Hat die SPD eine Briefkastenfirma in Hong Kong?

Bereits vor einigen Jahren haben wird darüber berichtet, dass die SPD weniger Partei als vielmehr Pressekonzern ist. Der SPD gehören bzw. die SPD ist u.a. an den folgenden Zeitungen beteiligt:

  • Neue Westfälische Zeitung
  • Nordbayerischer Kurier
  • Sächsische Zeitung
  • Dresdner Neueste Nachrichten
  • Morgenpost Sachsen
  • Frankenpost
  • Südthüringer Zeitung
  • Neue Press Coburg
  • Hannoversche Allgemeine
  • Neue Presse Hannover
  • Leipziger Volkszeitung
  • Lübecker Nachrichten
  • Ostsee Zeitung
  • Göttinger Tageblatt
  • usw.

FinanzhaieDoch mit den Beteiligungen an Zeitungen ist das Medienimperium der SPD noch lange nicht am Ende. Die SPD ist über die DDVG, die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, die zu 100% der SPD gehört, an einer Vielzahl von Radioprogrammen und Fernsehsendern beteiligt. Wir haben uns einmal den Spaß gemacht, alle Beteiligungen an Unternehmen, die Zeitungen verlegen, Bücher drucken, Radio-, Fernsehprogramme oder sonstige Medieninhalte produzieren, bei der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich zusammenzusuchen und in eine PDF-Daten zu stecken. Wer will, kann die 412 (in Worten: Vierhundertzwölf!) Seiten SPD-Beteiligungen mit durchschnittliche 25 Einträgen pro Seite (macht 10.300 Beteiligungen) herunterladen und danach suchen, ob seine lokalen Medien schon der SPD gehören oder noch nicht.

Aber der Konzern SPD, von einer Partei kann man angesichts der vorhandenen Besitzverhältnisse sicher nicht mehr sprechen, er hat nicht nur Unternehmen der Medienbranche in seinem Portfolio. Der SPD gehören auch eine Reihe von Immobilien- und Investmentunternehmen, z.B. das Unternehmen GLG Green Lifestyle GmbH:

„Die Green Lifestyle Group hat gemeinsam mit ihrer Schwester 2Welten Investment den Auftrag, für ihren Eigentümer Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) die digitale Investmentstrategie zu entwickeln und umzusetzen. Sie beteiligt sich an passenden Unternehmen, betreut sie operativ und organisiert den synergetischen Austausch zwischen den Beteiligungen.“

Da die ddvg zu 100% der SPD gehört, hat die Green Lifestyle Group, die wiederum zu 95% der ddvg gehört, die Aufgabe, die Investmentstrategie der SPD zu entwickeln. Die SPD tritt also nicht als Partei, sondern als eine Art Investmentfonds auf. Als solcher hat die SPD die

  • Öko-Test Verlags GmbH zu 100% erworben,
  • das Verbraucherportal Utopia.de übernommen,
  • in den nachhaltigen Online-Marktplatz Avocadostore.de investiert,
  • die mobile Flohmarkt-App Stuffle.it finanziert und
  • die Tivoli Ventures GmbH gegründet.

Tivola Ventures ist, was man in der Ökonomie einen Venture Capitalist nennt, also ein Investor, der sein Kapital in Firmenideen investiert, damit die Gründung neuer Unternehmen ermöglicht und nach einer erfolgreichen Etablierung des neuen Unternehmens am Markt, sein Kapital plus Zinsen wieder abzieht.

Tivola Ventures konzentriert sich auf die Wachstumsfinanzierung digitaler Angebote mit sozialem oder gesellschaftlichem Bezug. Hier geht es im speziellen um Themen wie Nachhaltigkeit, Bildung, Familie, Kinder, Gesundheit, neue Energien oder Umweltschutz. Tivola Ventures zweite Zielrichtung ist die strategische Begleitung von Medienfirmen und Fachverlagen bei der Konversion ihrer Geschäftsmodelle in die digitale Welt. Tivola Ventures versteht sich selbst als nachhaltig und langfristig orientierter Investor, bei dem Substanz und organisches Wachstum im Mittelpunkt stehen. Zudem hilft Tivola Ventures den Unternehmerpartnern, sich ganz auf den Erfolg ihrer Firma zu konzentrieren, indem das Wachstum der Firmen mit einer Reihe von administrativen Services begleitet wird. Dazu gehören die Abbildung und Integration der operativen kaufmännischen Prozesse wie Accounting, Controlling, Reporting und Cash-Management oder Hilfe bei steuerlichen und rechtlichen Fragen.“

Mit anderen Worten: Die SPD übt sich als Kapitalist, als Gewinn erstrebender Kapitalist.

Aber damit nicht genug. Die SPD tritt auch als deutsche und natürlich nachhaltige Antwort auf eBay auf und vertreibt über avocadostore.de „mehr als 70.000 nachhaltige Produkte von mehr als 1000 Marken“.

Die SPD ist ganz offenkundig ein vielfältig aufgestellter Konzern mit Interessen im Medienbereich, auf dem Immobilienmarkt, bei Vermögensverwaltung, bei Investitionen, bei Bekleidung und dann gibt es da noch die Cavete Global Limited, die der SPD zu 100% gehört und die ihren Firmensitz in Hong Kong hat. Das Unternehmen wurde am 19. November 2014 in das Unternehmensverzeichnis von Hong Kong eingetragen. Dort wird es als „private company limited by shares“ geführt, d.h. als Unternehmen, das auf Aktienbesitz basiert, dessen Aktienbesitz aber nicht an Börsen gehandelt wird, weil das Unternehmen kein öffentliches Unternehmen ist.

Cavete global limitedWas die Cavete Global Limited in Hong Kong so treibt, wozu die SPD ein Unternehmen in Hong Kong benötigt, und warum gerade Hong Kong gewählt wurde, wo Hong Kong doch an dritter Stelle der globalen Rangliste der Steuer- und Investitionsoasen mit voller Verschwiegenheit rangiert, das ist eine Frage, die die SPD-Verantwortlichen, die ja dieser Tage wieder besonders aktiv im Kampf gegen Steueroasen, Banken, Panama Papers und die vielen Steuerflüchtigen und all diejenigen sind, die aus Sicht der SPD einfach nur Betrüger sind, wie das Siegmar Gabriel formuliert hat, sicher gerne beantworten werden.

Wir sind auf die Antwort gespannt.

Einstweilen gilt es festzustellen, dass die SPD etwa so viel mit einer Partei zu tun hat, wie PIMCO, nämlich nichts. Zudem stellt sich die Frage, wie ein Unternehmen wie die SPD, das weitverzweigte wirtschaftliche Interessen hat, es bewerkstelligen will, die Interessen von Bürgern in Parlamenten zu vertreten. Das entsprechende Unterfangen ist in etwa so glaubwürdig wie die Vertretung der Interessen von Investoren durch Attac. Das beste wird es sein, die SPD löst sich als Partei auf und gründet sich als Holding, die über dem weitverzweigten Imperium von eigenen Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen thront, wieder. Ehrlicher wäre es allemal.

P.S.

Um Fragen zuvorzukommen: Dass die Cavet Global Limited zu 100% der SPD gehört, kann man mit etwas Suchmühe aus dem Rechenschaftsbericht der Parteien entnehmen. Die Cavete Global Limited ist dort gut im kleingedruckten Bereich einer nicht alphabetisch geordneten Aufstellung verborgen.

 

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38 Responses to Hat die SPD eine Briefkastenfirma in Hong Kong?

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  2. Alle Tiere sind bekanntlich gleich.. und war es nicht mal der DGB, der in seiner Zentrale die Zeitarbeits- und Tarifregeln seiner Fußtruppen „flexibel“ interpretiert hat, um die großzügig 6-stelligen Saläre der Chefetage zu finanzieren?

    Allgemein stören mich die Beteiligungen der Parteien nicht, da sie dabei den Markt bedienen müssen und das gilt auch und vor allem bei Medienprodukten. Bedenklich wird es nur, wenn ZDF oder Bundeswehr dort teure Werbung schalten. Und vielleicht ist die allgemeine Medienabgabe auch für Printprodukte nur ein verzerrter Hilfeschrei aus dem Brand(t) Haus.

    Insgesamt halte ich Parteienportfolios mit Gewinnabsichten allemal für besser, als das Geld vom Staat abzuziehen, oder die Möglichkeit, bei Gefahr die eigenen Leute im Staatsdienst überwintern zu lassen. Da sollte der Staat (also die Parteien selbst..) eher mal hinlangen und die Stellenvergabe einschränken. Etwa mit einem Vergabeauftrag an Personaldienstleister, welche die Aufgabe haben, die fähigste Person einzustellen und nicht die parteilichste.

    Ob die SPD beim Finanzen jonglieren auch mal eine Keule auf die Bahamas wirft, werden wir wohl nie erfahren. Denn man darf nicht vergessen: Der Bundes-CD-Einkäufer Borjans ist Soze. Die picken sich nur dann gegenseitig die Augen aus, wenns um Frauen und Quoten geht.

  3. Don Dank says:

    Danke!

  4. Heiner says:

    Wäre es nicht einfacher gewesen, den Teil der Presse, des Rundfunkes, etc. zu veröffentlichen, wo die SPD nicht beteilig ist?

    Wahrscheinlich haben die anderen etablierten Parteien (CDU/CSU, Grüne, FDP, LInke) da ihre kleinen Schmutzfinkenfinger über ähnliche Konstrukte drin?

  5. Jeeves says:

    Gibt’s solche Untersuchungen auch über die anderen Parteien?

  6. dneail says:

    Wenn Sie SPD ein kleines „Medienimperium“ Ihr eigen nennt, dann nimmt Sie ganz sicher nicht Einfluss auf die dort kommunizierten Inhalte. Nein …. Neeeiiiinnn ….. NeinNeinNeinNeinNein

    Warum muss ich gerade jetzt an den „völkischen Beobachter“ denken? Komische Assoziation.

  7. Winnfried Gardner says:

    Die ärgsten Kritiker der Elche, sind selber welche!

    Kein Wunder dass diese Medien Konzentration zu einem Quasi Regional Monopol führt. Dank den aufklärenden Blogs! Sie füllen die Lücke die abhängige Journalisten aus Arbeitsplatz Verlustangst hinterlassen.

  8. qed says:

    Die Holding SPD ist auch dick im Import von Illegalen eingestiegen:

    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/spd-abgeordneter-kassiert-125-000-euro-fuer-leere-asylunterkunft/

    Als Teilhaber an den Profiten der Sozialindustrie.
    Dieser Herr mit den Säuferäderchen auf der Nase dürfte kein Einzelfall sein. Was das einstimmige Gutmenschengehabe unserer sog. „Parlamentarier“ erklärt und die Frage nach dem „Cui bono?“ beantwortet.

  9. rote_pille says:

    Ok, ich brauche keine VTs mehr um mir die Gleichschaltung der Medien zu erklären.

  10. grafiksammler says:

    Die eine Partei verdient so, eine nächste mit Goldhandel und wieder andere mit Großspenden, deren Herkünfte verschleiert werden, ihr Geld. Mich interessiert: wie kritisch ist kritisch, wenn über die Groß-Spendenpraxis von Parteien und Organisationen an die CDU und besonders die CSU nicht kritisch berichtet wird.

    • Sie dürfen sich gerne hinsetzen und die entsprechenden Informationen recherchieren. Dann schreiben Sie einen post und wir veröffentlichen ihn. Wir sind weder im Netzwerk eines Ministeriums noch ein Unternehmen der SPD, deshalb schreiben und recherchieren wir die Beiträge in unserer Freizeit. Das können Sie sicher auch – oder?

      Ihr Argument hat übrigens eine interessante formale Struktur. Dass es die Mafia in Italien gibt, würden Sie also damit entschuldigen, dass es ja auch eine Camorra gibt. Schon interessant, wie manche funktionieren.

      • Gustav Wall says:

        > Sie dürfen sich gerne hinsetzen und die entsprechenden Informationen recherchieren. Dann schreiben Sie einen post und wir veröffentlichen ihn.

        Da bewerbe ich mich gleich mit der aktuellen Recherche „Personelle Verwicklungen rundum Bundeskanzlerin-Podcas“ http://sprechrun.de/web21/index.php?id=3978#c3730 . Hier stehen CDU und CSU im Mittelpunkt der Recherche, in der auch Kaiman-Inseln und Atlantik-Brücke e.V. tangiert werden.

  11. Gargelkark says:

    Ich habe mir die PDF-Datei über die Firmenbeteiligungen der SPD runtergeladen und angeschaut. Mir erschließt sich nicht der Sinn der Doppelnennungen. Wenn man die Duplikate löschen würde, dann würde der Seitenumfang gewaltig sinken.
    Allein Nordostsee Radio GmbH & Co. KG ist 308 mal vorhanden, Schimper Verlag GmbH ist 357 mal vorhanden.

  12. Philipp Dinkel says:

    Muss es nicht heissen: Ist die SPD eine Briefkastenfirma in Deutschland?

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  29. Alfred Marenberg says:

    Glaubt jemand ernsthaft dass bei einem nicht angekündigten ‚ PISA‘ Test das Ergebnis reichen würde, um ein derartiges Medien-Imperium zu führen? Bei der Riege? Sollte man nicht annehmen, dass da etwas ‚Anderes‘ dahinter steht? Nur so als kleiner Denkanstoß….

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