem nach Kräften bemüht bleiben muß, selbst angesichts dieser verzweifelten Situation das Gesicht zu wahren. […] Sie wird heute […] als Schreibtischstrategie abgetan, und zwar von demselben […], der vor noch nicht allzu langer Zeit seine käuflichen Journalisten unentwegt ermunterte, sie zu propagieren.
Als […] diese leere Prahlerei in seiner letzten Rede mit […] Hohn ironisierte, beeilte sich die […] Presse, von diesem peinlichen Thema loszukommen
[…]

Und im übrigen hat uns die jüngste und fernere Vergangenheit hinreichend darüber belehrt, daß man bei […] sehr klar zwischen Angabe und Tatsache unterscheiden muß. Von dem was sie uns anzukündigen oder anzudrohen beliebten, ist meist nach kurzer Zeit nicht mehr viel übrig geblieben. […] Prahlereien stoßen deshalb bei uns ins Leere. Sie flößen uns keinen Schrecken ein, wie […] wahrscheinlich annimmt, sondern nötigen uns nur ein Lächeln ab.
[…]

Bleibt nur noch die Frage zu beantworten, warum er so stur und eigensinnig an seinem für […] so außerordentlich verhängnisvollen Standpunkt festhält.
[…]

Neben den zitierten Beschimpfungen, finden sich aus derselben Quelle noch Darstellungen des Staatsmannes als Clown, als Krimineller, er wird als Großmaul und als Verrückter bezeichnet, als der größte Lügner der modernen Zeit mit der meisten Erfahrung im Lügen als einer, der seine Lügen so lange wiederholt, bis er sie selbst zu glauben scheint.

Es geht in der zitierten Quelle nicht um Donald Trump und z.B. seine Einwanderungs- oder Wirtschaftspolitik. Obwohl die Begriffe, die benutzt werden ebenso wie der Duktus der Darstellung gleich ist, liegen zwischen dem zitierten Dokument und den aktuellen Beschimpfungen, die sich an die Adresse von Donald Trump richten, 74 Jahre, denn das Dokument trägt den Titel „Der tönende Koloß“. Es ist im Jahre 1941 in der Zeitschrift „Das Reich“ als Leitartikel erschienen. Wie alle Leitartikel, die in „Das Reich“ erschienen sind, stammt auch dieser Leitartikel aus der Feder von Joseph Goebbels. Der Staatmann, gegen den er gerichtet ist, ist Winston Churchill.

Die Ähnlichkeiten, die sich in den verschiedenen Dokumenten aktueller und vergangener Propaganda finden lassen, sind bedrückend und erstaunlich zugleich. Offensichtlich ist es deutscher Propaganda seit 1941 nicht gelungen, sich weiterzuentwickeln: In 74 Jahren ist kein Stilmittel dazu gekommen. Immer noch ist die krude Beleidigung oder der Versuch mit selbstgefälliger Wortakrobatik oder mit schlichten Beschuldigungen das Gegenüber madig zu machen, das Mittel der Wahl. Ein Faktum, das man nur damit erklären kann, dass einer Beleidigung von Donald Trump die Funktion von virtue signalling zukommt.

Offensichtlich zeigt man in den entsprechenden Kreisen dadurch, dass man Trump beleidigt oder versucht, sich auf seine Kosten lustig zu machen, dass man auf der richtigen Seite steht, dass man einer der Guten ist. Und einer der Dummen, so muss man anfügen, denn nur Dumme sind der Ansicht, man könne sich persönlich über andere allein dadurch erheben, dass man diese anderen beschimpft.

Darin findet sich dann doch ein Unterschied zwischen damals und heute. Während heute jedes kleine Journalistenlicht versucht, sich durch die Beleidigung von Donald Trump auf dessen Kosten zu produzieren, wusste Joseph Goebbels, dass man den Intellekt seiner Leser nicht dadurch beleidigen soll, dass man das ausgewählte Objekt der Erniedrigung, für Goebbles war das Churchill, nur beleidigt. Goebbels wusste im Gegensatz zu den modernen Expletiven, dass man die Beleidigung nicht alleine stehen lassen darf, sondern zumindest mit dem Anschein eines Arguments umbauen muss.

Wer die versuchte Argumentation, die wir ausgelassen haben, nachlesen will, der kann das hier tun.

Dieses Wissen ist seither verloren gegangen, so dass man feststellen muss, dass Goebbels im Hinblick auf dieses Kriterium auf mindestens einer Niveaustufe oberhalb der modernen Pöbler rangiert.

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