Gegen rechts Pöbeln und Diffamieren: Wissenschaft wird in Deutschland neu definiert

Es gab in Deutschland einmal einen Werturteilsstreit.

Ja, wirklich!

Es gab einmal eine Zeit, die 1960er Jahre, um genau zu sein, da haben sich selbst in Deutschland Wissenschaftler und Philosophen, allen voran Karl Acham, Hans Albert und Ernst Topitsch, Gedanken darüber gemacht, ob Wissenschaft normativ sein kann, d.h. ob in einem Erkenntnisprozess Werturteile enthalten sein dürfen.

Darf man also als Forscher seine Befragten als “bescheuert” oder als “Problembürger” bewerten? Ist es in einer wissenschaftlichen Arbeit statthaft, angeblichen Rechtspopulismus zu untersuchen oder Bürger als pöbelndes Pack zu bezeichnen?

Die Antwort, die der rationale Teil der deutschen Sozialwissenschaften gegeben hat, ist eindeutig: Werturteile haben in der Wissenschaft nichts zu suchen. Wer sie treffen will, der kann dies jederzeit außerhalb der Wissenschaft tun.

Das war die Baseline.

Und dann kam u.a. Jürgen Habermas und das, was eine kritische Frankfurter Schule sein soll, eine Schule, die Bewertung zum Ausgangspunkt von Forschung macht. Nicht mehr soziale Fakten werden untersucht, sondern normative Behauptungen aufgestellt, von denen die angeblichen Forscher zumeist der Ansicht sind, dass sie richtig seien.

Entsprechend findet man an deutschen Universitäten Kapitalismuskritiker, deren Ziel darin besteht, nicht den Kapitalismus, seine Institutionen und Wirkungsweisen zu analysieren, sondern ihn zu diskreditieren.

Entsprechend konnten sich Gender Studies mit ihrem Codex der Erlösung im Weiblichen durchsetzen, deren Ziel nicht darin besteht, Erkenntnis zu gewinnen, sondern darin, die Gesellschaft nach ihrer Einbildung zu verändern.

Und entsprechend wird an deutschen Hochschulen hemmungslos gegen Bürger gewertet, deren Verfehlung darin besteht, sich nicht an den Kanon des politisch Korrekten zu halten.

Die entsprechenden Bürger werden als rechtsxetreme Deppen, als Problembürger und als Wutbürger diffamiert, Forschung, die es zu diesen Menschen und ihren Motivationen gibt, wird ignoriert und die eigene Bewertung als soziales Faktum verkauft.

Es sind dunkle Zeiten für die Wissenschaft, denn die Spirale wissenschaftlicher Ausfälle, sie zeigt eindeutig nach unten. Der Brain Drain an deutschen Hochschulen und das Auffüllen des geistigen Vakuums mit Kadern, die in Pöbeln und Diskreditieren geschult sind, es ist im vollen Gange.

Beispiel gefällig?

Hier kommt es:

UDE diffamierung pegida“Es geht ein Rechtsruck durch das Land: zigtausend Pegida-Anhänger pöbeln auf deutschen Straßen. Die AfD, die „Alternative für Deutschland“, fördert den Trend zu offen geäußerten rechtspopulistischen Parolen. Wer wählt eine solche Partei? Wo hat sie sich bei der letzten Bundestagswahl vor allem durchgesetzt?”

So beginnt eine Pressemeldung der Universität Duisburg-Essen, die von sich behauptet, sie sei “Offen im Denken”. Die Pressemeldung belegt eher das Gegenteil, denn offen kann nur sein, wer nicht schon zu Beginn seiner Forschung die Bewertung der Ergebnisse parat hat, wer also nicht vor Datenerhebung schon weiß, dass die AfD die Partei des pöbelnden Pöbels ist und der Pöbel pöbelnd durch Dresden zieht.

Gibt es eigentlich niemanden unter den “zigtausend” Pegida Teilnehmern, der sich hier verleumdet sieht und Strafanzeige gegen Beate Kostka, MA., Ressort Presse – Stabstelle des Rektorats erstattet, wegen Verleumdung? Immerhin beginnt die Pressemeldung mit einer Allaussage, die keinen Zweifel daran lässt, dass alle Pegida-Anhänger pöbeln.

Die Pressemeldung ist einer “ausgezeichneten politikwissenschaftlichen Arbeit” gewidmet, die im Wesentlichen aus einem Datensatz besteht, in dem wohl auf Wahlkreisebene Daten zusammengespielt wurden: Wahlergebnis der AfD, Anteil der Arbeitnehmer, Anteil von Personen mit Hauptschulabschluss und mit tertiärer Bildung (vermutlich aus dem Mikrozensus zugespielt). Und dann hat der Autor ein wenig statistisch gespielt und vermutlich ökologische Regressionen berechnet, mit dem folgenden Ergebnis:

“Entscheidend für den Wahlerfolg [der AfD] ist, wie hoch der Ausländer- und Hauptschulabsolventenanteil in dem jeweiligen Wahlkreis ist. Leben dort viele Migranten und Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen, werden hier öfter als anderswo rechtspopulistische Parteien gewählt.”

Das Problem mit derartigen ökologischen Analysen besteht darin, dass man nicht weiß, was man nun tatsächlich gemessen hat. Ausländer haben in der Regel kein Wahlrecht, sie können also nicht für das Abschneiden der AfD verantwortlich sein. Und die Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen waren/sind traditionell das Wählerpotential der SPD, so dass man sich fragt, was bei dieser “ausgezeichneten Abschlussarbeit” überhaupt gemessen wurde, schon weil Pegida und AfD da stark sind, wo es nicht viele Migranten und Ausländer gibt, wie z.B. in Dresden…

junk_scienceDie Begriffe Migranten und Ausländer, das hat sich an der Universität Dusiburg-Essen, die doch so offen im Denken sein will, noch nicht herumgesprochen, beschreiben einen unterschiedlichen Status. Ein Migrant kann Deutscher sein, ein Ausländer nicht. Aber das sind Kleinigkeiten, die vor dem großen Ganzen der Diffamierungsabsicht, die Triebkraft solcher Forschung zu sein scheint, verschwinden.

Abgesehen davon stehen die vermeintlichen Erkenntnisse im diametralen Gegensatz zu den vermeintlichen Erkenntnissen, die Borwin Bandelow herausgefunden haben will. Sie erinnern sich, Bandelow ist derjenige, der behauptet, Xenophobie komme nur in Gehirnen ohne Hochschulabschluss vor, könne aber dennoch durch Kontakt mit Ausländern behandelt und behoben werden. Wenn es um Rechtspopulismus geht, was immer das auch sein mag (ein wissenschaftlicher Begriff ist es jedenfalls nicht), dann sind der Phantasie und der Diffamierungswilligkeit bei Angehörigen von Universitäten, die sich linkspopulistisch betätigen, offensichtich keine Grenzen gesetzt.

Kurz: auf Basis von Aggregatdatenanalysen, also Daten, die für einen Wahlkreis vorliegen, kann man nicht allzu viel über Wähler aussagen. Aber das stört Personen, die Wissenschaftler sein wollen, heutzutage nicht mehr:

“Tobias Frank: ‘Offensichtlich fällt das Diffamieren und Diskreditieren Asylsuchender und das Schüren von Verlustängsten in diesen Wahlkreisen auf besonders fruchtbaren Boden. Außerdem profitiert die AfD von dünn besiedelten Gebieten mit älterer Bevölkerung.’“

Also: Wo es viele Migranten und viele “Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen” gibt, sind die Personen voller Verlustängste, freuen sich, dass die AfD Asylsuchende diskreditiert und diffamiert und wählen die AfD deshalb und nur deshalb.

Wie leicht derartige Worte – diffamieren und diskreditieren – vermeintlichen Nachwuchswissenschaftlern doch über die Lippen kommen. Fast so, als wäre es ihnen in ihrer Forschung von Anfang an um nichts anderes gegangen, als eine Plattform zu finden, auf der sie dann diffamieren und diskreditieren können, denn nichts anderes tun Nachwuchswissenschaftler wie Tobias Frank: Er hat keinerlei Beleg dafür, dass die AfD von Menschen gewählt wird, die auf das Diffamieren und Diskreditieren Asylsuchender reagieren, er hat nicht einmal einen Beleg dafür, dass die AfD im Wahlkreis Südpfalz oder im Wahlkreis Elbe Elster II Asylsuchende diskreditiert und diffamiert.

Er will es offensichtlich so, denn seine Bewertung, dass die AfD deshalb gewählt wird, weil sie Asylsuchende diffamiert und diskreditiert, ebenso wie seine Behauptung, dass die AfD von Personen gewählt wird, die es gut finden, dass die AfD angeblich Asylsuchende diffamiert und diskreditiert, basiert auf keinerlei Daten. Beide Aussagen sind Ausgeburten der Phantasie von Tobias Frank, so dass wir nur feststellen können: Früh übt sich, wer als Populist und Ideologe Karriere in politischen Vereinen der Parteien (außer der AfD versteht sich) machen will.

Die Abschlussarbeit von Tobias Frank, deren Zweck wohl vornehmlich darin bestanden hat, die AfD und die Pegida, also die Teilnehmer an der Pegida zu diffamieren und zu diskreditieren, wurde am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen geschrieben und ausgezeichnet. In Ermangelung wissenschaftlicher Inhalte wurde die Arbeit wohl für ihren linkspopulistischen Gehalt ausgezeichnet.

Wie dem auch sei, die Arbeit wird demnächst im Tectum Verlag veröffentlicht und von uns rezensiert werden!

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