Was nimmt eigentlich die Drogenbeauftragte?

Hat man als Bürger eigentlich nicht einmal mehr ein Recht darauf, mit Stil belogen und intelligent manipuliert zu werden?

Offensichtlich nicht.

Denn scheinbar stehen ganze Ämter und „gemeinnützige Projekte“ unter dem Einfluss die Geisteskraft reduzierender Drogen, immer vorausgesetzt, es gibt etwas zu reduzieren.

Als Ergebnis werden wir mit einer Pressemeldung konfrontiert, die jegliche Anstrengung zur guten Lüge, jedes Bemühen um einen gelungenen Täuschungsversuch vermissen lässt.

Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt stärken„, so verkündet die Drogenbeauftrage der Bundesregierung.

DrogenbeauftragteDamit geht es schon los.

Wir wissen nicht, in welcher Welt die Drogenbeauftrage lebt, wir leben in einer erfahrbaren Welt, die Computer als entsprechend erfahrbare Objekte enthält. Dass die Drogenbeauftragte denkt, Kinder und Jugendlichen und vermutlich auch sie lebten in einer „digitalen Welt“ ist aus drogenpräventiven Gründen höchst bedenklich und führt uns zur Annahme, dass es eine Drogenbeauftragtensucht geben muss.

Entsprechend wäre Marlene Mortler, das ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (für alle, die es nicht wissen und entsprechend auch nichts versäumt haben), selbstreflexiv, wenn sie sagt: „Viele Jugendliche und Erwachsene zeigen bereits heute Anzeichen einer … abhängigkeit.“ Anzeichen wie das folgende:

„Mehr als 50% der befragten Eltern fühlen sich hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Medien in ihrer Kindererziehung unzureichend informiert“, erklärt Marlene Mortler und dokumentiert damit eindrücklich, dass sie mindestens doppelt sieht, denn weiter unten im Bericht (dazu gleich) heißt es: „Mehr als 23% der befragten Eltern zum Thema „Mein Kind im Umgang mit den Medien“ fühlen sich hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Medien in ihrer Kindererziehung unzureichend informiert“.

100% der Drogenbeauftragten des Bundes, so müssen wir folgern, sind nicht in der Lage, einen Satz aus einem Teil der Pressemeldung richtig in einen anderen Teil der Pressemeldung zu kopieren. In welcher virtuellen Welt leben die 100%igen Drogenbeauftragten eigentlich?

Etwas mehr Mühe würde man schon erwarten. Immerhin sollen Steuerzahler wieder erleichtert werden, um Steuergelder, die Marlene Mortler, im Hochgefühl der Freigiebigkeit, an das „gemeinnützige Projekt des Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte des Instituts für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln“ verschenken will, dessen Schirmherrschaft Mortler übernommen hat.

Heutzutage sind bereits die Forschungsprojekte gemeinnützig, was bedeutet, dass Gemeinnützigkeit nicht mehr über das Ergebnis, sondern über die Intention gemessen wird: Wir wissen zwar nicht, was herauskommt, aber wir wissen, es wird gemeinnützig sein. Oder wissen wir doch schon, was herauskommt?

Punkt 8 der Erkenntnisse, die bereits jetzt im Rahmen der „BLIKK“ Pre-Test-Projekt-Phase generiert wurden“ [BLIKK, das ist das gemeinnützige Projekt) stellt fest:

„8. Im Rahmen dieser Pre-Test-Projektphase konnte belegt werden, dass diese BLIKKStudie eine Forschungsrelevanz im digitalen Medienzeitalter hat.“

Tosh legalize it

Was auch immer die Drogenbeauftragte nimmt, wir fordern: Legalize It.

BLIKK ist gemeinnützig, ist nützlich, ist forschungsrelevant! Das wissen die BLIKKER schon jetzt. Fragt sich, warum noch geforscht werden muss? Die Antwort: Um Steuergelder zu verbauchen, Steuergelder für forschungsrelevante Erkenntnisse, wie die folgenden, die in der „‚BLIKK’Pre-Test-Projekt-Phase generiert wurden“:

„5-jährige Kinder sind nach Angaben Ihrer Eltern auffällig unruhig.“

Das verflixte fünfte Jahr also. Sind Kinder erst einmal 6 Jahre alt, dann hat sich das mit der auffallenden Unruhe, dann wird die Unruhe zur nicht mehr auffallenden oder es fallen andere Dinge als Unruhe auf. Also Eltern: Da müsst Ihr durch, oder ihr zieht in Mortlers digitale Welt und feiert den fünften Geburtstag doppelt als 10.!

Mitglieder der ScienceFiles-Redaktion sind nach Durchlesen der Pressemeldung der Drogenbeauftragten übrigens auffallend agitiert. Eines spielt gar Diablo!

Ein weiteres Ergebnis, das in der „BLIKK Pre-Test-Projekt-Phase“ generiert wurde:

„Eltern sehen sich als Vorbilder beim Verhalten „gegenüber anderen Menschen“ (5,2) und der Ernährung (4,6) aber nur bedingt im Umgang mit digitalen Medien (3,2)“

So so, Eltern sehen sich als Vorbilder im Verhalten gegenüber anderen Menschen. Das erklärt einiges. Vor allem die (5,2) sagt eigentlich alles, besonders im Vergleich zur (4,6) bei der Ernährung. Die Probleme der Erziehung sie sind durch die BLIKK Pre-Test-Projekt-Phase nicht nur eindeutig benannt, nein, sie sind schon gelöst, mit 6,7 auf der unbekannten Richterskala des drogeninduzierten Verlustes geistiger Fähigkeit.

Ein Ergebnis geht noch, eines aus der BLIKK Pre-Test-Projekt-Phase, quasi das Ergebnis, das die Pre-Test-Projekt-Phase als Pre-Test-Projekt-Phase weit über die anderen Pre-Test-Projekt-Phasen aus den anderen Drogenfeten der Drogenbeauftragten heraushebt:

„20% der Mütter von Säuglingen fühlen sich den neuen Aufgaben in der Kindesversorgung innerhalb der ersten drei Monate nicht gewachsen. Diese Beobachtung ist auch im Zusammenhang mit den 30-prozentigen Angaben hinsichtlich der Hinweise für eine Säuglings-Eltern-Beziehungsstörungen zu sehen.“

Wir haben lange gerätselt, was der Hinweis auf die „30-prozentigen Angaben“ dem normalintelligenten Menschen sagen will. Es hat einige Zeit gedauert, bis wir verstanden haben, dass es sich dabei um einen heimlichen Hinweis auf die Ursache dieser Pressemeldung handelt, die offenkundig im Drogenrausch entstanden ist.

Hier ist die Ursache:

waidlaliebe07

30% Vol.

Wie immer, wenn Pressemeldungen im Rauschzustand verfasst werden, schleicht sich die ein oder andere unbeabsichtigte Information ein. Z.B. die Anzahl der Befragten, die in der „BLIKK Pre-Test-Projekt-Phase“ befragt wurden. Es handelt sich dabei um: 26 Versprengte.

In Worten: Sechsundzwanzig.

Nehmen wir die 26 Eltern mit ihren Angaben zu 60 Kindern und machen wir die manipulative Pressemeldung zu einer faktenbasierten Pressemeldung:

Manipulationsversuch Realität
Mehr als 23 % der befragten Eltern zum Thema „Mein Kind im Umgang mit Medien“,
fühlen sich hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Medien in ihrer Kindeserziehung
unzureichend informiert
6 befragte „Eltern zum Thema „Mein Kind im Umgang mit Medien“, fühlen sich hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Medien in ihrer Kindeserziehung
unzureichend informiert.
Mehr als 60% der 9-10 jährigen Kinder (U-11) können sich weniger als 30-Minuten ohne
Nutzung von digitalen Medien beschäftigen
36 9-10 jährige Kinder (U-11) können sich weniger als 30-Minuten ohne Nutzung von digitalen Medien beschäftigen
„Im Rahmen dieser Pre-Test-Projektphase konnte belegt werden, dass diese BLIKKStudie
eine Forschungsrelevanz im digitalen Medienzeitalter hat.“
Wer von der Drogenbeauftragten Steuergelder erhalten will, muss 26 Eltern einsammeln, z.B. im Kindergarten vor Ort, sie unsinnige Fragen fragen, einen ominösen 30% Anteil behaupten und aufgrund von 6 Befragten einen Drogennotstand erklären. Das genügt.

Woran liegt es, dass man als Bürger nicht einmal mehr mit Stil belogen wird und nicht mit Witz und Intelligenz versucht wird, Bürger zu manipulieren?

Fragen wir nicht uns, fragen wir unsere Leser:

Woher kommt die plumpe Form von Manipulation und Lüge?

Über Michael Klein
... concerned with and about science

21 Responses to Was nimmt eigentlich die Drogenbeauftragte?

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Was nimmt eigentlich die Drogenbeauftragte?

  2. David says:

    Ich hätte mir bei der Abstimmung eine multiple-choice-Funktion gewünscht. Man kann auch inkompetent sein und zusätzlich den Bürger für blöd halten. Ich würde sogar eine positive Korrelation zwischen beiden Variablen vermuten.

  3. Peter L says:

    Staat abschaffen, jetzt !

    • Florian Geyer says:

      Mangels Souveränität war die BRDDR niemals ein Staat.
      Und was diese Simulation einmal an Staatsähnlichkeit hatte schafft sie gerade selbst ab.

  4. Peter L says:

    100% aller Politiker kann keine 20 Minuten existieren, ohne den Impuls zu verspühren (9,8!), Menschen Vorschriften zu machen (7,2) sie also beherrschen zu wollen. Schon der Pretest zu prä-evaluativen Schätung ( auch schon 84,8%!, mit externer Validität ( wobei Frauen etwas mehr) ) bestätigten die vorhergesagten 97,7% nochmals mit 35 Abweichungen Überschuss. Also nochmals signifikant mehr als vorher.

    Darum ist schnelles und souveränes Handeln jetzt unabdingbar !

    Staat abschaffen. JETZT !

  5. Ich lebe seit 1964 in direktem Kontakt mit Computern (von saalgroß bis hosentaschentauglich) habe aber noch nicht herausbekommen, wieso wir nicht in dieser unserer analogen Welt leben und das digitale als nützliche Zutat sehen. Früher haben wir Hochgeschwindigkeitstrottel zu unserem Computer gesagt. Heute verwechseln wir Realität und Abbild. Und da die wenigsten etwas von Statistik verstehen, genügt ein %-Zeichen als Begründung für sommergelochte Pressemitteilungen. Schade um das Fördergeld!

  6. Den Bärwurz halte ich für eine plausible Begründung für den ministeriellen Totalausfall – wir haben das bei einem Betriebsausflug im Selbstversuch getestet. Die Ergebnisse konnte mangels Erinnerung zwar keiner auswerten, aber das stützt die Bärwurz-These ja eher noch!

  7. mikeondoor says:

    mein gott, es gibt schon soviel infos btr. kinder/jugendliche und die medien… aber diese verantwortlichkeit, die von den eltern/erwachsenen gefordert wird – auch als vorbild – ist eben anstrengend, bedeutet zeit für die kleinen aufzubringen … was ja immer mehr bewusst torbediert wird… tv als babysitter, und noch besser: frühzeitigst in die kita!
    http://mikeondoor-news.de/das-betreuungsgeld-geborgenheit-und-liebe-statt-entfremdung-wie-funktionseliten-familien-an-den-abgrund-draengen/

  8. Stuff says:

    „Was nimmt eigentlich die Drogenbeauftragte?“

    Sich selbst ganz, ganz wichtig…

    Führt zu oft ganz kuriosen Äusserungen!

  9. A.S. says:

    Hm. Also dem Inhalt nach zu urteilen hat die Drogenbeauftragte eine nahezu vorbildliche Arbeitsmoral. Um als Drogenbeauftragte zu arbeiten muss sie die Thematik studiert haben. Vmtl. ist gerade der Praxisteil dran……

    • Florian Geyer says:

      So wie andere dieser sinnlosen und schädlichen „Beauftragten“ arbeitet diese Trulla, vermutlich „Politologin, Sozialpädagogin oder Soziologin, jedenfalls ein Log-in, keinen Schlag selbst.
      Und es würde mich sehr wundern, wenn sie den unter ihrem Namen verbreiteten Text auch nur gelesen hätte, dafür hat sie Unter- und Unterunterbeauftragte, die damit den 1€-Zwangsarbeiter von der ARGE beauftragen, der da sein „Praktikum“ macht.
      So läuft das in sozialistischen Staaten nun mal.
      Im Stalinismus hat man solche Versager aber wenigstens erschossen, wenn sie derartigen Müll verbrochen haben.

  10. Volker says:

    Es sind keine 36 „9-10 jährige Kinder (U-11)“, die sich weniger als 30 Minuten ohne Nutzung von digitalen Medien beschäftigen beschäftigen können.

    Laut Pressetext sind es mehr als 60%, laut Grafik auf 3 Stellen genau 60,7%. Bei 36 von 60 Kindern wären es aber genau 60%.

    Zwar täuschen die auf 3 Stellen genauen Prozentangaben eine Genauigkeit vor, die nicht da ist, sie ermöglichen aber Rückschlüsse auf die tatsächliche Anzahl, die auch von den n=29 und n=31 unter der Grafik abweicht.

    Für U11 gibt es die Prozentangaben 60,7%, 21,4%, 14,3% und 3,6%, was 17, 6, 4 und 1 Kindern bei n=28 entspricht.
    Für U10 sind es 27,6%, 20,7%, 6,9% und 3,4%, was 8, 6, 2 und 1 Kindern bei n=29 entspricht.
    Vielfache davon wären auch möglich.

  11. A.S. says:

    Als Nachtrag nochmal die Frage in die Runde:
    Ist die Sucht, immer neue Betätigungsfelder für Staatsgünstlinge zu finden, eigentlich auch eine Droge?

    • Nein, das ist keine Droge.
      Die Notwendigkeit, sich neue Energiequellen zu suchen, ist in jedem Lebewesen existentiell verankert. Das ist selbstverständlich, denn dieser Zwang wurde ihm durch die Entwicklung in seine Steuerung vermittelt. Es überlebt nur, was sich in diesem Sinne vernünftig verhält. Es umgeben uns also nur Lebewesen, deren Steuerung dies verinnerlicht hat.
      Bietet man nun neue Quellen an, so werden sie angenommen, auch wenn sie der Gesellschaft nichts bringen, wie Subventionen, Fördertöpfe, Hilfen, Unterstützung, Stärkungstrunks…

      Das Annehmen dieser neuartigen Quellen ist also normal. Das Zurverfügungstellen schädigt die Gesellschaft. Die Schädlinge sind also nicht die, die die neuartigen Quellen ausbeuten, sondern die, die sie zur Verfügung stellen.
      Ach so, wir sind schon weiter?
      Es stellen in dieser Gesellschaft natürlich nur die Energie zur Verfügung, die vorhaben, sie auszubeuten. Und so haben wir es doch mit einer Art Schädlinge zu tun. Wir können erkennen, wer sich da die Bälle zuwirft — wenn wir gut hinsehen.

      Carsten

      „Wenn es nicht notwendig ist, einen Schmarotzer einzustellen, dann ist es notwendig, keinen Schmarotzer einzustellen.“
      Michael Winkler

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