Der Fehlschluss ad impressum

Nach unserer Beobachtung ist Deutschland eines der Länder, in denen der Fehlschluss blüht. Journalisten, die ihren Selbstwert u.a. aus dem täglichen Versuch ziehen, den US-Präsidenten als dumm darzustellen, bedienen sich gerne der Fehlschlüsse ad hominem, ad auctoritatem oder des Fehlschlusses der Bejahung des Konsequens.

Der Fehlschluss ad hominem erlebt eine geradezu stürmische Verbreitung, zuletzt vornehmlich im Zusammenhang mit dem Versuch, Argumentationen, Argumenten und missliebigen Fakten aus dem Weg zu gehen. Eine Variante des Fehlschlusses ad hominem ist der Fehlschluss ad impressum. Den Begriff „Fehlschluss ad impressum“ haben übrigens wir geprägt; Verwendung bitte unter Quellenangabe!

Der Fehlschluss ad impressum ist eine Unterklasse des Fehlschlusses ad hominem. Letzterer ist so ziemlich der dümmste Fehlschluss, den man machen kann, was nicht heißt, dass diejenigen, die ihn machen, auch die Dümmsten sind. Das wäre ein Fehlschluss der Bejahung des Konsequens. Aber es heißt in jedem Fall, dass diejenigen, die den Fehlschluss begehen, der Ansicht sind, diejenigen, denen sie ihn zumuten, seinen dümmer als sie selbst.

Um es auf die kürzeste mögliche Fassung zu bringen:
Ob eine Aussage richtig oder falsch ist, hat überhaupt nichts mit demjenigen zu tun, der die Aussage trifft. Die Korrektheit einer Aussage ist eine Frage, die deren Übereinstimmung mit der Realität betrifft. Sonst nichts.

Ob das Gesetz von Avogadro zutrifft hat weder etwas damit zu tun, dass Avogadro Italiener war noch etwas damit, dass er in Turin gelebt hat. Ob das Gesetz zutrifft, ist eine Frage seiner Übereinstimmung mit der Realität, davon ob gleiche Volumina gleicher Gase bei gleicher Temperatur und gleichen Druck tatsächlich die gleiche Anzahl kleinster Teilchen enthalten. Auch die Tatsache, dass Avogadro dieses Gesetz ohne Impressum veröffentlicht hat, ändert nichts an diesem Punkt.

Nun ist der Fehlschluss ad hominem in Deutschland ein besonders beliebter Fehlschluss. Warum dies so ist, darüber kann man informiert spekulieren, wenn man in Rechnung stellt, dass er vornehmlich vorgebracht wird, um die Auseinandersetzung mit Aussagen zu vermeiden, die den eigenen Überzeugungen oder dem, was man anderen gerade weismachen will, widersprechen. Er ist ein aggressives Mittel, um die Tatsache zu kaschieren, dass man einem Einwand, einem Argument nicht argumentativ begegnen kann, ihm schutzlos ausgeliefert ist. Er stellt den Versuch dar, die eigene argumentative Unzulänglichkeit zu übertünchen.

Für den Fehlschluss ad impressum gilt dasselbe. Er taucht in verschiedenen Kontexten in immer gleichlautender Weise auf, nämlich dass eine Webpage, die kein Impressum habe, nicht seriöse sei oder es nicht verdiene, dass man ihr mit dem notwendigen Respekt begegne. Die Absicht hinter der Anwendung des Fehlschlusses ad impressum ist wie beim Fehlschluss ad hominem ein Angriff auf den, der etwas sagt, um dem, was gesagt wurde, nicht begegnen zu müssen. Der Angriff dient dazu, die eigene argumentative Armseligkeit zu überdecken, und denjenigen, der die Argumente hat, denen man nicht begegnen kann, zu diskreditieren.

Tatsächlich gilt, was wir oben bereits gesagt haben: Die Gültigkeit einer Aussagen hängt nicht davon ab, ob auf der Webseite, auf der die Aussage gemacht wird, ein Impressum vorhanden ist oder nicht.

Wir haben diesen kurzen Post zum Fehlschluss ad impressum geschrieben, weil uns ein Leser die folgende Mitteilung hat zukommen lassen.

„Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe die Verantwortlichen von Erneuerbare-Energien e.V. der Webseite https://unendlich-viel-energie.de/ bezüglich ihrer Umfrage mal versucht zu konfrontieren. Ich wies u.a. auch auf ScienceFiles hin. Leider wurde einer detaillierten Argumentation von vornherein ausgewichen, weil “Die von ihnen zitierte Homepage hat weder Impressum noch gibt sie Auskunft darüber, wer sich dahinter verbirgt. Ein Mindestmaß an Transparenz sieht für mich anders aus.”

Es ist kein Wunder, dass man seitens der Lobbygruppe „Agentur für Erneuerbare Energie“ versucht, einer Argumentation mit uns aus dem Weg zu gehen, denn die von uns vorgebrachten Tatsachen dazu, wie die Agentur unter tätiger Mithilfe von Emnid Befragte in die Zustimmung zu Erneuerbarer Energie manipuliert hat, sind kaum zu bestreiten. Jeder Sozialforscher, der ein wenig Ahnung davon hat, wie man Zustimmung in Befragungen generieren kann, wie man Befragte so manipulieren kann, dass sie einer Aussage zustimmen, wir bestätigen, dass unsere Kritik an den Ergebnissen der Jubel-Umfrage, die die Agentur für Erneuerbare Energien bestellt und bezahl hat, berechtigt ist. Jeden, der mit der korrekten Formulierung von Fragen in quantitativen Befragungen befasst ist, wird die Zornesröte ereilen, angesichts der plumpen Art und Weise, mit der man bei der Lobbyagentur versucht, die Öffentlichkeit zu täuschen.

Hat es uns die Zornesröte ins Gesicht getrieben, als wir lesen mussten auf welch‘ plumpe Art und Weise man bei der Lobbyagentur für Erneuerbare Energien versucht, unseren Argumenten, einer Auseinandersetzung mit diesen Argumenten und damit letztlich dem Eingeständnis, dass die eigene Umfrage eine Junk-Umfrage ist, zu entgehen?

Nein. (perish the thought).

Wir sind voller Mitleid angesichts der Hilflosigkeit, die manche Lobbyistengruppen befällt, wenn sie feststellen müssen, dass draußen, draußen in der Welt der Bürger, die sie für die Welt der Dummen, die Welt derer, die man mit Junk-Umfragen manipulieren kann, halten, dass es dort Bürger gibt, die ihren Unsinn auseiander nehmen und dahin zurückstopfen, wo er hergekommen ist: In den Müll.

Daran müssen sich die Herrschaften erst gewöhnen und wenn sie sich gewöhnen, dann wird ihnen dämmern, dass die Bürger da draußen nicht so dumm sind, wie sie dachten, dass die Bürger schon seit Jahren über diejenigen lachen, die versuchen, sie mit Unsinn für dumm zu verkaufen.

Was das wohl für das geliehene Selbstbewusstsein der Surrogat-Persönlichkeiten qua Abgrenzung bedeutet?

Deshalb: Schlagt‘ ihnen ihre Fehlschlüsse um die Ohren, wo ihr sie trefft.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Intellektuelle Niederungen: Grüne perfektionieren Reductio ad absurdum

„Die Reductio ad absurdum ist eine gültige Argumentform, die sehr oft benutzt wird und höchst effektiv ist. Sie wird manchmal dazu verwendet, eine positive Konklusion zu ziehen; oft bedient man sich ihrer aber auch, um eine Behauptung eines Opponenten zu widerlegen.“

Das schreibt Wesley C. Salmon in sinem kleinen Reklam-Büchlein, das den schlichten Titel „Logik“ trägt.

Das Folgende schreiben die Grünen und das anhängende Bündnis (oder umgekehrt) in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung:

„Demensprechend klafft eine große Lücke zwischen den Renten von Männern und Frauen. Dies betrifft nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch und gerade die betriebliche Altersversorgung sowie die private Altersvorsorge. Wir fragen die Bundesregierung:

1. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die geschlechtsspezifische Rentenlücke bezogen auf die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge“

Die Grünen haben die Logik erweitert und der Reductio ad absurdum, die normalerweise genutzt wird, um seinen Gegner lächerlich zu machen bzw. sein Argument zu zerstören, eine Selbst-Reductio ad absurdum hinzugefügt. Eine reife Leistung, die nur durch eine intellektuelle Lücke, die Grüne von der Normalbevölkerung trennt, möglich ist.

Allgemein kann man annehmen, dass jemand, der nach einer Antwort fragen muss, die entsprechende Antwort nicht kennt (rhetorische Fragen sind ausgeschlossen). Die Grünen kennen entsprechend die Höhe der geschlechtsspezifischen Rentenlücke nicht, sonst müssten sie nicht danach fragen. Gleichzeitig behaupten sie, dass entsprechende Lücke nicht nur existiere, sondern eine große Lücke sei, was sie nicht wissen können, weil sie die Lücke nicht kennen, sonst würden sie nicht danach fragen.

Die logische Struktur der Grünen selbst-reductio ad absurdum ist wie folgt

P (Wir kennen die Lücke)
-P (Wir fragen nach der Lücke, also kennen wir sie nicht)
Q (Wer nach einer Lücke fragt, die er angeblich kennt, ist entweder irre oder er weiß die Antwort nicht.)
-Q (Die Grünen wissen, dass die Lücke groß ist)
Konklusion aus Q und –Q: Die Grünen müssen irre sein.

Wem diese Konklusion nicht gefällt, der kann die Reductio ad absurdum auch so auflösen:

P (Wir kennen die Lücke)
-P (Wir fragen nach der Lücke, also kennen wir sie nicht)
Q (Wer nach einer Lücke fragt, die er angeblich kennt, ist entweder irre oder er weiß die Antwort nicht und lügt.)
-Q (Die Grünen wissen nicht, dass die Lücke groß ist)
Konklusion aus Q und –Q: Die Grünen lügen.

Keine intellektuelle Kanzlerdämmerung: Börsianer sind keine Menschen

Die meisten Politiker sind keine Logiker.
Das ist bekannt.

Logik fuer DummiesDie meisten Politiker wissen gar nicht, dass es eine formale, eine Aussagen-, eine Prädikatenlogik gibt.

Den wenigsten Politikern ist bewusst, dass Mathematik auf Logik beruht.

Kaum einem Politiker ist bekannt, dass auch Sprache auf Logik beruht, dass Sprache, ohne Logik zum bloßen Gebrabbel wird.

Die meisten Politiker sind nicht an Logik interessiert, weil ihre Sprache keine Argumente enthält, nicht auf Argumentation ausgelegt ist, sondern darauf, die Adressaten ihrer sprachlichen Ergüsse affektiv, also über den Bauch und nicht über das Gehirn, zu erreichen.

Etwa so:

Was sind Finanzmärkte?
Die Mehrzahl von Finanzmarkt.

Was ist ein Finanzmarkt?
„Finanzmarkt ist ein Oberbegriff für alle Märkte, auf denen ein Handel mit Kapital stattfindet“, so Wikipedia.
An Finanzmärkten wird also mit Kapital gehandelt.

Wer handelt mit Kapital?
Menschen handeln. Der Gütertausch, hier in Form von aktuellem Kapital gegen zukünftiges Kapital, ist eine Interkation, eine soziale Handlung, die nur zwischen Menschen erfolgen kann.

An Finanzmärkten handeln Menschen miteinander.

Handeln ist ein „bewusstes und willentliches menschliches Tun, das auf die Grundlage der Wirklichkeit gerichtet ist; der Handelnde verfolgt dabei bestimmte Ziele und hat dafür bestimmte Motive” (Giesecke 2010: 21). Soziales Handeln zwischen Menschen ist „am vergangenen, gegenwärtigen oder für künftig erwarteten Verhalten anderer … [orientiert]” (Weber 1988: 562)

nyse2Wenn nun Kanzler Merkel sagt:
„Bei Globalisierung geht es um Menschen und deren Lebenschancen, nicht um Interessen der Finanzmärkte“, dann stellt sie die Menge der Menschen, den Finanzmärkten gegenüber. Beide sind im Bezug zu einander exklusiv: Finanzmärkte haben zwar Interessen, wie Frau Merkel meint, aber dort gibt es keine Menschen, die handeln, denn die Menschen und ihre Lebenschancen sind inkompatibel zu Finanzmärkten, was zur logischen Konsequenz hat, dass es an Finanzmärkten keine Menschen geben kann.

Nun gibt es verlässliche Beobachtungen von z.B. Börsen in New York, London, ja selbst in Frankfurt, die berichten, sie hätten Menschen beim Handel an der Börse, am Finanzmarkt beobachtet. Diese Beobachtungen müssen nach der Logik von Kanzler Merkel falsch sein, denn an Börsen und Finanzmärkten gibt es keine Menschen. Folglich muss Frau Merkel der Ansicht sein, an Finanzmärkten handeln entweder Aliens oder Unmenschen. Beide Konsequenzen der Merkelschen Aussage muss man als menschenfeindlich ansehen.

Ist die Menschenfeindlichkeit von Merkel nun Ergebnis der Tatsache, dass sie Unsinn erzählt oder ist die Menschenfeindlichkeit ernstgemeint. Ist Frau Merkel also tatsächlich der Ansicht, Börsianer, Broker, Investmentbanker seien keine Menschen?

Terroristen finanzieren? Norbert Röttgen droht “unseren Bürgern”

Denn sie wissen nicht, was sie sagen.

Die Wortbedeutung im postfaktischen Zeitalter ist im Niedergang, so wie die Logik und die Semantik . Seit der öffentliche Diskurs weitgehend in Affekten geführt wird, ist es wurscht, was man sagt, Hauptsache es und man kommt gut rüber, spricht die Affekte derjenigen an, die adressiert sind.

Das, was gesagt wird, tritt zunehmend in den Hintergrund. Wie es gesagt wird, welchen Wohlfühlfaktor die Worte, die gesagt werden, transportieren – das ist wichtig. Sprache dient immer weniger dazu, Informationen zu vermitteln und immer mehr dazu, dem Gegenüber zu signalisieren, dass man ein guter Mensch ist, der zwar nicht mit Sprache umgehen kann, aber, nun, aber gut ist.

So gut wie Norbert Röttger, der den Europäern unumwunden droht, er werde alles dafür tun, weder Kosten noch Mühen scheuen, um “die Bedrohungen der Sicherheit” der Europäer zu gewährleisten. Ob das Entscheidende, das Röttger “für die Bedrohungen der Sicherheit” der Europäer tun will, darin besteht, Terroristen auszubilden und Terrororganisationen mit Steuergeldern zu finanzieren, damit die entsprechende “Bedrohungen der Sicherheit unserer Bürger” auch fachmännisch erfolgen kann, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Vielleicht fragt jemand Norbert Röttgen, und vielleicht kann Norbert Röttgen auch in verständlichem Deutsch antworten.

Deutschland 2016: Unter manisch oder bösartig Dummen

So, wir hatten jetzt alle viel Spaß mit den Nazi-Codes, die sich überall finden lassen. Da wir ein Wissenschaftsblog sind, wollen wir nunmehr zur Arbeit schreiten und die Systematik, die Struktur hinter der manischen oder bösartigen Dummheit derer darstellen, die meinen HH 88 müsse mehr bedeuten als HH 88.

Die Struktur hat zwei Ebenen, eine kognitive und eine logische.

Um einen Nazi-Code zu erkennen, muss man danach suchen.

Choice Values FramesWahrnehmung passiert nicht einfach so. Wir gehen nicht durch die Welt und die Dinge in der Welt drängen sich in unsere Wahrnehmung. Menschen wählen aktiv aus, d.h. sie suchen sich aus dem Meer der Informationen, die sie täglich umgeben, diejenigen aus, die ihnen etwas sagen. Wer also Nazi-Codes findet, der sucht nach Nazi-Codes. Das HH 88 ist dem Eimsbütteler nicht einfach so erschienen, er hat gezielt danach gesucht. In seinem Gehirn gibt es eine Schublade, einen Frame mit Nazi-Codes, die er offensichtlich alle parat hat.

Wer sich derart intensiv mit einem so abseitigen Thema wie Nazi-Codes auseinandersetzt, der muss entweder denken, er können daraus einen Nutzen ziehen oder verrückt sein. Ein Nutzen kann sich in Form von anbiedernder Unterordnung unter das, was als Staatsmacht wahrgenommen wird, einstellen, er kann sich einfach dadurch einstellen, dass es als befriedigend empfunden wird, Anderen aus der Anonymität heraus geschadet zu haben oder er kann sich daraus ergeben, dass der Nazi-Code-Spezialist in der kleinen sozialen Gruppe, in der er sich bewegt, durch das Anschwärzen von angeblichen Nazis einen Statusgewinn erzielt, etwa in der Weise, wie der entsprechende Statusgewinn am Beispiel der „Gang“ von Frederic M. Trasher beschrieben wurde.

Alle genannten Motive stellen niedere Motive dar, denn Ziel ist es, einen eigenen Nutzen aus einem anderen verursachten Schaden zu gewinnen.

Die Verrückten unter denen, die überall Nazi-Codes sehen, zeichnen sich genau dadurch aus, dass sie überall Nazi-Codes sehen und wahrnehmen. Sie sind auf Nazi-Codes geeicht und können gar nichts anderes mehr wahrnehmen als Nazi-Codes. Sie sind kaum mehr zu einem normalen Leben fähig und müssten eigentlich in ein Irrenhaus überstellt werden.

Zusammenfassend:
Um einen Nazi-Code zu erkennen, muss man (1) einen Nazi-Code bereits im Kopf haben und (2) die wahrnehmbare Welt nach Nazi-Codes durchsuchen (oder wie bemerkt man sonst das Nummernschild eines Feuerwehrautos auf einem Kinderkarussell?). Letzteres kann manisch erfolgen oder dem Motiv folgen, sich selbst einen Nutzen durch das Entdecken von Nazi-Codes zu verschaffen. Die Grenze zwischen Manie und Nutzen ist fließend, schon weil die Motive, die hinter dem Versuch, sich einen Nutzen zu verschaffen, stehen, in dem man vermeintliche Nazi-Codes meldet, allesamt niedere Motive sind.

Der logische Fehlschluss hinter den Nazi-Codes

Nach unserer Ansicht ist der Fehlschluss der Bejahung des Konsequens der Fehlschluss, der in Deutschland am weitesten verbreitet ist. Er liegt vor, wenn man von einer Wirkung auf die Ursache zurückschließt, so als bestünde zwischen beiden eine Äquivalenz.

Logik fuer DummiesDas Schulbeispiel beschreibt die nasse Straße, die nicht den Schluss zulässt, dass es geregnet hat, weil es noch andere Möglichkeiten gibt, um eine Straße zu befeuchten.

Die Menge der möglichen Ursachen verhält sich also nicht äquivalent zur Menge der Wirkungen. 

Wenn Nazis also tatsächlich Codes benutzen wie z.B. HH 88, dann kann man daraus, dass man einem Kennzeichen HH 88 gegenübersteht, nicht schließen, dass es sich um einen Nazi-Code handelt, denn nicht jedes HH 88 ist ein Nazicode.

Oder:
Manche HH 88 sind Nazi-Code.
Das Auto hat HH 88 im Kennzeichen.
Das Auto hat einen Nazi-Code.

Das ist ein klassischer Fehlschluss.

Damit es auch der Letzte versteht, hier ein paar Beispiele, die auf den begriffsstutzigen Teil der Bevölkerung zugeschnitten sind.

Fehlschluss:
Manche Massenmörder waren linke Politiker.
X ist ein Massenmörder.
X ist ein linker Politiker.

Fehlschluss:
Manche Wissenschaftler finden sich an Universitäten
Genderisten sind an Universitäten.
Genderisten sind Wissenschaftler.

Fehlschluss:
Wenn man mit einem Maschinengewehr auf einen Menschen schießt, dann ist der Mensch tot.
Ein Mensch ist tot.
Es wurde mit einem Maschinengewehr auf ihn geschossen.

Fehlschluss:
Wenn Nazis mit einander kommunizieren, dann benutzen sie einen Geheimcode.
Xsf21 ist ein Geheimcode.
Nazis müssen kommuniziert haben.

Fehlschluss:
Manche Politiker haben ihre Doktorarbeit selbst geschrieben.
Politiker X hat einen Doktortitel.
Politiker X hat seine Doktorarbeit selbst geschrieben.

Fehlschluss:
Manche Kinder kümmern sich im Alter um ihre Eltern.
X hat Kinder.
Die Kinder von X kümmern sich im Alter um ihn.

Wer demnach behauptet, er habe HH 88 eindeutig als einen Nazi-Code identifiziert, zeigt zum einen, dass er entweder von niedrigen Motiven geleitet oder irrsinnig ist und zum anderen, dass er nicht zum logischen Denken in der Lage ist. Wie man es dreht und wendet, es kommt immer ein kognitiv beeinträchtigter Zeitgenosse dabei heraus.


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