Exempel statuieren: Akif Pirincci, ehemaliger Vorzeigetürke

Es ist wieder einmal Zeit für ein wenig Logik.

Um niemanden zu überfordern, Logik aus einem Reclam-Bändchen. Wesley Salmon hat die folgende Passage verfasst, die wir gerade wiederentdeckt haben:

Logik Salmon“Viele Menschen neigen bedauerlicherweise dazu, ‘undifferenziert zu denken’ – zum Beispiel alles für ganz und gar gut oder aber für ganz und gar schlecht zu halten. Uns sind die Menschen nur zu gut bekannt, die davon überzeugt sind, dass von ihrer Nation nichts Schlechtes ausgehen kann, wohingegen von den anderen Nationen nichts Gutes ausgehen kann, es sei denn, sie stimmen mit unseren Zielen überein. Ebenso kennen wir denjenigen nur zu gut, der glaubt, dass seine politische Partei bei jeder politischen Kontroverse recht hat, während die Oppositionspartei immer im Unrecht ist. Undifferenziertes Denken beruft auf einer Verwechslung von konträren und kontradiktorischen Gegensätzen: der Fehler besteht darin, dass man zueinander konträre Aussagen als zueinander kontradiktorisch auffasst. ‘X ist ganz und gar gut’ ist konträr zu ‘X ist ganz und gar schlecht’; für jemanden, der undifferenziert denkt, scheint es ausgeschlossen zu sein, dass beide Aussagen falsch sind (275).”

Heute hat der Bertelsmann-Verlag nach langen Jahren der Zusammenarbeit mit Akif Pirincci alle Brücken zu Pirincci abgebrochen, hat doch Pirincci in Dresden verbal in einer Weise gewütet, wie er das, in der ihm eigenen expletiven Form des Schreibens und Sprechens, die man auch als Kraftwort- oder Schimpfwort-Stakkato bezeichnen kann, seit nunmehr Jahren und nicht nur auf Facebook oder in seinem Blog tut. Es ist eben sein Stil.

BErtelsmann ist gutDe gustibus non est dispudandum.

Jedenfalls in normalen Ländern. In Deutschland führt der Gesinnungsdruck und die Gesinnungsdiktatur dazu, dass die Katzenkrimis, die Pirincci in Deutschland bekannt gemacht haben und die dem Bertelsmann-Verlag über Jahre viel Geld gebracht haben, nunmehr aus dem Programm genommen werden, weil sie quasi unrein sind. Sie sind ange-Pirinccied und ein guter, reiner deutscher Verlag wie Bertelsmann, der hat natürlich keine unreinen Bücher, egal welchen Inhalts im Sortiment.

Es sei denn, es handelt sich um Bücher, die die seltsamen Ayatollahs aus dem Iran für unrein halten und deshalb bei sich verboten haben, weil sie die satanischen Verse tatsächlich für satanische Verse halten. Das ist anders: Die Ayatollahs haben nämlich unrecht und Bertelsmann hat recht, das eine, nicht aber das andere als unrein zu sehen.

Das hat auch mit Heuchelei nichts zu tun, denn beim Bertelsmann-Verlag, da weiß man, was richtig, gut und gesinningskonform ist, weshalb es auch bei Bertelsmann keine Bücher von Autoren gibt, die nicht richtig und gut und gesinnungskonform in Deutschland sind (nur anderswo). So ist das, mit dem undifferenzierten Denken, wenn der unreine Virus selbst in die Vergangenheit reicht, und wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass die Logik von Salmon bei Reclam und eben nicht bei Bertelsmann erschienen ist.

Vielleicht findet Pirincci ja einen neuen Verleger seiner Katzenkrimis im Iran!

Pirincci hat seinen denkwürdigen Auftritt in Dresden übrigens so angekündigt:

Morgen, also Montag (19. 10. 2015), werde ich anläßlich des einjährigen Bestehens von PEGIDA in Dresden auftreten und einen hübschen Text vorlesen, der in Sachen Wutrede in diesem Lande Maßstäbe setzen wird. Es wird um die Verbrechen gehen, die man diesem Volk gegenwärtig antut. Man erwartet bis zu 30.000 Leute, ich glaube, daß es mehr werden. Ach, Herr Staatsanwalt, bitte immer den Gesamtzusammenhang sehen und sich keine Wort-Rosinen rauspicken. So doof bin ich nämlich auch nicht …

Wenn der Auftritt als neue Form der Wut-Performance gedacht war, mit der man Schönwetter-Spießer aus der Spur schießen kann, dann hat Pirincci genau den Erfolg, den er zu haben beabsichtigt hat. Vielleicht wollte er ja auch seinen Verlag loswerden, weil er ein besseres Angebot bei einem anderen Verlag hat….

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24 Responses to Exempel statuieren: Akif Pirincci, ehemaliger Vorzeigetürke

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  3. rote_pille says:

    Die haben Akifs Aussagen aus dem Kontext gerissen und ihnen einen völlig neuen Sinn gegeben. In der WELT gibt man das sogar zu, nachdem man es zuerst so aussehen lässt als hätte er das gegen Flüchtlinge gesagt, obwohl er nur beschreiben wollte was die Politik seiner Meinung nach am liebsten mit Kritikern machen würde!

  4. Die Demonstration politisch korrekter Gesinnung von Random House ist billig. Der Roman Felidae steht bei 15.000 der Amazon Verkaufsrangliste; das sind ungefähr 1000 verkaufte Bücher auf allen Vertriebswegen. Also ein hübscher Longseller und geringer Kostendeckungsbeitrag, aber kein großer Verlust, wenn das Buch ausgelistet wird.

    Skandalös ist die Aufkündigung der Zusammenarbeit auch nicht. Schließlich sieht der Normvertrag, der zwischen Schriftstellerverband (VS) und Börsenverein ausgehandelt wurde ein Kündigungsrecht vor, sofern sich das Verlagsprogramm in der Tendenz so weit verändert, dass es dem Autoren unzumutbar ist, dort weiter zu veröffentlichen (§ 12 Normvertrag). Dieser Passus wurde zu Zeiten von Bernt Engelmann aufgenommen und war den Autoren sehr wichtig. Wollte man doch keinesfalls durch mögliche Fussionierungen bei einem rechtskonservativen Verleger wie etwa Fleißner landen. -Bislang kenne ich jedoch keinen Fall, wo die Veröffentlichungsrechte aufgrund dieses Passus von einem Autoren zurückgefordert wurden.

    Jedenfalls ließe sich die umgekehrte Kündigung (Verleger vs Autor) aus Gesinnungsgründen durchaus aus diesem Passus (sofern man seine Entstehungsgeschichte kennt) rechtfertigen.

    Unabhängig davon liegt anscheinend keine Kündigung von Random House gegenüber Akif Pirinçci vor. Vielmehr teilt Random House mit, dass sie den Vertrag mit Pirinçci brechen werden, indem sie die Bücher “sperren” und nicht mehr anbieten werden. Wenn, kann Pirinçci jetzt die Verträge kündigen oder auf ihre Einhaltung klagen. Auch hier ist das Verhalten von Random House eher billig als mutig.

    Was die derzeit skandalisierte Aussage von Pirinçci in Dresden betrifft, so wird sie überwiegend ohne Zusammenhang der Rede kolportiert. Die Mehrzahl der Medien zeigt somit einmal mehr, dass sie eine verlogene – denn auch Halbwahrheiten sind Lügen – Publizistik und Nachrichtenverfälschung betreiben.

    Schlimm ist, dass die Lügenkampagnen der Meute mittlerweile derart wirkungsvoll sind, dass sie per se sinnbefreite Vertragsbrüche rechtfertigen. Denn im Zusammenhang mit der Empörung der Meute haben schon etliche Personen ihren Job verloren, weil sie eine politisch inkorrekte Meinung irgendwo veröffentlicht oder sich mit von der veröffentlichten Meinung geächteten Gruppierungen gemein gemacht haben. – Dies empfinde ich als den eigentlichen Skandal an diesem Verhalten.

  5. Sebastian says:

    Vorsicht nicht meine Meinung, sondern Sarkasmus: Ich habe schon gedacht, ich müsste nun die guten Katzenkrimis verbrennen, “wider den Problembürger-Geist”. Aus Protest gegen einen, “bisher unerkannt gebliebenen, als türkischstämmigen Deutschen verkleideten, Nationalsozialisten”.

    Pirincci übte überzogene, aber eindeutig satirische Kritik (wenn auch für mich nicht lustig, aber das ist kein Kriterium für unser aller gleichen Rechte). Rhetorisch aus der Sicht eines CDU-Landrates (der sinngemäß gesagt hat: Kritiker der Regierungspolitik, ihr könnte ja abhauen, wenn ihr anderer Meinung seid) und eindeutig nicht aus seiner Sicht. Das kann man mit ideologischer Selektivität falsch verstehen, unabsichtlich oder absichtlich.
    Die hochbezahlten öffentlich-rechtlichen Sender verstanden das aber absichtlich falsch. Oder sie haben, was auch nicht besser wäre, eine ideologisch stark eingeschränkte bzw. veränderte Wahrnehmung. In der “Bericht”erstattung wurde der “belastende Satz” (wenn auch hoffentlich als Einzelfall) in orwellscher Art aus dem Zusammenhang herausgeschnitten, und die Aussageabsicht damit verdreht.

    Die öffentlich-rechtlichen Sender sind mit Staatsgewalt per Gesetz finanzierte Anstalten. Akif Pirincci ist ein Mensch ohne politische oder strukturelle Macht und äußert seine persönlichen Einschätzungen, die ich persönlich oft für falsch halte.
    Das öffentlich-rechtliche Fernsehen manipuliert hier absichtlich (oder mit ideologischer Wahrnehmungstäuschung) die Wiedergabe eines Zitats, um es passend zu machen zu einer falschen schweren Anschuldigung, die bundesweit ausgestrahlt wird. So ein Bruch der Grundregeln journalistischer und allgemeiner Ethik innerhalb der öffentlich-rechtlichen Medien (auch wenn, oder gerade weil, es für ein subjektives “höheres Ziel” sein mag) macht mir mehr Sorgen um Gewaltenteilung und Rechtsstaat als schlecht Satire – oh oh, wer sich Sorgen macht könnte ein “Problembürger”! sein.

    • Habnix says:

      Was denn, haben wir denn schon wieder Bücher verbrennung?

      • Sebastian says:

        Die autoritären Charakter unter den Ideologien aller Art reizt u.a. das Zerstören der Texte, die sie nicht mögen, warscheinlich zeitlos. Aber daher ist der Rechtsstaat die von den Vernünftigen immer wieder durch Praxis und Arbeit aufrechtzuerhaltenden Idee. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut.

      • Brockenteufel says:

        Ja, eine Bücherverbrennung ohne Flammen! Siehe Aussonderung von Büchern, die z.B. die Ausdrücke wie “Neger” oder” Zigeuner” enthalten!

        • kosinsky says:

          Das ist ein, zumindest strukturell (substanziell geht es auch hier um die Inhalte von Texten) anderer Fall. Verbrennen (oder sonstiges Zerstören) geschieht in der Regel ohne Zustimmung der Autoren/Rechteinhaber oder teilweise der (nach Kauf) Eigentümer. Das Verbrennen von in eigenem Eigentum befindlichen Büchern ist selbstverständlich (aus vernunft-naturrechtlicher Sicht [v-nr S]) erlaubt – ob zum Heizen oder symbolisch als Meinungsäußerung gegen Bibel, Koran, Microsoft Bedienungsanleitung, und alle anderen Texte.

          Beim Ändern einzelner Inhalte in neuen Auflagen:

          – Wenn die Autoren oder deren Rechtenachfolger der Änderung zustimmen, ist es legitim.
          – Wenn es ohne deren Zustimmung geschieht, ist es (aus v-nr S) ein Rechtsbruch. Außer es ginge um konkrete strafrechtliche Verstöße durch die öffentliche Verbreitung des jeweiligen Texts. Aber das wären (wiederum aus v-nr S) nur solche, die die konkreten Rechte von konkreten Individuen verletzen. Keine “falschen Meinungen” etc.

  6. lernender says:

    “Ach, Herr Staatsanwalt, bitte immer den Gesamtzusammenhang sehen und sich keine Wort-Rosinen rauspicken. So doof bin ich nämlich auch nicht …”

    Und genau das ist passiert, dieser KZ Vergleich wurde aus dem Gesamtzusammenhang gerissen, medial orgiastisch ausgeschlachtet und veranlasste auch einen Lutz Bachmann und Ulfkotte zu einer reflexhaften Distanzierung von AP – genau jene zwei, die für sich in Anspruch nehmen, die größte Erfahrung mit der Schwindelpresse zu haben.
    Reingefallen wie kleine Schulbuben, nich wahr Herr Bachmann und Herr Ulfkotte?

    Den Gesamtbeitrag von AP möge jeder einzelne bewerten wie er will, AP hat definitiv kein Bedauern über die Schließung von KZ`s verklausuliert, aber es geht ja schon lange nicht mehr um diskursive Auseinandersetzung, sondern rein um existenzielle Vernichtung Andersdenkender…

  7. playerdark says:

    Wer seine Rede ganz gehoert hat, der weiss, dass die KZ Bemerkung ironisch gemeint war. Es ist ganz offensichtlich und aus dem Zusammenhang zu ersehen. Jederman, der anderes behauptet, ist ein Luegner. Und jedes Blatt, das etwas anderes behauptet, ist ein Luegenblatt. Das gilt auch, wenn es “science” im Namen traegt.

    • Habnix says:

      Manchmal kommt man mit Ironie der Sache ganz schön nah und die Regierung als getroffener Hund hat ganz schön schnell aufgeheult.

      Warum ist der Hitlergruß unter Strafe gestellt,weil hier in Deutschland keine Regierung sehen will das sie mit der Diktatur von Adolf Hitler verglichen wird.

  8. Wolfgang R. says:

    Eklat bei Pegida-Demo: „Die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“
    Der Autor Akif Pirinçci war einer der Hauptredner bei der Pegida-Kundgebung in Dresden. Er hetzte gegen Politiker und Muslime – bis es schließlich selbst den Demonstranten zu viel wurde.
    „Das sind harte Rechtsextremisten. Sie bezeichnen Asylbewerber pauschal als Verbrecher, alle Politiker als Hochverräter. Jeder, der da hingeht, muss wissen, dass er Rattenfängern hinterherläuft.“ Mit diesen Worten hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Bürger aufgefordert, der Pegida-Demonstration in Dresden fernzubleiben.
    Die Kundgebung zum ersten Geburtstag der islamfeindlichen Bewegung am Montag gab de Maizières Urteil Recht. Hauptredner auf der Demonstration war der Autor Akif Pirinçci. Der deutsch-türkische Schriftsteller hatte Ende der Achtzigerjahre den erfolgreichen Katzenroman „Felidae“ geschrieben, in den vergangenen Jahren sorgte er als Autor rechtspopulistischer Pamphlete für Aufsehen. Seine jüngsten Bücher heißen „Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“ und „Die große Verschwulung. Wenn aus Männer Frauen werden und aus Frauen keine Männer“.
    Quelle: SPIEGEL Online

    Anmerkung JB: Es liegt mir absolut fern, Akif Pirinçci oder PEGIDA zu verteidigen. Aber die Überschrift des SPON-Artikels ist hoch manipulativ. In der – zweifelsohne widerwärtigen – Rede Pirinçcis fiel besagtes KZ-Zitat im sarkastisch gemeinten Kontext, dass Politiker (rechte) Kritiker „leider“ nicht mehr in KZs stecken könnten. Das ist geschmacklos und vor allem vor dem Zusammenhang, dass die von Pirinçci gemeinten Kritiker eine ideologische Nähe mit den Betreibern der KZs haben, geschichtsvergessen. Dieser Zusammenhang kann sich durch die Überschrift des SPON-Artikels jedoch nicht erschließen, obgleich er im Artikel durchaus erwähnt wird. Durch die Nutzung des Zitats ohne den Kontext in der Überschrift muss der Eindruck entstehen, Pirinçci wünsche sich KZs für muslimische Einwanderer. Dieser Schluss lässt sich aus der Rede jedoch nicht ziehen.

    Quelle: NachDenkSeiten, Hinweise des Tages vom 20.10.2015 1.b.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=27992#h01

    • rote_pille says:

      Die “Nachdenkseiten” sind auch nur eine linke Propagandadreckschleuder. Dort wird öffentlich die Existenz der ÖR-Sender verteidigt! Im Jahr 2015! Für diese Altlinken wird es definitiv Zeit abzutreten.

      • Wolfgang R. says:

        Ich finde bemerkenswert, dass JB mit dieser Anmerkung etwas gerade rückt.

        Und ich habe im Übrigen nichts gegen differenzierendes NachDenken. Für mich kommt oft etwas gutes dabei heraus, die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

  9. Erstaunlich!
    https://www.google.de/search?q=Katze+Hitler&tbm=isch

    Carsten

    “Pegida hat mitgestochen.”
    tagesspiegel.de

  10. Chaeremon says:

    Kommt die Meinungsfreiheit daher wie ein Deutscher Dackel (kurze Beine, langer Bauch, Gassi nur an der Leine des Dackelhalters) so wird sie als literarisch belächelt und gleich wieder vergessen.

    Kommt sie jedoch daher wie ein in der Gosse gezeugter unreiner Mischlingsköter, so verbellen ihn die Dackel und die Bertelsmänner die sich für Deutsche Dackel halten. Na sowas (gähn, man kann jetzt schon das aufkommende Gejaule der tagsüber in der Wohnung allein gelassenen Dackel hören).

  11. ein stein says:

    „De gustibus non est dispudandum.“ – Darauf ist leider auch Pirinçci hereingefallen. So doof war er eben doch.

    Seine Geschichte von den “Flüchtelanten” (gemeint sind Flüchtlinge), die über Frauen “hergefallen” seien und “in sie ihren Moslemsaft hineingepumpt” hätten, ist eindeutig Volksverhetzung. Es war aber absehbar, dass so etwas eintreten könnte, sobald Akif Pirinçci das von ihm eingesetzte Stilmittel der Koprolalie auch in der Religions- und Flüchtlingsproblematik anwenden würde.

    Wenn Pirinçci die Fäkalsprache einsetzt, dann benutzt er sie als hochwirksame Intervention, wie sie auch in der Gestalttherapie oft gewinnbringend eingesetzt wird. Die Idee ist, durch die Verwendung tabuisierter Begriffe beim Leser und Zuhörer nicht nur das „gestörte Verhältnis zu seiner eigenen Scheisse“ (Sloterdijk) zu reparieren, sondern auch andere Bereiche der Nicht-Akzeptanz gleich mit zu therapieren, etwa das gestörte Verhältnis zur eigenen Nationalität und Kultur. Pirinçci versucht sich damit – bewusst oder unbewusst – als Psychotherapeut im Kampf gegen die Schäden, die die „Political Correctness“ anrichtet, in dem sie immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen Lebens als „sündhaft“ tabuisiert und mit Sanktionen belegt.

    So etwas muss man aber auch können. Ohne geeignete Ausbildung kann ein derartiger Versuch allzuleicht schiefgehen, wie der Fall Pirinçci zeigt.

  12. Pierre Martin says:

    A.P. Wird nun als Exempel herhalten müssen und das Regime wird an ihm zeigen wie man einen finanziell unabhängigen nach Strich und Faden fertig macht. Mir gefällt sein Stil auch nicht aber ich sehe ihn als provokateur der uns laschen ein wenig herausfordert. Was habe ich nur alles über FEMA Lager gelesen…ja das sind KZ und die sind vorgesehen für Leute, welche sich im kommenden Bürgerkrieg (noch Verschwörungstheorie) gegen die Elite zur Wehr setzen wollen ….nicht nur in D oder den VSA ….weltweit. Die Polarisierung der Völker und des Volkes hat schon längst eingesetzt, was ich als Vorstufe sehe. Das schaffen von Feindbildern…der hat das gesagt und die haben das gemacht….Kinder wenn ihr nicht bald mit dem Schwachsinn aufhört und zur Besinnung kommt…wird das vor dem ihr die größte Angst habt auch eintreten als selbsterfüllende prophezeihung. ….und deshalb muss es auch Künstler geben welche uns unsere eigenen Grenzen aufzeigen indem sie manchmal darüber treten….nicht nur Schleimer wie dieser grottenschlechte Schauspieler, der na ihr wisst eh wen ich meine.

  13. Habnix says:

    “Exempel statuieren: Akif Pirincci, ehemaliger Vorzeigetürke”

    Wenn einer im besten Deutsch sagt und denkt, dann hat er den Geist der Deutschen verstanden und es ist wohl in seiner erkenntnis dessen, ihm bang um’s Herz, wenn er ansehen muss wie all das was er vestanden hat, ruiniert wird und darüber hinaus auch noch weis,das dann vielleicht die ganze Welt und seine Ursprüngliche Heimat in Gefahr gerät.

  14. Heiner says:

    Sehen wir einmal vom Inhalt der Rede ab und betrachten nur den reinen Ablauf der Handlung und die handelnden Personen(Akif Pirincci (AP), diverse Presse-/Medienvertreter), dann fällt im Umgang der Presse mit AP und im Umgang APs mit der Presse etwas auf:

    Nach seinem Buch “Deutschland von Sinnen – Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer” erschienen in der Presse eine Besprechung des Buches nach der anderen, denen man anmerkte, daß die Rezensenten das Buch anscheinend nie gelesen hatten, denn sie hoben alle auf Frauen-, Schwulen- und Ausländerfeindlichkeit ab. Man hatte den Eindruck, einer schreibt beim anderen ab oder schreibt über das, was er vom Hörensagen weiß.
    Nur wenige Rezensenten lasen wirklich heraus, daß es um den Kult (oder anders: den politischen, finanziellen etc. Aufwand) für diese Gruppen ging.

    Auch die Zensur des Interviews mit AP im ZDF-Mittagsmagazin war kein Glanzlicht der Mediengeschichte. (Hier war AP nach Veröffentlichen des Eklats zum ersten Mal moralischer Sieger über die öffentlich rechtlichen Medien.)

    AP machte dies (mit Andreas Lombard) in seinem Nachfolgebuch “Attacke auf den Mainstream – Deutschland von Sinnen und die Medien” öffentlich und die (Pseudo-)Rezensenten und ihre Blätter zum Gespött.

    Man darf annehmen, daß AP seither in den derart bloßgestellten Redaktionsstuben mit (freundlich gesagt) besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wurde.

    Mit seiner Ankündigung vom Vortag der Rede in Dresden hätten die Presse/die Medien eigentlich gewarnt sein müssen, daß ihnen hier bewußt ein dicker Brocken vorgeworfen wird.

    Es folgte die Rede und der entsprechende mediale Aufschrei mit genau dem, wovor AP warnte: Man riß Sätze aus dem Kontext und entfachte eine mediale Welle der Empörung, Entrüstung, fast schon Hysterie.

    Genau dieser Umstand wird AP, trotz aller auf geringem literarischen und rhetorischen Niveau gemachten Äußerungen, als moralischen Sieger da stehen lassen, weil er die Presse (und andere Medien) offen bei der Falschdarstellung und damit Lüge ertappen konnte.

    Letztlich ist die Presse ihm in die gestellte und obendrein angekündigte Falle getappt.

    Ob und wie weit AP den Kollateralschaden für die eigne Person beim Fallenstellen bedacht hat, vermag ich nicht zu sagen. Manches wird ihn vermutlich selbst überraschen.

    Mein Mitleid mit beiden Seiten hält sich in Grenzen.

    (Ich hatte nur mit den Leuten in Dresden Mitleid, denn die Rede erfüllte aus meiner Sicht nur den Tatbestand der Volksverletzung durch die kalten Füße beim Stehen und Ertragen des langatmigen, rhetorisch ermüdenden und in seiner sprachlichen Schlichtheit, weil nur auf Provokation um der Provokation willen ausgelegten, uninteressanten Vortrages.)

  15. Pingback: Kommentar zu: Mon Dieu, Herr Pirincci (bei Susanne Kablitz) | Senfschleuder

  16. Pingback: Öffentlich-rechtlicher Lynchmob – Heute: Der Neo-Nationalsozialistische Deutsche Rundfunk 2 | ScienceFiles

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