Hass als Journalismus: Studie zeigt, ARD weltweit führend in negativer Berichterstattung über Donald Trump

Journalismus soll Informationen vermitteln – eigentlich und möglichst ohne die Informationen mit eigenen Bewertungen zu überfrachten.

Heiko Maas bringt heute sein Netzwerkdurschsetzungsgesetz in den Bundestag ein.
Das ist eine Form über Heiko Maas zu berichten.

Der Totengräber der Meinungsfreiheit: Mass bringt Netzwerkdurchsetzungsgesetz in den Bundestag ein. Das ist eine andere Form, über Heiko Maas zu berichten.

Endlich wird etwas gegen Hate Speech getan: Heiko Maas bringt Netzwerkdurchsetzungsgesetz in den Bundestag ein. Noch eine Form, über Heiko Maas zu berichten.

Drei Versionen derselben Meldung, in denen Maas und sein Gesetz einmal gar nicht, einmal negativ und einmal positiv bewertet werden. Man sollte annehmen, dass eine ausgewogene Berichterstattung dazu führt, dass Meldungen, die z.B. alle denselben Politiker betreffen, sich gleichmäßig über die drei Kategorien verteilen.

Umgekehrt kann man folgern, dass dann, wenn die angesprochene Ausgewogenheit der Berichterstattung nicht vorhanden ist, ein Bias vorliegt, ein positiver, wenn überwiegend positiv bewertet wird, ein negativer, wenn überwiegend negativ berichtet wird. Wenn ausschließlich oder fast ausschließlich negativ oder positiv berichtet wird und keinerlei neutrale Berichterstattung vorhanden ist, dann muss man annehmen, dass sich das entsprechende Medium auf entweder einer Pilgerfahrt oder einem Kreuzzug befindet, entweder auf einer Pilgerfahrt, deren Ziel z.B. darin besteht, als Journalist auf ein Pöstchen in einem Ministerium geholt zu werden oder ein Kreuzzug, dessen Zweck darin besteht, sich als besonderer Gegner eines besonderen Hassobjektes zu profilieren. In ersterem Fall müsste man von Awe-News, im zweiten von Hate News sprechen.

So betrachtet fällt die ARD und ihre Berichterstattung über Donald Trump in die Kategorie der Hate News, denn die Berichterstattung hat einen eindeutigen negativen Bias, um genau zu sein, neutrale oder gar positive Berichterstattung über Donald Trump kommt so gut wie nicht vor. Die ARD befindet sich auf einem Kreuzzug gegen Donald Trump, woraus man schließen muss, dass die entsprechenden Redakteure bei der ARD mehrheitlich oder vollständig Grüne oder SPD wählen.

Dass die ARD auf einem Kreuzzug gegen Donald Trump und bemüht ist, kein gutes Haar an dem US-Präsidenten zu lassen, ist das Ergebnis einer Analyse des Shorenstein Centers on Media, Politics and Public Policy, der Harvard University.

Für die ersten 100 Tage der Trumpschen Regierungszeit haben die Forscher alle Nachrichten, die sich in US-Amerikanischen Tageszeitungen oder Fernsehsendern mit Donald Trump befasst haben, analysiert, daraufhin, welchen Bias sie aufweisen. Dabei wurde ein Bericht als negativer Bericht über Trump gewertet, wenn Trump z.B. direkt kritisiert wurde oder in einem negativen Kontext dargestellt wurde. Neben einer Reihe US-Amerikanischer Medien haben die Forscher auch die Berichterstattung der Financial Times und der BBC und eben die der ARD analysiert und sind zu dem folgenden Ergebnis gekommen:

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Die Berichterstattung über Donald Trump ist überwiegend negativ, und zwar in allen untersuchten Medien. Die Anteile negativer Berichterstattung betragen zwischen 52% und 98%, d.h. sie reichen vom Versuch einer fairen Berichterstattung bis zum Versuch, einer diskreditierenden Berichterstattung. Die 98%, die den Versuch, Donald Trump zu diskreditieren, eindrücklich belegen, stammen von der ARD. Die ARD ist Top-Scorer bei den negativen Berichten. Nicht einmal die US-Sender CNN und NBC, die im Dauerkrieg mit Donald Trump liegen, kommen auf einen so hohen Anteil negativer Berichte. Daraus muss man den Schluss ziehen, dass es den Redakteuren bei der ARD ein Anliegen ist, Trump negativ darzustellen, was die ARD entsprechend als Hate News Sender qualifiziert.

„Geschmackloser, alter Agit-Prop-Drecksack“ – politisch unkorrekt, Satire, Beleidigung?

Wie gestern in den alternativen und einigen Mainstream-Medien berichtet wurde, erwägt die AfD, Beleidigungsklage gegen Christian Ehring zu erheben, der sich in der NDR-Sendung „extra 3“ dazu hat hinreißen lassen, die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel als „Nazi-Schlampe“ zu bezeichnen. Der Kontext, auf den Ehring seine Äußerung bezogen hat, ist wiederum eine Äußerung von Weidel auf dem gerade vergangenen AfD-Parteitag in Köln. Sie hat dort gesagt: „Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.“ Ehring sagte dazu in „extra 3“: „Lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht.“ Soweit die Fakten.

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Satire aus Brasilien

Ehring selbst und die Mainstream-Medien sehen in der Äußerung Ehrings keine Beleidigung, sondern halten sie anscheinend für angebracht und hinreichend geschmackvoll, um sie der GEZ-Zwangsgebühr-zahlenden Zuschauer- und Zuhörerschaft zuzumuten. Zwar drücken sich sowohl Ehring als auch die Mainstream-Medien bislang um eine klare Stellungnahme dazu, wie und als was die Bezeichnung von Weidel als „Nazi-Schlampe“ zu beurteilen sei, aber nahegelegt wird, dass es sich dabei um „Satire“ handle, z.B. wenn auf den Internetseiten des Deutschlandfunk (Dlf24) zu lesen steht:

„Die AfD hatte sich während der Auseinandersetzung um das Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann auf den türkischen Staatschef Erdogan noch auf die Seite der Satire gestellt. Parteichef Meuthen hatte Kanzlerin Merkel einen Kniefall vor Erdogan vorgeworfen, als sie das Strafverfahren gegen Böhmermann wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts zugelassen hatte.”

Das impliziert, dass man beim Deutschlandfunk der Meinung ist, die Beschimpfung einer Person als „Nazi-Schlampe“ sei statthaft, um – in Unkenntnis der korrekten Bezeichnung – einen Fehlschluss tu quoque zu identifizieren. Bzw. ist man beim Deutschlandfunk der Meinung, eine Beleidigung würde zu etwas anderem, wenn sie in einer Sendung erfolgt, die gerne als Satiresendung durchgehen möchte, oder von einer Person geäußert wird, die sich selbst als Satiriker oder irgendwie witzig oder geistreich betrachtet.

Nehmen wir um des Argumentes willen an, Ehring sei tatsächlich Satiriker und „extra 3“ sei eine Satiresendung. Dann stellt sich die Frage, ob Beleidigungen von Personen zu den akzeptablen oder gar unumgänglichen Stilmitteln der Satire gehören. Diese Frage ist sicherlich zu verneinen: Beleidigungen sind weder witzig noch geistreich.

Schüler in deutschen Schulen lernen, dass eine Satire eine Textsorte der folgenden Art sei:

„Eine Satire zeigt die Fehler und Schwächen von Menschen auf, übt häufigindirekt Kritik am Mensch-Sein. Das zeigt sie spöttisch und humorvoll.“

Ist die Bezeichnung einer Person als „Nazi-Schlampe“ humorvoll? Schwerlich! Und besonders dann nicht, wenn sich die Beleidigung pauschal in eine Reihung von üblichen, aber nichtssagenden und deshalb langweiligen Floskeln einreiht, die vage mit „rechts“ bzw. „böse“ assoziiert werden (sollen).

Ist sie „spöttisch“? Möglicherweise, denn im Duden wird „Spott“ wie folgt definiert:

„Äußerung oder Verhaltensweise, mit der sich jemand über jemanden, jemandes Gefühle o.Ä. lustig macht, seine Schadenfreude ausdrückt, über jemanden, etwas Äußerung oder Verhaltensweise, mit der sich jemand über jemanden, jemandes Gefühle o. frohlockt (1)”

Als Synonyme für „Spott“ werden im Duden übrigens u.a. „Boshaftigkeit“ und „Gemeinheit“ benannt.

Nicht, dass wir bei ScienceFiles diese Auffassung von „Spott“ teilen würden, aber wenn „Spott“ mit „Boshaftigkeit“ und „Gemeinheit“ gleichzusetzen wäre, dann könnten Beleidigungen vermutlich als „Spott“ betrachtet werden.

Die Frage ist dann aber, ob Satire, wenn sie ein Mittel der Kritik ist, gleichzeitig „Spott“ beinhalten kann. Sich über jemandes Gefühle lustig zu machen oder seine Boshaftigkeit auszuleben, ist ja kein Mittel der Kritik (es sei denn, man wollte der Welt eigene Schwächen präsentieren, um sich dann selbst anzuprangern), sondern —- naja, eben Boshaftigkeit. Satire kommt jedenfalls wunderbar ohne Beleidigungen aus, wie jeder weiß, der alt genug ist, um z.B. Dieter Hildebrandts „Scheibenwischer“ in Erinnerung zu haben. Egal, was man vom „Scheibenwischer“ hält, Hildebrandt verfügte über die sprachlichen (und mimischen) Mittel, Satire als solche kenntlich zu machen, ohne auf Beleidigungen zurückgreifen zu müssen.

Ist Ehring also nur ein überforderter Möchtegern-Satiriker? Verfügt er einfach nicht über die sprachlichen Mittel, um Satire betreiben zu können? Hat er überhaupt Schwierigkeiten damit, Begriffe richtig zu verwenden? Und wenn ja, warum? Ist er ein Opfer der deutschen Sprache? Oder ist er ein Opfer seiner niedrigen Motive, seiner Impulsivität, seiner nicht erbrachten mentalen Entwicklungsleistungen?

Es scheint so. Und zwar u.a. deshalb, weil er meint, „politische Korrektheit“ sei eine andere Bezeichung für „Seine-niedrigsten-Impulse-notdürftig-unter-Kontrolle-halten“, denn nur dann, wenn er „politische Korrektheit“ als eine Art Deckel auffasst, der der Unanständigkeit aufgelegt wird, macht sein Bezug seiner Beschimpfung auf die Äußerung von Weidel Sinn, die sich gegen „politische Korrektheit“ gewandt hat. Ehring muss die Vorstellung haben, dass dann, wenn „politische Korrektheit“ entfällt, jeder frei ist, seinen Mangel an Anstand und Respekt gegenüber anderen Menschen, auch solche mit einer anderen Weltanschauung, auf jede erdenkliche Weise kundzutun.

Er hat demonstriert, dass er sich dann, wenn er Weidel ernst nimmt und „politische Korrektheit“ aufgibt, die Freiheit nimmt, zu beleidigen und zu beschimpfen, wie es ihm seine Impulse zu diktieren scheinen – bar jedes Anspuchs an sich selbst, jeder Mäßigung, jedes Gefühls für Anstand oder auch nur Geschmack. Wenn die „lex Ehring“ gilt, dann kann nicht beanstandet werden, wenn wir oder irgendjemand sonst Ehring als „geschmacklosen, alten Agit-Prop-Drecksack“ bezeichnen – ist das nicht, was wir wirklich denken und was nach Ausgedrückt-Sein drängt, wenn die Zügel der „politischen Korrektheit“, die wir uns alle anlegen, locker gelassen werden?

Nun ist „politische Korrektheit“ aber kein Synonym für „Anstand“ oder „Selbstbeherrschung“, wie Ehring wissen könnte und zweifellos wissen sollte. Tatsächlich bezeichnet „politische Korrektheit“

„[t]he avoidance of forms of expression or action that are perceived to exclude, marginalize, or insult groups of people who are socially disadvantaged or discriminated against”,

wie man dem Oxford Dictionary of English entnehmen kann.

Sie ist eine Verhaltensweise oder Verhaltensanforderung, die historisch auf Konflikten zwischen sozialen Gruppen, sozialer Mehrheit und sozialen Minderheiten bezogen ist (ungeachtet der Frage, ob diese Konflikte real existier(t)en oder ob sie lediglich behauptet oder übertrieben wurden und werden, um Nutzen aus dieser Konstruktion der Realität zu ziehen).

Ihr Ursprung liegt im Marxismus bzw. der Institution von „Kritik und Selbstkritik“ der Kommunistischen Partei unter Stalin. Autoren wie Althusser haben sie sozusagen in den deutschsprachigen Raum rückimportiert. So sind Althussers Schriften nach 1968 geprägt von Selbstkritik, und sein Bedürfnis nach Selbstreinigung im Sinne des Kommunismus wird u.a. erkennbar in seinem Streben, Philosophie zu einer Theorie des Klassenkampfes zu machen, um auf diese Weise die theoretische Richtigkeit der politischen Praxis legitimieren zu können (vgl. hierzu Kelly 2003 sowie Erren 2008).

europe-according-to-the-future-2022Ehrings Äußerung in „extra 3“ wird man vielleicht am ehesten gerecht, wenn man sie als Folge des Bedürfnisses von Ehring nach Selbstreinigung bzw. öffentlicher Beteuerung „richtiger“ Gesinnung betrachtet, die ihn vermeintlich qualifiziert, andere Menschen zur „richtigen“ Gesinnung zu erziehen (vgl. hierzu Unfried 2006). Insofern „politische Korrektheit“ mit just diesem Anspruch zur Erziehung zur „richtigen“ Gesinnung daherkommt, verbleibt Ehring also vollständig im Rahmen politischer Korrektheit, wenn er Weidel als „Nazi-Schlampe“ beschimpft, obwohl er doch gerade vorgeben möchte, seine Beschimpfung sei eine – in satirischer Absicht erfolgte – Illustration der Aufkündigung „politischer Korrektheit“. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: sie ist eine Folge seines Strebens nach Demonstration seiner eigenen politischen Korrektheit insofern als es anhand der Beleidigung der Person Weidels ausgedrückt wurde. Ehrings Verfehlung ist u.E. deshalb einer schlichten Unfähigkeit zur Bildung eines eigenständigen Urteils – in Sachfragen wie in Fragen der Umgangsformen – geschuldet. Leider kann gegen dieselbe nicht mit juristischen Mitteln vorgegangen werden.

Wir müssen dem Parteisprecher der AfD, Christian Lüth, zustimmen, wenn er sagt: „Die Grenzen von Satire verlaufen dort, wo es sich nur noch um zusammenhanglose, verletzende Beleidigungen handelt“.

Nicht zustimmen können wir allerdings, wenn er meint, der Fall Ehring sei mit dem Fall Böhmermann nicht vergleichbar, weil „… [es] [d]amals […] eine ausländische Macht [ging], die sich in Deutschland einmischt. Jetzt sind es zwei deutsche Staatsbürger, die sich streiten“.

Diese Argumentation ist nicht haltbar, weil sie eine rein inhaltliche ist: Wenn „zusammenhanglose, verletzende Beleidigungen“ kein Mittel der Satire sind (sondern bloß dem Ausdruck der eigenen tumben Konformität dient), dann ist es das eben nicht. Sie sind im Fall Ehring ebensowenig akzeptabel, geschweige denn: unumgänglich, wie im Fall Böhmermann. Wenn man psychologisch oder sprachlich nicht zur Satire fähig ist, ist es eben besser, man versucht sich nicht an ihr; und wenn es einem an schlichtem Anstand mangelt, dann läuft man Gefahr, von Personen, die man ersatzweise beleidigt, verklagt zu werden, auch dann, wenn man sich feige hinter einem Schildchen mit der Aufschrift „Satire“ zu verstecken versucht.

Nur, wenn Satire Spott behinhaltet und Spott mit Gemeinheit und Boshaftigkeit gleichgesetzt wird, ist Raum für Beleidigungen in der Satire. Aber dann gibt es keinen Unterschied zwischen Satire und Beleidigung, und auf beides können wir dann alle sehr gut verzichten. In diesem Fall möchten wir keine Satire mehr sehen, sondern sollten – mit Anstand – zum politischen Kabarett z.B. eines Dieter Hildebrandts zurückkehren.

Literatur:

Erren, Lorenz, 2008: „Selbstkritik“ und Schuldbekenntnis: Kommunikation und Herrschaft unter Stalin (1917-1953). München: Oldenbourg.

Kelly, Michael, 2003: Philosophies of Marxism: Lenin, Lukács, Gramsci, Althusser. In: Kearney, Richard (ed.): Twentieth-Century Continental Philosophy. (Routledge History of Philosophy, Vol. VIII.) London: Routledge, pp. 184-209.

Unfried, Berthold, 2006: „Ich bekenne“ – Katholische Beichte und sowjetische Selbstkritik. Frankfurt/M.: Campus.

Linksaktivisten: Etymologie eines Euphemismus

Rechtsextremisten, so lautet generell die Bezeichnung für die Urheber von Anschlägen oder kriminellen Handlungen, wenn es möglich ist, die Anschläge oder kriminellen Handlungen als politische Straftat von Rechten zu klassifizieren.

Bei Linken ist das nicht so.

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Szenen des Linksaktivistmus – Vorschau auf Hamburg?

Linke Straftäter werden von Journalisten in euphemistischer Weise zu etwas anderem stilisiert als sie sind: Nicht Straftäter, nicht Linksextremisten, nein Linksaktivisten oder linke Aktivisten seien sie.

Wir haben die Spuren von Linksaktivisten oder linken Aktivisten verfolgt, die Letztere durch die Medien ziehen. Unser Ziel: eine Bestimmung der Bedeutung des Begriffs „Linksaktivisten“ bzw. „linke Aktivisten“ und eine Betrachtung seiner Veränderung über Zeit.

In den 2010er Jahren gelten in Medien als Linksaktivisten Personen, die die folgenden Handlungen ausführen:

  • Torten werfen – (eigentlich: gefährliche Körperverletzung, weil gefroren) – HNA vom 5. April 2017
  • Von 2000 bis 2009 galten als Linksaktivisten Personen, die
    Steine werfen, und damit eine neue Krawallkultur etablieren wollen – Spiegel vom 13. September 2009

In den 1980er und 1990er Jahren galten als Linksaktivisten:

Generell fällt auf, dass der Begriff der Linksaktivisten, seine Hochzeit seit dem Jahre 2010 erlebt. Zuvor kam er eher sporadisch in Pressemeldungen vor, seit 2010 häufen sich die Journalisten, die auf den Begriff „Linksaktivisten“ zurückgreifen, um, wie die Aufzählung oben zeigt, damit Straftaten zu verharmlosen, die sie mit Sicherheit nicht verharmlosen würden, würden sie von Rechtsaktivisten begangen.

Heute gibt es übrigens in der ARD (bei den neuen Faktenfindern) einen Beitrag, der die Verharmlosung von Waffen durch Kosenamen beklagt. Wie wäre es, wenn sich die Faktenfinder der ARD auch einmal mit der Verharmlosung von Straftaten, dann, wenn sie von Linken begangen werden, befassen würden und durchsetzen würden, dass Straftäter z.B. in der ARD, unabhängig davon, ob sie linke oder rechte Straftäter sind, als das bezeichnet würden, was sie nun einmal sind: Kriminelle. Nicht mehr und nicht weniger.

Heiko Maas will Deutschen Wetterdienst verbieten

Heiko Mass ist der Inbegriff für ein sicheres und FakeNews-freies Internet.
Gerade erst hat er das Netzwerkdurchsetzungsgesetz im Kabinett durchgeboxt, nicht etwa, um Netzwerke mit ideologischen Denunzianten zu durchsetzen, sondern um die Beseitigung und das Unterlassen von FakeNews durch zu setzen, da hat er schon das nächste Großprojekt im Blick:

fakenewsMaas hat eine Quelle entdeckt, die für die Verbreitung einer großen Zahl von FakeNews verantwortlich ist. Täglich finden die Falschmeldungen, die aus der Quelle verbreitet werden, Eingang in alle Medien Deutschlands. Sie werden in Zeitungen verbreitet, bilden den Abschluss jeder Nachrichtensendung in Radio und Fernsehen.

Millionen Deutsche werden auf diese Weise und täglich hinters Licht geführt. Millionen Deutsche planen ihre Frei- und Arbeitszeit, ihre Urlaube und Ausflüge auf Basis der Angaben, die nichtsahnende Redakteure so arglos verbreiten.

Das soll ein Ende haben, wenn es nach Heiko Maas geht. Mit dem Korrekte Wettervorhersage Durchsetzungsgesetz will Maas dafür sorgen, dass falsche Wetterberichte innerhalb von maximal einer Stunde nach Veröffentlichung, aus dem Internet gelöscht werden, dass Sondersendungen eingesetzt werden, um falsche Vorhersagen im Rundfunk zu korrigieren und Sonderausgaben von Zeitungen notwendig werden, wann immer die Leser durch falsche Vorhersagen in die Irre geführt wurden.

Völlig die Geduld hat Heiko Maas mit dem Deutschen Wetterdienst verloren. Seit mehr als 50 Jahren ist der Dienst für Falschmeldungen über das Wetter verantwortlich. Jahrhundertsommer hat der Dienst versprochen, Anbauflächen für Reis in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt in Aussicht gestellt …

Alles Fake, FakeNews.
Doch damit ist jetzt Schluss: Der Deutsche Wetterdienst wird geschlossen, eine der maßgeblichen Quellen für FakeNews damit beseitigt.

Kachelmann wird es freuen.

Die ZEIT ist mit den Kleingeistigen

Manuel J. Hartung, den man schon aufgrund seines Vornamens in die Geburtsjahrgänge der ausgehenden 1970er und beginnenden 1980er Jahre einordnen kann, fordert eine Politisierung der Universitäten.

Wenn die Demokratie gefährdet ist, müssen die Universitäten viel politscher werden, so fordert er in der ZEIT.

BlumerNatürlich hat er keinen Zweifel daran, dass die Professoren, deren Einsatz er fordert, die Geistes- und Sozialwissenschaftler, die er als Fach anspricht, seine Sicht auf die Welt teilen, wie er der Ansicht sind, das, was es in Deutschland gibt, sei eine Demokratie, eine verteidigungswerte obendrein. Er hat keinen Zweifel daran, dass die Professoren und Studenten, wenn sie denn aus ihrer „Echokammer“ kommen, den Kampf gegen das aufnehmen, was Hartung für bekämpfenswert hält: Rechtspopulisten, Rechtspopulisten, die sich über „Experten lustig“ machen und „in den sozialen Medien … Tatsachen“ verdrehen.

Warum hat Hartung (sorry: J. Hartung) keinen Zweifel daran, dass die Professoren und ihre Studenten, hätten sie nur den Mut, gegen Rechtspopulisten und Tatsachenverdrehung in den sozialen Medien zu Felde ziehen würden, und nicht etwa gegen Falschmeldungen in den öffentlich-rechtlichen Medien und Tatsachenverdrehungen in der ZEIT? Er hat deshalb keinen Zweifel daran, weil er (1) denkt, die Klugen seien an Universitäten versammelt und (2) sich selbst für einen Klugen hält. Und er ist gegen Rechtspopulismus und sieht nur verdrehte Tatsachen in sozialen Netzwerken, also müssen auch die Klugen an den Universitäten sehen, was er sieht, wie er es sieht.

Die Kleingeistigkeit sie feiert fröhliche Feste in Deutschland. Als Herbert Blumer seine Idee des symbolischen Interaktionsmus in eine Theorie gegossen hat, da ist er doch tatsächlich davon ausgegangen, dass es Menschen möglich ist, Motive und Überlegungen ihrer Gegenüber zu rekonstruieren. Er hat tatsächlich gedacht, Menschen seien in der Lage, aufgrund von Randbedingungen Handlungssituationen anderer Menschen nach zu vollziehen.

Er hat Manuel J. Hartung nicht gekannt.

Denn Hartung (J. Hartung natürlich) hat den symbolischen Interaktionismus radikal vereinfacht und zur symbolischen Selbstprojektion gemacht. Alles, was Hartung denkt, Hartung, der sich für einen Klugen hält, müssen auch andere, die Hartung (J.) für Kluge hält, denken. Auf diese Weise schlägt Hartung (J.) gleich zwei Fehlschlüsse mit einer Klappe, nämlich den der Bejahung des Konsequens und den der falschen Verallgemeinerung.

Und obwohl wir schon öfter den Verdacht hatten, die Redakteure der ZEIT umkreisen die Realität in ihrem eigenen Orbit, sind wir doch überrascht vom Ausmaß an Realitätsverlust, der sich in den Redaktionsräumen der ZEIT eingestellt zu haben scheint: Welchen Planeten umkreisen die da eigentlich?

Es kann nicht die Erde sein.
Es muss ein anderes, ein „Neues Deutschland“ sein, das den ZEIT-Redakteuren im Orbit erscheint, eines, in dem es keine Studenten gibt, die wie ein linker Lynchmob versuchen, freie Meinungsäußerungen an Hochschulen zu unterbinden, die gegen Wissenschaftler protestieren, deren Aussagen sie bestenfalls vom Hörensagen kennen, die Einordnungen vornehmen, die vielleicht das sind, was Hartung als politische Stellungnahme vorschwebt, aber eben keine Wissenschaft, weil ihnen jede empirische Grundlage fehlt.

Hartung scheint auch noch nie etwas von Legitimationswissenschaftlern gehört zu haben, jenen Verrätern an der Wissenschaft, die für ein paar Silberlinge Gefälligkeitsgutachten und Expertisen für die steuerfinanzierten Ableger von Parteien, die man als Stiftungen verkaufen will, erstellen oder sich für Ministerien verdingen, um deren hanebüchene Programme zur Erziehung der Bevölkerung zu legitimieren – als angebliche wissenschaftliche Begleitforschende.

KuhnManuel J. (wichtig: J.) Hartung kann auch noch nie etwas von den Politkommissaren gehört haben, die an Hochschulen installiert wurden, um sicherzustellen, dass Sozialwissenschaften wie die Soziologie oder die Politikwissenschaft durch Gleichstellung nach Geschlecht und eben nicht nach Fähigkeit zerstört werden, was insbesondere im Falle der Soziologie ein Jammer ist, war das Fach doch kurz vor der Phase der Normalwissenschaft (in der Terminologie von Thomas Kuhn). Der Zustrom von weiblichen Quotenkräften hat dem Sprung in die Normalwissenschaft ein Ende bereitet und die Soziologie mit Hilfe von qualitativen oder gar keinen Methoden wie das in Gender Studies und anderen die Welt betrachtenden Ideologien die Regel ist, in die Zeit vor der Aufklärung zurückgeombt, im wahrsten Sinne des Wortes gebombt. Wer jemals die Intelligenzbomben erlebt hat, die sich auf Lehrstühlen suhlen und das Wort an ihre Studenten verbreiten, jenes Wort, das noch nicht Sinn geworden ist, der wird nicht anders können, als diese Metapher nicht als Metapher zu nehmen, sondern als passend.

Und natürlich hat Manuel J. (J. ist wichtig) Hartung, keinerlei Idee davon, was Wissenschaft eigentlich ist, nämlich das Gegenteil von Politik. Es geht in der Wissenschaft nicht darum, die eigene Bewertung davon, was gut, schön und richtig ist, absolut zu setzen und andere dazu zu zwingen, die eigene Bewertung als Allgemeingültig zu akzeptieren, wie das Manuel J. (!sic) Hartung fordert, nein, in der Wissenschaft geht es zunächst einmal darum, Fakten zu sammeln und Ereignisse zu erklären.

Ein solches Vorgehen hat notwendig Ergebnisse zur Folge, die Politikern, die Fakten und Ereignisse im Lichte der eigenen Ideologie interpretieren, nicht passen, nicht gefallen können, wie z.B. die Feststellung, dass Rechts- und Linkspopulismus auf demselben inhaltlichen und intoleranten Fundament basieren, oder dass es immer dieselben kognitiven Defekte sind, die Menschen anfällig machen, für Ideologien und dass seit Jahrzehnten von Politikern Falsches behauptet wird, zuletzt gerade wieder im Zusammenhang mit dem Equal Pay Day. Denn die 21% Gender Pay Gap, die immer wieder beschworen wurden, sie sind eine Lüge, so wie das ganze Gebilde des Genderismus auf Lügen gebaut ist, wie man schon daran erkennt, dass immer noch niemand eine Gleichstellung von Frauen bei Kanalarbeitern, Fernfahrern oder Bergarbeitern fordert. Derartige Auslassungen sind untrügliche Belege dafür, dass es nicht um die beschworenen Werte von Gerechtigkeit und Chancengleichheit geht, sondern darum, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen, trotz weniger Leistung die gleichen Ergebnisse in Form von Geld zu erzielen. Manuel J. Hartung darf gerne die entsprechenden Forschungsergebnisse, die auf ScienceFiles leicht zu finden sind, zum Gegenstand eines entsprechenden Beitrages in der ZEIT machen. Und tatsächlich handelt es sich dabei um wissenschaftliche Ergebnisse, die politisch relevant sind und Genderisten dabei entlarvt, wie sie versuchen, sich auf anderer Kosten durchzuschlagen.

Aber vermutlich sind derartige wissenschaftliche Ergebnisse Herrn Hartung, J. Hartung, zu politisch. Da ist es schon einfacher, die eigene Kleingeistigkeit zu verallgemeinern und zu beklagen, dass Wissenschaftler nicht Mahnwachen vor den Parteizentralen der AfD abhalten. Ein letzter Grund, der die Abwesenheit der Wissenschaftler erklären könnte. Sie mögen die Idee hinter Demokratie verstanden haben, im Gegensatz zu Manuel J. Hartung.

FakeNews, FakeUmfragen, FakeVerstand: dpa verbreitet Datenjunk

Ein große Mehrheit der Menschen in Deutschland ist überzeugt, durch Fake News könnten Wahlen beeinflusst werden“.

YouGov hat es angeblich ermittelt.

dpa verbreitet es.

Wir fragen: Was wäre wohl herausgekommen, wenn man die Frage anders gestellt hätte?

Nicht:

Survey ResearchWie sehr stimmen Sie der Aussage zu, „dass Populisten aufgrund von FakeNews an Zustimmung gewinnen“?

sondern:

Wie sehr stimmen Sie der Aussage nicht zu, „dass Populisten aufgrund von FakeNews an Zustimmung gewinnen“?

Dass Befragte gerne zustimmen, ist ein bekanntes Phänomen. Dass man sie durch positive Formulierungen zur Zustimmung bewegen kann, ist noch bekannter, hat gar einen eigenen Namen: „affirmation bias“. Und dass dieser „affirmation bias“ besonders bei Fragen zu Themen, deren richtige Bewertung die Medien Tag und Nacht in die Hirne ihrer Konsumenten zu trommeln versuchen, vorhanden ist, ist noch bekannter.

Kennt man diese Möglichkeit, Umfragen zu manipulieren, bei YouGov nicht oder setzt man sie bewusst ein?

Wie auch immer, dass die Ergebnisse Unsinn sind, kann man auch anders argumentieren, nämlich mit Bezug auf diejenigen, die die Antworten gegeben haben:

84% der 1017 Befragten sind der Ansicht, dass Populisten aufgrund von FakeNews an Zustimmung gewinnen können. Natürlich sind diese 84% der Ansicht, dass der Versuch, mit FakeNews Zustimmung zu erheischen, bei ihnen erfolglos wäre, denn anfällig sind immer die anderen, nie man selbst. Entsprechend bleiben 16%, die nach Ansicht von 84% der 1017 YouGov-Befragten für FakeNews anfällig sind. Indes, 14% sind der Ansicht, dass FakeNews eher oder ganz und gar nicht zu Gunsten von Populisten wirken. Bleiben noch 2% die vielleicht anfällig sind, aber die fallen unter den statistischen Fehler. Die Frage, die man bei YouGov gestellt hat, ist schlichter Blödsinn, produziert kein verwertbares Ergebnis, sondern Datenjunk. Das hindert dpa natürlich nicht daran, den Datenjunk zu verbreiten.

Das gleiche trifft auf die Feststellung zu, dass 90% der 1017 YouGov-Befragten voll und ganz oder eher der Ansicht sind, FakeNews könnten zur Diskriminierung einzelner Personen führen.

Ein Tag ohne dpa und YouGov könnte dazu führen, dass sich der Verstand einzelner Personen wieder aus dem Wahnsinn in die Normalität rettet.

Nun, wer stimmt dieser Aussage zu? Voll und ganz oder eher?

Kann im Konjunktiv als „könnte, macht die You-Gov Frage zunichte, denn könnte kann viel. Z.B:

Könnte das Treffen zwischen Merkel und Trump dazu führen, dass Ralf Stegner einen seiner Beleidigungstweets absetzt.

Der Neumond von heute, könnte dazu führen, dass in Wanne Eickel ein Mensch nicht diskriminiert wird, der bei Vollmond noch diskriminiert worden wäre.

Und die Befragung von 1017 Deutschen durch YouGov könnte dazu führen, dass die Bereitschaft, sich von YouGov in Zukunft befragen zu lassen, erheblich sinkt.

Zustimmung?
Voll und ganz?
Oder eher eher?

Medienanalyse: Die öffentlich-rechtlichen Spalter der Gesellschaften

Das neue Lieblingsbild der Journalie ist die gespaltene Gesellschaft. Die gespaltene Gesellschaft, sie ist eine Gesellschaft, in der Wahlergebnisse und öffentliche Diskurse nicht in der Weise entschieden werden, wie es denen, die nun eine Spaltung sehen, gefallen würde.

Wir haben eine kurze Medienanalyse durchgeführt, die zeigt, welche Inhalte das Gerede von der Spaltung als Reflex bei Journalisten bzw. solchen, die es sein wollen, auslösen.

Unsere Reise durch die öffentlich-rechtliche Medienlandschaft beginnt bei der ARD:

BREXIT_the-great-escape-443x264„Der 23. Juni war der Schicksalstag für Großbritannien und die EU: Die Briten haben abgestimmt – nach 41. Jahren wollen sie die EU verlassen.“ Mit anderen Worten, die Briten wollen sich verändern, in die falsche Richtung, wie man bei der ARD befindet, weshalb eine Reportage ein „gespaltenes Land“ zeigen soll und natürlich all die negativen Folgen, die mit dem BREXIT verbunden sein sollen.

Analyse: Spaltung entsteht durch eine Mehrheitsentscheidung in einem Referendum.

Weiter geht es mit dem Deutschlandfunk, dessen gespaltene Gesellschaft im Osten liegt, in Polen, um genau zu sein:

„Die polnische Gesellschaft ist gespalten: Die einen unterstützen die nationalkonservative Regierung der PiS und finden es gut, dass jemand mit den Kommunisten aufräumt. Die andere Seite sieht Polen auf dem Weg zu einem autoritären Staat. Versöhnliche, vermittelnde Töne sind selten.”

Analyse: Spaltung entsteht durch unterschiedliche politische Interessen und entsprechenden Wettbewerb.

Wenn es um gespaltene Gesellschaften geht, dann dürfen natürlich die USA nicht fehlen. Die USA sind eine gespaltene Nation, so befindet abermals der Deutschlandfunk, wobei die Spaltung sich als Ergebnis der Präsidentenwahl ergibt.

„Eine gute Woche nach der Präsidentschaftswahl sind die USA zerrissener als je zuvor. Auf der einen Seite stehen die triumphierenden Anhänger Donald Trumps – vor denen sich auf der anderen Seite vor allem Minderheiten fürchten. Wie wird Trump dieses Land ohne jegliche politische Erfahrung regieren – und das Versprechen der Einigung einlösen?“

Analyse: Spaltung ist, wenn ein Präsident nicht von allen gewählt wird.

Nicht nur die USA, Polen oder Großbritannien sind eine gespaltene Gesellschaft, auch die Türkei, die Türkei ganz besonders, denn dort stehen sich abermals Befürworter und Gegner von in diesem Fall „Erdogan“ gegenüber.

„Die türkische Gesellschaft ist gespalten in „für“ oder „gegen“ Erdogan. Viele Anhänger der Opposition haben Angst vor noch mehr willkürlicher Aggression. Die Anhänger des Staatspräsidenten, die sich erfolgreich den Panzern der Putschisten entgegengestellt hatten, fühlen sich jetzt stark und glauben, sie seien ein Teil der Macht.“

Analyse: Spaltung liegt vor, wenn die Gesellschaft in diejenigen zerfällt, die die Regierung befürworten und diejenigen, die die Regierung ablehnen.

Damit ist die Liste der gespaltenen Gesellschaften jedoch längst nicht am Ende. Es fehlt noch Frankreich. Auch Frankreich ist eine gespaltene Gesellschaft, wie die ARD befindet:

SpaltDer Bruch: Frankreichs gespaltene Gesellschaft
19.02.17 | 05:47 Min. | Verfügbar bis 19.02.2018
Der Soziologe Gilles Kepel analysiert das Frankreich der letzten Jahre und die aufgeheizte Stimmung, erschüttert durch islamistischen Terror und einen chaotischen Wahlkampf.

Analyse: Eine gespaltene Gesellschaft resultiert aus einer aufgeheizten Stimmung, die entweder von islamistischem Terror oder von einem chaotischen Wahlkampf oder von beidem verursacht wird.

Gespaltene Gesellschaften finden sich somit in Großbritannien, in den USA, in der Türkei, in Frankreich, in Polen … Fehlen noch die Niederlande, die natürlich auch eine gespaltene Gesellschaft sind – für die ARD zumindest:

„Bunt, weltoffen, im positive Sinne ein bisschen anders – so ist der Eindruck, den viele von den Niederlanden haben. Doch die niederländische Gesellschaft ist inzwischen deutlich gespaltener. Und das spielt besonders vor der Wahl am Mittwoch eine Rolle.“

Analyse: Die gespaltene Gesellschaft ist nicht mehr nur bunt, weltoffen und anders, nein, sie ist auch gespalten.

Gespaltene Gesellschaften finden sich über ganz Europa verteilt. Sie finden sich als Ergebnis:

  • einer Mehrheitsentscheidung in einem Referendum;
  • unterschiedlicher Interessen und entsprechenden politischen Wettbewerbs;
  • wenn in den USA ein Präsident gewählt wird;
  • wenn eine Gesellschaft in diejenigen zerfällt, die die Regierung befürworten und diejenigen, die die Regierung ablehnen;
  • wenn die Stimmung aufgeheizt ist, entweder wegen Terror oder wegen chaotischem Wahlkampf oder wegen beidem;
  • wenn die Gesellschaft nicht mehr nur bunt, weltoffen und anders, sondern auch gespalten ist.

Bei all der Spaltung fragt man sich, wo in Europa noch eine intakte, ungespaltene Gesellschaft zu finden ist.

Wo wohl?

In Deutschland.

Deutschland ist keine gespaltene Gesellschaft, warum?

  • Es gibt keine Referenden.
  • Politischer Wettbewerb findet nicht auf Basis unterschiedlicher Interessen statt.
  • Der Präsident wird unter den Parteien ausgekungelt, nicht von der Bevölkerung gewählt.
  • Es gibt keine Opposition. Diejenigen, die die Regierung ablehnen, sind nicht Bestandteil der Gesellschaft, sondern rechter Trash, entsprechend kann auch keine Gesellschaft gespalten werden.
  • Es gibt keinen Terror, es gibt nur Einzeltäter und Wahlkampf ist nicht chaotisch, sondern geplant und geregelt, notfalls durch Gerichte.
  • Deutschland war nie bunt oder weltoffen, Bunte waren regelmäßig angestrichene Braune, die versuchen, anderen ihren Willen aufzuzwingen. Da alle gleich funktionieren, kann man nichts spalten.

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FakeNews: Martin Schulz macht Wahlkampf für quasi-Demente

Dieses Zitat wird derzeit von der ARD-Tagesschau verbreitet.

Dass die ARD das Zitat im Rahmen der Kampagne „Rückgewinnung der Deutungshoheit öffentlich-rechtlicher Medien“ verbreitet, ist kein Wunder. Schließlich haben die öffentlich-rechtlichen Konkurrenz durch das Internet bekommen und die Konkurrenz durch Blogs, Foren und soziale Netzwerke hat dazu geführt, dass die Kritik an der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zugenommen hat.

Deshalb sind Politiker wie Martin Schulz bemüht, das Meinungsmonopol der öffentlich-rechtlichen und der sonstigen Mainstream-Medien wieder herzustellen. Politiker und Parteien haben über Jahrzehnte Geld der Steuerzahler investiert, um Einfluss auf die Medien zu gewinnen. Entsprechend sitzen Politiker in den Programmgremien der öffentlich-rechtlichen Sender. Damit nicht zufrieden, hat sich die SPD ein Medienimperium sonders gleichen aufgebaut. Natürlich nicht, um „die Menschen“, wie es dann gewöhnlich heißt, zu manipulieren, sondern … Ja, warum eigentlich? Vielleicht, weil man neben einer Briefkastenfirma in Hongkong auch mehrere Dutzend Unternehmen in Deutschland SPD-eigen nennen will.

Wie dem auch sei, das Meinungsmonopol der Mainstream-Medien ist verloren gegangen, das, was Generationen von Medienwissenschaftlern unter dem Stichwort „Agenda Setting“ beschrieben haben, also die Macht von Medien, über etwas zu berichten oder auch nicht und die Möglichkeit, dadurch und durch die Art der Berichterstattung, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, ist Vergangenheit. Die Gegenwart sieht das Internet als Ort, an dem die Meldungen, die sich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht finden, verbreitet werden und in dem die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien kontrolliert, kritisiert und nicht selten als falsch und manipulativ entlarvt wird.

Die SPD hat in die falschen Unternehmen investiert und sitzt nun auf ihrem Zugriff auf die öffentlich-rechtlichen Medien und ihrem Pressekonzern, deren Erzeugnisse immer weniger Deutsche lesen wollen und denen noch weniger Deutsche trauen.

Was tun? Das hat schon Genosse Lenin gefragt.
Und Genosse Schulz hat seine eigene Antwort.

Er spielt den Frontmann einer Kampagne, die versucht, mit allerlei Erfundenem einerseits das Internet als Informationsquelle zu diskreditieren und andererseits öffentlich-rechtliche und andere Mainstream-Medien als Informationsmonopolisten wieder zu etablieren.

Und zwar mit Aussagen wie diesen:

Die Kunst Recht zu behalten jpg„Wer für sich reklamiert, dass das kritische Hinterfragen der eigenen Meinung durch Medien Lügenpresse sei, der legt die Axt an die Wurzeln der Demokratie.
Ob er Präsident der Vereinigten Staaten ist oder bei Pegida mitläuft.“

Wir haben uns lange überlegt, welcher logische Fehlschluss oder welches rhetorische Faul hier vorliegt. Wir wollen Martin Schulz ja nicht Unrecht tun. Recht schnell war klar: Sophisterei ist es nicht. Denn Sophisterei beruht auf dem Missbrauch von Argumenten, setzt also Argumente voraus. Entsprechend können wir alle 38 Kunstgriffe, die Arthur Schopenhauer gesammelt hat, streichen. Betrachtet man die Aussagen von Schulz etwas genauer, dann drängt sich die straw man fallacy auf, also das Schaffen eines sprachlichen Strohmanns, den man dann ebenso sprachlich erledigen kann. Das setzt abermals ein Argument voraus, aber Schulz macht kein Argument:

Er bringt den Begriff Lügenpresse mit dem Hinterfragen der eigenen Meinung in Verbindung, eine Verbindung, die niemand außer Schulz bislang hergestellt hat. Schulz kreiert hier also FakeNews, einen Strohmann, denn der Begriff der Lügenpresse bezieht sich darauf, dass die Medien falsch, manipulativ oder unter Auslassung wichtiger Fakten berichten, nicht darauf, dass in Berichten von Medien die eigene Meinung kritisch hinterfragt worden wäre. Soweit passt Schulzens Aussage noch zur straw man fallacy.

Im Anschluss daran stellte Schulz eine konditionale Verbindung her und behauptet das Ende der Demokratie für den Fall, dass das Hinterfragen der eigenen Meinung durch öffentlich-rechtliche Medien mit dem Begriff „Lügenpresse“ bezeichnet werde.

Wenn also das, was niemand tut, getan würde, dann wären die Wurzeln der Demokratie von einer Axt bedroht. Ein Gehalt dieses Satzes ist nicht vorhanden. Es ist ein inhaltsleerer Satz. Er entspricht dem Satz: Wenn Martin Schulz etwas Intelligentes sagen würde, dann wären Intelligenztests in ihrer Validität widerlegt.

Im nächsten Schritt wird eine sprachliche Verbindung zum Präsidenten der USA und zu Pegida hergestellt.

Beide (der US-Präsident und Pegida) haben nichts miteinander zu tun.

Beide haben nichts mit dem zu tun, was niemand tut, nämlich das kritische hinterfragen der eigenen Meinung durch die Medien als Lügenpresse zu bezeichnen.
Lügenpresse-Transparente bei Pegida kritisieren eine falsche oder verzerrte Berichterstattung der Medien. Diejenigen, die die Transparente in die Höhe halten, machen einerseits von ihrem diesbezüglichen demokratischen Recht Gebrauch, andererseits machen sie sich um die Demokratie verdient, denn sie kritisieren eine Fehlentwicklung in den öffentlich-rechtlichen Medien. Wenn Schulz diese Kritik als etwas darstellen will, was nicht geduldet werden darf, dann ist er es, der die Demokratie beseitigen will – niemand sonst.

Schließlich hat Donald Trump, bei dem man sich fragt, wie das Leben deutscher Politiker und Medien überhaupt möglich war, ohne Donald Trump, die Berichterstattung der US-Medien kritisiert, abermals weil die Berichterstattung aus seiner Sicht falsch ist. Ob sie das ist, kann man prüfen. Dass es Politiker wie Schulz nicht prüfen, aber als Grundlage ihrer Rabulistik benutzen, spricht Bände.

martin-schulz-hitlergrussUnd um den infamen Versuch, Menschen mit Erfundenem zu beeindrucken, auf die Spitze zu treiben, will Schulz seinen Claqueuren gleich noch die Prämisse unterschieben, es sei die Aufgabe von Medien, die Meinung der Bürger zu kritisieren. Die Aufgabe von Medien besteht darin, Informationen zu verbreiten, nicht darin, Meinungen zu kritisieren und in politisch-korrekt richtige und falsche zu unterteilen (schon aufgrund mangelnder Fach- oder Sachkompetenz), setzt doch Letzteres ein Wissen nicht nur der richtigen Meinung, sondern der Meinungen der Deutschen voraus Es steht Medien aber nicht zu, sich zum Richter darüber auszuschwingen, wessen Meinung richtig und wessen Meinung falsch ist, jedenfalls Medien, die nicht zum verlängerten Arm totalitärer Politik geworden sind, nicht.

Wir sind nach kurzer Diskussion in der Redaktion zu dem Schluss gekommen, dass keine straw man fallacy vorliegt, schon weil keiner der drei Sätze, die Schulz macht, etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat. Es sind Hirngespinste, die genutzt werden sollen, um die naiven unter den Lesern, diejenigen, die auf Begriff reagieren und nicht auf deren Gehalt, zu beeindrucken und mit Schulzens Wort zu versorgen. Insofern sind die Aussagen aus sprachlicher Sicht als erfundene Aussagen anzusehen, die aufgestellt werden, um zu diffamieren und über die Diffamierung eine affektive Brücke zu denen herzustellen, die sich nur zu gerne sozial mit Inhalten identifizieren, die dazu dienen, Dritte durch Diffamierung auszugrenzen.

Wenn Aussagen einzig zu dem Zweck erfunden werden, Dritte zu diskreditieren, dann liegt zum einen eine moralische Unreife vor, zum anderen muss beim Erfinder die Überzeugung vorhanden sein, dass es ein Leichtes sei, die Deutschen mit affektiven Leerformeln und auf der Grundlage eines gemeinsamen Feindes zu bündeln. Das kann Martin Schulz jedoch nur denken, wenn man den durchschnittlichen Deutschen für jemanden hält, der ihm intellektuell unterlegen ist, was ein Volk der quasi-Dementen voraussetzt.

Wider die Lückenpresse: Donald Trump im Vereinigten Königreich willkommen

In den deutschen Medien hat eine Petition, die sich dagegen richtet, Donald Trump bei seinem Staatsbesuch im Vereinigten Königreich alle Ehren, die dem US-Amerikanischen Präsidenten angemessen sind, zu erweisen, viel Aufmerksamkeit gefunden.

Die öffentlich-rechtliche Meinungsfront titelte z.B.:

Vergessen, in der öffentliche-rechtlichen Berichterstattung wurde eine zweite Petition, die zwischenzeitlich mehr als 300.000 Briten unterzeichnet haben und die sich ausdrücklich dafür ausspricht, Donald Trump im Vereinigten Königreich mit allen entsprechenden Ehren zu empfangen, denn das „ U.K. is a country that supports free speech and does not believe that people that oppose our point of view should be gagged“.

Zwischenzeitlich gibt es eine Antwort der Britischen Regierung auf die entsprechende Petition, die wir veröffentlichen, um die Lücke zu füllen, die die entsprechende Petition in deutschen Medien darstellen wird.

hm-petition-trump“HM Government believes the President of the United States should be extended the full courtesy of a State Visit. We look forward to welcoming President Trump once dates and arrangements are finalised.

HM Government supports this petition.

During her visit to the United States on 27 January 2017, the Prime Minister, on behalf of Her Majesty the Queen, invited President Trump for a State Visit to the UK later this year. The invitation was accepted. This invitation reflects the importance of the relationship between the United States of America and the United Kingdom. At this stage, final dates have not yet been agreed for the State Visit.

Foreign and Commonwealth Office

Und in Deutsch:

Die Regierung ihrer Majestät ist das Ansicht, dass dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die vollen Ehren eines Staatsbesuches zu teil werden sollten. Wir freuen uns darauf, Präsident Trump willkommen zu heißen, wenn die Termine für den Besuch bestimmt und die Planung des Besuchs abgeschlossen ist.

Die Regierung Ihrer Majestät unterstützt diese Petition.

Während ihres Besuchs in den USA am 27. Januar 2017 hat die Premierministerin im Auftrag Ihrer Majestät der Queen Präsident Trump zu einem Staatsbesuch in das Vereinigte Königreich für das Spätjahr 2017 eingeladen. Die Einladung wurde angenommen. Die Einladung spiegelt die Bedeutung der Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich wider. Zur Zeit gibt es noch kein genaues Daten für den Staatsbesuch.

250px-1890_bismarcks_ruecktrittAber britische Politiker waren immer gute Diplomaten …

Das kann man von deutschen Politikern nicht im gleichen Umfang behaupten.

Mit Blick auf Deutschland fühlt man sich derzeit in vielerlei Hinsicht an die diplomatischen Clownerien erinnert, mit denen Kaiser Wilhelm II und seine Regierungen innerhalb nur weniger Jahre das fragile Netz deutscher dipomatischer Beziehungen und entsprechender Einbindung in die Welt, das Otto von Bismarck in Jahrzehnten gewebt hatte, innerhalb von nur wenigen Jahren zerstört und Deutschland weitgehend isoliert haben.

Diffamierungsspirale II: Wie Linke FakeNews produzieren und zum Diffamieren benutzen

Vor einiger Zeit haben wir die „Theorie der Diffamierungs-Spirale“ aufgestellt, die sich wie folgt zusammenfassen lässt.

  • black hole spiralEine falsche Behauptung wird in die Welt gesetzt.
  • Die falsche Behauptung wird von Mainstream-Medien aufgenommen und verbreitet. Die Mainstream-Medien haben sich mit viel Begeisterung auf die falsche Behauptung gestürzt, Stängele wollte mit seiner Petition Homosexualität aus dem Lehrplan von Schulen verbannen.
  • Die falsche Behauptung zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus einer Bewertung besteht und sich gegen eine Person oder Personen richtet, die z.B. gegen den politischen Mainstream Stellung bezogen hat oder haben. Unser Beispiel, an dem entlang wir die Theorie der Diffamierungsspirale entwickelt haben, war die Petition von Gabriel Stängle, die sich gegen den Bildungsplan 2015 der Baden-Württembergischen Landesregierung gerichtet hat. Die falsche Behauptung, die anschließend durch die Medien ging, lautete: Die Petition fordere, Homosexualität solle aus dem Lehrplan gestrichen werden – eine nachweislich falsche Behauptung, die von der damaligen Landesregierung in Baden-Württemberg in die Welt gesetzt wurde.
  • Auf Basis der falschen Behauptung, die von Mainstream-Medien verbreitet wird, formiert sich Widerstand. Der Widerstand richtet sich gegen die Chimäre, die Mainstream-Medien verbreiten. Die nächste Schleife der Diffamierungs-Spirale ist erreicht. Aktivisten und sonstige Berufsaufgeregte machen gegen die falsche Behauptung mobil und drehen die Spirale durch Begriffe wie Homophobie und Homosexuellen-Hass eine Umdrehung weiter.
  • In der nächsten Schleife der Diffamierungs-Spirale können Mainstream-Medien nun wahre Berichte über z.B. eine Gegenpetition, die verlangt, dass Homosexualität im Lehrplan enthalten bleibt und die sich gegen die ursprüngliche Petition von Stängle richtet, verbreiten und damit die falsche Behauptung, die Grundlage aller nachfolgenden Aktivitäten ist, zementieren.

Mit jeder Schleife der Diffamierungs-Spirale wird eine weitere Aufregungsstufe genommen. Zwischen dem, was in der ursprünglichen Petition von Stängle steht und dem, was in Massenmedien, Gegenpetitionen, aktuellen Stunden und zu anderen Anlässen über diese Petition verbreitet wird, gibt es nicht einmal mehr eine Schnittmenge. Die Fronten zwischen denen, die mit der Petition ein ihnen wichtiges Anliegen kundgetan haben und denen, die auf Grundlage einer falschen Behauptung ein Feindbild errichtet haben und es nun geradezu liebevoll ausschmücken, sind verhärtet, es gibt keine Möglichkeit der Verständigung.

Das ist der Zweck von Diffamierungs-Spiralen: Verständigung zwischen Bürgern, die von sich denken, sie seien unterschiedlicher Ansicht, zu verunmöglichen. So, wie wir die Systematik der Diffamierungs-Spirale hier beschrieben haben, könnte man denken, die Technik stamme direkt aus dem Werkzeugkasten sozialistischer Diffamierungs-Spezialisten, wie sie in der Stasi (Stichwort: Zersetzung) am Werk gewesen sind (Wohin sind die entsprechenden Stasi-Experten eigentlich alle verschwunden?).

Und tatsächlich zeigt das, was Prof. Dr. Werner Patzelt wiederfahren ist, dass Linke sich sehr gerne der Technik der Diffamierungs-Spirale bedienen. Patzelt hat auf seinem eigenen Blog gerade seine Erfahrungen damit zusammengefasst, dass er die Pegida-Bewegung wissenschaftlich aufgearbeitet hat. Weil Patzelt an Erkenntnis und nicht an Ideologie interessiert ist, fehlen bei ihm die für Linke und Meinungsterroristen so wichtigen Stichworte, wie „Nazis“, „Rechtsextreme“, „Pack“. Patzelt untersucht, was Pegida ist, wie Pegida entstehen konnte und welchem Zweck, Pegida dient. Er tut dies, wie es Wissenschaftler tun, beschreibend und erklärend, nicht bewertend.

Das war zu viel für einige Mitarbeiter und Studierende der Technischen Universität Dresden, von denen man sich fragen muss, was sie an einer Universität wollen. Wissenschaft wollen sie offensichtlich nicht betreiben. Ihr Bestreben war vielmehr darauf gerichtet, eine Diffamierungs-Spirale gegen Werner Patzelt zu starten:

  • Jamula IndoktrinationDie Diffamierungs-Spirale beginnt damit, dass die Mitarbeiter und Studenten der TU-Dresden, sich „tatsachenverdrehend-denunziatorisch“, wie Werner Patzelt schreibt, über Patzelt äußern. Dass man ihn vom Beobachter und Analytiker der Pegida zum Unterstützer und Anhänger der Pegida gemacht hat, erklärt sich Patzelt mit einerseits Ahnungslosigkeit, andererseits Böswilligkeit auf Seiten der entsprechenden Mitarbeiter und Studenten.
  • Die falsche Behauptung, Patzelt sei Unterstützer und Anhänger der Pegida wirkt auf mache Journalisten, wie Licht auf Mücken. Sie schwärmen, denn das journalistische Geschäft läuft besser mit denunziatorischen als mit deskriptiven Inhalten, wie sie glauben. Also verbreiten einige Zeitungen die böswillig falsche Behauptung der Mitarbeiter und Studenten aus Dresden.
  • Auf Grundlage dieser falschen Medienberichte inszenieren Studenten außerhalb von Dresden Widerstand gegen Werner Patzelt, wenn Patzelt z.B. an der HTWK in Leipzig einen Vortrag halten soll oder an die Universität Mainz eingeladen ist, um dort einen Vortrag zu halten.
  • Dieser Widerstand der Studenten, die böswilligen Falschaussagen nur zu willig auf den Leim gehen, vermutlich weil nicht wenige von ihnen die Böswilligkeit teilen, die die Triebkraft hinter den falschen Behauptungen ist, die Mitarbeiter und Studenten der TU-Dresden aufgestellt haben, wird wiederum Gegenstand von Berichten in den Mainstream-Medien. Das falsche Bild vom Pegida-Unterstützer Patzelt hat sich mittlerweile gesetzt und dazu geführt, dass im Hinblick auf Werner Patzelt zwei Lager von Feinden und Freunden entstanden sind, zwischen denen keine Verständigung mehr möglich ist.

Hier endet zunächst die Diffamierungs-Spirale, und für Wissenschaftler stellt sich hier die Frage, wie es dazu kommen kann, dass falsche Behauptungen aufgestellt werden, von Medien verbreitet werden und dazu genutzt werden, Personen des öffentlichen Lebens zu diffamieren. Das Stasi-Konzept der Zersetzung stellt eine Möglichkeit der Erklärung dar. Die Böswilligkeit, mit der falsche Behauptungen wissentlich in die Welt gesetzt werden, kann so erklärt werden, denn Ziel des Konzeptes der Zersetzung ist die „systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben“. So steht es nachzulesen in Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge (OV) des Ministeriums für Staatssicherheit.

Diese Erklärung geht von zielgerichtetem Verhalten, von absichtlicher Verleumdung und Diskreditierung derjenigen Menschen aus, die es wagen, von der Ideologie abzuweichen, die die Diffamierer als Wahrheit durchsetzen wollen. Dass diese Erklärung zutrifft, dafür spricht, dass Werner Patzelt sich von Anfang an sehr ausführlich mit den falschen Behauptungen, die über ihn in die Welt gesetzt wurden, auseinandergesetzt und jede falsche Behauptung widerlegt hat. Zudem hat er die falschen Behaupter regelmäßig zu Stellungnahmen aufgefordert und hat ebenso regelmäßig Schweigen geerntet.

Ein anständiger Mensch, der einsehen muss, dass er eine falsche Behauptung über z.B. Werner Patzelt in die Welt gesetzt hat, einfach deshalb, weil ihm klipp und klar nachgewiesen wird, dass seine Behauptung falsch ist, ein anständiger Mensch entschuldigt sich und stellte seine falsche Behauptung richtig. Schon das Schweigen derjenigen, die die falschen Behauptungen in die Welt gesetzt haben, zeigt: Bei ihnen handelt es sich nicht um anständige Menschen. Das spricht dafür, dass sie Patzelt böswillig und absichtlich diffamieren und verleumden wollten.

Nun gibt es noch eine zweite Erklärung, eine, auf die wir regelmäßig zurückkommen und die Patzelt mit dem Begriff „Ahnungslosigkeit“ beschreibt: Dummheit, die einem Realitätsverlust geschuldet ist.

Wir haben den Umstand, dass Dumme am öffentlichen Diskurs in Deutschland teilnehmen können, darauf zurückgeführt, dass es eine Reihe geschlossener Systeme gibt, wie Luhmann das genannt hat. Geschlossene Systeme (oder Echo-Chambers), Mainstream-Medien, politische Netzwerke, linke Studenten und Mitarbeiter an der TU-Dresden, sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Mitglieder des Systems nur die Inhalte als korrekte Inhalte ansehen, die sie sich gegenseitig wieder und wieder als korrekte Inhalte bestätigt haben. Die gegenseitige Bestätigung und Beglaubigung der Richtigkeit der eigenen Position erfolgt dabei nicht über kognitive Mechanismen, die eine Prüfung dessen, was man glaubt, an dem was ist, zum Gegenstand hat. Die Mitglieder der geschlossenen Systeme tauschen vielmehr Affekte miteinander. Sie bestätigen sich gegenseitig, gute Menschen und würdige Angehörige der eigenen Gruppe zu sein, indem sie einen gemeinsamen Feind bekämpfen. Sie zetern über Rechte, wüten gegen Nazis, schimpfen über Anti-Feministen und stilisieren jeden zum Feind, der nicht ist, wie sie selbst. Die Mitglieder derartiger selbstreferentieller Gruppen müssen über kurz oder lang verdummen, weil sie zum einen nicht lernen können, denn lernen kann man nur aus Fehlern und im Austausch mit der Realität und beides kommt in der Welt der Abgeschlossenen nicht vor. Zum anderen verdummen die Mitglieder derartiger Gruppen, weil man durch den ausschließlichen Austausch von Affekten notwendig verdummen muss. Wer das nicht glaubt, der soll einmal den Test machen, wie lange er es durchhält, seinen Selbstwert und seine Identität einzig daraus zu beziehen, dass er über eine Gruppe (imaginierter) Feinde und von morgens bis abends herzieht. Weil die Mitglieder selbstreferentieller Gruppen als Folge ihrer Weigerung, sich mit Fakten in der wirklichen Welt auseinanderzusetzen, verdummen, deshalb sind sie nicht fähig einzusehen, wenn sie sich im Irrtum befinden, und sie sind nicht dazu in der Lage, Argumente entweder zu formulieren oder zur Kenntnis zu nehmen. Folglich müssen sie jeden Kontakt mit Widerspruch und Kritik vermeiden, was uns zurückführt zu der Kommunikationsverweigerung, die Patzelt regelmäßig begegnet ist, wenn er versucht hat, mit denen, die falsche Behauptungen über ihn in die Welt setzen, Kontakt aufzunehmen.

Welche der beiden Erklärungen richtig ist, ob sich beide Ergänzungen ergänzen, das sind empirische Fragen, die man im Rahmen eines entsprechenden Forschungsprojektes beantworten müsste.

fakenewsEs ist problemlos möglich, FakeNews als Begriff in die Diffamierungs-Spirale einzubauen, denn FakeNews, die nachweislich falschen Behauptungen über Stängeles Petition oder Patzelts Präferenzen, die es in die Mainstream-Medien geschafft haben, sind der Ausgangspunkt der Diffamierungs-Spirale, was zeigt, FakeNews sind nicht neu und wurden auch nicht von der Stasi erfunden, nur sehr wirkungsvoll eingesetzt. Das legt den Schluss nahe, dass FakeNews kein Problem sind, das sich ausschließlich auf der rechten Seite des ideologischen Spektrums findet, sondern ein Problem, das sich in gleichem Ausmaß, wie Patzelt meint auf der linken Seite des politischen Spektrums findet. Wir sind hier anderer Meinung, wir denken, dass FakeNews ihren Ausgangspunkt auf der linken Seite des politischen Spektrums haben, schon weil Linke affiner für böswillige Unterstellungen sind, wenn es darum geht, den politischen Gegner zu diskreditieren. Dennoch wollen wir Werner Patzelt das Schlusswort überlassen:

“(1) Fake News lassen sich wirkungsvoll als Kampfmittel einsetzen – was ja lange schon bekannt ist.

(2) Die einschlägigen Fake News über mich gingen von Mitarbeitern und Studierenden am Dresdner Institut für Politikwissenschaft aus. Dass diese Fake News weiterhin – und zwar ganz kontrafaktisch – wie korrekte Aussagen behandelt und kolportiert werden, geniert diese Leute nicht. Ich behandle das als ein verachtenswertes Verhalten.

(3) Es wurde in diesem Fallbeispiel nachgewiesen, dass mit Fake News zu arbeiten bzw. naiv mit ihnen umzugehen keine Eselei nur von Rechten ist. Vielmehr waren auch Linke – sowie Wissenschaftler – schon lange vor ihren heute bekundeten Sorgen über die Folgen von Fake News ihrerseits im „postfaktischen Zeitalter“ angekommen. Meine Meinung: Es wäre gut, wenn die Blüte des Post- oder Alternativfaktischen allmählich zu Ende ginge – und zwar ebenso wie inzwischen jene Zeit des „radikalen Konstruktivismus“ zu Ende gegangen ist, zu dessen absehbar missratenem Nachfolger die heutige „Post- und Alternativfaktik“ geworden ist.