EU-Kommission will Gleichstellungs-Strategie beenden und braucht Unterstützung!

Dies ist keine Satire!

European-Commission-logo-301Zum Ende des Jahres 2015 läuft die Gleichstellungsstrategie der EU-Kommission aus. In der Europe2020- Strategy der EU Kommission kommt Gleichstellung nicht mehr vor, so dass man kein Hellseher sein muss, um zu wissen: Bei der EU-Kommission will man das Gleichstellungsbrimborium und somit die Möglichkeit für unzählige Frauenverbände, die in den letzten Jahrzehnten wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, sich am Geld der Steuerzahler gütlich zu tun, beenden.

Und wie häufig, wenn die EU-Kommission etwas vorbereitet, was im Ministerrat auf Widerstand, z.B. aus Deutschland stoßen könnte, gibt es eine Public Consultation, und zwar unter diesem Link.

Ziel der Konsultation ist es “to collect the views of a broad public in the context of the preparation of the Commission’s policy on equality between women and men after 2015.” Mit anderen Worten, die EU-Kommission will herausfinden, wie groß der zu erwartende Widerstand gegen eine Abschaffung der Gleichstellungs-Strategie ist und aus welchen Ländern er vor allem kommen wird, bevor sie ihre Marschroute endgültig festlegt.

Deshalb gilt’s.

Wir rufen alle unsere Leser und alle, denen die so genannte Gleichstellungspolitik der Europäischen Union und in ihrer Nachfolge der Mitgliedsstaaten reicht, dazu auf, der EU-Kommission diese Gleichstellungs-Überdrüssigkeit zurückzumelden, und zwar dadurch das Ausfüllen des öffentlichen Fragebogens der Public Consultation.

Der kurze Fragebogen umfasst 13 Fragen zur Equality-Strategy der EU. Wir haben den Fragebogen bereits ausgefüllt und hoffen, dass noch viele unserem Beispiel folgen. Als Service für all diejenigen, die des Englischen nicht mächtig sind, hier die Übersetzung der Fragen und was wir angekreuzt haben:

  • Beanworten Sie diesen Fragebogen in einer professionellen Rolle oder im Auftrag einer Organisation?
    • unsere Antwort: No
  • In welchem Land leben Sie?
    • unsere Antwort: United Kingdom
    • Spezifizieren Sie bitte die Region
      • unsere Antwort: Carmarthenshire
  • Die derzeitige Strategie der Europäischen Kommission zur Gleichheit von Männern und Frauen hat die folgenden Prioritäten … Sind Sie der Ansicht, diese Prioritäten sollten auch nach 2015 für die Arbeit der EU-Kommission gelten?
    • unsere Antwort: No
  • Hier ist eine Liste von Ungleichheiten, die zwischen Männern und Frauen bestehen können. Mit welchen dieser Ungleichheiten sollte sich die EU-Kommission dringend beschäftigen?
    • unsere Anwort: None
  • Gibt es nach Ihrer Meinung eine bestimmte Gruppe von Männern und Frauen, die der gezielten Aufmerksamkeit der EU-Kommission bedarf, um Gleichheit herzustellen?
    • unsere Antwort: None of these groups should be targeted specifically
  • Auf welche Bereiche sollte sich die EU-Kommission nach Ihrer Ansicht im Hinblick auf die Gleichheit zwischen Männern und Frauen konzentrieren?
    • unsere Antwort: None
  • Ein Ziel der EU besteht darin, die Beteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Mit welchen der folgenden Mitteln ist dies nach Ihrer Meinung zu erreichen?
    • unsere Antwort: None
  • Was sollte getan werden, um eine gleichere Verteilung des Carings um Kinder oder den Haushalt zwischen Männern und Frauen zu erreichen?
    • unsere Antwort: None
  • Welcher der folgenden Maßnahmen kommt nach Ihrer Ansicht die größte Bedeutung zu, wenn es darum geht, die wachsende Nachfrage älterer Menschen nach Pflege und die daraus entstehenden Belastungen gleichermaßen auf Männer und Frauen zu verteilen?
    • unsere Antwort: None
  • Welche der folgenden Politiken sollte die EU Kommission priorisieren, um Gewalt auf Grund von Geschlecht zu bekämpfen?
    • unsere Antwort: None
  • In welchen der folgenden Politikfelder der EU sollte die Geschlechterperspektive besser integriert werden?
    • unsere Antwort: None
  • Welche Maßnahmen sind nach ihrer Erfahrung die wirkungsvollsten im Hinblick auf die Verbesserung des Gender Mainstreamings in großen öffentilchen Verwaltungen, die EU Kommission eingeschlossen?
    • unsere Antwort: None
  • Eine gute Partnerschaft mit allen Beteiligten ist der Schlüssel zur Gleichheit zwischen Männern und Frauen. Welche Beteiligten sind nach ihrer Ansicht die wichtigsten im Hinblick auf die Gleichheit zwischen Männern und Frauen?
    • unsere Antwort: None

Es folgt ein Feld, das genutzt werden kann, um einen kurzen Kommentar abzusetzen, der die eigene Meinung zur Notwendigkeit einer Gleichstellung von Männern und Frauen auf den Punkt bringt.

Wir haben unter anderem geschrieben:

The mission for equality between men and women is accomplished.

Move on to important issues.

Noch einmal die eindringliche Bitte: Unterstützt die EU-Kommission in ihrem Bemühen, das Ende des Gleichstellungs-Brimboriums dadurch einzuleiten, dass Gleichheit zwischen Männern und Frauen aus der Strategie der EU-Kommission ebenso verschwindet, wie von deren Prioritätenliste.

Also verteilt die Links und reicht unsere Übersetzung an die weiter, die der englischen Sprache nicht mächtig sind.

Hier noch einmal die Links:

Die Seite der Public Consultation zu “Equality between women and men in the EU

Der Frageboben zur Public Consultation.

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About Michael Klein

… concerned with and about science

38 Responses to EU-Kommission will Gleichstellungs-Strategie beenden und braucht Unterstützung!

  1. Danke für den Hinweis. Als ganz besonderer Service von mir dann der Hinweis, dass man in der Spalte rechts auch die deutsche Version des Fragebogens auswählen kann.

  2. Pingback: [Kritische Wissenschaft] EU-Kommission will Gleichstellungs-Strategie beenden und braucht Unterstützung! | netzlesen.de

  3. Kosendey says:

    Erledigt! Steter Tropfen…. 😉

  4. Der Link bei “öffentlichen Fragebogens der Public Consultation.” funktioniert nicht!

    Hier der funktionierende Link zum Fragebogen
    https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/GenderEquality2015

  5. Joachim Winter says:

    ‘…the draft has already been submitted…’ kommt da…. >

  6. meier, hans (kempten) says:

    Naja, die bezahlten Frauenbeauftragten aller Länder werden sich jetzt die Finger wundtippen. Habe mal probeweise Doppeleingabe gemacht – wurde nicht abgeblockt. Die Abstimmung gewinnt, wer am meisten Zeit und Energie für sowas hat…

  7. Der Fragebogen ist echt ein Hammer. Es ist schwer zu erfassen, wo Verächtlichmachung von nicht-konformen Ansichten aufhört und wo Diskriminierung beginnt. Nehme man im Absatz “Haushalt und Betreuung”den Punkt

    * Einführung von verpflichtender Elternzeit für Väter
    -heißt, ein Vater DARF in seinem Beruf nicht mehr arbeiten und verliert damit seinen Job, da ein kinderloser Bewerber logischerweise konkurrenzfähiger ist.

    *Änderung der Einstellung von Männern und Jungen zur Hausarbeit (Haushalt und Betreuung von Kindern und/oder Pflegebedürftigen)
    -heißt, planmäßige Umerziehung von Jungs und Männern, damit Hausfrauen gar nichts mehr tun müssen.

    *Unterstützung der Beteiligung von Männern an profeministischen Bewegungen und Förderung von Männerorganisationen, die für die Gleichstellung der Geschlechter eintreten.
    -selbsterklärend.

    Im Grunde sind sämtliche Punkte, abgesehen von “Keine”, “Weiß nicht” und “Andere”, als derzeitiger genderistischer Maßnahmenkatalog der EU zu betrachten, der in voller Breite Umsetzung erfährt.

    Meine Stellungnahme am Ende lautete deshalb:

    “Da Gleichstellung die Abschaffung der Gleichberechtigung zur Folge hat, haben sämtliche Maßnahmen in diese Richtung zu unterbleiben.”

  8. Dietmar Burow says:

    Der Beitrag läßt sich auf Facebook nicht teilen:

    “Nachricht fehlgeschlagen

    Diese Nachricht enthält Inhalte, die von unserem Sicherheitssystem blockiert wurden.
    Wenn du glaubst, dass du das irrtümlicherweise siehst, bitte teile uns das mit.”

    Habe FB mitgeteilt, daß es sich bei sciencefiles um einen seriösen Blog hochqualifizierter Wissenschaftler handelt, die sich kritisch mit soziologischen Fragen auseinandersetzen. Ich will mal nicht gleich auf Verschwörungstheorie machen…

  9. jsbielicki says:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  10. Guy says:

    Meine Meinung entspricht genau derjenigen von ” Kehrseite”. Glücklicherweise lebe ich in einem Land, das (noch ?) nicht zur EU gehört. Der Fragebogen ist eigentlich ungeheuerlich und schamlos. Fast alle Fragen zielen (versteckt und offen) auf eine totale Umwandlung der Gesellschaft. Es gibt noch keine gesicherten Erkenntnisse über die Geschlechter. Wer gibt der EU das Recht ein solch Abstraktes derart vehement anzustreben?

  11. A.S. says:

    Erledigt. Also es ist echt der Hammer was die da fragen. Ich hab m Schluss geschrieben dass eine höhere Wertschätzung von Elternarbeit wünschenswert wäre (was die nie gefragt haben!!) und dass ich Gleichstellung von Ungleichen nicht für ein erstrebenswertes Ziel halte. Jeder Mensch soll das Recht haben anders zu sein.

  12. Pingback: Aus für Gender-Voodoo? | DiskursKorrekt im Tagesspiegel

  13. Pingback: No more Shopping-Sprees: EU-Genderisten mit dem Rücken zur Wand | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

  14. emannzer says:

    Vielen Dank für den Hinweis zur Umfrage. Habe diese gerade ausgefüllt und festgestellt, als ich im Kommentarbereich noch etwas zu dem gravierenden Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung schreiben wollte, dass es in der englischen Sprache wohl nur den Begriff der “equality” gibt. Alternativ bot Ponds z.B. nur noch “Gender Mainstreaming” an …

  15. mitm says:

    Der Fragebogen scheint darauf angelegt zu sein, eine weitere Fake-Statistik produzieren zu können. Beispielsweise die Frage

    “Here is a list of inequalities which men or women can face. In your opinion, which of them should be dealt with most urgently?”

    führt zur vorhersehbaren Erkenntnis, daß 95% der Antworten die Frauen als diskriminiert ansehen. Von den 17 Antwortmöglichkeiten ist nur die 1. neutral, die 3 letzten sind Enthaltungen, und die 13 anderen fragen nach allen erdenklichen Möglichkeiten, wie Frauen sich diskriminiert fühlen könnten. (#2 und #10 sind nur äußerlich neutral)

    Im gleichen Stil geht es mit den anderen Fragen weiter.

    Am Ende unter “Any other comments” sollte man darauf hinweisen, daß das Hauptproblem der “Equality between women and men” Fragebögen wie der vorliegende sind, die nur Fake-Statistiken produzieren und die zu einer ideologisch verzerrten Realitätswahrnehmung und einer falschen Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse führen.

    Es wäre gut, wenn ein Profi-Psychologe diesen Fragebogen auf solche gelenkten Antworten hin untersuchen würde.

    • @mitm

      Ich stimme Ihnen zu, dass dieser Fragebogen unter der Prämisse verfasst ist, dass Gleichstellung wünschenswert wäre, und das ärgert mich genauso wie sie. Aber ich stimme Ihnen nicht zu, wenn Sie meinen, dass es sich bei ihm nur um ein Instrument zur Produktion von Fake-Statistik handle, denn

      1. dass die für Gleichstellung zuständige Abteilung sich gezwungen sieht, überhaupt das Risiko einzugehen, dass sie die Auffassungen von Bürgern – und nicht nur irgendwelchen Lobbyisten – zu hören zu bekommen, ist bemerkenswert; faken muss man nur, wenn man sich überhaupt gezwungen sieht, Daten vorzulegen!

      2. der Fragebogen enthält bei fast jeder Frage die Optionen “none” und “other”, und bei “other” kann man im Freitext formulieren. Damit ist der Fragebogen als Legitimationsinstrument suboptimal, eben weil er die Nicht-Übereinstimmung von Befragten vorsieht und es sich niemals gut macht, die unliebsamen Kategorien bei der Auswertung der Daten einfach unter den Tisch fallen zu lassen, und es wissen ja alle Leute, die den Fragebogen ausgefüllt, haben, dass die Kategorien vorhanden waren; die schlichte Tatsache, dass man sich gezwungen sah oder gezwungen wurde, diese Kategorien einzubauen, spricht m.E. für sich;

      3. ich glaube, dass man, um den Fragebogen richtig würdigen zu können, den Kontext, in dem er steht, sehen muss, also u.a. in Verbindung mit der Geldknappheit der EU und den damit zweifellos verbundenen Verteilungskämpfen zwischen Abteilungen; es wäre naiv anzunehmen, dass eine Verwaltung eine homogene Masse darstellt und dieselben inhaltlichen Interessen hätte:

      4. ist es doch auffällig, dass der Fragebogen gar nicht so leicht zu finden ist. Wenn ich einen Fragebogen als Legitimationsinstrument entworfen hätte, dann hätte ich – wie gesagt – die “none”-Kategorie wegzulassen oder die “other”-Kategorie, wenn nicht gar beides, und vor allem würde ich versuchen, das Instrument so bekannt wie möglich zu machen. Den link zum Fragebogen aber auf einer relativ unbekannten Seite in ungewohnt kleinem Schriftgrad regelrecht zu verstecken, spricht eher dafür, dass man hofft, dass er nicht so oft gefunden wird.

  16. Michael says:

    ausgefüllt ^^

  17. Einen Fragebogen soll ich ausfüllen?!
    !!!DAS GANZE PACK SOLL VERSCHWINDEN!!!

  18. Christine says:

    Nur zur Info: mit Opera hatte ich Probleme und konnte den Fragebogen nicht abschicken, mit Firefox hat alles einwandfrei funktioniert.

  19. Yeph says:

    Sehr cooler Beitrag.

    Bitte noch weiter verbreiten, auch bei öffentlichen Personen in eurem Umkreis, vielleicht mit einem Link zu dieser Seite oder zu Arne Hoffmann!!!!

    Yeph

    • Die Links zu Arne Hoffmann gibt es bereits und was das weiterverbreiten angeht: Nur zu! Wir haben das unsere dazu getan, dass zwischenzeitlich wohl rund 1000 Fragebögen bei der EU ausgefüllt wurden.

  20. rote_pille says:

    erledigt. weg mit den ideolog_*x*_INNEN!

  21. Marc says:

    Wie lange wird denn der Fragebogen online sein und werden die Ergebnisse später auch veröffentlicht?

    • Gute Frage. Bei der EU-Kommission freut man sich bestimmt, wenn Sie die entsprechenden Fragen stellen. Die wollen dort ja bürgernah sein…

      • Marc says:

        Befragung ist jetzt durch — war 3 Monate online das Teil. Bin mal gespannt auf die Auswertung. Ich gehe davon aus, dass wir dann hier was dazu zu lesen bekommen?

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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