Orgie in Geistlosigkeit unter Journalisten: Malefiziose Isomorphie

Warum werden sich Institutionen immer ähnlicher?

Warum kann man nach kurzer Zeit NGOs nicht mehr voneinander unterscheiden, unabhängig davon, mit welchem Ziel sie gestartet und wo sie gegründet wurden?

Looking for Science Faker

Warum schreiben Vertreter von Presseabteilungen großer Unternehmen alle denselben Unsinn, nutzen dieselben Modeworte, verbreiten die selben Leerformeln nachhaltig wirkenden gendergerechten Blödsinn, der die soziale Verantwortung der Unternehmen zeigen soll?

Warum muss man nur eine deutsche Tageszeitung in die Hand nehmen, um zu wissen, was in den anderen deutschen Tageszeitungen, manchmal in Nuancen verschieden, oft genug aber wortgleich steht?

DiMaggio und Powell haben in ihrem 1983 veröffentlichten Beitrag unter anderem versucht, diese Fragen zu beantworten, und sie haben dazu das Konzept der „Isomorphie“ entwickelt. In kurz: Risikoscheue, phantasielose und sehr biedere Akteure sammeln sich in Medien, NGOs und neuerdings in eingetragenen Vereinen, die dem Guten gewidmet sind (also dem Abgreifen von Steuergeldern) und stehen vor dem Problem, sich interessant und als Organisation darstellen zu müssen, die wichtig ist, dem Zeitgeist entspricht, ein würdiger Empfänger von Spende- und Steuergeldern.

Was macht man, wenn man risikoscheu, phantasielos und bieder ist?

Man schreibt ab, übernimmt, was andere geschrieben haben, in der Hoffnung, damit Erfolg zu haben. Das ist übrigens eine Erklärung dafür, dass bestimmte Themen zu Hypes werden, obwohl sie, wie das Gender Pay Gap oder die „FakeScience“ auf einem Sack voller Lügen basieren.

Nach unserer Ansicht haben DiMaggio und Powell in ihrer Analyse, die im theoretischen Rahmen des Neoinstitutionalismus geschrieben ist, allerdings den Faktor Mensch insofern vergessen, als Menschen von Motiven getrieben und manche von ihnen käuflich sind (und andere renitent, aber die finden sich nicht in NGOs, Instiutionen, Parteien oder Medien).

Ersteres führt dazu, dass Isomorphie eine Triebkraft in Boshaftigkeit oder Missgunst haben kann. Zweiteres führt dazu, dass man mit ein wenig Geld eine Kampagne anschieben kann, die geeignet ist, ganze gesellschaftliche Bereiche zu zerstören.

Wir denken, dass die Genderideologie, die das menschliche Zusammenleben in Deutschland weitgehend unmöglich gemacht hat und Misstrauen an die Stelle des guten Willens gesetzt hat, der für die Aufnahme einer Kooperation mit Fremden nun einmal notwendig ist, auf einer solchen Kampagne beruht. Das ist keine Verschwörungstheorie wie man anhand der staatlichen Mittel (also der Steuergelder), die in Genderismus geflossen sind, zeigen kann.

Doch zurück zur FakeScience.

Die FakeScience ist zu einem Virus unter Journalisten geworden. Keine Tageszeitung, die sich nicht genüsslich über die bösen Wissenschaftler hermacht, die „nachweislich in scheinwissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht“ haben, die „systematisch fundamentale Mechanismen der Qualitätssicherung missachten“.

Die Zitate stammen aus dem Text, den Fabian Kretschmer in der taz veröffentlicht hat. Wir hätten beliebige andere Texte nehmen können, aus welcher Tageszeitung, die einem zentralen Redaktionsnetzwerk gleichgeschaltet wurde, auch immer.

Alle haben denselben Tenor.

Alle machen dieselbe Anklage.

Keiner hinterfragt, was er berichtet.

Keiner überlegt, ob der Vorwurf eigentlich gerechtfertigt ist.

So dass man festhalten muss, dass in den gleichgeschalteten Redaktionen nicht einmal Mindeststandards der Qualitätssicherung eingehalten werden.

Es ist wie ein Rausch, ein Taumel, eine kollektive Onanie, die den deutschen Blätterwald durchbläst. Jetzt, so scheint die gesammelte Redaktionsmeute zu denken, ist die Gelegenheit, sich über diejenigen an Hochschulen herzumachen, denen sie, so scheint es, ihren Status die ganze Zeit schon geneidet haben, die ganze Zeit, die sie auf knapp 2000 Euro gehalten, in Redaktionssitzungen buckeln, ständig in der Angst leben, mit der nächsten Kürzungswelle von dem Miniaturschreibtisch gespült zu werden, den sie stolz ihr eigen nennen dürfen, obwohl er mit Sicherheit schon bessere Tage gesehen hat, vor 15 Jahren oder so. Jetzt gilt’s. Und ungefährlich scheint es auch zu sein. Alle berichten darüber.

Wie gesagt:

  • Risikoscheu;
  • Phantasielos;
  • Boshaft

FakeScience ist wie geschaffen für die Redaktionswichte:

Das Risiko, mit einem Text auf Kritik oder gar Widerstand zu stoßen, ist nicht vorhanden. Alle Mainstream-Medien berichten darüber. Alle Mainstream-Medien berichten im selben Tenor darüber. Alle Mainstream-Medien berichten in derselben aufgeregten Weise darüber, machen einen Skandal aus Pipifax, einen Elefanten aus einer Mücke.

Die Phantasielosigkeit, die die meisten Redaktionswichte plagt, versuchen sie damit zu verkleistern, dass sie einen anderen Titel wählen „Abzocke mit Fake-Zeitschriften“, gefolgt von einem variierenden Untertitel, dem dann der weitgehend identische Text angefügt ist, den man in allen Mainstream-Printmedien lesen kann.

Die eigene Boshaftigkeit, die Missgunst gegenüber denen, die man (irrigerweise übrigens) für erfolgreicher ansieht, statushöher, was in Deutschland sehr wichtig ist, denn Status, eingebildeter Status ist für viele das Surrogat einer Persönlichkeit, sie kann ebenfalls risiko- und phantasielos befriedigt werden. Selbstbefriedigung, ohne Gefahr zu laufen, dabei erwischt zu werden.

Wir nennen diese Form der Isomorphie die malefiziose Isomorphie in Anlehnug and maleficium, den lateinischen Begriff für ein übles Werk. Malefiziose Isomorphie tritt neben die mimetische, koersive und normative Isomorphie und zeichnet sich dadurch aus, dass die Lust, anderen übel mitzuspielen, die Freude am Schaden anderer, Triebkraft der Imitation und Übernahmen von Inhalten oder Objekten, die andere bereitstellen, ist, von denen wiederum erwartet wird, DASS sie anderen schaden. Man muss also die Triebkraft „Boshaftigkeit“ von der Hoffnung, anderen durch Worte Schaden zufügen zu können, trennen.

Die Epidemie, die derzeit unter deutschen Journalisten, also denen, die es sein wollen bzw. sich einreden, es zu sein, grassiert, ist eine Epidemie getrieben von malefizioser Isomorphie.

Um dies zu zeigen, muss man einfach nur die beiden Hauptvorwürfe, wenn man sie denn so nennen kann, die vor die Tür der vermeintlichen Science Faker gelegt werden, betrachten:

[I] Sie würden in „scheinwissenschaftlichen Journalen“ veröffentlichen.

[II] Sie würden Texte veröffentlichen, die nicht Peer reviewed sind.

[I]

Kein normaler Mensch macht wegen diesen beiden Trivialitäten ein solches Trara, wie es derzeit durch die deutsche Mainstream-Presse geht. Denn [I] ist irrelevant und wenn es gedacht ist, um die Qualität dessen, was veröffentlicht wurde, zu diskreditieren, besteht es aus zwei Fehlschlüssen.

Wenn Einstein seine Relativitätstheorie in der Bäckerblume veröffentlicht hätte, hätte es vielleicht etwas länger gedauert, bis sie von Physikern anerkannt worden wäre, aber das hätte nichts an der GÜLTIGKEIT der Relativitätstheorie geändert.

Der Gehalt, die Validität und die Reliabilität wissenschaftlicher Aussagen ist unabhängig vom Ort, an dem sie veröffentlicht werden. Wer anderes behauptet oder suggerieren will, begeht einen genetischen Fehlschluss und einen Fehlschluss der Bejahung des Konsequens und erweist sich außerdem als “obrigkeitshöriger, behördengegängelter, arschkriechender Idiot” (O-Ton aus der Redaktion, Quelle nicht mehr verifizierbar.)

Deutsche Journalisten begehen lieber diese beiden Fehlschlüsse, als dass sie entweder die Mühsal auf sich nehmen, selbst zu denken, oder die Gelegenheit, anderen zu schaden, an sich vorbeiziehen lassen: Malefiziöse Isomorphie.

[II]

Wir haben gestern in einem Beitrag all die Probleme zusammengetragen, die sich mit Peer Reviews und den Zeitschriften verbinden, die sie anwenden oder angeblich anwenden. Er kann hier nachgelesen werden. Zu denken, ein wissenschaftlicher Beitrag sei deshalb eher glaubwürdig, eher reliabel und eher gültig, weil er in einer Zeitschrift veröffentlich wurde, die Peer reviewed ist, ist an Naivität kaum zu überbieten. Das falsche Neuronengespinnst wird zur Boshaftigkeit, wenn man versucht, andere, von seiner Richtigkeit zu überzeugen.

Bleibt abschließend noch die Frage, ob diese Epidemie des Unsinns, die von der Boshaftigkeit deutscher Mainstream-Journalisten getragen wird, orchestriert ist oder eine Form der kollektiven Psychose darstellt, wie sie in Echozimmern regelmäßig vorkommen.

Wir tendieren zur ersten Erklärung, denn das Muster des Vorgehens entspricht dem, das bei der Etablierung der Gender Pay Gap Lüge oder den Versuchen, Bürger gegen Bürger aufzubringen, wie sie im Rahmen der Panama-Papers erfolgt sind, angewendet wurde. Den Beleg dafür, dass wir richtig liegen, haben wir spätestens dann in der Hand, wenn eine gesetzliche Regelung für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Beiträge gefordert und auf den Weg gebracht wird.

DiMaggio, Paul J. & Powell, Walter (1983). The Iron Cage Revisited: Institutional Isomorphism and Collective Rationality in Organizational Fields. American Sociological Review 48(2): 147-160.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
Dann unterstüten Sie bitte das private Blog ScienceFiles!



ScienceFiles-Spendenkonto

Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Diskreditierungsjournalismus: Ein Denkmal für David Berger

Einst haben die deutschen Sozialwissenschaften einen Werturteilsstreit ausgefochten. Ziel der damaligen Gewinner: Forschung von Werturteilen freihalten, um valide und nachvollziehbare Ergebnisse zu produzieren.

Journalisten haben sich einen Kodex gegeben. Ziel: Die Berichterstattung von Suggestion und Bewertung freihalten, um den Konsumenten von Nachrichten die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Urteil auf Grundlage von Fakten zu bilden.

Heute erleben wir täglich, dass die Sozialwissenschaften zum Tummelplatz von ideologischen Aktivisten geworden sind, deren einziges Ziel darin besteht, das, was sie für richtig halten (warum wissen sie oft selbst nicht), mit dem Mantel der Wissenschaft zu umhüllen.

Heute sind wir mit Journalisten konfrontiert, die bewertende Adjektive mit einer Freude in ihre Texte streuen, die nur den Schluss zulässt, dass sie nicht einmal mehr den Versuch unternehmen, Fakten ohne die ideologische Tönung zu berichten, die sie selbst für die richtige halten.

Am schlimmsten sind diejenigen, die sich als Journalisten im Auftrag der Wahrheit ausgeben, die andere enttarnen, Fake News aufdecken oder Fakten finden wollen. Sie sind beseelt, haben eine Mission, wenn schon häufig keine adäquate Ausbildung und keine Qualifikation.

Correctiv.org ist ein Hort derartig missionarisch Tätiger. Unter dem Titel „echt jetzt!“ klärt Correctiv fast täglich die wenigen, die den Blog von Correctiv lesen, darüber auf, welcher ideologische Feind heute aus ihrer Sicht eine Verfehlung begangen hat.

In der neuesten Variante dessen, was wir Diskreditierungsjournalismus nennen, geht es darum, David Berger, den Betreiber von Philosophia Perennis zu diskreditieren. Warum? Weil Bergers Blog zu den erfolgreichsten Blogs deutschlandweit gehört und Zugriffszahlen an einem Tag aufzuweisen hat, die Correctiv in einer Woche nicht aufzuweisen hat.

Caroline Schmüser, die für den Diskreditierungsversuch verantwortlich ist, hat viel Text produziert, um zumindest den Eindruck zu erwecken, sie wolle Berger gerecht werden.

Nachdem ein geraffter Teil der Lebensgeschichte von David Berger, den man mit, von der katholischen Kirche über das Outing als schwul zum Kritiker des Islam, überschreiben kann, dem Leser zugemutet wurde, und sich der Leser fragt, was dieses Wühlen im privaten Leben anderer, was dieser pseudo-journalistische Voyeurismus soll, wird schnell klar, worum es Schmücker mit diesem Beitrag geht: Diskreditierung.

Hier die Anklageschrift:

Berger treibe seine Kritik am Islam mit seinen Schlagzeilen auf die Spitze.

Wir haben bislang immer gedacht, Schlagzeilen seien dazu da, einen Beitrag pointiert zu überschreiben. Aber scheinbar ist man bei Correctiv der Ansicht, Überschriften dürften nicht pointiert sein. Warum Schmücker den eigenen Beitrag über Berger mit „Ein Theologie im Kampf gegen ‚Islamisierung‘ und ‚Nanny-Medien‘ auf die Spitze getrieben hat, ist so betrachtet entweder ein Mysterium oder ein Widerspruch oder der Ausdruck von Heuchelei.

Berger verbreite Falschmeldungen und Spekulationen

Der Vorwurf ist wie ein Boomerang, er kommt zurück, denn die nächste Zwischenüberschrift bei Schmücker lautet: „Fehlende Unabhängigkeit, große Beliebtheit?“ Das ist mindestens eine Spekulation, vielleicht auch eine insinuierte Falschmeldung. Dazu gleich mehr.

Zunächst zu den Falschmeldungen, die Berger vorgeworfen werden (die Spekulationen lassen wir aus, das ist wirklich zu lächerlich. Wenn man alle Aussagen, die als Spekulationen gelten, von Tagesschau oder Correctiv streichen wollte, hätten beide so gut wie nichts mehr zu sagen).

Falschmeldungen sind so alt, wie die Medien. Früher haben Zeitungen regelmäßig Gegendarstellungen gedruckt, weil sie eine Ente verbreitet haben. Dass man ausgerechnet einem Ein-/Zweimannblog vorwerfen will, dass sich unter den vielen Meldungen, die Berger pro Tag verbreitet, auch einmal eine oder zwei Falschmeldungen befinden, ist so als wollte man einem Nachrichtensprecher jeden Versprecher als Kriminalität gegen die deutsche Sprache auslegen. Hinzukommt, dass Blogs, alternative Blogs, bei weitem nicht die Ressourcen haben, auf die z.B. Correctiv zurückgreifen kann, das eine lange Liste von institutionellen Spendern hat, die mit ihren Spenden eigene Agenden verfolgen, von der Bundeszentrale für Politische Bildung, über Open Society von George Soros bis zur Stiftung Vielfalt und Partizipation. Wer mehrere 10000 Euro spendet, der will auch Einfluss auf die Themen nehmen, vielleicht sogar bestimmte Diskreditierungsartikel bestellen. Aber natürlich ist das rein spekulativ. Nur sind manche Spekulationen glaubwürdiger als andere.

Vorwurf: „Fehlende Unabhängigkeit, große Beliebtheit?“

Wenn aus der intoleranten Ecke der Ewiggestrigen, die sich nicht an die neue Zeit gewöhnen können, ein Vorwurf kommt, von dem sich die Vorwerfenden versprechen, dass er diskreditierend wirkt, dann lautet dieser Vorwurf: Nähe zur AfD. Schmüser gibt sich einige Mühe, die Nähe von David Berger zur AfD herbeizuschreiben und quasi als Coup de Grace seiner öffentlichen Diskreditierung zu benutzen.

Ewiggestrig eben.

Selbst wenn Berger AfD-nahe sein sollte, wäre der Schluss von seiner AfD-Nähe auf eine fehlende Unabhängigkeit ein Schluss, der zu belegen wäre. Belege fehlen. Schließlich geht es um Diskreditierung, nicht um fairen Umgang. Wären wir nicht Fairness verpflichtet, dann könnten wir darauf hinweisen, dass es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass David Berger von der AfD finanziell unterstützt wird, aber es Belege dafür gibt, dass Correctiv von der Open Society Foundation von Soros finanziert wird. Wenn man versucht, andere mit Bewertungen zu diskreditieren, wie Schmüser das tut, dann muss man sich im Klaren darüber sein, es mit einem zweischneidigen Schwert zu tun zu haben: Den Claqueuren, denen es ausreicht, wenn man ihnen AfD zuruft, damit sie was auch immer und wen auch immer ablehnen, stehen die gegenüber, auf die der Name Soros denselben Effekt hat. Deshalb ist es immer besser zu argumentieren. Deshalb haben Sozialwissenschaftler versucht, Werturteile aus ihrem Gegenstandsbereich herauszuhalten. Deshalb haben sich Journalisten einen Ethos gegeben.

Heutige Journalisten-Darsteller scheinen davon noch nie gehört zu haben: Sie bewerten und diskreditieren als Berufszweck, vielleicht auch deshalb, weil sie nicht argumentieren können.

So schreibt Schmüser:

Geldgeber von Correctiv.org

„[A] Es wirkt widersprüchlich: Während Berger die etablierten Medien für ihre angebliche Regierungsnähe kritisiert, scheint Berger selbst zum Sprachrohr einer Partei zu werden. [B] Während er Medien der Verzerrung der Wahrheit beschuldigt, verbreitet er selbst über seinen Blog Falschmeldungen.“

[A] ist kein Widerspruch, denn der Mittelterm des Syllogismus ist einmal Regierung und einmal Partei. Korrektes logisches Folgern setzt einen identischen Mittelterm voraus. Nachzulesen in jedem Lehrbuch der Aussagen-Logik.

[B] ist ebenfalls kein Widerspruch: Ob die Aussage, dass Medien die Wahrheit verzerren, richtig ist, ist unabhängig davon, ob Berger ein, zwei, drei oder fünfzehn Falschmeldungen im Monat, Jahr, halben Jahrhundert verbreitet.

Zumindest rudimentäre Kenntnisse der Argumentation sollte man bei denen, die sich als Journalist versuchen wollen, voraussetzen können. Aber das kann man nicht. Denn es handelt sich nicht um Journalisten. Es handelt sich um politische Aktivisten, die ohne eine journalistische Qualifikation über andere Gericht halten, andere bewerten wollen.

Jede Gesellschaft hat ein Problem mit Personen, deren Qualifikation nicht nachgefragt wird. Douglas Adams hat dieses Problem in seiner Serie über die, die per Anhalter durch die Galaxis reisen, dahingehend gelöst, dass alle nutzlosen Berufsinhaber in ein Raumschiff gesetzt und ins Weltall befördert wurden. Das Raumschiff ist auf der Erde gelandet. Das Problem wurde also nicht wirklich gelöst.

Mehr zum Thema:

Correctiv und Mediengruppen

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
Dann unterstützen Sie das private Blog ScienceFiles!


ScienceFiles-Spendenkonto

Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Gleiches Mitleid für alle! Alpenprawda fordert Gleichstellung in Mitleid

Es war vorherzusehen, dass diejenigen, die immer zur Stelle sind, um Moral von anderen zu fordern, im Krieg um die Hoheit im öffentlichen Diskurs nicht passiv am Rand stehen würden, wenn die Medien in einem Livestream nach dem anderen den Mitfiebernden die Rettung von 12 Jungen und ihrem Trainer in die erste Reihe liefern.

Das konnte nicht so bleiben.

Schon weil Genderisten schäumen müssen, ob der Tatsache, dass die Schlagzeilen von männlichen Hauptdarstellern monopolisiert werden, 12 Jungen, ein männlicher Trainer und 90 männliche Taucher. Wo immer Kompetenz und Fähigkeit verlangt werden, bleibt Gleichstellung auf der Strecke. Vielleicht schäumen die Genderisten deshalb bislang im Stillen.

Nicht mehr ausgehalten hat das passive am-Rand-Stehen Matthias Drobinski von der Süddeutschen Zeitung. Wie so oft, wenn es darum geht, eine bislang normale Berichterstattung zu etwas Unerquicklichem fortzuentwickeln, ihr eine gehörige Portion dessen, was Gutmenschen für Moral halten, beizumischen, und sie zu einer nicht mehr erträglichen Darbietung in „wer-ist-der-bessere-Mensch“ zu degenerieren, ist die Alpenprawda in erster Frontlinie.

Und dieses Mal hat die Alpenprawda „zweierlei Maß von Mitleid“ erkannt.

Drobinski will es erkannt haben.

Einerseits gebe es viel Mitgefühl für die „Jungs in der Höhle in Thailand“, andererseits „einen Verlust an Empathie mit den Flüchtlingen im Mittelmeer“.

Dass es irgendwann einen geben würde, der es nicht mehr aushält, der vor Gutmenschensaft schier platzt und sich entsprechend erleichtern muss, ob der täglichen Schlagzeile für Jungen, das war klar, und nun wissen wir auch, in welcher Weise der Schlag gegen das falsche Mitleid erfolgen würde, mit logischen Fehlschlüssen und der absurden Vorstellung, man müsse als Mensch mit allen dieselbe Menge und genau dieselbe Art von Mitleid haben.

Auf dieser Prämisse basiert der Text von Drobinski. Er schiebt sie seinen Lesern unter und verurteilt jeden, der sie nicht mit ihm teilt.

Wir teilen Sie nicht.

Wir gehören zu denen, die nicht denken, alle Menschen verdienten dieselbe Art von Mitleid. Wir wehren uns gegen diese Nivellierung von Unterschieden zwischen Menschen und dagegen, die unter Linken so beliebte Ergebnisgleichheit ungeachtet aller relevanten Variablen, die einen Unterschied im Ergebnis bewirken, vorzunehmen.

  • Menschen sind nicht gleich.
  • Menschen haben unterschiedliche Motive.
  • Menschen haben unterschiedliche Kompetenzen.
  • Menschen haben unterschiedliche Präferenzen.

Deshalb fiebern viele mit den Jungen in der Höhle in Thailand und hoffen auf deren Rettung.

Und deshalb kommen nur am Versuch, eine tragfähige Moral aufzubauen Gescheiterte, wie Drobinski auf die Idee, das Mitleid mit den Jungen in Thailand gegen das aus seiner Sicht nicht vorhandene Mitleid mit Flüchtlingen im Mittelmeer, sofern es sie derzeit gibt, aufzurechnen.

Wie muss es in einem Kopf aussehen, der es nicht ertragen kann, dass Menschen ihr Mitleid nicht mit der Gießkanne über die Welt verbreiten, der denkt, man dürfe nicht mit A Mitleid haben, wenn man nicht auch mit B Mitleid habe?

Das ist so krank, dass man Mühe hat, die grundlegenden Fehler in Worte zu packen, es ist, als wollte man dem Schüler, der sich über die Eins in Mathematik freut, vorwerfen, dass er sich nicht gleichermaßen darüber gefreut habe, dass Deutschland bei der Fußball-WM ausgeschieden ist.

Es hat nichts miteinander zu tun. Lediglich im Kopf von Drobinski, in dem es furchtbar aussehen muss, wird es zusammengebracht auf Basis seiner Aufrechnungsmentalität.

Aber da Drobinski diesen Zusammenhang zwischen Flüchtlingen im Mittelmeer und Jungen in Thailand herstellen will, ist es notwendig, seine vielen logischen Fehler zu benennen.

Die versteckte Prämisse, die falsche versteckte Prämisse, auf der sein gesamter Text basiert, haben wir oben bereits angesprochen. Für den weiteren Text wollen wir es bei der Darstellung der vier offenkundigsten logischen Fehlern belassen:

  1. Falsche Äquivalenz

Die Flüchtlinge im Mittelmeer und die Jungen in einer Höhle in Thailand können nicht gleichgesetzt werden, schon weil erstere sich freiwillig auf ein nicht seetüchtiges Boot setzen, während Letztere in einer öffentlich zugänglichen Schauhöhle von den plötzlich einbrechenden Fluten eines Monsunregens überrascht wurden.

  1. Unvollständiger Vergleich

Wenn man beide vergleichen will, dann muss man auch die Folgen der Rettung beider Gruppen in Rechnung stellen. Die Jungen werden nach ihrer Rettung wieder ihr normales Leben in Thailand leben, vermutlich mit ein paar qualitativen Veränderungen, die in ihrer Persönlichkeit liegen, die Flüchtlinge, die sich im Mittelmeer retten lassen wollen, werden nach ihrer Rettung und für etliche Zeit auf Kosten einer Allgemeinheit leben, von der sich Drobinski fragt, warum sie kein Mitleid mit den Flüchtlingen hat.

  1. Fehlschluss der Psychologen

So wie Psychologen denken, sie seien über jeden psychologischen Schaden, den sie bei anderen diagnostizieren, erhaben, so denkt Drobinski von sich, er sei über jede Fehlzuweisung seines Mitleids erhaben und könne andere auf ihre Fehlzuweisung von Mitleid hinweisen. Indes spricht die Art und Weise, in der er von den „Jungs“ schreibt, mit denen man „hoffen und bangen“ MUSS, also es nicht etwa freiwillig tut, dafür, dass er klare Präferenzen hat, und nur deshalb Mitleid für die Jungen in Thailand empfinden will, weil sie ihm als Vorstufe für das größere Mitleid, das er mit den Flüchtlingen im Mittelmeer einfordert, dienen. Der Mann kann in seinem Leben noch nie Mitleid für ein Lebewesen gehabt haben, sonst wüsste er, dass Mitleid eine höchst individuelle Angelegenheit zwischen konkreten Lebewesen ist und kein kollektiver Sport zwischen Gruppen.

  1. Kafka Falle

Die Kafka-Falle wird gerne von denen aufgestellt, die sich anderen für moralisch überlegen halten oder doch zumindest inszenieren wollen. Sie basiert darauf, dass man versucht, seinem Gegenüber Schuld einzureden, z.B. weil es nicht in gleicher Weise Mitleid für die Jungen in Thailand und die Flüchtlinge im Mittelmeer habe (wobei die meisten – wie gesagt – gar nie auf die Idee kämen, beide in Verbindung zu bringen), um ihm dann, wenn er die entsprechende Schuld nicht für sich zulassen will, mit noch mehr Schuld zu beladen, bei Drobinski in der Form „Die Flüchtlinge sind den Europäern zu nahe gerückt mit ihrem Elend“, deshalb hätten Europäer kein Mitleid mehr mit den Flüchtlingen.

Derartige Habermaskeraden, die darin bestehen, begriffliche Wolkenkuckucksheime aufzubauen, sie auf andere anzuwenden und sich dann zu echauffieren, wenn diese anderen die Wolkenkuckucksheime nicht bewohnen wollen, sind leider sehr häufig in der deutschen Presselandschaft, in der die Zahl der Erregungs-, Wut- und Hassjournalisten jeden Tag zu wachsen scheint. Man fasst sie unter dem Fehlschluss der Reifikation zusammen.

Zeit, Mitleid zu haben, Mitleid mit Drobinski, der sich nicht mehr freuen kann, weil alle Ereignisse in seiner ideologischen Enklave so miteinander verwoben sind, dass er nicht anders kann, als anderen mit seiner moralischen Mission auf die Nerven zu gehen und im Gegensatz zu den Zeugen Jehovas geht er nicht, wenn man ihm gesagt hat, dass er sich trollen soll.

Übrigens finden wir, dass Matthias Drobinski zweierlei Maß von Mitleid hat, denn es macht ihm offensichtlich nichts aus, dass im Schlachthaus um die Ecke jeden Tag hunderte von Tieren umgebracht werden, damit Menschen wie er – Menschen mit multiplem Maß – ihr Dasein fristen und sich über zweierlei Maß ereifern können.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


ScienceFiles-Spendenkonto

Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Alltägliche Männerfeindlichkeit: ARD-Flüchtlings-Heuchelei auf Zwischenhoch

Mit logischen Grundkenntnissen verbindet sich ein Problem: Sie machen anfällig, sie machen einem leiden, leiden an der Heuchelei und der Dummheit, die tagtäglich in Deutschland, aber nicht nur in Deutschland, ausgestrahlt wird.

Hat man sich an die Allgegenwart des Fehlschlusses der Bejahung des Konsequens fast schon gewöhnt, ihn zum elaborierten unter den eigentlich leicht zu vermeidenden Fehlschlüssen gemacht (um nicht vollständig den Glauben daran, dass Menschen mit Verstand ausgestattet sind, zu verlieren), da wird man unvermittelt von der Erkenntnis getroffen, dass in diesem Zeitalter der Heuchelei der Widerspruch, der offene, eklatante Widerspruch nicht mehr bemerkt wird, ja fast schon normal geworden ist.

Da kommentiert heute eine Isabel Schayani auf tagesschau.de zum Begriff “Flüchtlinge” und unter dem Titel „Ohne jede menschliche Wärme“, einem Titel, der auf der Prämisse aufbaut, dass im Zusammenhang mit der Diskussion um Flüchtlinge menschliche Wärme, allgemeiner: Gefühle wichtig sind.

Schayani beklagt die „aufgeregte Diskussion“ über eine „verpennte Behörde“ [BAMF] und kommt zu dem Schluss: „Je aufgeregter die Debatte, je mehr Subtext, desto weniger geht es um die Menschen.“

Aufregung, so muss man daraus schließen, ist zwar ein menschliches Gefühl, aber keine menschliche Wärme. Menschliche Wärme muss also ohne Aufregung auskommen, muss nüchtern analysieren, wie Schayani das tun will, muss zu dem Schluss kommen, dass in jeder Bevölkerung, in jeder Gruppe Kriminelle sind, auch bei Flüchtlingen. Doch sogleich wird aus der nüchternen Feststellung, dass nicht einmal Flüchtlinge bessere Menschen sind, eine Feststellung, die die meisten Linken noch zu treffen hätten, ein Problem, denn Schayani befindet, dass der Begriff „kriminelle Flüchtlinge“ eine Form der Sippenhaft darstelle, eine Form der Stereotypisierung: wenn ein Flüchtlinge kriminell ist, dann sind sie es alle.

Einer absurder Fehlschluss, auf den außer Schayani nur die kommen, die aus einer Mücke immer einen Elefanten machen, der zudem straff am Problem vorbeigeht. Denn nicht die Tatsache, dass sich unter Flüchtlingen Kriminelle befinden, macht Angst, wie Schayani meint, sondern die Unsicherheit. Dass man nicht weiß, ob der Flüchtling, mit dem man es gerade zu tun hat, ein Krimineller ist, das ist es, was „Angst macht“ oder zur Vorsicht gemahnt oder dazu führt, dass man mit Flüchtlingen lieber nichts zu tun hat. Die Prozesse dahinter hat die Sozialpsychologie seit Jahrzehnten beschrieben: Prozesse der Vertrauensbildung, die durch kulturelle Distanz, mit der notwendig unterschiedliche Verhaltenserwartungen einhergehen, noch verstärkt werden.

Eine verantwortungsvolle Einwanderungspolitik, eine, um in den Worten von Schayani zu sprechen, Einwanderungspolitik der „menschlichen Wärme“, nicht nur gegenüber den Zuwanderern, sondern auch gegenüber der eigenen Bevölkerung, stellt das in Rechnung, stellt in Rechnung, dass man Vertrauen zwischen Menschen, die sich nicht kennen, nicht einfach verordnen kann. Sie stellt in Rechnung, dass manche Menschen Angst vor Fremdem oder “dem Fremden” haben und geht entsprechend behutsam vor. Die deutsche Brachial-Flüchtlingspolitik der plötzlichen Masseneinwanderung ist insofern ein soziales Experiment, das es in der Geschichte, nicht einmal in der US-Geschichte bislang nicht in der Weise gegeben hat. Zuwanderer in die USA waren dort weitgehend auf sich selbst gestellt (sie waren ja auch meist gekommen, um – wie die Bremer Stadtmusikanten etwas Besseres als den Tod oder ihr Glück zu finden). Sie wurden nicht von Horden sozial Engagierter umsorgt und in finanziell sorgenfreier Umgebung gebettet. They had to scrape for a living, und weil sie ihren Lebensunterhalt verdienen mussten, deshalb hat der US-amerikanische Melting Pot funktioniert. Ob man es schafft gesellschaftliche Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt über die Köpfe der Menschen, um die es geht, und durch sozialarbeiterisches Flügelschlagen und staatlliche Verordnung zu erreichen? Wir haben so unsere Zweifel.

Doch zurück zu Schayani, die beklagt, dass die Menschlichkeit aus der Debatte um Flüchtlinge verschwunden sei oder fast verschwunden sei. Sie, die gerade noch beklagt hat, dass man Flüchtlinge alle über einen Kamm schert, wenn ein paar darunter sind, die kriminell sind, schreibt Folgendes:

„Zweites Beispiel: Gestern hat die Bundeskanzlerin, eher en passant, in ihrer papiertrockenen Gebrauchslyrik etwas Bemerkenswertes gesagt. Natürlich werde man weiterhin nach Afghanistan abschieben. Dann kam der feine Nachsatz: Und zwar ohne Einschränkungen. Ab jetzt also nicht mehr nur Straftäter, junge Männer, sondern auch Frauen, Kinder, Familien? Ich traue keiner befristeten Waffenruhe mit den Taliban. Haben wir die Menschen im Blick?“

Misandrie, Männerfeindlichkeit, ist für Schayani offensichtlich mit Menschlichkeit vereinbar, mit dem, was sie unter Menschlichkeit versteht. Es ist gruselig zu sehen, wie normal Misandrie geworden ist, wie leicht es ist, Männer, junge Männer, gleich hinter Straftätern zu nennen und ihre Abschiebung nicht zu bedauern. Aber – und man kann das Flügelschlagen fast hören -, aber wehe es geht an die Adresse von “Frauen, Kindern, Familien” (Die offensichtlich einzige Art für Männer, um im Menschenbild von Schayani Menschlichkeit zu erlangen, besteht darin, als Teil einer Familie zu verschwinden), dann erregen sich angebliche Menschenfreunde wie Schayani. Dann wird die Menschlichkeit eingefordert, die man vergeblich sucht, wenn es um Männer, junge Männer geht.

Die Normalität der Misandrie in Deutschland ist fast so erschreckend wie die Normalität, mit der diejenigen, die sie pflegen, von Menschlichkeit salbadern ohne den Widerspruch zu bemerken.

Schon Nietzsche hat sich über die Scheinheiligkeit der selbsterklärten guten Menschen seiner Zeit aufgeregt und hat an der Unlogik ihrer Sätze, der Widersprüchlichkeit ihrer Aussagen und der Menschenverachtung, die sie hinter der Maske des Besorgten verstecken, gelitten. Insofern sind wir in guter Gesellschaft.

Frau Schayani sei gesagt, dass Menschlichkeit, deshalb Menschlichkeit heißt, weil sie sich auf Menschen bezieht. Als Menschen gelten nach modernder Auffassung in Philosophie, Ethik und Wissenschaft nicht nur „Frauen, Kinder und Familien“, nicht nur Flüchtlinge, sondern auch die Mitglieder der autochthonen Gesellschaft, also diejenigen, die schon länger hier leben, und – Achtung: MÄNNER. Ja, Männer sind auch Menschen. Tatsächlich sind alle homo sapiens sapiens Menschen, selbst Schayani ist nach allem Anschein ein Mensch.

Und schon fängt das Leiden an der Menschheit wieder an.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

“Diebe honorieren Bestohlene”: 4,8 Mrd EU-Euro für Flüchtlinge

Kennen Sie die folgende Parabel vom guten Staat?

Zwei Diebe räumen ein Haus aus. Komplett. Sie lassen nichts übrig. Als sie ihr Werk betrachten, die leeren Räume ohne Möbel, ohne alles, ereilt den einen Dieb die Reue und er sagt: „Wir können die armen Menschen nicht vor dem Nichts stehen lassen.“ Komm‘ wir lassen Ihnen einen Tisch und zwei Stühle da, dann können Sie sich wenigstens setzen“.

So verhält es sich mit dem guten Staat. Er presst seinen Bürgern Steuern ab und gibt manchen von ihnen etwas zurück, damit sie der Ansicht sind, sie würden von ihrem Staat, von ihrem guten Staat, der sich um sie kümmert, profitieren.

Nun gibt es Institutionen und Medien, die diese Tatsache sehr geschickt umschreiben. Heute zum Beispiel titelt die ARD Tagesschau: EU-Milliarden für Deutschland. Und schreibt:

„Die EU-Kommission will Anstrengungen bei Aufnahme und Integration von Migranten honorieren. Deutschland kann demnach auf rund 4,8 Milliarden Euro als Ausgleich für die Flüchtlingskrise hoffen“.

Ist sie nicht nett, die EU.
Und ist die Tagesschau nicht ein hervorragendes Medium, wie sich an der begeisterten Goutierung der EU-Großzügigkeit zeigt?

Indes, bei näherem Hinsehen:

  • Im Jahr 2016 hat Deutschland 23,28 Milliarden Euro an die EU überwiesen.
  • Im Jahr 2016 hat Deutschland 10,08 Milliarden Euro von der EU bekommen.

Das macht eine Lücke von 13,2 Milliarden Euro.

Die EU behält also mehr als sie an Deutschland zurückgibt.
In jedem Jahr zahlt Deutschland mehr nach Brüssel als aus Brüssel nach Deutschland zurücküberwiesen wird. Daran ändern auch die 4,8 Milliarden, die von 2021 bis 2027 nach Deutschland fließen sollen, nichts.

Da ist sie wieder, die Geschichte mit den zwei Dieben, die großzügig genug sind, etwas von dem, was sie anderen weggenommen haben, zurückzugeben.

Auf die Tagesschau ist wie immer Verlass.

Wenn es darum geht, Leser zu manipulieren und so zu tun, als hätte die EU eigenes Geld, das sie nach Gusto nach Deutschland überweisen könne, wenn sich die deutschen Bürger wohlverhalten und freundlich zu Flüchtlingen sind, dann sind Sie bei der ARD in der ersten Manipulationsschleife.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?


Weitere Möglichkeiten, ScienceFiles zu unterstützen

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Translate »
error: Content is protected !!