Bundestagswahlen sind nicht repräsentativ

Die Bundestagswahl 2013, sie müsste eigentlich wiederholt werden, denn sie war nicht repräsentativ. Die Daten des Bundeswahlleiters, sie belegen dies eindeutig.

So lange Repräsentativität für das Funktionieren der deutschen Demokratie so wichtig ist, weil sich Politiker an den Ergebnissen von angeblich repräsentativen Studien orientieren, die Meinungsforschungsinstitute en masse produzieren, so lange angeblich repräsentative Studien die Position eines Legitimationsbeschaffers für politische Vorhaben eingenommen haben, so lange ist die Nachricht, die wir in diesem Post zu verbreiten haben, eine Katastrophe für die Legitimation des gesamten politischen Systems, des Bundestags und aller darin von einem eben nicht repräsentativen Anteil der Bevölkerung gewählten Politiker:

Wir alle wissen, das politische System Deutschlands es ist ein repräsentatives System. Die Politiker nehmen für sich in Anspruch, die Wähler und deren Willen zu repräsentieren. Deshalb sind vermeintlich repräsentative Befragungen als Legitimationsbeschaffer so wichtig, theoretisch wichtig. Sie nehmen als Gesamt der in den Bundestag gewählten Parlamentarier für sich in Anspruch, die wahlberechtigte Bevölkerung zu repräsentieren, was es voraussetzt, dass die Bundestagsabgeordneten auch von einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung gewählt wurden.

Wurden Sie aber nicht, wie eine ScienceFiles-Analyse deutlich macht. Wir haben die Daten des Bundeswahlleiters genutzt und bereits nach der Berücksichtigung von nur zwei einfachen Verteilungen, nämlich nach Alter und Geschlecht, das Ergebnis erzielt, dass die Bundestagswahlen nicht repräsentativ sind. Die folgende Abbildung ist der Beleg. Sie stellt die Abweichung des Anteils an Wählern vom Anteil an Wahlberechtigten für einzelne Altersgruppen und nach Geschlecht in Prozentwerten dar.

Repraesentation Bundestagswahl

Wie deutlich zu sehen ist, sind alle Altersgruppen von 18-44 unter den Wählern zum Teil deutlich unterrepräsentiert, dagegen sind die Altersgruppen ab 45 Jahren zum Teil erheblich überrepräsentiert. Männer sind in den Altersgruppen, die unter Wählern unterrepräsentiert sind, generell stärker unterrepräsentiert als Frauen. Und generell gehen Männer proportional seltener zur Wahl als Frauen.

Der Bundestag, der 2013 gewählt wurde, ist dementsprechend nicht repräsentativ und ironischerweise sind die Wählergruppen, die überproportional für die Wahl des Bundestags wie er sich jetzt darstellt, verantwortlich sind, also Wähler ab 45 Jahren, diejenigen, die am wenigsten im politischen Tagesgeschäft berücksichtigt werden. Wenn man einmal von der Diskussion um Sterbehilfe absieht, werden die entsprechenden Altersgruppen, z.B. die am meisten überrepräsentierte Altersgruppe der 60-69jährigen weder an Politiken gegen Rechtsextremismus, Rassismus oder gegen Homophobie noch an Windkraftanlagen, Solartechnik, Elterngeld oder Steuererleichterungen für Geringverdiener ein großes Interesse haben.

Entsprechend kann man nicht nur feststellen, dass der gewählte Bundestag definitiv nicht von einer repräsentativen Stichprobe von Wählern gewählt wurde, man kann auch feststellen, dass die Gewählten kaum Politik im Interesse derjenigen machen, die sie überproportional gewählt haben.

 
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