Wutbürger sind verbittert und dumm: Die Soziologie der Gelangweilten und Satten

Heute hat uns der folgende Kommentar erreicht:

Anonymity„Hallo, Fr. Dr. Diefenbach, hallo Herr Klein,
Sie wundern sich doch immer wieder, warum die Soziologie und die Soziologen bei den Laien so verrufen sind.
Hier ist ein Grund dafür: http://www.faz.net/aktuell/politik/denk-ich-an-deutschland-1/wenn-systemkritik-proletariat-und-mittelstand-eint-13797245.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Dieses Geschwurbel ist für jeden denkenden Menschen nahezu unerträglich, und was ist dieser Autor: Prof. für Soziologie in Kassel. Gesichertes Einkommen auf Steuerzahlerkosten, aber sich über die arbeitende Bevölkerung klischeehaft (BMW, Luxusurlaub) das Maul zerreißen. Leider kein Einzelfall….“

Aktivposten, so der Nick unseres Kommentatoren, hält die Betrachtungen, die Heinz Bude unter der Überschrift „Wutbürger: Die Koalition der Angst“ anstellt, für Geschwurbel, wir halten sie für das Sinnieren eines Gelangweilten (eines am Versuch wirtschaftlicher Selbständigkeit Gescheiterten), der auch etwas sagen will, seine Betrachtung zur Zeit anstellen will – sind also nicht gänzlich anderer Auffassung.

Heinz BudeHerausgekommen ist bei Budes Betrachtungen eine diffuse Darstellung eklektizistisch zusammengeschusterter Bereich der deutschen Gesellschaft, die keinem erkennbaren Kriterium folgt, die nicht einmal den Versuch macht, Bedingungen anzugeben, unter denen man die Behauptungen des Autoren nachprüfen könnte und deren einziger Appell an die Nachvollziehbarkeit der Appell an diejenigen ist, denen das, was Heinz Bude da zusammenschreibt, gefällt, warum auch immer. Das werden diejenigen sein, die sich nicht als Wutbürger, sondern als Gutmenschen fühlen.

Das, was Heinz Bude in der Frankfurter Allgemeinen absondert, ist keine Soziologie, es hat mit Soziologie nicht einmal entfernt etwas zu tun. Es ist auch sonst kein erkennbarer wissenschaftlicher Beitrag. Es ist die Meinungsäußerung von Heinz Bude, die einem gefallen kann oder auch nicht. Und dass Heinz Bude einen Lehrstuhl für Soziologie besetzt, ist ein formales Merkmal, das jedoch nicht hinreichend für den Schluss ist, dass Heinz Bude Soziologie betreibt, geschweige denn, Soziologe ist: Nicht überall, wo Soziologie draufsteht, ist auch Soziologie drin.

Soziologie, das nur zur Verdeutlichung, sucht nach Erklärungen für gesellschaftliche Phänomene (soziale Fakten, wie Emile Durkheim sagt) und zwar dadurch, dass die sozialen Fakten über die Handlungen von Akteuren und innerhalb der Randbedingungen, die für die Handlungen relevant sind, erklärt werden.

Heinz Bude bietet nichts von diesen soziologischen Essentials. Er erzählt, wie ihm die Welt vorkommt. Er erzählt drauf los, hat keine Fragestellung, kein Erkenntnisinteresse, ja, man weiß nicht einmal, warum er diesen Gastbeitrag überhaupt geschrieben hat, denn er hat keine Message, aber vielleicht hat er ja Wut, Wut auf Wutbürger.

Die Geschichte, die Heinz Bude in der FAZ erzählt, sie beginnt damit, dass es in Deutschland zwei Bevölkerungsgruppen gibt, die prekär leben. Auf beide kann Bude als Beamter (also als auf Lebenszeit unabhängig von seinen Leistungen aus Steuermitteln Finanzierter) von seinem Sessel im Büro herunterschauen, wie er glaubt, und beiden kann er wild assoziierend unterstellen, was er sich so zusammendenkt:

Da gibt es das Dienstleistungsproletariat, dem die gloreichen Ideen eines Karl Marx und eines August Bebel fehlen. Deshalb putzen sie ICE Züge, ohne dass ihnen von Karl Marx ein falschen Bewusstsein attestiert wird. Das Dienstleistungsproletariat, es besteht aus Deppen, die ihr Leben lang in Positionen malochen, die sie nicht weiterbringen (ganz im Gegensatz zu auf Lebenszeit verbeamteten Professoren), so Heinz Bude. Das merken die Dienstleistungsproletarier natürlich nicht, und deshalb schuften sie tagein tagaus in Hotels oder als Paketzusteller für ein paar mikrige Euro, 900 Euro bis 1100 Euro im Monat sind es, das weiß Heinz Bude ganz genau. Dafür würde er wohl nicht einmal einen Gastbeitrag in der FAZ schreiben – oder?

Und weil die Diensleistungsproletarier so starr, unflexibel und mit ihrem Hungerlohn verheiratet sind, deshalb haben sie Angst, Angst vor Heinz Bude, dass er sie diffamieren könnte. Nein, das war natürlich ein Scherz. Niemand hat vor Heinz Bude Angst. Die Dienstleistungsproletarier mit ihrer 25jährigen Erfahrung im Putzen fremder Böden, sie haben Angst vor den Flüchtlingen aus Syrien, die alle nach Deutschland kommen, um ihrerseits fremde Böden zu putzen und den Dienstleistungsproletarieren mit Arbeitserfahrung den Job wegnehmen, meint Bude.

Neben den Dienstleistungsproletarieren gibt es noch die „Verbitterten aus der Mittelschicht“. Die Verbitterten sind verbittert, weil sie geglaubt haben, mit Bildung ginge in Deutschland Einkommen einher. „Sie halten sich selbst für leistungsfähig, kompetenzstark und gut informmiert, führen allerdings Beschwerde über eine respektlose Personalpolitik in den Unternehmen und zeigen sich empört über den deregulierten Pumpkapitalismus“. Hein Bude weiß das, vermutlich aus eigener Anschauung und seinem Versuch, die Sinus-Milieus anzuwenden.

Wie auch immer, der „deregulierte Pumpkapitalismus“, der für die pünktlichen, monatlichen Überweisungen an Heinz Bude verantwortlich ist, er verweigert den Verbitterten aus der Mittelschicht nach Kenntnis von Heinz Bude das Einkommen, das notwendig wäre, um „eine Fotosafari in Namibia“ zu unternehmen und sich einen BMW zu leisten. Heinz Bude lebt tatsächlich in der geistigen Welt, in der Begriffe wie Pumpkapitalismus geboren werden, von Kleinkredit, Mietkauf und Leasing hat er dennoch nichts gehört.

Wie dem auch sei, die der Fotosafari Deprivierten, die vor allem Studienfächer studiert haben, die sie nach Kenntnis von Bude in Coachingberufe geführt haben, also Fächer wie Gender Studies, Kultur- oder Medienwissenschaften, sie haben auch Angst, Angst vor Statusverlust. Wir erinnern uns: Angst hatten auch die Dienstleistungsproletarier, und zwar vor den Syrischen Gebäudereinigern, die in großer Menge nach Deutschland kommen, um fremde Böden zu putzen.

Esser_SoziologieUnd wenn man als Heinz Bude zwei gesellschaftlichen Gruppen umfassend und ausnahmslos Angst attestiert hat, dann „können sich ganz schnell Koalitionen der Angst bilden, die quer durch die Gesellschaft laufen. Man attackiert zuerst Politiker, von denen angenommen wird, dass sie sich den Staat als Beute genommen haben … [Wir können hier nicht gemeint sein. Wir stammen aus der Arbeiterschicht und haben ein höheres Einkommen als Heinz Bude!] dann spießt man Journalisten auf, denen unterstellt wird, dass sie heimlich auf der Gehaltsrolle von Lobbyisten und Werbern stehen … Brenzlig wird die Situation dann werden, wenn es zu einem Kurzschluss zwischen den beiden Brennpunkten des sozialen Bruchs kommt: wenn die Ignorierten aus dem Dienstleistungsproletariat sich mit den Verbitterten aus der gesellschaftlichen Mitte im Blick auf einen Sündenbock verbünden, den man dafür verantwortlich machen kann, dass alles so schief läuft“ [Sie sehen: Politiker sind allesamt an unser aller Wohl orientiert und Journalisten sind immer unabhängig, Bruder Heinz hat es gesagt. Er muss es wissen. Woher? Das bleibt sein Geheimnis. Vielleicht wurde es ihm offenbart.].

Das operative Wort hier ist: Kurzschluss, denn die Betrachtungen von Heinz Bude, sie sind ein Kurzschluss, der nicht nachvollziehbar ist. Deshalb ist hier die operative Frage vonnötten: Warum sollten sich die Dienstleistungsproletarier und die Verbitterten zusammentun, um gegen die vielen Syrer, die fremder Leute Böden putzen wollen, wie Bude weiß, vorzugehen (vor allem wo die Verbitterten doch verhindern wollen auf den Status von Dienstleistungsproletarieren herabzurutschen)? Eine Antwort auf diese Frage ist im Beitrag von Bude weit und breit nicht zu finden.

Sie kann auch nicht zu finden sein, denn Bude geht es nicht darum, etwas zu erklären. Er gehört zu den Weltbetrachtern, zu denen, die keinerlei Erklärung zur Welt beizutragen haben, aber jede Menge unverdautes al-Gusto-Gerede, das keinerlei Fundament in der Realität oder in irgend welchen Fakten, geschweige denn in einer soziologischen (Handlungs-)Theorie hat.

Und so erschließt sich der Zweck der Betrachtungen von Bude erst zum Ende seines Beitrags, wenn er den Teufel an die Wand malt: „Wenn dann eine Figur kommt, die sagt, ich lasse mich nicht belügen, ich lasse mir den Mund nicht verbieten, und ich weiß, was ich weiß, dann ist eine Politik gefordert, die keine Angst vor den Ängsten der Leute hat“.

Ziemlich vielsagend, diese Betrachtungen über „eine Figur“ oder? Und ist eine Politik, die „keine Angst vor den Ängsten der Leute hat“, eine Politik, die über Leichen geht, Widerstand im Keim erstickt oder Menschen abholt und kaserniert, weil sie eine andere,eine falsche Meinung haben? Bude scheint das nahezulegen, mit seinem pathetischen Schlusswort, das nicht das einzige an seinem Text ist, das unüberlegt und aus einer Laune heraus geschrieben ist.

Aber man soll Beiträge, wie den von Heinz Bude ja mit dem notwendigen Maß an Humor nehmen und so geben wir unseren Lesern Folgendes auf den Weg: Wenn das nächste Mal jemand kommt und behauptet, die Rechten seien anfällig für einfache Wahrheiten, dann verweisen sie ihn auf den Beitrag von Heinz Bude, der sich vermutlich nicht als Rechter versteht. Dieser Beitrag ist so voller einfacher Wahrheiten, dass man befürchten muss, dass wenn eine Figur wie Bude ihren Lehrstuhl in der selben kognitiven Armseligkeit füllt, wie dies im vorliegenden Gastbeitrag für die FAZ geschehen ist, man es wirklich und begründet mit der Angst bekommen muss, denn wie hat René König einmal gesagt: „Jungens, das ist keine Soziologie!“.

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41 Responses to Wutbürger sind verbittert und dumm: Die Soziologie der Gelangweilten und Satten

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  2. Ein Teufelskreis sagt:

    Könnte Herr Bude sich mit seinem Schlußsatz nicht auch gegen sich selbst gewendet haben?

    Denn immerhin hat er ja auch Angst – nämlich vor dem „proletarischen Kurzschluß“!

    Woraufhin er ja dann höchstselbst ägstlich auf „eine Figur“ wartet, die ihn erlöst. Und dann schlußendlich von einer „Kurzschluß-Figur“ „betreut“ wird, die überhaupt keine Angst vor einem verängstigten Herrn Bude bzw. seiner Schutze(n)gel-„Figur“ hat:-)

  3. Pack sagt:

    Ich bin in der Nacht 2008 von einem Begünstigten überfallen worden. Mein Sohn hat mich dann aus der mißlichen Lage befreit (ich konnte mich nicht wehren, da ich mit beiden Händen die Kamera festhielt, mit der ich eine Nötigung dokumentiert hatte). Anschließend wurde mit einem Pflasterstein auf den Kopf meines Sohnes eingeschlagen. Die Spuren im Gesicht waren eindeutig!

    Die Dokumentation dieses Angriffs war auch in gutem Maße vorhanden, denn aufgrund der Vorgeschichte haben wir schon mit so etwas gerechnet. Die Aussagen der Gegenseite waren kraß widersprüchlich. Lügen haben eben kurze Beine.

    In ca. 20 aufgezwungenen Verfahren versuchte man die Habgier des Bevorzugten mit Drohungen und Prozeßbetrug durchzusetzen.

    Die StA hat unsere Anzeige nicht weiterverfolgt und sich noch über uns belustigt. Die anschließende Zivilklage unsererseits wurde vom Richter abgewehrt, in dem alle unsere klaren Beweise nicht zugelassen worden sind. Darunter ein Video, aufgenommen im eigenem Haus, auf dem nur mein Sohn und ich zu sehen sind.

    So weit zur Rechtsstaatlichkeit in diesem Lande.

    Sie können sich in den Verfahren zwar auf Recht und Gesetz berufen, aber ob das angewandt wird, bleibt allein der Willkür überlassen. Auch Demonstrationen ändern daran nichts!

    Wir sind seit acht Jahren nur Freiwild, offenbar ohne Rechte.
    Je mehr Begünstigte in diesem Land eintreffen, um so öfter und um so mehr werden zum Freiwild!
    Wenn es dann die Mitläufer, Gelangweilten und Satten erwischt, wäre das nur gerecht!

  4. Ich hatte gehofft, daß Sie sich dieses Artikels annehmen würden – kommentieren kann man in der FAZ ja nichts mehr was mit Flüchtlingen, Russland, AfD, Pegida oder anderen, „rechtsgefährdeten“ Themen zu tun hat.

  5. gixgax sagt:

    Bude argumentiert normativ gegen gerechtigkeitstheoretisch durchaus ‚berechtigte‘ Interessen im Namen eines Establishments zu dem er selbst gehört. Anstatt nun die Gelegenheit zu nutzen, einige Selbstgerechtigkeiten des Systems zu dekonstruieren als fade Ideologien die vielleicht früher mal Geltung für alle Teilnehmer der Gesellschaft beanspruchen durften (Meritokratie/Leistungsgesellschaft/Solidargemeinschaft etc.) argumentiert er affektiert im Sinne eines ‚Geistesaritokraten‘ gegen einen ’neuen Pöbel‘, den er meint entdeckt zu haben.

    Dabei verpasst er es (absichtsvoll?) jene gesellschaftlichen Bedingungen und Akteure zu benennen, die die Leute erst in jene prekären Positionen bringen und dann gegeneinander ausspielen.

    Die Erosion von Minimalstandards einer common-sense-Gerechtikeitsempfindung wird ja u.a. gerade durch immer neue Ungleichheiten befeuert, die im Namen staatlicher ‚Gleichstellungspolitik‘ erst hergestellt werden. Wenn sich im Klientelsystem alle erst mal als ‚Opfer der Verhältnisse‘ definiert haben, dann müssten wir ihnen auch zugestehen, dass sie sich in Opfer erster, zweiter und n-ter Klasse ausdifferenzieren:-).

    Es ist nahezu zynisch, wenn Soziologien die (angebbaren) gesellschaftlichen Bedingungen solcher Differenzierungsprozesse nicht mehr benennen (wollen) und stattdessen ihre ‚Opfer‘ verhöhnen, indem sie deren (berechtigte) Interessen delegitimieren.

    Frage: Muss diese ‚Standortgebundenheit von Gesellschaftswissenschaft‘ – die sich u.a. bei Bude ausdrückt – unter heutigen Bedingungen nicht notwendigerweise dazu führen, dass sie dysfunktional, antiaufklärerisch und somit obsolet wird?

    • @gixgax

      Ich stimme Ihrem Kommentar in vieler Hinsicht zu. Was Ihre Frage betrifft, die den Kommentar abschließt, so würde ich sie tendenziell positiv beantworten, sofern ich richtig verstanden habe, was Sie damit meinen, aber ich bin nicht ganz sicher, ob ich sie richtig verstanden.

      Aber egal; anmerken will ich jedenfalls, dass ich mit Mode- oder Kampfbegriffen auch große Schwierigkeiten habe, aber „Meritokratie“ m.E. nicht dazu gehört. Es ist eine Bezeichnung für ein Verteilungsprinzip, und jede Gesellschaft muss ein solches Prinzip haben, wenn sie nicht an Verteilungskämpfen von jedem gegen jeden zerbrechen will bzw. in Beliebigkeit, (dann) Chaos und (dann) Gewalt versinken will. Wenn Sie Meritokratie in einen Topf werfen mit „fader Ideologie“ wie der Vorstellung von einer pluralistischen modernen Gesellschaft als „Solidargemeinschaft“ oder Gender mainstreaming o.ä., dann müssen Sie zumindest anerkennen, dass die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland sich nicht diesen „faden Ideologien“ verpflichtet fühlt, sondern – nach wie vor – der „faden Ideologie“ der Meritokratie bzw. dem Leistungsprinzip als Verteilungsprinzip für gesellschaftliche Güter wie z.B. Bildungstitel. Gerade deshalb stoßen ja z.B. die staatlichen Zwangsgleichstellungsmaßnahmen auf Ablehnung.

      Wenn ich Ihrer Auffassung des meritokratischen Prinzips, das man immerhin philosophisch und sozialpsychologisch begründen kann, als „fade Ideologie“ – gemeinsam z.B. mit Gender mainstreaming oder Ergebnisgleichheit, die man eben nicht entsprechend begründen kann – folgen wollte, müsste ich festhalten, dass es zur „faden Ideologie“ keine Alternative gibt. IRGENDEINE „fade Ideologie“ muss dann den Zugang zu und die Verfügbarkeit über Güter in einer Gruppen von Menschen regeln.

      Ich denke, dass es die erste und wichtigste Aufgabe von Soziologen ist, als „Gesellschaftsbeobachter“ zu fungieren und zunächst einmal festzustellen, ob Institutionen den Prinzipien, denen sie zu folgen vorgeben, tatsächlich folgen, unabhängig davon, ob man sie persönlich mag oder nicht, denn alle Gesellschaftsmitglieder haben das Recht zu wissen, woran sie sind und welche Erwartungen ihnen entgegengebracht werden und welche Belohnungen ihnen wofür zuteil werden (sollen). So steht in den Schulgesetzen der Länder nach wie vor nichts davon zu lesen, dass Schüler nicht mehr nach Leistung (wenn vielleicht auch nicht NUR nach Leistung) bewertet werden sollen, und vor diesem Hintergrund stellt es einen Mißstand dar, wenn diesem Prinzip in der Realität nicht entsprochen wird – „fade Ideologie“ hin oder her.

      Und man kann als Soziologe (oder Pädagoge oder Philosoph …) aufgrund logischer Analyse und empirischer Befunde für oder gegen bestimmte Prinzipien oder Praktiken argumentieren, wobei deren Effizien inklusive ihrer nicht beabsichtigten Folgen zu beachten sind. Aber es ist nicht deren erste Aufgabe, die Leute dazu zu bringen, gefälligst so zu leben und das zu wollen, was dem eigenen Entwurf von der „guten“ Gesellschaft entspricht. Ihre erste Aufgabe ist die Dienstleistung an den anderen Gesellschaftsmitgliedern, die sie schließlich gewöhnlich just hierfür bezahlen: die Mitteilung darüber, ob die Prinzipien, nach denen die Menschen agieren und auf die man sich idealerweise geeinigt hat, auch eingehalten werden.

      Auf Herstellung von Ergebnisgleichheit, z.B. zwischen der Gruppe der weiblichen Bevölkerung und der der männlichen Bevölkerung, hat sich die bundesrepublikanische Gesellschaft niemals als ihr Verteilungsprinzip verständigt. Deshalb ist es als zu kommentierender Mißstand einzuordnen, wenn die politische Klasse meint, Ergebnisgleichheit der Bevölkerung, die sich nach die vor dem Gerechtigkeitsprinzip verbunden fühlt, aufzwingen zu müssen.

      • gixgax sagt:

        Liebe Frau Diefenbach, Sie haben wohl recht, da war ich nicht ganz klar (Ideologieverdacht gg. Meritokratie); ich meinte es so, dass eben durch jene vielfältigen Strategien des ‚Unterlaufens‘ meritokratischer Prinzipien, dieses eben sehr wichtige Grundprinzip unseres Gerechtigkeitsdenkens faktisch zu einer ‚als-ob-Ideologie‘ (bzw. zur Wirkungslosigkeit) marginalisiert zu werden droht. Es wird formal postuliert (im Bildungswesen) aber faktisch unterminiert. Die Norm ist mithin nicht mehr oder nicht mehr universell gültig. (Siehe Hochschullandschaft im Sozial/Geisteswiss. bereich..)

        Und DAS zeitigt dann jene anomischen (i.S. Durkheims/Mertons) Folgen, die Bude registriert aber völlig inkonsequent analysiert… Also: Mea culpa, manchmal will man zuviele Dinge die im Kopf sind in einen Satz packen…
        Schönen Abend!

        • @gixgax

          Ja, das sehe ich auch so: wir diskutieren um die Feinheiten bei grundsätzlicher Übereinstimmung (und dass man nicht immer alles so schön ausdrücken und argumentieren kann, wie das wünschenswert wäre, gerade wenn man einen „brain flow“ erlebt, weiß ich aus eigener Erfahrung).

          Und bezüglicher der Feinheiten würde ich noch zweierlei anmerken wollen:

          1. Norm
          Wenn im Konzept der Norm neben „normativ“ „Normalität“ enthalten ist, dann ist festzuhalten, dass die Norm immer noch gültig ist insofern die Mehrheit der Bevölkerung sie vertritt, hier: das meritokratische bzw. Leistungsprinzip. Das bedeutet nicht unbedingt, dass all diese Menschen der Auffassung sein müssten, dass das Prinzip vollumfänglich verwirklicht sei, aber es bedeutet, dass es eben als NORM nach wie vor gültig ist. Gerade deshalb besteht ja so viel Unzufriedenheit mit praktischen Verletzungen der Norm gerade durch diejenigen, die Volksvertreter sein sollen (und manchmal sogar wollen).

          2. Anomie
          Ich denke nicht, dass Herr Bude Anomie registriert, denn sein Anlass, von „Wutbürgern“ zu sprechen ist doch, dass Bürger, die Kritik am bestehenden System üben, nicht mehr nur „wütend“ oder sonst etwas sind, sondern sich GEHÖR verschaffen, also ihre Kritik in den verschiedensten Formen äußern. Und DAS findet er bedrohlich, so bedrohlich, dass er meint, all die Kritiker als „Wutbürger“ beschimpfen zu müssen.

          Insofern war mein gestriger Vorschlag – in einem anderen Kommentar als dem Antwortkommentar auf Ihren Kommentar -, von Wut-Pseudosoziologen zu sprechen, vielleicht nicht ganz angemessen. Vielleicht würde es der Empirie eher entsprechen, von Angst-Pseudosoziologien zu sprechen.

          Und vor diesem Hintergrund sehe ich die Anomie auf Seiten derer, die angesichts der überall und verstärkt geäußerten Kritik keinerlei Reaktionsmuster haben außer dem verbalen Übergriff, der Beschimpfung, der Diskreditierung, des Versuchs der Wortmagie, die nur sie selbst hypnotisiert, aber keinen einzigen Zuhörer in der Welt außerhalb des vollständig abhängigen Staatsbediensteten.

          Es ist auch möglich, dass diese Leute mit ihren verbalen Fast-Fäkalien bewußt provizieren wollen, um Wut zu schaffen und dann, wenn sich die Wut Bahn bricht, noch sagen zu können, sie hätten mir ihren Oraklen ja so Recht gehabt. Meines Wissens nennt man solche Leute aber nicht Soziologen, sondern Brunnenvergifter.

          • gixgax sagt:

            Klar, auch diejenigen, die in der Führung des öffentlichen Diskurses nicht mehr wissen ‚was sich gehört‘ bzw. elementare Anstandsregeln nicht mehr in Handlung umsetzen leiden an anomischen Defekten – d’accord! Wahrscheinlich sieht das sogar Habermas mittlerweile (vgl. „Strukturwandel…“) kritisch – wenn er nicht schon genügend lange ‚Systemsoziologe‘ wäre😉.

            Und: Vielleicht handelt es sich bei der absichtsvollen Verwahrlosung der Diskurse gar um eine ‚Korrespondenzanomie‘ zur von mir angemerkten allg. Unterminierung gesellschaftlicher Integrationsprinzipien wie: „Wohlstand für Leistung“.

            Schon Tucholsky sagte ja: „Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“ (z.B. für ‚Analytiker‘ wie Prof. Bude😉.

            Diese Delegitimation von Kritikern durch „verbale Fäkalwürfe“ (sensu H.D.) könnte sogar gut eine neudeutsche Kerntugend sein (mithin neue Norm(alität) ..

            viele Grüße

  6. agnost sagt:

    Im Kommentar wurde alles gesagt! Was mich allerdings nachdenklich macht, daß die FAZ so einen Schwachsinn übernimmt. So läßt man die Auflagenzahlen noch tiefer in den Keller fahren – und „Lügenpresse“ erscheint dann auch verständlicher zu werden! Es wäre besser gewesen, diesen Platz unbedruckt zu lassen…

  7. Anthea sagt:

    Die kriegen Angst, das ist alles. Die letzten Aberrationen, bevor die grosse FINALE KOMMT

  8. maxweber sagt:

    Wenn das keine Soziologie ist (das ist übrigens ein Zeitungsessay, kein fein ausgearbeiteter Artikel in der KzfSS), dann habe ich,Max Weber, diese mit der Protetantischen Ethnik dieselbe aber auch nicht betrieben. Klar kann man die Thesen nochmal mit einer Studie nachprüfen, oder in ein RC Modell pressen, aber der ERKLÄRUNGSmechnismus ist doch klar zu erkennen, und basiert auf dem VERSTEHEN der spezifischen Milieulagen der Handelnden.

    • Jetzt haben Sie mit vielen Begriffen Ihre Gelehrtheit unter Beweis gestellt (oder auch nicht). Nun zum positiven Teil: Nun argumentieren Sie einmal, und zwar unter zugrundelegen von Kriterien, dass der Text Soziologie ist. Zugegeben, das ist schwieriger als sich Max Weber zu nennen und sich einzubilden, man sei Soziologe, aber Sie schaffen das!

    • @maxweber

      Soweit ich weiß, aber vielleicht nicht jeder Leser unseres blogs, ist Max Weber vor langer Zeit verstorben, und ich finde es bedenklich, dass Sie sich als denselben ausgeben und das Verfassen der „Protestantischen Ethik“ hier als Ihre Leistung ausgeben. Es sollte selbstverständlich sein, dass hier nicht plagiiert wird, und das sollten auch Sie nicht tun, nur, weil Ihnen das Rückgrat fehlt, für Ihre eigenen Auffassungen mit dem eigenen Namen zu stehen!

      Ansonsten:

      1. Wenn Sie meinen, dass Max Weber das RC-Modell erfunden hätte oder ihm gefolgt wäre, dann sind Sie entsetzlich schlecht unterrichtet. Sie lesen zweifellos mit Gewinn meinen Aufsatz über RC im Buch mit dem Titel „Soziologische Paradigmen nach Talcott Parsons“ (! und der hat deutlich NACH Max Weber gelebt).

      2. Wenn Max Webers „Protestantische Ethik“ eine Anwendung einer damals existierenden, aber vielleicht anders bezeichneten RCT gewesen wäre, hätten sich nicht verschiedene Kollegen bemühen müssen, die diesbezügliche Argumentation von Weber als RC-Erklärungsmodell zu rekonstruieren (u.a. Hedström & Swedberg 1996; Hernes 1989; Norkus 2000).

      3. Ich sehe mich außer Stande, einen ERKLÄRUNGSversuch darin zu sehen, dass man versucht, Teile der Gesellschaft mit essentialistisch anmutenden Schimpfwörtern wie „Wutbürger“ zu belegen.

      4. M.W. gibt es die Konzepte von „Milieus“ und „Lebenslagen“, aber keine „Milieulagen“, und davon abgesehen sind das Konzepte, die selbst in der Kritik stehen hinsichtlich ihrer Nützlichkeit zur Erfassung sozialer Phänomene. Sie sollten daher nicht wie in Ihrem Kommentar suggerieren, dass es so etwas wie „spezifische Milieulagen“ tatsächlich gebe, die anzunehmen als unzweifelhaft nützlich dargestellt werden könnte und es außerdem erwiesen sei, dass „die Handelnden“ nicht nach ihren persönlichen Lebenslagen, Eigeninteressen und Präferenzen handeln, sondern in ihrem Handeln von ihren „Milieulagen“ determiniert wären.

      5. Sie geben in Ihrem Kommentar eine parodistische Darstellung von Wissenschaft, wenn Sie schreiben: „Klar, kann man die Thesen nochmal mit einer Studie nachprüfen …“, denn m.W. gibt es bislang für diese „Thesen“ ÜBERHAUPT keinen Beleg; ich weiß daher nicht, was Sie mit „nochmal“ meinen. Außerdem verkehren Sie hier die Relevanz der Dinge: Thesen sind bloß Thesen, also Ideen, solange es keine empirischen Belege für sie gibt. Solange können sie keinen Anspruch auf Richtigkeit oder auch nur Relevanz erheben, und die „Thesen“ des Einen sind in Abwesenheit von Evidenz ebenso interessant oder uninteressant wie die eines beliebigen Anderen. Thesen ohne empirische Evidenz sind keine wissenschaftlichen Aussagen, sondern Ideen, nicht mehr und nicht weniger.

      6. Mir ist nicht klar, wie ein empirischer Beleg dafür aussehen soll, dass jemand ein „Wutbürger“ ist. Mir ist nicht einmal klar, welche theoretische Begründung es dafür geben kann, dass man diesen Begriff oder ein vielleicht hinter dem negativ wertenden Begriff verstecktes Konzept benötigen sollte. Wenn z.B. „Wutbürger“ jemand ist, der bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen kritisiert, dann frage ich mich, warum wir eine solche Person nicht einfach als Kritiker einer bestimmten gesellschaftlichen Entwicklung bezeichnen – und sonst nichts. Dass es Menschen gibt, die bestimmte Verhältnisse kritisieren, ist schwerlich eine neue Erkenntnis, aber dass es angebliche Soziologen gibt, die Kritik an bestimmten Entwicklungen oder Phänomenen durch negativ wertende Begriffe diskreditieren wollen, mag ein vergleichsweise neues Phänomen sein.

      Lassen Sie uns diese Leute als Wut-Pseudo-Soziologen bezeichnen!

      Der „Erklärungsmechanismus“ dürfte Ihnen „doch klar“ sein:

      Ein gescheiterter Selbständiger, der sich in die Lage zurückversetzt sieht, als beim Staat Angestellter nach der staatlichen Pfeife tanzen zu müssen und einen Lohn für Konformität zu beziehen, der ihm nicht die Anschaffung eines roten Ferrari erlaubt oder das Belegen eines Kurses in Bewusstseinserweiterung im Himalaya ist von seiner Lebenslage natürlich frustriert, und versucht, seine durch den Mangel an Alternativen für ein Auskommen erzwungene Konformität als Normalität darzustellen, weshalb er es für opportun hält, nicht-konforme Personen oder Kritiker der Verhältnisse als „Wutbürger“ abzuwerten in der Hoffnung, dass seine eigene Wut und sein eigener Frust dann nicht thematisiert werden, weil ja schon andere Leute als „Wütende“ etikettiert sind.

      Man kann diese plausiblen Zusammenhangsaussagen bei Gelegenheit ja nochmal durch eine Studie nachprüfen, aber bis dahin werden Sie mir ja wohl kaum widersprechen wollen – nach Ihrer eigenen Denkweise können Sie das ja gar nicht!

  9. hgb sagt:

    Nach Spiegel ist der Herr Bude“… einer der wirkungsmächtigsten Soziologen Deutschlands. Seit 2000 hat er an der Universität Kassel einen Lehrstuhl für Makrosoziologie. Seine Schwerpunkte liegen in der Generationen- und Arbeitsmarktforschung.“

    Also müsste doch ein solcher Artikel eigentlich die Spitze der deutschen Soziologie wiedergeben. Vielleicht stellt die deutsche Soziologie sich als unterseeisches Gebirge dar, da ist das Meiste unter dem Meeresspiegel verborgen und dem normalen Sterblichen, also dem ohne Taucherbrille, nicht zugänglich. Und das, was ab und zu oben rausschaut, haut einem auch nicht immer um. Hawaii mal ausgenommen.

    „…dann ist eine Politik gefordert, die keine Angst vor den Ängsten der Leute hat”: Ist das diese Art von Politik, bei der später gefragt wird: Wie konntet ihr das zulassen?

    • Da steht „wirkungsmächtigsten“ und ich Schnell- und Flüchtigleser lese „widerwärtigsten“.:mrgreen:

    • Ernsthaft? Steht das da?:

      “ Herr Bude”… einer der wirkungsmächtigsten Soziologen Deutschlands. Seit 2000 hat er an der Universität Kassel einen Lehrstuhl für Makrosoziologie. Seine Schwerpunkte liegen in der Generationen- und Arbeitsmarktforschung.”“

      Ich habe noch nie von ihm gehört!

      Jedenfalls hat mir der Name überhaupt nichts gesagt. Aber gut, einer von uns, Herr Bude oder ich, ist eben tatsächlich kein Soziologe!

      Aber selbst, wenn ich es wäre, die keine Soziologin ist, und Herr Bude wäre der Soziologe, dann wäre ich erstens sehr froh darüber, und zweitens würde das überhaupt nichts darüber sagen, ob Herrn Budes Thesen in irgendeiner Hinsicht ernstzunehmen sind, denn

      – wir sprechen im Chor –

      das wäre ein –

      ja, genau:

      ein argumentum ad autoritatem,

      und das ist bekanntermaßen ein ziemlich primitives Fehlargument!

      Bei der Frankfurter Allgemeinen mangelt es ganz offensichtlich an Allgemeinbildung!

    • gixgax sagt:

      ‚Wirkmächtige‘ (sozial)wissenschaftliche Theorien sind nicht immer auch die besten/wirklichkeitsadäquatesten – sondern oft jene, die herrschende (Macht-)Verhältnisse am besten legitimieren (gesellsch. Verwertungslogik)!

      Denken Sie nur mal an die überaus wirkmächtigen Hoch-Zeiten des Sozialdarwinismus und der ‚Rassenkunde‘ zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Germany..😉
      Und NEIN, ich habe Bude jetzt natürlich NICHT damit verglichen geschweige denn gleichgestellt !!!

  10. Joachim Winter sagt:

    Aber in der FAZ….die spinne auch total oder?

  11. McSchreck sagt:

    ich bin erstaunt. Zunächst mal handelt es sich ja um einen Zeitungsartikel, der kaum den Anspruch erheben dürfte, wissenschaftliche Tiefe zu haben. Wie es in Zeitungen eben so ist.
    Zum anderen fand ich den Artikel auch gar nicht so „gutmenschlich“. Ich verstehe ihn eher so, dass er erklärt, dass die Leute durchaus Gründe haben, sich vor Konkurrenz zu fürchten.

    Das kann daran liegen, dass ich ihn durch einen Leserkommenter zu einem ungleich schlimmeren Artikel im Tagesspiegel entdeckt habe, der sich fast allein auf Beschimpfungen beschränkt. Der ist aber auch von einem „Vorurteilsforscher“.

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/fremdenhass-rechtsextremismus-beginnt-in-der-mitte-der-gesellschaft/12329450.html

    • @McSchreck

      Und „dass die Leute durchaus Gründe haben, sich vor Konkurrenz zu fürchten“,

      – das ist für Sie eine Neuigkeit, die es wert ist, in einer Zeitung abgedruckt zu werden?!?!?

      Dass Menschen sich immer und prinzipiell vor Konkurrenz fürchten, egal, ob es in einer bestimmten Situation gute oder weniger gute Gründe dafür gibt, ist Teil der menschlichen Natur und daher doch nun wirklich die letzte Trivialität. Und um sie weiß doch auch jeder, der länger als 6 Jahre auf diesem Planeten zugebracht hat (und nicht irgendwelche kognitiven Beschränkungen oder psychologischen Beschädigungen hat, die ihn in Realitätsverweigerung verharren lassen).

      Aber gut –
      wenn Sie das ernsthaft berichtenswert finden, dann muss zumindest die Frage erlaubt sein, warum Herr Bude nicht über seine eigene Angst vor Konkurrenz bzw. davor, seine Glaubwürdigkeit und am Ende seine Lebensgrundlage zu verlieren, wenn die Kritiker am derzeitigen Establishment Punkte machen, thematisiert. Er repräsentiert ja schließlich eine sehr viele Menschen enthaltende Klasse von Leuten, die direkt und nahezu oder vollständig alternativlos dem derzeitigen Establishment ausgeliefert sind, nämlich alle beim Staat Angestellten, die direkt erpressbar sind, weil sie auf dem freien Markt nahezu oder vollständig unvermittelbar sind. Und noch nie hat diese Klasse von Leuten so viele Menschen umfasst, so dass es nur natürlich ist, wenn die Frage nach dem Mehrwert, den sie schaffen (oder nicht schaffen), gestellt wird, und selbst diese Frage wurde sehr lange nicht gestellt, sondern wird erst jetzt gestellt, da diese Leute anheben, Zweifelnde und Kritiker mundtot zu machen, indem sie sie in jeder Weise zu diskreditieren versuchen.

      Insofern müssen diese Leute vor allem sich selbst in ihre Gesellschaftsanalysen einbeziehen!

      Warum statt dessen anderen Leuten die eigenen Ängste unterstellen und sie mit Ausdrücken belegen, die ihre Anliegen diskreditieren sollen?

      Ist es wirklich das, was sie von Leuten erwarten, die Soziologen sein sollen und wollen? Ich glaube nicht! Und ich persönlich erwarte gänzlich Anderes von Leuten, die sich Soziologen nennen.

  12. Zu den Gabeln !! sagt:

    Bude trifft es doch trotz aller Beleidigungen sehr gut, eben das von den Politikern und Journalisten, er weiß genau, das wir klar erkennen und pisst sich bereits ein, denn ja, der revolutionäre Zusammenschluss ist der letzte Schritt und kommt unausweichlich, auch in Bude’sBude. Sein Warnschuss an seine Leser wird daran auch nichts mehr ändern

  13. caesar4441 sagt:

    Ob Herr Bude Soziologe ist oder nicht ,was spielt das für eine Rolle?Den Schmarrn,den er da zusammenphantasiert muß er wohl liefern.Dafür wird er bezahlt.Durch Zeitgenossen wie ihn fällt „Wissenschaft“ in den Zustand des Mittelalters zurück.Und die gibt es inzwischen zu tausenden.Alle mit Steuergeld gepäppelt.
    Die Eigentümer der FAZ müssen sich überlegen ,ob sie ihr Unternehmen tatsächlich zerstören wollen.Irgendwie scheint in den Medien so eine Art Selbstmordgen zu wüten.

    • @caesar4441

      Ja, Sie haben im Prinzip Recht, aber wissen Sie:

      wir verbinden mit Soziologie durchaus relevantes Wissen und gewisse Qualifikationen, und Leute wie Herr Bude bringen die Soziologie in einen noch größeren Verruf als sie durch Leute, die als Soziologen verkleidet ihre private Weltanschauung durchsetzen wollen, ohnehin schon gebracht wurde.

      Und wie Sie selbst schreiben: „Wissenschaft“, zumindest Sozialwissenschaft, wird durch das Ersetzen von Forschung durch Beschimpfung und Stigmatisierung pervertiert, und es wäre für uns alle, glaube ich, sehr von Nachteil, wenn die Leute zunehmend das Kind mit dem Bad ausschütten und Sozialwissenschaft prinzipiell nicht mehr ernst nehmen, nur, weil es Leute gibt, die eine pervertierte Version davon zum Besten geben.

  14. Andreas Damm sagt:

    Es wurde schon von Christian Tauber bemerkt, daß die FAZ unter anderem auch bei diesem Gastbeitrag die Kommentar-Funktion deaktiviert hatte.
    Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, der FAZ heute einen Leserbrief mit folgendem Inhalt zu schreiben:

    Zitatanfang:
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    warum lassen Sie Herrn Bude seinen durch nichts belegten Text in Ihrem Blatt veröffentlichen?

    Ich bin kein Wissenschaftler und auch kein Soziologe. Aber selbst mir ist klar, daß, wer wie Herr Bude, für den Sie auch noch den Hinweis geben, daß er „Prof. Dr. für Soziologie“ sei, solche Behauptungen aufstellt, dafür auch Belege liefern sollte.

    So ist dieser Artikel nichts weiter als eine Stigmatisierung von Leuten, die sich ihr tägliches Brot auf harte Art und Weise verdienen müssen – mit Sicherheit aber Herrn Bude in vielerlei Hinsicht locker in die Tasche stecken könnten – und von Leuten, die eben nicht auf eine gesicherte, vom Staat abgefederte Existenz blicken können, wie der in Staatsdiensten stehende Mr. Arrogaqnt Bude es kann.

    Schließlich hat Herr Bude noch mit seinem abschließenden Satz etwas von sich gegeben, daß mich akut um meine demokratischen Rechte fürchten läßt: „Wenn dann eine Figur kommt, die sagt, ich lasse mich nicht belügen, ich lasse mir den Mund nicht verbieten, und ich weiß, was ich weiß, dann ist eine Politik gefordert, die keine Angst vor den Ängsten der Leute hat.“
    Was meint Herr Bude damit? So, wie ich es verstehe, meint er, daß Menschen, die abweichende Meinungen haben (also eben Ängste haben) von der Politik komplett ignoriert werden sollen – ich gehe sogar so weit, daß es mir danach riecht, als wenn Abweichler platt gemacht werden sollen.

    Die FAZ hat interessanterweise zu diesem Gastbeitrag keine Kommentar-Funktion auf ihrer Webseite eingerichtet. Ich frage mich, warum?
    :Zitatende

    Dieser letzte Satz hat es in sich und es empört mich zutiefst, daß es ausgerechnet die FAZ, welche immer behauptet, der Fahnenträger der Demokratie und des Liberalismus zu sein, etwas Derartiges veröffentlicht!

    Allmählich fängt es an, in Deutschland ungemütlich zu werden!

    • caesar4441 sagt:

      Die FAZ war vielleicht mal Fahnenträger der Demokratie.Jetzt ist sie schlimmer als Bild.Wer die noch liest ,ist mir rätselhaft.Das Abschalten der Kommentarfunktion ist symptomatisch für alle sog. „Qualitätsmedien“.Es ist ein Zeichen dafür,daß sie immer noch viel zu viele Leser haben,die offenbar noch nicht begriffen haben ,daß die Medien und Politiker und wie man sieht auch Wissenschaftler von fremden Mächten gesteuert werden.Daß die Verlagshäuser in den Untergang steuern macht den Verlegern scheinbar nichts aus.Politiker glauben vermutlich ,daß sie von ihren Auftraggebern „gerettet“ werden oder an die grenzenlose Dummheit der Bevölkerung.Sie sollten sich die Vita von Saddam Hussein,Ghaddafi etc. ,demnächst vermutlich Saudis zu Gemüte führen: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan,der Mohr kann gehen.

  15. Euphrasia die verschollene sagt:

    Habe den Artikel heute auch der FAZ gelesen und fand ihn eigentlich nur laaaaaaaaaaaaaaaaangweilig, da nichts aussagend.
    Kam bei mir unter folgende Rubrik : Halt wieder ein sogenannter „Intellektueller“ mit Hang zum Semisozialismus/Sozialismus, der sich in unserer Gesellschaft wie Legionen andere/r in vielen Bereichen eingenistet hat, und sich weiter ausbreiten wird?

    Interessanter ist doch folgender Beitrag / Studie !! :

    Studie: Werden Frauen bei hohem Östrogenspiegel asozial?
    17. September 2015
    Das soziale Verhalten von Frauen leidet bei hohem Östrogenspiegel.

    Bereitschaft zu teilen nimmt mit steigendem Östrogenspiegel ab
    Der Östrogenspiegel beeinflusst bei Frauen die Bereitschaft zu teilen, so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung an der Goethe-Universität Frankfurt. Die Hormonschwankungen im Verlauf des Menstruationszyklus haben laut Aussage der Wissenschaftler um Erstautorin Christine Anderl einen maßgeblichen Einfluss auf das Sozialverhalten der Frauen. Dies betreffe auch die Bereitschaft, eigene Ressourcen mit Fremden zu teilen.

    In meiner Nachbarschaft leben sooooooooooooo viele Frauen, die nicht bereit sind, mit mir zu teilen. Halt asozial.

    Noch nie war es so wertvoll wie heute, mit kritischen Blick den Geist zu stärken, darauf einen Melissengeist.

    Lunatics out ot control !

    Bleiben Sie mir geistig gesund und erwarten wir mit Spannung den morgigen Schwachsinn.

  16. peter sagt:

    Ich zähle mich zu den 10%, mich wundert allerdings, dass das nicht mehr sind. Selbst wenn man als Grundmenge alle Personen im arbeitsfähigen Alter nimmt (also inkl. Hatte IV, Hausfrauen und sonstige nichtarbeitenden Gruppen), würde ich hier 30% Verbitterungspontenzial sehen. Könnte natürlich auch sein, dass 2/3 davon das Gegenteil kippen und Gutenachtkuss werden.

  17. Polli sagt:

    Ich möchte es einmal provokant ausdrücken: System-Wissenschaftler scheinen vornehmlich „Satanismus“ studiert zu haben. Manche sicher ohne Wissen – in doppelter Hinsicht.

  18. Pingback: Angst vor Wutbürgern: Die Anomie der Manipulateure | ScienceFiles

  19. Heiner sagt:

    Für derartige Professoren scheinen die Macher der ICD 10 die folgende Kategorie entwickelt zu haben:

    R46.7

    Wortschwall oder umständliche Detailschilderung, die die Gründe für eine Konsultation oder Inanspruchnahme verschleiern

  20. Striesen sagt:

    Von Fefe gibts dagegen eine Heiligsprechung:

    „Wer hätte gedacht, dass ich im Politikteil der FAZ mal etwas zu Verlinken finden würde? Ich jedenfalls nicht. Aber hier ist es: „Die Koalition der Angst“ von Heinz Bude, einem Professor für Soziologie an der Uni Kassel. (Danke, Tobias)“

    http://blog.fefe.de/?ts=ab02e9b5

    Wie man sich doch irren kann.

    • Das Problem scheint darin zu liegen, dass mit dem Bauch und nicht mit dem Hirn zu denken versucht wird. Und was dem Bauch gefällt, muss gut sein, immer und ohne die Notwendigkeit, das Hirn hinzuzuziehen. Das Grundproblem deutscher Diskurse: Sie finden nicht statt, werden ersetzt durch Sympathiekundgebungen. Wozu man den entsprechenden Sympathisanten Sprechen und Schreiben beigebracht hat, ist eines der Mysterien des modernen Bildungssystems, denn um einfach nur Zustimmung kund zu tun, muss man nicht Sprechen und Schreiben können. Zustimmendes Grunzen reicht völlig und hat denselben Gehalt…

  21. Wahrsager sagt:

    Kurzer Blick auf das, was die „Schlauen“ in den letzten 40 Jahren so geleistet haben!
    Kurze Phase des Nachdenkens.
    Ergebnis:
    ich will von den Dummen regiert werden!

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