Sozialismus führt notwendig zu Oligarchie und Gewalt

Wir leben leider in einer Zeit, in der man immer wieder darauf hinweisen muss, dass sozialistische Systeme nicht zufällig in Regelmäßigkeit scheitern, dass Sozialismus nicht scheitert, weil er schlecht umgesetzt wurde, dass das Heil des Sozialismus nicht deshalb verborgen bleibt und Sozialismus nicht deshalb immer und überall mit Armut, Unterdrückung und Blutvergießen einhergeht, weil die Klassenfeinde die hervorragende Idee des Sozialismus an der Verwirklichung hindern, sondern dass Sozialismus die Ursache des Scheiterns bereits in sich trägt.

Sozialismus wird notwendig zu Faschismus und Totalitarismus, weil der Planungsanspruch nur mit Fschismus und Gewalt aufrecht erhalten werden kann. Sozialismus führt zur Herrschaft einer Oligarchie, weil es eine Clique geben muss, die bestimmt, wem was zugewiesen wird und wem was weggegenommen wird. Sozialismus führt deshalb zu Armut, weil private Initiative entmutigt wird, während (Partei-)Schmarotzertum ermutigt wird. Sozialismus führt deshalb zu Blutvergießen, weil die Herrschafts-Clique zu immer rigideren Mitteln greifen muss, um die immer geringer werdenden Mittel zu sichern und unter den Getreuen zu verteilen, weil die Armut der Vielen, die man derzeit in Venezuela sehen kann, zwangsläufig in Verzweiflung und Widerstand gegen das sozialistische Regime führen muss.

Sozialismus führt notwendig zur Knechtschaft für viele.

Friedrich A. Hayek hat den Weg in den Sozialismus deshalb den Weg in die Knechtschaft genannt und 1944 ein Buch geschrieben, mit dem er seine britischen Landsleute (er lehrte damals in London) vor dem Sozialismus warnen wollte. Mit Erfolg, zum Glück.

Aber keine Idee is dämlich genug, keine verwirklichte Idee zieht eine Blutspur nach sich, die groß genug wäre, als dass sie nicht wiederkommen könnte, und so erlebt Sozialismus derzeit eine Renaissance, die man nur darauf zurückführen kann, dass die Nachfrage nach dieser Ideologie des Neids zyklisch verläuft und insbesondere dann, wenn es Menschen so gut geht, dass sie materieller Sorge enthoben sind, Attraktivität unter denen gewinnt, die eigene materielle Sorglosigkeit gerne mit dem, was sie für den Reichtum der anderen halten, tauschen würden – ohne dafür zu arbeiten, versteht sich.

Aus diesem Grund ist es wieder einmal notwendig, an die hervorragende Bloßstellung der Fratze, die sich hinter dem Traum vom Sozialismus verbirgt, die Friedrich A. Hayek geleistet hat, zu erinnern. Wir zitieren aus “The Road to Serfdom”:

“It is significant that one of the commonest objections to competition is that it is ‘blind’. It is not irrelevant to recall that to the ancients blindness was an attribute of their deity of justice. Although competition and justice may have little else in common, it is as much a commendation of competition as of justice that it is no respecter of persons. That it is impossible to foretell who will be the lucky ones or whom disaster will strike, that rewards and penalties are not shared out according to somebody’s views about the merits or demerits of different people, but depend on their capacity and their luck, is as important as that in framing legal rules we should not be able to predict which particular person will gain and which will lose by their application. And this is none the less true because in competition chance and good luck are often as important as skill and foresight in determining the fate of different people.

The choice open to us is not between a system in which everybody will get what he deserves according to some absolute and universal standard of right, and one where the individual shares are determined partly by accident or good or ill chance, but between a system where it is the will of a few persons that decide who is to get what, and one where it depends at least partly on the ability and enterprise of the people concerned and partly on unforseeable circumstances. This is no less relevant because in a system of free enterprise chances are not equal, since such a system is necessarily based on private property and (though perhaps not with the same necessity) on inheritance, with the differences in opportunity which these create. There is indeed a strong case for reducing this inequality of opportunity as far as congenial differences permit and as it is possible to do so without destroying the impersonal character of the process by which everybody has to take his chance and no person’s view about what is right and desirable overrules that of others.

The fact that the opportunities open to the poor in a competitive society are much more restricted than those open to the rich does not make it less true that in such a society the poor are much more free than a person commanding much greater material comfort in a different type of society. Although under competition the probability that a man who starts poor will reach great wealth is much smaller than is true of the man who has inherited property, it is not only possible for the former, but the competitive system is the only one where it depends solely on him and not on the favours of the mighty, and where nobody can prevent a man from attempting to achieve this result. It is only because we have forgotten what unfreedom means that we often overlook the patent fact that in every real sense a badly paid unskilled worker in this country has more freedom to shape his life than many a small entrepreneurs in Germany or a much better paid engineer or manager in Russia.

[…]

What our generation has forgotten is that the System of private property is the most important guarantee of freedom, not only for those who own property, but scarcely less for those who do not. It is only because the control of the means of production is divided among many people acting independently that nobody has complete power over us, that we as individuals can decide what to do with ourselves”. (105-108)

De Tocqueville: Demokratie und Sozialismus sind unvereinbar

Heute vor 212 Jahren, am 29. Juli 1805, wurde Alexis de Tocqueville geboren. Bekannt wurde er vor allem für seine Verteidigung der Freiheit und der Demokratie, wie er sie auf seinen Reisen durch die USA und das Vereinigte Königreich kennen gelernt hat. De Tocqueville ist für einige der besten Zitate verantwortlich, aus denen die Unvereinbarkeit von Demokratie und Sozialismus hervorgeht. Er war ein kompromissloser Kämpfer für die Freiheit, wie sich in den folgenden Zitaten auch zeigt und einer, der an der Bereitschaft mancher, lieber in Unterwürfigkeit zu dienen als in Freiheit zu leben, zeit Lebens gelitten hat.

Hier einige Stellen aus Arbeiten von de Tocqueville (vornehmlich aus „Democracy in America“ und aus „Correspondence & Conversations of Alexis de Tocqueville with Nassau William“)

Für die Leser, die des Englischen nicht mächtig sind, haben wir die Zitate übersetzt.

“As for me, I am deeply a democrat; this is why I am in no way a socialist. Democracy and socialism cannot go together. You can’t have it both ways.”

Was mich betrifft, so bin ich ein überzeugter Demokrat. Deshalb bin ich kein Sozialist. Demokratie und Sozialismus sind unvereinbar. Sie können nicht beides haben.

“Democracy extends the sphere of individual freedom, socialism restricts it. Democracy attaches all possible value to each man; socialism makes each man a mere agent, a mere instrument, a mere number. Democracy and socialism have nothing in common but one word: equality. But notice the difference: while democracy seeks equality in liberty, socialism seeks equality in restraint and servitude.”

Demokratie erweitert den Bereich individueller Freiheit, Sozialismus schränkt ihn ein. Demokratie weist jedem einzelnen den höcht-möglichen Wert zu, Sozialismus macht jeden einzelnen zum bloßen Abhängigen, zum bloßen Instrument, zur Nummer. Demokratie und Sozialismus haben nichts Gemeinsames mit Ausnahmen eines einzigen Wortes: Gleichheit. Der Unterschied ist beträchtlich: Während Demokratie Gleichheit in Freiheit such, sucht Sozialismus Gleichheit in Einschränkung und Unterwürfigkeit.

“Egalité is an expression of envy. It means, in the real heart of every Republican, ” No one shall be better off than I am;” and while this is preferred to good government, good government is impossible.”

Gleichheit ist ein Ausdruck von Neid. Republikaner meinen damit in Wirklichkeit: Niemand soll es besser haben als ich. Und so lange sie dies guter Regierung vorziehen ist gute Regierung nicht möglich.

“There is in fact a manly and legitimate passion for equality that spurs all men to wish to be strong and esteemed. This passion tends to elevate the lesser to the rank of the greater. But one also finds in the human heart a depraved taste for equality, which impels the weak to want to bring the strong down to their level, and which reduces men to preferring equality in servitude to inequality in freedom.”

Tatsächlich existiert eine Leidenschaft für Gleichheit, die in allen Menschen den Wunsch, stark zu sein und geschätzt zu werden, weckt. Diese Leidenschaft tendiert dazu, die Geringeren in den Rang des Höheren zu bringen. Aber in menschlichen Herzen findet sich auch ein verkommener Geschmack für Gleichheit, der die Schwachen danach streben lässt, die Starken auf ihr Niveau herunterzuziehen und der die Menschen dazu führt, Gleichheit in Unterwürfigkeit, Ungleichheit in Freiheit vorzuziehen.

“The last thing abandoned by a party is its phraseology, because among political parties, as elsewhere, the vulgar make the language, and the vulgar abandon more easily the ideas that have been instilled into it than the words that it has learnt.”

Das Letzte, was eine Partei aufgibt sind ihre (Kampf-)Begriffe. Denn: unter politischen Parteien, wie auch anderswo, prägen die Vulgären [gemeint ist wohl eine Mischung aus vulgär und dumm) die Sprache, und die Vulgären geben die Ideen, die mit den Begriffen ausgedrückt werden sollen, eher auf als die Begriffe, die sie auswendig gelernt haben.

Vor allem mit dem letzten Zitat hat de Tocqueville das Zeitalter des Berufspolitikers vorhergesehen. Das Zeitalter, in dem die Phrasen immer hohler, die Inhalte immer seltener und die Mäuler immer weiter aufgerissen werden, um immer weniger an Gehalt in die Umwelt zu emittieren.

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Grüne sind dümmer als der Durchschnitt …

vielleicht sind sie auch nur die Speerspitze anti-intellektueller Isomorphie, die politische Kader erfasst hat.

Das folgende Fundstück stammt aus einer kleinen Anfrage der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Luise Amtsberg, Cem Özdemir, Monika Lazar, Katja Keul, Renate Künast, Irene Mihalic, Dr. Konstantin von Notz, Hans-Christian Ströbele und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN; Bundestagsdrucksache 18/11897. In der kleinen Anfrage geht es um das Geschäft mit Flüchtlingen. Genau: Um die Werterziehung von Flüchtlingen, denn Flüchtlingen muss ja beigebracht werden, was sie offenkundig selbst weder wissen noch zu lernen im Stande sind, jedenfalls aus Sicht von Bündnis90/Grüne.

In der kleinen Anfrage fragen die Abgeordneten Folgendes:

„Gehören folgende Aspekte nach Auffassung der Bundesregierung zu der Wertebildung im Integrationsprozess:

– die Freiheit, gewaltfrei in einer Familie aufwachsen zu dürfen;
– die Freiheit, Ehe- bzw. Lebenspartnerinnen und -partner frei und ohne Zwang auswählen zu dürfen oder auf Ehe und Lebenspartnerschaft zu verzichten;
– die Freiheit in selbstbestimmten Partnerschafts- oder Familienstrukturen zu leben“

Wir haben schon öfter über den verbreiteten Versuch von Politdarstellern geschrieben, philosophische Konzepte zu verwenden. Auch dieses Mal ist es beim Versuch geblieben, wie schon im Hinblick auf Gerechtigkeit und Gleichheit, so zeigen die Grünen, dass sie auch keine Idee davon haben, was Freiheit bedeutet.

FreedomFreiheit wird gewöhnlich über die Abwesenheit äußerer Hindernisse definiert und ist immer dann gegeben, wenn ein Akteur seinen Willen ohne Rücksicht auf Randbedingungen umsetzen kann. Entsprechend wird Freiheit im Liberalismus in der Regel als Abwesenheit von Zwang definiert (Hayek spricht von Freiheit als einem Zustand, der sich dadurch auszeichnet, dass man nicht dem willkürlichen Zwang anderer unterworfen ist).

In Demokratien hat sich Freiheit meist als Grundrecht in Verfassungen verirrt. Entsprechend garantiert z.B. das Grundgesetz die Meinungs-,Versammlungs- oder die Religionsfreiheit. Diese Garantie hätte Philosophen wie Thomas Hobbes, die eine rechtspositivistische Auffassung von Freiheit haben, nach der Menschen die Freiheit zu allem haben und nur ihr Verstand sie davon abhält, in der Regel davon abhält, von ihrer Freiheit im vollen Umfang Gebrauch zu machen, zum Lachen gebracht. Dass nach rechtspositivistischer Ansicht der Verstand ein Bollwerk gegen die Ausübung der Freiheit auf alles darstellt, ist ein Gedankengang, der leicht nachvollziehbar wird, wenn man bedenkt, dass umfassende Freiheit auch die Freiheit zu Mord und Diebstahl einschließt.

Zwischen dieser Definition absoluter Freiheit und der zuerst gegebenen Definition, seinen Willen ohne Berücksichtigung von Randbedingungen umsetzen zu können, liegt das, was man als real-existierende Freiheit bezeichnen könnte, nämlich in pessimistischer Formulierung die Illusion, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, das nur an die Grenzen der Selbstbestimmung anderer oder die Grenzen von Regeln stößt, die z.B. die Freiheit, über das volle Gehalt, das man erarbeitet hat, zu verfügen, beschneiden. In optimistischer Formulierung wird Freiheit von der Illusion zur Käfighaltung, d.h. in heutigen Gesellschaften ist Freiheit da möglich, wo sie nicht durch Regeln und andere ausgeschlossen ist, die Freiheit der Wahl des Fernsehsenders, die Freiheit aus fünf Kneipen eine aussuchen zu können, die Freiheit, zwischen mehreren nahezu identischen Parteien wählen zu können, die Freiheit, den Urlaubsort weitgehend selbst bestimmen zu können. Moderne Menschen sind bescheiden, wenn es um Freiheit geht. Für diese Bescheidenheit erhalten sie Sicherheit, im Tausch, oder die Illusion von Sicherheit, je nachdem, ob man zur pessimistischen oder zur optimistischen Sichtweise neigt.

In jedem Fall ist Freiheit ein individuelles Konzept, das sich auf den Möglichkeitsraum bezieht, den man durch eigenes willentliches Handeln ausnutzen kann.

Somit muss man die oben genannten Grünen in die nächste Integrationsmaßnahme der Bundesregierung stecken: Sie haben keine Ahnung davon, was Freiheit bedeutet.

Denn:

a) – die Freiheit, gewaltfrei in einer Familie aufwachsen zu dürfen;

Friedman Capitalism and FreedomEs kann keine Freiheit, gewaltfrei in einer Familie aufzuwachsen, geben, denn erstens wird dadurch die Freiheit dessen, der Gewalt in Familien tragen will, meistens sind das die Mütter, in Abrede gestellt und wer hätte je davon gehört, dass die Grünen Frauen etwas in Abrede stellen wollen? Zweitens ist Freiheit wie gesagt ein individuelles Recht, was dazu führt, dass die Grünen hier ein Absurdum formuliert haben, denn man kann Freiheit nicht verordnen, wie es den Grünen vorschwebt. Jeder hat die Freiheit, sich Gewalt zu entziehen, niemand kann die Freiheit haben, etwas zu dürfen. Dürfen setzt die Gewährung eines Rechts durch Dritte voraus und ist somit das Gegenteil individueller Freiheit. Aber das verstehen die grünen Kollektivisten vermutlich nicht.

b) – die Freiheit, Ehe- bzw. Lebenspartnerinnen und -partner frei und ohne Zwang auswählen zu dürfen oder auf Ehe und Lebenspartnerschaft zu verzichten;

Es gilt, was oben bereits gesagt wurde. Freiheit ist etwas, das man hat und sich nimmt. Zuweilen kann man auch auf Freiheit verzichten. Manche, wie Thomas Hobbes haben es geradezu als Grundlage einer Gesellschaft gesehen, dass alle Mitglieder auf bestimmte ihrer Freiheiten (z.B. die auf Mord und Diebstahl) verzichten. Es gibt aber keine Freiheit von Grünen Gnaden, die dadurch definiert wird, dass man etwas darf.

c) – die Freiheit in selbstbestimmten Partnerschafts- oder Familienstrukturen zu leben“

Da Freiheit gewöhnlich als Abwesenheit von Zwang definiert ist, ist Selbstbestimmung eine Anwendung von Freiheit. Deshalb formulieren die Grünen hier eine weitere Absurdität: Die Freiheit, den Partner zu wählen, kann niemand nehmen. Es mag Regime geben, die Menschen zu bestimmten Handlungen zwingen wollen, aber durch diesen Zwang, etwas zu tun und anderes zu unterlassen, wird den entsprechenden Menschen nicht die Freiheit genommen, zu handeln, wie sie das gerne wollen. Dass Zwang nichts daran ändert, dass Menschen frei sind, belegt die Existenz von Kriminalität. Trotz des Zwangs, der eingesetzt wird, um Menschen daran zu hindern, andere zu ermorden oder zu bestehlen, gibt es Diebstahl und Mord, entscheiden sich Menschen, ihre entsprechende Freiheit auch zu leben.

Die Grünen mit ihrem Unverständnis von Freiheit, mit ihrer Ansicht, Freiheit sei gegeben, wenn der große Pater Familias seinen Kindern einräumt, dass sie bis 21 Uhr aufbleiben dürfen, sie wirken wie ein Relikt aus der Zeit des gewalttätigen Katholizismus, der Zeit, als versucht wurde, Freiheit auf Scheiterhaufen und in Folterkammern zu beseitigen. Aber vielleicht ist das ja der intellektuelle Status, den man bei den Grünen derzeit erreicht hat.

Der Konflikt zwischen Freiheit und Gleichheit oder: Umverteilung ist Freiheitsberaubung

Umverteilung ist gerecht! Wer sich gegen diese Prämisse stellt, hat in Wohlfahrtsstaaten schlechte Karten, denn die Umverteilung von den Reichen zu den Armen ist zur Frage der sozialen Gerechtigkeit stilisiert worden. Stilisiert deshalb, weil Umverteilung nicht an sich gut ist und schon gar nicht gerecht. Wenn einem genommen wird, der erfolgreich ist und seinen Erfolg mit harter Arbeit verdient hat, um einem, der in seinem Leben noch keinen Finger krumm gemacht hat, zu geben, dann kann man dies kaum als irgendeine Form von Gerechtigkeit ansehen. Es sei denn, man steht auf die Perversion von Werten wie Gerechtigkeit.

Entsprechend wird man zu dem Ergebnis kommen, dass Umverteilung dann, wenn sie als Gerechtigkeit ausgegeben wird, notwendig in eine unfreie, eine totalitäre Gesellschaft führen muss, schon weil über die Köpfe derer hinweg, denen genommen wird, entschieden wird, wie viel ihnen genommen wird, sie also einer Zwangsmaßnahme unterzogen werden.

Entsprechend ist Umverteilung immer ein Angriff auf die individuelle Freiheit und muss folglich mit Bedacht und mit Maß eingesetzt werden, sofern man überhaupt auf dieses Mittel der Freiheitsberaubung zurückgreifen will.

Milton Friedman hat diese Notwendigkeit schon vor Jahrzehnten formuliert und die Position, die Liberale gegenüber Gleichheit und Umverteilung einnehmen, formuliert, die bis heute gilt.

Friedman Capitalism and Freedom“The heart of the liberal philosophy is a belief in the dignity of the individual, in his freedom to make the most of his capacities and opportunities according to his own lights, subject only to the proviso that he not interfere with the freedom of other individuals to do the same. This implies a belief in the equality of men in one sense; in their inequality in another. Each man has a equal right to freedom. This is an important and fundamental right precisely because men are different, because one man will want to do different things with his freedom than another, and in the process can contribute more than another to the general culture of the society in which many men live.

The liberal will therefore distinguish sharply between equality of rights and equality of opportunity, on the one hand, and material equality or equality of outcome on the other. He may welcome the fact that a free society in fact tends toward greater material equality than any other yet tried. But he will regard this as a desirable by-product of a free society, not its major justification. He will welcome measures that promote both freedom and equality – such as measures to eliminate monopoly power and to improve the operation of the market. He will regard private charity directed at helping the less fortunate as an example of the proper use of freedom. And he may approve state action toward ameliorating poverty as a more effective way in which the great bulk of the community can achieve a common objective. He will do so with regret, however, at having to substitute compulsory for voluntary action.

The egalitarian will go this far, too. But he will want to go further. He will defend taking from some to give to others, not as a more efficient means whereby the ‘some’ can achieve an objective they want to achieve, but on grounds of ‘justice’. At this point, equality comes sharply into conflict with freedom; one must choose. One cannot be both an egalitarian, in this sense, and a liberal.”
(Milton Friedman; Capitalism and Freedom, p.195).

[Unsere Übersetzung] Der Kern einer liberalen Philosophie ist der Glaube an die Würde des Einzelnen, der Glaube an die Freiheit eines jeden, seine Fähigkeiten nach eigenem Gutdünken so einzusetzen, und die sich im bietenden Möglichkeiten so zu nutzen, wie es ihm am besten erscheint, immer vorausgesetzt, dass er mit seinen Handlungen nicht die Freiheit anderer einschränkt. Das impliziert die Überzeugung, dass Menschen in einer Hinsicht gleich sind, in einer anderen Hinsicht ungleich. Jeder Mensch hat das selbe Recht auf Freiheit. Freiheit ist ein wichtiges und grundlegendes Recht, genau deshalb, weil Menschen verschieden sind, weil ein Mensch seine Freiheit zu anderen Handlungen nutzen wird als ein anderer und damit mehr als ein anderer zur Kultur der Gesellschaft beitragen kann, in der viele Menschen leben.

Deshalb wird ein Liberaler scharf zwischen Gleichheit in Recht und Chancen auf der einen Seite und materieller Gleichheit oder Ergebnisgleichheit auf der anderen Seite unterscheiden. Ein Liberaler wird die Tatsache begrüßen, dass eine freie Gesellschaft dazu tendiert, größere materielle Gleichheit zu erreichen, als jede andere Gesellschaftsform, die bislang probiert wurde. Aber er wird dies als wünschenswerten Nebeneffekt einer freien Gesellschaft ansehen, nicht als ihre Legitimation. Er wird Maßnahmen begrüßen, die sowohl Freiheit als auch Gleichheit fördern – zum Beispiel Maßnahmen die auf die Beseitigung von Monopolen zielen oder darauf, die Funktionsfähigkeit des Marktes zu verbessern. Er wird Mildtätigkeit, die darauf abzielt, denen zu helfen, die in einer freien Gesellschaft weniger erfolgreich sind, als angemessene Nutzung von Freiheit ansehen. Und er mag sogar staatliches Handeln, das darauf zielt, Armut zu reduzieren, als einen effektiven Weg betrachten, auf dem die Mehrheit der Gesellschaft ein gemeinsames Ziel erreichen kann. Er wird dies jedoch mit Bedauern tun, weil er Freiwilligkeit mit Verpflichtung ersetzen muss.

Ein Sozialist wird dies ebenfalls alles wollen. Aber er wird weiter gehen wollen. Er wird das Nehmen von einigen, um es anderen zu geben, nicht als ein effizientes Mittel ansehen, das es den anderen ermöglicht, bestimmte Ziele zu erreichen, sondern als Gerechtigkeit verteidigen. Und hier tritt Gleichheit in Konflikt mit Freiheit: Man muss sich entscheiden. Man kann nicht beides gleichzeitig sein, ein Sozialist in diesem Sinne oder ein Liberaler.


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Peinlichkeit nach Maas

Unseren täglichen Maas gibt uns heute…

Kann man den Justizminister eigentlich abstellen oder ihm das Tweeten erst nach Kontrolle durch jemanden, der nachgewiesen über Intelligenz verfügt, erlauben?

Heute tweeted der Justizminister anlässlich der beginnenden Verhandlung über die Forderung, die NPD zu verbieten, Folgendes:

Warum haben Generationen von Philosophen sich gemüht, die rudimentärsten Grundlagen von Anstand, Ethik und Moral zu legen, wenn ein Tweet von Heiko Maas, die menschliche Entwicklung weit hinter die Keilschrift der alten Sumerer zurückwerfen soll?

Der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Anstand, Ethik und Moral, er liegt im Individuum. Wie sagt schon Kant in seinem kategorischen Imperativ „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ Oder in Einfach: Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg’ auch keinem anderen zu.

Kant praktische VernunftWenn Maas also fordert, von ihm als “Feinde der Freiheit” titulierten Menschen die Freiheit zu verweigern, dann zeigt er damit, dass über keine moralische Reife verfügt. Verfügte er über moralische Reife, er wüsste, dass die Freiheit nichts ist, was von wem auch immer gewährt wird, sondern etwas, das Menschen zusteht. Wenn nun jedem Menschen Freiheit zusteht, wenn sie sein Naturrecht ist, wie das die alten Philosophen genannt haben, dann kann niemand für sich Freiheit verlangen, der nicht bereit ist, die Freiheit anderer zu respektieren und diese Freiheit schließt explizit die Äußerung von Inhalten mit ein, die Heiko Maas nicht gefallen, die er als “Hetze” oder  “radikale Hetze” bezeichnet.

Freiheit, wie moralische Entwicklung beginnt bei sich selbst, und wer nicht bereit ist, anderen die Freiheit einzuräumen, die er für sich ganz selbstverständlich in Anspruch nimmt und anderer Aussagen als “Hetze” oder “radikale Hetze” abtut, um dann in einem Rundumschlag von logischen Fehlern nicht nur eine Verbindung zwischen der NPD und Rechtsextremisten, wahlweise auch nur Extremisten oder “rechtsradikalen Gruppierungen” (irgendwas halt) oder “Straftaten gegen Unterkünfte von Flüchtlingen” und den “Tätern” herzustellen, mit dem Ziel zu suggerieren, die Einstellung, die für Maas “Hetze” oder “radikale Hetze” ist, sei Ursache der Wirkung “Straftaten gegen Unterkünfte von Flüchtlingen”, der zeigt damit, dass er weder über die moralische Reife verfügt, die notwendig ist, um als erwachsener und selbständiger Mensch durchzugehen noch gewillt ist, die Freiheit, die er für sich ganz selbstverständlich reklamiert, anderen zu zuzugestehen.

Oder, um es für Herrn Maas verständlich zu machen, jemand könnte der Ansicht sein, das, was Herr Maas unter Ausnutzung seines Amtes, das ihn eigentlich zur Neutralität verpflichtet, macht, sei Hetze, radikale Hetze.

Nachtrag:

Was Heiko Maas hier formuliert, ist übrigens ein astreines Lügner-Paradox (Alle Kreter sind Lügner. Ich bin ein Kreter.), denn Maas nimmt Freiheit und ist entsprechend ein Feind der Freiheit, dem nach seiner Meinung auch keine Freiheit zusteht. Da das Lügner-Paradox ein philosophisches Problem ist, das Epimenides aufgestellt hat, wäre es zu viel der Ehre, auch nur entfernt den Verdacht aufkommen zu lassen, Maas gehöre in eine Klasse mit Epimenides – schon weil sich Maas natürlich nicht bewusst ist, dass er sich gerade widerspricht. Entsprechend schlagen wir vor, die Maasche Variante des Lügner-Paradox als Fanfarone-Paradox zu bezeichnen.

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