Wer soll das bezahlen? Sozialausgaben machen Kommunen handlungsunfähig

Wer im Vereinigten Königreich lebt, der zahlt seine County Tax. Die Höhe der County Tax bestimmt sich über die Größe des bewohnten Hauses, wächts also mit der Größe des Hauses. Aus der County Tax werden die Polizei, die Ausgaben für Schulen und Bildungseinrichtungen, die Verkehrsinfrastruktur und die Abfallentsorgung finanziert. Über die Ausgaben legen die Local Councils jährlich jedem privaten Haushalt Rechnung.

Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Abgaben von Hausbesitzern oder Mietern auch der Verbesserung der Infrastruktur zu Gute kommen, die wiederum Hausbesitzern und Mietern zu Gute kommt, dass sie nicht für Leistungen bezahlen, die sie nicht in Anspruch nehmen oder bezahlen und keine Gegenleistung dafür erhalten [Die Mehrzahl der Briten lebt im eigenen Haus. Mieter sind die Minderheit].

In deutschen Kommunen ist das anders. Hier gehen die kommunalen Abgaben wie Gewerbesteuer oder Grundsteuer A und B gemeinsam mit den kommunalen Anteilen am Steueraufkommen in ein Säckchen, aus dem heraus und ohne Zweckbindung die Ausgaben finanziert werden.

Und in diesen Beutel greifen so viele Hände, dass kommunale Leistungen wie die Müllentsorgung oder die Erhaltung der Infrastruktur in manchen Kommunen nur mit Schwierigkeiten erbracht werden können. Das Schlagloch in der Straße ist hier der gewohnte Anblick geworden, an die ständig steigenden Müllgebühren und Anliegerkosten hat man sich fast schon gewöhnt.

Grund für die klamme Lage der Kommunen sind, wie eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, Sozialausgaben:

  • Kommunale SozialausgabenDie Sozialausgaben machen bis zu 58% kommunaler Haushalte aus;
  • Die Sozialausgaben der Kommunen sind in 10 Jahren um 50% gewachsen, von 51 Mrd. Euro auf 78 Mrd Euro.
  • Einer der größten Ausgabenposten sind die Leistungen aus dem SGB II, d.h. Leistungen für Heizung und Unterkunft (Wohngeld). Sie addierten sich bundesweit im Jahr 2013 auf 14 Mrd. Euro.

Dass den Kommunen, das Wasser bis zum Hals steht, hat also (mindestens) einen Grund: Sozialausgaben.

Betrachtet man Nordrhein-Westfalen genauer, das Bundesland mit der durchschnittilch höchsten Belastung der Kommunen durch Sozialausgaben, dann ergeben sich folgende Ausgabenrekorde im Jahr 2013:

  • Ausgaben für Sozialhilfe: 6,74 Mrd. Euro;
  • Ausgaben für Unterkunft und Heizug: 3,57 Mrd. Euro;
  • Ausgaben für Jugendhilfe: 2,29 Mrd. Euro;
  • Ausgaben für Arbeitslosengeld II: 1,30 Mrd. Euro;
  • Sonstige soziale Leistungen: 0,81 Mrd. Euro;
  • Asylbewerberleistungen: 0,35 Mrd. Euro;
  • Eingliederung von Arbeitsuchenden: 0,19 Mrd. Euro;
  • Bildung und Teilhabe sowie einmalige Leistungen an Arbeitsuchende je: 0,14 Mrd. Euro

Insgesamt belaufen sich die kommunalen Sozialausgaben in Nordrhein-Westfalen auf 15,5 Mrd. Euro im Jahr 2013. Im Jahr 2005 waren es noch 10,9 Mrd. Euro. In acht Jahren sind die Sozialausgaben somit um 42% angewachsen.

Bedenkt man, dass Sozialausgaben eigentlich Luxusausgaben sind, die dann entstehen können, wenn die dringenden Ausgaben, die zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur, zur Bereitstellung kommunaler Versorgungsleistungen usw. notwendig sind, getätigt wurden, dann sind die präsentierten Zahlen erschreckend.

Anders formuliert: Bevor partikulare Leistungen, die bestimmten Gruppen zu Gute kommen, erbracht werden, müssen die Leistungen erfüllt sein, die allen Gruppen zu Gute kommen, also Leistungen in Infrastruktur, Versorgung usw. Schließlich sind diese Leistungen die Grundlage der Produktivität, die es erst ermöglich, Sozialleistungen überhaupt zu erbringen.

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81 Responses to Wer soll das bezahlen? Sozialausgaben machen Kommunen handlungsunfähig

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  2. Sozialer Frieden kostet nun mal Geld – will ich mal meinen. Gemessen am Sozialbudget insgesamt, sind es etwa 6,5 Prozent, die für Sozialhilfe aufgewendet werden. Gemessen an dem erwirtschafteten Bruttosozialprodukt – Peanuts. Seltsam – dass ich kein Klagen über die durchgereichten Zinsen die in der Produktionskette dem Endkunden an der Ladentheke abverlangt werden, sich jemand beschwert hätte. Und generell habe ich noch keine Beschwerde darüber gehört, dass der Staat sich von Privatbanken Geld leihen muss – welche diese wiederum per schöpferischem Akt aus dem Nichts schöpfen usw. Geld entsteht nun mal nicht über Arbeit, sondern nur über Kredite.

    Klagen über hohe Sozialausgaben – hört man hingegen ständig. Typische – aus Opfer Täter machen – ich hätte hier mehr Sachverstand erwartet – schade. Vielleicht wäre es besser, dass alle die, die Sozialleistungen in Anspruch nehmen – sich neben einen Industrieroboter stellen und Arbeit simulieren – aber dann bitteschön mit einem sozialtariflichen Vertrag, ohne Aushebelung, der 52 Grundsatzartikeln – die ihnen bis dato vorenthalten werden.

    • Sie haben spannende Prämissen in Ihrem Beitrag, nur zwei davon:

      1) Ohne Sozialausgaben gibt es Bürgerkrieg.
      2) Geld entsteht über Kredite und nicht über Arbeit.

      1) Revolutioniert Politikwissenschaft und Philosophie, wo man bislang der Meinung ist, Menschen würden Friedent halten weil sie ein Interesse an Kooperation haben und mit einem Verstand begabte Wesen sind, die einsehen, dass ein Krieg aller gegen alle zu keinem befriedigenden Ergebnis für den jeweils Einzelnen führt.

      2) Stellt die ökonomische Theorie auf den Kopf, die trotz aller Annahmen von Leverage und Roll-over immer noch der Ansicht ist, es bräuchte ein Underlying, also einen physich vorhandenen und greifbaren Wert, auf dem aller Kredit und alle Rendite aufbauen kann.

      Wollen Sie Ihre Erkenntnisse nicht in einem entsprechenden Arbeitspapier begründen und zur Diskussion stellen, damit der von Ihnen beglagte und fehlende Sachverstand unterm Volk verteilt wird?

      • Gerti says:

        zu 2) Welcher physische, greifbare Wert bildet denn das Underlying, wenn eine Geschäftsbank eine Kreditsumme x auf Knopfdruck erstellt und einem Häuslebauer zur Verfügung stellt? Die Geschäftsbank muss nur einen Reservesatz zwischen 0,5% und 10% der Kreditsumme bei der Zentralbank hinterlegen. Und das weltweite Papiergeld ist seit 1971 durch nichts gedeckt.
        Aber das ist noch nicht einmal das Hauptproblem. Der ausstehende Kredit steht in den Bankbüchern als Forderung (und Verbindlichkeit, solange nicht ausgezahlt). Die Bank kann sich der Forderung und damit des Kreditausfallrisikos entledigen, indem sie den ganzen Kredit verkauft. Die Forderung wandert zum Käufer, die Bank bucht einen Aktivtausch und aus einer Forderung wird vorzeitig (bevor das Häusle fertig ist) neues Geld geschaffen, dass tatsächlich verfügbar ist. Einfach so, ohne Arbeit, es wurde nichts produziert.
        Deswegen kann es der Bank egal sein, wie zahlungsfähig der Kreditnehmer ist. Und da die Zentralbanken so weise sind, gibt es aufgrund niedriger Zinsen eine Nachfrage nach diesen Finanzprodukten. Jeder Fond muss irgendwie Rendite abwerfen.

        • Einfach Aufgabe: Das Haus / man nennt das auch mortgage

        • @Gerti

          Es gibt viele, viele Mißstände auf dieser Erde, und den allermeisten können wir uns in unserer Lebenszeit nicht widmen. Wir haben uns in unserem Text einem bestimmten gewidmet, nämlich der Frage nach sinnvolleren und weniger sinnvollen Ausgaben bzw. dem Zustand einer Gesellschaft, in der das Geld, das Steuerzahler aufbringen, überwiegend für Sozial- und Transferleistungen ausgegegen wird, statt in Dinge investiert zu werden, die einen Mehrwert produzieren, der idealerweise möglichst vielen zugute kommt, die die Steuergelder erst aufgebracht haben.

          Soviel zur Erinnerung – und jetzt meine Frage zu Ihrem Kommentar:

          Was hat er mit unserem Text zu tun?

          • … es wäre zweifellos sinnvoller gewesen, mir meine Frage zu beantworten, statt blösinigerweise einen Daumen ‘runter zu vergeben.

            Daraus muss ich schließen, dass einige Leute keine Antwort auf die Frage haben und ihren Frust über die eigene Unfähigkeit durch ein Daumen-Runter kundtun. Diese Leute tun mir leid!

          • Gerti says:

            sie haben recht, mein Kommentar hat mit dem Artikel nichts zu tun. Beim Schreiben sind die Gäule mit mir durchgegangen. Ich ertrage Umverteilungsmentalität, wie er im ersten Kommentar sichtbar wird, nicht. Und “Kapitalismuskritik”, die bloß Banken pauschal oder gar Geld für alle Übel der Welt verurteilt, geht auch in die falsche Richtung, auch wenn mein Kommentar so aussieht. Nur mit dem fractional reserve banking stehe ich auf Kriegsfuß, daher die Uneinigkeit mit Herrn Klein. Der Artikel ist ja hervorrangend. Höhere Sozialleistungen werden den Wohlstand nicht erhöhen. Das verursacht nur eine Abwärtsspirale, die, glaube ich, auch in der Realität zu sehen ist.

            • @Gerti

              Danke, dass Sie den Anstand und den Abstand von sich selbst und den Dingen haben, um Ihren ersten Kommentar noch einmal einzuordnen!

              Was das fractional reserve banking betrifft, sind wir (Sie und Herr Klein und ich) völlig einer Meinung – das war nur eben nicht Gegenstand unseres Textes, und während es zwar durchaus sinnvoll sein kann, wenn sich eine Diskussion weiterentwickelt und zu neuen Themen führt, so muss doch erkennbar sein, WIE sie dahin führt, d.h. welche Zusammenhänge bestehen, die von einem Thema zum nächsten führen. Wir möchten möglichst vermeiden, dass wir zu einem blog werden, auf dem jeder nach Belieben und völlig unabhängig vom Thema bzw. am Thema vorbei schreiben kann, was ihm alles nicht passt – daher unsere relative Unduldsamkeit mit Kommentaren, die aus unserer Sicht das Thema verfehlen.

            • Nur mit dem fractional reserve banking stehe ich auf Kriegsfuß

              Das kann man zwar verstehen, aber Logik ist darin nicht vorhanden! Ich will mal versuchen, das darzustellen.
              Läßt man als Grundlage der Gesellschaft Tausch zu, dann wird sich mit der Zeit die marktgängigste Ware als Geld etablieren. Das ist das Bargeld der Gesellschaft.
              Kann man bei einem Tausch nicht sofort bezahlen so merkt man sich die offene Summe. Das ist das Giralgeld der Gesellschaft. Wer den Begriff jetzt deplaziert findet, der ersetze ihn bitte. Offene Tauschgeschäfte gab es schon in der Urgesellschaft.
              Hat jetzt jemand viele offene Geschäfte, dann muß er nicht sofort aus seinem Eigenkapital Forderungen bestreiten. Er hat also einen sich NATÜRLICH gebildeten Kredit aus der Zukunft. Daran ist nichts falsch oder komisch! Unser Denken ist an der Stelle noch nicht weit genug, etwa wie bei der Abstraktion in Programmsprachen.
              Das fractional reserve banking ist also eine natürliche Konsequenz, mit der wir leben müssen, die wir nicht abschaffen können, ohne die Gesellschaft zu zerstören, die auf Tausch basiert.
              Was also kann man machen? Die Rate gesetzlich begrenzen. Das zieht das Kontroll- und Wahrheitsproblem nach sich. Es ist also keine gute Lösung.
              Man kann auch die Banken wieder entkoppeln, indem man viele Währungen zuläßt und den Monopolbestrebungen des Staates entgegentritt. Diese Lösung werden eines Tages viele Menschen begreifen.
              Anzumerken ist noch, daß der Staat sich erst des Giralgeldes bemächtigt, indem er die Banken reglementiert, und sich dann des Bargeldes bemächtigt. Dummerweise rechnen die Banken in dem Geld, das der Staat als Bargeld ausgibt. Das sorgt auch dafür, daß die Menschen nicht sehen, daß es sich um zwei Arten des Geldes handelt, denn sie sind unterschiedlich entstanden.

              Carsten

              “Es gibt eine sehr ernste Gefahr, daß der Vorwand der Sicherheit mißbraucht wird, um Zensur und Geheimhaltung auszudehnen.”
              John Fizgerald Kennedy am 27. 4. 1961

      • Philipp Gampe says:

        2. Nennt sich Geldschöpfung und ist der Normalfall. Das Kredite vom dem Geld vergeben werden, welche die Sparer einzahlen ist ein Märchen, welches höchstens in der Schule erzählt wird.

        • Wenn das so wäre, wieso gibt es dann regelmäßig Bubbles, die darauf beruhen, dass das, was Sie Geldschöpfung nennen, sich zu weit vom tatsächlichen Wert entfernt hat? Es ist kategorischer Blödsinn zu glauben, man können Geld einfach so zaubern. Niemand kann das. Selbst beim Leerkauf oder beim Leveragen braucht man ein fundamental. Das ist der ganze Witz an Theorien wie dem Capital ASSET Pricing Model, also: Ohne Reis, kein Spot-Preis für Reis. Ohne Spot-preis kein Reis-Future, kein Reis-Swap, keine Reis-Option usw.

          Wenn eine Bank einen Kredit ausgibt, dann muss sie diesen Kredit gegenfinanzieren, z.B. über den Kreditmarkt oder über den Repo-Markt für kurzfristige Geschäfte. Gegenfinanzieren kann nur, wer Sicherheiten anzubieten hat. Was glauben Sie, wo die Subprime-Mortgage-Krise hergekommen ist? Daher, dass die angebotenen Sicherheiten im Wert gefallen sind und die Finanzierungen, die darauf ausgebaut haben, immer riskanter geworden sind …

          • Philipp Gampe says:

            Warum es keine Bubbles gibt (zumindest meistens nicht) steht auf der Infoseite der Bundesbank zum Nachlesen (“Grenzen der Geldschöpfung”).
            https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Dossier/Service/schule_und_bildung_kapitel_3.html?notFirst=true&docId=147694

            Eine Bank muss einen Kredit nicht gegenfinanzieren, solange kein Bargeld angefordert wird und solange sie das Geld nicht außer Haus überweisen muss.
            Für Staatsanleihen braucht man allerdings noch nicht mal Eigenkapital, weil Staatsanleihen per Definition immer sicher sind. ()

            Subprime-Mortgage-Krise war ein typisches Betrugsschema. Es wurden Kredite an Leute vergeben, welche diese mit hoher Sicherheit nicht würden refinanzieren können. Genauso wie es in den Staaten derzeit mit den Ausbildungskrediten läuft, hier mit den Handy-Verträgen, etc.
            Ziel ist es, die Kredite möglichst schnell und unauffällig an jemanden weiter zu veräußern, welcher das Problem nicht versteht, oder selbst denkt diese weiter zu veräußern. Den letzten beißen bekanntlich die Hunde. Entsprechenden Blasen wird es immer wieder geben, solange die Kreditvergabe an nicht-zahlungsfähige Kreditnehmer nicht deutlich stärker reguliert wird.
            In der Subprime-Mortgage-Krise wurden entsprechende faule Kredite großflächig vom Staat ausgebucht, d.h. die Banken haben dabei einen guten Schnitt gemacht.

            • Ich glaube, nein ich bin mir sicher, dass Sie hier etwas massiv durcheinander bringen.

              Die Subprime-Mortgage Krise (SMK) ist ein perfektes Beispiel für ihre “Geldschöpfung” und ein prima Beleg dafür, dass es ohne fundamentals nicht geht (übrigens leihen sich Banken ja Geld bei der Zentralbank und verzinsen ihre geliehenes Geld, jedenfalls haben Sie das früher getan, und was hinterlegen die Banken bei der Zentralbank? Ansprüch auf Kreditzahlungen gegen Kunden. Noch so ein fundamental.

              SMK beginnt damit, dass Häuser gebaut und verkauft werden.
              Der Hausmarkt boomt, die verkauften Häuser steigen im Wert.
              Es ist möglich, ein Mortgage auf ein Haus zu vergeben und die erwartete Wertsteigerung auf das Haus zu melken. Dadurch verringert sich die Kreditschuld bzw. das, was auf das Mortgage gezahlt werden muss.
              Es ist zudem möglich, die Wertsteigerung zu verpfänden, in ABS, Asset BACKED Securities (auch als RMBS Residential Mortgage Backed Sexurity), die an Kreditmärkten gehandelt werden.
              Steigen die Häuser im Wert, steigen die ABS oder RMBS, fallen die Häuser im Wert, dann fällt das Kartenhaus in sich zusammen, denn die ABS und die RMBS sind von Banken wie den Lehmann Brothers oder Bear Stearns als SICHERHEIT für ihre Kredite, die sie sich z.B. am Repo-Markt besorgt haben, genutzt worden. Sie haben die Summe von sagen wir 1 Mrd. Euro am Repo-Markt geliehen und mit einem Gegenwert von 1,2 Mrd. Euro in ABS gesichert. Die ABS nehmen Talfahrt auf und haben nur noch einen Wert von 0,6 Mrd Euro und holterdiepolter haben die Banken einen Verlust von 0,4 Mrd Euro eingefahren, negative Wertschöpfung nennt man das. Weil der Hausmarkt im freien Fall ist, will niemand mehr ABS als Sicherheit annehmen, nur noch gegen Haircut, was den Wert von ABS abermals reduziert, nicht etwa deshalb, weil man aus dem NICHTS Geldschöpfung betrieben hat, sondern weil die Geldschöpfung auf einer Grundlage, einem fundamental beruht. Dahin kommt alle Marktaktivität immer wieder zurück, auf das, was gehandelt werden soll, ob direkt, indirekt an Futures oder Options-Märkten oder in der dritten Etage als Leverage, Collateral oder Leerverkauf. Und wenn das fundamental absackt, dann crashed alles, was darauf aufgebaut ist. Man kann eben nicht einmal Geld aus dem Nichts schaffen.

        • Hat das irgendeine nennenswerte Relevanz für unseren Text???

        • Wer nichts hat, der kann keine Kredite geben. Also kommen Kredite von Einlagen und Eigenkapital, also Substanz. Geldschöpfung tritt erst auf, wenn ein gewisser Teil nicht ständig gebraucht wird. So liegen die Verhältnisse.

          Carsten

          http://ruthe.de/cartoons/strip_0404.jpg

      • “1) Ohne Sozialausgaben gibt es Bürgerkrieg.”

        Die Römer sahen das ähnlich, und gaben dem Volk “Brot und Spiele”, damit es friedlich blieb.

        “1) Revolutioniert Politikwissenschaft und Philosophie, wo man bislang der Meinung ist, Menschen würden Friedent halten weil sie ein Interesse an Kooperation haben und mit einem Verstand begabte Wesen sind, die einsehen, dass ein Krieg aller gegen alle zu keinem befriedigenden Ergebnis für den jeweils Einzelnen führt.”

        Menschen sind nicht so rational wie es die Politikwissenschaft gerne hätte. Gefühle tragen einen großen Anteil zu Entscheidungen bei, das zeigen auch einige Studien in diesem Bereich.

        Ein Krieg “aller gegen alle” ist alleredings nicht das Szenario, das zur Diskussion steht, es ginge hier um einen Verteilungskrieg, den die Mittellosen zu führen beginnen, gegen die, die ihrere Meinung nach zu viel haben, bzw. die ihnen den Zugang zum Reichtum blockieren.

        • Wenn die Mittellosen einen Verteilungskrieg führen, sich des Mittels Krieg bedienen, um an Ressourcen zu gelangen, dann können sie so irrational nicht sein.

    • “ich hätte hier mehr Sachverstand erwartet – schade”

      das kann ich nur unterstützen: bei manchen Kommentatoren lässt der Sachverstand tatsächlich sehr zu wünschen übrig, wie Ihr Kommentar einmal mehr zeigt!

      Hier geht es nämlich nicht darum, die weltanschaulich begründete Generalabrechnung mit irgendjemandem zu machen, wie es Ihnen nahezuliegen scheint, sondern darum, dass Kommunen nur ein bestimmtes Budget haben und nicht mehr ausgeben können oder sollten (!) als sie einnehmen. Das ist nun einmal so, und man muss mit Knappheiten möglichst vernünftig und produktiv umgehen. Prinzipiell ist finanzielles Engagement in Form von Investitionen sinnvoller als in Form von Geld-Vergraben oder Geld-in-endlos-tiefe-Brunnen-schütten.

      Auch für Sie, der Sie anscheinend das Feindbild von Banken und Bonzen pflegen, sollte einsehbar sein, dass es sinnvoll für unser aller Wohlstand ist, wenn wir uns ab und zu fragen, wann es sich bei finanziellem Engagement um Investitionen handelt, die einen Mehrwert erbringen, und wann nicht. Zeiten ändern sich, Randbedingungen ändern sich, Ansprüche ändern sich – da muss es ja wohl erlaubt sein, die Frage zu stellen, ob sich nicht auch Prioritäten ändern müssen.

      Aber wie sagen Sie so treffend, wenn auch leider nicht auf Sie selbst bezogen: man erwartet oft mehr Sachverstand von Leuten als sie tatsächlich haben!

      • Hier geht es nämlich nicht darum, die weltanschaulich begründete Generalabrechnung mit irgendjemandem zu machen, wie es Ihnen nahezuliegen scheint, sondern darum, dass Kommunen nur ein bestimmtes Budget haben und nicht mehr ausgeben können oder sollten (!) als sie einnehmen.

        Eben diese Erkenntnis ist in der Steuerung NICHT vorhanden, ist NICHT EXISTENT. Wenn die Überlastung auch noch zehntausendmal durchgekaut wird, es ist Steuerungsversagen an dieser Stelle. Es wird Geld ausgegeben, das nicht da ist. Dafür wird Kredit genommen. Darin liegt das Versagen. Die Steuerung reagiert unvernünftig, grundlegende Zusammenhänge, die jeder begreift, sollen nicht wahr sein. Es ist eine Ideologie, eine Abkehr von der Realität, die das Verhalten bestimmt.

        Auch für Sie, der Sie anscheinend das Feindbild von Banken und Bonzen pflegen, sollte einsehbar sein

        Die Banken und das Finanzgeschäft haben sich entwickelt. Sie waren auf ihrem geschichtlichen Weg immer effektiv. Es kam ein sehr sinnvolles effektives System dabei heraus. Erst wenn der Staat mit seinen Bonzen da eingreift, dann ist das Kriterium, dem sich dieses System anpaßte, verbogen.
        Es kann auch niemand aus dem Kopf ein besseres System entwickeln, weil ihm die Information dazu fehlt. Dieses immer wieder gehörte Märchen ist ein solches.

        Grundlegende Zusammenhänge bei der Entwicklung einer Steuerung müssen erst verstanden sein, ehe so etwas vermieden wird. Es ist daher richtig, Dingen ihren Lauf zu lassen. Staatlicher Eingriff macht die Dinge IMMER schlechter statt besser. Mit mehr Staat wird es schlechter, mit mehr Gesetzen wird es schlechter. Die BRD wird der DDR folgen, aus dem GLEICHEN Grund.

        Carsten

        http://images.derstandard.at/2009/08/13/1250011509413.jpg

  3. Martin says:

    Und einer der Gründe für die horrenden Sozialausgaben, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, ist hier schön dargestellt:

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/71210/umfrage/auslaender-pro-bundesland/

    • Zwei Statistiken nebeneinander stellen, hat an sich keine Aussagekraft. Um eine Verbindung herzustellen, müssen Sie nunmehr belegen, dass der Ausländeranteil sich auf die Höhe der Sozialausgaben auswirkt.

      • Martin says:

        Sicher. Unter anderem ist der Hartz IV Empfängeranteil in NRW (und m.W. allen anderen Bundesländern) bei Ausländern deutlich höher als beim Rest der Bevölkerung. Damit bewirkt ein höherer Ausländeranteil auch höhere Hartz IV Ausgaben.

        • Jetzt müssen Sie nur noch zeigen, dass ein höherer Anteil auch höhere Ns zur Folge hat. Also die Proportionalität herstellen, in dem nicht erwerbstätige Ausländer auf erwerbstätige Ausländer und nicht-erwerbstätige Deutsche auf erwerbstätige Deutsche prozentuiert werden.

    • @Martin

      Sie liegen falsch:

      1. sagt die ZAHL von Ausländern in einem Land überhaupt nichts darüber aus,
      wie groß der Anteil von Ausländern, die Sozialleistungen beziehen, im Vergleich zum Anteil der Deutschen, die Sozialleistungen beziehen, ist.

      2. müssen Sie in Rechnung stellen, dass bestimmte, quantitativ nennenswerte Teile der Ausländer in Deutschland völlig unnötig per Gesetz auf ein Leben in Abhängigkeit von der öffentlichen Hand reduziert werden.

      Fangen wir doch gleich bei Asylbewerbern an: warum lässt man sie nicht arbeiten wie jeden anderen auch, warum erlaubt man ihnen keine uneingeschränkte Freizügigkeit, um Arbeit zu suchen, wo man sie finden kann, statt ihre physische Präsenz auf einen bestimmten Verwaltungsbereich einzuschränken? Asylbewerber und Flüchtlinge ohne oder mit eingeschränkter Arbeitserlaubnis würden nichts lieber tun als arbeiten, statt zum sinnlosen Herumsitzen verurteilt zu sein!

      Nur – da gibt es dann Leute, die sich gerne selbst wiedersprechen und einerseits Ausländern vorwerfen, sie würden der öffentlichen Hand zur Last fallen, und andererseits Zeter und Mordio schreien, wenn Ausländer uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten, weil sie Deutschen angeblich Arbeit wegnehmen würden oder es möglicherweise könnten.

      Solange Leute dermaßen unkorrekt argumentieren und nur Feindbilder bedienen, statt vernünftig zu denken, können gesellschaftliche Fragen nach der möglichst produktive Verteilung von Steuergeldern auch nicht vernünftig beantwortet werden – und das bringt niemanden weiter!

      • Fangen wir doch gleich bei Asylbewerbern an: warum lässt man sie nicht arbeiten wie jeden anderen auch, warum erlaubt man ihnen keine uneingeschränkte Freizügigkeit, um Arbeit zu suchen, wo man sie finden kann, statt ihre physische Präsenz auf einen bestimmten Verwaltungsbereich einzuschränken?

        So ist es! Erst der staatliche Eingriff erzeugt das Problem. Das soll aber nicht verstanden werden.

        Solange Leute dermaßen unkorrekt argumentieren und nur Feindbilder bedienen, statt vernünftig zu denken, können gesellschaftliche Fragen nach der möglichst produktive Verteilung von Steuergeldern auch nicht vernünftig beantwortet werden – und das bringt niemanden weiter!

        So ist es! Der Staat zerstört die Produktivität, die sich durch normale Entwicklung aufbaut.

        Carsten

        http://images.derstandard.at/2010/08/10/1280999684677.jpg

  4. kaivonderkueste says:

    So richtig es ist, dass die o.e. Sozialausgaben die kommunalen Haushalte starkt belasten, sollte Erwähnung finden, dass es sich bei diesen um ‘Pflichtaufgaben’ der Kommunen handelt. Ein Handlungs- oder Ermessensspielraum besteht für diese nicht. Ebenso sollte erwähnt werden, dass diese zum Teil durch entsprechende Zuweisungen von Land/Bund/Kreis gedeckt sind.

    Fatal ist, dass diese Ausgaben nicht vollumfänglich durch den ‘Verursacher’ (Bund und Land mit ihrer Gesetzgebung) gedeckt werden. Es fehlt an durchgängiger Konnexität (=wer die Musik bestellt, bezahlt auch).

    Für manche Kommunen ist die Lage so dramatisch, dass bereits zur Erfüllung der Pflichtaufgaben Kredite aufgenommen werden müssen.

    kai

    • Martin says:

      Was eigentlich fehlt, ist eine grundlegende Abkehr vom Sozialwahn.

      • … ja, Martin, das sehe ich auch so.

        Auch oder gerade das Verursacher-Prinzip führt letztlich zu denjenigen, die Leistungen aus Steuergeldern in Anspruch nehmen, ohne selbst Steuereinnahmen zu erwirtschaften, bzw. zu denjenigen, die dies ermöglichen. Und das kann nur bedeuten: Abkehr vom Sozialwahn!

        • Das darf aber nicht sein. Bei der Gelegenheit sollte man mal nachdenken, warum die Leute das Sagen haben, die meinen, Hauptsache, es sind nicht die Deutschen, die das Geld haben, und wer die gewählt hat. Es ist also nicht nur der Sozialwahn!
          Egoistisches Handeln ist die unverzichtbare Hauptgrundlage des Lebens. Es ist damit auch die Hauptgrundlage einer Gesellschaft. Die Steuerung einer Gesellschaft muß das beachten, soll diese nicht untergehen.

          Carsten

          “Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.”
          Georg Christoph Lichtenberg

  5. jsbielicki says:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  6. nette statistik, ist mal verlinkt auf fox23.de 🙂

  7. MartinP says:

    Na solange es immer noch viele Menschen gibt, die sagen, Deutschland sei bunt, und angesichts der vielen “Flüchtlinge” einen Orgasmus bekommen, ist doch alles in Ordnung.

  8. Hope says:

    Die europäische Großraumwirtschaft ist nicht zu reformieren. Der Westen erleidet sein Waterloo wegen der Aktionärshegemonie.
    Das Kapital ist die Brechangel, um politische Wünsche durchzusetzen. Wir haben es mit einer Umkehr aller Werte zu tun. Daß eine Wirtschaftsregierung eine Sackgasse ist, wußte man nach dem Zusammenbruch des 3. Reichs und das ist von den Vätern des Grundgesetzes berücksichtig worden bei seiner Formulierung. Sie stellten anders als in der Weimarer Verfassung die Grundrechte an den Anfang und verpflichteten den Kanzler per Amtseid, Schaden vom deutschen Volk abzuhalten!

    Artikel 20 bringt es auf den Punkt: Eigentum verpflichtet!

    Das Grundgesetz verpflichtet alle staatliche Gewalt dazu, die Menschenwürde zu schützen hat. Das ist die vornehmste Aufgabe der Parteien und alles Wirtschaften ist dem untergeordnet. Weil es sich bei Politikern um Volksvertreter handelt, sind sie also in erster Linie dem deutschen Volk verpflichtet.

    Um zu schauen, was schief gelaufen ist, muß man zurückgehen an den Punkt, wo sich das System verselbständigt hat: Die Börse ist dereguliert worden, Schengen und Maastricht sind ratifiziert worden, der Euro ist eingeführt worden – das alles ohne die Meinung des Volkes einzuholen!

    Konrad Adenauer wußte komischerweise wie man eine Wirtschaft zum Laufen bringt. Er schöpfte das Großkapital ab, legte den Spitzensteuersatz bei 250.000 DM auf 96% fest, regulierte die Börse und schon begann nur das Wirtschaftswunder. Das ging ja erstaunlicherweise in die Breite!

    Die Parteien haben sich kaufen lassen! Und um zu zeigen, von wem, ein paar Zitate aus dem 3. Reich:

    “Die nationalsozialistische und die faschistische Revolution ebenso wie die falangistische und die anderen, die noch folgen werden, sind nur Teile, nationale Lösungen der gesamteuropäischen Revolution. Sie haben infolgedessen nicht nur nationale, sondern zugleich europäische Zielsetzungen. Ihre ihnen von der Vorsehung geschenkten Führer Adolf Hitler und Benito Mussolini sind deshalb nicht nur die größten Deutschen und Italiener, sondern zugleich auch die größten Europäer. (Werner Daitz 1940)

    2. Auf den Schlachtfeldern des Ostens hat das neue Europa seine Feuertaufe erhalten; die gemeinsame Bewährung fast aller europäischen Völker an der Ostfront gegenüber dem gemeinsamen Feinde des Abendlandes, hat dem Entstehen der neuen Ordnung Europas die Weihe gegeben.

    3. Die neue europäische Ordnung wird weitgehend die Ursache beseitigen, die in der Vergangeneheit zu innereuropäischen Kriegen Anlaß gegeben haben. Die Nationen Europas werden sich nicht mehr feindlich gegeneinander wenden. Die Zeitalter des europäischen Partikularismus wird für immer überwunden sein. (Karl Megerle 1941)

    Als Gründungsakt stelle ich mir die Einladung sämtlicher Staatsoberhäupter mit ihren Regierungen der in Frage kommenden europäischen Staaten an einem sicheren Ort, z.B. Salzburg oder Wien, vor, die dann in feierlicher Form die Gründungsakte dieses Bundes unterzeichnen. (Joachim von Ribbentrop: Europäischer Staatenbund 1943)”

    Unsere Pressefritzen und Politikkasper schreiben unverfroren bei den Nazis ab! Um das durchzubringen, was die Nazis geplant haben, eine europäische Großraumwirtschaft mit Einheitswährung auf Basis Der Reichsmark!

    Statt mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, könnte man einfach mal die Tür nehmen?

    Ist das nicht seltsam, daß die Verschwörungstheoretiker mit ihren abstrusen Parolen und Theorien im ganzen Netz zu Hause sind, das Offensichtliche aber nicht erkennen?

    • @Hope

      “Konrad Adenauer wußte komischerweise wie man eine Wirtschaft zum Laufen bringt. Er schöpfte das Großkapital ab, legte den Spitzensteuersatz bei 250.000 DM auf 96% fest, regulierte die Börse und schon begann nur das Wirtschaftswunder. ”

      Das ist aber nicht Ihr Ernst, oder!?: Das Wirtschaftswunder in den westeuropäischen Staaten und den USA ist Konrad Adenauer zu verdanken!?!? War da nicht etwas in Vorfeld der 1950er-Jahre, was in diesem Zusammenhang vielleicht zu beachten wäre? Was war das nur noch …?!?!

      Meine Güte, wie einfach die Welt für Sie strukturiert sein muss …

    • Marcel Elsener says:

      @Hope
      Offen gestanden lässt mich Ihr Text etwas ratlos zurück, da Sie eine ganze Reihe von Themen erwähnen, aber eigentlich nichts substantielles dazu aussagen. Desweiteren fehlt mir der Bezug zum Blogartikel. Mit gewissen Begriffen kann ich gar nichts anfangen, da ich nicht weiss, was Sie damit meinen.

      Was ist z.B. Aktionärshegemonie? Wie üben Aktionäre eine Hegemonie aus und über wen? Kann man die Gesamtheit der Aktionäre überhaupt als zielgerichtet handelndes Kollektiv auffassen, das sich von anderen zielgerichtet handelnden Akteuren unterscheidet? Was sind die gemeinsamen Ziele der Aktionäre, welche diese zu einem gemeinsamen zielgerichteten Handeln animieren?

      Was ist eine Wirtschaftsregierung? Und weshalb bezeichnen Sie das NS-Regime des 3. Reiches als Wirtschaftsregierung?

      Was ist Menschenwürde und wie lässt sie sich schützen? Schützt man sie, indem der Machtstaat den Wertschöpfenden einen Teil von deren Wertschöpfung gegen ihren Willen wegnimmt (vulgo raubt) und an bestimmte Günstlinge umverteilt? Oder verstösst der staatliche Raub von Wertschöpfung (Wohlfahrt) nicht seinerseits schon gegen die Menschenwürde?

      Inwiefern wurde die Börse dereguliert? Wenn ich die Börsengesetzgebungen anschaue, stelle ich vielmehr das Gegenteil fest. Die diesbezüglichen Gesetzgebungen wurden in den letzten Jahrzehnten in allen Ländern erheblich verschärft und ausgeweitet (z.B. bezüglich Insiderhandel). Von Deregulierung kann in diesem Bereich keine Rede sein.

      Der Artikel aus dem deutschen Grundgesetz ‘Eigentum verpflichtet’ ist mir bekannt. Eine typische Leerformel, die alles oder gar nichts bedeuten kann. Im übrigen lehne ich dieses Dogma grundsätzlich ab. Das einzige, was m.E. in einem Rechtsstaat verpflichten kann, sind freiwillig abgeschlossene Verträge zwischen rechtsfähigen Personen; die Pflichten (und Rechte) sind dann in ebendiesen Verträgen definiert.

      Was den Adenauerschen Spitzensteuersatz anbelangt: Auf welchen Erlass beziehen Sie sich da genau? Und wie soll dieser astronomisch hohe Spitzensteuersatz die Wirtschaft angekurbelt und so das Wirtschaftswunder ermöglicht haben? Für eine Darlegung dieses wundersamen Mechanismus wäre ich Ihnen sehr dankbar.

      Was die EU-Verträge anbelangt, wurden die tatsächlich ohne die Zustimmung der Völker eingeführt. Hier stimme ich Ihnen sogar zu, werter Hope. Vielmehr herrscht das Dogma vor, dass durch die Zustimmung der Parlamente (Ratifizierung) die Zustimmung der jeweiligen Völker gegeben sei. An dieses Dogma kann man glauben oder auch nicht. Rational begründbar ist es jedenfalls nicht, und ich persönlich glaube auch an dieses Dogma nicht.

    • hope says:

      Was Dr. Rath in seinem Vortrag erläutert, das ist das dunkle Unterbewußte, was die Gesellschaft steuert und beeinflußt.

      Wenn man darüber sprechen will, beginnen sich sofort alle sich zu bekreuzigen und holen das Knoblauch raus.

      Es ist nun mal so: der Führer ging, die Nazis blieben!

      • Marcel Elsener says:

        Ich verstehe. Sie haben keine Antworten auf meine konkreten Fragen. Tja, das ist natürlich für den geneigten Leser ebenfalls eine Antwort.

  9. dr.pingel says:

    Was ist denn “Sozialwahn”? Mindestens scheint es mir kein wissenschaftlicher Begriff zu sein, denn sonst müsste er operationalisiert sein.
    Eine Lösung des “Sozialwahns” hat der ominöse Prof. Baring in einer Talk-Show mit Maischberger unwidersprochen vorgeschlagen: nach 5 Jahren werden alle Sozialgeldbezieher aus dem Bezug von Sozialgeld entlassen. Das gibt doch eine tolle Folklore, wenn wir ganz neue Familienstrukturen in unseren Wäldern vorfinden.

    • Enrico says:

      Sie präsentieren hier ein falsches Dilemma: entweder Steuergelder vom Staat oder ein Leben wie ein Tier (das soll der Hinweis mit dem Wald vermutlich andeuten). Für Menschen, die zeitweilig Unterstützung benötigen, sind Steuergelder aber nicht die einzig mögliche Hilfe. Sie könnte z.B. auch über Versicherungen oder private Spenden geregelt werden. So, wie es jetzt bereits teilweise passiert.

      Und jemand, den Sie als ominös ansehen, kann für andere unter Umständen interessant erscheinen.

  10. Veil says:

    Diese utilitaristische Sichtweise ist doch hinfällig sobald unterschiedliche Betrachtungen zu Grundwerten wie z.B. Gleichheit und Gerechtigkeit hinzu gezogen werden. Vielleicht mal die eigenen Prämissen reflektieren, Freunde der Sonne.

    • Wenn Sie so gut im reflektieren von Prämissen sind, dann reflektieren Sie doch einfach einmal die Prämisse der Gleichheit vor dem Hintergrund, dass Ihre Sozialhilfe-Gleichheit nicht nur Sozialhilfeempfänger demotiviert, sich zu verbessern, sondern diejenigen, die Arbeiten durch ihre Sozialhilfe-Steuerabgabe schlechter stellt. Ist das die Gleichheit, die Ihnen vorschwebt, dass es allen schlechter geht?

      • Veil says:

        Ihre Ausführungen ergeben keinen Sinn, da Sozialhilfe nur an erwerbsunfähige Personen ausgezahlt wird. Zu was möchten Sie also Sozialhilfeempfänger genau motivieren?

        Anreize zur Arbeitsaufnahme bei Bezug von Arbeitslosengeld II stehen in einem Spannungsverhältnis zur Verteilungsgerechtigkeit, gerade bei Familien mit Kindern. Nur müsste doch gerade der Utilitarist die erheblichen gesellschaftlichen Folgekosten beispielsweise durch zukünftige Integrationsprobleme sehen. Oder wollen Sie die Probleme einfach nur in die Zukunft verlagen?

        • @Veil

          “… da Sozialhilfe nur an erwerbsunfähige Personen ausgezahlt wird”

          Welche Definition von “Erwerbsunfähigkeit” legen Sie zugrunde, die Sie zu dieser Aussage führt? Es muss in jedem Fall eine sehr, sehr weite Definition sein, tatäschlich eine so weite, dass sie schon fast als Zynismus denjenigen gegenüber aufgefasst werden muss, die erwerbsunfähig im Sinn es Wortes sind, also z.B. Inhaber eines Schwerbehindertenausweises. Selbst minder Erwerbsfähige sind de facto erwerbsfähig und nicht erwerbsUNfähig.

          Sie meinen anscheinend: erwerbsunfähig ist, wer per Verkündigung als erwerbsunfähig GILT. Aber ist die Verkündigung sinnvoll in dem Sinn, dass sie nennenswerte Übereinstimmungen mit der Realität zeigt? Wie groß, glauben Sie, ist der Anteil der tatsächlich erwerbsUNFÄHIGEN Menschen an allen Menschen, die Sozialhilfe in ihren vielen verschiedenen Formen beziehen? Insofern dürfte sehr viel Spielraum für motivierende Faktoren gegeben sein ….

          • Veil says:

            52 Prozent aller Sozialhilfeempfänger sind älter als 65 Jahre. Die restlichen 48 Prozent stehen dem Arbeitsmarkt, aufgrund von medizinischen Gründen, weniger als 3 Stunden pro Tag zur Verfügung.
            Wie diese “motivierenden Faktoren” wirken, kann in jeder größeren deutschen Stadt begutachtet werden, wo Senioren im Müll nach Pfandflaschen wühlen.

            Zuzugeben, dass die Sozialhilfe mit dem Arbeitslosengeld II verwechselt wurde, wäre klüger gewesen, als jetzt auch noch die Alten und Kranken vor den Karren zu spannen.

            • Es ist jetzt gut mit den Life-Boat-Beispielen. Wie ist es nur vor der Einführung der Sozialhilfe gelungen, Menschen über die Runden zu bringen? Wenn Sie sich aufregen wollen, dann doch bitte darüber, dass eine staatliche Umverteilungspolitik über Steuern, die gerade Geringverdiener trifft, dafür sorgt, dass diese Geringverdiener im Alter nicht genug zu beißen haben und zwar deshalb, weil staatliche Steuergier, die dazu dient, ein Heer von MittelschichtsSpongern durchzufüttern, z.B. in Genderprojekten oder im 1000jährigen Kampf gegen die vielen Nazis, die drohen, den Bundestag zu übernehmen, ohne Rücksicht auf Verluste selbst bei denen Steuern abzieht, die durch die Abzüge vorhersehbar zu lebenslangen Sozialexistenzen werden, an denen dann wiederum andere Mittelschichtler verdienen können.

    • @Veil

      Dummerweise gibt es “Gleichheit und Gerechtigkeit” nicht als Grundwerte, die nebeneinander bestehen können, es sei denn, Gleichheit wird auf die Gleichheit der Chancen bzw. als Verfahrensgleichheit definiert. Sobald Sie Gleichheit als GleichSTELLUNG oder Ergebnisgleichheit auffassen, bedindet sie sich in einem natürlichen, logischen Gegensatz zur Gerechtigkeit. Deshalb ist das eine als Wert hinfällig, sobald sie das andere als Wert annehmen.

      Vielleicht sollten Sie erst einmal die eigene Sprachmächtigkeit und konzeptionelle Klarheit reflektieren, Freund des im Dunkeln Nagenden Gott des Wahnsinns (für insider: Lovecraft!).

      Zur Vertiefung: Unser Idiotentest für Verteilungsfragen

  11. LeserX says:

    Ist der Artikel nicht ein wenig tendenziös?
    Die Steuereinnahmen von NRW beliefen sich (2014) auf 46 Mrd Euro. Laut ihrer Rechnung betrugen die Kosten für die Sozialhilfe 15 Mrd.

    Das ist 1/3 der Ausgaben. Wenn ich jetzt 15 000€ pro Jahr pro Person rechne sind das 1 Mio. Sozialhilfeempfänger in NRW. Hochgerechnet auf die BRD (20 Bundesländer) wären das dann roundabout 20 Mio Sozialhilfeempfänger. Fällt ihnen was auf?

    2013 gab es aber nur ca. 100 000 “Kunden”.
    https://www.it.nrw.de/statistik/e/daten/eckdaten/r512sozialh1.html

    250 000 bekamen Hilfe zur Alterssicherung (gleiche Quelle) und dann noch diverse nach Kap. 5 -9. Hilfen zur Pflege, Wiedereingliederung etc.

    Wenn ich böse wäre wollen Sie also das Rentner verhungern oder?

    Stellt sich ihnen dann eigentlich die Frage wofür ein Gemeinwesen denn Geld ausgeben soll als für soziales? Alles für ihre Elfenbeintürme, Waffen und “Autobahnen”?

    Weitaus größere Anteile kommen übrigens durch Schuldendienst, Pensionen und die Staatsdienerbesoldung zu Stande. Die fressen ihnen die Löcher in die Straße. Bei einer Staatsquote von 50% fließt die Hälfte der Sozi auch noch im gleichen Jahr zurück. Anders als bei schaffe spare sterbe Beamten und denen die sich für Ähem “Wissenschaftler” halten.

    • Nein. Ich sehe nicht, wo der Artikel tendenziös ist, will meinerseits aber darauf hinweisen, dass Ihr Kommentar tendenziös ist, legt der doch die Interpretation nahe, die bösen Banken, die Zinsen für ihre Kredite wollen seien das Problem und nicht die Tatsache, dass sich Kommunen verschulden, weil sie nicht genug Einnahmen haben, um ihre Ausgaben zu decken. Normalerweise führt ein solches Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben dazu, dass man über die Ausgaben nachdenkt. In Deutschland führt es dazu, dass manche die Berechtigung der Verzinsung von Krediten in Frage stellen und die Horrorgestalt des gierigen Bankers zeichnen.

    • @Leser X

      Sie haben mit Ihrem Hinweise auf “Pensionen und Staatsdienerbesoldung” völlig Recht und rennen damit sozusagen bei uns offene Türen ein, und natürlich stellt sich die Frage, wofür Steuergelder ausgegeben werden sollen.

      Nur – wir dachten eigentlich, dass wir in unserem Text Kriterien angesprochen hätten, die für diese Frage u.E. grundlegend sind, und das ist erstens das Kriterium der Produktivität, d.h. man sollte betrachten, ob Geld einfach nur verbraucht, verkonsumiert wird oder ob es INVESTIERT wird, so dass es einen Mehrwert schaffen kann. Zweitens sollte man bei von der Allgemeinheit erwirtschaftetem Geld darauf achten, ob es auf eine Weise ausgegeben wird, die möglichst vielen derer, die das Geld aufgebracht haben, zugute kommt. Das schließt keineswegs aus, was man früher Almosen nannte, und niemand in unserer Redaktion würde das ausschließen wollen (d.h. wir akzeptieren neben dem Gerechtigkeitsprinzip als erstem Verteilungsprinzip das Bedürfnisprinzip.

      Insofern als wir dieser Auffassung sind, ist unser Text, sind unsere Argumentationen “tendenziös”. JEDE Beziehung eines Standpunktes ist “tendenziös”. Und wenn Argumente folgerichtig zu einer bestimmten Schlussfolgerund führen, dann können Sie, wenn Sie möchten, diese Argumente ebenfalls als “tendenziös” bezeichnen.

      Ich persönlich finde es “tendenziös” und äußerst bedenklich für ein Gemeinwesen, wenn jede Argumentation für oder gegen etwas oder auch nur das Aufwerfen von Fragen, die vermuten lassen könnten, dass man den status quo nicht optimal findet, als “tendenziös” bezeichnet wird. Nicht “tendenziös” ist allein der Tod, weil genau dann keine Lebensäußerung mehr möglich ist.

  12. Rauschi says:

    Zur Aussage:
    “Bedenkt man, dass Sozialausgaben eigentlich Luxusausgaben sind, die dann entstehen können, wenn die dringenden Ausgaben, die zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur, zur Bereitstellung kommunaler Versorgungsleistungen usw. notwendig sind, getätigt wurden, dann sind die präsentierten Zahlen erschreckend.”
    habe ich dann doch noch ein paar Fragen:
    1:) wieso KÖNNEN dieses Ausgaben erst dann ENTSTEHEN, wenn die dringenden anderen Ausgaben getätigt sind? Hängt das eine ursächlich mit dem andern zusammen?

    2:) Wie passet eine solche Aussage zu einem wissenschaftlichen Beitrag?

    Zum ganzen Artikel wüsste ich dann noch gerne, wo die Autoren die Lösung für die zu “hohen” (nach welchem Massstab?) Sozialausgaben sehen.

    MfG Rauschi

    • Versuchen Sie einfach einmal das, was erwirtschaftet wurde nicht zum eigenen Lebensunterhalt, sondern zum Lebensunterhalt dritter zu verwenden und sie werden nach schätzungsweise zwei Tagen wissen, warum Sozialausgaben “Luxusausgaben” sind oder: Warum ein Auto nicht ohne Benzin fährt.

      Ansonsten wüsste ich auch gerne sehr vieles, was ich noch nicht weiß. Die beste Lösung zur Überwindung von Erkenntnislücken, eine Methode, die ich sehr empfehlen kann, weil ich sie auch verwende und denke, sie ist zweckmäßig, nennt sich Lernen. Man nimmt z.B. ein wissenschaftliches Buch zu Hand oder liest entsprechende Literatur.

      MfG
      Michael Klein

      • Rauschi says:

        Was hat die Antwort “Versuchen Sie einfach einmal das, was erwirtschaftet wurde nicht zum eigenen Lebensunterhalt, sondern zum Lebensunterhalt dritter zu verwenden ”

        mit meiner Frage “1:) wieso KÖNNEN dieses Ausgaben erst dann ENTSTEHEN, wenn die dringenden anderen Ausgaben getätigt sind? Hängt das eine ursächlich mit dem andern zusammen? ”
        zu tun?
        Bei einem Motor sind Ursache (mechanische Arbeit) und Wirkung (Kraftstoffverbrauch) in einem klaren Zusammenhang, ein Motor, der nicht läuft, verbraucht auch kein Benzin oder Diesel. Die Sozialausgauben sind aber doch nicht die Wirkung des Erhalts einer Infrstrucktur, oder habe ich da was verpasst, das ich aus einem mir nicht bekannten Physikbuch lernen könnte?
        Ich habe auch nach dem Zweck des Artkels gefragt, nicht nach der Weltformel, der sollte ja zumindest den Autoren geläufig sein.
        Wissenschaftliches Arbeiten sollte immer die Suche nach Lösungen eines Problems sein und nicht nur deren Beschreibung, oder bin ich hier nicht auf einer Seite, die eiinen wissenschaftlichen Ansatz vertritt?

        MfG Rauschi

        • Sie sind ganz nahe dran. Ein Motor läuft nur mit Benzin. Also muss man das Benzin produzieren bevor der Motor läuft. Mit der Sozialhilfe verhält es sich analog. Sie sind in der Tat auf einer Seite, die einen wissenschaftlichen Ansatz vertritt, aber wir sind mehr im Bereich des Anstoß zum Denken tätig, weniger im Bereich der Nachhilfe.

          • Rauschi says:

            Das ist dann doch ein wenig arg platt, einfach zum denken aufzufordern , wenn man keine Antwort geben kann.
            Sie haben geschrieben, das Sozialausgaben erst dann entstehen können, wenn der Rest bezahlt ist. Das ist schlicht falsch, denn mit Sicherheit entstehen die Kosten auch dann, wenn die gesamte Infrstrucktur intakt ist und mal keine Ausgaben dafür anfallen.
            Das die Kosten erst BEZAHLT werden können, wenn Geld verdient wurde, versteht sich von selbst, das war aber NICHT die Aussage.
            Die Kosten ENTSTEHEN, weil Menschen auf externe Unterstützung, aus welchem Grund auch immer, angewiesen sind, das ist die Ursache.
            Es gibt ja auch nicht Benzin oder Diesel, weil es Motoren gibt, sondern umgekehrt wird ein Schuh draus.
            Brauche ich Nachhilfe, was für eine nette Aussage? Hört sich verschärft nach dem tollen Politikerspruch, dieser oder jener Staat solle doch seine Hausaufgaben machen, an.

            Wo genau liegen denn Ihrer Meinung nach meine Defizite, habe ich solche, bloss weil ich anderer Meinung bin? Das ist aber das Ende jeder Wissenschaft, wenn nur noch eine Meinung die richtige sein darf. These, Antithese, Synthese, kommt Ihnen das bekannt vor?
            Geht das mit nur einer Auffassung?

            An einem sachlichen Diskurs wäre mir gelegen, aber die Basis dafür sehe ich nicht mehr gegeben.

            MfG Rauschi

            • Meinen Sie, wenn Sie mir mit Sophismus kommen, wird es besser. Oder warum versuchen Sie ihren Fehlschluss darüber, was ich kann oder nicht kann zu verbreiten.

              Davon abgesehen habe ich wirklich keine Lust, Ihre Fehlrezeption und Vermengungen zur Grundlage einer Diskussion zu machen. Ich habe von Ausgaben nicht von Kosten gesprochen. Zwischen beidem besteht ein himmelweiter Unterschied, denn Ausgaben sind das Ergebnis einer willentlichen Entscheidung, Kosten können einem verursacht werden. Wenn Sie den Unterschied zwischen beidem verstanden haben, dann können wir (vielleicht) weiterreden, vorher nicht.

              Übrigens. Wenn Menschen auf externe Hilfe angewiesen sind, dann enstehen weder SozialAUSGABEN noch Kosten. Möglicherweise entsteht Hilfsbereitschaft, aber das ist kein muss, denn – wie Thomas Hobbes schon vor Jahrhunderten ausgeführt hat, gibt es kein Recht auf Hilfe, so wenig wie es ein Recht auf Sozialhilfe oder eine Pflicht zur Sozialabgabe gibt. Das Problem besteht darin, dass Menschen frei geboren sind, weshalb sie keine Verpflichtung haben, anderen zu helfen. Vielleicht sehen Menschen eine Notwendigkeit zu helfen oder empfinden Mitleid, aber mehr nicht.

            • @Rauschi,

              nichts ist so platt wie die textlichen Erzeugnisse eines Kommentators, der meint, von anderen Leuten Antworten fordern zu können, ohne sein Anliegen klar bezeichnen zu können und ohne dieses Anliegen begründen zu können!

              Was, bitte, wollen Sie denn eigentlich in Ihren Kommentaren ausdrücken, außer, dass Sie um Nachhilfe bitten!? Und wir haben uns nun wirklich bemüht, nachzuhelfen!

              Wenn Sie Herrn Klein oder mich für ein Coaching exklusiv buchen möchten, dann müssen Sie einen von uns entsprechend als consultant anwerben und bezahlen;

              – nein, Sie haben kein RECHT auf unentgeltliche Aufklärung, ganz so, wie es kein natürliches RECHT auf das Konsumieren von Gütern gibt, deren Produktion andere Leute ermöglicht haben.

              • Consultancy?
                Ich würde eine entsprechende Anfrage ablehnen.

                • … naja, die Tatsache, dass “Rauschi” zuletzt beleidigend geworden ist, spricht dafür, dass er gar nicht wirklich Antworten auf Fragen sucht, sondern nur Aussagen von uns provozieren möchte, um diese dann als “unwissenschafltich” oder sonstwie, möglichst abwertend, zu qualifizieren.

                  Ein gewisses aggressives Potential auf seiner Seite ist ja beim Fragen-Stellen durchaus zu bemerken – die Frage ist nur, ob das ein mehr oder weniger normaler und momentaner Frust ist angesichts der Unfähigkeit, uns zu verstehen, oder ob er nicht verstehen WILL. Und im letzeren Fall wäre ein Consulting tatsächlich eine Tortur – aber auch sehr schnell als solche erkenn- und beendbar 🙂

        • @Rauschi

          Sie schreiben:

          “Wissenschaftliches Arbeiten sollte immer die Suche nach Lösungen eines Problems sein und nicht nur deren Beschreibung, oder bin ich hier nicht auf einer Seite, die eiinen wissenschaftlichen Ansatz vertritt?”

          Nein, nicht immer. VOR der Lösung kommt die ERKLÄRUNG eines Phänomens, denn wenn man nicht weiß, wie es zustande kommt, kann man auch keine unerwünschten Effekte o.ä. korrigieren oder ihnen entgegensteuern. Leider scheinen Sie die ERKLÄRUNGSfunktion der Wissenschaft, die für die meisten Wissenschaftler nach wie vor die zentrale Funktion von Wissenschaft ist, nicht zu kennen!?

          Und Erklärungen sind wiederum nicht prüfbar ohne möglichst klare und idealerweise wahre, d.h. in Übereinstimmung mit der Realität befindliche Beschreibungen. Daher beginnt Wissenschaft mit Beschreibungen. Wer ihre Bedeutung unterschätzt, kann noch nicht viel eigene Erfahrung mit wissenschaftlichem Arbeiten gesammelt haben ….

        • übrigens:

          “wieso KÖNNEN dieses Ausgaben erst dann ENTSTEHEN, wenn die dringenden anderen Ausgaben getätigt sind? ”

          Weil vorher kein Surplus zum Verteilen da ist!

    • @Rauschi

      Wieso sollte diese Aussage nicht zu einem wissenschaftlichen blog passen?

      Wissenschaft hat nichts mit politischer Korrektheit zu tun, sondern mit der Suche nach Erkenntnis und Wahrheit oder – weniger klangvoll – mit dem Streben danach zu unterscheiden, was in der realen Welt tatsächlich zu beobachten ist und was nicht, ob sich z.B. behauptete positive Effekte tatsächlich einstellen oder nicht oder sich sogar als negative Effekte erweisen etc. Wenn bestimmte Beobachtungen nicht dem weltanschaulichen Zeitgeist entsprechen, dann ist das für die Wissenschaft als “Realitätsbeschreibungs-Maschinerie”, wenn man so sagen möchte, völlig wurscht.

      Und die Beobachtung, um die es hier geht, ist die, dass bestimmte Ausgaben weniger produktiv sind als andere oder schlicht unproduktiv, eben nur Ausgaben, aber keine Investitionen. Wenn Sie den Begriff “Luxusausgaben” nicht mögen, dann wählen Sie halt eine andere Bezeichnung, “Grumpf” von mir aus. Hauptsache, der Unterschied zwischen notwendigen und nicht notwendigen, zwischen produktiven und unproduktiven Mittelverwendungen wird klar. Es geht um diese Idee, nicht um Worte, die irgendwelche Gefühle auslösen mögen oder auch nicht.

      Investitionen sind Ausgaben vorzuziehen, weil sie Mehrwert produzieren. Ohne Mehrwert-Produktion keine Möglichkeit für weitere Investitionen, ohne Gewinne aus Investitionen keine Möglichkeit, Almosen – oder heute heißt es ja: Zuwendungen – zu verteilen, ohne Almosen soziale Härten. Ergo: Luxusausgaben/unproduktive oder solche von zweifelhafter Produktivität müssen gering gehalten werden, damit möglichst viele Investitionen gemacht werden, damit sichergestellt ist, dass auch in Zukunft soviele Almosen gegeben werden können, um soziale Härten, und ich meine tatsächlich: HÄRTEN, nicht den ausgefallenen Familienurlaub oder die fehlenden Designerklamotten, zu vermeiden.

      So, und nun erklären Sie mir bitte, warum diese Überlegungen, in Aussagen gefasst, nicht in ein wissenschaftliches blog gehören sollen!

      P.S. “Unwissenschaftlich” kann man Aussagen nennen, wenn Sie keinen klar angebaren und prüfbaren Gehalt haben wie z,B. die Aussage “Alles ist möglich”. Damit sagt man dann, dass das wissenschaftliche Instrumentarium nicht dazu geeignet ist, diese Aussage zu überprüfen, oder – aus Sicht der Wissenschaft – dass die Aussage unsinnig ist, weil zu ihr Stellung zu nehmen, ein müßiges Unterfangen ist.

  13. Cource says:

    Sklaven aller Länder vereinigt euch! Zurück zur Natur ! schon Jesus sagte: „Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch.”

    • … ja, und das muss dann wohl der Grund dafür sein, dass schon so viele Vogelarten ausgestorben sind und derzeit viele vom Aussterben bedroht sind!

      Wer weiß, was für seltsame psychologischen Bedürfnisse der himmlische Vater hat …!?

      • Gottes Wege und die der Hochfrequenz sind unergründlich.

      • Cource says:

        Genau, mit Beginn des Ackerbaues und der Viehzucht wurde der Grundstein gelegt für die Ausbeutung von Natur und Mensch und wie von Ihnen richtig erkannt auch die Verdrängung der Vogelarten

        • … ich fürchte, da setzen Sie viel zu spät an, wovon Ihnen u.a. die Mammuts ein Klagelied singen könnten, wären sie nicht von geistig wenig entwickelten Jägern zuhauf über Klippen gejagt worden, nur, um eines von ihnen verspeisen zu können.

      • Cource says:

        Genau, mit Beginn des Ackerbaues und der Viehzucht wurde der Grundstein gelegt für die Ausbeutung von Natur und Mensch und wie von Ihnen richtig erkannt auch die Verdrängung von zahlreichen Vogelarten

  14. My first and last statement says:

    Guten Tag,

    investiert wird Geld besonders im öffentlichen Sektor, mit der Effizienz eines Castorbehälters.
    Aussen hui , innen pfui.

    Wenn man sich nur anschaut welche Verläufe BER-Flughafen , Elbphilarmonie etc. haben, um nur die Bekanntesten zu nennen, spottet Ihr Artikel jeglich fehlender Grundkenntnis wie heutzutage “Infrastruktur” geplant, aufgebaut und bezahlt wird.

    Willkommen in der Realität.

    Ihre Seite samt Ihrer persönlichen inhumanen Grundhaltung spare ich mir in Zukunft, das löst nur noch Agressionen aus wegen infantiler, ignoranter und destruktiver Beweisführung gegen den Menschen und sein Wesen.

    Vielen Dank.

    • Es gibt Menschen, die können tatsächlich schreiben, ohne zu denken. Das Sie dazu zu gehören scheinen: Wie machen Sie das?
      Insofern wir auf dieser Seite zum Selbstdenken auffordern, ist es nur konsequent und das beste, was Sie tun können: Fernbleiben.

    • https://www.youtube.com/watch?v=Y4RhItPM2qU
      Hier etwas zur Gesundung, vor allem wenn von BER die Rede ist. Man beachte das Datum der Herstellung. Weitere Beispiele gibt es bei Nachfrage.

      Carsten

      “Ehrlich gesagt amüsiert es mich, daß man plötzlich darauf gekommen ist, daß die wirtschaftlichen Schwächen von Ländern wie Griechenland, Portugal oder Irland Probleme verursachen. Ich hätte das jedem bereits vor 50 Jahren erzählen können.”
      John Cleese

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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