“Bösartige Kleinbürger” aus Österreich: Der richtige Mann ist eine Memme

Jetzt.de ist ein Partner der Süddeutschen Zeitung, so steht es auf der Seite selbst. Aus dem Impressum geht hervor: Jetzt.de ist ein Teil der Süddeutschen Zeitung. Das lässt wenig Gutes erwarten Vor allem, wenn es auf Jetzt.de einen Beitrag zu den Wahlen zum Bundespräsidenten in Österreich gibt.

Wir sind ja einiges gewöhnt aus deutschen Medien, aber die Schimpftirade, die ein Interview sein soll, das Jetzt.de mit Bernhard Heinzlmaier geführt hat, sie übertrifft alles. Heinzlmaier wird von Jetzt.de als Soziologe und als Vorsitzender des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien dargestellt. Was in diesem Institut geforscht wird, vor allem mit welcher Intention dort geforscht wird, man kann es sich nach diesem Interview gut vorstellen und sicher sein: Mit Wissenschaft hat es nichts zu tun.

Wissenschaft besteht aus belastbaren Aussagen, also aus Aussagen, die über die Wirklichkeit aufgestellt, an dieser geprüft und an dieser scheitern können. Wissenschaft besteht nicht aus wilden Behauptungen, die man aufstellt, weil man anderen die eigene Meinung wie ein Heinzelmann als gute Tat unterschieben will.

Das vorweg, nun einige Interviewpassagen ungekürzt. Der originäre Heinzlmaier:

  1. evil-gnome“Bei der bildungsfernen Hälfte, den Prekären, den schlecht Integrierten, beobachten wir die Rohheit des ungebildeten Mannes …, der in Feindbildern denkt und von inhumaner Macht angezogen wird.“
  2. “Schwäche sucht meist nach Stärke. Vorgeblich starke Männer wie Hofer oder Strache und ihre markige Rhetorik sind attraktiv für schwache junge Männer.“
  3. “… die demokratisch nicht gebildeten, nicht zur Demokratie erzogenen Schichten wie diese jungen Männer, die wollen keine Kompromisse, wollten nie Kompromisse. Die wollen sich durchsetzen … Diese Rücksichtslosigkeit wird wieder gesellschaftsfähig, zum Beispiel auch mit dem Neoliberalismus der Wirtschaft … in einer Zeit der Erbarmungslosigkeit“.
  4. “Der Großteil [der Rechten und Wähler von Hofer] sind bösartige Kleinbürger. … Dieser Kleinbürger ist egoistisch und freut sich, wenn andere leiden, denn das wertet seine mäßige Situation auf“.
  5. “Der ungebildete Mann sieht sich als Opfer der Verhältnisse, weil er nicht mehr machen kann, was er will … Das irritiert die verblödeten Männer“.
  6. “Frauen werden eher zu sozialer Empathie erzogen. Sie haben zudem einen realistischeren Blick auf die Welt. Während der Mann für alles einen Feind sucht, der an seinem Elend schuld ist, kann die Frau ihr eigenes Verschulden besser einordnen“.

Nach so viel Unsinn, muss man erst einmal tief Luft holen. Es ist wohl angemessen festzustellen, dass Bernhard Heinzlmaier von sich denkt, er sei kein „unzivilisierter Mann“, auch kein „bösartiger Kleinbürger“, keiner, der „von inhumaner Macht“ angezogen wird und niemand, der sich als „Opfer der Verhältnisse“ sieht und ob er ein nach seiner Sprache „verblödeter Mann“ ist, der irritiert darauf reagiert, dass Männer sich so ganz anders verhalten als er, das ist eine Frage, die jeder für sich beantworten muss.

HeinzelmaierWir können hier feststellen, dass Bernhard Heinzelmann, nein Heinzlmaier eines nicht ist: Wissenschaftler. Der Magister Heinzlmaier vom Wiener Institut für Jugendforschung, das behauptet, überparteilich zu sein und weitgehend am Tropf staatlicher Institutionen hängt, er hat offensichtlich nicht die Spur einer Ahnung von Wissenschaft, sonst würde er Begriffe wie „bösartige Kleinbürger“ oder Unfug wie: „Schwäche sucht meist Stärke“ nicht in den Mund nehmen, wohlwissend, dass er die Bewertung von Kleinbürgern als „bösartig“ nicht belegen kann und den Unfug der Schwäche, die die Stärke sucht auch nicht. Wozu also Unfug wie diesen behaupten, wozu wild beleidigend in Jetzt.de eingehen?

Nehmen wir Heinzlmaier beim Wort und betrachten seine Aussagen, die er über die „Rohheit des ungebildeten Mannes“ macht, als seine Projektion, als sein Feindbild, sein Bild eines Mannes, der er nie sein wird und wie wir von ihm wissen, sucht „der Mann für alles einen Feind“. Halten wir Heinzlmaier zugute, dass er ein Mann und kein Maier ist, dann hat er gerade eine Aussage über sich gemacht: Er sucht einen Feind, und er hat ihn gefunden, in all dem, was dem Magister Heinzlmaier fremd ist.

In Reihenfolge von Heinzlmaier unplugged, ergibt das folgendes Bild:

  1. Er, der sich in Bildungsnähe, nicht in Bildungsferne wähnt, er hat Angst vor der Kraft, die man gewöhnlich mit Männlichkeit assoziiert, sie gilt ihm als „Rohheit des ungebildeten Mannes“, denn der gebildete Mann, also er, hat sich von Rohheit entfernt, käme nicht im Traum auf die Idee, seine Fäuste zu benutzen. Dazu ist er zu zivilisiert oder wie es der ungebildete rohe Mann ausdrücken würde, zu feige. Nein, der zivilisierte Mann, er ist ein feminisierter Mann, der sich von seiner Rohheit geläutert hat, der seine Stimme nie erhebt, den man Mühe hat, zu verstehen, so leise spricht er, ein Mann der (siehe Punkt 6), der seine fehlende Erziehung zu Empathie nachgeholt hat und nun mit den ihm überlegenen Frauen um die gleiche Stufe streitet. Weil seine Umwelt offensichtlich nicht sieht, dass Heinzlmaier sich zum zivilisierten unrohen (vermutlich gekochten) Mann gemausert hat, ist er irritiert und sucht ein Feindbild (weil ja „der Mann für alles einen Feind sucht“). Und entsprechend qualifiziert sich Heinzlmaier nach seiner eigenen Argumentation zum „verblödeten Mann“. Nun ja, er muss wissen, was er sagt.
  2. Irritiert, nach einem Feind suchend und vielleicht verblödet, wie er sich nun darstellt, ist der schwache Mann Heinzlmaier auf der Suche nach Stärke, denn Schwäche sucht Stärke, wie er weiß und er findet die Stärke ausgerechnet in der Rohheit des ungebildeten Mannes. Die unmittelbare Kraft des muskelbepackten Körpers, Gym gestählt, sie zieht den schwachen Heinzlmaier wohl magisch an.
  3. Ein Unding, denn Heinzlmaier ist ein zivilisierter unroher Mann, der sich (Punkt 3) nicht durchsetzen will. Die Erbarmunslosigkeit des Neoliberalismus, in dem man für Leistung entgolten wird und nicht für Zartgefühl, die Erbarmungslosigkeit, die den bildungsnahen Heinzlmaier ständig hinter öffentlichen Aufträgen herhecheln sieht, damit er seine Stelle finanzieren kann, sie macht ihn, wenn man seinen eigenen Aussagen Glauben schenken darf, zum Opfer der Verhältnisse (Punkt 5), und als solches wird er zum Tier, zum an Rohheit kaum mehr zu übertreffenden Expletivisten, zum in seinen Worten „bösartigen Kleinbürger“, der alles mit Schimpf belegt, was er nicht ist: unzivilisiert, roh, männlich, selbstbewusst, durchsetzungsfähig.
  4. Kein Wunder also, dass Heinzlmaier das Lamento der Schwachen anstimmt, jenes Lamento aus Kompromiss und Empathie: Empathie feiern muss nur, wer denkt, auf die Empathie anderer angewiesen zu sein. Für alle anderen ist Empathie eine Selbstverständlichkeit, die keiner Erwähnung wert ist. Kompromisslos den Kompromiss zur einzig denkbaren Einigungsform erheben, das muss nur derjenige, der befürchtet, sich im freien, im erbarmungslosen Wettbewerb der Ideen und Argumente nicht durchsetzen zu können, einer der Angst davor hat, sich mit anderen zu messen, im rohen Vergleich der Leistungsfähigkeit, im ungezügelten Spiel der Kräfte.
  5. Gehörte er, der Magister Heinzlmaier, doch nur zu den demokratisch Gebildeten, zu jenen Männern, die zur Demokratie erzogen wurden, er hätte sich seinen Schimpf und seine Schande ersparen können, wäre zum Kompromiss bereit, der darin besteht, andere Wählen zu lassen, was sie wählen wollen und die Wahl zu akzeptieren. Aber Heinzlmaier ist offensichtlich nicht demokratisch erzogen. Er hat keine Ahnung von Akzeptanz und Toleranz der Meinung anderer, sie ist ihm roh, ungeblidet, fremd. Er scheint zu inhumaner Anbiederung erzogen, zum Zwerg im Kreise derer, die er für so mächtig hält, dass er ihre Drecksarbeit für sie erledigt.

Nein, Bernhard Heinzlmaier ist kein roher Mann, aber ein zivilisierter Mann ist er auch nicht. Er ist ein expletiver Mann, der Angst vor anderen Männern zu haben scheint und sich nicht anders zu helfen zu wissen scheint, als sich einerseits bei Frauen, der für ihn überlegenen Lebensform, anzudienen und andererseits die Männer, die ihm Angst machen, zu beschimpfen. Gäbe es ihn als Heinzelmann, man müsste ihn im eigenen Garten stehen haben, als Abschreckung für jeden, der am Garten vorbeigeht, denn wann immer ein Passant am Garten vorbeigeht, sagt der Heinzelmann: „Bösartiger Kleinbürger!“.

P.S.
Die Welt des Heinzlmaier, sie besteht aus der Geschlechter-Demokratie, die er als grüne Wohltat zu empfinden scheint, wie man seinen Ausführungen entnehmen muss. Wir haben eine jener differenzierten Meinungen grüner Gutmenschen aus dem Internet gesammelt, eine jener Meinungen, die Herbert Marcuse seine Ansicht vom eindimensionalen Mensch hätte überdenken lassen und vermutlich dazu geführt hätte, die eine Dimension auch noch fallen zu lassen. Es ist die Reaktion der Grünen Jugend in Deutschland, einer mit viel weiblicher Empathie und keiner männlichen Rohheit ausgestatten Gruppierung, die ganz im Sinne von Heinzlmaier ist:

 


Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Kontaktieren Sie uns

ScienceFiles ist ein Non-Profit-Blog. Damit wir unser Angebot aufrechterhalten und vielleicht sogar ausbauen können, benötigen wir Ihre Unterstützung
durch eine Spende (via Paypal) durch eine Spende (via Banküberweisung) als ScienceFiles-Clubmitglied
  • Bank: Tescobank plc.
  • Accountname: ScienceFiles-Account
  • BIC: TPFGGB2EXXX
  • IBAN: GB40TPFG40642010588246
  • Kontoinhaber: Michael Klein
  • Bankgebühren umgehen mit Transferwise
Print Friendly

Profile photo of Michael KleinAbout Michael Klein
... concerned with and about science

17 Responses to “Bösartige Kleinbürger” aus Österreich: Der richtige Mann ist eine Memme

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] „Bösartige Kleinbürger“ aus Österreich: Der richtige Mann ist eine Memme

  2. Christopher Clark hat sein Buch über den 1.WK mit “Die Schlafwandler” betitelt. Vielleicht wird sein Urenkel einmal die jetztige Krisenspirale betiteln mit “Die Schlafwandlerinnen”.

    Ich war über die Wählerverteilung einigermaßen geschockt, also dass (junge) Männer und Arbeiter fast geschlossen Hofer gewählt haben, während das Gegenteil davon das System bestätigt hat. Niemandem scheint da irgendwas daran aufzufallen jenseits des “tumpen Stammtischtrinkers”.

    Denn die Frage ist, was machen Arbeiter den ganzen Tag? Antwort: Sie arbeiten als

    – LKW Fahrer
    – Strassenarbeiter
    – Kanalreiniger
    – Müllmänner
    – Soldaten

    Das sind alles vitale Bereiche für das alltägliche Funktionieren einer Gesellschaft. Was aber passiert, wenn diese plötzlich beschliessen aus Unzufriedenheit einige Tage mal nicht zur Arbeit zu erscheinen? Es wäre genau die Sorte Aufstand, vor dem der MI6 Chef kürzlich gewarnt hat.

    Was das ganze aber potenziert in seiner Gefahr ist die Tatsache, dass diese Aufständler nicht spontan und ungeordnet vorgehen und eine dieser “Facebookrevolutionen” durchführen würden, nein, sie haben eine Partei, die finanziert, durchorganisiert und stark genug ist, um ad hoc eine staatstragende Rolle auszufüllen.

    Mit dem Sieg von van der Bellen hat die FPÖ weit mehr gewonnen, als sie mit dem Präsidenten Hofer je hätte erreichen können. Denn mit Hofer wäre die Konsequenz der Drohung (das Parlament aufzulösen) die Regierungsverantwortung für die FPÖ gewesen, in der sie sich beweisen müssten. So aber haben sie ein weitaus größeres und gefährlicheres Werkzeug in die Hand bekommen: Die Möglichkeit zur (erfolgreichen, autoritären) Revolution.

  3. gertrude murauer says:

    Ich bin FPÖ und stolz darauf,daß wir mit N.HOFER die Europäer in Aufruhr versetzten konnten.Wir sind klüger als die abgehobenen Deutschen und viele mehr.Wer weiss nicht um das Ziel Amerikas,holt aber jeden Scheiss nach Europa.Kochen könnt Ihr eh nicht,aber zum Fressen kommt Ihr nach Österreich.Betrug und Arglist wurde Euch in die Wiege gelegt,den Hausverstand habt Ihr im Kindergarten bereits weggeschmissen.Also nocheinmal zum mitschreiben:Ich bin stolz auf Fpö und freue mich schon auf die nächste Aktion.Aus dieser werden wir als Sieger hervorgehen.Und noch etwas, Ihr seid die Nazis,denn Hitler wurde in Deutschland rekrutiert und ausgebildet mit Hilfe Amerikas.

    • Ich glaube nicht, dass Sie mit diesem Ausbruch irgend etwas zum Guten bewegen können und lasse den Unsinn auch nur durch, weil er zeigt, wie man von den eigenen Vorurteilen weggetrieben wird und wie der Druck, unter dem Sie zu stehen scheinen, Sie so wegträgt, dass Sie nicht einmal mitbekommen, dass der Text, um den es hier geht, von einem Österreicher stammt und mit Deutschen gerade einmal gar nichts zu tun hat. Sie bestätigen hier alle Vorurteile, die über Wähler/Mitglieder der FPÖ verbreitet werden und haben sich noch dazu die falschen zu Feind ausgesucht.

    • Ottavan says:

      @Gertrude murauer: Sie scheinen zu vergessen, wo der von Ihnen bemühte “Hitler” geboren wurde. Oder sind das nur Lücken im Geschichtswissen? Im Übrigen schließe ich mich voll und ganz den Ausführungen von @Michael Klein an.

    • Brigitte says:

      Liebe Gertrud, als Bio-Deutsche stimme ich Dir von ganzem Herzen in allen Aussagen zu

    • vogelflug says:

      Sie müssen vielleicht, um weltpolitisch-relevante Vorgänge besser zu verstehen, folgendes bedenken:
      Sie (im Sinne von “Die Österreicher”) haben nicht “die Europäer” in Aufruhr versetzt, sondern die europäischen Berufspolitiker. Der “gemeine Deutsche” (vgl. “Pack”, “Piefke” usw.) kann sicherlich trotz der politischen Lage in Österreich gut schlafen.

      Um zu zeigen, worauf ich hinausmöchte, ein Beispiel zur Verdeutlichung:
      Im Rahmen der sog. “Euro-Krise” waren viele Deutsche sauer auf “die faulen Griechen”, währenddessen die Griechen auf “die Nazi-Deutschen” sauer waren.
      Wie konnte es dazu kommen?
      Die sog. “Freien Medien” berichten in jedem Land über die vermeintlichen Müßiggänger/Nazis/Schnorrer usw. in den jeweils anderen Ländern, so dass andere EU-Nationen als Feindbild aufgebaut wurden, während der lachende Dritte (klassische Banken, Zentralbanken, große Investmentbanken) sich von den Völkern Europas gut ernähren lässt.(Das ist jetzt sehr plakativ und vereinfacht dargestellt, zugegeben).
      Im Rahmen der jetzigen Gesamtsituation geistert folgendes Bild durch bundesdeutsche Medien:
      “Österreicher sind zu rechts.”
      “Briten sind zu sehr Anti-EU.”
      “Die Niederländer vergiften mit ihren Volksentscheiden den europäischen Geist.”
      “Der Rest Europas sieht Deutschland als Schuldigen der Flüchtlingskrise”
      usw, usf…

      Ich persönlich weigere mich aber, mich von der sog. “Qualitätspresse” gegen andere Völker aufhetzen zu lassen.
      Lange Rede, kurzer Sinn:

      Ich empfehle Ihnen, sich ebenfalls nicht aufhetzen zu lassen!

  4. Pingback: „Bösartige Kleinbürger“ aus Österreich: Der richtige Mann ist eine Memme | Manfred O.

  5. philipp luft says:

    Zur Bundespräsidentenwahl in Österreich sollte man sich einmal jenes kurze Video zu “Gemüte” führen , dann weiß man auch warum die Wahl so ausgegangen ist :

  6. philipp luft says:

    Liebe Frau Gertude Murauer und liebe Science Files Leser !

    Dieses Österreich gegen Deutschland Geschwafel oder umgekehrt sollten wir längst hinter uns gelassen haben und ist kontraproduktiv. Der 2.Weltkrieg ist jetzt schon 71 Jahre her. Deutschland hat es von seiner geopolitischen Situation her wesentlich schwerer als Österreich sich von der “Fremdbestimmung” zu lösen unter der es “leidet” . Besonders die NATO Mitgliedschaft ist für Deutschland ein großes Hemnis sich dem transatlantischen Einfluss bis zu einem gewissen Grad zu entziehen. Daß das aber eine wichtige Voraussetzung für ein souveräneres “Deutschland” wäre, ist vielen Bürgern in Deutschland noch lange nicht hinreichend bewusst. Gruß aus Wien

  7. philipp luft says:

    Hemmnis : schreibt man natürlich so mit zwei “M ” ! und Gertrude mit zwei “R” nur als kurzer Nachtrag !

  8. turbulent_flow says:

    LIebe Frau Dr. habil. Diefenbach, lieber Herr Klein,

    Bei jetzt.de habe ich einen längeren Kommentar geschrieben, der, nachdem er 3h lang online stand, kommentarlos von jetzt.de gelöscht wurde.

    Da er hier aber auch passt, würde ich ihn gerne bei ihnen posten.

    Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass Herr (Doktor? Professor? Wissenschaftlicher Rat?) Heinzlmaier ausgerechnet diejenige Bevölkerungsgruppe wüst beschimpft, die ihm mit ihren Steuergeldern eine sorgenfreie Existenz im Elfenbeinturm ermöglicht. Denn eines gibt selbst Heinzlmaier, wenn auch offenkundig widerwillig, zu: Es handelt sich bei den jungen, männlichen FPÖ-Wählern nicht etwa um arbeitslose Herumtreiber, sondern mehrheitlich um „ bösartige Kleinbürger“ [Heinzmaier], also um Handwerker und einfache Angestellte, die tagtäglich hart arbeiten müssen um ihr täglich Brot und das österreichische Steueraufkommen zu erwirtschaften.
    Dass es sich bei den FPÖ-Wählern mehrheitlich um diesen Teil des Demos handelt legen auch die Umfrageergebnisse bei profil.at nahe (http://www.profil.at/shortlist/oesterreich/bp-wahl-wer-hat-wen-gewaehlt-6374301).
    Da Herr Heinzlmaier aufgrund seiner Äußerungen sich selbst dem linken Meinungsspektrum zurechnen dürfte, wird er den Vorwurf, sein wortreiches und beleidigendes Treten nach unten, sein Herabblicken auf den „ungebildeten Mann“, der nicht den gleichen formalen Bildungsabschluss wie Herr Heinzlmaier selbst, sei mit Standesdünkel zu erklären, weit von sich weisen.

    Es bleibt aber die Frage, weshalb Herr Heinzlmaier glaubt, er könne sich gleichzeitig demokratisch und progressiv geben, und andererseits die demokratische Wahlentscheidung eines Teils der Bevölkerung so unerhört frech abwerten.
    Weshalb ist die Wahlentscheidung der angeblich „verblödeten Männer“ so viel weniger wert als diejenige der jungen Frauen?
    Könnte Neid im Spiel sein? Denn für die Berufe, die jene gescholtenen Kleinbürger ergreifen, wie Klempner, Elektriker, Bäcker, Schreiner und viele andere sind Fertigkeiten nötig, die prüfbar sind und die sich in der Qualität der Arbeit jener Männer niederschlagen, mit den entsprechenden Konsequenzen für den Arbeiter: Wenn der Handwerker pfuscht, wird er durch einen anderen ersetzt. Welch ein Glück für ein Herrn Heinzlmaier, dass dies auf Soziologen augenfällig nicht zutrifft.
    Wer als Wissenschaftler Behauptungen aufstellt, muss seine Behauptungen begründen und die Begründungen belegen. Das scheint am Institut, an dem sich Herr Heinzlmaier verschanzt hat unüblich zu sein.
    Aus diesem Grunde habe ich beschlossen, die Arbeit anzufangen, für die Herr Heinzlmaier sich anscheinend zu schade ist und der in der „modernen“ Soziologie leider vielerorts mit Naserümpfen begegnet wird:

    Ich stelle eine prüfbare These auf und suche nach Belegen oder Widerlegungen für diese These:
    Ich nehme an, dass Menschen Parteien wählen, die ihren Problemen aufgeschlossen gegenüber stehen und versprechen diese zu lösen. Andererseits werden Wahlberechtigte es als noch wesentlicher ansehen, Parteien nicht zu wählen, deren Wahlversprechen ihren Interessen direkt entgegenstehen.
    Betrachten wir zunächst die Interessen von Frauen in Deutschland und Österreich im Bezug auf die Parteienwahl.
    In D beträgt der Anteil von Frauen am öffentlichen Dienst im Jahre 2015 54.6%, dabei besonders viele im Erziehungsbereich aber auch bei der Polizei noch ein Viertel [http://www.der-oeffentliche-sektor.de/rund-ums-geld/zahlen-daten-fakten]. In Österreich beträgt der Frauenanteil im öffentlichen Dienst zwar nur 41.4% aber unter dem vetraglichen Personal machen Frauen 2015 in Österreich 59.7% unter dem Verwaltungspersonal 52.9% aus. 52.2% der Juristen im Staatsdienst, 59.4% des Lehrpersonals und 55.7% der Akademiker im öffentlichen Dienst sind Frauen [https://www.oeffentlicherdienst.gv.at/fakten/bundespersonal/daten/geschlechter/maenner_frauen.html].
    In Deutschland sind zwar nur 38% der GRÜNE-Mitglieder Frauen, bei der SPD 32% der Mitglieder. Öffentliche Angestellte machen 45% bzw 42% aus und stellen damit die größte Berufsgruppe beider Parteien. Der Frauenanteil ist aber in beiden Parteien am höchsten von allen Parteien in Deutschland. [http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/42102/]
    Für Österreich habe ich zwar die Zahlen nicht auf Anhieb gefunden, die Grünen Frauen sind aber dennoch sehr hilfsbereit beim Beantworten der Frage, weshalb opportunistische Frauen die Grüne Alternative wählen und Männer mit Selbsterhaltungstrieb sie meiden sollten [http://www.diegruenenfrauenwien.at/]. Es sei hier nur die Petition für feministische Professorinnen erwähnt!
    Das führt uns zu der Frage, weshalb Männer die Grünen Deutschlands oder Österreichs nicht wählen und auch nicht wählen sollten. Als kleines Schmankerl biete ich hier das Frauenstatut der Grünen (https://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Frauenstatut.pdf) und eine Aussage einer Grünen in Berlin bezüglich der Redelisten (http://www.danisch.de/blog/2016/03/13/was-die-grunen-so-unter-mitbestimmung-verstehen/#more-12637) .
    In Deutschland hatten SPD und Grüne (aber auch FRAUEN aus anderen Parteien) seit Jahren massiv Einfluss auf das Bildungssystem und das Familienministerium genommen. Dass der Anteil der Lehrerinnen den der Lehrer enorm übertrifft ist der folgenden Quelle zu entnehmen: http://www.der-oeffentliche-sektor.de/rund-ums-geld/zahlen-daten-fakten
    Dass dieser extrem hohe Frauenanteil für Jungen und junge Männer bereits massive nachteilige Konsequenzen hatte, dafür biete ich hier drei beispielhafte Quellen, in denen PISA-Ergebnisse resümiert werden, die bayerische Schülermitverwaltung zu Wort kommt und Pädagogen erklären, dass weibliches Lehrpersonal Aversionen gegen männliche Schüler hegt.
    1.) http://www.kleinezeitung.at/s/chronik/4070925/PISAStudie_Maedchen-und-Reiche-bei-Schulnoten-bevorzugt
    2.) http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regiolinecities/muenchen/article113243662/zu-gute-Zensuren-fuer-Maedchen.html
    3.) http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/geschlechterrollen-in-der-schule-faul-fahrig-junge-12145909.html
    Es lassen sich problemlos weitere Quellen finden.

    Alles in Allem sollte damit geklärt sein, weshalb es für viele Frauen sinnvoll ist die Grünen zu wählen, da sie deren Hauptklientel darstellen und weshalb es für Männer nicht ratsam ist die Grünen zu wählen, da Männer in dieser Partei als Abschaum gelten (https://www.youtube.com/watch?v=zQMPgy0N1fw Jürgen Trittin, das begabtere Geschlecht].

    Zum Abschluss muss ich jetzt.de attestieren, dass mit der Veröffentlichung einer Hassrede eines Soziologen, die man bestenfalls als Tourette-Anfall bezeichnen kann, ein neuerlicher journalistischer Tiefpunkt geglückt ist.

    Herr Henzlmaier hingegen muss sich die Frage gefallen lassen, für wie dumm er sein Publikum hält und ob er wirklich glaubt, sich und seiner Wissenschaft, der Soziologie, mit seinen beleidigenden und haltlosen Behauptungen einen Gefallen getan zu haben.

  9. Michel Houellebecq says:

    Diese selbstgerechte, elitistische Linke wird zunehmend zu einem ernsthaften Problem in unseren Gesellschaften! Dem Völkischen der Rechtsnationalen stellen diese Kreise eine knallharte Gewinner-Verlierer-Agenda gegenüber! Dagegen war die Armenverachtung im viktorianischen England des ausklingenden 19. Jahrhunderts geradezu human! Was dieser Mensch betreibt, ist Klassenkampf von links Oben nach unten Rechts: Hier erklärt uns ein grünroter Nazi die Welt der braunen Nazis und bedient sich dabei genau derselben Hasssprache, wie diejenigen die er kritisiert! Mit diesem Interview diskreditiert er einen ganzen Wissenschaftszweig! Kein Wunder, dass sich die Sozial- und Geisteswissenschaften zunehmend genötigt, ihrem schlechten Ruf entgegen zu treten, wie das z. B. die Uni Zürich gerade tut:

    “Mit der Website abouthumanities.sagw.ch reagiert die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) auf die Kritik gegenüber den Geisteswissenschaften. 18 Fragen und Antworten machen deutlich, weshalb es die Geisteswissenschaften zur Lösung gesellschaftlicher Probleme ebenso wie zur Stärkung der Wirtschaft braucht.”

    Mit Elementen wie dem Henzlmaier gerät das zweifellos zu einem ambitionierten Unterfangen!

    Homepage des SAGW: http://www.sagw.ch/de/sagw/oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/pm-2016/abouthumanities.html

  10. Soziologische Phänomene der Kategorie Heinzlmaier erkläre ich mir ähnlich, wenn auch ausgehend von einer vollkommen anderen Überlegung.

    “Jede jeweils gerade lebende Generation ist felsenfest davon überzeugt, die Spitze der Zivilisation darzustellen.” (frei nach Michael Klonovsky)
    Der Gedanke dahinter funktioniert bei Kollektiven wie einer Generation genauso gut wie bei Individuen. Versinnbildlichen lässt sich das auch mit folgender Phrase “Wir glauben alle, die Klügsten zu sein”.

    Übertragen auf das spezielle Phänomen Heinzlmaier: Er betrachtet sich selbst als zivilisatoriische Spitze und alles was er nicht ist, entspricht folgerichtig unzivilisierten Menschen. Als jemand der von ihm als außerordentlich unzivilisiert wahrgenommen werden würde, kommt er mir aber schlicht dekadent vor.

    Dieses Phänomen ist übrigens kein Einzelfall: Im universitären Biotop tummeln sich haufenweise Menschen, die ähnliche Denkstrukturen ausbilden, sich maßgeblich über ihren vermeintlich überlegenen Intellekt definieren und sich an die Spitze einer wie auch immer definierten Hierarchie denken.
    Bin auch nicht ganz frei von diesen Strukturen aber hoffe darauf, dass das Bewusstsein dafür die widerlichsten Auswüchse verhindert.

  11. Pingback: Wie Hinterwäldler wählen | Ceiberweiber

  12. Pingback: „Bösartige Kleinbürger“ aus Österreich – Notwende

  13. fdominicus says:

    Nur das ich das richtig Verstehe. Wissenschaftler sind also heute Leute die Andere beschimpfen und sich an der korrekten Auslegung des “Volkswillen” hervor tun.

error: Content is protected !!
Profile photo of Michael Klein
Holler Box
Skip to toolbar