Zuwanderung von Aussiedlern erhöht die Kriminalität

Die Frage, wie sich Zuwanderung (Immigration) auf das Ausmaß der Kriminalität im Aufnahmeland auswirkt, wird unter Wissenschaftlern seit Jahrzehnten diskutiert (auch wenn es seit neuerer Zeit politisch nicht korrekt ist, diese Frage zu untersuchen). Die Diskussionen um Ausländerkriminalität aus den 1980er und 1990er Jahren kamen zu dem Ergebnis, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik und vor allem ihr Zustandekommen keine aussagekräftige Basis darstellt, um fundierte Aussagen über Ausländerkriminalität machen zu können. Internationale und vor allem ökonomische Studien, die sich mit der Frage von Zuwanderung und Kriminalität befasst haben, haben in der Regel einen geringen bis moderaten Effekt von Zuwanderung auf Kriminalität festgestellt.

Nun gibt es eine nagelneue Untersuchung, die Marc Piopiunik und Jens Ruhose, beide am Ifo-Institut in München beschäftigt (Piopiunik darüber hinaus an der Harvard Kennedy School of Government), durchgeführt haben. Und sie kommen zu einem anderen Ergebnis:

“We find that the inflow of ethnic German immigrants strongly increased crime rates. Importantly, we find that the crime impact depends heavily on the labor market condition in a region. In a region with low unemployment, immigration does not increase crime. In contrast, in regions with high unemployment, immigration raises crime rates substantially” (20).

Die Zuwanderung von Aussiedlern erhöht demnach die Kriminalität im Zuzugsgebiet erheblich, wobei der Effekt auf Zuzugsgebiete begrenzt ist, die eine hohe Arbeitslosenquote aufweisen.

Der Reihe nach.

Daten

Piopiunik und Ruhose haben für ihre Analysen eine Situation ausgenutzt, die in der Methodenlehre als quasi-Experiment bekannt ist. Deutschstämmige Aussiedler sind seit Beginn der 1990er Jahre in großer Zahl nach Deutschland gekommen. Mehr als 3 Millionen Aussiedler haben die Möglichkeit genutzt, nach Deutschland einzuwandern und postwendend die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten (siehe die Abbildung).

Ethnic German Influx

Quelle: Piopiunik & Ruhose, 2015: 25.

In Deutschland angekommen, wurden die Aussiedler nach einem festen Schlüssel, der das Bruttosozialprodukt und die Einwohnerzahl berücksichtigt hat, auf die Landkreise und kreisfreien Städte der Bundesländer verteilt. Einmal zugewiesen, mussten die Aussiedler am ihnen zugewiesenen Ort verbleiben. Deutschstämmige Aussiedler, die sich nicht an die Zuweisung gehalten haben und den Wohnort gewechselt haben, verloren ihren Anspruch auf eine Wohnung und die ihnen gezahlten Sozialleistungen, eine erhebliche Drohung, wie Piopiunik und Ruhose zeigen, denn einer Untersuchung von Haug und Sauer zufolge (2007: 120) hätten nur 11% der Aussiedler keine Sozialleistungen bezogen, nur 36% gaben an, innerhalb der ersten drei Jahre nach ihrer Ankunft in Deutschland gearbeitet zu haben, und 80% der Aussiedler lebten in Wohnungen, die ihnen von den Kommunen zur Verfügung gestellt wurden.

Vergleicht man die deutschstämmigen Aussiedler mit der deutschen Wohnbevölkerung, dann zeigt sich, dass die Aussiedler eine geringere Bildung aufweisen, wesentlich häufiger auf Hauptschulen zu finden sind, ein deutlich geringeres Einkommen beziehen und viel häufiger arbeitslos sind. Darüber hinaus weist die Mehrzahl von ihnen keine guten deutschen Sprachkenntnisse auf.

Die Berechnungen, die Piopiunik und Ruhose durchgeführt haben, basieren auf aggregierten Zahlen für 185 westdeutsche Landkreise und kreisfreie Städte und auf einem Zeitraum von 10 Jahren. Auf Ebene der Landkreise wurden Kriminalitätsraten berechnet (Anzahl der berichteten Delikte per 100.000 Einwohner). Es wurde die Zuwanderungsrate deutschstämmiger Aussiedler berechnet (Anzahl der Aussiedler per Einwohnerzahl). Das Bruttosozialprodukt für den entsprechenden Landkreis oder die entsprechende kreisfreie Stadt, die entsprechende Arbeitslosenrate und der Anteil von Immigranten, die sich bereits vor Zuwanderung der Aussiedler in dem entsprechenden Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt befunden haben, wurden zudem in den Analysen berücksichtigt.

Ergebnisse:

  • IZA8962Eine Zuwanderungsrate von einem deutschstämmigen Aussiedler pro 1000 Einwohner erhöht die Kriminalitätsrate um 0.9% (Anders formuliert, bei 20000 Einwohnern und 2000 Delikten pro Jahr, erhöht sich die Anzahl der Delikte bei 20 Zuwanderern um 18 Delikte).
  • Erfolgt die Zuwanderung in Landkreise oder kreisfreie Städte mit hoher Arbeitslosigkeit, dann erhöht sich die entsprechende Kriminalitätsrate um 1,5% (20 Zuwanderer entsprechen 30 zusätzlichen Delikte).
  • Der Effekt der Zuwanderung von deutschstämmigen Aussiedlern auf die Kriminalitätsrate ist in Landkreise bzw. kreisfreien Städten, die bereits eine hohe Kriminalitätsrate vor der Zuwanderung hatten, besonders ausgeprägt.
  • Am deutlichsten fällt die Zunahme der Kriminalitätsraten infolge der Zuwanderung bei Einbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung aus.

Zusammengenommen kann man feststellen: Die Zuwanderung von deutschstämmigen Aussiedlern in Landkreise oder kreisfreien Städte mit hoher Arbeitslosigkeit hat einen erheblichen Effekt auf die Kriminalität, einen umso höheren, je höher die Kriminalitätsrate vor der Zuwanderung bereits war.

Was kann man aus diesen Ergebnissen schließen?

Die Ergebnisse basieren auf Aggregatdaten, d.h. es werden Zuwanderungsraten mit Kriminalitätsraten pro Landkreis oder kreisfreier Stadt ins Verhältnis gesetzt. Daraus kann man nicht schließen, dass es eine Kausalität derart gibt, dass die Zunahme der Kriminalität auf kriminelle Aussiedler zurückgeht, denn es ist denkbar, dass die Zuwanderung in ökonomisch sowieso schon angespannte Lagen die Bereitschaft zur Kriminalität bzw. die Kriminalität der bereits dort lebenden Bevölkerung erhöht. Anders formuliert: Die Zuwanderung ist der Anlass für mehr Krimninalität, die Zuwanderer aber nicht die Kriminellen.

Entsprechend muss man zwischen einem direkten Effekt und einem indirekten Effekt der Zuwanderung unterscheiden. Ein direkter Effekt liegt vor, wenn die Zunahme der Kriminalität auf kriminelle Zuwanderer zurückgeführt werden kann. Ein indirekter Effekt liegt vor, wenn die Zunahme der Kriminalität eine Reaktion von Einwohnern des Landkreises oder der kreisfreien Stadt auf die Zuwanderung ist.

Welcher der beiden Effekte zutrifft, ist eine empirische Frage, die Piopiunik und Ruhose nicht untersucht haben. Allerdings verweisen sie auf eine Reihe von Untersuchungen, die als Indiz dafür gewertet werden können, dass es einen direkten Effekt gibt, dass die Zunahme der Kriminalität von Aussiedlern verursacht ist:

  • Eine Untersuchung von 19 Jugendstrafvollzugsanstalten in Westdeutschland kommt zu dem Schluss, dass Aussiedler unter den Häftliingen zu 100% überrepräsentiert sind.
  • Statistiken des Landeskriminalamts Baden-Württemberg zeigen, dass Aussiedler unter den Tatverdächtigen überproportional häufig sind.
  • Daten aus Jugendstrafvollzugsanstalten in Baden-Württemberg zeigen für den Zeitraum von 1990 bis 2001 eine Zunahme des Anteils der Aussiedler von 0,5% auf 19,1% der Häftlinge.

Diese Indizien sprechen also dafür, dass die Zunahme der Kriminalität durch deutschstämmige Aussiedler und somit durch Zuwanderung zumindest mitverursacht wurde.

Somit stellt sich die Frage, wie die höhere Kriminalität von deutschstämmigen Aussiedlern zu erklären ist und vor allem, wie zu erklären ist, dass ihre Kriminalitätsraten die für andere Immigrantengruppen gemessenen Kriminalitätszuwächse deutlich übersteigen?

MIgrantenfamilienDie Antwort, die Piopiunik und Ruhose als Hypothese in den Raum stellen, ist ebenso einleuchtend wie naheliegend: Deutschstämmige Aussiedler erhalten mit Einwanderung die deutsche Staatsbürgerschaft, d.h. sie stehen nicht in der Gefahr einer Ausweisung, wenn sie straffällig werden: “This lowers the expected conviction costs which, in turn, are predicted to increase crime propensities” (14).

Die Untersuchung von Piopiunik und Ruhose ist ein Beispiel für eine sorgfältige, eine ausgewogene und eine Untersuchung nach den Regeln der wissenschaftlichen Kunst. Studenten, die sehen wollen, wie eine gute Untersuchung konzipiert, durchgeführt und ausgewertet wird, sei die Untersuchung ausdrücklich empfohlen. Insbesondere sei die Untersuchung Soziologen empfohlen, die langsam beschämt sein müssten angesichts der Tatsache, dass die guten und interessanten Studien zu Hausthemen der Soziologie wie Migration und Kriminalität fast nur noch von Ökonomen durchgeführt werden.

Piopiunik, Marc & Ruhose, Jens (2015). Immigration, Regional Conditions, and Crime: Evidence From an Allocation Policy in Germany.  Bonn: Institute for the Study of Labor, IZA DP No. 8962

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13 Responses to Zuwanderung von Aussiedlern erhöht die Kriminalität

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  2. wollepelz says:

    Ihr solltet Eure Wohnung sichern. Die Antifa rüstet sich bestimmt schon. 😉

    Damit würde sie dann zwar beweisen, dass die Kriminalitätsrate auch indirekt wächst, aber…

  3. Ein wesentlicher Grund für die geschilderte Situation, dass Einwanderer eine höhere Kriminalitätsrate haben, liegt wohl an der kulturellen Entwurzelung. „Wir haben im Gegensatz zu euch keine Kultur die regelt was erlaubt ist und was nicht, wir müssen das mit Gesetzen machen“, meinte einst eine Forenfreundin aus den Vereinigten Staaten zu mir, in dem sie mir die gefühlte Unfreiheit und Reglimentierungen dort erklärte.
    http://glitzerwasser.blogspot.de/2014/01/okologismus-noch-ideologie-oder-schon.html

    Die Kultur vermittelt schon bevor die Kids überhaupt etwas von Gesetzen oder Moral verstehen, was man tut und was nicht. Haben die Jugendlichen aber keine kulturelle Verwurzelung mehr, fällt auch diese Grenze weg, und man gerät schneller an die Grenze der Gesetze.

  4. Philocodex says:

    Etwas dazu Passendes:
    In Köln hat ein Polizist per Leserbrief über die Zustände in der Stadt bezüglich krimineller Ausländer informiert. Der Kölner Stadtanzeiger hat den Brief nicht veröffentlicht und stattdessen AN DEN POLIZEIPRÄSIDENTEN weitergegeben.

    Was im Journalismus absolut verboten ist: Informanten werden nicht verraten. Offenbar gilt das nicht, wenn der Informant “rechts” ist. Dann muß er bestraft und vernichtet werden.

    Mittlerweile hat der Presserat das Vorgehen des KSA öffentlich gerügt.
    http://www.ksta.de/koeln/polizist-drohen-konsequenzen,15187530,28686130.html?piano_t=1
    https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2015/wie-der-koelner-stadtanzeiger-einen-polizisten-denunzierte/

  5. arno wahl says:

    spaetestens nach der 3.Straftat “raus aus Deutschland” auch KINDER die zum Klauen
    erzogen wurden !

  6. DGruenwald says:

    Das kommt also raus, wenn Ökonomen soziale Studien durchführen? Das ist so oberflächlich und stumpf zusammengewürfelt. Einfach lächerlich.

    Zum einen ist es erwiesen, dass bei Armut die Kriminalität steigt. Also ist es schlussendlich ganz normal, dass bei einer Masseneinwanderung auch die Kriminalität steigt und hat nicht damit zu tun, dass es Spätaussiedler sind und es in ihrer Genetik steckt, was zwar nicht gesagt wurde, aber darauf hingewiesen.

    Zum anderen sind die zwei Autoren einfach Rassisten, die ihren Hass einfach freien Lauf lassen wollen. Wisst Ihr eigentlich wie wir mit deutschem Rassismus zu kämpfen haben?

    Hier ein Beispiel von mir zum Thema Hauptschule. Meine damalige Grundschullehrerin hat mir im Zeugnis der vierten Klasse überall eine 4 verpasst außer in Mathe, da hatte ich eine 3. Jetzt könnte man sagen, dass das auch berechtigt sein könnte.
    Jedoch war meine schlechteste Note in Mathematik eine 1- und das nur wegen einem Flüchtigkeitsfehler. Wie kommt da eine 3 zustande?

    Doch eben wegen diesem Zeugnis konnte ich nirgendswohin außer auf die Hauptschule. Wäre da nicht meine Mutter gewesen, die dagegen Sturm gelaufen ist.
    Nach einem Intelligenztest standen mir alle Türen offen.

    Und so ähnlich erging es meinen anderen Verwandten, die alle das Selbe berichten, denn die Noten, die in der Grundschule verteilt werden, basieren nicht auf Fakten sondern werden subtil vom Lehrer vergeben ohne jegliche Grundlage. Da reicht es schon wenn einem die Herkunft nicht passt.

    Wisst ihr was noch komisch ist? Jeder einzelne von uns, insgesamt neun, hatte eine Empfehlung für die Hauptschule, jeder von uns hat mittlerweile studiert, einer hat sogar seinen Doktor gemacht und ist jetzt Professor an der Universität in München. Ich frage mich nur wie so was passieren kann? 9 studierte Leute wurden in der Kindheit als Hauptschüler eingeschätzt. Was haben diese 9 gemeinsam? denn schließlich waren auch die Wohnorte unterschiedlich.

    Genau. die Herkunft. Und jetzt sagt mir nicht, dass das nichts mit purem Rassismus/Neid zu tun hat in der Hauptbevölkerung.

    Zum Glück muss die aktuelle Generation das nicht mehr in dem Ausmaß mitmachen, weil der Deutsche uns einfach nicht mehr so gut unterscheiden kann.

  7. arni says:

    D G du hast recht. Uns ist auch auf der Schule so ergangen. Und dann wird noch mit Herkunft manipuliert. Uns wird dann heile Welt vorgegaukelt.Alles super,wir mögen doch alle.

  8. corvusalbusberlin says:

    Meiner Tochter, die sich anscheinend geweigert hat, überhaupt noch am Unterricht teilzunehmen, hatte man in den meisten Fächern eine 4 – wenn nicht sogar eine 5 verpasst.
    Kein Gymnasium wollte sie aufnehmen, obwohl wir keine “Zuwanderer” waren, bis sich ein Gymnasium mit Internat in Düsseldorf bereit fand, sie aufzunehmen – ein zudem sehr strenges. Wir wohnten damals in Köln.
    Das kann also jedem Kind passieren, wenn es in der Schule nicht angepasst und unbeliebt ist.

    Die erste Mathearbeit, ich werde es nie vergessen – war eine 2 ; sage und schreibe eine zwei.
    Ich nahm mir meine Tochter zur Brust und fragte sie, ob sie abgeschrieben hätte.
    Sie war empört!
    Selbst, als ich ihr anvertraute, dass ich früher in Mathe nur abgeschrieben habe und mir immer gute Freunde auf verschiedenste Weise geholfen haben, bestand sie auf ihrer “gerechtfertigten 2.”

    Nun ich dachte mir, man wird sehen…..
    Meine Tochter wurde zu einer erstklassigen Schülerin aus sich selbst heraus und hat auch studiert.
    Ich habe sie nie anhalten müssen, sich für ihren Unterricht, gleich in welcher Form, vorzubereiten.

    Also, was diese Geigen sich zusammenspielen, kann gefährlich für viele Kinder ausgehen, wenn sie keine engagierten Eltern haben,
    Man muss also unbedingt dagegen angehen, wenn einem so etwas mit seinem Kind
    passiert – egal mit welchem Hintergrund.

    passiert.

  9. Mariele says:

    tja, dann wissen wir nun auch,
    warum seit Jahren die Arbeitslosen- und Hartz4-und Zwangsverrentungszahlen so sehr nach unten bereinigt werden.
    Millionen von Menschen in Deutschland werden in Sinnfreie Maßnahmen oder Ablagen, damit die Arbeitslosenzahlen schön im Keller bleiben.

    Mit allem drum und dran bewegen wir uns durchschnittlich so um die 16% und das spricht für ein stetiges Ansteigen der Kriminalität, wenn wir obigem Artikel Glauben schenken.

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