Peinlichkeit nach Maas

Unseren täglichen Maas gibt uns heute…

Kann man den Justizminister eigentlich abstellen oder ihm das Tweeten erst nach Kontrolle durch jemanden, der nachgewiesen über Intelligenz verfügt, erlauben?

Heute tweeted der Justizminister anlässlich der beginnenden Verhandlung über die Forderung, die NPD zu verbieten, Folgendes:

Warum haben Generationen von Philosophen sich gemüht, die rudimentärsten Grundlagen von Anstand, Ethik und Moral zu legen, wenn ein Tweet von Heiko Maas, die menschliche Entwicklung weit hinter die Keilschrift der alten Sumerer zurückwerfen soll?

Der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Anstand, Ethik und Moral, er liegt im Individuum. Wie sagt schon Kant in seinem kategorischen Imperativ „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ Oder in Einfach: Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu.

Kant praktische VernunftWenn Maas also fordert, von ihm als „Feinde der Freiheit“ titulierten Menschen die Freiheit zu verweigern, dann zeigt er damit, dass über keine moralische Reife verfügt. Verfügte er über moralische Reife, er wüsste, dass die Freiheit nichts ist, was von wem auch immer gewährt wird, sondern etwas, das Menschen zusteht. Wenn nun jedem Menschen Freiheit zusteht, wenn sie sein Naturrecht ist, wie das die alten Philosophen genannt haben, dann kann niemand für sich Freiheit verlangen, der nicht bereit ist, die Freiheit anderer zu respektieren und diese Freiheit schließt explizit die Äußerung von Inhalten mit ein, die Heiko Maas nicht gefallen, die er als „Hetze“ oder  „radikale Hetze“ bezeichnet.

Freiheit, wie moralische Entwicklung beginnt bei sich selbst, und wer nicht bereit ist, anderen die Freiheit einzuräumen, die er für sich ganz selbstverständlich in Anspruch nimmt und anderer Aussagen als „Hetze“ oder „radikale Hetze“ abtut, um dann in einem Rundumschlag von logischen Fehlern nicht nur eine Verbindung zwischen der NPD und Rechtsextremisten, wahlweise auch nur Extremisten oder „rechtsradikalen Gruppierungen“ (irgendwas halt) oder „Straftaten gegen Unterkünfte von Flüchtlingen“ und den „Tätern“ herzustellen, mit dem Ziel zu suggerieren, die Einstellung, die für Maas „Hetze“ oder „radikale Hetze“ ist, sei Ursache der Wirkung „Straftaten gegen Unterkünfte von Flüchtlingen“, der zeigt damit, dass er weder über die moralische Reife verfügt, die notwendig ist, um als erwachsener und selbständiger Mensch durchzugehen noch gewillt ist, die Freiheit, die er für sich ganz selbstverständlich reklamiert, anderen zu zuzugestehen.

Oder, um es für Herrn Maas verständlich zu machen, jemand könnte der Ansicht sein, das, was Herr Maas unter Ausnutzung seines Amtes, das ihn eigentlich zur Neutralität verpflichtet, macht, sei Hetze, radikale Hetze.

Nachtrag:

Was Heiko Maas hier formuliert, ist übrigens ein astreines Lügner-Paradox (Alle Kreter sind Lügner. Ich bin ein Kreter.), denn Maas nimmt Freiheit und ist entsprechend ein Feind der Freiheit, dem nach seiner Meinung auch keine Freiheit zusteht. Da das Lügner-Paradox ein philosophisches Problem ist, das Epimenides aufgestellt hat, wäre es zu viel der Ehre, auch nur entfernt den Verdacht aufkommen zu lassen, Maas gehöre in eine Klasse mit Epimenides – schon weil sich Maas natürlich nicht bewusst ist, dass er sich gerade widerspricht. Entsprechend schlagen wir vor, die Maasche Variante des Lügner-Paradox als Fanfarone-Paradox zu bezeichnen.

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21 Responses to Peinlichkeit nach Maas

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Peinlichkeit nach Maas

  2. W.Jäger sagt:

    Wenn man solche Leute (Altmaier CDU,Peter Grüne und Maas SPD) in die erste Reihe schickt, muss man annehmen Saarlandwitze sind im Saarland die Normalität.

  3. wildegans sagt:

    Eines schönen baldigen Tages wird Maas einen letzten groben Fehler als Justizminister twittern.

  4. Marcus Junge sagt:

    „“Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit““

    Maas fordert uns auf ihn und Konsorten zu inhaftieren. Großartig, bin dabei.

    • Pierre Martin sagt:

      Stimmt. Aber bitte nehmt ihm das mobilphone vorher ab. Meinungsfreiheit heißt Meinungsfreiheit! Es gibt keine eingeschränkte oder zensierte.

    • Jürgen sagt:

      Man muss unterscheiden was jemand sagt und was jemandr tut.
      Politikerworte waren bisher meist schön, Aber:
      An seinen Taten sollt ihr ihn erkennen … sagt man.

      Bei Maas sehe ich erst mal die enge Zusammenarbeit mit der Amadeus-Antonio-stiftung die ich für linksradikal halte, auch wenn sie sich (offensichtlich bewusst) unsichtbar im Hintergrund hält. Das kann sie auch wegen ihres millionenschweren Stiftungsvermögens. Von wem? Wurde dieses Stiftungsvermögen durch Steuergelder gebildet? Hat dazu irgendjemand Quellen? Folge der Spur des Geldes und Du erfährst die Wahrheit.

  5. N_K sagt:

    »Peinlichkeit nach Maas«

    Zur besseren „Maas-Verträglichkeit“ sei eine kleine Artikel-Korrektur empfohlen:
    Nicht »Unseren täglichen Maas gibt uns heute…« sondern »Unsere tägliche Maß gib uns heute…«
    Auch wäre eine kleine Änderung der ersten Strophe des »Deutschlandliedes« – wie kürzlich irgendwo gelesen – nicht von der Hand zu weisen: »Jagt den Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt …«

  6. Gernot Meyer sagt:

    Wenn man verfolgt, was Maas so von sich gibt, dann kommt man kaum umhin festzustellen, daß es ein ideales Jobprofil für ihn gibt: niederer Höfling bei Kim Jong-Un. Der soll ja immer mal wieder Rekrutierungsbedarf haben.

  7. Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit? Will der Herr Maas, dass man ihn selbst einbuchtet?

  8. Marcus Junge sagt:

    Huch, da hab ich doch glatt einen dicken Hund am Anfang vom Text erst „überlesen“.

    „Unseren täglichen Maas gibt uns heute…“

    Blasphemie! Es lautet natürlich weiterhin „Unseren täglichen Hitler gib uns heute“. Auch ScienceFiles darf nicht die Kirche des unheiligen Adolf schänden, dieser ist „einzigartig“, „unerreichbar“, „unantastbar“. Am Ende fällt das noch Genosse Maaslose Kriminalität auf und er kommt mit §130 um die rechte Ecke.

    Auf den Schreck schnell eine Runde „Hitlers Frisöre“ von Guido „Lügen“ K. und dem ZDDRF, alle 20 Teile, damit das WeLTbild wieder gefestigt wird.

  9. Peter sagt:

    Maas tweet erinnert mich irgendwie an „Ich hasse nichts so sehr wie Neger und Rassisten“.
    Gibt es eigentlich eine wissenschaftliche Untersuchung, warum es immer irgendwie eine Negativauslese bei den Eliten einer Gesellschaft gibt?

  10. Pingback: Peinlichkeit nach Maas | ScienceFiles | diwini's blog

  11. Frank Möller sagt:

    Tja, da stösst der Sozialwissenschaftker an seine Grenzen. Das Zitat muss selbstverständlich nicht logisch, sondern nach seiner historischen Bedeutung interpretiert werden. Es geht zurück auf Saint-Just, einen der totalitärsten Vertreter der Jakobiner-Diktatur. Es wird aber seit 1945 als Slogan für die wehrhafte Demokratie verwendet. Als solches haben es zahlreiche Demokraten (z.B. Dolf Sternberger) benutzt. Es wird übrigens auch regelmäßig gegen den Islamismus angeführt.

    Natürlich kann man das Konzept der wehrhaften Demokratie ablehnen, es ist in der Bunderepublik aus der Erfahrung des Untergangs der Weimarer Republik entstanden und findet auch direkt seinen Niederschlag im GG.

    • Welcher Sozialwissenschaftler stößt hier an welche Grenzen?
      Zunächst einmal macht es einen logischen Widerspruch nicht besser, dass ihn auch andere geäußert haben. Wäre dem so Irrenhäuser müssten, nach der Einweisung einer bestimmten Zahl von Irren, mit Hyperintelligenten besetzt sein. Und dann: Was hat dieser logische Unsinn mit einer wehrhaften Demokratie zu tun? Wollen Sie in der Tat argumentieren, dass die wehrhafte Demokratie darin besteht, die Demokratie abzuschaffen?

      • Frank Möller sagt:

        Der Sozialwissenschaftler Michael Klein stösst an die Grenzen der historischen Semantik. Kritische Wissenschaft, ich nehme an, da sind wir uns einig, hat eben für verschiedene Bereiche verschiedene Experten.

        Selbstverständlich ist die Aussage wortwörtlich genommen unlogisch. Entscheidend ist doch, dass sie – wie ein Linguist sagen würde – kommuniziert. D.h. im Kontext und vor dem historischen Hintergrund weiß man normalerweise, was gemeint ist. Gemeint ist: Die Freiheit, die Grundlagen der verfassungsmässigen Freiheit zu zerstören, soll nicht gewährt werden.

        Maas mag ja viel Blödsinn reden, aber dass er undemokratisch NPDlern jedes Freiheitsrecht abspricht, kann man eben aus diesem Satz nicht herleiten.

        • Herr Möller, Sie sind also der Ansicht, dass man logischen Unsinn dann, wenn man den logischen Unsinn vor „einem historischen Hintergrund kommuniziert“, zu etwas anderem als logischem Unsinn machen kann. Wenn man Lügen lang genug erzählt, dann wird die Wahrheit daraus? Wenn Sie Recht hätten, dann wäre die Einordnung des Holocaust als Genozid zeitrelativ, d.h. es ist nicht auszuschließen, dass in 100 Jahren, wenn der Holocaust in seinem „historischen Hintergrund kommuniziert“ wird, als Happening zur Bekämpfung der Überbevölkerung gefeiert wird? Ich glaube, hier sind Sie weit über die Grenzen des bisherigen Stands ihres Denkens vorgedrungen. Mayby you should retrench, while it is possible without loss of face.

    • Ralf Pöhling sagt:

      Die Frage, die sich stellt ist: Welche Freiheit meint Maas hier?
      Die Freiheit der Rede oder etwa die Freiheit den anderen das Wort zu entziehen?
      Ich glaube Maas sieht sein Zitat nicht im historischem Kontext der wehrhaften Demokratie.
      Er nutzt es für seine sozialistische Agenda.

  12. Argonautiker sagt:

    Guter Artikel!
    Maas ist wirklich eine Katastrophe größten Ausmaßes. Die Götter im Amte sind zurück, wobei sie rechtmäßig noch nicht mal ein Amt bekleiden.

    Das Problem ist, daß der Justizminister in der BRD Weisungsbefugnis über die Gerichte hat. Weil dies die Gerichte abhängig von der Politik macht, gibt es das in Demokratischen Staaten eigentlich nicht, weil es die Gewaltenteilung defacto aufhebt. Die oft so löblich erwähnte Unabhängigkeit unserer Gerichte hört also da auf, wo es der Regierung mißfällt, was man ja letztens bei der Absetzung des alten Generalbundesanwaltes Range gesehen hat. Der Neue, Peter Frank, wird also einerseits alles durchwinken, was seitens der Regierung für rechtens erklärt wird, und abschmettern, was an Strafanzeigen gegen die Regierung eingeht, oder er wird entlassen.

    Dieser Link hat sich diesem Thema einmal angenommen

    http://pro-verfassung-deutschland.blogspot.de/

    Dort findet man unter anderem folgende Aussage:
    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 08.06.2006 festgestellt, daß die BRD kein effektiver Rechtsstaat ist. Quelle: (Aktenzeichen.: EGMR 75529/01 v. 08.06.2006)

    Wir haben in Deutschland also ein ganz großes Problem. Unsere Politiker haben es den Amis nachgetan, und scheren sich einen Dreck ums Recht und machen, was ihnen in den Kram passt. Pflichten gelten nur für die Anderen.

  13. Freiberufler sagt:

    Viel zuviel Aufhebens. In der DDR hieß es einfach, dass alle demokratischen Parteien antifaschistisch sein müssen. Das waren dann die Blockparteien, für den Rest gab es die Stasi.

  14. Pingback: Vollendeter Hirntod: Heiko Maas (SPD) -Justizminister- der Hexenjäger | LW-Freiheit

  15. Jürgen sagt:

    Es gab mal ein Buch, das hieß „1984“ heute haben wir keinen „Großen Bruder“, nur eine „Große Schwester“ Aber die derzeitige ARD&ZDF hat sehr viel Änhlichkeit mit einem Ministerium für Wahrheit. Leyhen leitet das Ministerium für Frieden, Nahles das für Liebe und Maas das für Gerechtigkeit. Natürlich stimmt das alles gar nicht, Schließlich hat die Genderforschung einwandfrei nachgewiesen, daß der Große Bruder nicht mit der Großen Schwester verwandt ist.

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